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Der Begriff Unternehmensnachfolge (in älterer Schreibweise auch Unternehmernachfolge) umfasst den Nachfolgeprozess, seine Voraussetzungen, Ziele und Eigenheiten. Unternehmensnachfolgen haben unterschiedliche Gründe (wie z. B. Alter, Krankheit, Tod) und vielfältige Alternativen (wie Vererbung oder Verkauf). Die Nachfolge ist ein typisches Thema des Mittelstandes; wenngleich in Konzernen beim Führungswechsel auch oftmals von Nachfolge gesprochen wird. In mittelständischen Unternehmen spielt neben dem Wechsel in der Leitung eines Unternehmens darüber hinaus der Wechsel am Eigentum eine (oftmals zentrale) Rolle.

Inhaltsverzeichnis

1 Begriff
2 Formen der Unternehmensnachfolge
3 Ausprägungen der Unternehmensnachfolge
4 Ablauf und Phasen der Unternehmensnachfolge

4.1 Vorbereitung
4.2 Nachfolgeprozess

5 Unternehmensnachfolgen in Deutschland
6 Unternehmensnachfolgen in Österreich
7 Unternehmensnachfolgen in der Schweiz
8 Forschung, Sonstiges
9 Literatur
10 Weblinks

10.1 Statistische Daten zur aktuellen Nachfolgesituation

11 Einzelnachweise

Begriff

Der Begriff Unternehmensnachfolge hat keine einheitliche Definition. Weit gefasst beschreibt der Begriff den personellen Wechsel im Kontext eines Wirtschaftsunternehmens. Er wird auf verschiedene Vorgänge angewandt:

den Übergang der Management-Verantwortung auf einen neuen angestellten Geschäftsführer oder Vorstand in einer Nicht-Familiengesellschaft,
den Verkauf eines eignergeführten Unternehmens,
die Errichtung einer Stiftung und der Einbringung eines Unternehmens,
die Verpachtung eines Unternehmens
den „typischen“ Fall, der Ablösung des Vaters/der Mutter durch eines oder mehrere Kinder als geschäftsführende Gesellschafter eines Familienunternehmens.[1]

Felden und Pfannenschwarz sehen in der Unternehmensnachfolge zuerst die Führungsnachfolge und damit die Frage, wer die oberste Hierarchieebene besetzt. Zudem stellt sich die Frage der Eigentumsnachfolge, die z. B. durch den Verkauf der Verfügungsrechte oder in Form einer unentgeltlichen Übertragung realisiert werden kann. Dabei ist es unerheblich, ob diese im Zuge einer vorweggenommenen Erbfolge oder beim Todesfall eintritt.

Eine weitere Definition der Unternehmensnachfolge geben Hauser und Kay vom Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM Bonn). Sie sehen eine Unternehmensnachfolge nur gegeben, wenn ein Eigentümerunternehmer die Leitung seines Unternehmens abgibt. Demnach können Unternehmensnachfolgen nur in eigentümer- oder familiengeführten Unternehmen auftreten, also in Unternehmen in denen bis zu zwei natürliche Personen oder ihre Familienangehörigen mindestens 50 % der Anteile halten und diese natürlichen Personen zugleich Teil der Geschäftsführung des Unternehmens sind.

Als zweites Merkmal sehen sie den Übergang der Leitung des Unternehmens an. Ein bloßer Übergang des Eigentums ohne gleichzeitigen Leitungswechsel stellt jedoch aus ihrer Sicht keine Nachfolge, sondern eine Übernahme dar. Das dritte Merkmal spezifiziert die Gründe für die Übergabe der Unternehmensleitung. Sie müssen auf die Person des Eigentümermanagers zurückgehen, Beispiele für solche Gründe sind persönliche Gründe, Alter, Unfall, Krankheit, Tod oder unter Umständen auch die Aufnahme einer abhängigen Beschäftigung, wenn dies nicht aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens erfolgt.[2]

Formen der Unternehmensnachfolge

Folgende Tabelle gibt eine Übersicht zu den Formen der Unternehmensnachfolge in ihrem Verhältnis von Führungs- und Eigentumsnachfolge.[3]

Führungsnachfolge durch:

Familienangehörige

Mischformen

Familienfremde

Eigentumsnachfolge durch:

Familienangehörige

Traditionelle, rein familieninterne Nachfolge

Gemischte Geschäftsführung

Eigentumsnachfolge mit Fremd-GF, Verpachtung

Mischformen

Partner, Venture Capital-Geber, Beteiligungsgesellschaft

Einbezug aktiver Partner

z. B. Stiftungslösungen

Familienfremde

Grenzfall: Weiterbeschäftigung von Familienangehörigen nach einem Verkauf

Verkauf:
strategischer Investor
Finanzinvestor

Eine andere Unterscheidung bei den Formen der Nachfolge kann zwischen der geplanten, der ungeplanten und der unerwarteten Unternehmensnachfolge vorgenommen werden. Bei der geplanten Nachfolge wird mittelfristig ein Nachfolger gesucht, aus der Familie, aus dem Unternehmen oder von
außerhalb. In seinem Testament stellt der Übergeber durch entsprechende Verfügungen eine klare Nachfolge sicher.

Ungeplante Unternehmensnachfolgen entstehen durch Scheidungen, Streitigkeiten in der Inhaberfamilie oder dem plötzlichen Entschluss des Unternehmers zum Aufhören. So entwickeln erfolgreiche Unternehmer manchmal den Wunsch, aus dem Unternehmen auszusteigen, da sie genügend finanzielle Mittel für die weitere Lebensplanung erarbeitet haben.

Unerwartet ist eine Nachfolge wiederum, wenn sie aufgrund von Krankheit, Unfall oder auch durch den Tod des Unternehmers entsteht. Damit auch in solchen Fällen der Fortbestand des Unternehmens gesichert werden kann, muss die Unternehmensnachfolge hier kurzfristig erfolgen. Dafür ist eine Notfallplanung unabdingbare Voraussetzung. Deshalb ist es umso wichtiger, sich frühzeitig mit der Nachfolgeplanung zu befassen.[4]

Ausprägungen der Unternehmensnachfolge

Eine Unternehmensnachfolge kann sich aus verschiedenen Gründen ergeben und ganz unterschiedliche Ausprägungen aufweisen.

Die folgende Tabelle zeigt mögliche Ausprägungen der Unternehmensnachfolge[5]:

Kriterium

Ausprägungen

Planbarkeit

geplant

ungeplant

Zugehörigkeit

Familiennachfolger

externer Nachfolger

Auslöser

eigenbestimmt

fremdbestimmt

Akzeptanz

freundlich

feindlich

Betroffene Führungsebenen

eine Ebene

mehrere Ebenen

Ausgangssituation

solide Geschäftsbasis

Krise

Strategiefortsetzung

Fortführung des bisherigen Geschäfts

Veränderung des bisherigen Geschäfts

Die verschiedenen Ausprägungen sind für die konkreten Gestaltungsmöglichkeiten bei der Nachfolge von entscheidender Bedeutung. Viele Maßnahmen müssen im Voraus geplant werden, Planbarkeit ist also ein entscheidender Erfolgsfaktor. Zudem kann der Wunsch nach einem Familiennachfolger die Optionen einschränken. Bei einer feindlichen Grundstimmung im Unternehmen ist eine besondere Berücksichtigung der Mitarbeiterbelange erforderlich. Ist die Geschäftsbasis solide, erleichtert dies dem Nachfolger die Einarbeitung und die Chancen für eine Fortführung oder eine Veränderung des bisherigen Geschäfts steigen.

Ablauf und Phasen der Unternehmensnachfolge

Das Management der Unternehmensnachfolge beginnt mit der Vorbereitung, es folgt die Nachfolgeplanung, die in einem Nachfolgekonzept mündet, das im nächsten Schritt, im Nachfolgefahrplan verschriftlicht und schließlich umgesetzt wird. Folgende Grafik verdeutlicht die Phasen der Unternehmensnachfolge:

Vorbereitung

Es ist für jeden Unternehmer wichtig, sich Gedanken über eine Nachfolge zu machen. Auch junge Unternehmer können von Krankheit oder Unfällen betroffen sein. So ist ein Notfallplan für jeden Unternehmer unerlässlich. Für die Vorbereitung einer (geplanten) Unternehmensnachfolge muss ein Übergeber zunächst seine unternehmerischen Ziele während des Inhaberwechsels und seine persönlichen Ziele für die Zeit nach der Übergabe festlegen. Dazu gehören u. a. Ziele zum Nachfolger, zur Altersvorsorge und zu zukünftigen Freizeitbeschäftigungen. Anschließend ist eine kritische Bestandsaufnahme dieser drei relevanten Bereiche vorzunehmen.

Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin muss während der Vorbereitung prüfen, ob er oder sie den Anforderungen dieses Unternehmens fachlich und kaufmännisch gewachsen ist, Wissenslücken sollten durch Fortbildungsmaßnahmen geschlossen werden. Auch Nachfolgende müssen klare Zukunftsvorstellungen für das Unternehmen formulieren. Wenn mehrere Nachfolger zusammen übernehmen, ist es wichtig, dass sie einen Konsens für ihre Vorstellungen und die zukünftige Zusammenarbeit finden.

Schließlich muss das Unternehmen auf seine Übergabefähigkeit hin überprüft werden. Fragen beziehen sich hier vor allem auf den erhöhten Liquiditätsbedarf während der Übergabe, auf die Kooperation und Kompetenz der Mitarbeiter und die Dokumentation der wichtigsten Informationen und Abläufe für den Nachfolger.

Am Ende der Bestandsaufnahme müssen die Interessen und Vorstellungen aller Beteiligten miteinander in Einklang gebracht werden. Dabei sollten auch potenzielle Konflikte und Probleme angesprochen werden.

Nachfolgeprozess

Zwei unterschiedliche Dinge müssen bei der Nachfolge geplant werden. Zum einen, wer in welchem Umfang das Vermögen des Unternehmens erhalten soll und zum anderen, wer in Zukunft die Führungsverantwortung übernimmt.

Die Nachfolgeplanung hängt in erster Linie von der Bestandsaufnahme ab, ist daher in jedem Fall individuell und einzigartig. Vor allem die persönlichen und emotionalen Bedürfnisse der einzelnen Mitwirkenden dürfen nicht unterschätzt werden. Wesentliche Bestandteile der Nachfolgeplanung sind folgende:

einen Nachfolger auswählen und einarbeiten,
eine Planung für das Unternehmen nach der Übergabe aufstellen,
die Rolle des Übergebers während und nach der Übergabe festlegen,
die Planung den wichtigsten Stakeholdern mitteilen.[6]

Dabei ist es für eine reibungslose Übergabe wichtig, dass der Übergeber unter für ihn akzeptablen Bedingungen das Unternehmen verlassen kann und dass der Nachfolger in der ersten Zeit nach der Übergabe eine Unterstützung hat.

Das Nachfolge-Konzept muss schließlich in einem Nachfolgefahrplan formuliert werden. Hier entsteht aus der Vielzahl an Schritten, die im Konzept strukturiert wurden, ein von Übergeber und Nachfolger gemeinsam getragener Maßnahmenkatalog.

In der Übergangsphase steigt der Nachfolger in das Unternehmen ein. Er übernimmt dabei die Führungsverantwortung, wenn er ausreichend qualifiziert ist gleich in vollem Umfang, ansonsten Schritt für Schritt. Auf jeden Fall sollte die Nachfolgerin oder der Nachfolger durch Job-Rotation möglichst viele Bereiche und Positionen im Unternehmen intensiv kennenlernen. Ein kompaktes Traineeprogramm kann hier hilfreich sein. Neben der Übertragung der Führungsverantwortung muss auch das unternehmerische Vermögen übertragen werden. Dazu gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten:

unentgeltlich, durch eine Schenkung oder Erbschaft
entgeltlich, durch den Verkauf des Unternehmens
und durch die Trennung von Eigentum und Management, wenn Entscheidungen verzögert oder eine vollständige Übertragung des Eigentums vermieden werden sollen.[7]

Unternehmensnachfolgen in Deutschland

Nach Schätzungen des IfM Bonn steht deutschlandweit im Zeitraum 2014–2018 in 135.000 Familienunternehmen die Nachfolge an. Dabei wird der Begriff Familienunternehmen nahezu identisch mit dem des mittelständischen Unternehmens verwendet: Ein Unternehmen gilt als mittelständisch, wenn dessen Leitung bei den Inhabern liegt, also eine Einheit von Eigentum und Leitung vorliegt. Für die Jahre 2018 bis 2022 kommt das Institut für Mittelstandsforschung Bonn zu dem Ergebnis, dass etwa 150.000 Unternehmen mit rund 2,4 Mio. Beschäftigten zur Übergabe anstehen[8].

Von den 135.000 Nachfolgen 2014–2018 entfällt rund die Hälfte auf familieninterne Nachfolgen und weitere 29 % auf familienexterne Nachfolgelösungen.[9] Anders als bei familieninternen Übergaben kennen bei externer Nachfolge weder der Käufer das Unternehmen noch der Übergeber den Käufer gut, deshalb stellen die beim Verkauf typischen asymmetrisch verteilten Informationen eine besondere Herausforderung dar. Mitunter findet sich für ein übergabereifes Unternehmen kein Nachfolger und es muss geschlossen werden.[10] Aus diesem Grund ist die Internet-Nachfolgebörse nexxt-change des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, der KfW Bankengruppe, des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken und des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands ins Leben gerufen worden. Ziel der Börse ist es, nachfolgeinteressierte Unternehmer und Existenzgründer zusammenzubringen. Hier können Alt-Inhaber nach Nachfolgern und potenzielle Nachfolger nach passenden Unternehmen suchen.

Nach Schätzungen des IfM Bonn aus dem Jahr 2010 sind mehr als 80 % der Nachfolgen in Deutschland altersbedingt.[11] Diese können anders als krankheits- oder durch Tod bedingte Nachfolgen geplant werden.

Im Jahr 2017 analysierten KERN – Die Nachfolgespezialisten erstmals die Situation der Unternehmensnachfolge jedes einzelnen der 79 Industrie- und Handelskammerbezirke Deutschlands. Danach werden bis 2022 60 % aller Familienunternehmer in Deutschland älter als 55 Jahre sein.[12] Innerhalb weniger Jahre steht somit die Mehrheit der deutschen Familienunternehmen vor der Entscheidung, die Nachfolge zu regeln.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) verweist im DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2018[13], dass aufgrund fehlender Unternehmensnachfolger die Herausforderungen für abgabebereite Unternehmensinhaber größer werden.

Unternehmensnachfolgen in Österreich

Für den Zeitraum von 2016 bis 2024 ergibt sich in Österreich ein Übergabepotenzial von über 35.500 kleinen und mittleren Arbeitgeberbetrieben. Dabei werden heute schon nur noch rund 40 % der Unternehmensnachfolgen familienintern geregelt.[14]

Unternehmensnachfolgen in der Schweiz

Für den fünfjährigen Zeitraum von 2011 bis 2015 ergab sich in der Schweiz ein Nachfolgepotenzial von 77.270 Betrieben. Rund eine Million Arbeitsplätze waren davon betroffen. Ergo waren und sind rund 25 % aller Schweizer Unternehmer auf der Suche nach Nachfolgern – oder sollten es zumindest sein.[15]

Forschung, Sonstiges

An der Universität Siegen gibt es seit dem Wintersemester 2007/08 einen Lehrstuhl für Unternehmensnachfolge/Entrepreneurship and Family Business[16] und an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin einen Lehrstuhl für Unternehmensgründung und Unternehmensnachfolge.[17]

Literatur

Klein-Blenkers: Unternehmensnachfolge in Zahlen. Zeitschrift für Erbrecht und Unternehmensnachfolge (ZEV) 2001, S. 329.
Hans-Georg Huber/Heribert Sterr-Kölln: Nachfolge in Familienunternehmen. Den Generationenwechsel erfolgreich gestalten. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-7910-2472-8.

Weblinks

BMWI: Unternehmensnachfolge sichern

Statistische Daten zur aktuellen Nachfolgesituation

IfM Bonn: Unternehmensübertragungen/Nachfolgen
DIHK: Unternehmensnachfolge
KfW: 620.000 mittelständische Unternehmen planen bis 2018 Übergabe oder Verkauf an Nachfolger

Einzelnachweise

↑ Birgit Felden, Armin Pfannenschwarz: Unternehmensnachfolge. Perspektiven und Instrumente für Lehre und Praxis. München 2008, S. 25.

↑ Hans-Eduard Hauser, Rosemarie Kay: Unternehmensnachfolgen in Deutschland 2010 bis 2014. Schätzung mit weiterentwickeltem Verfahren. Bonn 2010, S. 8f.

↑ Tabelle übernommen aus: Birgit Felden, Armin Pfannenschwarz: Unternehmensnachfolge. Perspektiven und Instrumente für Lehre und Praxis. München 2008, S. 27.

↑ IHK Berlin; Handwerkskammer Berlin (Hrsg.): Herausforderung Unternehmensnachfolge. Informationen für Unternehmensübergeber und Nachfolger. Berlin 2013, S. 6 f.

↑ Darstellung nach: Jenny Amelingmeyer, Günter Amelingmeyer: Wissensmanagement beim Führungswechsel in KMU. In: Jörn-Axel Meyer: Wissens- und Informationsmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen. Köln 2005, S. 483.

↑ Christian Mertens: Bewältigung interner und externer Herausforderungen durch Familienunternehmen im Zeitverlauf am Beispiel von Nachfolge und Internationalisierung. Diss., Köln 2009, S. 96.

↑ Darstellung nach: Birgit Felden, Annekatrin Klaus: Unternehmensnachfolge. Stuttgart 2003, S. 70.

IfM Bonn: Unternehmensnachfolgen In Deutschland 2018 bis 2022 (2018). Abgerufen am 18. Januar 2019. 

↑ Institut für Mittelstandsforschung Bonn: Unternehmensnachfolgen in Deutschland 2014 bis 2018

↑ Institut für Mittelstandsforschung Bonn: Informationsasymmetrien in der familienexternen Nachfolge und ihre Überwindung

↑ Petra Moog, Rosemarie Kay, Nadine Schlömer-Laufen, Susanne Schlepphorst: Unternehmensnachfolgen in Deutschland – Aktuelle Trends. Bonn 2012, S. 3.

↑ Ingo Claus, Nils Koerber: Regionalstudie zur Unternehmensnachfolge im Mittelstand 2017. In: www.die-nachfolgespezialisten.eu. Abgerufen am 18. Januar 2019 (deutsch). 

↑ uillguth: Umfrage zur Unternehmensnachfolge — Deutscher Industrie- und Handelskammertag. Abgerufen am 18. Januar 2019. 

↑ 35.500 Unternehmensnachfolgen in Österreich auf Aktuelles, M&A Top Partner GmbH & Co KG, Graz 2016.

↑ Ungelöste Unternehmensnachfolgen auf Infos, M&A Top Partner GmbH, Graz 2012 (PDF).

↑ www.wiwi.uni-siegen.de (Prof. Dr. Petra Moog)

↑ www.hwr-berlin.de (Prof. Dr. Birgit Felden)

Abgerufen von „https://de..org/w/index.php?title=Unternehmensnachfolge&oldid=186442141“

Kategorie: Unternehmensübernahme

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CD ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter CD (Begriffsklärung) aufgeführt.

Speichermedium Compact Disc (CD)

Allgemeines

Typ

Optisches Speichermedium

Kapazität

74 min Audio bzw. 650 MB Daten (standardisiert)
bis zu 100 min Audio bzw. 900 MB Daten (nichtstandardisiert)

Größe

⌀ 12 cm bzw. 8 cm

Lese-
geschwindigkeit

176 kB/s (CD-DA)
150 kB/s (1×)
10800 kB/s (72×)

Schreib-
geschwindigkeit

150 kB/s (1×)
8400 kB/s (56×)

Gebrauch

Datenspeicher (CD-ROM), Audio-CD, Video-CD

Ursprung

Vorstellung

1981 (Funkausstellung in Berlin)

Markteinführung

1982

Vorgänger

Diskette, Schallplatte, Compact Cassette

Nachfolger

DVD, SA-CD

Die Compact Disc (kurz CD, englisch für kompakte Scheibe) ist ein optischer Speicher, der Anfang der 1980er Jahre zur digitalen Speicherung von Musik von Philips/PolyGram und Sony eingeführt wurde und die Schallplatte ablösen sollte.
Von den späten 1990er-Jahre bis in die früheren 2010er-Jahre war die Compact Disc einer der meistgenutzten Audioträger. Später wurde er durch Streaming-Dienste wie Spotify jedoch zunehmend abgesetzt. Anfangs wurde die Compact Disc nur für digitale Audiodaten genutzt. Daher wird sie auch oft als Synonym für die Compact Disc Digital Audio (CD-DA) bezeichnet. Später kamen jedoch weitere Nutzungen hinzu, so etwa zur Speicherung von Daten als CD-ROM, für Videos als VCD oder für interaktive Daten als CD-i. Als beschreibbare CD-R löste sie Ende der 1990er Jahre die Compact Cassette als bevorzugtes Audio-Aufnahmemedium im Privatbereich ab, wurde aber in den 2000er Jahren durch die MP3-Technologie weitgehend verdrängt.

Bei Einführung der CD-ROM Anfang der 1990er Jahre stand „CD“ noch für Audio-CD und „CD-ROM“ für die Daten-CD, spätestens eine Dekade später kann „Compact Disc“ alias „CD“ jedoch als Synonym für alle Arten von CDs verstanden werden[1] – die Unterscheidung ergibt sich durch die genaue Bezeichnung des Mediums (CD-ROM, CD-R, CD-RW) und die darauf enthaltenen Daten (Audio, Daten, Video, Interactive).

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte
2 Herstellung
3 Funktionsweise

3.1 Aufbau einer CD

3.1.1 Datenrate einer CD
3.1.2 CD-RW (Compact disc rewritable)

3.2 Lesevorgang
3.3 Datenkodierung
3.4 Fehlerkorrektur und Fehlerverdeckung

4 CD-Formate

4.1 Physische Formate
4.2 Übliche Größen

5 Kopierschutz
6 Herstellerangaben und Produktionsstätten
7 Beschreibbare CDs
8 Labelaufdruck
9 Umweltschutz
10 Vernichtung der Daten

10.1 Ineffektive Verfahren
10.2 Effektive Verfahren

11 Siehe auch
12 Literatur
13 Weblinks
14 Einzelnachweise

Geschichte

Hauptartikel: „Geschichte“ im Artikel Compact Disc Digital Audio

Herstellung

CDs bestehen aus Polycarbonat, sowie einer dünnen Metallschicht (z. B. Aluminiumbedampfung) mit Schutzlack und Druckfarben. Sie werden – im Gegensatz zu Schallplatten – nicht gepresst, sondern in Spritzgussmaschinen in Form auf die Vater-Matrize gespritzt. Die Anlagen zur Herstellung optischer Datenträger werden dennoch Presswerk genannt.

Funktionsweise

Die Informationen der CD, das sogenannte „Programm“, sind auf einer spiralförmig nach außen verlaufenden Spur angeordnet; sie belegen maximal 85 % der CD-Gesamtfläche. Der Programmbereich reflektiert Licht mit deutlichen Farberscheinungen wegen seiner Mikrostruktur, den Pits. Länge und Abstand dieser kleinen Vertiefungen bilden einen seriellen digitalen Code, der die gespeicherte Information repräsentiert. Auf einer Audio-CD können maximal 99 Musiktitel gespeichert werden; dazu hat jede Scheibe ein Inhaltsverzeichnis (TOC, table of contents) und einen der Information eingelagerten Zeitcode. Texteinblendungen und weitergehende Informationen können optional aufgebracht werden. Die Abtastung der CD erfolgt kontaktlos über einen der Spur nachgeführten Laser-Interferenzdetektor von der spiegelnden Unterseite her. Die Geschwindigkeit, mit der die Daten eingelesen werden, hängt von der Drehzahl der CD ab; diese wird traditionellerweise so geregelt, dass eine vorgegebene Datenrate eingehalten wird. Die Datenspur hat eine konstante Bahngeschwindigkeit (engl. constant linear velocity, CLV). Dadurch ergibt sich bei nach außen fahrendem Abtastsystem eine Drosselung der Drehzahl. Bei Verfahren ähnlich der Analogschallplatte spricht man hingegen von konstanter Winkelgeschwindigkeit (CAV).

Technische Angaben

Querschnitt einer Compact Disc mit Laserstrahlengang

Wellenlänge: 780 nm (Vakuum)
503 nm (in der CD mit Brechungsindex 1,55)[2]
Numerische Apertur: 0,45
Durchmesser des Laserspots: 2,1 µm
Spurabstand: 1,6 µm

Aufbau einer CD

Geometrischer Aufbau einer CD

Merkmal
CD: gelocht
Loch
„CD ohne Loch“

Radius
60 mm
7,5 mm
wie CD, gelocht

Durchmesser
120 mm
15 mm

Umfang
377 mm
47,12 mm

Randhöhe
1,2 mm
1,2 mm

Fläche
111,33 cm²
1,77 cm²
113,10 cm²

Volumen
13,360 cm³
0,212 cm³
13,572 cm³

Masse
15,9 g

16,2 g

Schematischer Querschnitt einer CD

Bei einer CD werden Daten mit Hilfe einer von innen nach außen laufenden Spiralspur gespeichert (also umgekehrt wie bei der Schallplatte). Die Spiralspur besteht aus Pits (Gruben) und Lands (Flächen), die auf dem Polycarbonat aufgebracht sind. Die Pits haben eine Länge von 0,833 bis 3,054 µm und eine Breite von 0,5 µm. Die Spiralspur hat etwa eine Länge von sechs Kilometern. Je nachdem, wie die CD erstellt wird, entstehen die Pits. Bei der industriellen Herstellung werden zunächst auf photochemischem Wege ein Glas-Master und darauf dann auf galvanischem Wege ein oder auch mehrere Stamper (Negativ) gefertigt. Anschließend wird damit in Presswerken per Spritzverfahren eine Polycarbonatscheibe geprägt und die Reflexions- und Schutzschicht angefügt.

Eine CD besteht demnach zum größten Teil aus Polycarbonat. Die Reflexionsschicht darüber besteht aus einer im Vakuum aufgedampften Aluminiumschicht.

Zwischen dem Aufdruck (Grafik und Text) und der Aluminiumschicht (Dicke der Reflexionsschicht: 50 bis 100 nm) befindet sich noch eine Schutzlackschicht, um das Aluminium vor äußeren Einflüssen zu schützen. Der Abschluss ist der Aufdruck, der mit dem Siebdruckverfahren (bis zu sechs Farben) aufgebracht wird. Alternativ kann hier auch das Offsetdruckverfahren eingesetzt werden.

Datenrate einer CD

Datenübertragungsraten von CD-Laufwerken (gerundete Beispiele)

Geschwindigkeitsfaktor
Datenrate

Geschwindigkeitsfakor
Datenrate

CD-Digital Audio
 176 kB/s

1-fach
 154 kB/s

16-fach
2,46 MB/s

2-fach
 307 kB/s

24-fach
3,69 MB/s

4-fach
 614 kB/s

32-fach
4,92 MB/s

8-fach
1,23 MB/s

52-fach
7,99 MB/s

Der Datenstrom einer Audio-CD hat, wenn er dekodiert ist, eine Daten­übertragungs­rate von 176,4 kB/s. Bei üblichen Daten-CDs ist durch eine weitere Fehlerkorrektur-Ebene die Blockgröße geringer als bei Audio-CDs (2048 statt 2352 Bytes); daraus folgt bei gleicher Blockrate (75 pro Sekunde) eine Daten­übertragungs­rate von 153,6 kB/s. Diese Daten­übertragungs­rate wird als einfache Geschwindigkeit bezeichnet. Die Geschwindigkeits­angaben bei CD-ROM-Laufwerken sind Vielfache dieser Daten­übertragungs­rate; siehe dazu auch nebenstehende Tabelle Daten­übertragungs­raten von CD-Laufwerken.

Daten-CDs können aufgrund der zusätzlichen Fehlerkorrektur-Ebene je nach verwendetem Laufwerk mit höheren Daten­übertragungs­raten gelesen werden, so dass viele Laufwerke ihre angegebene Geschwindigkeit nur bei Daten-CDs erreichen, mit Audio-CDs dagegen langsamer arbeiten.

CD-RW (Compact disc rewritable)

Ein CD-RW-Medium besitzt im Prinzip die gleichen Schichten wie ein CD-R-Medium. Die reflektierende Schicht ist jedoch eine Silber-Indium-Antimon-Tellur-Legierung, die im ursprünglichen Zustand eine polykristalline Struktur und reflektierende Eigenschaften besitzt. Beim Schreiben benutzt der Schreibstrahl seine maximale Leistung und erhitzt das Material punktuell auf 500 bis 700 °C. Das führt zu einer Verflüssigung des Materials. In diesem Zustand verliert die Legierung ihre polykristalline Struktur, nimmt einen amorphen Zustand an und verliert ihre Reflexionskraft. Der polykristalline Zustand des Datenträgers bildet die Gräben, der amorphe die Erhebungen. Das Abtastsignal beim Auslesen entsteht also nicht durch Auslöschung oder Verstärkung des Laser-Lichtes durch Überlagerung des reflektierten Lichtes mit dem ausgesendeten wie bei gepressten CDs (Interferenz), sondern wie bei beschreibbaren CDs durch gegebene oder nicht gegebene (bzw. schwächere) Reflexion des Laserstrahls. Zum Löschen des Datenträgers erhitzt der Schreibstrahl die – nur metastabilen – amorphen Bereiche mit niedriger Leistung auf etwa 200 °C. Die Legierung wird nicht verflüssigt, kehrt aber in den polykristallinen Zustand zurück und wird damit wieder reflexionsfähig.

Lesevorgang

Lichtmikroskopische Aufnahme im Randbereich der Daten
Mikroaufnahme von Pits und Lands einer CD
Auslesevorgang bei einer CD

Das Abtasten einer CD erfolgt mittels einer Laserdiode (Wellenlänge 780 nm), wobei die CD von unten gelesen wird. Der Laserstrahl wird an der CD reflektiert und mit einem halbdurchlässigen Spiegel in eine Anordnung mehrerer Fotodioden gebündelt. Die Fotodioden registrieren Schwankungen in der Helligkeit. Die Helligkeitsschwankungen entstehen teilweise aufgrund von destruktiver Interferenz des Laserstrahls mit sich selbst: Der Fokus des Laserstrahls ist etwa zwei- bis dreimal so groß wie die Breite eines Pits. Wird gerade ein Pit ausgelesen, dann wird der Laserstrahl teilweise vom Pit und teilweise vom umliegenden Land reflektiert. Dann kommen zwei Teilwellen zurück, die einen leicht unterschiedlichen Laufweg haben. Der Höhenunterschied zwischen Pit und Land ist so gewählt, dass der Laufzeitunterschied etwa eine halbe Wellenlänge beträgt (siehe auch Abschnitt „Funktionsweise“), so dass wegen destruktiver Interferenz die Intensität des reflektierten Lichts abnimmt. Zusätzlich wird bei den Pits ein Teil des Lichtes an dessen Kanten weggestreut. Die Fotodioden registrieren also auf den Pits eine reduzierte Helligkeit. Da die CDs von der Oberseite gepresst werden, sind die Pits (Vertiefungen) von der Unterseite her als Hügel zu erkennen.

Durch eine spezielle Lichtführung auf die Fotodioden, beispielsweise durch einen Astigmaten auf eine quadratische Anordnung von vier Fotodioden, können durch Differenzbildung der Signale unterschiedlicher Fotodioden neben dem Nutzsignal (Summe aller Signale) auch Stellgrößen für die Spurführung und den Fokus (richtigen Abstand zwischen CD und Leseoptik) ermittelt werden.

Die Optik mit dem Laser bewegt sich beim Abspielen vom ersten zum letzten Track – im Gegensatz zur Schallplatte – von innen nach außen. Außerdem hat die CD keine feste Winkelgeschwindigkeit (Umdrehungszahl); diese wird der momentanen Position des Lesekopfs angepasst, so dass die Bahngeschwindigkeit (CLV) und nicht, wie bei der Schallplatte, die Winkelgeschwindigkeit (CAV) konstant ist. Wenn der Lesekopf weiter außen auf der CD liest, wird die CD also langsamer gedreht. Auf diese Weise kann überall auf der CD mit voller Aufzeichnungsdichte gearbeitet werden, und es ist ein konstanter Datenstrom gewährleistet, wie er bei Audio-CDs benötigt wird. Im Red Book sind zwei verschiedene Geschwindigkeiten festgelegt, 1,2 m/s und 1,4 m/s. Somit sind entsprechend Spielzeiten von 74:41 Min. bzw. 64:01 Min., unter maximaler Ausnutzung aller Toleranzen 80:29 Min., möglich. Das entspricht einer Umdrehungsgeschwindigkeit von über 500 min−1 am Anfang der CD (innere Spuren bei 1,4 m/s) bis unter 200 min−1 am Außenrand der CD bei 1,2 m/s. Die Umdrehungsgeschwindigkeit wird durch einen Regelkreis anhand des Füllstandes eines FIFO-Puffers geregelt. Daher muss keine Umschaltung (weder manuell noch automatisch) je nach benutzter Linear-Geschwindigkeit erfolgen. Durch den genannten Puffer wirken sich Schwankungen der Drehzahl nicht auf die Wiedergabegeschwindigkeit aus.

Viele moderne CD-ROM-Laufwerke, ab etwa 32-facher Lesegeschwindigkeit, lesen Daten-CDs hingegen mit konstanter Umdrehungsgeschwindigkeit, um das zeitraubende Beschleunigen und Abbremsen der CD beim Hin- und Herspringen der Leseposition (aufgrund des notwendigen wahlfreien Zugriffs) zu vermeiden. Dadurch hängt bei Daten-CDs die Datenrate von der Position des Lesekopfes, also letztlich der Position auf der CD, ab. Die auf der Verpackung angegebene Geschwindigkeit ist üblicherweise die maximale, nicht die durchschnittliche.

Durch die mechanische Festigkeit der CD sind der Steigerung der Lesegeschwindigkeit durch Erhöhung der Umdrehungsgeschwindigkeit Grenzen gesetzt. Sogenannte „52-fach“-Laufwerke drehen die CD mit bis zu 10.000 min−1. Bei diesen Drehzahlen führen selbst kleinste Unwuchten der CD zu starken Vibrationen, die einerseits deutlich hörbar sind und zum anderen auf Dauer sowohl Laufwerk als auch Medium beschädigen können.

Datenkodierung

Augendiagramm des Signals des optischen Abtasters; die Eigen­schaft der Kodierung, dass Pit und Land mindestens je die dreifache Länge einer Bit­dauer (ca. 232 ns) haben, führt dazu, dass im Augen­diagramm erst ca. 696 ns nach dem Trigger­zeitpunkt (am linken Bild­schirm­rand) der frühest­mögliche Null­durchgang erfolgt. Zusammen mit der hier benutzten Trig­gerung auf lediglich die steigende Signalflanke führt dies dazu, dass die ersten „Augen“ erst nach dem dritten Kästchen zu erkennen sind.

Zur Aufzeichnung der Nutzdaten auf der CD müssen diese mit einer passenden Kanalkodierung (genauer: Leitungskodierung) kodiert werden, die den Eigenheiten des Speichermediums (hier also der optischen Abtastung und der Form und Größe der Pits) Rechnung tragen muss. Bei der CD ist das die sogenannte Eight-to-Fourteen-Modulation (EFM). Wenn sich die CD mit der richtigen Geschwindigkeit dreht, kommen die Daten vom optischen Abtaster mit einer Datenrate von gut 4,3 Mbit/s,[3] entsprechend einer Bitdauer von ca. 231 ns. Die EFM stellt sicher, dass sich alle drei bis elf Bitdauern die Polarität des ausgelesenen Signals ändert, dass also nach einer 1 zwei bis zehn 0 folgen. Das geschieht, wenn der Laser in der Spur einen Übergang von einer Vertiefung (pit) zu einem Abschnitt ohne Vertiefung (land) passiert oder umgekehrt.
Der Hintergrund ist folgender: Die Abschnitte mit Vertiefungen bzw. ohne Vertiefungen müssen lang genug sein, damit der Laser die Veränderung erkennen kann. Würde man ein Bitmuster direkt auf den Datenträger schreiben, würden bei einem alternierenden Signal (1010101010101010…) falsche Werte ausgelesen, da der Laser den Übergang von 1 nach 0 beziehungsweise von 0 nach 1 nicht verlässlich auslesen könnte bzw. diese Übergänge gar nicht erst in der notwendigen Feinheit in Kunststoff ‚gepresst‘ werden könnten. Somit ermöglicht die EFM die hohe Datenrate. Das klingt zunächst widersprüchlich, da sie das Signal von acht auf 14 Bit aufbläht, also rechnerisch die Datenmenge erhöht. Hinzu kommen noch weitere drei Füllbits, die so gewählt werden, dass die oben erwähnte Forderung, dass sich alle drei bis elf Bitdauern die Polarität ändert, auch zwischen den 14-Bit-Symbolen erfüllt wird. Aber durch diese Modulation kann die Datenrate so hoch gewählt werden, dass unmodulierte Daten gar nicht mehr in pits und land aufgelöst werden könnten; ein pit kann nicht kürzer sein als seine Breite (600 nm), trotzdem kann die Länge auch in Bruchteilen der eigenen Breite (ca. 278 nm bei 1,2 m/s) variieren – diese Tatsache wird durch die Kodierung ausgenutzt. Sie ist mithin eine Designentscheidung, die (unter anderen) für die Spieldauer verantwortlich ist. Weiterhin wird durch die Kodierung dafür gesorgt, dass das Signal der Fotodioden keinen Gleichanteil enthält; dadurch wird die Signalverarbeitung wesentlich vereinfacht.

Fehlerkorrektur und Fehlerverdeckung

Damit sich Kratzer und Produktionsfehler nicht negativ auf die Lesbarkeit der Daten auswirken, sind die Daten mittels Reed-Solomon-Fehlerkorrektur gesichert, so dass Bitfehler erkannt und korrigiert werden können. Weiterhin sind aufeinanderfolgende Datenbytes per Interleaving auf eine größere Länge verteilt. Der Cross Interleaved Reed-Solomon-Code (CIRC) ist dadurch in der Lage, einen Fehler von bis zu 3500 Bit (das entspricht einer Spurlänge von etwa 2,4 mm) zu korrigieren und Fehler von bis zu 12000 Bit (etwa 8,5 mm Spurlänge) bei der Audio-CD zu verdecken. Bei der Verdeckung wird der Fehler nicht korrigiert, sondern es wird versucht, ihn unhörbar zu machen, zum Beispiel über eine Interpolation. Falls der Datenträger von der Unterseite sehr stark verkratzt ist, ist er nur eingeschränkt oder nicht mehr lesbar.

Im Laufe der Zeit können sich CDs zersetzen. Trotz der starken Zersetzung waren hier noch zwei Minuten abspielbar.

Man unterscheidet zwischen C1- und C2-Fehlern. C1-Fehler geben singuläre Einzelfehler an (beispielsweise kleine Kratzer), C2 größere Blockfehler, welche von der ersten Korrekturstufe nicht mehr korrigiert werden konnten.[4][5] Die Fehler vom Typ C1 können nur von wenigen Laufwerken gemeldet werden, zum Beispiel von auf Plextor oder Lite-On basierenden mit spezieller Software (Cdrtools, Plextools, k-probe).[6][7] C2-Fehler können von den meisten Laufwerken bestimmt werden, und es gibt Software für sogenannte C2-Scans, zum Beispiel readcd, Nero CD-Speed oder CD-Doctor.

Informationen, die sich aus C1- oder C2-Fehlern ableiten lassen, geben Auskunft über den Zustand der optischen Datenträger (beeinflusst durch Alterung, Kratzer etc.), über die prinzipielle Lese- oder Brennqualität eines optischen Laufwerks in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit (beispielsweise über eine C2-Statistik vieler Medien) und über die Qualität von frisch gebrannten Medien für eine langfristige Datenspeicherung (große C1-/C2-Werte nach dem Brennen weisen auf eine nur begrenzte langfristige Datensicherheit hin). Ein Problem ist, dass sich die Fehlerursachen nur schwer oder gar nicht trennen lassen. So kann beispielsweise ein Rohlingstyp, der mit einem spezifischen Brenner schlechte Werte erzielt, mit einem anderen Brenner-Typ trotzdem gute Ergebnisse erreichen. Außerdem lassen sich die C2-Informationen verwenden, um beim Übertragen von Audiomaterial auf einen Computer auf die Güte zu schließen, mit der Audiodaten von CD ausgelesen wurden. Dadurch können kritische Stellen ggf. erneut gelesen werden bzw. andersherum das erneute Lesen auf die kritischen Stellen eingeschränkt werden.

Bei der Interpretation für Medien gilt, dass neue CDs maximal 250 C1-Fehler pro Sekunde und keine C2-Fehler aufweisen sollten. Ein häufiges Auftreten von C2-Fehlern kann ein Indikator für eine fortschreitende Alterung des Mediums darstellen. Zur Datensicherung empfiehlt sich ein Umkopieren auf ein neues Medium. Eine solche Datensicherung sollte auch sofort nach dem Kauf von Medien erfolgen, die mit einem ‚Kopierschutz‘-Mechanismus ausgestattet sind („Un-CDs“), da diese meist absichtlich mit weit über 250 C1-Fehlern pro Sekunde produziert werden und daher schon eine geringe Menge sonst harmloser Kratzer solche Medien unlesbar machen kann. Ferner ist die Verwendung eines Reparatursprays oder von Schleif- und Poliergeräten möglich, um eine beschädigte CD oder DVD zu retten. Zufriedenstellende Ergebnisse können jedoch nicht in jedem Fall garantiert werden.

CD-Formate

Physische Formate

Mini-CD
DTS-CDs von „Herr der Ringe“

CDs gibt es in zwei verschiedenen Größen, am weitesten verbreitet ist die Version mit einem Durchmesser von 120 mm und 15 Gramm Gewicht, seltener die Mini-CD mit einem Durchmesser von 80 mm und 30 % der Speicherkapazität bei einem Gewicht von 6,7 Gramm.

Daneben gibt es auch CDs, die eine andere Form als eine runde Scheibe haben. Diese sogenannten Shape-CDs fanden aber aufgrund von Abspielproblemen (Unwucht, kein Einzug in Slot-Laufwerke) nur eine geringe Verbreitung.

Übliche Größen

Typ / Bezeichnung

Durch-
messer
in cm

Anzahl
Sektoren

Speicherkapazität

Daten
2048 Byte/Sektor

Audio
2352 Byte/Sektor

in MB[8]

in MiB[9]

in MB

in MiB

in min

Visitenkarten-CD

?

?

≈ 20–110
≈ 19–105

?
?

5

Mini-CD

8

94.500

≈ 194
≈ 185

≈ 222
≈ 212

23

„540 MB“

?

283.500

≈ 581
≈ 554

≈ 667
≈ 636

63

normale CDs / „650 MB“[10]

12

333.000

≈ 682
≈ 650

≈ 783
≈ 747

74

„700 MB“[11]

12

360.000

≈ 737
≈ 703

≈ 847
≈ 807

80

„800 MB“[12]

12

405.000

≈ 829
≈ 791

≈ 953
≈ 908

90

„900 MB“

12

445.500

≈ 912
≈ 870

≈ 1.048
≈ 999

99

Die Format-Spezifikationen der Audio-CD (kurz CD-DA), bekannt als „Red Book“-Standard, wurde von dem niederländischen Elektronikunternehmen Philips entworfen. Philips besitzt auch das Recht der Lizenzierung des „Compact Disc Digital Audio“-Logos. Die Musikinformationen werden in 16-Bit-Stereo (Quantisierung mit 216 = 65.536 Stufen) und einer Abtastrate von 44,1 Kilohertz gespeichert.

Die Spezifikationen der CD-ROM sind im „Yellow Book“-Standard festgelegt. Ein plattformübergreifendes Dateisystem der CD-ROM wurde von der ISO im Standard ISO 9660 festgeschrieben. Sein Nachfolger lautet UDF.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Audio-CD-Inhalte und CD-ROM-Inhalte auf einer Scheibe zu kombinieren. Die einfachste Möglichkeit ist, einen Datentrack mit dem CD-ROM-Inhalt als ersten Track auf die CD zu bringen (Mixed Mode CD, von einigen Herstellern auch Enhanced CD genannt). Dem inzwischen praktisch nichtigen Vorteil, dass der CD-ROM-Teil auch in ausschließlich Single-Session-fähigen CD-ROM-Laufwerken gelesen werden kann, steht der vergleichsweise große Nachteil der Sichtbarkeit dieses Datentracks für normale Audio-CD-Spieler entgegen, insbesondere da manche ältere CD-Spieler die CD-ROM-Daten fälschlich als Audio-Daten interpretieren. Die unbeabsichtigte Wiedergabe der Nicht-Audio-Daten führt im Ergebnis je nach Lautstärke zu ohrenbetäubendem und die Lautsprecher gefährdenden Krach.

Als Weiterentwicklung wurde der Datentrack mit einer Index-Position von 0 versehen, wodurch dieser nicht ohne Weiteres vom CD-Spieler angefahren wird (i-Trax). Das Audiomaterial beginnt, wie bei einfachen Audio-CDs, an Index-Position 1 von Track 1. (Problematisch für die Abspielkompatibilität könnte die Tatsache sein, dass innerhalb des Tracks der Modus von CD-ROM Mode 1 auf Audio wechselt.)

Inzwischen werden zu diesem Zwecke praktisch ausschließlich Multisession-CDs benutzt – die Audio-Daten liegen in der ersten Session, während die CD-ROM-Daten in einer zweiten Session enthalten sind, die nicht von Audio-CD-Spielern gelesen wird (CD-Extra, CD-Plus). Natürlich wird für den CD-ROM-Teil ein multisessionfähiges CD-ROM-Laufwerk benötigt.

Eine Mischform ist die CD+G (CD+Graphics). Diese CD stellt zeitgleich zur Musik grafische Daten, wie beispielsweise den Liedtext, auf einem Bildschirm dar. Häufigste Anwendung dieses Formats ist Karaoke. In einem normalen CD-Spieler ist die CD+G als normale Audio-CD abspielbar. Auf speziellen Geräten (in jüngerer Zeit auch auf einigen DVD-Spielern) ist zur Musik auch die Grafik auf dem Bildschirm sichtbar. Die zusätzlichen Daten sind im Subcode der CD gespeichert, d. h., sie sind im Gegensatz zum Inhalt von Datentracks nicht ohne weiteres für ein Betriebssystem sichtbar.

Deutlich häufiger anzutreffen sind dagegen CDs mit CD-Text. Dabei werden im Subcode der CD (meistens im Lead-in) zusätzliche Informationen gespeichert, beispielsweise Titel und Künstler. Diese Informationen werden dann von geeigneten Geräten während des Abspielens der CD angezeigt.

Weitere CD-Formate sind:

CD-i
CDTV
Kodak Photo CD
Kodak Picture CD
Fujicolor CD
ImageCD
Video-CD

Daneben gibt es noch sogenannte HDCD-CDs. Diese sind mit echten 20-Bit-Musik-Information kodiert (anstatt mit 16) und sollen in Verbindung mit entsprechenden CD-Playern besser klingen. HDCD-CDs sind vollständig kompatibel mit „normalen“ CD-Spielern.

Weiterentwicklungen der CD sind die DVD-Audio und die Super Audio Compact Disc (SACD). DVD-Medien bieten wesentlich größere Speicherkapazitäten von 4,7 (eine Schicht) bis 8,5 Gigabyte (zwei Schichten). Der Hauptvorteil ist dabei nicht eine längere Spielzeit, sondern dass die Audiodaten im 5.1-Soundformat vorliegen. Während die Super-Audio-CD und DVD Audio ausschließlich für Audiodaten verwendet werden, sind bei der DVD verschiedene Datenarten möglich (DVD Data, DVD-Video, DVD-Audio, DVD-ROM, DVD+/-R(W)). Allerdings hat sich die DVD im Audiobereich nicht durchgesetzt.

Eine von Sony weiterentwickelte Variante der CD war die Double Density Compact Disc (DDCD). Die Speicherkapazität beträgt das Doppelte der Speicherkapazität der 640-MB-CD. Sie war in zwei Varianten erhältlich (eine beschreibbare DDCD-R und eine wiederbeschreibbare DDCD-RW), konnte sich jedoch nicht gegen die DVD durchsetzen.

Eine weitere von Sony entwickelte Variante ist die Blu-spec CD, die 2008 im Markt eingeführt wurde.

Das CD-Videoformat ist (im Gegensatz zur Video-CD) keine Compact Disc, sondern eine LV/LD (Bildplatte) mit analogen Videodaten und digitalen Audio-Daten.

Kopierschutz

Die CD-Standards sehen keinen Kopierschutz vor, da zur Zeit ihrer Festlegung Anfang der 1980er Jahre noch nicht absehbar war, dass in näherer Zukunft beschreibbare digitale Speichermedien mit der nötigen Datenkapazität für den Endverbraucher erschwinglich sein würden – das Kopieren wurde also einfach dadurch verhindert, dass es nichts gab, wohin die Daten realistischerweise kopiert werden konnten. Es blieb nur die qualitativ schlechtere und nicht beliebig wiederholbare Analogkopie auf Audiokassetten, die ebenso wie bei Schallplatten in Kauf genommen wurde. Das Aufkommen von CD-Brennern, hochkapazitiven Festplatten, Kompressionsverfahren wie etwa MP3 und Internet-Tauschbörsen in den 1990er Jahren hat diese Situation entscheidend geändert.

Seit dem Jahr 2001 werden in Deutschland auch Medien verkauft, die einen Kopierschutz enthalten, der das digitale Auslesen der Audiodaten (und damit das Kopieren der Daten) verhindern soll. Sie wurden zwar teils ebenfalls als Audio-CD bezeichnet, entsprechen aber nicht den Bestimmungen des Red Book und sind daher in diesem Sinne keine echten Audio-CDs. Diese CDs werden daher auch als „Un-CDs“[13] (Nicht-CDs) bezeichnet.

Der Kopierschutz wird realisiert, indem Fehler oder eine zweite fehlerhafte Session eingebracht werden. Auch Abweichungen vom Red-Book-Standard sind möglich, aber eher selten. Der „Abspielschutz“ ergibt sich daraus, dass die Fehler bewirken sollen, dass sich die Scheiben nicht mehr in dem CD-Laufwerk eines PC abspielen lassen. So soll das Kopieren verhindert werden. Manche CD-Laufwerke und die meisten DVD-Laufwerke lassen sich davon aber nicht beeinflussen und können die Daten trotzdem lesen, wodurch diese Idee des „Kopierschutzes“ letztendlich nutzlos wird.

Stattdessen verursachen die Fehler auf der „kopiergeschützten“ CD Probleme auf zahlreichen normalen Audio-CD-Spielern und vielen Autoradios mit integrierter CD-Einheit. Diese können diese Medien entweder gar nicht oder nur teilweise abspielen, teilweise entstehen sogar ernsthafte Hardware-Defekte, etwa wenn die Firmware des CD-Spielers abstürzt und sich das Medium nicht mehr auswerfen lässt. Außerdem leiden oft die Tonqualität und die Lebensdauer des Abspielgerätes unter dem Kopierschutz.

Seit dem 1. November 2003 sind die Hersteller in Deutschland durch § 95d UrhG gesetzlich verpflichtet, kopiergeschützte Medien als solche zu kennzeichnen. Solchen Kennzeichnungen ist jedoch kaum zu entnehmen, welche Probleme im Einzelfall mit Autoradios, MP3-CD-Spielern, DVD-Spielern und anderen Geräten auftreten können.

Da der Kopierschutz in der Praxis kaum wirksam ist, immer wieder zu Problemen beim Abspielen führt und auch eine teilweise Kaufzurückhaltung zur Folge hatte, haben ab ca. 2009 immer mehr Labels das Konzept „kopiergeschützte CD“ wieder aufgegeben. Zunehmend werden wieder gewöhnliche, ungeschützte CDs nach dem Red Book veröffentlicht, zumal sich so außerdem Lizenzgebühren für den Kopierschutz einsparen lassen.

Herstellerangaben und Produktionsstätten

Rückseite einer handelsüblichen Compact Disc[14] mit verschiedenen Identifizierungs-merkmalen
1 = Label (hier EMI)
2 = CD-Presswerk (hier Uden)
3 = Katalog-Nr. (hier 8937272)
4 = IFPI-Kennung (hier L047)
5 = Ländercode (hier NL für Niederlande)

Die meisten CDs sind auf dem Innenring der Abtastseite mit Angaben zum Hersteller, dem Produktionsland (zum Beispiel Made in Germany by EDC, Made in France by PDO oder Mastered by DADC Austria) und weiteren Kennungen (zum Beispiel Katalog-Nr., IFPI-Kennung, Source Identification Code (SID)) versehen. Diese Identifizierungsmerkmale befinden sich i. d. R. auf einem etwa 5 mm breiten Kreis (dem Spiegel) und sind mit dem bloßen Auge nur schwer zu erkennen.

Gerade für Sammler von CDs sind solche Hinweise teilweise sehr wichtig, da man daran zum einen die legal hergestellte CD von einer Schwarzkopie unterscheiden und zum anderen „Sonderpressungen“ erkennen kann. Oft werden CDs eines Interpreten mit gleichem Inhalt in verschiedenen Ländern produziert. Die Auflagen können unterschiedlich hoch und dementsprechend wertvoll für Sammler und Fans sein.

Beschreibbare CDs

Datenschicht eines Rohlings

Beschreibbare CDs gibt es in einer einmal beschreibbaren Variante (CD-R: CD recordable) und in einer mehrfach wiederbeschreibbaren Variante (CD-RW: CD rewritable). Während die Reflexionseigenschaften einer CD-R denen einer normalen CD nahezu gleichen und diese somit auch in älteren CD-Laufwerken gelesen werden können sollte, ist das Lesekopf-Ausgangssignal einer CD-RW weitaus schwächer, so dass diese Medien nur von entsprechend ausgestatteten (neueren) Laufwerken bzw. Spielern gelesen werden können.

Zum Beschreiben einer CD kann kein gewöhnlicher CD-Spieler benutzt werden. Es ist ein sogenannter ‚CD-Brenner‘ (bzw. ein CD-Rekorder) notwendig. CD-Brenner können CDs nicht nur beschreiben, sondern auch lesen. Daher sind reine CD-ROM-Lesegeräte für Computer inzwischen praktisch vom Markt verschwunden.

Das ISO-9660-Dateiformat einer CD-ROM gestattet keine nachträglichen Änderungen. Außerdem können beschreibbare CDs – im Gegensatz zu Festplatten – nicht blockweise beschrieben werden. Deshalb muss erst ein Speicherabbild angelegt werden, das eine exakte Kopie der auf die CD zu brennenden Daten enthält. Dieses Abbild kann dann (als eine Spur) in einem Durchgang auf die CD „gebrannt“ werden. Dafür sind spezielle CD-Brennprogramme nötig. Aktuelle Brennprogramme beherrschen das Erstellen des Abbildes „on-the-fly“, das heißt, das ISO-Abbild wird während des Schreibens erzeugt.

Allerdings kann man, solange die CD nicht abgeschlossen („finalisiert“) wurde, mit einem weiteren Schreibvorgang nachträglich in einem weiteren Track (das heißt normalerweise in einer weiteren Session) der CD ein neues Dateisystem erzeugen. Die Verzeichnisse dieses neuen Dateisystems können auch auf Dateien in den älteren Tracks referenzieren. Da beim normalen Betrieb immer das Dateisystem des letzten Tracks benutzt wird, ist es so möglich, Dateien hinzuzufügen, umzubenennen, zu „löschen“ und zu „überschreiben“. Natürlich kann der belegte Platz nicht erneut benutzt werden. Mit spezieller Software (zum Beispiel IsoBuster unter Windows oder ISO Master unter Linux) kann auch auf die älteren Dateisysteme zugegriffen werden, das heißt, die „gelöschten“ Dateien bzw. die älteren Versionen ‚überschriebener‘ Dateien sind damit noch erreichbar (Multisession-CD).

Alternativ können die Dateisysteme in den Tracks einer CD (analog zu Partitionen einer Festplatte) als unterschiedliche virtuelle Laufwerke betrachtet werden (Multivolume-CD). Dieses Verfahren wurde zum Beispiel beim klassischen Mac OS in den Versionen 8 und 9 eingesetzt, ist jedoch sonst kaum verbreitet.

CD-RWs können theoretisch blockweise beschrieben werden. Das muss auch vom CD-Brenner unterstützt werden. Da das auf CD-ROMs verwendete ISO-9660-Dateiformat keine nachträglichen Änderungen an Dateien unterstützt, wurde dafür ein eigenes Dateisystem namens UDF eingeführt, das auch auf DVDs verwendet wird. Dieses Format erlaubt es, wie zum Beispiel bei einer Diskette, direkt Dateien auf der CD zu speichern.

Labelaufdruck

Mit LightScribe beschriftete CD

Für den Labelaufdruck bei der CD stehen, ebenso wie bei der DVD, verschiedene Drucktechniken zur Auswahl:

Siebdruck: Im Siebdruck sind bis zu sechs Labelfarben möglich, es können Schmuckfarben (HKS oder Pantone) gewählt werden. Siebdruck ist derzeit die gängigste Variante, um CDs oder DVDs zu bedrucken, wird aber mehr und mehr vom Offsetdruck verdrängt. Siebdruck ist geeignet für gepresste CDs und DVDs, auch Rohlingsbedruckung ist möglich. Beim Siebdruck sind die Farben sehr brillant.
Trockenoffsetdruck: Im Trockenoffset sind vier Labelfarben möglich (CMYK), kombiniert mit Siebdruck bis zu sechs (CMYK im Offset, zusätzlich weiß Vollfläche und eine Schmuckfarbe im Siebdruck). Auf Grund der höheren Auflösung verglichen mit Siebdruck ist Offsetdruck ideal für fotorealistische Darstellungen. Seit Anfang 2004 ist Offsetdruck nicht nur für gepresste CDs und DVDs, sondern auch für CD-Rohlinge und DVD-Rohlinge möglich.
Thermotransferdruck: Bei diesem Druckverfahren wird mit einem speziellen Drucker Farbe von einem speziellen Farbband durch punktuelles Erhitzen mit einem Druckkopf auf die CD oder DVD übertragen. Technisch bedingt ist dieses Druckverfahren eher für Schriften und Logos geeignet. In der Praxis wird es bei kleinen Auflagen (selbst gebrannte CDs und DVDs) angewendet.
Thermoretransferdruck: Der Thermoretransferdruck ist die Weiterentwicklung des Thermotransferdrucks. Das Labelmotiv wird im Thermotransfer-Druckverfahren auf ein Übertragungsband gedruckt und davon dann eine Folie auf die CD aufgebracht. Durch diese Technik ist eine bessere Auflösung möglich. So kann bereits bei Kleinauflagen ein fotorealistischer Druck erreicht werden.
Tintenstrahldruck: Einige Hersteller bieten Rohlinge mit papierähnlich beschichteter Oberfläche an. Derartige Rohlinge, die meistens mit „printable“ o. ä. bezeichnet werden, können in geeigneten Tintenstrahldruckern mit recht ansehnlichen Ergebnissen vollfarbig bedruckt werden. Fotorealistische Bildwiedergabe ist die Regel.
LightScribe-Verfahren: Bei diesem Verfahren brennt der Laser eines LightScribe-fähigen CD-Brenners auf die Vorderseite entsprechender Rohlinge eine beliebige Graustufengrafik, die mittels entsprechender Software entworfen und an den Brenner übertragen wird. Der Brennvorgang dauert etwa 15 Minuten. Neuerdings sind auch farbige Rohlinge vorhanden.
Labelflash: Alternative DVD-Beschriftungsmethode
DiscT@2: CD-R-Beschriftungsmethode

Umweltschutz

Die Compact Disc besteht hauptsächlich aus dem wertvollen Kunststoff Polycarbonat. Ein sortenreines Recycling lohnt sich zwar nicht für die Herstellung neuer Compact Discs, jedoch kann der sehr hochwertige Rohstoff in der Medizin, der PC- und der Autoindustrie verwendet werden. Verschiedene Firmen bieten Sammelsysteme an. Dabei werden Sammelbehälter kostenlos bereitgestellt.[15][16] Sammelstellen (zum Beispiel Betriebe oder Kommunen) haben somit keinerlei Risiko, sondern müssen nur eine entsprechende Fläche für den Sammelbehälter vorhalten. Die Deutsche Telekom nimmt eigene CDs in ihren Shops zurück, AOL-CDs können unfrei an AOL gesendet werden.[17]

Vernichtung der Daten

Da eine CD auch vertrauliche Daten enthalten kann, muss es sichere Verfahren geben, um diese Daten vor der Entsorgung unleserlich zu machen, sei es, weil die Daten nicht mehr benötigt werden oder weil sie gelöscht werden müssen.

Ineffektive Verfahren

Bemalen ist praktisch wirkungslos, selbst mit wasserfesten Filzstiften wie einem Edding, da die Spurrillen beim Bemalen erhalten bleiben und nur gering beschädigt werden. Mit speziellen Reinigungsmitteln kann die Farbschicht entfernt werden, dabei werden die Spurrillen nur geringfügig beschädigt. Festes Aufdrücken mit einem Bunt-, Bleistift oder Kugelschreiber kann aber die Datenschicht teilweise beschädigen.
Zerkratzen auf der Unterseite ist, wenn die Kratzer nicht sehr tief sind, nahezu wirkungslos. Selbst bei vielen und tiefen Kratzern können mit Spezialprogrammen und -werkzeugen oft beachtliche Teile der Daten wiederhergestellt werden. Zerkratzen auf der Oberseite hilft, aber auch dort können nicht zerkratzte Teilbereiche mit speziellen Verfahren noch gelesen werden.
Zerschneiden ist ebenfalls recht wirkungslos, da die großen Stücke recht gut ausgewertet werden können, dies wird aber umso schwieriger, je kleiner die Stücke sind.

Effektive Verfahren

CD-Brenner – Seit einiger Zeit bieten diverse Hersteller von CD-Brennern auch Zusatzfunktionen (Smart-Erase) in den Laufwerken an, mit denen ein bereits beschriebenes CD-R-Medium erneut „überbrannt“ werden kann, um die darauf gespeicherten Daten endgültig zu vernichten. Das funktioniert nicht mit gepressten CDs.
Zerbrechen (evtl. mit Hammer) ist eine relativ sichere Methode, wobei die Sicherheit umso höher ist, je kleiner die Teile sind. Es besteht aber Verletzungsgefahr für Hände und Augen durch umherfliegende scharfkantige Polycarbonatsplitter, weshalb man eine Schutzbrille tragen und die CD in einen Umschlag oder Beutel stecken sollte.
Zerschneiden oder Schreddern – für extrem sensible Daten existieren spezielle CD-Schredder, die CDs und andere optische Datenträger in so kleine Stücke häckseln, dass die Datenträger als zuverlässig vernichtet gelten können, wobei die Recyclingfähigkeit des Datenträgers erhalten bleibt.[18] Auch manche herkömmliche Papierschredder können CDs zerkleinern. Die Tauglichkeit eines bestimmten Modells für diesen Zweck ist der Gebrauchsanweisung zu entnehmen.
Reiben – Man reibt die Labelseite der CD solange an einer rauen Fläche (z. B. einer Raspel, einem Ziegelstein o. Ä.), bis die CD vollständig durchsichtig und dadurch unbrauchbar ist.
Mikrowellenherd oder Verbrennen – funktioniert sowohl bei gepressten als auch bei selbstgebrannten CDs. Dabei wird die Metallschicht aufgrund der Hitzeentwicklung durch die elektromagnetischen Wellen bzw. des Feuers zerstört. Dieses Verfahren ist im Grunde sehr effektiv und im Notfall durchaus geeignet, allerdings entstehen dabei gesundheitsschädliche Dämpfe. Darüber hinaus besteht die Gefahr eines Brandes.[19]
Verätzen – Dabei wird die CD in eine starke Säure oder Base gelegt. Der Vorteil ist, dass die Datenschicht praktisch unlesbar wird, und eine Wiederherstellung der CD als extrem aufwendig gilt und nur in Bruchstücken möglich wäre. Allerdings sind das Material (Säure/Base und spezielles Gefäß sowie Werkzeug) und das Verfahren kostenintensiv und bedürfen Sicherheitsvorkehrungen wie Augenschutz und Abzug.

Die oben beschriebenen mechanischen und thermischen Verfahren sind unter gesundheitlichen Gesichtspunkten nur eingeschränkt empfehlenswert, da durch eine derartige Behandlung der Datenträger Chemikalien der Beschichtung zum Teil als sehr kleine Partikel in die Umgebungsluft abgegeben werden. Unter diesem Gesichtspunkt ist Smart-Erase das einzige unbedenkliche Verfahren.

Siehe auch

Vergleich optischer Datenträger – Vergleich von CD, DVD, HD-DVD und Blu-Ray-Disc
Liste von Audio-Fachbegriffen

Literatur

Hartmut Gieselmann: Gegen das Vergessen. US-Forscher prüfen Lebensdauer von [beschreibbaren] CDs und DVDs. In: c’t, 1/2005, Heise-Verlag, S. 44
Jürgen Karl Lang: Das Compact Disc Digital Audio System: ein Beispiel für die Entwicklung hochtechnologischer Konsumelektronik. Hochschulbibliothek der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen 2012, ISBN 3-00-001052-1 DNB 1020294728 (Dissertation RWTH Aachen, Lehrstuhl für Geschichte der Technik, 1996, 306 Seiten online PDF, kostenfrei, 153 (Doppel-)Seiten, 20’600 kB).
Rolf Müller: Musik und Technik. Die Gitarre und die silberne Scheibe. nova giulianiad, 1/83, ISSN 0254-9565, S. 54 ff.
Ken C. Pohlmann: Compact-Disc-Handbuch: Grundlagen des digitalen Audio, technischer Aufbau von CD-Playern, CD-Rom, CD-I, Photo-CD (Originaltitel: The Compact Disc Handbook, übersetzt von Martin Schaefer) IWT, Vaterstetten 1994, ISBN 3-88322-500-2.
Kees A. Schouhamer Immink: The Compact Disc Story. Journal of the Audio Engineering Society, 46(5), S. 458–465, Mai 1998[20]

Weblinks

 Wiktionary: CD – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Compact Disc – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Aufbau und Grundlagen, Fehlerkorrektur, Reinigung, Reparatur
Zur Datenvernichtung
Sammelstellen für Blueboxx GmbH
Analyse, Datenrettung und Archivierung von CDs auf Kanalcode-Ebene
Die Geschichte der CD
Wann ist die CD wirklich geboren? Eine lange Geschichte.

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Mehr Informationen zur gesprochenen Wikipedia

Dieser Artikel wurde am 23. Juli 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.

Einzelnachweise

Definition of: CD. In: PC Magazine bzw. PCMag.com Encyclopedia. Ziff Davis, abgerufen am 13. Dezember 2017 (englisch): „(A Note on Terminology) In the early 1990s when CD-ROMs first became popular, “CD” meant music, and “CD-ROM” meant data. Today, “CD” refers to both audio CDs and data CD-ROMs, which also include CD-R and CD-RW media.“ 

↑ John A Cope: The physics of the compact disc. In: Phys. Educ. 28. 1993, S. 16, abgerufen am 16. November 2017 (PDF, englisch). 

↑ Samuel M. Goldwasser: Notes on the Troubleshooting and Repair of Compact Disc Players and CDROM Drives (Version 4.13). The CD player ‘eye’ pattern. 15. April 2014, abgerufen am 20. November 2017. 

↑ http://www.muenster.de/~asshoff/physik/cd/cdplayer.htm

Testing C2 information. In: cdrinfo.com. 13. Januar 2003, abgerufen am 21. Januar 2018 (englisch). 

Womit C1/C2 Fehlerscans ausführen? (Nicht mehr online verfügbar.) In: Gleitz Forum. 9. Februar 2005, ehemals im Original; abgerufen am 21. Januar 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/forum.gleitz.info (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. 

What is k-probe? In: k-probe.com. 2007, abgerufen am 21. Januar 2018 (englisch). 

↑ Dezimalpräfix (1 kB = 1.000 Byte)

↑ Dualpräfix (1 KiB = 1.024 Byte)

↑ erste handelsübliche (Normal-)Größe für den Endkunden oder Konsumenten (in Deutschland)

↑ zweite handelsübliche (Normal-)Größe (zweite Generation), quasi mit erster Überlänge

↑ dritte handelsübliche (Normal-)Größe (dritte Generation), quasi mit zweiter oder doppelter Überlänge

↑ Sven Hansen: Un-CD-Bändiger – Abspielprobleme beseitigen mit unCDcopy c’t 08/04

↑ Mike Lehmann, Kannste abhaken, CD-Single, Katalog-Nr. 7243 8 93727 2 4, LC 3098, (P) 1996 Turbo Beat Music GmbH, © 1996 Virgin Schallplatten GmbH

↑ Website der Firma Remedia

↑ Website der Firma Blueboxx

↑ Information des Umweltbundesamts über CD/DVD-Wiederverwertung (mit Adressen) (Memento vom 16. Juli 2006 im Internet Archive)

↑ Beschreibung des Recycling-Verfahrens für CD-Schreddergut der Firma Remedia. (Memento des Originals vom 27. Dezember 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.remedia.de

↑ Webseite der ZENDAS (Zentrale Datenschutzstelle der baden-württembergischen Universitäten) zu nicht empfehlenswerten Verfahren zur Datenzerstörung auf CDs und DVDs

↑ The Compact Disc Story (PDF; 160 KiB)

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4522869-3 (AKS) | LCCN: sh86000125

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Solarmodul von BP an einer Autobahnbrücke

Solartechnik ist die Nutzbarmachung der solaren Einstrahlung der Sonne mittels technischer Hilfsmittel und Einrichtungen.

Die Sonnenstrahlung kann in Wärme (z. B. Prozesswärme) oder auch in elektrische Energie umgewandelt werden. Dabei kann die Primärenergiequelle „Sonne“ kostenlos genutzt werden. Es fallen nur Kosten für die Installation und den Unterhalt der Anlagen an. Mit dem stetigen technischen Fortschritt wird die Solartechnik heutzutage sowohl in ihren Eigenschaften, als auch kostenseitig immer effektiver, so dass sie in immer mehr Bereichen Einsatz findet und mit den zuvor genutzten Technologien konkurrieren kann. Dabei profitiert sie auch von steigenden Kosten bei nicht regenerativen Energieträgern.

Da das Energieangebot der Sonne tages- und jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt, ist die Speicherung der Energie ein unverzichtbarer Bestandteil der Solartechnik.

Dezentrale Solarenergienutzung

Photovoltaik: Umwandlung der Strahlungsenergie der Sonne (Solarenergie) in elektrische Energie (Solarstrom) mit Solarzellen
Solarthermie: Umwandlung der Strahlungsenergie der Sonne (Solarenergie) durch Erwärmung von Wasser oder anderen Wärmeträgern (Solarkollektoren)
Solararchitektur: gezielte bautechnische Nutzung der Sonnenenergie zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden (Wintergärten, Passivhäuser, Carports)
Gewächshaus, Frühbeet, Folientunnel: Verstärkung der Sonnenwärme in der Gärtnerei
Solarkocher: Kochen mit Sonnenlicht
Solar-Stirling: Umwandlung der solarthermischen Energie in mechanische Energie unter Benutzung des Stirlingmotors. Solar-Stirling-Anlagen, die einen Generator betreiben, um elektrischen Strom zu produzieren, erreichen einen bis zu 30 % besseren Wirkungsgrad als Photovoltaikanlagen.
Solarthermisches Kraftwerk in der kalifornischen Wüste

Großtechnische Solarenergienutzung

Solarthermische Kraftwerke
Solarthermische Großanlagen zur Fernwärmeeinspeisung, Prozesswärmeerzeugung und Kühlung
Thermikkraftwerke (nur Prototyp)
Freistehende oder auf Fabrikdächern aufgestellte Photovoltaikanlagen

Siehe auch:

Liste solartechnischer Zeitschriften
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4024299-7 (AKS)

Abgerufen von „https://de..org/w/index.php?title=Solartechnik&oldid=175492007“

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: DVD Geschichte und Verbreitung DVD-Formate Geschwindigkeit Technik der DVD Trivia Navigationsmenü aus Neuss

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Dieser Artikel behandelt das Speichermedium. Zu weiteren Bedeutungen siehe DVD (Begriffsklärung).

Speichermedium DVD

DVD-Logo

Allgemeines

Typ

Optisches Speichermedium

Kapazität

4,7 GB[1] (Single Layer),
8,5 GB (Dual Layer)
und mehr

Lebensdauer

ca. 10 Jahre

Größe

ø 12 cm / 8 cm

Gewicht

16 g (unverpackt)

Ursprung

Entwickler

DVD Forum (1995)

Vorgänger

Videokassette, LD, CD

Nachfolger

Blu-ray Disc, HD DVD, VMD

DVD−R, beschreib- und lesbare Seite. Der bereits beschriebene Bereich (innen) ist aufgrund seiner veränderten Reflexionseigenschaften erkennbar.

Die DVD ist ein digitaler, optischer Datenspeicher, der im Aussehen einer CD ähnelt, aber über eine höhere Speicherkapazität verfügt. Das Akronym „DVD“ geht ursprünglich auf die Abkürzung von Digital Video Disc zurück. Heute wird die Abkürzung als Digital Versatile Disc (engl. für digitale vielseitige Scheibe) interpretiert.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte und Verbreitung
2 DVD-Formate

2.1 DVD-Datenstrukturen

2.1.1 Physische Hybrid-DVD

2.2 Beschreibbare DVD-Formate

2.2.1 Formate mit zwei Datenschichten
2.2.2 Klassifikation von beschreibbaren DVDs

3 Geschwindigkeit
4 Technik der DVD

4.1 Lebensdauer
4.2 Speicherkapazität und Zugriffstechnik
4.3 Fehlerkorrektur

4.3.1 Neue Technologien
4.3.2 Datenkodierung
4.3.3 Brenner

4.4 Duplikationsverfahren
4.5 Serienfertigung
4.6 Brennen
4.7 Labelaufdruck / Beschriftung
4.8 Einweg-DVD und DVD-D
4.9 Ecodisc
4.10 DivX und DIVX

5 Trivia
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Weblinks
9 Einzelnachweise

Geschichte und Verbreitung

Mitte der 1990er Jahre konnte sich die Compact-Disc als Massenspeicher-Medium bei Computern durchsetzen. Dadurch wuchsen nicht nur die Anwendungsfelder, sondern auch die Bedürfnisse der Verbraucher und der Unterhaltungsindustrie. Gewünscht wurde ein Medium, mit dem Videos ähnlich komfortabel gehandhabt werden konnten wie Musik- und Sprachaufnahmen mit der CD. Zwar gab es dies bereits als Video-CD (VCD) und Laserdisc (LD), jedoch konnten auf der VCD maximal 74 Minuten (in knapper VHS-Qualität) und auf der LD maximal 128 Minuten Videomaterial (in voller Sendequalität) untergebracht werden. Dies führte bei Spielfilmen dazu, dass die VCD/LD mitten im Film gewechselt/umgedreht werden musste, ähnlich wie früher bei der Kompaktkassette oder der Schallplatte.

Die Unterhaltungsindustrie arbeitete daran, die Speicherkapazität der CD weiter zu erhöhen. Hierbei gab es zwei unterschiedliche Konzepte: Sony und Philips betrieben die Entwicklung der Multimedia-CD (MMCD), Toshiba und Time Warner favorisierten die Super Density CD (SD).

Auf Druck der Filmindustrie, die nicht mehr, wie bei der Markteinführung der Videorekorder, mehrere Standards unterstützen wollte, einigten sich die Konkurrenten in Tokio am 15. September 1995[2] auf einen gemeinsamen Standard. Da die DVD zunächst als reines Speichermedium für Videodaten gedacht war, stand DVD anfangs für „Digital Video Disc“. Dies wurde jedoch geändert, als andere Verwendungsmöglichkeiten abzusehen waren. Als Alternative wurde „Digital Versatile Disc“ (versatile = vielseitig) ins Spiel gebracht, konnte sich aber nicht durchsetzen. Der aktuelle offizielle Standpunkt des DVD-Forums ist, dass DVD einfach drei Buchstaben ohne exakt festgelegte Bedeutung sind.

Ein Jahr später, 1996, kamen die ersten Abspielgeräte und DVD-Medien in den Handel. Zuvor mussten Unstimmigkeiten bezüglich des Verschlüsselungsverfahrens (CSS) ausgeräumt werden. Zudem gelang es der Filmindustrie, mit einem Regionalcode Marktkontrolle zu gewinnen. Mit dem Code soll verhindert werden, dass zum Beispiel eine DVD aus den USA auf einem europäischen Gerät abspielbar ist. Die Filmindustrie fürchtete hier Umsatzeinbußen, da Filme in den USA oft schon auf dem Videomarkt erhältlich sind, während sie in Europa noch gar nicht im Kino gezeigt wurden. Als Vertriebsstrategie der Anbieter ist auch bekannt, dass durch die regionale Beschränkung der Anwendbarkeit in unterschiedlichen Regionen unterschiedliche Preise („Marktpreise“) erzielt werden können.

Sowohl der verwendete Wiedergabeschutz Content Scramble System als auch der Regionalcode sind mittlerweile leicht zu umgehen. Die Industrie reagierte darauf einerseits mit rechtlichen Maßnahmen und andererseits mit dem Druck auf die Hersteller von DVD-Laufwerken, die Abfrage des Regionalcodes gerätetechnisch zu implementieren.

Ende 1996 waren die ersten DVD-Brenner im Handel verfügbar, die Preise lagen jedoch bei ca. 10.000 DM und der Preis eines 3,6-GB-Rohlings lag oberhalb von 100 DM.

Mittlerweile wird die Blu-ray Disc als Nachfolger der DVD beworben, die sich gegen das Konkurrenzformat HD DVD ab März 2008 durchsetzen konnte. Dabei werden durch Abtastung der noch enger gesetzten Pits und Lands mit einem blau-violetten Laserstrahl noch höhere Datenmengen untergebracht. Sie sollen vor allem hoch aufgelöste Videoinhalte speichern, die eine wesentliche höhere Speicherkapazität benötigen, als sie eine DVD bieten kann.

Verkaufte Bildträger in Deutschland

Jahr

in Mio. Stück

in Mio. Euro (Videokaufmarkt)

DVDs

Blu-ray
Discs

HD-
DVDs

VHS-
Kassetten

DVDs

Blu-ray
Discs

VHS-
Kassetten

1999

002,1

39,8

?

?

2000

008,2

35,8

0170

423

2001

018,9

31,7

0407

383

2002

035,5

28,6

0713

327

2003

064,1

20,8

1053

199

2004

090,2

13,0

1323

117

2005

098,7

05,6

1322

044

2006

100,8

02,0

1295

012

2007

103,3

000,37

00,13

00,8

1313

014

004

2008

101,3

01,7

0,5

00,2

1242

048

001

2009

106,6[3]

06,2

0,1

1258

119

001

2010

103,5[4]

12,0

k. A.

1189

193

001

2011

101,1[5]

17,0

1129

267

k. A.

2012[6]

89,4

23,1

1022

343

2013[7]

87,8

29,3

0984

410

2014

76,9

27,9

0889

405

2015

71,5

28,8

0829

418

2016

60,4

26,3

0715

391

2017[8]

53,0

26,2

0610

364

Verkaufszahlen von DVDs in Europa 2013 (Auswahl)

Land

in Mio.

Land

in Mio.

Großbritannien

143,4

Norwegen

7,9

Deutschland

87,8

Dänemark

7,8

Frankreich

60,7

Irland

6,9

Niederlande

13,6

Schweiz

7,1

Italien

16,2

Polen

6,3

Schweden

13,1

Portugal

2,9

Belgien

10,0

Ungarn

4,7

Spanien

8,7

Kroatien

0,6

Quelle: Bundesverband Audiovisuelle Medien e. V.
Quelle: International Video Federation[9]

DVD-Formate

Gepresste DVD (links, hell) und beschreibbare DVD-R (rechts, dunkler)

Die DVD gibt es in drei Varianten betreffs ihrer Beschreibbarkeit:

vom Hersteller gepresste und nicht modifizierbare Datenträger: DVD,
für den Konsumenten einmal beschreibbare DVD-Formate: DVD−R (DL), DVD+R (DL) und
für den Konsumenten mehrmals beschreibbare DVD-Formate: DVD-RAM, DVD−RW, DVD+RW.

Diese gibt es mit verschiedenen Inhalten (DVD-Formate) wie DVD-Video, DVD-Audio, DVD-ROM und Hybrid-Varianten.

Besonders die beschreibbaren Formate und die DVD-RAM lassen sich mit dem bloßen Auge von den gepressten anhand ihrer Datenseite unterscheiden, da diese aufgrund ihrer Legierungen Farben wie etwa Blau, Violett oder Braun aufweisen. Die DVD-RAM hat außerdem charakteristische sichtbare Sektormarken.

DVD-Datenstrukturen

Die DVD wird für folgende drei Verwendungszwecke eingesetzt, für die jeweils eigene DVD-Formate für spezielle Datenstrukturen geschaffen wurden:

DVD-Audio ermöglicht die Wiedergabe von Standbildern und Ton in sehr hoher Qualität mit DVD-Audio-fähigen Abspielgeräten.
DVD-ROM ermöglicht das Lesen von allgemeinen Daten (Computerdaten).
DVD-Video ermöglicht die Wiedergabe von bewegten Bildern und Ton mit DVD-Video-fähigen Abspielgeräten.

Der AUDIO_TS-Ordner spielt bei Audio-DVDs eine zentrale Rolle. Bei der DVD-Video sind jedoch auch die Audiodaten im VIDEO_TS-Ordner zu finden, genauso wie die diversen Sprachversionen, Untertitel, Kapitelinformationen und Sonderfeatures (alle innerhalb sogenannter „VOB-Containerdateien“). Das bei DVDs üblicherweise eingesetzte Kompressionsformat ist MPEG-2, nach dem DVD-Standard ist jedoch auch noch das qualitativ weit unterlegene MPEG-1-Format vorgesehen, das ansonsten vor allem bei Video-CDs Anwendung findet. Der MPEG-2-Videostream (das Videobild) wird bei der Erstellung einer Video-DVD gemeinsam mit dem Audiostream und gegebenenfalls mit anderen Datenblöcken verwoben („gemuxt“, s. Multiplexing) und in einer .VOB-Datei („Video Object“) angelegt, die laut DVD-Standard nie größer als 1 Gigabyte sein darf. Wird diese Datenmenge überschritten, wird in den Programmen zur DVD-Erstellung (DVD Authoring Software) automatisch eine neue .VOB-Datei angelegt. Die .VOB-Datei dient also als „Containerdatei“ aller Programmströme.

Beim Wechsel der Dateien ist der Übergang wegen des in den DVD-Playern integrierten Puffers nicht wahrnehmbar. Beim Abspielen werden abwechselnd Video-, Audio- und gegebenenfalls Steuerungsinformationen ausgelesen, zwischengespeichert und wiedergegeben. Der VIDEO_TS-Ordner enthält außerdem die .IFO-Datei mit der Menüführung und meist mehrere .BUP-Dateien, die jedoch nur als Backup der .IFO-Datei dienen.

Als Tonspuren sind mehrere Formate zugelassen; neben dem datenintensiven – weil unkomprimierten – linearen PCM-Datenstrom gibt es mehrere Komprimierungsverfahren: mp2 (meist 192–256 Kbit/s) in beliebigen Bitraten für Stereoton, Dolby-Digital- oder DTS-Mehrkanalton bis 5.1-Surround (meist 448 Kbit/s). Auch SDDS ist für die DVD spezifiziert, es gibt jedoch für den Heimbereich weder entsprechende Decoder noch DVDs mit SDDS-Tonspur. Ebenso wenig hat sich das Tonformat MPEG-2 Multichannel durchsetzen können.

Insgesamt stehen für den gesamten Datenstrom 10,08 Mbit/s zur Verfügung, für den Audiostrom maximal 6144 Kbit/s. Die Bildqualität der Video-DVD hängt nicht so sehr von der Bandbreite des Video-Streams als vielmehr von der Effizienz der Komprimierung ab. Oft wird mittels MPEG-Encoders in mehreren Durchläufen kodiert, um ein Höchstmaß an Effizienz zu erreichen. Bei MPEG-2 können die Datenströme im VBR-Verfahren komprimiert werden, d. h., dass die Bandbreite an verschiedenen Stellen des Films stark abweichen kann (variable Bitrate).

Die Bitrate hängt dabei von der gerade anfallenden Datenmenge ab, sodass zum Beispiel bei bewegungsarmen Szenen Bandbreite und damit Speicherplatz auf der DVD gespart werden kann. Bei MPEG-2 werden bei aufeinanderfolgenden Bildern in der Regel nur die Unterschiede zum vorausgehenden Bild gespeichert (P- oder B-Frames), um auf der Disc Platz zu sparen. Mehr Informationen dazu im Artikel DVD-Video.

Daten-DVDs (DVD-ROM) sind anders als Video-DVDs keinen Restriktionen unterworfen und können beliebige Ordner und Dateien enthalten. Als Dateisysteme werden entweder die im Computerbereich vorherrschenden Formate ISO 9660 und ISO/Joliet oder UDF verwendet; beide Systeme können innerhalb des UDF Bridge-Formates (ISO 9660 Level 3 Layer) kombiniert werden. Ebenso wie CDs können auch DVDs in mehreren Sessionen (Sitzungen) beschrieben werden (Multiborder, analog zu Multisession bei CDs). Einige ältere Betriebssysteme oder DVD-Player können jedoch nur auf die erste Session zugreifen, weshalb es sich in diesem Fall empfiehlt, die DVD in einem Zug zu beschreiben. Zum Auslesen der restlichen Sessions dienen Zusatzprogramme wie IsoBuster, die auch unter älteren Betriebssystemen laufen.

Physische Hybrid-DVD

Daneben gibt es auch die Hybrid-DVD, die die Eigenschaften einer DVD-Video, DVD-Audio oder DVD-ROM in einer DVD kombiniert. Eine solche Hybrid-DVD enthält Videos, Musik und Computerdaten und präsentiert im DVD-Spieler, DVD-Rekorder oder DVD-Laufwerk des Computers die jeweils abspielbaren Inhalte.

Technisch lässt sich eine Hybrid-DVD sehr einfach realisieren, weil die DVD-Video und DVD-Audio auf der DVD-ROM basieren. Die DVD-ROM speichert alle Inhalte als Dateien nach dem UDF-Dateisystem ab. Für die DVD-Video und DVD-Audio müssen nur zwei weitere Festlegungen vorgenommen werden: Die erlaubten Dateiformate und der Ablageort auf der DVD. Für die Hybrid-DVD ist besonders der Ablageort interessant. Wird eine DVD-Video oder Hybrid-DVD zum Beispiel in einen DVD-Rekorder eingelegt, so sucht dieser die Filmdateien im Unterverzeichnis VIDEO_TS. Nach dem gleichen Schema sucht ein DVD-Player die Audiodaten im Unterverzeichnis AUDIO_TS. Im DVD-Laufwerk eines Computers sind hingegen alle Dateien einer DVD ersichtlich, weil dieser jede DVD als eine DVD-ROM behandelt.

Sony DCR-DVD201E HDV-Camcorder mit direkter Aufzeichnung auf eine 8-cm-DVD

Beschreibbare DVD-Formate

Logo

DVD

Die Bezeichnung DVD tragen alle Scheiben der DVD-Familie.

Am „−“ sind alle DVD-Formate erkennbar, die vom DVD Forum stammen.
Nur bei diesem Format kann Time Search verwendet werden.

+

Am „+“ sind alle DVD-Formate erkennbar, die von der DVD+RW Alliance
stammen und einige Sonderfunktionen im Videobereich unterstützen.

±

Mit einem „±“ wird ausgedrückt, dass hier sowohl die DVD-Formate des
DVD-Forums wie der DVD+RW Alliance gemeint sind.

R

„Recordable“, das heißt einmal beschreibbar.

RW

„Rewritable“, das heißt wiederbeschreibbar (gewöhnlich bis ≈103-mal
veränderbar/korrigierbar).

RAM

„Random Access Memory“, das heißt freier, direkter Schreib-/Lese-
Zugriff auf alle Daten (gewöhnlich bis ≈105-mal veränderbar/korrigierbar)

DL

Dual (−) bzw. Double (+) Layer, das heißt zwei Datenschichten
auf einer Seite.

Der Endbenutzer kann nicht nur käufliche DVDs abspielen (die im Presswerk hergestellt wurden), sondern er kann mit einem DVD-Brenner auch eigene DVD-Videos, DVD-Audio oder DVD-ROMs erstellen. DVD-Brenner sind beispielsweise in Computern und Hi-Fi-DVD-Rekordern eingebaut und benötigen beschreibbare DVD-Formate. Historisch haben sich aus Kostengründen die fünf verschiedenen DVD-Formate DVD−R, DVD+R, DVD−RW, DVD+RW und DVD-RAM mit einfacher und doppelter Speicherkapazität (DL – Double Layer) entwickelt. Sie werden nach folgender Systematik bezeichnet:

Die drei DVD-Formate, die vom DVD-Forum stammen, werden auch als Minus-Standard bezeichnet. Nur diese Formate dürfen auch das offizielle DVD-Logo tragen. Entsprechend werden die zwei DVD-Formate von der DVD+RW-Allianz mit einem „+“ auch als Plus-Standard bezeichnet. Die DVD-Formate nach dem Plus-Standard sind technisch einfacher aufgebaut, wodurch zum Beispiel die DVD+RW andere Schreibmethoden als die DVD-RW unterstützt. Auch sind die Lizenzgebühren für die Patentnutzung bedeutend niedriger. Diese anfänglichen Preisvorteile des Plus-Standards gibt es inzwischen durch den harten Wettbewerb mit dem Minus-Standard nicht mehr.

Die Formatvielfalt führte anfangs zu einer Kaufzurückhaltung bei den Konsumenten, da unklar war, welches beschreibbare DVD-Format die größere Investitionssicherheit aufweist. Die Industrie reagierte seit 2003 darauf mit (preisgünstigen) Multi-Brennern, die sowohl das Minus- als auch das Plus-Format unterstützten.

Formate mit zwei Datenschichten

Ein bereits beschriebener Dual-Layer-Rohling mit gespaltenen Datenschichten.

Seit 2004 werden auf dem Massenmarkt auch beschreibbare DVDs mit zwei anstatt nur einer Datenschicht angeboten. Sie werden mit „DL“ bezeichnet, was im Minus-Format für „Dual Layer“ (DVD−R DL), im Plus-Format dagegen für „Double Layer“ (DVD+R DL) steht. Beiden Formaten gemein sind die zwei übereinander geklebten Schichten auf derselben Seite der Platte, die gewisse Veränderungen im Aufbau der DVD notwendig machten. Nur so kann auch die zusätzliche Schicht beschrieben und gelesen werden. Die DVD±R DL bietet 8,5 GB Fassungsvermögen pro Medium, also etwa das 1,8fache einer Single-Layer-DVD. Ihre zusätzliche Kapazität reicht oftmals aus, um große Einzeldateien (etwa hochauflösende Videos) auf einen einzigen Datenträger zu brennen, anstatt sie auf zwei herkömmliche DVDs aufzuteilen und ohne die Daten dafür erneut komprimieren zu müssen. Für RW-Medien dagegen sind diese Änderungen hin zum DL-Datenträger nicht möglich. Zu geringe Reflexionseigenschaften verhindern die zuverlässige Nutzung der zweiten Datenschicht.

Daneben existieren auch noch doppelseitige Medien in den Formaten DVD−R, DVD+R und DVD-RAM. Diese fassen tatsächlich 2 × 4,7 GB, also 9,4 GB pro Medium, da sie im Prinzip aus zwei einzelnen DVDs bestehen. Nachteilig wirkt sich dies besonders bei großen Dateien aus, da diese nicht wie bei ±DL-DVDs zusammenhängend gespeichert werden können. Jede Seite repräsentiert einen eigenständigen Datenträger, und um auf den jeweils anderen Datenbestand zugreifen zu können, muss die DVD bisher noch entnommen und gewendet werden, da es Laufwerke, die beide Seiten gleichzeitig nutzen können, bisher nicht gibt. Da die Double-Layer-/Dual-Layer-DVDs trotz geringerer Gesamtkapazität diverse Vorteile bieten (höhere maximale Dateigröße, Platz für ausführliche Beschriftung etc.), waren doppelseitige DVD±R-Rohlinge wegen der steigenden Nachfrage vorübergehend kaum noch erhältlich, seit Juli 2008 hat sich die Marktlage entspannt. Doppelseitige DVD-RAM sind ebenfalls erhältlich. Theoretisch waren so 17 GByte Speicherplatz möglich.[10] Diese Möglichkeit wurde inzwischen technisch realisiert und wird als DVD-17 bezeichnet.[11]

Klassifikation von beschreibbaren DVDs

Eine DVD-RAM ist mit dem bloßen Auge unmittelbar von anderen DVD-Formaten anhand der vielen kleinen verstreuten Rechtecke, die von ihrer typischen Sektorierung herrühren (erkennbar in der Vergrößerung), unterscheidbar. Die Sektorierung dient einer höheren Datensicherheit.

Die beschreibbaren DVD-Formate lassen sich nach ihrer Veränderbarkeit und Datensicherheit unterscheiden.

Einerseits lassen sie sich nach ihrer Veränderbarkeit in zwei Gruppen unterteilen:
DVD-Rohlinge, die nur einmal beschreibbar sind: DVD−R und DVD+R. Bei diesen Medien wird die Information in einen Dye geschrieben. Dies ist ein organischer Farbstoff, meist violetter Farbe.
DVD-Medien, die nachträglich veränderbar sind: DVD−RW, DVD+RW, DVD-RAM. Die RW-Medien verwenden als funktionelle Schicht anstatt des bei den DVD-Rohlingen verwendeten Dyes eine metallische Schicht. Bei den DVD-Medien ist die DVD-RAM 100-mal so oft wiederbeschreibbar (circa 100.000-mal) wie die DVD-RW bzw. DVD+RW, die etwa 500 bis 1.000 Schreibvorgänge überstehen.
Weiterhin ist die Datensicherheit ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal der einzelnen beschreibbaren DVD-Formate:
Die DVD±R reagiert aufgrund ihrer organischen Farbstoffe viel empfindlicher auf Sonnenlicht und Hitze als die DVD±RW. Wird sie der unmittelbaren Sonneneinstrahlung oder starkem UV-Licht ausgesetzt, kann dies zu einem schnellen Verlust der Daten führen.
Die DVD±RW hingegen reagiert sensibler auf extreme Temperaturschwankungen; durch leichte Materialdeformationen können die Daten Schaden nehmen.
Die DVD-RAM weist von allen beschreibbaren DVD-Formaten die höchste Datensicherheit auf, weil sie zusätzlich folgende zwei Eigenschaften aufweist:
Sektorierung: DVD-RAM-Medien besitzen eine eingeprägte Sektorierung, die sich visuell als ein Muster von kleinen verstreuten Rechtecken auf der Unterseite einer DVD-RAM zeigen (siehe Abbildung). Sie dienen einer höheren Lese- und Schreibgenauigkeit.
Defektmanagement: Die DVD-RAM besitzt dasselbe bewährte Defektmanagement wie Festplattenlaufwerke. Jede geschriebene Information wird von der Hardware kontrollweise gelesen (verifiziert) und ggf. verbessert. Es gibt daher keine versteckten Schreibfehler wie bei der DVD±R oder DVD±RW.

Geschwindigkeit

Die Standard-Datenrate 1× entspricht bei DVDs einer Geschwindigkeit von 11,08 Mbit/s[12] (1,385 MB/s oder etwa 1,32 MiB/s) und damit in etwa einem CD-Laufwerk mit dem Geschwindigkeitsfaktor 9×. Die Schreibgeschwindigkeit 1× entspricht somit definitionsgemäß der maximalen Datenrate, die beim Abspielen einer standardkonformen Video-DVD auftreten kann.

Aktuelle DVD-Laufwerke schaffen Brenn- und Lesegeschwindigkeiten bis zu 24×. Die volle Geschwindigkeit wird dabei allerdings nur am äußeren Rand der DVD erreicht, während im Inneren deutlich langsamer gelesen und geschrieben werden kann.

Technik der DVD

DVDs benötigen zum Abspielen einen eigenen DVD-Spieler. Zur Unterscheidung zu normalen CD-ROM-Laufwerken ist dieser auf der Vorderseite mit dem DVD-Emblem gekennzeichnet. Im Vergleich zu den CDs wird bei DVDs mit Lasern kürzerer Wellenlänge gearbeitet, und wegen der gleichzeitig kürzeren Strahlengänge der Fokussierungsoptiken resultieren daraus kleinere Laserspots, mit denen in den Datenträgerschichten entsprechend kleinere Strukturen gelesen und geschrieben werden können.

Lebensdauer

Zur Langzeitarchivierung sind beschreibbare DVD-Formate nach einhelliger Expertenmeinung nicht geeignet, einzige Ausnahme könnte eventuell die DVD-RAM darstellen, wobei auch hier die Langzeithaltbarkeit nicht sicher erwiesen ist. Verbatim bietet in Österreich und der Schweiz eine lebenslange Garantie, allerdings nicht in Deutschland. Diese gilt für alle von Verbatim hergestellten optischen Datenträger, deckt allerdings nur Herstellungsfehler ab, nicht jedoch normale Abnutzung und unsachgemäße Behandlung. Im ungünstigsten Fall können DVD±R und DVD±RW auch schon nach wenigen Monaten Datendefekte aufweisen.

Eine Haltbarkeit der Daten von bis zu 1000 Jahren verspricht seit 2012 der Hersteller Millenniata für seine M-Disc. Millenniata beruft sich dabei auf Tests des US-Militärs. Zum Beschreiben sind M-Disc-fähige Brenner erforderlich. Ansonsten wird eine M-Disc wie eine gewöhnliche DVD gehandhabt.

Speicherkapazität und Zugriffstechnik

Die Spezifikationen sehen die folgenden DVD-Typen in der Version 2 vor. Auf die Darstellung der seltenen Version 1 wird verzichtet.

Speicherkapazitäten

Format

Kapazität
in MiB/GiB[13]

Kapazität
in MB/GB[1]

Schichten
Vorderseite/
Rückseite

Bemerkung

DVD-5

4,38 GiB

4,7 GB

1/0

Leserichtung von innen nach außen auf der 0,6 mm starken Datenschicht (Single-Layer-DVD, SL).
Durch eine Dummy-Schicht darüber wird die Normdicke von 1,2 mm erreicht.

DVD-9

7,93 GiB

8,5 GB

2/0

Umfokussieren des Lasers auf eine zweite Datenschicht (Dual-Layer-DVD, DL). Bei Daten-DVDs
werden beide Schichten von innen nach außen gelesen. Bei DVD-Video wird die untere Schicht
von innen nach außen gelesen, die obere zurück von außen nach innen.

DVD-10

8,76 GiB
(2 × 4,38 GiB)

9,4 GB
(2 × 4,7 GB)

1/1

Wenden der DVD im Spieler auf eine zweite Datenschicht (Flipper).

DVD-14

12,3 GiB
(7,92 + 4,38 GiB)

13,2 GB
(8,5 + 4,7 GB)

2/1

Flipper mit einer Seite Dual Layer und einer Seite Single Layer; äußerst selten

DVD-18

15,84 GiB
(2 × 7,92 GiB)

17 GB
(2 × 8,5 GB)

2/2

Flipper mit Dual Layer auf beiden Seiten; selten

DVD-plus
(DualDisc)

4,38 GiB
+ 650 MiB

4,7 GB
+ 682 MB

1/1

DVD-5 wird mit einer normalen CD kombiniert. So kann der CD-Teil auf CD-Spielern abgespielt
werden. Die CD-Seite und die DVD-Seite sind unterschiedlich, die Medien sind nicht normgerecht,
sondern zu dick; daher wird meist vom Abspielen solcher Medien in Laufwerken mit Einzugsschlitz,
sogenannte Slot-In-Laufwerke, abgeraten. Wird von Sony unter dem Begriff DualDisc vermarktet.

Vergleich von CD und DVD

Typ

Parameter

Darstellung

CD
Wellenlänge: 780 nm
Numerische Apertur: 0,45
Spotdurchmesser: 2,1 µm
Spurabstand: 1,6 µm

DVD
Wellenlänge: 650/635[14] nm
Numerische Apertur: 0,6
Spotdurchmesser: 1,3 µm
Spurabstand: 0,74 µm

Angabe der Brutto-Speicherkapazität in GB statt in Byte. Die tatsächlich verwendbare Speicherkapazität hängt vom verwendeten Dateisystem der DVD ab.

Eine für DVD-RW 16fache Schreibgeschwindigkeit verwendete Laserdiode hat z. B. folgende Daten[15]:

Wellenlänge: 658 nm
Schwellstrom: 50 mA
Dauerleistung (CW, bei 130 mA): 80 mW
Pulsleistung (40 ns Pulsdauer): 250 mW
Abstrahlwinkel: 9° / 19°
Laser-Schutzklasse (Gehäuse des DVD-RW-Laufwerkes geöffnet, Laserdiode mit oder ohne Optik): 3B

Die geringere Wellenlänge gegenüber CD-Lasern sowie die größere Apertur der Fokussieroptik ermöglichen einen kleineren Fokus und somit kleinere schreib- und lesbare Pits.

Die im Vergleich zur CD bei gleicher Geometrie der Disk etwa sechsmal so hohe Datenkapazität der DVD wird durch weniger als halb so lange Pits bei einem weniger als halb so großen Spur-Abstand sowie mehr Fläche für die Daten durch einen schmaleren Lead-In Bereich erreicht. Double Layer DVDs benötigen etwa 10 % längere Pits, weswegen zwei Schichten in dieser Konfiguration nicht die doppelte Kapazität einer Single Layer DVD bieten. Die feineren Strukturen der DVD sind anfälliger gegenüber Kratzern und Verschmutzungen, was durch die verwendete zweidimensionale Fehlerkorrekturmethode mehr kompensiert wird.
Im Gegenzug sind CDs extrem sensibel bezüglich Kratzer auf der Oberseite, da diese im Allgemeinen direkt die Datenschicht darstellt. Daher sollten CDs nicht mit eindrückenden oder kratzenden Stiften wie Kugelschreiber oder (harten) Bleistiften beschriftet werden.

Fehlerkorrektur

Auf der DVD werden zwei Reed-Solomon-Codes C1(182, 172, 11) und C2(208, 192, 17) eingesetzt, die durch Verkürzung aus einem Reed-Solomon-Code (255, 245, 11) bzw. (255, 239, 17) entstehen. C1 dient der Zeilencodierung und C2 der Spaltencodierung. Die so entstehende Matrix dient der Fehlerkorrektur, wobei in den Zeilen jeweils 5 Fehler und in den Spalten jeweils 8 Fehler korrigiert werden können.
Die Bits

B

i
,
j

{displaystyle B_{i,j}}

mit

i
>
191

{displaystyle i>191}

und

j
>
171

{displaystyle j>171}

sind Paritätsbits, die beim Codieren entstehen.[16]

Reed Solomon Produkt Code

Beim Interleaving der DVD wird ein 182 × 208-Byte Frame in 16 Frames bestehend aus 182 × 13 Bytes aufgeteilt. Dabei wird je eine Paritätszeile (

j
>
181

{displaystyle j>181}

) ans Ende eines 182 × 12-Byte Frames verschoben. Das heißt die

B

i
,
j

{displaystyle B_{i,j}}

werden folgendermaßen in einer neuen Matrix

B

m
,
n

{displaystyle B_{m,n}}

angeordnet:

m
=

{

i
+

i
12

für 

i
<
192

13
(
i

191
)

1

für 

i

192

{displaystyle m={begin{cases}i+leftlfloor {frac {i}{12}}rightrfloor &{text{für }}i<192\13(i-191)-1&{text{für }}igeq 192end{cases}}}

n
=
j

{displaystyle n=j}

Die so erzeugte Matrix wird ähnlich wie bei der CD decodiert. Dabei können maximal 4832-Bits[17] oder ein Flächenfehler mit 2932 Bits korrigiert werden.

Neue Technologien

Zur Anwendung beider erweiterter Techniken braucht es höherfrequente (das heißt, die Farbe des Lasers ist in Richtung Blau verschoben) und genauere Laser als zum Auslesen einer CD. Um die zweite Datenschicht lesen zu können, muss der Laser dazu noch leicht anwinkelbar sein. Zusammen mit der veränderten Laserfokussierung ist es so möglich, die untere („verdeckte“) Schicht lesen zu können.

Datenkodierung

Die Binärdaten auf einer DVD werden nach der „Eight-to-Fourteen-Modulation-plus“ (EFMplus) geschrieben. Diese stellt sicher, dass sich nach minimal 3 und maximal 11 Takten die Polarität des ausgelesenen Signals ändert. Das geschieht, wenn der Laser in der Spur einen Übergang von einer Vertiefung („pit“) zu einem Abschnitt ohne Vertiefung („land“) passiert oder umgekehrt.

Der Hintergrund ist hierbei folgender: Die Abschnitte mit Vertiefungen bzw. ohne Vertiefungen müssen lang genug sein, damit der Laser die Veränderung erkennen kann. Würde man ein Bitmuster direkt auf den Datenträger schreiben, würden bei einem alternierenden Signal (1010101010101010…) falsche Werte ausgelesen, da der Laser den Übergang von 1 nach 0 beziehungsweise von 0 nach 1 nicht verlässlich auslesen könnte. Die EFMplus-Modulation erweitert das Signal von 8 auf 14+2 Bit auf und wählt die 2 Füllbits so, dass die oben erwähnte Forderung, dass sich nach minimal 3 und maximal 11 Takten die Polarität ändert und ein Übergang von 1 nach 0 oder umgekehrt geschieht, erfüllt wird. Die CD verwendet eine simplere 8-zu-14-Bit-Methode mit insgesamt 3 Füllbits namens EFM, woher der jetzt eigentlich falsche Name bei der DVD rührt(?); korrekter wäre „Eight-to-Sixteen“.

Brenner

Nachdem die ersten DVD-Brenner (DVD-Schreiber) nur eine Datenmenge von 3,56 GB auf einen einmal beschreibbaren DVD-Rohling speichern konnten, wurde die Kapazität später auf die volle Größe einer DVD-5 (4,7 GB) angehoben und zusätzlich wiederbeschreibbare Medien mit diesem Fassungsvermögen vorgestellt. Seit Mitte 2004 beherrschen DVD-Brenner auch die Doppelschicht-Technik (dual layer), welche die Speicherung von Daten auf einem zweischichtigen Rohling ermöglicht. Die zweite Datenschicht besitzt weiter gesetzte Pits und Lands, um ein Lesen durch die untere Schicht hindurch zu ermöglichen, und ist somit kleiner. So fasst ein solcher Rohling statt 9,4 GB (die Kapazität zweier DVD-5) lediglich zirka 8,5 GB.

Duplikationsverfahren

DVD-Pressung: Die Herstellung einer DVD oder einer CD (ROM und Video) besteht aus vier Schritten nach Anlieferung der Master-DVD-R beziehungsweise eines Streamer-Tapes („DLT“-Format) an das Presswerk.
Premastering: Zuerst wird geprüft, ob der Standard (das Book) erfüllt ist, das heißt, ob der Datenträger den Spezifikationen entspricht. Danach wird mit der Berechnung des EDC (Error Detection Code) und ECC (Error Correction Code) begonnen. Dies dauerte ursprünglich zwischen fünf und 16 Stunden. Anschließend werden Time-Code, Inhaltsinformation der Tracks und TOC (Table of contents) usw. generiert und ein Image der DVD/CD erstellt. Die Daten können nun dem Mastering zugeführt werden.
Mastering: Die aufbereiteten Daten aus dem Premastering werden auf einen Glasmaster (eine Glasscheibe) übertragen, indem ein modulierter Laserstrahl die darauf aufgetragene Substratschicht (ein Farbstoff) von innen nach außen belichtet. Im Entwicklungsbad werden dann die belichteten Stellen ausgewaschen, die Pits entstehen. Anschließend wird der Glasmaster mit einer 100 nm dicken Silberschicht bedampft. Im Anschluss daran folgt ein erstes Auslesen als Qualitätsprüfung. Die Kosten für die Glasmasterproduktion (zwischen 300 und etwa 3.000 €) werden bei geringen Auflagen von den meisten Presswerken in Rechnung gestellt.
Galvanik: Es werden nun Negative des Glasmasters erstellt, die für die Pressung als Stempel verwendet werden können.

Serienfertigung

Generell werden die Discs aller DVD-Formate aus zwei einzelnen aus Polycarbonat gespritzten Kunststoffscheiben von etwa 0,6 mm Dicke hergestellt (Ausnahme: Ecodisc). Dabei hat die untere „Halbscheibe“ (Layer 0) einen Stapelring als Abstandshalter. Die obere „Halbscheibe“ (Layer 1) trägt bei dem Format DVD-5 keine nutzbaren Informationen und wird daher als „Dummy“ bezeichnet. Die eigentliche DVD entsteht, wenn beide Hälften mit unter UV-Licht aushärtendem Lack verklebt werden („bonden“; Schichtdicke etwa 50 µm). Um eine gleichbleibende Qualität der hergestellten Scheiben zu gewährleisten, sind in den Produktionsanlagen üblicherweise hochauflösende Kamerasysteme, so genannte Inline Scanner, integriert. Stichprobenartig kommen auch Offline-Messlaufwerke zum Einsatz, um die elektrischen Signale der DVD zu analysieren. Sollte sich beim Verkleben der zwei Layers Luft einschleichen (ein so genannter Bondingfehler), kann die DVD schnell Schaden nehmen. So kann beispielsweise beim Einlegen der DVD ein Teil eines Layers absplittern. Hierdurch kann eine Unwucht entstehen, die zu weiteren Schäden an der DVD oder sogar am Abspielgerät führen kann. Allerdings sind diese Fehler in der Regel nur ein optisches Problem und haben keinen Einfluss auf die Abspielbarkeit der DVD.

Beim Herstellvorgang gibt es große Unterschiede zwischen bespielten Medien (Kauf-Videos) und unbespielten/wiederbeschreibbaren Scheiben (Rohlinge). Die Formate DVD-5, -9 und -10 können meist auf derselben Maschine hergestellt werden. Dabei werden die Informationen mit Matrizen (Stamper) in das heiße Polycarbonat gepresst (Spritzprägen). Um die Daten für die Laufwerke lesbar zu machen, werden die Halbscheiben mit Metall beschichtet (sputtern). Bei DVD-5, DVD-10 und dem Layer 1 bei DVD-9 wird Aluminium vollreflektierend gesputtert (etwa 50 nm). Da bei DVD-9 beide Informationsschichten von einer Seite gelesen werden, wird die untere (Layer 0) halbtransparent mit Gold, Silizium oder Silberlegierungen beschichtet (etwa 10–15 nm). DVD-14 und DVD-18 erhält man, indem zwischen die Halbscheiben eine bereits mit weiteren DVD-Strukturen versehene Folie eingebracht wird.

Brennen

Beim Brennen ist kein Glasmaster erforderlich, sondern nur ein Computer, ein DVD-Brenner und ein Brennprogramm.

Für das Brennen benötigt man DVD-Rohlinge, die in unterschiedlichen Qualitäten als DVD−R, DVD+R, DVD−RW, DVD+RW und DVD-RAM erhältlich sind. Durch die verschiedenen DVD-Formate und die Tatsache, dass diese teilweise erst nach der Definition des ursprünglichen DVD-Regelwerks spezifiziert wurden und Varianten desselben sind, besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die gebrannte DVD auf einigen DVD-Playern nicht abspielbar sein wird. Deswegen sollte man sich nach der Kompatibilität des Brenners und der gewünschten Abspielgeräte vor dem Kauf der Rohlinge genau erkundigen. Einige DVD-Brenner bieten die Möglichkeit, DVD+R- und DVD+RW-Rohlinge mit dem Book Type DVD-ROM zu kennzeichnen und dadurch deren Akzeptanz durch ältere DVD-Abspielgeräte deutlich zu erhöhen.

Häufig müssen die DVDs nach dem Brennen finalisiert werden. Bei DVD+RW und DVD-Ram ist ein Finalisieren nicht notwendig, es wird aber empfohlen, ein DVD-Menü zu erstellen.

Labelaufdruck / Beschriftung

Für den Labelaufdruck bei der DVD stehen ebenso wie bei der CD verschiedene Drucktechniken zur Verfügung:

Siebdruck

Im Siebdruck sind bis zu sechs Labelfarben möglich, es können Schmuckfarben (HKS oder Pantone) gewählt werden. Siebdruck ist derzeit die gängigste Variante, um CDs oder DVDs zu bedrucken, wird aber zunehmend vom Offsetdruck verdrängt. Der Siebdruck ist geeignet für gepresste CDs und DVDs; auch die Rohlingsbedruckung im Siebdruck ist möglich. Im Siebdruck sind die Farben sehr brillant.

Trockenoffsetdruck

Im Trockenoffset sind vier Labelfarben möglich (CMYK-Farbmodell), kombiniert mit dem Siebdruck bis zu sechs Labelfarben (CMYK im Offset und zusätzlich weiß Vollfläche und eine Schmuckfarbe oder Glanzlack im Siebdruck). Auf Grund der höheren Auflösung als im Siebdruck ist der Offsetdruck ideal für fotorealistische Darstellungen. Seit Anfang 2004 ist der Offsetdruck nicht nur für gepresste CDs und DVDs, sondern auch für CD-Rohlinge und DVD-Rohlinge möglich.

Thermotransferdruck

Bei diesem Druckverfahren wird mit einem speziellen Drucker Farbe von einem Farbband durch Erhitzung des Druckkopfes auf die CD oder DVD übertragen. Technisch bedingt ist das Druckverfahren eher für Schriften und Logos geeignet. In der Praxis wird dieses Verfahren bei kleinen Auflagen (gebrannte CDs und DVDs) angewendet.

Thermoretransferdruck

Der Thermoretransferdruck ist die Weiterentwicklung des Thermotransferdrucks. Das Labelmotiv wird im Thermotransferdruckverfahren auf ein Übertragungsband gedruckt und davon dann eine Folie auf die CD oder DVD aufgebracht. Durch diese Technik ist eine bessere Auflösung möglich. So kann bereits bei Kleinauflagen ein fotorealistischer Druck erreicht werden.

Tintenstrahldruck

Es gibt spezielle DVD- bzw. CD-Rohlinge, die gegenüber der Datenseite eine weiße Druckseite besitzen. Diese besteht aus einem speziellen, saugfähigen Material, das ein Verlaufen der Tinte verhindern soll. Zum Bedrucken sind spezielle Drucker nötig, deren Technologie sich kaum von der unterscheidet, die zum Bedrucken von Papier genutzt wird. Entsprechend gibt es auch Drucker, die sowohl CDs, DVDs als auch Papier bedrucken können. Praktisch findet dieses Verfahren nur bei Heimanwendern und sehr kleinen Auflagen von gebrannten Medien eine Anwendung.

Aufklebe-Label

Diese Methode ist für den Heimanwender nicht zu empfehlen. Wie bei einem Bimetall wölbt sich die DVD bei Temperaturunterschieden, da sich der Aufkleber und die Polycarbonat-Scheibe unterschiedlich stark ausdehnen. Im Gegensatz zu normalen CDs reichen bei einer DVD schon geringe Verzerrungen aus, dass der Player die Daten nicht mehr lesen kann. Dieser Effekt wird durch die Wärme im Inneren des DVD-Players noch verstärkt, so dass beklebte DVDs häufig erst nach einer gewissen Spieldauer ausfallen. Um dies zu verhindern, sind spezielle DVD-Aufkleber aus Kunststofffolie erhältlich, die sich gleichmäßig mit der Scheibe ausdehnen sollen. Nachteilig ist zudem, dass in der Regel durch den Aufkleber eine Unwucht entsteht. In DVD-Laufwerken kann diese Unwucht bei hohen Drehzahlen zu einer Ablösung des Aufklebers oder sogar einem Zerreißen der DVD führen.

Manuelle Beschriftung

Mit Folienstiften, CD-Markern und anderen Schreibern für glatte Flächen können DVDs natürlich auch von Hand beschriftet und bemalt werden. Dies ist die günstigste und schnellste Methode. DVDs sind – anders als CDs – recht unempfindlich gegen Stifte, die die Oberfläche verkratzen oder chemisch angreifen, da ihre Datenschicht mittig liegt und somit von einer relativ dicken Kunststoffschicht geschützt ist.

Laser-Label

Beschriftung des Datenträgers durch den Laser direkt im Laufwerk. Dies setzt einen speziellen Brenner und geeignete Rohlinge voraus, die ein solches Verfahren beherrschen. Die Vorteile des Laser-Labels liegen im Bedrucken auch in mobilen Betrieb, die Vermeidung von Neuinvestitionen in neue Drucker und der Möglichkeit, in mehreren Sessions zu drucken (Lightscribe). Nachteilig sind der ausschließlich monochrome Druck, die geringe Qualität, das geringe Drucktempo (optimaler Kontrast bei über 30 min. Druckzeit) sowie die teuren und immer schwerer erhältlichen Rohlinge.

LightScribe
Das erste Laser-Beschriftungssystem hat Hewlett-Packard unter dem Namen Lightscribe entwickelt, bei dem die Labelseite durch die Beschriftung geschwärzt wird. Verbreitet sind im unbeschrifteten Zustand bronzefarbene Datenträger. Es gibt eine Reihe andersfarbiger Medien, die jedoch wesentlich seltener im Handel anzutreffen sind. Je nach Qualitätsstufe dauert eine Beschriftung zwischen 15 und 20 Minuten.
Labelflash
An dieses Verfahren anknüpfend, hat Yamaha eine ähnliche Technologie namens Labelflash entwickelt. Auch mit ihr wird der Rohling im Brenner per Laser beschriftet, erzeugt jedoch einen blauen Aufdruck auf der Label-Seite. Die Beschriftungsdauer liegt bei fünf Minuten in der besten Qualität, die 1000 dpi mit 256 Helligkeitsstufen bietet.

Einweg-DVD und DVD-D

Vor Jahren hörte man immer wieder von einer neuerfundenen Einweg-DVD, die besonders den Spielfilmverleih von Videotheken revolutionieren sollte. Sobald die DVD aus der luftdichten Hülle entfernt wird und mit Sauerstoff in Berührung kommt, erfolgt eine chemische Reaktion, welche die DVD innerhalb von 8 bis 48 Stunden unbrauchbar macht. Nach Ablauf dieser Zeit kann die DVD vom Kunden einfach weggeworfen werden, weswegen diese DVDs auch Wegwerf-DVDs genannt werden. Dem Vorteil, dass man diese DVDs der Videothek nicht mehr zurückbringen muss und somit auch Verzugsgebühren kein Thema mehr sind, stehen ökologische Nachteile gegenüber, auch wenn das Produktmaterial vollständig recycelbar ist.

Die Firma Flexplay hatte eine solche Einweg-DVD unter dem Namen EZ-D herausgebracht. Diese wurde ab September 2003 von Buena Vista Home Entertainment am US-Markt getestet. Es erschienen Datenträger mit einem Film für etwa 5 bis 7 US-Dollar kurz vor der eigentlichen Premiere desselben. Das Produkt fand jedoch nicht genug Käufer, so dass dieses Anfang 2004 bereits wieder aus den Verkaufsregalen verschwand. Ein ähnliches Verfahren hatte auch schon die Firma SpectraDisc zuvor vorgestellt, nach deren Prinzip die Einweg-DVDs jedoch aufgrund von Lichtempfindlichkeit unbrauchbar wurden.

Eine andere Variante vertrieb die Firma DVD-D Germany Ltd bis 2012. Die Daten auf der DVD-D (D für engl. ‘disposable’, dt. ‘Wegwerfartikel’) sind nach dem ersten Abspielen 48 Stunden lesbar, danach erscheint im Player „No disc“. Die Datenzerstörung wird durch die Rotation im Abspielgerät gestartet, gelöscht wird dabei nach Angaben der Firma das Steuerungsmenü der DVD. Allerdings gibt es zum Mechanismus keine genaueren Angaben. Teilweise wird dies begründet mit Flüssigkeits-Tanks in der DVD, die durch die Rotation aufbrechen (Zentrifugalkraft). Auf der Website des Unternehmens DVD-D Germany[18] wurden bereits mehrere Kinofilme in diesem Format zum Preis von rund 4 € angeboten.

Ecodisc

Bestrebungen zu einer besseren ökologischen Verträglichkeit der DVD führten zur Entwicklung der Ecodisc. Diese DVD besteht aus nur einer Polycarbonat-Scheibe und hat nur 8 Gramm Gewicht. Die Speicherkapazität ist mit 4,7 GB gleich groß wie bei der DVD-5.

DivX und DIVX

Während heutzutage das DivX-Format als Videokompressionsalgorithmus bekannt ist, bezeichnet DIVX eine spezielle Pay-per-View-Variante in den USA, die heute nicht mehr existiert. Im Jahr 1998 kam die Idee auf, zu den damals noch erheblich teureren DVDs eine Billigvariante anzubieten, die 48 Stunden lang abgespielt werden konnte, jede darüber hinausgehende Nutzung war kostenpflichtig. Zur Dekodierung und Abrechnung der Filme wurden spezielle, mit einem Modem ausgestattete Player benötigt, die sich regelmäßig mit einem speziellen Server verbanden, um Abrechnungsdaten zu übertragen.

DIVX benutzte ein MPEG-4-Derivat, das mit speziellen DIVX-Flags zur Identifizierung und Dekodierung des Films versehen war. Letzten Endes konnte sich das System der DVD gegenüber nicht durchsetzen und endete nach nur einem Jahr als Flop.

Trivia

Im Jahr 2010 wurde die DVD Opfer des Aprilscherzes der renommierten Computerzeitschrift c’t. Dem Artikel nach sollten gepresste DVDs anfällig für Bakterienbefall sein. Als Merkmal wurden Flecken auf den DVDs genannt. Das Bakterium könne ganze Stapel – allerdings lediglich neuerer – DVDs zerstören und würde sich auch über infizierte Laufwerke verbreiten. Die Leser wurden aufgerufen, ihre DVD-Sammlung umzusortieren, so dass zwischen neuen immer zwei alte DVDs stehen, ihre DVD-Laufwerke zu behandeln und tagelang nicht zu benutzen.[19] Ein fingiertes Schreiben vom Verband der Videothekenbesitzer, datiert auf den 1. April, und die Verwendung der Nummer eines in der Fernsehserie Lost vorkommenden Impfstoffs als Bestellnummer enttarnten den Artikel als Aprilscherz.

Der Bildschirmschoner von vielen DVD-Spielern zeigt das DVD Logo, das sich diagonal bewegt; dass Betrachter beobachten, ob das wandernde Logo exakt eine Ecke trifft, wurde in The Office thematisiert.[20]

Siehe auch

CD- und DVD-Verpackungen
Vergleich optischer Datenträger – Vergleich von CD, DVD, HD DVD und Blu-ray Disc

Literatur

Lars-Olav Beier, Thomas Schul, Martin Wolf: Goldrausch mit Silberlingen. In: Der Spiegel, 58 (2005) Heft 24, S. 128–132. ISSN 0038-7452.
Hartmut Gieselmann: Gegen das Vergessen: US-Forscher prüfen Lebensdauer von CDs und DVDs. In: c’t, 22 (2005) Heft 1, S. 44 ISSN 0724-8679.
Jim Taylor: DVD Demystified. 2. Auflage. New York: McGraw-Hill, 2001. ISBN 0-07-135026-8.

Weblinks

 Commons: DVD – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: DVD – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
DVD-Forum – Offizielle Website der standardgebenden DVD-Organisation (englisch)
dvddemystifiziert.de – Die deutsche Fassung der bekannten englischen www.dvddemystified.com, die aus der FAQ der Newsgroup news://rec.video.dvd/ entstanden ist
Media-Infodienst.de – Aktuelles DVD-Wissen
Aktuelle News sowie Sammlungsverwaltungs Feature
Chemie im Alltag: Anorganische Speichermaterialien in DVDs
Understanding Recordable & Rewritable DVD by Hugh Bennett (englisch)
Disc-Videoformate

Einzelnachweise

↑ a b Die Präfixe werden hier bei Speicherkapazitäten im dezimalen Sinn verwendet: 1 KB = 1000 B (Byte), 1 MB (MByte) = 1000 KB (KByte), analog zu den Herstellerangaben.

Augsburger Allgemeine vom 15. September 2010, Rubrik Das Datum

Blu-ray – Verkaufszahlen Vervierfacht. John Mc Donald, 8. Februar 2010, abgerufen am 5. Juni 2016. 

Verdoppelter Blu-ray-Absatz beschert Videobranche erneutes Plus. (PDF; 36 kB) Bundesverband Audiovisuelle Medien e.V., 10. Februar 2011, abgerufen am 5. Juni 2016. 

Deutliche Zuwächse bei den Formaten Blu-ray und Video on Demand (VoD) sorgen für Rekordniveau im Kaufmarkt. (PDF; 35 kB) Bundesverband Audiovisuelle Medien e.V., 9. Februar 2012, abgerufen am 5. Juni 2016. 

↑ Zweitbestes Umsatzergebnis der Home-Entertainment-Branche (PDF; 33 kB) Bundesverband Audiovisuelle Medien e. V.. 14. Februar 2013. Abgerufen am 26. Oktober 2014.

↑ Bestes Umsatzergebnis der Deutschen Home-Entertainment-Branche (PDF; 46 kB) Bundesverband Audiovisuelle Medien e. V.. 12. Februar 2014. Abgerufen am 26. Oktober 2014.

↑ bvv-medien.org: Der Home Video Markt im Jahr 2017

European video: the industry overview. (PDF; 363 kB) International Video Federation, 2014, abgerufen am 5. Juni 2016 (englisch). 

↑ https://www.golem.de/0709/54894.html

↑ http://de.ccm.net/contents/268-dvd-audio-dvd-video-dvd-und-dvd-rom

↑ DVD-FAQ

↑ hier in der Bedeutung als Binärpräfix

↑ elektronik-kompendium.de

↑ Datenblatt der SLD1236VL vom Hersteller Sony

↑ 120 mm DVD Rewritable Disk (DVD-RAM). ECMA 272, 1999.

↑ Joohyun Lee, Jaejin Lee, Taegeun Park: Error control scheme for high-speed dvd systems. In: Consumer Electronics, IEEE Transactions. Band 51, Nr. 4, 2005, S. 1197–1203. 

↑ DVD-D Germany (Memento vom 31. Dezember 2013 im Internet Archive)

↑ Barczok, Achim: Petrischeiben – Bakterien zerstören DVDs. In: c’t, Nr. 8 vom 29. März 2010, S. 90 f.

↑ The Office US: The DVD Logo – The Office US. 11. September 2017, abgerufen am 8. März 2019. 

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4501545-4 (AKS)

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Zugang (Begriffsklärung) aufgeführt.

Der Zugang ist im Recht Deutschlands eine Wirksamkeitsvoraussetzung empfangsbedürftiger Willenserklärungen.

Voraussetzung des Zugangs ist, dass die Willenserklärung so in den Herrschaftsbereich des Adressaten gelangt ist, dass nach der Verkehrsauffassung bei Annahme gewöhnlicher Verhältnisse mit dessen Kenntnisnahme von der Erklärung zu rechnen war. Auch der genaue Zeitpunkt des Zugangs, mit dem die Willenserklärung dann wirksam wird, § 130 Abs. 1 BGB, hängt davon ab, wann nach diesen Kriterien mit der Kenntnisnahme zu rechnen war.

Nach diesen Regeln geht ein morgens um 8 Uhr in den Briefkasten eingeworfenes Schreiben bereits am Vormittag zu, wenn der Briefkasten zu einem Büro gehört, aber erst am Nachmittag, wenn es sich um denjenigen eines Arbeitnehmers handelt. Ein Telefax, das in einer Bank am Samstagnachmittag ankommt, geht erst am Montagmorgen zu, ist aber, wenn die Frist auf den Samstag fiel, dennoch fristgerecht zugestellt, da nach § 193 BGB der nächste Werktag an die Stelle eines Samstags, Sonntags oder eines staatlich anerkannten allgemeinen Feiertags tritt. Wird ein Schriftstück erst am 31. Dezember nachmittags in den Briefkasten eines Bürobetriebs geworfen, in dem branchenüblich Silvester nachmittags – auch wenn dieser Tag auf einen Werktag fällt – nicht mehr gearbeitet wird, so geht es erst am nächsten Werktag zu.[1][2] Die gleiche Systematik gilt auch für den Zugang elektronisch übermittelter Willenserklärungen.[3]

Zugang erfordert nicht, dass der Empfänger von der Erklärung tatsächlich Kenntnis genommen hat oder überhaupt nehmen konnte. Zugang tritt mithin zum dargelegten Zeitpunkt ein, wenn in den obigen Beispielen das Büro ausnahmsweise vormittags nicht besetzt ist, der Hund des Arbeitnehmers das Schreiben nach Einwurf vernichtet oder die Bank samt darin wartendem Fax am Sonntag ausbrennt, da diese Ereignisse dem Adressaten zugerechnet werden.

Umstritten sind die Fälle der Zugangsvereitelung. Es gilt, zwischen fahrlässiger und vorsätzlicher Zugangsvereitelung zu unterscheiden: Eine fahrlässige Zugangsvereitelung besteht beispielsweise dann, wenn man umzieht, ohne seinem Arbeitgeber oder anderen wichtigen Vertragspartnern seine neue Adresse mitzuteilen. Eine zu einem späteren Zeitpunkt erfolgte Zustellung wird so behandelt, als wäre das Dokument bereits beim ersten Zustellversuch an den Empfänger gelangt. Es steht allerdings in der Verantwortung des Absenders, einen zweiten Zustellversuch zu veranlassen. Versucht der Empfänger absichtlich, die Zustellung des Schriftstückes zu verhindern, wird die Zustellung des Schriftstückes fingiert. Ausnahmen: Falschadressierung des Schriftstücks (OLG Köln, Beschluss vom 21. Januar 2008, Az.: 6 W 182/07).[4] Zugangsvereitelung wird auch nur dann unterstellt, wenn eine Nachricht über die Hinterlegung eines Schriftstückes bei der Poststelle an den Empfänger gelangt ist, welche einen Hinweis auf den Inhalt der Sendung enthält (OLG Stuttgart, Beschluss vom 31. März 2010, Az.: 5 W 62/09).[5]

Ist der Empfänger geschäftsunfähig (§ 104 BGB) oder steht er unter einem Einwilligungsvorbehalt (§ 1903 BGB), so ist der Zugang gem. § 131 BGB nicht erfolgt, bevor der gesetzliche Vertreter des Betroffenen (Eltern, Vormund, Pfleger, Betreuer) die Willenserklärung erhält.

Ausnahmen gelten bei Minderjährigen über 7 Jahren und bei Personen unter Einwilligungsvorbehalt: Hier gilt der Zugang an den Betroffenen selbst in den Fällen, wenn sich entweder aus der Erklärung ausschließlich ein rechtlicher Vorteil ergibt (z. B. bei einer Schenkung) oder wenn der gesetzliche Vertreter bereits zuvor in den Empfang der Willenserklärung eingewilligt hat (§ 131 BGB).

Der Zugang muss im Zweifel vom Absender bewiesen werden.

Siehe auch

Zugangsvereitelung

Einzelnachweise

↑ BGH, Urteil vom 5. Dezember 2007, Az.: XII ZR 148/05, lexetius.com/2007,3935

↑ Heinrich Dörner in: Schulze u. a. (Hrsg.), Bürgerliches Gesetzbuch, 8. Auflage 2014 (HK-BGB), § 130 Rn. 5.

↑ Thorsten Vehslage: Elektronisch übermittelte Willenserklärungen. In: Deutscher Anwaltverein (Hrsg.): Anwaltsblatt. 2002, S. 86–88. 

↑ OLG Köln, Beschluss vom 21. Januar 2008, Az.: 6 W 182/07

↑ OLG Stuttgart, Beschluss vom 31. März 2010, Az.: 5 W 62/09

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Spirituosen Gesundheitsgefahr Herstellung Rechtliches Klassifikation von Spirituosen Spirituosenkonsum in Deutschland Spirituosenindustrie Verwandte Themen Regionale Bezeichnungen Navigationsmenü aus Berlin

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Spirituosen im Supermarktregal

Eine Spirituose (lat. spiritus „Geist“; spirituosa (Neutrum Plural) „Geistiges“) oder geistiges Getränk, umgangssprachlich auch Schnaps oder abwertend Fusel genannt, ist eine alkoholische Flüssigkeit, die zum menschlichen Genuss bestimmt ist, besondere organoleptische Eigenschaften besitzt und nach aktuellem EU-Recht einen Mindestalkoholgehalt von 15 % Vol. aufweist;[1] bei Eierlikör genügen 14 % Vol.[2] Früher war auch die Bezeichnung Branntwein üblich, die noch heute in einigen Gesetzen verwendet wird. Die Gewinnung der alkoholischen Basis erfolgt durch Brennen (Destillation) natürlicher, vergorener pflanzlicher Erzeugnisse.

Spirituosen-Auswahl (als „Spirituosen-Angebot“ bei einer Feier in einem Hotel-Restaurant)
Spirituosen-Miniaturen
Wenn nicht gemischt, werden Spirituosen aus speziellen kleinen Gläsern getrunken (2cl, doppelte Portion 4cl)

Inhaltsverzeichnis

1 Begriffsbestimmung
2 Gesundheitsgefahr
3 Herstellung

3.1 Brand, Wasser oder Geist
3.2 Ethanol landwirtschaftlichen Ursprungs als Basis

4 Rechtliches

4.1 Kennzeichnungspflicht
4.2 Deutschland
4.3 Österreich

5 Klassifikation von Spirituosen

5.1 Branntwein aus Wein
5.2 Spirituosen aus Nebenprodukten der Weinherstellung
5.3 Obstbrände
5.4 Obstgeiste
5.5 Getreidebrände

5.5.1 Korn
5.5.2 Whisk(e)y
5.5.3 Wodka
5.5.4 Reis
5.5.5 Hirse
5.5.6 Sonstige Getreidebrände

5.6 Brände aus unterirdischen Pflanzenteilen
5.7 Brände aus Zuckerrohr
5.8 Sonstige Brände

5.8.1 Brände aus Palmwein
5.8.2 Brände aus Agaven

5.9 Likör
5.10 Spirituosen mit Wacholder
5.11 Spirituosen mit Anis (Anisées)
5.12 Spirituosen mit Kümmel
5.13 Spirituosen / Liköre aus Wurzeln
5.14 Spirituosen mit bitterem Geschmack oder Bitter

6 Spirituosenkonsum in Deutschland
7 Spirituosenindustrie
8 Verwandte Themen
9 Regionale Bezeichnungen
10 Siehe auch
11 Weblinks
12 Einzelnachweise

Begriffsbestimmung

Steuerfreier Branntwein für Bergleute der DDR

Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft legte 1989 für ihren Bereich einheitliche Begriffsbestimmungen, Bezeichnungen und Aufmachungen für Spirituosen fest.[3] Der früher in Deutschland als Gattungsbezeichnung verwendete Begriff „Branntwein“ ist heute nur noch für Branntwein aus Wein bzw. Weinbrand als Handelsname gebräuchlich, wird aber in der Besteuerung von durch Destillation erzeugten, alkoholhaltigen Flüssigkeiten weiterhin als Bezeichnung für diese verwendet. In diesem Zusammenhang ist es unerheblich, aus welchen Grundstoffen der Alkohol destilliert wurde. 2008 erfolgte eine Überarbeitung der Begriffsbestimmung.[4]

Umgangssprachlich werden Spirituosen oft als „Schnaps“ bezeichnet. Das Wort kommt aus der niederdeutschen Sprache und ist verwandt mit dem Wort „schnappen“, was sich darauf bezieht, dass der Schnaps normalerweise in einem schnellen Schluck aus einem kleinen Glas (Kurzer, Pinnchen, Stamperl, Schnapper, Schnabbes) getrunken wird.

Gesundheitsgefahr

Die Abhängigkeitsgefahr und das Gesundheitsrisiko beim Konsum alkoholischer Getränke sind weitgehend unabhängig von der Getränkeart, in der der Alkohol enthalten ist. Es geht hauptsächlich um die insgesamt konsumierte Menge Reinalkohol und um die Menge der zusätzlich im Getränk enthaltenen schädlichen Inhaltsstoffe, wie Methylalkohol und Fuselöle.

Alkoholische Getränke mit höherem Alkoholgehalt können brennbar sein. Unsachgemäßer Umgang kann somit zu Brandverletzungen führen. Entsprechend werden alkoholische Getränke in der UN-Gefahrgutliste unter der Nummer 3065 geführt mit der Gefahrenzahl 30 (entzündlich) für Alkoholgehalte von 24 bis 70 Vol.-% und 33 (leicht entzündlich) für mehr als 70 Vol.-%.

Herstellung

Schnapsbrennkessel

Der Ausgangsstoff von Spirituosen wird entweder durch Vergärung von zuckerhaltigen Lösungen von Getreide oder Fruchtsäften beziehungsweise Maische oder durch Einlegen (Mazerieren) von Beeren und Früchten in Alkohol hergestellt. Anschließend erfolgt jeweils eine einfache oder mehrfache Destillation, auch Brennen genannt. Das Destillat wird zur Reifung teilweise in Eichenholzfässern gelagert, welche diesem auch die leicht bräunliche Farbe verleihen. Der Alkoholgehalt wird im Allgemeinen schließlich durch den Zusatz von Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt. Manchen Spirituosen werden beim Destillieren zur Aromatisierung auch geringe Mengen an Pflanzenextrakten zugesetzt.

Hauptartikel: Brennen von Spirituosen

Brand, Wasser oder Geist

Es wird danach unterschieden, wie die trinkfertige Spirituose bereitet wurde:

Brände oder Wässer (meist synonym benutzt) werden aus vergorenen Maischen der jeweiligen Frucht erzeugt, d. h. der Alkohol entsteht bei der Gärung aus den vorhandenen Kohlenhydraten. Die entstandene alkoholhaltige Flüssigkeit wird nachfolgend destilliert. Angewendet wird diese Technik des Vergärens bei allen Rohstoffen, die ausreichend Zucker enthalten, um diesen wirtschaftlich sinnvoll zu Alkohol zu vergären. Beispiele sind Birnenbrand oder Kirschwasser.
Beim Geist mazeriert zugegebener neutral schmeckender hochprozentiger Alkohol die Aromen aus den zerkleinerten, aber nicht vergorenen Früchten. Angewendet wird diese Technik bei vielen Früchten, besonders Beeren, die zwar sehr viele Aromastoffe, aber zu wenig Zucker enthalten, um diesen wirtschaftlich sinnvoll zu vergären. Ein Beispiel ist Himbeergeist.

Ethanol landwirtschaftlichen Ursprungs als Basis

Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, auch als Neutralalkohol, Agraralkohol oder (in der Schweiz) als Trinksprit bezeichnet, ist – ähnlich wie Wodka – weitgehend frei von Aromen der Ausgangsstoffe und dient als Basis zur Herstellung vieler Spirituosen. So entstehen die meisten Liköre durch Aromatisierung, Zuckerung und Färbung von Neutralalkohol. Auch Gin wird mit Neutralalkohol hergestellt, der je nach Qualitätsstufe mit aromagebenden pflanzlichen Stoffen („botanicals“) wie Kräutern oder Gewürzen ein zweites Mal destilliert werden kann. Portwein und Likörwein wird während der Gärung Neutralalkohol zugegeben, um die Gärung zu stoppen und die Restsüße zu erhalten. Auch andere weinhaltige Getränke werden teilweise mit Neutralalkohol versetzt („aufgespritet“), um einen höheren Alkoholgehalt zu erreichen, zum Beispiel Wermut.

Rechtliches

Kennzeichnungspflicht

Innerhalb der EU besteht eine einheitliche Kennzeichnungspflicht für alkoholhaltige Getränke.
Sie wird durch die Richtlinie 87/250/EWG der Kommission vom 15. April 1987 über die Angabe des Alkoholgehalts als Volumenkonzentration bei der Etikettierung von alkoholhaltigen, für den Endverbraucher bestimmten Lebensmitteln geregelt.
Die Richtlinie ergänzt die Gemeinschaftsbestimmungen der Richtlinie 76/766/EWG über die der Definition des Alkoholgehalts von Getränken und der Richtlinie 79/112/EWG zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Etikettierung und Aufmachung für den Endverbraucher bestimmter Lebensmittel. Die Richtlinie betrifft Getränke mit mehr als 1,2 Volumenprozent Alkoholgehalt. Für eine aktuelle Übersicht zur Kennzeichnungspflicht wird auf den Artikel zum Thema Alkoholgehalt hingewiesen.

Dieser Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Die genannte Richtlinie 87/250/EWG ist mit Wirkung vom 13. Dezember 2014 durch Artikel 53 der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Lebensmittel-Informationsverordnung) aufgehoben.
Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Zwingend erforderlich sind die verwechselungsfreie Angabe der Verkehrsbezeichnung, die Angabe des Herstellers / des Abfüllers, die Behältnisgröße, sowie der Alkoholgehalt der Spirituose in Volumenprozenten.

Der Alkoholgehalt wird mittels EU-einheitlicher Messmethoden ermittelt. Hierzu dienen Alkoholometer (Dichtespindeln) mit EWG-Eichfähigkeit und amtlichen Korrekturtafeln. Da sich nur reine Alkohol-Wasser-Mischungen mit dieser Messmethode ermitteln lassen, muss bei den meisten Spirituosen zuvor eine Probedestillation durchgeführt werden.

Bei der Angabe des Alkoholgehalts sind folgende Abweichungen zugelassen:

0,5 % Vol. bei Bier mit höchstens 5,5 % Vol. Alkoholgehalt und aus Weintrauben hergestellten Getränken der Tarifstelle 22.07 B II des Gemeinsamen Zolltarifs;
1 % Vol. bei Bier mit über 5,5 % Vol. Alkoholgehalt und aus Weintrauben hergestellten Getränken der Tarifstelle 22.07 B I des Gemeinsamen Zolltarifs, Apfelwein, Birnenwein und ähnlichen gegorenen Getränken sowie Getränken aus gegorenem Honig;
1,5 % Vol. bei Getränken mit eingelegten Früchten oder Pflanzenteilen;
0,3 % Vol. bei anderen Getränken.

Deutschland

In Deutschland wird für alle Spirituosen eine noch als Branntweinsteuer bezeichnete Verbrauchsteuer erhoben, die dem Bund zufließt. Die Besteuerung wird von der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein verwaltet. Ihr Aufkommen betrug im Jahr 2001 2,1 Milliarden €. Pro Liter purem Alkohol müssen 13,03 Euro an die Steuerbehörde abgeführt werden, was den zum Teil hohen Preis von Spirituosen im Vergleich zu vergorenen Produkten, wie zum Beispiel Bier, erklärt.
Neben der Verschlussbrennerei, bei der der real erhaltene Alkohol versteuert werden muss, gibt es noch in Teilen Deutschlands die Abfindungsbrennerei. Der dort hergestellte Abfindungsbranntwein wird unter Verzicht auf amtliche Verschlüsse oder Sicherungsmaßnahmen hergestellt. Für den Abfindungsbranntwein wird die Branntweinsteuer im Voraus auf die zu erwartende Alkoholmenge entrichtet. Diese wird in Abhängigkeit zur Menge und Art des Brennmaterials, wie bspw. Kirschmaische, Hefetrub unterschiedlich zugrunde gelegt, d. h. amtlich geschätzt auf Grundlage des zutreffenden Ausbeutesatzes gem. § 120 BrennO.

Laut § 46 Branntweinmonopolgesetz [1] in Verbindung mit § 227 der Brennereiordnung [2] sind Privatpersonen davon befreit, Brennblasen beim Zoll anzumelden, sofern ein maximales Volumen von 0,5 l nicht überschritten wird. Dies bedeutet aber keine Befreiung von der Branntweinsteuer. Die Höhe der Branntweinsteuer kann beim zuständigen Hauptzollamt erfragt werden.

Die Abgabe von Branntwein an Personen unter 18 Jahren ist in Deutschland untersagt.

Österreich

Auch in Österreich gibt es das Branntweinmonopol, das bereits von Maria Theresia herrührt und von der Republik Österreich nach dem Ersten Weltkrieg übernommen wurde. Demnach ist für das Brennen von Schnaps je nach Art der Brennereien (Abfindungs- oder Verschlussbrennerei) die Branntweinsteuer zu entrichten.

Die Abgabe von Branntwein und Branntweinmischgetränken an Jugendliche ist in Österreich verboten. In den meisten Bundesländern liegt die Altersgrenze bei 18 Jahren. Nur in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland lag sie bei 16 Jahren.
Seit 1. Jänner 2019 hat sie jedoch auch dort die Altersgrenze von 18 Jahren.

Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!

Klassifikation von Spirituosen

Branntwein aus Wein

Branntwein ist die allgemeine Bezeichnung für alle aus Wein gebrannten Spirituosen. Daher sind Verkehrsbezeichnungen wie zum Beispiel Tresterbranntwein mittlerweile nicht mehr zulässig. Juristisch und vor allem steuerrechtlich zählen hierzu jedoch auch alle anderen Spirituosen.
Weinbrand ist ein mindestens sechs Monate bzw. bei einem Fassungsvermögen von über 1000 Litern zwölf Monate in Eichenholzfässern gereifter Branntwein.
Armagnac
Cognac
Divin
Pisco

Spirituosen aus Nebenprodukten der Weinherstellung

Tresterbrand oder Trester aus den Pressrückständen der Weinkelterei
Grappa in Italien und in der italienischsprachigen Schweiz
Treber in Österreich
Marc in Frankreich und der französischsprachigen Schweiz, zum Beispiel Marc de Champagne
Tsikoudia und Tsipouro in Griechenland
Kisljarka in Russland
Orujo in Spanien
Tschatscha in Georgien
Komovica in Balkanländer: Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro und Kroatien. Komovica (der Trester heißt in diesen Länder “Komina”) wird oft falsch als Lozovača (“loza” = Weinrebe), gekürzt “Loza” genannt. Als Lozovača dürfte eigentlich nur der klare Branntwein genannt werden, gewonnen nicht aus dem Trester, sondern als Destillat der ganzen Traubenmaische.
Hefebrand aus der nach der Gärung im Fass zurückgebliebenen Hefe (Geläger); frz. „Lie“.

Obstbrände

Hauptartikel: Obstbrand

Obstbrände werden entweder aus den zu Obstwein vergorenen Säften (Most) oder aus der vergorenen Obstmaische destilliert. Letzteres ist der gebräuchliche Weg, da das Auspressen des Saftes als Produktionsschritt wegfällt. Ein Obstbrand kann alternativ auch als Obstwasser oder Obstschnaps bezeichnet werden.

aus Obstwein
Calvados (Frankreich), aus Cidre
aus Obstmaische
Apfelbrand, aus Äpfeln, zum Beispiel Applejack
Träsch (Innerschweiz), aus Birnen und Äpfeln
Kirschwasser, aus Kirschen
Eau de vie (Frankreich), aus Äpfeln, Birnen, Mirabellen, Pflaumen, Kirschen oder Himbeeren
Zwetschgenwasser; Sliwowitz, aus Zwetschgen
Vieille Prune Pflaumenschnaps
Mirabellenbrand
Marillenbrand, aus Aprikosen
Schlehenbrand, aus Schlehdorn
Birnenbrand; Williams sortenrein aus der Williams Christ Birne; Subirer sortenrein aus Sau-Birnen
Quittenbrand, aus Quitten
Dirndlbrand, aus der Kornelkirsche
Mournoraki (Kreta), aus Maulbeeren
Pálinka (Ungarn), aus Äpfeln, Birnen, Pflaumen oder Marillen
Țuică (gesprochen /’ʦuj.kə/) aus Rumänien.
Zibärtle oder Zibartenbrand aus der Zibarte
Elsbeerbrand, frz. „Alisier“, aus den Früchten des Elsbeerbaums
Vogelbeerbrand aus der Vogelbeere oder Eberesche

Ein nur als Obstbrand oder Obstler bezeichneter Schnaps wird aus den Maischen zweier oder mehrerer Obstsorten zusammen gebrannt, die Menge der enthaltenen Obstsorten wird meist in absteigender Reihenfolge angegeben. Obstler wird meist aus Äpfeln und Birnen gebrannt. Für sortenreine Apfelbrände werden in der Regel nur sehr aromatische Sorten wie Braeburn, Goldparmäne oder Jonagold verwendet.

Obstgeiste

Schwarzwälder Himbeergeist

Anders als beim Obstbrand werden für einen Obstgeist Früchte verwendet, die wegen ihres geringen Zuckergehalts nicht zum Vergären geeignet sind, aber viel Aroma besitzen. Die frischen oder tiefgekühlten Früchte werden mit neutral schmeckendem Agraralkohol mazeriert, d. h. darin eingeweicht, sodass sich die Aromen und Farbstoffe im Alkohol lösen. Anschließend wird dieser Frucht-Alkohol-Ansatz destilliert. Geiste stammen typischerweise von Beerenfrüchten wie Holunder-, Vogel-, Heidelbeeren, Hagebutten und insbesondere Himbeeren.

Brombeergeist
Himbeergeist
Schlehengeist

Getreidebrände

Brände auf Basis von Getreide (können teilweise auch aus Kartoffeln hergestellt werden).

Korn

Kornbrand wird nur aus dem vollen Korn von Weizen, Gerste, Hafer, Roggen oder Buchweizen hergestellt.

Korn mit mindestens 32 % Vol. Alkohol
Kornbrand mit mindestens 37,5 % Vol. Alkohol; meistens als Doppelkorn mit 38 % Vol. im Handel.
Weizenkorn oder Weizendoppelkorn sind entsprechende Produkte, die größtenteils aus Weizen gewonnen werden.

Whisk(e)y

Whisky bzw. Whiskey ist aus Getreide, meist Weizen, Gerste, Roggen oder Mais gebrannt und reift meist mehrere Jahre lang in Holzfässern mit einem Fassungsvermögen von bis zu 700 Litern. Whisky wird als Blend oder Single Malt abgefüllt.

Die bekanntesten Sorten sind:

Schottischer Whisky (Scotch Whisky)
Irischer Whiskey (Irish Whiskey)
Amerikanischer Whiskey (Bourbon, Rye, Corn)
Kanadischer Whisky (Canadian Whisky)
Japanischer Whisky
Deutscher Whisky
Hauptartikel: Whisky

Wodka

Wodka ist aus Getreide (Roggen, Weizen), Kartoffeln oder Melasse gebrannt und auch aromatisiert (Zitrone, Mandarine, Vanille, Schwarze Johannisbeere) erhältlich. Reiner Wodka ist fast geschmacksneutral, da das Destillat mittels Aktivkohle von Fuselölen und Aromen befreit wird.

Reis

Spirituosen aus Reis finden sich in allen asiatischen Ländern

Ruou: vietnamesischer Reisschnaps
Kome-Shōchū: japanischer Reisschnaps, der auf Eis oder mit heißem Wasser verdünnt getrunken wird.
Lao Khao ist eine Spirituose aus Thailand, die aus Klebreis destilliert wird.

Hirse

Maotai: chinesischer Hirseschnaps
Waragi: aus Uganda

Sonstige Getreidebrände

Baijiu: verschiedene chinesische Getreidespirituosen
Shōchū: japanischer Schnaps, kann außer Reis auch aus anderen Rohstoffen hergestellt werden.

Brände aus unterirdischen Pflanzenteilen

Enzian besteht aus den unterirdischen Pflanzenteilen einiger großwüchsiger Enzian-Arten.
Topinambur
Soju: koreanischer Süßkartoffelschnaps

Brände aus Zuckerrohr

Rum: meist aus Melasse, seltener Sirup oder Zuckerrohrsaft
Cachaça: aus grünem Zuckerrohr und Zuckerrohrsaft
Mae Kong: meist unkorrekt als Thai-Whisky bezeichnet

Sonstige Brände

Holzbranntwein
Zigarrenbrand

Brände aus Palmwein

Arrak besteht neben Palmsaft oder -wein auch aus vergorener Reismaische. Bekannt ist der Batavia-Arrak aus Java (Indonesien).

Brände aus Agaven

Mezcal: die allgemeine Bezeichnung für Agavenbrände aus Mexiko
Tequila: der bekannteste Mezcal kommt aus der gleichnamigen Stadt Tequila
Sotol: Brände aus Dasylirien aus Mexiko

Likör

Hauptartikel: Likör

Likör ist der Oberbegriff für alkoholische Getränke, die mit mindestens 100 Gramm Zucker pro Liter und aromatischen Zutaten hergestellt werden. Innerhalb der EU ist ein Mindest-Alkoholgehalt von 15 % Vol. festgelegt. Der Alkoholgehalt kann jedoch deutlich höher liegen. Einem Likör kann Rahm, Milch, Obst, Fruchtsaft oder Wein beigegeben werden. Die Auswahl und Möglichkeiten der Aromatisierung sind weit gefächert. Liköre im unteren Preissegment (Partyliköre wie Wodka-Feige, Fernet, Jagdbitter) werden überwiegend synthetisch hergestellt. Natürliche oder naturidentische Aromakonzentrate in Verbindung mit Alkohol und Wasser bilden ihre Basis. Das obere Preissegment bilden Liköre, die in Handarbeit unter großem Zeit- und Arbeitsaufwand durch direkte Mazeration oder Perkolation der natürlichen Aromaträger (Kräuter, Früchte) hergestellt werden. Bestimmte Liköre mit überregionaler Bedeutung sind in ihrer Zusammensetzung und/oder durch ihre geographische Herkunft geschützt. Der Anis-Likör Sambuca beispielsweise muss 350 Gramm Zucker, 1 Gramm natürliches Anethol pro Liter Flüssigkeit und einen Alkoholgehalt von 38 % Vol. aufweisen, um die Bezeichnung Sambuca tragen zu dürfen. Die genauen Bezeichnungen und Regelungen sind im Anhang der Verordnung (EG) Nr. 110/2008 (Spirituosenverordnung) des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Januar 2008 geregelt.

Amaretto
Amarula
Crème de Cassis
Eierlikör enthält Eigelb, Eiweiß und Zucker oder Honig. Der Gehalt an Zucker oder Honig beträgt mindestens 150 Gramm pro Liter, der Gehalt an Eigelb mindestens 140 Gramm pro Liter. Der Mindest-Alkoholgehalt beträgt abweichend 14 % Vol.
Galliano
Grand Marnier

Spirituosen mit Wacholder

Basis für Wacholderschnäpse sind Agraralkohol oder Getreidebrände, die erneut gebrannt werden. Dabei werden entweder die Alkoholdämpfe über die Wacholderbeeren geleitet oder es werden Wacholderbeeren zusammen mit dem Alkohol in die Brennblase gefüllt und gemeinsam destilliert. Es dürfen zusätzlich auch weitere würzende Stoffe zugegeben werden, der Wacholdergeschmack ist jedoch immer die Hauptkomponente.

Gin wird mit einer Vielzahl anderer Kräuter und Gewürze verfeinert: Anis, Fenchel, Kalmus, Kardamom, Koriander, Lavendel, Mandel, Zimt und Kümmel.
Genever mit Kümmel, Anis und Koriander.
Steinhäger

Spirituosen mit Anis (Anisées)

Anisschnaps Anís del Mono aus Spanien

Spirituosen mit Anis (Anisées) werden durch Aromatisieren von Ethanol landwirtschaftlichen Ursprungs mit natürlichen Extrakten von Sternanis, Anis, Fenchel oder anderen Pflanzen, die im Wesentlichen das gleiche Aroma aufweisen, hergestellt. Andere natürliche Pflanzenextrakte oder würzende Samen können ergänzend verwendet werden, jedoch muss der Anisgeschmack vorherrschend bleiben. Eine Spirituose mit Anis darf als „Anis“ bezeichnet werden, wenn ihr charakteristisches Aroma ausschließlich von Anis und/oder Sternanis und/oder Fenchel herrührt.

Arak: vor allem in Syrien, Jordanien, Israel, Palästina, im Libanon und Irak verbreitet.
Aguardiente: ein Schnaps aus Zuckerrohr und Anis verbreitet in Kolumbien.
Ouzo wird durch Destillation oder Einmaischen mit Anis- und gegebenenfalls Fenchelsamen, des Mastix eines auf der Insel Chios beheimateten Mastixstrauchs und von anderen würzenden Samen, Pflanzen und Früchten aromatisiert und stammt ausschließlich aus Griechenland. Ouzo muss farblos sein und darf einen Zuckergehalt von bis zu 50 Gramm pro Liter haben.
Pastis enthält außerdem natürliche Extrakte aus Süßholz und hat einen Zuckergehalt von weniger als 100 Gramm pro Liter.
Rakı: in der Türkei und auf dem Balkan
Sambuca: italienischer Digestif aus Anis, der mit verschiedenen Kräutern und Gewürzen aromatisiert ist, einen hohen Zuckergehalt und einen für einen Likör untypisch hohen Alkoholgehalt von etwa 40 % Vol. aufweist.

Spirituosen mit Kümmel

Spirituose, die durch Aromatisieren mit Kümmelsaat gewonnen wird. Andere natürliche Aromastoffe und Aromaextrakte sowie naturidentische Aromastoffe können zugesetzt werden, der Charakter des Erzeugnisses muss aber vom Kümmel oder Dill geprägt sein.

Kümmel, auf plattdeutsch Köm genannt, ist ein aus Kümmel hergestellter Schnaps, der besonders in Norddeutschland getrunken wird.
Aquavit erhält sein Aroma, indem Destillate mit Kümmel und/oder Dillsamen überzogen werden. Andere natürliche oder naturidentische Aromastoffe dürfen mitverwendet werden, der Kümmelgeschmack muss vorherrschend sein, Bitterstoffe dürfen nicht dominieren.

Spirituosen / Liköre aus Wurzeln

Bärwurz: die Wurzeln werden mit Neutralalkohol versetzt und destilliert, ähnlich einem Geist.
Blutwurz: ein Mazerat der Wurzeln wird zu einem Likör oder einer Spirituose weiterverarbeitet.

Spirituosen mit bitterem Geschmack oder Bitter

Spirituosen mit vorherrschend bitterem Geschmack werden als Bitter bezeichnet. Die Abgrenzung zu den Likören ist fließend; sofern ein Bitter zugleich ein Likör ist, können die Verkehrsbezeichnungen wahlweise verwendet werden.

Absinth: Spirituose zwischen 45 und 85 % Vol. Alkohol mit Wermut, Anis, Fenchel sowie einer Reihe weiterer Kräuter

Spirituosenkonsum in Deutschland

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Spirituosen lag in der Bundesrepublik Deutschland 1960 bei 4,2 Litern im Jahr, stieg bis 1976 auf 8,4 Liter und sinkt seitdem kontinuierlich. 1991 lag er in den alten Bundesländern bei 6,2 l, in den neuen Bundesländern jedoch mit 12,9 l mehr als doppelt so hoch. Nach Schätzungen des Bundesverbands der Deutschen Spirituosenindustrie (BSI) sank er dort in den 1990er Jahren rapide (1999: 6,3 l, gesamtdeutsch 5,9 l). 2009 und 2010 lag der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei 5,4 l.[5]

Damit nahm 2010 jeder Deutsche ungefähr 1,8 Liter reinen Alkohol in Form von Spirituosen zu sich. Zum Vergleich: Der jährliche Bierkonsum betrug im gleichen Jahr 107 l (entspricht ca. 5,2 l Alkohol), beim Wein waren es 20,5 l (entspricht 2,3 l Alkohol), bei Schaumwein 3,9 l (entspricht 0,4 l Alkohol).[6]

Spirituosenindustrie

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Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2012

Der weltweit größte Spirituosenhersteller ist Diageo mit umgerechnet ca. 18 Milliarden Euro Jahresumsatz und einer Verkaufsmenge von 960 Millionen Liter (2012), gefolgt von Pernod Ricard (2011/2012: 8,2 Mrd. Euro, 870 Mio. Liter), Bacardi (2011: umgerechnet ca. 3,3 Mrd. Euro, 330 Millionen Liter), Beam Global (2011: umgerechnet ca. 2,1 Mrd. Euro, 270 Mio. Liter), Brown-Forman (2011/2012: umgerechnet ca. 2,8 Mrd. Euro, 180 Mio. Liter) und der Campari-Gruppe (2012: ca. 1,2 Mrd. Euro).[7]

Die in Deutschland produzierende Spirituosenbranche ist überwiegend mittelständisch geprägt und größtenteils im Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure organisiert.

Im Jahr 2010 waren in der deutschen Spirituosenindustrie knapp 3.000 Mitarbeiter in 50 Betrieben (mit mehr als 20 Mitarbeitern) beschäftigt. Bezogen auf die alten Bundesländer ist somit die Anzahl der Betriebe seit 1960 auf etwa ein Zehntel, die der Beschäftigten auf etwa ein Fünftel gesunken. Der Umsatz der Branche belief sich im Jahr 2010 auf gut 2,5 Milliarden Euro.[8]

Die Produktion in Deutschland – bezogen auf Flaschen zu 0,7 Liter – lag 1970 bei 489 Millionen Flaschen, erreichte 1976 615 Mio. Flaschen und sank danach bis Ende der 1980er Jahre kontinuierlich auf etwa 400 Mio. Flaschen (alle Zahlen nur alte Bundesländer). Nach der Wiedervereinigung 1990 stieg die gesamtdeutsche Produktion kurzzeitig bis auf 801 Mio. Flaschen im Jahr 1994 an und ist seitdem wieder rückläufig. 2010 wurden in Deutschland 507 Mio. Flaschen produziert. Die Exporte haben sich im gleichen Zeitraum vervielfacht: Lagen die bundesdeutschen Exporte 1970 noch bei 5 Millionen Flaschen, waren es in den 1990er Jahren bereits über 100 Millionen (alte und neue Länder), 2010 239 Millionen Flaschen. Die Importe nach Deutschland haben sich seit 1990 (194 Millionen Flaschen) bis 2010 (423 Millionen Flaschen) mehr als verdoppelt. Einschließlich der Spirituosen-Mixgetränke lag das Gesamtangebot auf dem deutschen Markt damit 2010 bei knapp 700 Millionen Flaschen.[9]

Den größten Anteil am Gesamtangebot (ohne Spirituosen-Mixgetränke) hatten mit 29 % die Liköre, gefolgt von Korn und anderen klaren Spirituosen (etwa 15 %), Rum, Arrak, Taffia (14 %), Wodka (14 %), Weinbrand, Cognac und Armagnac (10 %), Whisk(e)y (9 %), Obstbränden (5 %), Sonstigen Spirituosen (3 %) und schließlich Gin, Genever und Wacholder (1 %).[10]

Innerhalb der Europäischen Union werden die meisten Spirituosen im Vereinigten Königreich hergestellt (2009: 11,5 Millionen Hektoliter), gefolgt von Frankreich (6 Millionen Hektoliter), Deutschland (3,7 Mio. hl), Polen und Italien (jeweils 3,2 Mio. hl). Damit machten diese fünf Länder 71 % der Spirituosenproduktion unter den 27 EU-Mitgliedstaaten aus. Bezogen auf den Wert der hergestellten Spirituosen ergibt sich eine etwas andere Rangfolge, hier liegt Deutschland auf Platz 4 hinter Portugal. Insgesamt produzierten die europäischen Spirituosenhersteller im Jahr 2009 39 Millionen Hektoliter Spirituosen im Wert von über 23 Milliarden Euro.[11] Im Jahr 2010 produzierten 61 Betriebe in Deutschland Spirituosen. Der Umsatz der deutschen Spirituosenindustrie betrug im Jahr 2011 rund 2,37 Milliarden Euro.[12]

Verwandte Themen

Im Rumtopf dienen Spirituosen zur Konservierung von Früchten.

Regionale Bezeichnungen

Schabau ist eine vor allem im Rheinland und auch Teilen Südwestfalens gebräuchliche umgangssprachliche Bezeichnung für hochprozentige Spirituosen, sprich Schnaps. Aus Köln stammt der Ausspruch: „Schabau määt schlau!“ (Schnaps macht schlau!). Das Wort ist eine Umformung aus dem seit 1650 bekannten „Vinum Sabaudicum“ (Savoyer Wein).
Schluck ist im norddeutschen Raum neben Schnaps die umgangssprachliche Bezeichnung für hochprozentige Spirituosen.
Ruß in Sachsen, vor allem im Leipziger Raum.

Siehe auch

Verordnung (EG) Nr. 110/2008 (Spirituosenverordnung)

Weblinks

 Wiktionary: Spirituose – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Spirituosen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

↑ Verordnung (EG) Nr. 110/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates (PDF) vom 15. Januar 2008, Artikel 2 Absatz 1

↑ Verordnung (EG) Nr. 110/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates (PDF) vom 15. Januar 2008, Anhang II, 41. Eierlikör oder Advocaat/Avocat/Advokat

EWG-Verordnung Nr. 1576/89 des Rates vom 29. Mai 1989 zur Festlegung der allgemeinen Regeln für die Begriffsbestimmung, Bezeichnung und Aufmachung von Spirituosen

Verordnung (EG) Nr. 110/2008 des europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Januar 2008 zur Begriffsbestimmung, Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung von Spirituosen sowie zum Schutz geografischer Angaben für Spirituosen und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 1576/89

↑ Pro-Kopf-Verbrauch an Spirituosen, Daten des Statistischen Bundesamtes und Berechnungen des Bundesverbands der Deutschen Spirituosen-Industrie e.V., aufgerufen am 29. Dezember 2011.

↑ Pro-Kopf-Verbrauch an verschiedenen alkoholhaltigen Getränken, Daten des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, des Deutschen Brauerei-Bunds, des Deutschen Weinbauverbands, des Verbands Deutscher Sektkellereien und des Bundesverbands der Deutschen Spirituosen-Industrie e.V., aufgerufen am 29. Dezember 2011.

↑ Die größten Spirituosenhersteller, Wirtschaftswoche online, Beitrag vom 31. Juli 2013, abgerufen am 27. Februar 2014.

↑ Struktur der Spirituosenindustrie, Daten des Statistischen Bundesamtes auf der Website des Bundesverbands der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e.V., aufgerufen am 29. Dezember 2011. Bis 2007 wurden in der Statistik allerdings auch Betriebe zwischen 10 und 20 Mitarbeitern berücksichtigt.

↑ Spirituosenbilanz, Daten des Statistischen Bundesamtes auf der Website des Bundesverbands der Deutschen Spirituosen-Industrie e.V., aufgerufen am 29. Dezember 2011. Die Zahlen weisen allerdings zum Teil Doppelzählungen auf.

↑ Anteile der Spirituosenarten am Gesamtmarktangebot, Daten des Statistischen Bundesamtes und Berechnungen des Bundesverbands der Deutschen Spirituosen-Industrie e.V., aufgerufen am 29. Dezember 2011.

↑ Industry Statistics – Volume and Value of Spirits Produced (englisch), Produktionsstatistiken der European Spirits Organisation (Europäischer Dachverband der Spirituosenindustrie), aufgerufen am 10. Januar 2012.

↑ Spirituosen: Zahlen und Informationen Abgerufen am 24. April 2013.

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4182358-8 (AKS)

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Sanitätsdienst (auch Sanität oder Sanitätswesen genannt und allgemein SanD abgekürzt; von lateinisch „sanitas“ ‚„Gesundheit“‘) ist die Bezeichnung für Dienste von Sanitätern, welche die notfallmedizinische Versorgung von Verletzten oder Verwundeten übernehmen.

Inhaltsverzeichnis

1 Allgemein
2 Weitere Verwendungen in Deutschland
3 Andere Staaten
4 Literatur
5 Weblinks

Allgemein

Sanitätsdienst (Katastrophenschutz): ein Fachdienst zur Bewältigung großer Schadensereignisse mit einem Massenanfall von Verletzten oder im Katastrophenfall
Sanitätsdienst der Polizei: Arbeitsmedizinischer Dienst der Polizei, notfallmedizinische Versorgung in polizeilichen (Gefahren-)Lagen und bei Veranstaltungen bzw. Lehrgängen der Polizei
Betrieblicher Sanitätsdienst: organisierte Erste Hilfe und zum Teil auch arbeitsmedizinischer Dienst in Betrieben
Demo-Sanitäter bei Demonstrationen
Sanitätswachdienst: geplante medizinische Versorgung für Teilnehmer und Besucher bei Veranstaltungen
Schulsanitätsdienst: Erste Hilfe an Schulen
Militärischer Sanitätsdienst: militärische Einheiten, die mit dem Sanitätswesen der Streitkräfte betraut sind
für die deutsche Bundeswehr siehe hierfür auch:
Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr: ein Organisationsbereich bei der deutschen Bundeswehr
Sanitätsdienst Heer: eine Truppengattung im deutschen Heer
Marinesanitätsdienst
Reservelazarettorganisation

Weitere Verwendungen in Deutschland

Luftschutz-Sanitätsdienst (historisch): ein Fachdienst des ehemaligen Luftschutzhilfsdienstes
Sanitätswesen (KZ) (in nationalsozialistischen Konzentrationslagern)

Andere Staaten

Royal Army Medical Corps im Vereinigten Königreich
Sanitätsdienst des Bundesheeres in Österreich
Sanitätsdienst der Streitkräfte der Vereinigten Staaten

Literatur

Helmut Busse: Soldaten ohne Waffen. Zur Geschichte des Sanitätswesens. Berg am See 1990.
Jens Diem, Thomas Harbaum: Der Sanitätsdienst im Einsatz (1960 bis heute) – Anforderungen an Konzepte und moderne Versorgungsstrukturen. In: Christian Willy (Hrsg.): Weltweit im Einsatz – der Sanitätsdienst der Bundeswehr 2010. Auftrag – Spektrum – Chancen. Beta-Verlag, Bonn 2009, ISBN 978-3-927603-91-2, S. 18–27.
Ralf Vollmuth: Verloren im wissenschaftshistorischen Niemandsland. Die Geschichte des Sanitätsdienstes als Desiderat der Forschung. In: Wehrmedizin und Wehrpharmazie. 2012, Heft 3, S. 49–51.

Weblinks

Hans Rudolf Fuhrer: Sanität. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4051583-7 (AKS)

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Rhetorik Geschichte der Rhetorik Begriff der Rhetorik System der Rhetorik Hermeneutik Ethik und Rhetorik Studium und Studiengänge in Rhetorik Berühmte historische Reden Zitate texte zur Geschichte der Rhetorik Belege Navigationsmenü aus Würzburg

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Dieser Artikel behandelt allgemein die Theorie der Rede; zum gleichnamigen Werk von Aristoteles siehe Rhetorik (Aristoteles).

Klassische Personifikation der Rhetorik als regina artis, d. h. Königin der freien Künste (Darstellung aus den Mantegna Tarocchi, Norditalien um 1470)

Rhetorik (altgriechisch ῥητορική (τέχνη) .mw-parser-output .Latn{font-family:”Akzidenz Grotesk”,”Arial”,”Avant Garde Gothic”,”Calibri”,”Futura”,”Geneva”,”Gill Sans”,”Helvetica”,”Lucida Grande”,”Lucida Sans Unicode”,”Lucida Grande”,”Stone Sans”,”Tahoma”,”Trebuchet”,”Univers”,”Verdana”}rhētorikḗ (téchnē), deutsch ‚die Redekunst‘), ist die Kunst der Rede.[1] Sie war schon in der griechischen Antike als Disziplin bekannt und spielte insbesondere in den meinungsbildenden Prozessen Athens und anderer Poleis eine herausragende Rolle. Die Aufgabe der Rede ist es, den Zuhörer von einer Aussage zu überzeugen oder zu einer bestimmten Handlung zu bewegen. Als Kunst der Rede stellt die Rhetorik hierzu die Mittel bereit, als Theorie der Überzeugung analysiert sie diese. Insofern enthält Rhetorik immer eine Doppelaufgabe und soll sowohl Kunst als auch Wissenschaft sein. Zum einen geht es um die Kunst, Menschen von einer Ansicht zu überzeugen oder zu einer Handlung zu bewegen, zum anderen um die Wissenschaft vom wirksamen Reden.

Schon bevor die erste ausdrückliche Theorie der Überzeugung von Aristoteles ausgearbeitet worden war, gab es die Praxis der Rhetoriklehrer und existierten entsprechende Handbücher. Die Fähigkeit, die Redekunst kundig und erfolgreich zu handhaben wurde für so wichtig gehalten, dass das gesamte Erziehungssystem (die sogenannte Paideia) der Antike darauf ausgerichtet war, einen künftigen Redner heranzubilden. Insofern war die Rhetorik nicht ein Fach neben anderen, sondern das Leitfach, an dessen Bedürfnissen sich alle anderen zu orientieren hatten. Am Modell der Gerichtsrede wurde das System der Rhetorik entwickelt und schulmäßig gelehrt.

Die Rhetoriker gehörten teilweise zur Bewegung der Sophisten und legitimierten die Überredung mit der Ansicht, dass eine Wahrheit nicht existiere oder wenn, nicht erkennbar sei. Im Mittelalter war die Rhetorik neben der Logik und Grammatik der Bestandteil des Triviums des in der Antike entstandenen Kanons der Sieben freien Künste.

Faksimile der 1870 zerstörten Straßburger Handschrift des Hortus Deliciarum der Herrad von Landsberg von Christian Moritz Engelhardt (1818): Die Philosophie mit den sieben freien Künsten. Die Rhetorik mit stilus und tabula (Diptychon) rechts neben der an der Spitze stehenden Grammatik. Die Umschrift lautet: Causarum vires per me, Rhetor alme, requires. (Von mir, lieber Redner, wirst du die Kräfte für die Prozesse beziehen.)

Zur Verachtung der Rhetorik kam es schließlich vonseiten der Aufklärung, die nach unbedingter Wahrheit strebte, und mehr noch vonseiten der Romantik, der es um die Authentizität der Gefühle ging. Neben ihren sonstigen Überredungsstrategien, die geeignet sind, das Urteil des Adressaten zu manipulieren, führte dazu nicht zuletzt auch ihr Arbeiten mit erstarrten konventionellen Topoi, da auch diese vorhandene Vorurteile bestätigen, indem sie an tatsächliche oder auch nur vermeintliche Erfahrungen des Adressaten anknüpfen. Die Rhetorik galt seither nicht mehr als Ziel und Ausweis von Bildung, sondern als Medium des Truges und der Unwahrheit. Ihre Kenntnis wurde nun vor allem als nötiges Rüstzeug zur Analyse und Kritik ihrer Strategien betrachtet. Der Mißbrauch der Rhetorik durch die Diktatoren des 20. Jahrhunderts für propagandistische Zwecke tat ein Übriges. Sowohl der Rückgriff auf die rhetorische Praxis und die Verwendung antisemitischer Topoi bzw. Stereotype (z. B. „Ewiger Jude“, „Wanderjude“, „zersetzender jüdischer Geist“, „jüdischer Geiz“, „jüdische Weltverschwörung“ usw.) durch Adolf Hitler und andere nationalsozialistische Führungsfiguren wie den Reichspropagandaminister Joseph Goebbels (Sportpalastrede) als auch die hohe politische Bedeutung, welche die Rhetorik in den sozialistischen Diktaturen als sogenannte sozialistische Rhetorik erlangte, die mit spezieller gesellschaftspolitischer Wortwahl und Ausdeutung der politischen Verhältnisse im Sinne der Staatsideologie die Autorität des Regimes und seiner Repräsentanten zu stützen hatte, trugen entscheidend zu ihrer weiteren Diskreditierung bei. Die Rhetorik wurde nun, vor allem in der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere von Fachvertretern von Fächern wie der Politologie, Soziologie und Erziehungswissenschaft als gefährliche Waffe der Demagogie angesehen, die nur durch Vermittlung der Kenntnis ihrer psychologischen Grundlagen, des Durchschauens ihrer Wirkmechanismen und der angemessenen Bewertung ihrer Folgen unschädlich zu machen sei. Die Vermittlung dieser Kenntnisse und Kompetenzen habe im Rahmen einer Bildungskonzeption zu erfolgen, die schwerpunktmäßig auf Demokratieerziehung ausgerichtet werden müsse. Dem Durchschauen rhetorischer Strategien und Techniken sowie der kritischen Auseinandersetzung mit tradierten und unhinterfragt weiter verwendeten Topoi, Vorurteilen, Narrativen und Stereotypen komme hierbei entscheidende Bedeutung zu.

Wissenschaftliche Arbeiten zur Rhetorik beschäftigen sich – vor allem seit der Mitte des 20. Jahrhunderts – überwiegend mit dem Gespräch sowie mit Fragen der Rede- und Gesprächspädagogik; ihre Forschungen kommen unter anderen aus der Sprechwissenschaft, der Sprachwissenschaft (vor allem dem Sprachgebrauch in der Werbesprache), der Psychologie, der Pädagogik und der Soziologie.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte der Rhetorik

1.1 Rhetorik in der Antike
1.2 Römische Rhetorik
1.3 Rhetorik in der Neuzeit
1.4 Rhetorik im 20. und 21. Jahrhundert

2 Begriff der Rhetorik
3 System der Rhetorik

3.1 Die fünf Produktionsstadien einer Rede
3.2 Redegattungen
3.3 Redeteile
3.4 Wirkungsweisen einer Rede
3.5 Stilhöhen einer Rede
3.6 Stilmittel
3.7 Monolog und Dialog

4 Hermeneutik
5 Ethik und Rhetorik
6 Studium und Studiengänge in Rhetorik
7 Berühmte historische Reden
8 Zitate
9 Quellentexte zur Geschichte der Rhetorik

9.1 Klassische Texte

10 Literatur

10.1 Geschichte der Rhetorik
10.2 Theorie der Rhetorik
10.3 Reflexion über die Praxis der Rhetorik

11 Weblinks
12 Belege

Geschichte der Rhetorik

Rhetorik in der Antike

Hauptartikel: Rhetorik der Antike

Die Geschichte der Rhetorik beginnt in der griechischen Antike. In den Stadtstaaten des antiken Griechenlands, in denen alle männlichen Vollbürger an den politischen und rechtlichen Entscheidungen mitwirken konnten, spielte die Rhetorik eine große Rolle. Streitigkeiten, beispielsweise um offene Grundstücksfragen nach Tyrannenvertreibungen oder um unterschiedliche politische Positionen, die für die Allgemeinheit relevant waren, führten dazu, sich eingehender mit der Kunst der öffentlichen Rede zu beschäftigen. Wer zu seinem Recht kommen wollte, musste sein Anliegen vor Gericht persönlich vortragen können. Da die Mehrheit der Bevölkerung hierzu selbst nicht ausreichend gebildet war, suchte sie sich Redelehrer – wie Korax oder dessen Schüler Gorgias –, die ihr beim Verfertigen der Reden halfen oder ihr diese Arbeit ganz abnahmen.

Zwar hat es die praktische Beredsamkeit schon immer gegeben (bereits die Homerischen Epen reflektieren darüber), deren ausdrückliche Lehre als Kunst entwickeln sich jedoch erst im 5. Jahrhundert v. Chr. aus praktischen Bedürfnissen heraus. So entstanden die ersten Lehrbücher der Rhetorik, die alle Arbeitsschritte von der Konzeption der Rede, dem Finden und Anordnen passender Argumente und deren wirkungsvoller sprachlichen Ausgestaltung bis zum Auswendiglernen der Rede und dem mündlichen Vortrag regelten. Korax befasste sich als einer der ersten mit der überzeugenden Rede und dem Wahrscheinlichkeitsschluss. Wesentliche Elemente der Rhetorik, wie die Beweismittel, Indizien und die Schlussfolgerung, die Überredung und der richtige Zeitpunkt zum Anführen eines bestimmten Argumentes, tauchen hier, allerdings noch unsystematisch, bereits auf.

Auch in Platons Dialogen (Gorgias) werden Auseinandersetzungen über die Redekunst geführt. Die zentrale Unterscheidung ist dabei die zwischen den Philosophen und den Sophisten. Der Unterschied wird erkenntnistheoretisch wie ethisch begründet: Den Sophisten geht es nur um die Überredungskraft der Rede, selbst wenn das Gegenüber von Falschem oder Widersprüchlichem überzeugt werden soll. Diese Position ist zwar erfolgreich, aber ethisch fragwürdig; den wahren Philosophen kann es nur darum gehen, durch die Rede zur Wahrheit hinzuführen. Sokrates wird dabei die Erfindung der Mäeutik (im metaphorischen Sinne) zugeschrieben, der „Hebammenkunst“ des geschickten Fragens und Ausdeutens von Paradoxen, mit deren Hilfe ein Gegenüber schließlich „von selbst“ zur Wahrheit finden soll. Eine positiv verstandene Rhetorik muss deshalb, wie Platon im Phaidros ausführt, Seelenlenkung (Psychagogie) sein. Es ist heute jedoch umstritten, ob die platonischen Dialoge nicht nur eine Sophistik eigener Art vorführen.

Aristoteles entwickelte in seiner Rhetorik als erster eine systematische Darstellung der Redekunst. Er definiert sie als „Fähigkeit, bei jeder Sache das möglicherweise Überzeugende (pithanon) zu betrachten“[2] und sieht sie als Gegenstück zur Argumentationstheorie der Dialektik.[3] Er unterscheidet zwischen drei Formen der Überzeugung:[4] der Glaubwürdigkeit des Redners (ethos), dem emotionalen Zustand des Hörers (pathos) und dem Argument (logos).

Das Argument hält er für das essentiellste Instrument.[5] Der Rhetoriker überzeugt vor allem dadurch, dass er aus den vorliegenden Überzeugungen der Zuhörer die gewünschte These ableitet. Diese Form des Arguments nennt Aristoteles Enthymem.[6] Für diese Enthymeme liefert er zahlreiche Konstruktionsanleitungen – sogenannte Topoi –, etwa:

„Ein weiterer (Topos ergibt sich) aus dem Eher und Weniger, wie zum Beispiel: ‚Wenn schon die Götter nicht alles wissen, dann wohl kaum die Menschen.‘ Denn das bedeutet: Wenn etwas dem, dem es eher zukommen könnte, nicht zukommt, dann ist offensichtlich, dass es auch nicht dem zukommt, dem es weniger zukommen könnte.“

– Rhetorik II 23, 1397b12–15

Aristoteles kritisiert an seinen Zeitgenossen das sachfremde Erregen von Emotionen, etwa wenn der Angeklagte seine Familie während der Verhandlung auftreten lässt, um auf diese Weise Mitleid zu erregen. Hierdurch werde ein sachbezogenes Urteil verhindert.[7] Seine eigene Theorie der Emotionserregung zielt hingegen darauf ab, dass bestehende Sachverhalte hervorgehoben und so nur adäquate Emotionen gefördert, inadäquate jedoch verhindert werden.[8] Der Charakter des Redners überzeugt schließlich dann, wenn er glaubwürdig erscheint, d. h. wenn er wohlwollend, gut und tugendhaft ist.[9] Die optimale sprachliche Form einer Rede sei dann erreicht, wenn sie primär klar, dabei aber weder banal noch erhaben erscheint.[10] Hierdurch werde sowohl das Verständnis als auch die Aufmerksamkeit gefördert. Für besonders geeignet hierzu hält er das Stilmittel der Metapher.

Römische Rhetorik

Nach einer Phase der Ablehnung der griechischen Rhetoriklehrer etablierte sich der Rhetorikunterricht auch in Rom. Die erste lateinische Rhetorik ist die anonyme Rhetorica ad Herennium. Etwa gleichzeitig entstand Ciceros Jugendwerk De inventione. Weitere rhetorische Schriften Ciceros sind Orator, Brutus, die Partitiones oratoriae und vor allem der Dialog De oratore, die Krönung von Ciceros Beschäftigung mit der Rhetorik. Auch nach dem Ende der Republik blieb der Rhetorikunterricht zentral, verlor allerdings seinen Sitz im Leben in der römischen Kultur. Zeugnis hierfür ist der Dialogus de oratoribus des Tacitus. In der Forschung spricht man bisweilen auch von einem Prozess der Literarisierung der Rhetorik, die nun zur Grundlage der Literaturproduktion wird (Horaz). Mit Quintilian wird am Ende des 1. Jh. n. Chr. erstmals ein Professor für Rhetorik bestellt. Seine Institutio oratoria in zwölf Büchern ist die Summe des antiken Nachdenkens über Rhetorik.

Das traditionelle mittelalterliche und frühneuzeitliche Bild der Rhetorik als Herrin über Redekunst, Jurisprudenz und Dichtung, umgeben von berühmten Vertretern dieser Disziplinen (Holzschnitt aus Gregor Reischs Margarita Philosophica, 4. autorisierte Ausgabe Basel 1517)

Im Mittelalter werden Ciceros De inventione und Quintilians Institutio oratoria zur Grundlage des Rhetorikunterrichts im Rahmen des Triviums aus Grammatik, Dialektik, Rhetorik, das an den Universitäten Europas das Grundstudium und die Grundlage jeder gelehrten Tätigkeit bildete. Zu sehr seltenen Erscheinungen gehören die fünf erhaltenen lateinischen Schulreden des Laurentius von Durham aus der Mitte des zwölften Jahrhunderts, die sich als Gerichtsreden vor einem pfalzbischöflichen Gericht ausgeben.[11]

Rhetorik in der Neuzeit

Für die gesamte Frühe Neuzeit (16.–18. Jahrhundert) bildet die Rhetorik die unbestrittene Grundlage der Literatur und ihrer Theorie, der Poetik. Dichter wie Martin Opitz oder Georg Philipp Harsdörffer verfassten deutschsprachige Poetiken, deren Struktur und Inhalt sich am Vorbild der Rhetoriken orientierte. Das Gedicht galt als Rede im Sinne der Lobrede, und vom Poeten wurde Gelehrsamkeit und rhetorische Schulung verlangt. Vorbild für diesen Prozess der Vernakularisierung war die lateinische Gelehrtenkultur der Frühen Neuzeit.

Die Aufklärung warf hingegen der Rhetorik vor, von rationaler Erkenntnis abzulenken. Noch stärker abgewertet wurde sie gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit dem Aufkommen der Genieästhetik unter deutschen Intellektuellen. Reden sollten nunmehr überzeugend wirken, weil sie aus dem Inneren der Seele oder des Herzens flossen, und nicht mehr, weil eine bestimmte Technik möglichst geschickt angewandt wurde. Insofern geriet die Rhetorik im 18. Jahrhundert unter den moralisch eingefärbten Verdacht, eine strategisch-manipulative „Verstellungskunst“ zu sein.[12]
Diese Abwertung führte dazu, dass im Laufe des 19. Jahrhunderts die Rhetorik als Lehrfach zunehmend verschwand. Goethe, der einer der größten Gegner der rhetorischen Kunstlehre war und diese als Schule des Verstellens bezeichnete, hatte dabei selbst eine rhetorische Ausbildung genossen. Die Rhetorik fördere das Aufwieglertum und sei eine Technik, mit der es dem Redner möglich sei, „gewisse äußere Vorteile im bürgerlichen Leben zu erreichen“. Immanuel Kant wertet in seiner Kritik der Urteilskraft die Rednerkunst als eine Methode ab, sich der Schwächen des Gegners zu bedienen, weshalb sie „gar keiner Achtung würdig“[13] sei.

In einer Zeit, als man unter Rhetorik nur noch die Technik der Rede, des Gesprächs und der Textanalyse verstand, erhielt sie neue Bedeutung von gesellschaftspolitischer Seite, vor allem durch Karl Marx und andere Sozialrevolutionäre. Im Kommunismus entwickelte sich eine sozialistische Rhetorik mit spezieller Wortwahl. Sie deutete die politischen Verhältnisse im Sinne des Marxismus und stützte auf kämpferische Weise die Argumentation seiner Vertreter und ihre Überzeugungskraft. Dadurch geriet aber in bürgerlichen Kreisen die Redekunst als Ganzes in ein schiefes Licht.

Walter Jens (Univ. Tübingen) führt das schlechte Ansehen der Rhetorik in Deutschland u. a. auf das feudalistische System vieler Territorialherren zurück. Die Rhetorik sei vom Wesen her Sprachmacht der Vernunft, die über Moral und Humanität reflektiere und keine bloße Technik. Die abendländische Beredsamkeit sei aber durch das Untertanendenken zur Dürftigkeit deutscher Zeremonialrhetorik abgesunken. Bismarck selbst, obwohl ein großer Redner, habe die Rhetorik verachtet und sei stolz darauf gewesen, kein Rhetor gewesen zu sein. In der Missachtung des Wortes gegenüber der Tat zeigten sich Reste einer Untertanengesinnung, die nur Befehlen und Gehorchen kenne. Dieses Fehlen einer rhetorischen Tradition sei in Deutschland, anders als in England und Frankreich, ein Grund für die Anfälligkeit gegenüber massenpsychologischer Propaganda gewesen. Auch für Nietzsche beginnt die Bedeutung der Rede erst mit der politischen Form der Demokratie.

In Frankreich dagegen, wo seit dem Mittelalter der Einfluss der antiken Rhetoriker am meisten spürbar war (im geistlichen Bereich u. a. Jacques Bénigne Bossuet und Louis Bourdaloue), wurde durch die Französische Revolution ein weiterer Aufschwung in der öffentlichen Beredsamkeit ausgelöst. In England förderte das Parlament die Ausbildung von Rhetorikern, wie William Pitt, Edmund Burke, William Ewart Gladstone, Charles James Fox und Thomas Babington Macaulay.

Rhetorik im 20. und 21. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert wurde die Rhetorik von einer Reihe von Theoretikern aus unterschiedlichen Perspektiven (Studium der Massenkultur, Theorie der Argumentation, Grundlegung der Literaturwissenschaft etc.) wiederentdeckt. Prominente Vertreter dieses erneuerten Interesses an der Rhetorik sind Roland Barthes, Ed Black, Wayne Booth, Kenneth Burke, Karlyn Kohrs Campbell, Dale Carnegie, Edward P. J. Corbett, Jacques Derrida, G. Thomas Goodnight, Groupe µ, James Kinneavy, Richard A. Lanham, Paul de Man, Michael Calvin McGee, Marie Hochmuth Nichols, Jean Paulhan, Chaim Perelman, Robert M. Pirsig, I. A. Richards, Stephen Toulmin, Lucie Olbrechts-Tyteca und Richard M. Weaver.

Dennoch wird Rhetorik nur an einer deutschsprachigen Universität als eigenes Fach gelehrt – an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Von 1963 bis 1988 hatte Walter Jens (1923–2013) diesen Lehrstuhl inne; er wurde für ihn eingerichtet. Es war der erste dieser Art in Deutschland seit 1829. Nachfolger wurde bis 2009 Gert Ueding (* 1942), einer seiner Schüler; dessen Nachfolger wurde Dietmar Till.

An der Fernuniversität Hagen gibt es einen „Lehrstuhl Öffentliches Recht, juristische Rhetorik und Rechtsphilosophie“.

An der Paris-Lodron-Universität in Salzburg besteht seit 2008 ein fakultätsübergreifendes Angebot, ein großes Rhetorik-Zertifikat zu erwerben. Die Sprechwissenschaft und Sprecherziehung hingegen beschäftigt sich lehrend und forschend überwiegend mit der angewandten rhetorischen Kommunikation. In der modernen Linguistik werden rhetorische Fragen beispielsweise im Rahmen der Gesprächsanalyse behandelt. Inzwischen wurde die rhetorische Tradition auch in der Literaturwissenschaft rehabilitiert. Als „Gebrauchsrhetorik“, etwa als Rhetorik für Manager, hat sie wieder einen Platz in den Bücherregalen.

Begriff der Rhetorik

Rhetorik war schon immer Kunstlehre und Kunstübung zugleich, sowohl eine soziale Praxis als auch deren Theorie. Bis ins 17. Jahrhundert erfolgte eine Differenzierung einerseits in die rhetorica oder rhetorica docens als Bezeichnung für die Theorie („Redekunst“), andererseits in die oratoria, eloquentia oder rhetorica utens für die Praxis („Beredsamkeit“). Im 20. Jahrhundert etablierte sich im deutschsprachigen wissenschaftlichen Bereich die terminologische Unterscheidung zwischen Allgemeiner Rhetorik (für die Theorie) und Angewandter Rhetorik (für die Praxis). Rhetoriktrainer und Ratgeberautoren ignorieren dies allerdings weitgehend.

Dieser „doppelte Doppelcharakter von Rhetorik“, der allgemein zur Begriffsverwirrung beiträgt, wurde von Richard Albrecht zusammenfassend damit erklärt, dass unter Rhetorik „einerseits und allgemein Intention und Proposition von Sprechhandeln als linguistisches Phänomen, andererseits und spezifisch Wissenschaft von der öffentlichen Rede(-kunst)“ verstanden werde.[14]

Unter Angewandter Rhetorik wird die Disziplin der praktischen Rede verstanden. Dabei macht jemand bewusst oder unbewusst Gebrauch von den Regeln und Techniken, die im historisch entstandenen System der Allgemeinen Rhetorik formuliert sind. Als konkrete Anleitung zur verbalen wie schriftlichen Kommunikation umfasst sie die Ausbildung und Übung des wirkungsorientierten Sprechens, Verhaltens und Schreibens. Erkenntnisse der Sprechwissenschaft und Sprecherziehung fließen heute ebenso in sie ein wie Erkenntnisse der Psychologie und Linguistik (Sprachlehre). Die Angewandte Rhetorik bezieht sich vor allem auf die Redepraxis in der Wirtschaft, in der Politik und vor Gericht; doch sind auch das therapeutische Gespräch oder die private Kontroverse von ihr geprägt. Da sie sich nicht nur auf den Monolog, sondern ebenso auf den Dialog bezieht, beschäftigt sie sich ebenso mit Dialektik (im sokratischen Sinne) und wird gelegentlich auch als Gesprächsrhetorik (siehe Sprecherziehung) bezeichnet.

System der Rhetorik

Die fünf Produktionsstadien einer Rede

Von der Idee bis hin zum Vortrag sind fünf Schritte (lateinisch officia oratoris bzw. rhetorices partes) zu durchlaufen:

inventio: Auffindung der Argumente; wichtigstes Hilfsmittel ist dabei die Topik.
dispositio: Gliederung des Vortrags.
elocutio: die Einkleidung der Gedanken in Worte („Redeschmuck“; lat. ornatus); die sprachliche Gestaltung (Wortwahl, rhetorische Stilmittel, kommunikative Direktion, Satzbau, Pausen).
memoria: Einprägen der Rede für das auswendige Vortragen; Auswendiglernen mittels Mnemonik (z. B. durch bildliche Vorstellungen).
actio/pronuntiatio: öffentlicher Vortrag, bei dem stimmliche, mimische und gestische Mittel eingesetzt werden, also sowohl verbal (Lautstärke, Tempo und Pausensetzung, Artikulation, Timbre, Prosodie) als auch nonverbal (Mimik; Gestik; Blick- bzw. Augenkontakt, Physiognomie, persönliche Präsenz, Körpersprache) kommuniziert wird.

Redegattungen

Aristoteles unterschied in seiner Rhetorik drei Gattungen:

Gerichtsrede (gr. γένος δικανικόν génos dikanikón, lat. genus iudiciale)
Beratungsrede; politische Entscheidungsrede (gr. γένος συμβουλευτικόν génos symbouleutikón, lat. genus deliberativum)
Lob- und Festrede (gr. γένος ἐπιδεικτικόν génos epideiktikón, lat. genus demonstrativum oder genus laudativum)

Während in der Gerichtsrede über Vergangenes geurteilt wird (zum Beispiel: Hat der Angeklagte Herrn XY ermordet?), geht es in der politischen Entscheidungsrede um ein in der Zukunft liegendes Thema (zum Beispiel: Soll Krieg geführt werden oder nicht?). In beiden Fällen aber geht es um eine aktive Entscheidung, die durch die Rede beeinflusst werden soll. Im Falle der Lob- und Festrede dagegen bleibt das Publikum weitgehend unbeteiligt.

In der weiteren Geschichte der Rhetorik wurde diese Gattungstrias normativ verstanden. Erst in der Spätantike wurde sie um weitere rhetorische Textsorten wie den Brief, den Lehrvortrag (Sachrede) oder die Predigt erweitert. In der Sachrede werden dem Zuhörer feststehende Tatsachen nahegebracht. Die Predigt ist dazu da, dem Publikum aus der Bibel (vor allem dem Evangelium) zu erzählen und diese(s) zu erklären und verständlich zu machen.

Redeteile

Die einzelnen gedanklichen Abschnitte einer Rede werden bezeichnet als partes orationis ‚Teile einer Rede‘.

Einleitung (exordium/prooemium) – Der Redner versucht, das Wohlwollen des Publikums zu erlangen und seine Aufmerksamkeit sicherzustellen.
Erzählung (narratio) – Darauf folgt eine Schilderung des Sachverhaltes, um den es geht; bei der Gerichtsrede wird hier der Fall erzählt.
Gliederung (propositio) der nachfolgenden Beweisführung.
Beweisführung (argumentatio) – Der eigentlich argumentierende Teil der Rede, in dem der Redner für die Glaubwürdigkeit seiner Sache argumentiert (confirmatio). Kann auch die Widerlegung der gegnerischen Argumente umfassen (confutatio).
Redeschluss (peroratio/conclusio) – Schluss: Hier kann z. B. noch einmal an die Emotionen des Publikums appelliert werden.

Wirkungsweisen einer Rede

Hauptartikel: Officia oratoris

Officia oratoris heißen die Wirkungsweisen der Rede:

docere et probare ‚belehren und argumentieren‘
conciliare et delectare ‚gewinnen und erfreuen‘
flectere et movere ‚rühren und bewegen‘

Stilhöhen einer Rede

Die antike Stiltheorie unterschied v. a. drei Stilebenen für Reden, die teilweise lose mit den Wirkungsweisen verknüpft wurden. Welche Stilebene wann zu wählen sei, war Gegenstand heftiger Debatten, von denen etwa Ciceros Orator Zeugnis ablegt. Cicero plädiert dafür, die Stilebene je nach dem Gegenstand der Rede zu wählen:

genus humile oder subtile: schlichter Stil ähnlich der Alltagssprache, arbeitet besonders mit einfacher Argumentation
genus medium oder mixtum: mittlerer bzw. gemischter Stil, typisch etwa für den wissenschaftlichen Vortrag
genus grande oder sublime: gehobener bzw. erhabener Stil, steht der dichterischen Sprache nahe, arbeitet stark mit Affekterzeugung

Stilmittel

Die Stilmittel untergliedern sich in Tropen und Figuren. Tropen sind Ausdrucksweisen, die sich vom gewöhnlichen Sprachgebrauch dadurch abheben, dass der übliche, eigentliche Ausdruck ersetzt wird. Je nach dem semantischen Verhältnis zwischen dem ersetzenden und dem ersetzten Wort lassen sich die Tropen in Typen untergliedern: Metapher, Metonymie, Synekdoche, Emphasis, Hyperbel, Antonomasie, Ironie, Litotes, Periphrase. Figuren dagegen betreffen entweder die Anordnung der Wörter, figurae elocutionis, die sich untergliedern in figurae per adiectionem: Geminatio, Anapher, Epipher, Polyptoton (Wiederholung eines Wortes in unterschiedlichem Kasus), der Enumeratio (Aufzählung), des Epitheton (formelhafter schmückender Zusatz), des Polysyndeton (wiederholte Setzung von Bindewörtern) und zahlreiche weitere; figurae per detractionem wie Ellipse (Auslassung), Zeugma (Sprache) (Zuordnung eines Teilgliees zu mehreren einander koordinierten Gliedern), Asyndeton (Verzicht auf Bindewörter); figurae per ordinem: Anastrophe (Rhetorik) (ungewöhnliche Wortfolge), Hyperbaton (Sperrung), Isokolon (koordinierte Nebeneinanderstellung mehrere Kola). Oder sie betreffen ganze Sätze oder Satzbestandteile, figurae sententiae, die sich untergliedern in: Figuren der Publikumszugewandtheit wie der Anrede, der Obsecratio (Anflehen), der Licentia (Selbstermächtigung), der Apostrophe (Abwendung vom Publikum zu einem andren Gesprächspartner), der Frage, der Subjectio (Fiktiver Dialog), der Dubitatio (Zweifel); Figuren der Sachzugewandtheit, darunter semantische Figuren wie der Finitio (Begriffsbestimmung), der Conciliatio (Verwendung eines gegnerischen Arguments gegen diesen), der Correctio (Verbesserung des zunächst gewählten eigenen Ausdrucks), Antitheton (Die Gegenüberstellung), der Commutatio (Gegenüberstellung eines Gedankens und seiner Umkehrun als Parallelismus oder Chiasmus) und weitere, affektische Figuren wie der Exclamatio (Ausruf), der Evidentia (Verdeutlichung durch Aufzählung von Einzelheiten), der Sermocinatio (Charakterisierung durch Zitate), die Fictio personae (Personifikation, Belebung von Gegenständen) und weitere.

Siehe auch: Rhetorisches Stilmittel und Liste rhetorischer Stilmittel

Monolog und Dialog

Für den freien Vortrag (Monolog) nutzt der Redner verschiedene rhetorische Figuren, Thesen, Prämissen und Argumente. Das Argument steigert hier die Prämisse oder These durch eine gezielte Konklusion, mit der der Redner sein Gegenüber zu überzeugen sucht. Durch die Anordnung dieser Elemente in der freien Rede (Steigerung, Reihung, Dialektik etc.) erzeugt der Sprecher Aufmerksamkeit und Spannung beim Publikum.

Im Dialog eines Gespräches gewinnt die Interaktion besondere Bedeutung. Weit mehr als beim Vortrag, der durchaus auch gewisse Interaktionen bilden kann, hat der Redner nun auf die verbalen und nonverbalen Reaktionen seines Gegenübers zu reagieren. Hierbei spielen gerade die körpersprachlichen Signale als Gradmesser der emotionalen Verfassung eines Gesprächspartners eine besonders große Rolle, die mitunter widersprüchlich sein kann. Sind nonverbale und verbale Aussagen unstimmig, spricht man von Inkongruenz. Die Anordnung der rhetorischen Elemente im Dialog hängt also vor allem von der Wirkung ab, die er erzielt.

Hermeneutik

Die Rhetorik ist auch literaturwissenschaftliche Hilfslehre für die zentrale Aufgabe der Hermeneutik. Hier fragt sie nach den Strategien der Darstellung, der Leserführung und der internen Wirkungsabsicht von Texten. Mit dem textkritischen Wissen der Rhetorik können schriftliche Quellen auf ihre Überzeugungsstrategien hin analysiert werden.

Ethik und Rhetorik

Antike Büste von Cicero

Gedanken zur Ethik sind von jeher Bestandteil der Rhetorik. Wann handelt es sich bei einer Rede (noch) um ein legitimes Beeinflussen von Einstellungen? Wo beginnt Manipulation? Heiligt der Zweck alle Mittel? – Ein Konflikt um diese Fragen entwickelte sich in der Antike bereits zwischen den Sophisten (etwa Gorgias, Isokrates) und den Philosophen (etwa Sokrates, Platon). Damit eng verbunden war die Frage nach einer „letzten“ Wahrheit, die Klarheit darüber hätte schaffen können, wie und wovon man überzeugen darf.

Viele antike Autoren entwickelten Vorstellungen davon, welche Mittel der Rhetorik ethisch legitim seien und die Akzeptabilität der Rede erhöhten. Bei Aristoteles etwa heißt es: „Dadurch, wie der Redner erscheint, gewinnen wir Vertrauen, und das ist dann der Fall, wenn er als rechtschaffener oder freundlich gesinnter Mensch oder als beides erscheint.“[15] Ethik im Sinne der charakterlichen Prägung des Redners zählt für ihn – neben Leidenschaftserregung und Argumentation – zu den drei Überzeugungsmitteln. Vor ihm war es bereits Isokrates (370 v. Chr.), der in seiner Rede Nikokles die so genannte Goldene Regel als Empfehlung für den Redner formulierte.

Im antiken Rom sind es insbesondere Cicero, Quintilian und Seneca, die ein Idealbild des Redners als orator perfectus (Cicero) oder vir bonus (Quintilian) entwerfen und somit Beredsamkeit, Weisheit und tugendhaftes Leben miteinander verknüpfen.

Im Mittelalter zeigt sich die Ethik als Form angewandter Rhetorik unter anderem darin, dass Thomas von Aquin strenge Regeln für einen „scholastischen Disput“ formulierte. Diese Streitgespräche erzwangen das Zuhören als eine Form der Wertschätzung. Bevor jemand seinen eigenen Standpunkt in diesen Übungsreden darstellen durfte, musste er vorher den gegnerischen Redebeitrag sinngemäß richtig mit eigenen Worten wiedergeben können (Paraphrasierung). Andernfalls wurde er disqualifiziert.

Das Ende der Rhetorik wird in der Literatur häufig mit Immanuel Kant in Verbindung gebracht, der die Position vertrat, dass die mit der Rhetorik oft einhergehende Ausnutzung der Mitmenschen „gar keiner Achtung würdig“[13] sei.

Wenn in Deutschland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Zahl der Vorbehalte gegenüber der Rhetorik zunahm, so war dies auch auf ihre einseitige Instrumentalisierung durch den Nationalsozialismus zurückzuführen. Die Zeit des Nationalsozialismus und ihre Gräuel können als eine Konsequenz einer Rhetorik ohne ethisches Fundament angesehen werden. Kritiker erkennen in dieser Argumentation allerdings selbst eine rhetorische Figur und verweisen auf das sprachwissenschaftliche Werk Victor Klemperers, der die Sprache des Dritten Reiches, ihre Euphemismen und Verschleierungen aus der Perspektive eines von Verfolgung bedrohten Juden erforschte. Schimpfworte, Diffamierungen und Kampfbegriffe sind ebenfalls Teil der Sprache, können jedoch – entgegen der These, dass es keine böse Sprache, sondern nur böse Redner gebe – kaum als neutral angesehen werden.

Dass in der deutschen Sprache das Verb „überreden“ als anrüchig empfunden und stattdessen von „überzeugen“ als Ziel der Rhetorik gesprochen wird – eine Differenzierung, die Griechen und Römer noch nicht kannten – mag auch als Beleg für die Relevanz einer ethisch orientierten Redekultur gewertet werden.

Der Gebrauch von rhetorischen Strategien an sich wird daher nicht als illegitim angesehen und ist auch in der heutigen Politik üblich. Er dient der Meinungsbildung, solange der Öffentlichkeit eine Beeinflussungsabsicht bewusst ist und die Möglichkeit zum Vergleich mit anderen Ansichten besteht. Die Aufgabe, solche Strategien zu erkennen und zu bewerten, liegt beim Bürger.

Studium und Studiengänge in Rhetorik

Schon in der Antike konnte man Rhetorik studieren. Als Beispiel sei hier das Rhetorikstudium an der alten Universität Trier genannt. Auch heute kann man Rhetorik als eigenständigen Studiengang oder als Teilgebiet im Fach Sprechwissenschaft und Sprecherziehung studieren. An folgenden deutschen Hochschulen wird das Fach Rhetorik angeboten:

Hochschule

Studiengang

Abschluss

Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart

Rhetorik[16]

Master

Eberhard Karls Universität Tübingen

Rhetorik[17]

Bachelor / Master

Universität des Saarlandes

Germanistik mit Schwerpunkt in Sprechwissenschaft und Sprecherziehung[18]

Master

Universität Koblenz-Landau

Unternehmenskommunikation und Rhetorik / Business Communication and Rhetoric[19]

Weiterbildungsmaster

Friedrich-Schiller-Universität Jena

Sprechwissenschaft und Phonetik[20]

Bachelor

Philipps-Universität Marburg

Speech Science mit Spezialisierung in Sprechwissenschaft[21]

Master

Universität Regensburg

Speech Communication and Rhetoric in Sprechwissenschaft und Sprecherziehung[22]

Weiterbildungsmaster

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Sprechwissenschaft[23]

Bachelor / Master

Darüber hinaus kann Rhetorik auch als Teilbereich innerhalb des Bachelorstudiengangs Sprecherziehung und Sprechkunst an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart studiert werden.

Berühmte historische Reden

Buddha: Erste Lehrrede im Wildpark von Sarnath, ca. 508 v. Chr.
Gorgias: Lob der Helena, ca. 480 v. Chr.
Perikles: Gefallenenrede, Winter 431/30 v. Chr., Athen.
Sokrates: Verteidigungsrede, 399 v. Chr., Athen.
Isokrates: Rede über den Frieden, um 355 v. Chr., Athen
Demosthenes: Kranzrede, 330 v. Chr., Athen.
Marcus Tullius Cicero: Reden gegen Verres, 70 v. Chr., Rom; In Catilinam orationes quattuor Vier Reden gegen Catilina.
Marcus Antonius: Rede bei Caesars Begräbnis, 20. März 44 v. Chr., Rom;[24] literarisch nachgestaltet von William Shakespeare in seinem Drama Julius Caesar (3. Aufzug, 2. Auftritt), um 1599, erster Druck 1623
Jesus von Nazaret: Bergpredigt, um 29 n. Chr.
Jesus von Nazaret: Endzeitrede, um 30 n. Chr.
Mohammed: Eure Würde ist unantastbar, Abschiedswallfahrt, März 632.
(zugeschrieben) Otto I.: Rede vor der Schlacht auf dem Lechfeld, 10. August 955, bei Augsburg.
Urban II.: Aufruf zum Ersten Kreuzzug, 27. November 1095, Clermont
Martin Luther: Verteidigungsrede, 18. April 1521, Worms.
Thomas Müntzer: Fürstenpredigt, 13. Juli 1524, Schloss Allstedt
Karl V.: Abdankungsrede, 25. Oktober 1555, Brüssel
Elisabeth I.: Tilbury-Rede, 9. August 1588, Tilbury.
Friedrich II.: Rede vor der Schlacht bei Leuthen, 3. Dezember 1757, Parchwitz (Prochowice)
Friedrich Schiller: Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?, 26. Mai 1789, Jena
Maximilien de Robespierre: Über die Prinzipien der politischen Moral (Sur les principes de morale politique), 17. Pluviôse II = 5. Februar 1794, Paris
Ludwig Uhland: Rede gegen das Erbkaisertum, 22. Januar 1849, Frankfurt am Main
Häuptling Seattle: Meine Worte sind wie die Sterne, Januar 1854.
Abraham Lincoln: Gettysburg Address, 19. November 1863, Gettysburg (Pennsylvania).
Fjodor Michailowitsch Dostojewski: Puschkin-Rede, 8. Juni 1880, Moskau.
Vivekananda: Rede vor dem Weltparlament der Religionen, 11. September 1893, Chicago.
Wilhelm II.: Hunnenrede, 27. Juli 1900, Bremerhaven.
Mahatma Gandhi: Über die Gewaltlosigkeit, 1922.
Gustav Stresemann: Beim Empfang des Friedensnobelpreises, 29. Juni 1927.
Otto Wels: Rede gegen das Ermächtigungsgesetz, 23. März 1933, Berlin.
Winston Churchill: Blut, Schweiß und Tränen, 13. Mai 1940, London.
Joseph Goebbels: Sportpalastrede, 18. Februar 1943, Berlin.
Thomas Mann: Deutschland und die Deutschen, 6. Juni 1945, Washington D.C.
Ernst Reuter: Rede vor dem Reichstagsgebäude, 9. September 1948, Berlin
Nikita Sergejewitsch Chruschtschow: Über den Personenkult und seine Folgen, 25. Februar 1956, Moskau.
John F. Kennedy: Frage nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst (Ask what you can do for your country; Antrittsrede als Präs. 1961); Ich bin ein Berliner, 26. Juni 1963, Berlin.
Martin Luther King: I have a dream, 28. August 1963, Washington D.C.
Malcolm X: By any means necessary, 1965.
Richard von Weizsäcker: Die doppelte Befreiung, 8. Mai 1985, Bonn.
Joschka Fischer, Rede zum Kosovokrieg auf dem Sonderparteitag der Grünen 1999 in Bielefeld: „Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Gegner, geliebte Gegner!“.

Zitate

„Eine gute Rede hat einen guten Anfang und ein gutes Ende – und beide sollten möglichst dicht beieinander liegen.“ (.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}Mark Twain)
„In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst.“ (Augustinus von Hippo)
„Die Redekunst ist die allerumfassendste Kunst.“ (Augustinus von Hippo)
„Daher ist es erforderlich, Kunstfertigkeit anzuwenden, ohne dass man es merkt, und die Rede nicht als verfertigt, sondern als natürlich erscheinen zu lassen – dies nämlich macht sie glaubwürdig.“ (Aristoteles)
rem tene, verba sequentur.” (Cato der Ältere, 234–149 v. Chr., deutsch: „Beherrsche die Sache, dann folgen auch die Worte“)
„Eine gute Rede ist wie ein Bikini – knapp genug, um spannend zu sein, aber alle wesentlichen Stellen abdeckend.“ (John F. Kennedy)
„Wählen Sie für Ihre Reden Themen, die Ihnen am Herzen liegen.“ (Dale Carnegie)

Quellentexte zur Geschichte der Rhetorik

Klassische Texte

Platon: Gorgias.
Platon: Phaidros.
Aristoteles: Rhetorik.
Rhetorica ad Herennium.
Cicero: De inventione – Über das Finden des Stoffes.
Cicero: Brutus.
Cicero: Orator.
Cicero: De oratore – Über den Redner.
Quintilian: Institutio oratoria – Ausbildung des Redners.
Tacitus: Dialogus de oratoribus – Gespräch über die Redner.

Literatur

Karl-Heinz Göttert: Einführung in die Rhetorik. 4. Auflage. München 2009.
Wolfram Groddeck: Reden über Rhetorik. Zu einer Stilistik des Lesens. Stroemfeld/Nexus, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-86109-107-0.
Gregor Kalivoda u. a.: Rhetorik. In: Gert Ueding (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Band 7, WBG, Darmstadt 2005, Sp. 1423–1740. (auch als Separatdruck: Gert Ueding (Hrsg.): Rhetorik: Begriff – Geschichte – Internationalität. Niemeyer, Tübingen 2005, ISBN 3-484-68120-9)
Josef Kopperschmidt: Wir sind nicht auf der Welt, um zu schweigen: Eine Einleitung in die Rhetorik. de Gruyter, Berlin / Boston 2018, ISBN 9783110548907
Rouven Soudry (Hrsg.): Rhetorik – eine interdisziplinäre Einführung. Heidelberg 2006.

Geschichte der Rhetorik

Øivind Andersen: Im Garten der Rhetorik. Die Kunst der Rede in der Antike. Darmstadt 2001, ISBN 3-534-14486-4.
Werner Eisenhut: Einführung in die antike Rhetorik und ihre Geschichte. 5. Auflage. Darmstadt 1994, ISBN 3-534-04177-1.
Johannes Fried (Hrsg.): Dialektik und Rhetorik im früheren und hohen Mittelalter. Rezeption, Überlieferung und gesellschaftliche Wirkung antiker Gelehrsamkeit vornehmlich im 9. und 12. Jahrhundert (= Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien, Bd. 27) München 1997, ISBN 978-3-486-56028-2 (Digitalisat)
Erik Gunderson (Hrsg.): The Drama of Rhetoric at Rome. In: Cambridge Companion to Ancient Rhetoric. Cambridge University Press, Cambridge 2009, ISBN 978-0-521-67786-8.
Handbuch der Altertumswissenschaft. 2,3.
Gregor Kalivoda: Wissenschaftsbegriff, -geschichte der Rhetorik. In: Gert Ueding (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Band 10, WBG, Darmstadt 2011, Sp. 1451–1486.
Joachim Knape: Allgemeine Rhetorik. Stationen der Theoriegeschichte. Stuttgart 2000.
Urs Meyer: Politische Rhetorik. Paderborn 2001, ISBN 3-89785-111-3.
Franz-Hubert Robling: Redner und Rhetorik. Studie zur Begriffs- und Ideengeschichte des Rednerideals. Hamburg 2007, ISBN 978-3-7873-1834-6.
Franz-Hubert Robling: Rhetorikgeschichtsschreibung. In: Gert Ueding (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Band 10, WBG, Darmstadt 2011, Sp. 1079–1099.
Klaus Semsch: Abstand von der Rhetorik. Strukturen und Funktionen ästhetischer Distanznahme von der ‚ars rhetorica’ bei den französischen Enzyklopädisten. (= Studien zum 18. Jahrhundert. 25). Felix Meiner, Hamburg 1999, ISBN 3-7873-1396-6.
Craig R. Smith: Rhetoric & human consciousness: a history. 2. Auflage. Prospect Heights, 2003, ISBN 1-57766-174-5.
Wilfried Stroh: Die Macht der Rede. Eine kleine Geschichte der Rhetorik im alten Griechenland und Rom. Berlin 2009, ISBN 978-3-550-08753-0.
Brian Vickers, unter Mitarbeit von Sabine Köllmann: Mächtige Worte – Antike Rhetorik und europäische Literatur. Berlin 2008, ISBN 978-3-8258-1191-4.
Volkhard Wels: Triviale Künste. Die humanistische Reform der grammatischen, dialektischen und rhetorischen Ausbildung an der Wende zum 16. Jahrhundert. Berlin 2000. Zweite Auflage. im open acces verfügbar: urn:nbn:de:kobv:517-opus-51433

Theorie der Rhetorik

Die maßgebliche Darstellung des Systems und der Begrifflichkeit der antiken Rhetorik ist:

Heinrich Lausberg: Handbuch der literarischen Rhetorik. Eine Grundlegung der Literaturwissenschaft. 4. Auflage. Steiner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-515-09156-5.
Ulla Fix u. a. (Hrsg.): Rhetorik und Stilistik. Zwei Bände, de Gruyter, Berlin 2008 und 2009, ISBN 978-3-11-013710-1 (Teil 1) / Teil 2: ISBN 978-3-11-017857-9 (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft, Band 31).
Andreas Hetzel: Die Wirksamkeit der Rede. Zur Aktualität klassischer Rhetorik für die moderne Sprachphilosophie. Bielefeld 2011, ISBN 978-3-8376-1543-2.
Joachim Knape: Was ist Rhetorik? Reclam, Stuttgart 2000, ISBN 3-15-018044-9.
Chaim Perelman, Lucie Olbrechts-Tyteca: Die neue Rhetorik. Eine Abhandlung über das Argumentieren. Hrsg. von Josef Kopperschmidt. Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 2004, ISBN 3-7728-2229-0 / ISBN 3-7728-2229-0.
Heinrich F. Plett: Systematische Rhetorik. Konzepte und Analysen. Uni-Taschenbücher UTB 2127 / Fink, München 2000, ISBN 3-8252-2127-X (UTB) / ISBN 3-7705-3442-5 (Fink).
Helmut Schanze, Josef Kopperschmidt (Hrsg.): Rhetorik und Philosophie. Fink, München 1989, ISBN 3-7705-2586-8.
Gert Ueding (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Rhetorik. Band 1ff., Tübingen 1992ff, (bisher erschienen: Band 1–9 ISBN 978-3-484-68100-2, sowie Band 10: Nachträge A–Z, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-023424-4; ein Register steht noch aus).

Reflexion über die Praxis der Rhetorik

Hans Jürgen Apel, Lutz Koch (Hrsg.): Überzeugende Rede und pädagogische Wirkung. Zur Bedeutung traditioneller Rhetorik für pädagogische Theorie und Praxis. Juventa Verlag, Weinheim/ München 1997.
Albert Bremerich-Vos: Populäre rhetorische Ratgeber. Tübingen 1991.
Andrea Hausberg: Analyse politischer Sprache an Hand aktueller Beispiele. Rhetorisch-argumentative Strategien in Reden zum Irak-Krieg. Saarbrücken 2007.
Josef Kopperschmidt (Hrsg.): Hitler der Redner. München 2003, ISBN 3-7705-3823-4.
Jan C. L. König: Über die Wirkungsmacht der Rede. Strategien politischer Eloquenz in Literatur und Alltag. Vandenhoeck & Ruprecht unipress, Göttingen 2011, ISBN 978-3-89971-862-1.
Helmut Schanze: Zwei Rhetoriken? Zu Friedrich Kittlers und Joachim Dycks Kontroverse über die Aufgaben der Germanistik. In: Thomas Müller, Johannes G. Pankau, Gert Ueding (Hrsg.): „Nicht allein mit den Worten“. Festschrift für Joachim Dyck zum 60. Geburtstag. Frommann-Holzboog, Stuttgart–Bad Cannstatt 1995, ISBN 3-7728-1703-3, S. 258–265.
Ludwig Reiners, Stilkunst. Ein Lehrbuch deutscher Prosa. verbesserte Neuauflage. Beck, München 1951, ISBN 3-406-34985-4.
Peter Sprong: Das befreite Wort. Nicolai Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89479-644-0.

Weblinks

 Wiktionary: Rhetorik – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Rhetorik – Zitate
Uni Kiel: Liste von Tropen und Figuren (PDF-Datei; 69 kB)
International Society for the History of Rhetoric (englisch)
Georg Jäger, Studien zur Rhetorik der Goethezeit (PDF-Datei)
Andreas Sentker: Rhetorik: Einfach überzeugen. In: Die Zeit. 4. Mai 2016, abgerufen am 6. Juni 2016. 

Belege

↑ manchmal auch als „Beredsamkeit“ bezeichnet

↑ Rhetorik I 2, 1355b26 f.

↑ Aristoteles, Rhetorik I 1, 1354a1.

↑ Aristoteles, Rhetorik II 1, 1356a2–4.

↑ Aristoteles, Rhetorik I 1, 1355a7 f.

↑ Christof Rapp: Aristoteles. Rhetorik, Berlin 2002, Band 2, S. 223–240.

↑ Aristoteles, Rhetorik I 1.

↑ Christof Rapp: Aristoteles. Rhetorik. Berlin 2002, Band II, S. 543–583.

↑ Aristoteles, Rhetorik I 2, 1356a5–11; II 1, 1378a6–16.

↑ Aristoteles, Rhetorik III 2, 1404b1–4.

↑ Ediert von Udo Kindermann: Die fünf Reden des Laurentius von Durham. In: Mittellateinisches Jahrbuch. Band 8, 1971, S. 108–141.

↑ Ursula Geitner: Die Sprache der Verstellung. Studien zum rhetorischen und anthropologischen Wissen im 17. und 18. Jahrhundert. Niemeyer, Tübingen 1992 (= Communicatio, Bd. 1), ISBN 3-484-63001-9.

↑ a b Immanuel Kant: Kritik der Urteilskraft, Akademie-Ausgabe, Druckähnliche Darstellung im Bonner Kant-Korpus, Band V, S. 165–487, dort, S. 327; Fußnote. Online verfügbar unter: korpora.org.

↑ Richard Albrecht: „Zerstörte Sprache – Zerstörte Kultur“: Ernst Blochs Exil-Vortrag vor siebzig Jahren. Geschichtliches und Aktuelles. In: Bloch-Jahrbuch. Band 13, 2009, S. 223–240, S. 228.

↑ Aristoteles, Rhetorik 1366a.

↑ Institut für Sprechkunst und Kommunikationspädagogik der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart: Homepage.

↑ Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen: [1].

↑ Fachgebiet für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung der Universität des Saarlandes, Saarbrücken: Homepage.

↑ in Kooperation mit der Universität des Saarlandes, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät: Homepage.

↑ Institut für Germanistische Sprachwissenschaft der Universität Jena: Homepage.

↑ Institut für Germanistische Sprachwissenschaft der Universität Marburg: Homepage.

↑ Lehrgebiet Mündliche Kommunikation und Sprecherziehung der Universität Regensburg: Homepage.

↑ Seminar für Sprechwissenschaft und Phonetik der Universität Halle-Wittenberg: Homepage.

↑ Nur bruchstückhaft und tendenziell überliefert bei Appian (Ἐμφύλια – Bella civilia 2, 143–147; 3, 35) und Cassius Dio (Römische Geschichte, Buch 44, Kapitel 36–49).

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4076704-8 (AKS)

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Die Edelmetalle im PSE:
Gelb – klassisches Edelmetall;
orange – Halbedelmetall;
hellgrün – kurzlebiges radioaktives Edelmetall

H

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Edelmetalle sind Metalle, die korrosionsbeständig sind, das heißt die in natürlicher Umgebung unter Einwirkung von Luft und Wasser dauerhaft chemisch stabil sind. Aufgrund dieser Stabilität sind Gold und Silber seit dem Altertum zur Herstellung von Schmuck und Münzen in Gebrauch. In den letzten vier Jahrhunderten wurden zusätzlich die Platinmetalle entdeckt, die ähnlich korrosionsbeständig sind wie Gold. Auf den Weltmärkten spielen heute vor allem Gold, Silber, Platin und Palladium eine Rolle. Alle Edelmetalle und Halbedelmetalle zählen zu den Schwermetallen.

Inhaltsverzeichnis

1 Edelmetalle im klassischen Sinn
2 Halbedelmetalle
3 Kurzlebige radioaktive Edelmetalle
4 Unedle Metalle
5 Weitere korrosionsbeständige Metalle
6 Reaktionen der Edelmetalle
7 Physikalische Auffassung vom Edelmetallcharakter
8 Chemisches Verständnis von Edelmetallen
9 Umgangssprache
10 Siehe auch
11 Weblinks
12 Einzelnachweise

Edelmetalle im klassischen Sinn

Zu den Edelmetallen im klassischen Sinn gehören Gold, Silber und die Platinmetalle. Teilweise wird auch noch Quecksilber zu den Edelmetallen gezählt, obwohl es in vieler Hinsicht reaktiver als die anderen Edelmetalle ist. Edelmetalle korrodieren bei Raumtemperatur an Luft entweder gar nicht oder nur äußerst langsam und in sehr geringem Umfang, so wie Silber, wenn es mit (Spuren von) Schwefelwasserstoff in Berührung kommt. Der Silbergegenstand wird dabei nicht beschädigt, es bildet sich nur eine extrem dünne Schicht von schwarzem Silbersulfid. Auch von Salzsäure werden die Edelmetalle nicht angegriffen. Sie zeichnen sich ferner dadurch aus, dass viele ihrer Verbindungen thermisch nicht stabil sind. So werden Silberoxid und Quecksilberoxid beim Erhitzen in ihre Elemente zerlegt. Edelmetalle entstehen wie andere Elemente, die schwerer sind als Wasserstoff, durch Nukleosynthese.

Wo werden Edelmetalle gefördert? Die Karte zeigt insbesondere die Standorte von Goldbergwerken
(Die Basisquelle für diese Karte[1] nimmt allerdings keine genauere Unterscheidung vor)

Halbedelmetalle

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Theorie der Redoxreaktionen verfeinert. Neue Reaktionswege wurden entdeckt. Des Weiteren entwickelte man die elektrochemische Methode der Potentiometrie, mit der man die Stärke von Reduktionsmitteln und Oxidationsmitteln genau messen und vergleichen konnte. Dies gestattete auch eine verfeinerte Einteilung der Metalle nach ihrem edlen oder unedlen Charakter. Zu den Halbedelmetallen gehören demnach solche, die nicht unter Wasserstoffbildung mit wässrigen Lösungen nichtoxidierender Säuren wie zum Beispiel Salzsäure oder verdünnte Schwefelsäure reagieren. Das liegt an ihrem Standardpotential, welches höher als dasjenige des Wasserstoffs ist. Diese Metalle sind auch gegen Luftsauerstoff weitgehend inert. Aus diesem Grund kommen sie in der Natur gelegentlich gediegen vor.

Klassische Edelmetalle und die Halbedelmetalle Kupfer und Rhenium

Metalle wie Bismut und Kupfer liegen mit ihrem Standardpotential deutlich näher am Wasserstoff als die klassischen Edelmetalle. An Luft korrodieren sie schneller, und in oxidierenden Säuren wie konzentrierter Schwefelsäure oder halbkonzentrierter (30-prozentiger) Salpetersäure lösen sie sich zügig.
Im chemischen Sinne sind Halbedelmetalle also alle Metalle, die in der elektrochemischen Spannungsreihe ein positives Standardpotential gegenüber Wasserstoff besitzen, ansonsten aber nicht so korrosionsbeständig wie klassische Edelmetalle sind. Nach dieser Definition ist auch das künstliche und radioaktive Technetium als halbedel zu bezeichnen.
Diese Halbedelmetalle nehmen also eine Zwischenstellung zwischen den klassischen edlen und unedlen Metallen ein. Selbst Nickel und Zinn werden von einigen Autoren dazugezählt, obwohl ihr Standardpotential etwas unter dem Wasserstoff liegt.

Kurzlebige radioaktive Edelmetalle

Theoretische Überlegungen aufgrund quantenmechanischer Berechnungen sprechen dafür, dass auch die künstlichen Elemente Bohrium, Hassium, Meitnerium, Darmstadtium, Roentgenium und Copernicium Edelmetalle sind. Praktische Bedeutung kommt diesen Metallen allerdings nicht zu, da ihre bekannten Isotope äußerst instabil sind und schnell (mit typischen Halbwertszeiten von einigen Sekunden, höchstens von wenigen Minuten) radioaktiv zerfallen.

Unedle Metalle

Klar abzugrenzen sind die unedlen Metalle wie Aluminium, Eisen und Blei. Da ihr Standardpotential kleiner als das von Wasserstoff ist, werden sie von nichtoxidierenden Säuren angegriffen. Das kann, wie beim Blei, auch recht langsam erfolgen. Nichtoxidierend bedeutet hierbei, dass sich kein stärkeres Oxidationsmittel als das Wasserstoffion in der Lösung befindet.

Weitere korrosionsbeständige Metalle

Neben den Edelmetallen gibt es auch noch einige Metalle, die infolge ihrer Passivierung mitunter eine hohe Korrosionsbeständigkeit besitzen, die je nach chemischem Milieu auch manche Edelmetalle zum Teil übertrifft. Dies sind die Elemente der 4. Nebengruppe (Titan, Zirconium und Hafnium), die der 5. Nebengruppe (Vanadium, Niob und Tantal) sowie die der 6. Nebengruppe (Chrom, Molybdän und Wolfram). Weitere technisch bedeutende Metalle, die Passivschichten bilden, sind Zink (12. Nebengruppe), Aluminium (3. Hauptgruppe) sowie Silicium und Blei (4. Hauptgruppe).

Reaktionen der Edelmetalle

Mit geeigneten aggressiven Chemikalien kann man alle Edelmetalle in Lösung bringen. Gold und einige Platinmetalle lösen sich zügig in Königswasser. Silber sowie die Halbedelmetalle reagieren lebhaft mit Salpetersäure. Im Bergbau werden Cyanidlösungen in Verbindung mit Luftsauerstoff verwendet, um Gold und Silber aus Gesteinen zu lösen. Der Angriff durch den Luftsauerstoff ist nur möglich, weil sich als Produkte stabile Cyanidokomplexe mit Gold und Silber bilden. Auch im Königswasser ist die Bildung stabiler Komplexverbindungen (Chlorokomplexe) mitentscheidend für die oxidierende Wirkung des Milieus.
Edelmetalle verhalten sich im Übrigen häufig gar nicht „edel“ gegenüber sehr elektropositiven Metallen, sondern bilden hier häufig bereitwillig und unter Energiefreisetzung Intermetallische Phasen.

Physikalische Auffassung vom Edelmetallcharakter

Im physikalischen Sinn ist die Menge der Edelmetalle noch bedeutend kleiner; es sind nur Kupfer, Silber und Gold. Das Kriterium zur Klassifizierung ist die elektronische Bandstruktur. Die drei aufgeführten Metalle besitzen alle vollständig gefüllte d-Bänder, die damit nicht zur Leitfähigkeit und praktisch nicht zur Reaktivität beitragen. Für Platin gilt dies z. B. nicht. Zwei d-artige Bänder kreuzen das Fermi-Niveau. Das führt zu einem anderen chemischen Verhalten, weshalb Platin, im Gegensatz zu Gold, auch gern als Katalysator benutzt wird. Besonders auffällig ist der Unterschied bei der Herstellung reiner Metalloberflächen im Ultrahochvakuum. Während z. B. Gold vergleichsweise leicht zu präparieren ist und nach der Präparation lange rein bleibt, bindet sich an Platin oder auch Palladium sehr schnell Kohlenstoffmonoxid.

Chemisches Verständnis von Edelmetallen

Wie schon bei den unedlen Metallen angedeutet, sind Edelmetalle und Halbedelmetalle einfach metallische Elemente (und eventuell gewisse Legierungen, wie z. B. korrosionsbeständige Stähle), deren Normalpotential positiv gegenüber der Wasserstoffelektrode ist, die also von verdünnten Säuren nicht angegriffen werden. Die Elemente, die in Betracht kommen, sind somit sortiert nach ihrem Normalpotential gegenüber der H-Elektrode in wässriger Lösung bei pH 7:

Name
Gruppe
Reaktion
Potential

Gold
Ib/6
Au → Au3+
1,498 V

Platin
VIIIb/6
Pt → Pt2+
1,18 V

Iridium
VIIIb/6
Ir → Ir3+
1,156 V

Palladium
VIIIb/5
Pd → Pd2+
0,987 V

Osmium
VIIIb/6
Os → Os2+
0,85 V

Silber
Ib/5
Ag → Ag+
0,799 V

Quecksilber
IIb/6
2 Hg → Hg22+
0,7973 V

Polonium
VIa/6
Po → Po2+
0,65 V[2]

Rhodium
VIIIb/5
Rh → Rh2+
0,60 V

Ruthenium
VIIIb/5
Ru → Ru2+
0,45 V

Kupfer
Ib/4
Cu → Cu2+
0,337 V

Bismut
Va/6
Bi → Bi3+
0,32 V

Technetium
VIIb/5
Tc → Tc4+
0,272 V

Rhenium
VIIb/6
Re → Re4+
0,259 V

Antimon
Va/5
Sb → Sb3+
0,152 V

Antimon zählt als Halbmetall nicht dazu, und bei Polonium ist es möglicherweise seine starke Radioaktivität und makroskopische Unverfügbarkeit (vor dem Bau von Kernreaktoren), wegen der man es klassisch nicht als Edelmetall angesehen hatte – heutzutage ist es aber in Gramm-Mengen verfügbar. Die Unterteilung, sprich Potentialgrenze, dieser Elemente in Edelmetalle und Halbedelmetalle ist ziemlich willkürlich und wird nicht einheitlich gehandhabt. Sie wird aber meistens zwischen Kupfer und Ruthenium gezogen [3], da letztere prinzipiell durch feuchte Luft aufgrund der Redoxreaktion O2 + 2 H2O + 4 e− ⇄ 4 OH−(aq) mit einem Normalpotential von +0,4 V angegriffen werden können.

Umgangssprache

Bronze ist kein Edelmetall, sondern typischerweise eine Kupfer-Zinn-Legierung. Weil bei den Olympischen Spielen und anderen Wettkämpfen Gold-, Silber- und Bronzemedaillen vergeben werden, wird die Bronze im Sprachgebrauch von Sportreportagen manchmal fälschlicherweise auch als Edelmetall bezeichnet.

Siehe auch

Elektrochemische Spannungsreihe
Unedle Metalle
Edelmetall-Scheidung

Weblinks

 Wiktionary: Edelmetall – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Welche Bänder das Fermi-Niveau kreuzen, kann man sich auf der Seite The Fermi Surface Database anschauen.

Einzelnachweise

Bergbau und Industrie der einzelnen Kontinente im Alexander-Weltatlas 2000, Klett-Perthes, Gotha 2000.

↑ A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 2009.

↑ A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 91.–100., verbesserte und stark erweiterte Auflage. de Gruyter, Berlin 1985, ISBN 3-11-007511-3.

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Dieser Artikel behandelt die Outdoor-Aktivität. Zu weiteren Bedeutungen siehe Camping (Begriffsklärung).

Camping mit Zelten in Amsterdam
Camping auf einem Platz in Norwegen

Camping (auch Kampieren, von lat. campus „Feld“) bezeichnet eine Form des Tourismus. Die Urlauber übernachten in diesem Fall in Zelten, Hängematten, Wohnwagen oder Wohnmobilen. Wird in Zelten gecampt, so spricht man auch von Zelten.

Camping wurde Anfang des 20. Jahrhunderts populär und ist mittlerweile eine weitverbreitete Urlaubs- und Reiseform. Inzwischen finden sich weltweit Möglichkeiten, auf Campingplätzen, oft in landschaftlich reizvollen Lagen (zum Beispiel auch in Natur- und Nationalparks) zu übernachten. Campingplätze stellen – wie auch manche Reisemobil-Stellplätze – sanitäre und elektrische Versorgungseinrichtungen zur Verfügung. Campingplätze gibt es für jeden Geschmack von der einfachen Wiese mit Waschhaus bis zu hoch komfortablen Einrichtungen mit Supermärkten, Restaurants, eigenem Schwimmbecken sowie Fernsehanschluss und Internetangebot (meist WLAN). Übernachtungen auf Campingplätzen sind in der Regel preiswerter als in Hotels; die Preise haben sich allerdings in den begehrten Urlaubsregionen und bei komfortablen Angeboten in der Hauptsaison angenähert.
In den meisten Ländern Europas ist Kampieren außerhalb dafür vorgesehener Einrichtungen (Wildes Campen) nicht erlaubt oder nur unter strengen Auflagen gestattet.

Inhaltsverzeichnis

1 Definition
2 Geschichte des Campens
3 Glamping
4 Wintercamping
5 Rechtliche Situation

5.1 Deutschland
5.2 Österreich
5.3 Schweiz
5.4 Skandinavien, Schottland
5.5 Kroatien

6 Statistiken

6.1 Deutschland
6.2 Österreich
6.3 Schweiz

7 Campingausrüstung
8 Siehe auch
9 Literatur
10 Weblinks
11 Einzelnachweise

Definition

Ein Zeltplatz in der Türkei

Der Begriff Camping umfasst eine sehr breite Spanne von Aktivitäten. Ihnen allen ist gemeinsam, nicht in Gebäuden zu übernachten, sondern die Zeit in der freien Natur oder auf – möglichst naturnahen – für das Campen vorgesehenen Einrichtungen zu verbringen. Dazu gehören einfaches Zelten in der freien Natur, bei dem der Camper nur einfache Hilfsgegenstände wie ein Zelt, einen Schlafsack, Kochgeschirr und so weiter nutzt bis hin zum Aufenthalt mit hochkomfortablen Wohnwagen oder Wohnmobilen auf nicht weniger komfortablen Campingplätzen.

Camping kann allein um des Campings willen durchgeführt werden. Oftmals wird es aber auch mit Sport oder anderen Aktivitäten wie Angeln, Schwimmen, Wandern, Sightseeing oder verschiedenen anderen Aktivitäten auf einem Campingplatz – zum Beispiel Grillen – verbunden.

Camping kann die mehrwöchige Gestaltung eines Urlaubes bedeuten. Es kann aber auch die bevorzugte Übernachtungsform eines Reisenden sein. Die Spanne reicht vom Wanderer und „Rucksacktouristen“ sowie Reisenden per Fahrrad, Motorrad oder Boot mit entsprechend einfacher und leicht gehaltener Campingausrüstung bis zum Camper, der mit Wohnwagen oder Wohnmobil reist.

Eine Sonderform des Campens ist das Dauercampen. Beim Dauercampen hat sich der Camper mit seinem Wohnwagen dauerhaft auf einem Campingplatz niedergelassen und besucht diesen in der Regel auch mehrmals im Jahr beziehungsweise verbringt dort längere Zeitabschnitte. Als Camp wird hingegen eine ortsfeste Einrichtung bezeichnet, die zwar provisorischen Charakter hat, aber nicht der Freizeitgestaltung dient und nicht im eigentlichen Sinne mit dem Camping zu vergleichen ist. Ebenso wird die Übernachtung in Kraftfahrzeugen zur Erhaltung oder Wiedererlangung der Fahrtüchtigkeit nicht als Camping verstanden.

Geschichte des Campens

Campen in Kanada im Jahr 1907

Camping entstand Anfang des 20. Jahrhunderts, als nach dem Ersten Weltkrieg der Aufschwung mit den Goldenen Zwanzigern Einzug in Deutschland hielt. Erstmals konnte sich der Normalverbraucher Urlaub leisten, zuvor hatten Arbeitnehmer keinen gesetzlichen Urlaubsanspruch. Es lag nahe, in der freien Natur kostengünstig zu regenerieren. Man campte relativ einfach, mit Zelten und einfachen Gegenständen zur Erholung wie Faltbooten. Es entstand die sogenannte „Wochenendbewegung“. So waren es auch die Faltbootfirmen und die Anhänger dieses Sports, die die Ausrüstung entwickelten. Die Faltboothersteller bauten ihre Zelte, die zuvor nur aus einfachen Zeltbahnen bestanden hatten, wie die Häute ihrer Boote. Oben aus dichtgewebter Baumwolle und mit einem Boden aus Gummi. Die Faltbootpioniere Carl Joseph Luther und Hans Berger (Firma Sport Berger) erfanden das notwendige Zubehör: Den Daunenschlafsack und die Luftmatratze.[1]

Eines der ersten Reisemobile, der VW-Bus T1, Campingbus mit Hubdach
Motorroller im Campingeinsatz (2010)

Durch den Zweiten Weltkrieg wurde die Entwicklung unterbrochen, erst nach Kriegsende und mit dem einsetzenden Wirtschaftswunder konnte sich die breite Masse wieder Urlaub leisten. Erstmals wurden Pkws umgebaut und mit Campingutensilien ausgestattet. Der im Jahr 1931 erfundene Wohnwagen trat seinen Siegeszug an. Es entstanden Begriffe wie „Stoffvilla“ oder „Haus am Haken“. In den 1960er Jahren entstand eine auf Camping spezialisierte Industrie. Es wurden extra Fahrzeuge wie der VW-Bus für das Camping umgebaut, das Camping wurde technisiert und durch Neuerungen wie die Bordtoilette komfortabler. In den letzten Jahrzehnten wurde die Palette der Angebote stetig ausgebaut, sowohl was die Anzahl der Campingplätze als auch die Hersteller von Fahrzeugen und Ausrüstung anbelangt. In der DDR war der Camping-Urlaub auch aufgrund des Mangels an offiziellen Ferienplätzen sehr populär. Laut DDR-Historiker Stefan Wolle gab es Ende der 1980er Jahre 529 Zeltplätze in der DDR mit 20 Millionen Übernachtungen.[2] Daneben waren auch die CSSR und der ungarische Plattensee beliebte Campingziele der Ostdeutschen.

Glamping

Der Begriff Glamping ist ein Kofferwort von englisch „glamourous camping“ für ‚luxuriöses Campen‘ und bezeichnet eine auf Luxus ausgerichtete Form des Campings. Die Ausstattung von Wohnwagen und Zelten sowie der angebotene Service sind dabei sehr hochwertig und sollen den Luxus-Ansprüchen einer zahlungskräftigen Zielgruppe entgegenkommen. Der Trend stammt aus den USA und Großbritannien.[3]

Wintercamping

Unter Wintercamping versteht man das Campen im Winter beziehungsweise bei sehr niedrigen Temperaturen in Schnee und Eis. Wintercamping wird oft mit Wintersportarten verbunden.

Rechtliche Situation

Die Gestattung von Camping gestaltet sich von Land zu Land, teilweise auch von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Grund hierfür ist die gesetzliche Regelungskompetenz, welche sich in jedem Land unterscheidet. So ist die Regelung des Campens in Italien beispielsweise Sache der Kommunen, in Deutschland bestimmen Landes- und Bundesgesetze, wo Camping gestattet ist und wo nicht.

In den meisten europäischen Ländern ist Camping lediglich auf behördlich genehmigten Campingplätzen und gegebenenfalls mit Zustimmung des Grundeigentümers auf Privatgrundstücken zulässig.

Deutschland

Ein Zelt mit Moskitonetzen zum Schutz vor Insekten

In Deutschland richten sich Verbote auf öffentlichen Straßen nach der StVO oder der StVZO. In Wohnmobilen und Campinganhängern ist das einmalige Übernachten im Wohnwagen (bei angekuppeltem Zugfahrzeug) oder in einem Reisemobil auf Raststätten und Parkplätzen geduldet. Außerhalb von Camping- beziehungsweise Stellplätzen sowie Privatgrundstücken ist der Aufenthalt mit einem Wohnmobil/Wohnanhänger nur für die „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ gestattet. Es darf dabei allerdings kein Aufbau von Trittstufen, Stühlen/Tischen, Grill oder zum Beispiel Markisen stattfinden. Caravans dürfen in Deutschland auf öffentlichem Verkehrsgrund bis zu 14 Tage an einer Stelle stehen und müssen dann wie jeder normale Pkw-Anhänger gemäß § 12 Absatz 3b der Straßenverkehrsordnung[4] entfernt werden.
Für Wohnmobile gelten bei den Übernachtungen die gleichen Bedingungen wie für Wohnwagen. Nur das Abstellen ist bei Wohnmobilen wie bei einem Pkw frei von Zeiten gestattet. Zwar gibt es den Begriff „Wildes Campen“ im deutschen Recht nicht, aber ein Aufenthalt im öffentlichen Verkehrsraum, der über das zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit notwendige Maß hinausgeht, gilt als unerlaubte Sondernutzung und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.

Oft verboten: Wilde Feuerstellen

Campen an anderen Orten außerhalb der dafür vorgesehenen Einrichtungen kann unter Umständen als Ordnungswidrigkeit nach den (Landes-)Wald- oder Naturschutzgesetzen bis hin zur Straftat wie Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch verfolgt werden. Dies gilt auch für typische Begleithandlungen wie das Entzünden eines Lagerfeuers oder das Hinterlassen von Abfall.

Wo Camping in freier Natur weder ausdrücklich erlaubt noch verboten ist, ist es mit Genehmigung des Grundstückseigentümers zulässig.[5] Ausdrücklich verboten ist Camping in vielen Schutzgebieten. In Baden-Württemberg (§ 44(1) NatSchG), Brandenburg (§ 22(4) BbgNatSchAG, § 44(4)1 BbgNatSchG) und Schleswig-Holstein (§ 37 LNatSchG) verbieten die Landesnaturschutzgesetze Campen in freier Landschaft, also außerhalb geschlossener Ortsteile, generell. Bei Verstößen können Bußgelder verhängt werden. In den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein erlauben die Landesnaturschutzgesetze jedoch nicht motorisierten Reisenden (Wanderern, Radwanderern, Kanuwanderern, Reitern und so weiter), für eine Nacht Zelte auch in freier Landschaft aufzustellen, sofern keine besonderen Schutzvorschriften entgegenstehen und das Zelten „privatrechtlich erlaubt“, also vom Grundstückseigentümer gestattet ist.[6] In Mecklenburg-Vorpommern sind Nationalparke, Nationale Naturmonumente und Naturschutzgebiete generell von dem Zeltrecht ausgenommen, in Küstendünen und auf Strandwällen ist das Zelten verboten. In Schleswig-Holstein ist das Zelten in Küstendünen, auf Strandwällen und auf dem Meeresstrand verboten.

Ob das Übernachten ohne Zelt (zum Beispiel mit Tarp, Biwaksack, Schlafsack, Hängematte) in freier Natur von dem allgemeinen Betretensrecht in den Landesnaturschutzgesetzen abgedeckt ist und deshalb keiner Genehmigung bedarf, wird unterschiedlich beurteilt.[7] Es stellt jedenfalls keine Ordnungswidrigkeit dar.[5]

Österreich

Wildes Campen ist in Österreich untersagt. Zugelassenes Campen ist nur auf ausgezeichneten Plätzen gestattet. Einmaliges Übernachten im Wohnmobil ist auf der Durchreise außerhalb von Campingplätzen im Allgemeinen gestattet, nicht jedoch in Wien,[8] Tirol und auch nicht in den Nationalparks und Landschaftsschutzgebieten. Ebenso wie in Deutschland ist dabei das Aufstellen von Tischen und Stühlen im Freien untersagt.

In den 1990er Jahren wurde freies Kampieren zunehmend durch Campier- oder Campingverordnungen der Länder geregelt. Als Faustregel galt um 1993: Bis zu etwa 3 Zelten, 9 Personen, 3 Nächte wird außerhalb eines bewilligten Campingplatzes toleriert, sofern der Grundstückseigentümer zustimmt, das Ortsbild nicht beeinträchtigt und der Anstand nicht verletzt wird. Gemeinden können davon abweichende Regelungen treffen. Erholungs-Campieren wird in der Fussgängerzone vor dem Rathaus nicht passen, als Protestcamp jedoch schon. In der Badehose sich auf der Wiese vor der Wallfahrtskirche, gegenüber einer Schule oder einem Gastgarten zu sonnen wird kaum geduldet, ein Rad- oder Fusswanderer, der trotz Regens unterwegs ist und sich bald wieder auf den Weg macht, viel eher.

Campieren hat in Österreich, die Hälfte der Campierenden kommt aus Österreich selbst, in den letzten Jahren (Stand 2014) deutlich zugenommen. Bedeutend sind auch Campings im Zuge von eventuell mehrtägigen Grossveranstaltungen wie Konzerten.[9]

Schweiz

In der Schweiz gibt es eine spezielle Form des sogenannten Jedermannsrechtes, welches es jeder Person im Prinzip gestattet, im Freien zu übernachten, soweit dabei keine Schäden entstehen oder Abfälle zurückbleiben. Dieses Recht ist allerdings in zahlreichen Kantonen durch Verbote eingeschränkt: Im Nationalpark, in Jagdbanngebieten, Naturschutzgebieten und während der Ruhezeit in Wildruhezonen darf weder campiert noch biwakiert werden; beziehungsweise dürfen die Wege ohnehin nicht verlassen werden. Dort, wo es erlaubt ist, wird empfohlen, die Genehmigung des Grundstückeigentümers einzuholen. Ausserhalb der Verbotszonen ist eine einzelne Übernachtung einer kleineren Personengruppe oberhalb der Waldgrenze unproblematisch. Aus Rücksicht auf Wildtiere und sensible Ökosysteme wird davon abgeraten, in Auen, in Feuchtgebieten, direkt an der oberen Waldgrenze sowie in der Nähe von Felsen zu übernachten. Der Schweizer Alpen-Club gibt dazu ein Merkblatt heraus.[10]

Skandinavien, Schottland

In den nordischen Ländern mit Ausnahme Dänemarks und in Schottland hat sich im Laufe der Geschichte ein Nutzungsrecht für öffentlich zugängliche Bereiche in der Natur entwickelt. Dieses sogenannte Jedermannsrecht erlaubt es unter bestimmten Voraussetzungen, auf unkultiviertem Land vorübergehend zu campen, auch wenn dieses Land in Privatbesitz ist. Voraussetzungen sind beispielsweise, dass nichts beschädigt wird und keine Abfälle zurückgelassen werden. Und um näher als 150 Meter an einem bewohnten Haus (auch Ferienhütten zählen dazu) campen zu dürfen, muss die Einwilligung der Bewohner eingeholt werden. Das Befahren von unkultiviertem Land mit Motorfahrzeugen ist grundsätzlich nicht zulässig.

Kroatien

In Kroatien achtet die Polizei streng darauf, dass im Tourismusgebiet nicht im Auto übernachtet wird.

Statistiken

Für viele Staaten weltweit ist der Tourismus generell und das Camping im Speziellen eine wichtige Einnahmequelle.

Deutschland

Im Jahr 2016 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 9 Millionen Gästeankünfte (+3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr) auf deutschen Campingplätzen mit insgesamt etwa 30,5 Millionen Übernachtungen (ein Rekord; +4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr) gezählt. Gäste aus dem Inland machten mit etwa 7,5 Millionen Ankünften (etwa 83 Prozent aller Ankünfte) und etwa 26 Millionen Übernachtungen (etwa 86 Prozent aller Übernachtungen) den größten Teil der Campingtouristen aus. Aus dem Ausland wurden insgesamt etwa 1,5 Millionen Ankünfte und etwa 4,3 Millionen Übernachtungen gezählt. Diese Ergebnisse umfassen nur das Tourismuscamping und nicht das Dauercamping. Deutsche Touristen blieben mit durchschnittlich 3,5 Übernachtungen deutlich länger als Gäste aus dem Ausland, die durchschnittlich 2,8 Nächte auf den Campingplätzen verbrachten.[11] 2016 gab es in Deutschland 2919 Campingplätze mit einer Anzahl von etwa 220.000 Stellplätzen.[12]

Camping mit dem Wohnwagen

Die Niederländer waren auch 2016 die mit Abstand wichtigste Gästegruppe unter den ausländischen Campingtouristen: Etwa jeder zweite ausländische Gast auf deutschen Campingplätzen kam aus den Niederlanden. Mit deutlichem Abstand lagen die Schweizer an der zweiten Stelle, gefolgt von den Dänen. Der Gesamt-Jahresumsatz der deutschen Campingplätze erreicht knapp 4 Milliarden Euro pro Jahr.[13]

Österreich

In Österreich übernachteten in den Jahren 2005 und 2006 insgesamt 4,93 beziehungsweise 4,67 Millionen Menschen auf Campingplätzen, dabei war das Bundesland Kärnten mit 1,79 und 1,67 Millionen Übernachtungen knapp führend vor Tirol mit 1,34 und 1,25 Millionen.

Im Jahre 2006 übernachteten insgesamt 5,4 Prozent weniger Menschen auf einem Campingplatz als noch im Vorjahr. Im Hinblick auf die Gesamtzahl der ausländischen Touristen im Land ist Deutschland führend mit einem Anteil von etwa 56 Prozent aller Gäste.

Schweiz

Innerhalb der Schweiz kamen Deutsche und Niederländer im Jahr 2010 mit 33 Prozent aller Übernachtungen nach den Schweizern mit 53 Prozent aller Übernachtungen auf Platz zwei und drei.

Im Jahre 2010 wurden insgesamt 3,328 Millionen Übernachtungen gezählt, 2009 waren es mit 3,65 Millionen Übernachtungen 10,2 Prozent mehr. 28 Prozent aller Gäste übernachteten im Tessin (etwa 921.000), danach folgten das Wallis (etwa 523.000 Übernachtungen oder 16 Prozent) und das Berner Oberland (etwa 365.000 Übernachtungen oder 11 Prozent).

Der durchschnittliche Gast übernachtete 3,5 Tage in der Schweiz, wobei das Tessin einen Wert von durchschnittlich 4,5 Tagen verbuchen konnte, die Zentralschweiz hingegen nur 2,4 Tage.[14]

Campingausrüstung

Camping in der algerischen Sahara

Üblicherweise werden beim Zelten und Trekking verwendet:

Zelt (inklusive Zeltnägeln/Heringen)
Schlafsack
Isomatte beziehungsweise Luftmatratze
Kocher
Hammer

Zur Campingausrüstung zählen in der Regel auch Campingstühle und Campingtische. Hierbei handelt es sich um spezielle Konstruktionen, die die Anforderungen an einen mobilen Outdoor-Einsatz erfüllen. Damit sie nur wenig Stauraum beanspruchen, kann man Campingstühle und -tische beispielsweise zusammenfalten beziehungsweise zusammenklappen. Das so genannte Packmaß, also das Abmaß im zusammengeklappten Zustand, ist dabei relativ klein. Zudem sind Campingstühle und -tische idealerweise aus wetterfesten Materialien gebaut. Des Weiteren sind sie im optimalen Fall leicht, weshalb die Gestänge häufig aus Aluminium bestehen. Die Tischplatten bei Campingtischen sind üblicherweise aus Kunststoff gefertigt.

Siehe auch

Bear Pole
Bordtoilette
Campingführer

Literatur

Arnold Thunker: Mit Sack und Pack und Gummiboot. Die Geschichte des Campings, Kiepenheuer, 1999, ISBN 3-378-01034-7.

Weblinks

 Commons: Camping – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Camping – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Linkkatalog zum Thema Camping bei curlie.org (ehemals DMOZ)

Einzelnachweise

↑ 90 Jahre Faltbootwerft Pionier, Ausstellungskatalog 2015, Seite 49

↑ “Campen zur DDR-Zeit”, superillu.de, 17. Juli 2017, abgerufen am 16. Februar 2018

“Glamping” ist Camping für ganz Anspruchsvolle, welt.de, 19. August 2011, abgerufen am 26. Februar 2013

↑ § 12 Absatz 3b

↑ a b Bernd Grillts, Übernachten im Freien Teil 2 (Memento des Originals vom 26. September 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/vivalranger.com, abgerufen am 25. September 2017.

↑ § 22(1)2 BbgNatSchAG, § 44(4)2 BbgNatSchG, § 28 NatSchAG M-V, § 37 LNatSchG SH.

↑ Bernd Grillts, Übernachten im Freien Teil 1 (Memento des Originals vom 25. September 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/vivalranger.com, abgerufen am 25. September 2017.

↑ Verordnung des Magistrats der Stadt Wien betreffend das Verbot des Kampierens (Kampierverordnung 1985)

↑ Camping-Boom: Ein Viertel mehr Nächtigungen, ORF.at, 16. Mai 2015

↑ Campieren & Biwakieren, SAC

↑ [1], Statistisches Bundesamt – Tourismus in Zahlen, abgerufen am 14. Februar 2018

↑ [2] Statistiken zum Campingtourismus, abgerufen am 14. Februar 2018.

↑ [3] Campingplätze in Deutschland – Umsatzprognose, abgerufen am 14. Februar 2018

↑ Jugendherbergen und Campingplätze 2010

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4009379-7 (AKS)

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Elektronik (Begriffsklärung) aufgeführt.

Elektronik zur Steuerung einer Motordrehzahl (HitachiJ100A)
Oberfläche einer Elektronikplatine (Arduino ftdi chip-1)

Die Elektronik ist ein Hauptgebiet der Elektrotechnik. Sie ist die Wissenschaft von der Steuerung des elektrischen Stromes durch elektronische Schaltungen das heißt Schaltungen, in denen mindestens ein Bauelement aufgrund von Vakuum- oder Halbleiter-Leitung funktioniert. Elektronische Elemente verhalten sich nichtlinear, während das Verhalten anderer elektrischer (nicht-elektronischer) Elemente als linear bezeichnet wird. Elektronik befasst sich außerdem mit der Funktion elektronischer Bauelemente selbst. Elektronik in kleineren Maßstäben wird entsprechend den Strukturgrößen mit SI-Dezimalpräfixe benannt, z. B. Mikroelektronik (typisch <100 Mikrometer) oder Nanoelektronik (typisch <100 Nanometer), welche in der Regel mit dem integrierten Schaltkreis z. B. Silizium-Chip realisiert wird.

Elektronik verarbeitet elektrische Signale informationsmäßig oder erzeugt sie, oder verwandelt elektrische Energie hinsichtlich ihres Spannungs-Strom-Verhältnisses unter Zuhilfenahme von Verstärkern oder Gleichrichtern.

Elektronische Schaltungen werden zumeist auf Platinen aufgebaut und als Modul entweder zu elektronischen Geräten zusammengebaut, oder sie werden Teil elektrotechnischer Apparate.

Die Optoelektronik ist ein Teilgebiet der Elektronik und beschäftigt sich mit der Steuerung durch Licht.

Inhaltsverzeichnis

1 Wortbildung
2 Geschichte
3 Analogelektronik
4 Digitalelektronik

4.1 Logik der Digitalelektronik

5 Hochfrequenzelektronik
6 Leistungselektronik
7 Bauelemente
8 Mikroelektronik & Nanoelektronik
9 Entwurf von Leiterplatten und integrierter Schaltkreise
10 Bedeutung in der Gesellschaft
11 Kommerzielle Elektronikfertigung
12 Elektronik und Elektrotechnik in der Berufswelt

12.1 Ausbildungsberufe
12.2 Fortbildung
12.3 Studienfach

13 Siehe auch
14 Literatur
15 Einzelnachweise
16 Weblinks

Wortbildung

Der Begriff Elektronik leitet sich von dem griechischen Wort elektron (ήλεκτρον) ab, das Bernstein bedeutet. Elektronik ist ein Kofferwort, das aus den Begriffen Elektron (dem Elementarteilchen) und Technik zusammengefügt wurde. Die Elektronik ist sozusagen die Elektronen-Technik.

Geschichte

1873 entdeckte Willoughby Smith, dass Selen in der Lage ist, bei Licht zu leiten (Photoeffekt). Auf diese Erkenntnis hin entdeckte Karl Ferdinand Braun 1874 den Gleichrichtereffekt. Stoney und Helmholtz prägten den Begriff des Elektrons als Träger des elektrischen Stromes. 1883 erhielt Thomas Alva Edison ein Patent auf einen Gleichspannungsregler, der auf der Glühemission (dem Edison-Richardson-Effekt) beruhte, einer Voraussetzung für alle Vakuumröhren. 1897 begann die Entwicklung der Braunschen Röhre durch Karl Ferdinand Braun. Im Jahre 1899 begann daraufhin die Entwicklung der Spitzendiode. 1904 erlangte John Ambrose Fleming ein Patent auf eine Vakuumdiode.

Siehe auch: Geschichte der Elektronenröhre

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Entwicklung von Elektronenröhren bereits fortgeschritten. Die ersten Elektronenröhren wurden entwickelt und bereits in elektrischen Schaltungen genutzt. Mit der Triode stand zum ersten Mal ein brauchbares Bauelement zum Aufbau von Verstärkern zur Verfügung. Dadurch wurden Erfindungen wie Rundfunk, Fernsehen und Radar möglich.

Im Jahr 1948 wurde der erste Transistor vorgestellt. Transistoren können wie Röhren als Verstärker, elektronische Schalter oder als Oszillator eingesetzt werden. Jedoch lassen sich Transistoren im Gegensatz zu Vakuumröhren, die sehr viel Raum und elektrische Leistung brauchen, sehr klein fertigen, denn sie basieren auf Halbleitertechnologie, wodurch sehr viel höhere Stromdichten möglich sind.

In den 1960er Jahren gelang die Fertigung von kompletten, aus mehreren Transistoren und weiteren Bauelementen bestehenden Schaltungen auf einem einzigen Siliziumkristall. Die dadurch eingeleitete Technik der integrierten Schaltkreise (kurz IC von engl. integrated circuit) hat seitdem zu einer stetigen Miniaturisierung geführt. Heute ist die Halbleiterelektronik der wichtigste Zweig der Elektronik.

Als Schlüsseltechnologie für die Zukunft wird zuweilen die Polytronik gesehen. Sie bezeichnet die Zusammenführung kunststoffbasierter Systemfunktionen zu der Vision „intelligentes Plastik“.

Analogelektronik

Hauptartikel: Analogtechnik

Die Analogtechnik beschäftigt sich vor allem mit der Verarbeitung von kontinuierlichen Signalen. Man nutzt dabei die physikalischen Gesetze aus, die das Verhalten der Bauelemente (Widerstände, Kondensatoren, Transistoren, Röhren usw.) beschreiben, oder man schafft durch Schaltungsprinzipien günstige Voraussetzungen. Typische Grundschaltungen sind Stromquellen, Stromspiegel, Differenzverstärker und Kaskaden, sowie Referenzelemente wie die Bandgap. Daraus lassen sich kompliziertere Schaltungen aufbauen, wie z. B. Verstärker, mit deren Hilfe sich weitere Funktionen aufbauen lassen (Oszillator, Filter etc.). Der Operationsverstärker ist ein Verstärker mit einem Differenzeingang (Differenzverstärker). Sein Name rührt daher, dass mit ihm mathematische Operationen (Subtraktion, Addition, Integration etc.) ausgeführt werden können. Operationsverstärker finden in der Analogelektronik breite Anwendung. Der Genauigkeit der Signalverarbeitung sind in der Analogelektronik durch die Herstellungstoleranzen der Bauelemente und deren Nichtidealitäten (z. B. Rauschen, Nichtlinearität, Hysterese) sowie durch weitere störende Effekte wie Übersprechen und Einkopplungen von Störsignalen Grenzen gesetzt. Es wurden sehr weit fortgeschrittene Verfahren entwickelt, die solche Fehler kompensieren oder minimieren und damit Genauigkeiten in der Präzisionselektronik im Bereich von wenigen ppm erlauben. Solche hohe Genauigkeit ist z. B. notwendig, um Analog-Digital-Umsetzer mit 20 Bit Auflösung zu realisieren. Die Analogtechnik bildet prinzipiell die Grundlage der Digitaltechnik.

Digitalelektronik

Hauptartikel: Digitaltechnik

Die Digitalelektronik oder Digitaltechnik beschäftigt sich mit der Verarbeitung von diskreten Signalen (ausgedrückt als Zahlen oder logische Werte). Die Diskretisierung betrifft dabei immer den Wertebereich und oft auch zusätzlich das zeitliche Verhalten. In der Praxis beschränkt man sich auf zweiwertige Systeme, d. h.: Spannungen oder Ströme sollen – abgesehen von Übergangsvorgängen – nur zwei Werte annehmen (an/aus, 1 oder 0, auch high/low, kurz H/L). Die Änderung der Werte kann bei zeitdiskreten Systemen nur zu bestimmten, meist äquidistanten Zeitpunkten stattfinden, die ein Takt vorgibt. Bei der Digitalelektronik werden analoge Signale entweder vor der Verarbeitung mit Hilfe von Analog-Digital-Umsetzern digitalisiert (in Digitalsignale umgesetzt) oder existieren bereits von vornherein als diskrete Werte. Transistoren werden in der Digitaltechnik in der Regel als Schaltverstärker und nicht als analoge Verstärker eingesetzt.

Der Vorteil der Digitalelektronik liegt in der Tatsache, dass im Anschluss an die Digitalisierung die bei der Analogelektronik erwähnten störenden Effekte keine Rolle mehr spielen, jedoch auf Kosten des Bauteilaufwandes. Ist z. B. eine analoge Schaltung mit einem maximalen Fehler von 0,1 % behaftet, so kann dieser Fehler ab ca. 10 Bit Datenbreite von digitalen Schaltungen unterboten werden. Ein analoger Multiplizierer benötigt etwa zwanzig Transistoren, ein digitaler Multiplizierer mit derselben Genauigkeit mehr als die zwanzigfache Anzahl. Der Aufwand wächst durch die Digitalisierung also zunächst an, was aber durch die immer weiter vorangetriebene Miniaturisierung mehr als kompensiert wird. Heute lassen sich auf einem integrierten Schaltkreis eine sehr große Menge von Transistoren realisieren (die Anzahl geht typisch in die 10 Millionen). Der Vorteil ist nun, dass z. B. die Spannungspegel in erheblichem Maße variieren können, ohne die korrekte Interpretation als 1 oder 0 zu behindern. Damit ist es möglich, dass die Bauelemente der integrierten Schaltungen sehr ungenau sein dürfen, was wiederum die weitere Miniaturisierung ermöglicht. Die Eigenschaften der Schaltung werden also weitgehend von den physikalischen Eigenschaften der Bauelemente entkoppelt.

Die vereinfachte Beschreibung digitaler Schaltungen mit den zwei Zuständen H und L reicht vor allem bei immer höheren Geschwindigkeiten und Frequenzen nicht immer aus, um sie zu charakterisieren oder zu entwerfen. Im Grenzfall befindet sich die Schaltung den überwiegenden Teil der Zeit im Übergang zwischen den beiden logisch definierten Zuständen. Daher müssen in solchen Fällen oft zunehmend analoge und hochfrequenztechnische Aspekte berücksichtigt werden. Auch bei langsamen Schaltungen kann es Probleme geben, die nur durch analoge Betrachtungsweisen zu verstehen sind; als Beispiel sei das Problem der Metastabilität von Flipflops genannt.

Logik der Digitalelektronik

Digitale Schaltungen – auch Schaltsysteme oder logische Schaltungen genannt – bestehen hauptsächlich aus einfachen Logikelementen, wie AND-, NAND-, NOR-, OR- oder NOT-Gattern und Komponenten, mit denen digitale Signale gespeichert werden können, z. B. Flipflops oder Zählern. Alle diese logischen Funktionen lassen sich mit im sogenannten Schalterbetrieb arbeitenden elektronischen Bauelementen (z. B. Transistoren) realisieren. Durch die Integration dieser Schaltungen auf einem Chip (monolithische Schaltung) entstehen komplexe elektronische Bauelemente wie beispielsweise Mikroprozessoren.

Hochfrequenzelektronik

Die Hochfrequenzelektronik oder Hochfrequenztechnik beschäftigt sich vorwiegend mit der Erzeugung und der Ausstrahlung sowie dem Empfang und der Verarbeitung von elektromagnetischen Wellen. Anwendungen davon sind z. B. die Funktechnik mit Rundfunk, Fernsehen, Radar, Fernsteuerung, drahtlose Telefonie, Navigation, aber auch die Vermeidung unerwünschter Schwingungen (Störung, EMV) und unkontrollierter Abstrahlung (Abschirmung). Weitere Bereiche der Hochfrequenzelektronik sind Mikrowellentechnik, kabelgebundene Informationsübertragung oder Bereiche der Medizinelektronik. Der Übergang von der Niederfrequenz- zur Hochfrequenztechnik ist fließend. Er beginnt etwa dann, wenn die Frequenz f der elektromagnetischen Welle auf einer Verbindungsleitung der Länge L ein Produkt fL bildet, das zu einer merklichen Phasendrehung ßL = 2π L/λ und somit zu stehenden Wellen führt. Dabei ist λ = λ0/(εr eff)1/2 die Wellenlänge auf der Leitung, λ0 = c/f die Wellenlänge im freien Raum und c die Vakuumlichtgeschwindigkeit. Die Größe εr eff errechnet sich im einfachsten Fall, je nach Feldverteilung, aus einer Gewichtung der verschiedenen Permittivitätswerte εr in der Leitung. Selbst verlustlose Leitungen können daher nur für kleine Phasendrehung ßL ≪ 1 (entspricht ca. 57,3°) vernachlässigt werden, also nur für fL ≪ c/[2π (εr eff)1/2]. Bei einer elektronischen Schaltung mit Kabeln von L ≥ 3 m und εr eff = εr = 2,3 muss für ßL < 5° dann etwa f < 1 MHz. bleiben. Die praktische Hochfrequenzelektronik beginnt somit etwa ab f = 1 MHz, sie ist eine tragende Säule der Informationstechnik.

Selbst im einfachsten Fall benötigt man zwei Angaben zur Beschreibung einer Leitung:

Phasenlaufzeit τph = (εr eff)1/2 L/c
Wellenwiderstand Z0

Dabei lassen sich Z0 und εr eff in einem quasistatischen Modell auf Platinen bis in den unteren GHz-Bereich noch aus der Leitungskapazität und Leitungsinduktivität pro Längeneinheit berechnen. Ab einigen Gigahertz verfeinert man die Näherung, indem aus den Maxwellschen Gleichungen, aus den Feldern und dem sog. Eigenwert ß mit ß = (εr eff)1/2 2π/λ0 verbesserte, frequenzabhängige Werte εr eff(f) und Z0(f) ermittelt werden. Ab einigen 10 GHz sind die Maxwellschen Gleichungen vollnumerisch zu lösen, die Wellen breiten sich im Zick-Zack aus, und es tritt völlig analog zu Lichtwellenleitern der Multimodebetrieb auf, etwa dann, wenn sich zusätzlich auch in transversaler Richtung stehende Wellen ausbilden können. Das gilt für jede Leitung, genauer, für jede Struktur bis hin zu Leitungsabzweigungen, Anschlussflächen für Bauelemente und für die Struktur der Bauelemente.

Die Bauelemente R, L und C verlieren selbst in SMD-Bauform schon ab ca. 0,1 GHz ihre idealen Eigenschaften U = RI, U = L dI/dt und I = C dU/dt zwischen Strom I und Spannung U. Ein Widerstand z. B. ist mit steigender Frequenz stets durch kapazitive und bei Stromfluss durch induktive Effekte gekennzeichnet. Elektronische Bauelemente misst man daher zuvor in einer Ersatzumgebung mit 50-Ω-Anschlusskabeln (NWA = Netzwerkanalysator), wobei der Aufbau des Elementes später in der wirklichen Schaltung genau nachgebildet werden muss. Die auf den Anschlussleitungen hinlaufenden, am Messobjekt reflektierten und durch das Objekt transmittierten Wellen stehen bei den passiven Elementen und bei nichtlinearen Elementen (z. B. Transistoren) mit nur kleiner Aussteuerung in einem linearen Zusammenhang: Bei einer 2-Tor-Messung liefert ein NWA dann für jede Frequenz eine 2×2-Streumatrix (s-Parameter),[1] die bei nichtlinearen Elementen noch vom Arbeitspunkt abhängt und das Strom-Spannungs-Verhalten selbst für f > 50 GHz realitätsnah beschreibt. Diese Daten spiegelt man dann in ein CAD-System ein, das die Kirchhoffschen Gesetze anwendet, um alle U und I zu ermitteln. Die Elemente L bzw. C lassen sich dabei für hohe Frequenzen durch eine Leitung mit ßL ≪ 1 und Kurzschluss bzw. Leerlauf am Ende nachbilden und ein Widerstand R durch eine verlustbehaftete Leitung realisieren, in die eine Welle hineinläuft und wie in einem Sumpf versickert.

Gewisse Bauelemente und Strukturen können aber auch als fertige Modelle aus einem CAD-System übernommen werden, sofern den Modellen vertraut wird, was einer erheblichen Gewissensfrage gleichkommt, denn die gesamte Analyse steht und fällt mit den Modellen. Neben fertigen Modellen und NWA-Messungen kann bei passiven Strukturen durch die vollnumerische Lösung der Maxwellschen Gleichungen sozusagen eine „Software-Messung“ der s-Parameter vorgenommen werden. Um die dabei dramatisch ansteigende Rechenzeit in Grenzen zu halten, greift man in einer Struktur dafür nur die kritischsten Bereiche heraus: Anschlussflächen, Kreuze, Stecker, Antennen, Abzweigungen etc.

Bei Großsignalaussteuerung nichtlinearer Elemente kann bis zu einigen Gigahertz die aus der allgemeinen Elektronik bekannte Modellierung nach SPICE versucht werden. Dabei sind die SPICE-Parameter, die die physikalischen Gleichungen der Modelle „biegsam“ gestalten, so zu wählen, dass die s-Parameter von SPICE-Modell und NWA-Messung bei allen Arbeitspunkten und allen Frequenzen so gut wie möglich übereinstimmen: Bei nur 10 Testarbeitspunkten und 50 Frequenzpunkten mit je 4 s-Parametern ergäben sich bereits 2000 zu prüfende komplexe s-Parameterwerte. Der Aufwand ist enorm und die Modellierung extrem schwierig, selbst für einen einzigen Arbeitspunkt.[2]

Das Rauschen elektronischer Schaltungen ist schon bei mittleren Frequenzen nicht mehr gut durch SPICE-Modelle beschreibbar. Daher misst man analog zur NWA-Messung das Rauschverhalten in einer Ersatzumgebung (Rauschmessplatz). Mit den gewonnenen Rauschparametern (min. Rauschzahl bei optimaler Generatorimpedanz zuzüglich einem äquivalenten Rauschwiderstand) lässt sich im CAD-System umrechnen,[3] wie das Bauelement in der tatsächlichen Schaltung rauscht. Ein Rauschmessplatz ist sehr komplex und erfordert a priori einen NWA.

Ohne die CAD-Systeme ist die Auswertung der vielen Gleichungen unmöglich. Eine sinnvolle Nutzung erfordert darüber hinaus aber tiefe Kenntnisse zu den programmierten Theorien und verwendeten Modellen.

Leistungselektronik

Leistungselektronik bezeichnet das Teilgebiet der Elektrotechnik, das die Umformung elektrischer Energie mit elektronischen Bauelementen zur Aufgabe hat. Die Umformung elektrischer Energie mit Transformatoren oder mit rotierenden Maschinensätzen wird dahingegen nicht zur Leistungselektronik gerechnet.

Bauelemente

Verschiedene elektronische und elektromechanische Bauelemente
Hauptartikel: Liste elektrischer Bauelemente

Zu den wichtigen Bauelementen zählen Widerstand, Kondensator, Transistor, Diode, Spule und die Integrierte Schaltung (kurz IC).

Man spricht von passiven Bauelementen, wenn primär Widerstände, Kondensatoren und Induktivitäten gemeint sind. Unter den aktiven Bauelementen werden meist alle Arten von integrierten Schaltungen, Halbleiterbauelementen und Elektronenröhren verstanden.

Alle diese Bauelemente werden in einer großen Typenvielfalt angeboten.[4] Durch die exakt berechnete Zuordnung der logisch miteinander arbeitenden elektronischen Bauteile auf einer Platine entsteht ein elektronischer Schaltkreis.

Ein selbständig und logisch arbeitender Rechnen-Operator-Chip ist der moderne Prozessor, der nicht nur auf dem Mainboard eines Computers zu finden ist, sondern ein Bestandteil moderner Industrie- und Fahrzeugtechnik ist.

Mikroelektronik & Nanoelektronik

Hauptartikel: Mikroelektronik und Nanoelektronik

Die Mikroelektronik beschäftigt sich mit der Entwicklung und Herstellung integrierter Schaltkreise mit Strukturgrößen bzw. Strukturbreiten typisch unter 100 Mikrometer. In einigen Bereichen wurde die 100-Nanometer-Grenze unterschritten, so spricht man hier bereits formal von Nanoelektronik. Eine Silizium basierte Pikoelektronik (<100 Pikometer) wird nie realisiert, da z. B. bei einer Strukturbreite von 5 nm nur noch 17 Siliziumatome nebeneinander liegen. Die kleinsten Strukturbreiten bei integrierten Schaltkreisen in Serienproduktion liegen aktuell (2018) bei 7 nm, siehe Apple A12 Bionic, und in der Prototypenphase bei 5 nm.

Entwurf von Leiterplatten und integrierter Schaltkreise

Hauptartikel: Electronic Design Automation, Leiterplatte und Integrierter Schaltkreis

Entwurfsautomatisierung elektronischer Systeme ist die deutsche Bezeichnung rechnergestützte Hilfsmittel für den Entwurf von elektronischen Systemen, insbesondere der Mikroelektronik. EDA wird zumeist als Teilgebiet des computer-aided design (CAD) bzw. des computer-aided engineering (CAE) verstanden. Alternativ wird anstelle von EDA auch von ECAD (electronic CAD) gesprochen.

Bedeutung in der Gesellschaft

Die Elektronik umfasst heute unzählige Gebiete, von der Halbleiterelektronik über die Quantenelektronik bis hin zur Nanoelektronik. Seit dem Siegeszug des Computers, der stetigen Entwicklung der Informationstechnologie und der zunehmenden Automation hat sich die Bedeutung der Elektronik beständig erweitert. Die Elektronik nimmt heute in unserer Gesellschaft einen großen Stellenwert ein und ist aus vielen Bereichen nicht mehr wegzudenken.

Kommerzielle Elektronikfertigung

Im Jahre 2007 kamen 38 % aller weltweit hergestellten Elektronikprodukte aus der Asien-Pazifik-Region.
Im Jahre 1995 lag dieser Anteil noch bei 20 %. Allein China erhöhte seinen Anteil von 3 % 1995 auf 16 % 2007. Unter den Top-10-Ländern befinden sich auch Südkorea, Malaysia, Singapur und Thailand. Der Anteil von Westeuropa lag 2007 bei 19 % der globalen Produktion (entspricht ca. 192 Mrd. Euro). Für die Leistungsreihenfolge der Größe der Elektronikfertigung in Westeuropa gilt folgende Rangliste (Stand 2006): Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien.[5]

Elektronik und Elektrotechnik in der Berufswelt

Ausbildungsberufe

Hauptartikel: Liste der Ausbildungsberufe in der Elektrotechnik

Fortbildung

Eine Fortbildung zum Elektromeister findet an einer Meisterschule statt und dauert 1 Jahr Vollzeit bzw. 2 Jahre berufsbegleitend.

Eine Fortbildung zum Elektrotechniker kann an einer Technikerschule in 4 Semestern Vollzeit bzw. 8 Semestern berufsbegleitend absolviert werden.

Studienfach

Elektronik wird an vielen Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien als Studiengang angeboten. An Universitäten wird während des Studiums die wissenschaftliche Arbeit betont, an Fachhochschulen und Berufsakademien steht die Anwendung physikalischer Kenntnisse im Vordergrund.

Siehe auch

 Portal: Elektrotechnik – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Elektrotechnik
 Portal: Mikroelektronik – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Mikroelektronik
Schaltungstechnik

Für freizeitmäßig betriebene Elektronik siehe Hobbyelektronik. Für Elektronik im KFZ siehe Automobilelektronik.

Elektroindustrie
Elektronikschrott

Literatur

Karsten Block, Hans J. Hölzel, Günter Weigt: Bauelemente der Elektronik und ihre Grundschaltungen. Stam-Verlag, ISBN 3-8237-0214-9.
Stefan Goßner: Grundlagen der Elektronik. 9. Auflage. Shaker Verlag, Aachen 2016, ISBN 978-3-8265-8825-9.
Ekbert Hering, Klaus Bressler, Jürgen Gutekunst: Elektronik für Ingenieure. Springer, Berlin 2001, ISBN 3-540-41738-9.
P. Horowitz, W. Hill: Die hohe Schule der Elektronik. Band 1 Analogtechnik. Elektor-Verlag, ISBN 978-3-89576-024-2.
P. Horowitz, W. Hill: Die hohe Schule der Elektronik. Band 2 Digitaltechnik. Elektor-Verlag, ISBN 978-3-89576-025-9.
P. Horowitz, W. Hill: The Art of Electronics. Third Edition. Cambridge University Press, ISBN 978-0521809269.
K. Küpfmüller, G. Kohn: Theoretische Elektrotechnik und Elektronik, Eine Einführung. 16., vollst. neu bearb. u. aktualisierte Auflage. Springer, Berlin 2005, ISBN 3-540-20792-9.
Patrick Schnabel: Elektronik-Fibel. 4. vollständig überarbeitete Auflage. BoD, Norderstedt 2006, ISBN 3-8311-4590-3.
U. Tietze, C. Schenk: Halbleiter-Schaltungstechnik. Springer, Berlin, ISBN 3-540-42849-6.
Claus-Christian Timmermann: Hochfrequenzelektronik mit CAD, Band 1. Leitungen, Vierpole, Transistormodelle und Simulation mit numerischen und symbolischen CAD/CAE-Systemen. PROFUND Verlag, 2003, ISBN 3-932651-21-9.
Claus-Christian Timmermann: Hochfrequenzelektronik mit CAD, Band 2. Rauschen, Schmal- und Breitbandverstärker, Oszillatoren, Koppler, Filter, PLL, Antennen- und Optoelektronik. PROFUND Verlag, 2005, ISBN 3-932651-22-7.

Einzelnachweise

↑ Timmermann: Hochfrequenzelektronik mit CAD, Band 1. (Lit.), S. 70 ff.

↑ Timmermann: Hochfrequenzelektronik mit CAD, Band 2. (Lit.), S. 100 ff.

↑ Timmermann: Hochfrequenzelektronik mit CAD, Band 2. (Lit.), S. 150 und S. 12–30.

↑ Listen elektronischer Bauelemente und ihre Lieferanten: FBDi Directory 09

↑ Yearbook of World Elektronik Data von Reed Electronics Research, Juni 2006.

Weblinks

 Wiktionary: Elektronik – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Literatur über Elektronik im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
S.m.i.L.E. interaktives Lehr- und Lernprogramm der Professur für Elektronik an der Universität der Bundeswehr Hamburg
Lehrbuch Elektronik, Prof. S. Gossner
Elektronik für Physiker, Uni Kiel
Das ELektronik-KOmpendium (das ELKO) (Grundkurse, Minikurse, Bauteile, Schaltungstechnik, Digitaltechnik, Lehrmaterial)
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4014346-6 (AKS)

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weiteres siehe PIZ.

Piz ist der rätoromanische und lombardische[1] Name für Gipfel, Spitze, Spitz oder Pik, entspricht im Französischen dem pic (m), im Italienischen Picco (m), im Spanischen und Portugiesischen pico (m) und im Englischen peak.

Piz ist ein häufiger Bestandteil eines Bergnamens im Schweizer Graubünden, in der Oberlombardei, bzw. im Veltlin, und im ladinischen Teil der Dolomiten: z. B.: Piz Bernina, Piz Boè, Piz Buin, Piz Fenga, Piz Linard, Piz Kesch (Mischform, romanisch ist Piz d’Es-cha), Piz Palü, Piz Coca, Piz di Trii Signur, Piz Tri[2], Piz Bela[3]. Beispiele für die Verwendung von Pik sind Pik Karl Marx oder Pik Leibniz.

Einige liegen auch am Rande des (heutigen) rätoromanisch/ladinischen Sprachraums wie der Piz Sardona, Piz Segnas oder Piz Dolf und erhalten entsprechende deutsche Namen auf der anderen Talseite; Surenstock für den Piz Sardona und Trinserhorn für den Piz Dolf. Solches tritt auch beim Übergang vom romanisch sprechenden Engadin zur Landschaft Davos auf: alle Berge tragen Namen in beiden Sprachen (siehe zum Beispiel Hoch Ducan). Im Gegensatz zu Flurnamen, welche sich weiter überlieferten und auch heute immer noch in nunmehr eindeutig deutschsprachigen Gegenden wie Werdenberg, am Alpstein und entlang des Walensees die Alpen und Fluren mit welschen Namen bezeichnen (daher kommt auch der Name Walensee), sind dort die Bezeichnungen für die (wichtigeren) Bergspitzen nur noch deutsch.

Im Kollektivplural lautet die Bezeichnung Pizza, was in etwa wiederzugeben ist als Gespitz. Ein Beispiel dazu ist die Pizza Grossa.

Quellen

↑ unter anderem: Di Francesco Cherubini: Vocabolario Milanese-Italiano, Volume 3 Dall’ Imp. Regia Stamperia, 1841 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche

↑ Piz Tri m. 2308 (Memento vom 14. April 2015 im Internet Archive)

↑ http://www.paesidivaltellina.it/pizzobello/index.htm

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Die Biotechnologie (altgriechisch βίος .mw-parser-output .Latn{font-family:”Akzidenz Grotesk”,”Arial”,”Avant Garde Gothic”,”Calibri”,”Futura”,”Geneva”,”Gill Sans”,”Helvetica”,”Lucida Grande”,”Lucida Sans Unicode”,”Lucida Grande”,”Stone Sans”,”Tahoma”,”Trebuchet”,”Univers”,”Verdana”}bíos, deutsch ‚Leben‘; auch als Synonym zu Biotechnik und kurz als Biotech) ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, die sich mit der Nutzung von Enzymen, Zellen und ganzen Organismen in technischen Anwendungen beschäftigt. Ziele sind u. a. die Entwicklung neuer oder effizienterer Verfahren zur Herstellung chemischer Verbindungen und von Diagnosemethoden.[1][2]

In der Biotechnologie werden Erkenntnisse aus vielen Bereichen, wie vor allem Mikrobiologie, Biochemie (Chemie), Molekularbiologie, Genetik, Bioinformatik und den Ingenieurwissenschaften mit der Verfahrenstechnik (Bioverfahrenstechnik) genutzt.[2] Die Grundlage bilden chemische Reaktionen, die von freien oder in Zellen vorliegenden Enzymen katalysiert werden (Biokatalyse oder Biokonversion). Die Biotechnologie leistet wichtige Beiträge für den Prozess der Biologisierung.

Klassische biotechnologische Anwendungen wurden bereits vor Jahrtausenden entwickelt, wie z. B. die Herstellung von Wein und Bier mit Hefen und die Verarbeitung von Milch zu verschiedenen Lebensmitteln mithilfe bestimmter Mikroorganismen oder Enzyme.[2] Die moderne Biotechnologie greift seit dem 19. Jahrhundert zunehmend auf mikrobiologische und seit Mitte des 20. Jahrhunderts zunehmend auch auf molekularbiologische, genetische bzw. gentechnische Erkenntnisse und Methoden zurück. Dadurch ist es möglich, Herstellungsverfahren für chemische Verbindungen, z. B. als Wirkstoff für die Pharmazeutik oder als Grundchemikalie für die chemische Industrie, Diagnosemethoden, Biosensoren, neue Pflanzensorten und anderes zu entwickeln.[1][2]

Biotechnische Verfahren können vielfältig in unterschiedlichsten Bereichen angewendet werden. Teilweise wird versucht, diese Verfahren nach Anwendungsbereichen zu sortieren, wie z. B. Medizin (Rote Biotechnologie), Pflanzen bzw. Landwirtschaft (Grüne Biotechnologie) und Industrie (Weiße Biotechnologie).[1] Teilweise wird auch danach unterschieden, auf welche Lebewesen die Methoden angewendet werden, wie etwa in der Blauen Biotechnologie oder gelben Biotechnologie[3] die sich auf Anwendungen bei Meereslebewesen oder Insekten bezieht.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte

1.1 Erste biotechnische Anwendungen
1.2 Entwicklung der Mikrobiologie
1.3 Biotechnologie im 20. Jahrhundert
1.4 Moderne Biotechnologie seit den 1970er-Jahren

1.4.1 Aufklärung der DNA-Struktur
1.4.2 Genomsequenzierungen
1.4.3 Anwendungen der Gentechnik

2 Zweige der Biotechnologie
3 Produktionsmethoden

3.1 Organismen
3.2 Bioreaktoren

4 Anwendungen
5 Perspektive
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Weblinks
9 Einzelnachweise

Geschichte

Bereits seit Jahrtausenden gibt es biotechnische Anwendungen, wie z. B. die Herstellung von Bier und Wein. Die biochemischen Hintergründe waren zunächst weitestgehend ungeklärt. Mit den Fortschritten in verschiedenen Wissenschaften, wie vor allem der Mikrobiologie im 19. Jahrhundert, wurde die Biotechnik wissenschaftlich bearbeitet, also die Biotechnologie entwickelt. So wurden optimierte oder neue biotechnische Anwendungsmöglichkeiten erschlossen. Weitere wichtige Schritte waren die Entdeckung der Desoxyribonucleinsäure (DNA oder DNS) in den 1950er-Jahren, das zunehmende Verständnis ihrer Bedeutung und Funktionsweise und die anschließende Entwicklung molekularbiologischer und gentechnischer Labormethoden.

Erste biotechnische Anwendungen

Die ältesten Anwendungen der Biotechnik, die schon seit über 5000 Jahren bekannt sind, sind die Herstellung von Brot, Wein oder Bier (alkoholische Gärung) mithilfe der zu den Pilzen gehörenden Hefe. Durch die Nutzung von Milchsäurebakterien konnten zudem Sauerteig (gesäuertes Brot) und Sauermilchprodukte wie Käse, Joghurt, Sauermilch oder Kefir hergestellt werden. Eine der frühesten biotechnischen Anwendungen abseits der Ernährung waren Gerberei und Beize von Häuten mittels Kot und anderen enzymhaltigen Materialien zu Leder. Auf diese Produktionsverfahren bauten große Teile der Biotechnik bis in das Mittelalter auf, um 1650 entstand ein erstes biotechnisches Verfahren zur Essigherstellung.

Entwicklung der Mikrobiologie

Siehe auch: Mikrobiologie, Louis Pasteur und Robert Koch
Louis Pasteur isolierte erstmals Essigsäurebakterien und Bierhefen.

Moderne Biotechnologie basiert wesentlich auf der Mikrobiologie, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand. Vor allem die Entwicklung von Kultivierungsmethoden, der Reinkultur und der Sterilisation durch Louis Pasteur legten Grundsteine zur Untersuchung und Anwendung (Angewandte Mikrobiologie) von Mikroorganismen. Im Jahre 1867 konnte Pasteur mit diesen Methoden Essigsäurebakterien und Bierhefen isolieren. Um 1890 entwickelten er und Robert Koch erste Impfungen auf der Basis isolierter Krankheitserreger und setzten damit die Grundlage für die Medizinische Biotechnologie.
Der Japaner Jōkichi Takamine isolierte als erster ein einzelnes Enzym für die technische Verwendung, die Alpha-Amylase. Wenige Jahre später nutzte der deutsche Chemiker Otto Röhm tierische Proteasen (eiweißabbauende Enzyme) aus Schlachtabfällen als Waschmittel und Hilfsstoffe für die Lederherstellung.

Biotechnologie im 20. Jahrhundert

Die großtechnische Herstellung von Butanol und Aceton durch Fermentation des Bakteriums Clostridium acetobutylicum wurde 1916 von dem Chemiker und späteren israelischen Staatspräsidenten Charles Weizmann beschrieben und entwickelt.[4] Es handelte sich um die erste Entwicklung der Weißen Biotechnologie. Das Verfahren wurde bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts angewendet, danach aber durch die wirtschaftlichere petrochemische Synthese aus der Propen-Fraktion des Erdöls abgelöst.
Die Herstellung von Citronensäure erfolgte ab dem Jahr 1920 durch Oberflächenfermentation des Pilzes Aspergillus niger. Im Jahre 1957 wurde erstmals die Aminosäure Glutaminsäure mithilfe des Bodenbakteriums Corynebacterium glutamicum produziert.

Alexander Fleming auf einer Briefmarke

1928/29 entdeckte Alexander Fleming im Pilz Penicillium chrysogenum das erste medizinisch verwendete Antibiotikum Penicillin. 1943 folgte das Antibiotikum Streptomycin durch Selman Waksman, Albert Schatz und Elizabeth Bugie. Im Jahr 1949 wurde die Herstellung von Steroiden in industriellem Maßstab umgesetzt. Anfang der 1960er-Jahre wurden Waschmitteln erstmals biotechnisch gewonnene Proteasen zur Entfernung von Eiweißflecken zugesetzt. In der Käseherstellung kann das Kälberlab seit 1965 durch das in Mikroorganismen hergestellte Rennin ersetzt werden. Ab 1970 konnten biotechnisch Amylasen und andere stärkespaltende Enzyme hergestellt werden, mit denen z. B. Maisstärke in den sogenannten „high-fructose corn syrup“, also Maissirup, umgewandelt und als Ersatz für Rohrzucker (Saccharose), z. B. in der Getränkeherstellung, verwendet werden konnte.

Moderne Biotechnologie seit den 1970er-Jahren

Strukturmodell eines Ausschnitts aus der DNA-Doppelhelix (B-Form) mit 20 Basenpaarungen

Aufklärung der DNA-Struktur

1953 klärten Francis Crick und James Watson die Struktur und Funktionsweise der Desoxyribonucleinsäure (DNA) auf. Damit wurde der Grundstein für die Entwicklung der modernen Genetik gelegt.

Seit den 1970er-Jahren kam es zu einer Reihe zentraler Entwicklungen in der Labor- und Analysetechnik. So gelang 1972 den Biologen Stanley N. Cohen und Herbert Boyer mit molekularbiologischen Methoden die erste In-vitro-Rekombination von DNA (Veränderung von DNA im Reagenzglas), sowie die Herstellung von Plasmidvektoren als Werkzeug zur Übertragung (ein Vektor) von Erbgut, z. B. in Bakterienzellen.

César Milstein und Georges Köhler stellten 1975 erstmals monoklonale Antikörper her, die ein wichtiges Hilfsmittel in der medizinischen und biologischen Diagnostik darstellen. Seit 1977 können rekombinante Proteine (ursprünglich aus anderen Arten stammende Proteine) in Bakterien hergestellt und in größerem Maßstab produziert werden. Im Jahr 1982 wurden erste transgene Nutzpflanzen mit einer gentechnisch erworbenen Herbizidresistenz erzeugt, sodass bei Pflanzenschutzmaßnahmen das entsprechende Herbizid die Nutzpflanze verschont. Im selben Jahr gelang die Erzeugung von Knock-out-Mäusen für die medizinische Forschung. Bei ihnen ist zumindest ein Gen inaktiviert, um dessen Funktion bzw. die Funktion des homologen Gens beim Menschen zu verstehen und zu untersuchen.

Genomsequenzierungen

Im Jahr 1990 startete das Humangenomprojekt, in dem bis 2001 (bzw. 2003 in den angestrebten Maßstäben) das gesamte menschliche Genom von 3,2 × 109 Basenpaaren (bp) entschlüsselt und sequenziert wurde. Die Sequenziertechnik basiert direkt auf der 1975 entwickelten Polymerase-Kettenreaktion (PCR), die eine schnelle und mehr als 100.000-fache Vermehrung bestimmter DNA-Sequenzen ermöglicht und so ausreichende Mengen dieser Sequenz, z. B. für Analysen, zur Verfügung stellte. Bereits 1996 war als erstes Genom das der Bäckerhefe (Saccharomyces cerevisiae) mit 2 × 107 bp vollständig aufgeklärt. Durch die rasante Weiterentwicklung der Sequenziertechnik konnten weitere Genome, wie im Jahr 1999 das der Taufliege Drosophila melanogaster (2 × 108 bp), relativ schnell sequenziert werden.

Die Bestimmung von Genomsequenzen führte zur Etablierung weiterer, darauf basierender Forschungsgebiete, wie der Transkriptomik, Proteomik, Metabolomik und der Systembiologie und zu einer Bedeutungszunahme, z. B. der Bioinformatik.

Anwendungen der Gentechnik

1995 kam mit der Flavr-Savr-Tomate das erste transgene Produkt auf den Markt und wurde in den USA und Großbritannien zum Verkauf zugelassen. Im Jahr 1996 erfolgten erste Versuche der Gentherapie beim Menschen und 1999 wurden humane Stammzellen erstmals in Zellkultur vermehrt. Im gleichen Jahr überschritt das Marktvolumen rekombinant hergestellter Proteine in der Pharmaindustrie erstmals den Wert von 10 Milliarden US-$ im Jahr. Das geklonte Schaf Dolly wurde 1998 geboren.

Durch die neu entwickelten gentechnischen Methoden boten sich der Biotechnologie neue Entwicklungsmöglichkeiten, die zur Entstehung der Molekularen Biotechnologie führten. Sie bildet die Schnittstelle zwischen der Molekularbiologie und der klassischen Biotechnologie. Wichtige Techniken sind z. B. die Transformation bzw. Transduktion von Bakterien mithilfe von Plasmiden oder Viren. Dabei können gezielt bestimmte Gene in geeignete Bakterienarten eingeschleust werden. Weitere Einsatzgebiete der molekularen Biotechnologie sind analytische Methoden, zum Beispiel zur Identifikation und Sequenzierung von DNA- oder RNA-Fragmenten.[5]

Zweige der Biotechnologie

Biotechnologie ist ein sehr weit gefasster Begriff. Entsprechend den jeweiligen Anwendungsbereichen wird sie daher in verschiedene Zweige unterteilt. Zum Teil überschneiden sich diese, sodass diese Unterteilung nicht immer eindeutig ist. Teilweise sind die Bezeichnungen noch nicht etabliert oder werden unterschiedlich definiert.

Einteilung der Biotechnologie in verschiedene Zweige[6]

Zweig

Anwendungsgebiete

Grüne Biotechnologie

Einsatz in der Landwirtschaft; Pflanzenbiotechnologie

Rote Biotechnologie

Einsatz in der Medizin und Pharmazeutik; Medizinische Biotechnologie

Weiße Biotechnologie

Einsatz in der Industrie; Industrielle Biotechnologie

Graue Biotechnologie

Einsatz in der Abfallwirtschaft

Braune Biotechnologie

Technische bzw. Umwelttechnologie z. B. im Bodenschutz

Blaue Biotechnologie

biotechnologische Nutzung von Meeresressourcen

Die Grüne Biotechnologie betrifft pflanzliche Anwendungen, z. B. für landwirtschaftliche Zwecke.
Die Rote Biotechnologie ist der Bereich medizinisch-pharmazeutischer Anwendungen, wie z. B. die Herstellung von Medikamenten und Diagnostika. Die Weiße Biotechnologie oder Industrielle Biotechnologie umfasst biotechnologische Herstellungsverfahren, vor allem für chemische Verbindungen in der Chemieindustrie, aber auch Verfahren in der Textil- oder Lebensmittelindustrie.[1]

Weniger gängig sind die Einteilungen in die Bereiche Blaue Biotechnologie, die sich mit der Nutzung von Organismen aus dem Meer befasst, und Graue Biotechnologie mit biotechnologischen Prozessen im Bereich der Abfallwirtschaft (Kläranlagen, Dekontamination von Böden und Ähnliches).

Unabhängig von dieser Einteilung gibt es die als konventionelle Form bezeichnete Biotechnologie, die sich mit Abwasserreinigung, dem Kompostieren sowie weiteren ähnlichen Anwendungen befasst.

Produktionsmethoden

Organismen

Das Bakterium Escherichia coli stellt einen der am häufigsten genutzten Organismen der Biotechnologie dar.

In der modernen Biotechnik werden mittlerweile sowohl Bakterien als auch höhere Organismen wie Pilze, Pflanzen oder tierische Zellen verwendet. Häufig eingesetzte Organismen sind oft bereits genau erforscht, wie etwa das Darmbakterium Escherichia coli oder die Backhefe Saccharomyces cerevisiae. Gut erforschte Organismen werden häufig für biotechnische Anwendungen eingesetzt, weil sie gut bekannt sind und bereits Methoden zu ihrer Kultivierung oder auch gentechnischen Manipulation entwickelt wurden. Einfache Organismen können zudem mit geringerem Aufwand genetisch modifiziert werden.

Zunehmend werden auch höhere Organismen (mehrzellige Eukaryoten) in der Biotechnik verwendet. Grund hierfür ist etwa die Fähigkeit, posttranslationale Veränderungen an Proteinen vorzunehmen, die z. B. bei Bakterien nicht stattfinden. Ein Beispiel dafür ist das Glykoprotein-Hormon Erythropoetin, unter der Abkürzung EPO als Dopingmittel bekannt. Allerdings wachsen eukaryotische Zellen langsamer als Bakterien und sind auch aus anderen Gründen schwieriger zu kultivieren.
Teilweise können Pharmapflanzen, die im Feld, im Gewächshaus oder im Photobioreaktor kultiviert werden, eine Alternative zur Herstellung dieser Biopharmazeutika sein.[7]

Bioreaktoren

Hauptartikel: Bioreaktor

Vor allem Mikroorganismen können in Bioreaktoren oder auch Fermenter kultiviert werden. Dieses sind Behälter, in denen die Bedingungen gesteuert und optimiert werden können, sodass die kultivierten Organismen die gewünschten Stoffe produzieren bzw. in höheren Konzentrationen produzieren. In den Reaktoren können verschiedene Parameter, wie z. B. pH-Wert, Temperatur, Sauerstoffzufuhr, Stickstoffzufuhr, Glukosegehalt oder Rührereinstellungen geregelt werden.
Da die einsetzbaren Organismen sehr unterschiedliche Ansprüche haben, stehen sehr unterschiedliche Fermentertypen zur Verfügung, z. B. Rührkesselreaktoren, Schlaufenreaktoren, Airliftreaktoren, sowie lichtdurchlässige Photobioreaktoren zur Kultivierung von Photosynthese-Organismen wie Algen und Pflanzen.

Anwendungen

Siehe entsprechende Absätze in den Artikeln: Weiße Biotechnologie, Rote Biotechnologie, Grüne Biotechnologie, Graue Biotechnologie und Blaue Biotechnologie

Durch die Vielfältigkeit der Biotechnologie sind zahlreiche Anwendungsbereiche und Produkte mit ihr verknüpft bzw. auf sie angewiesen:

Antikörpertechnologien: Herstellung z. B. von monoklonalen Antikörpern für verschiedenste diagnostische Methoden in medizinische und biologischer Anwendung und Forschung
Bioelektronik: Verknüpfung von Biologie und Elektronik, z. B. zur Entwicklung von Biosensoren
Bioinformatik: Verarbeitung von Daten, die mit biotechnologischen Methoden, wie z. B. Genomsequenzierungen, gewonnen wurden; aber auch Grundlage für die Entwicklung neuer biotechnologischer Methoden und Anwendungen
Bioverfahrenstechnik: Umsetzung biotechnologischer Anwendungen, wie z. B. Entwicklung von Fermentationsverfahren
Bioremediation: Beseitigung von Altlasten, wie z. B. giftigen organischen Verbindungen in Böden, durch Nutzung der biochemischen Fähigkeiten, z. B. von Bakterien
DNA-Chip-Technologie: Nutzung sogenannter DNA-Chips für umfangreiche Screenings, z. B. in Genetik (z. B. Diagnose von Erbkrankheiten), Gentechnik etc.
Downstream Processing: Aufbereitung (Aufreinigung) von biotechnisch hergestellten Verbindungen, z. B. aus Fermentationsprozessen bzw. -ansätzen
Ethanol-Kraftstoff: Herstellung des Biokraftstoffs Bioethanol, z. B. aus Getreidestärke, mithilfe von Mikroorganismen, die alkoholische Gärung betreiben, und von Enzymen, die den Verfahrensablauf verbessern
Gentest-Entwicklung: z. B. Nachweis von Mutationen, die Erbkrankheiten wie Chorea Huntington auslösen
Gentherapie: z. B. Einbringen einer intakten Genvariante zur vorübergehenden oder dauerhaften Behebung eines Gendefekts
Klonen: z. B. therapeutisches Klonen, um aus den gewonnenen Zellen in vitro Ersatzorgane für den Patienten, von dem die Ausgangzellen stammen, zu erzeugen
Klontechnologien (Klonierung): Übertragung einer bestimmten DNA-Sequenz in einen Organismus, z. B. des menschlichen Insulin-Gens in ein Bakterium, zur rekombinanten Herstellung von Insulin
Kriminalistische Anwendungen (siehe auch Genetischer Fingerabdruck): Identifizierung eines Täters anhand der Untersuchung von Spuren mit biotechnologischen Methoden
Nanobiotechnologie (siehe auch Nanotechnologie)
Nutrigenomik: z. B. Entwicklung von Functional Food zur medizinischen Prävention
Pharmakogenomik: Entwicklung individualisierter (optimierter) Arzneimitteltherapien, z. B. für spezifische Populationen bzw. Bevölkerungsanteile
Pharmazeutische Biotechnologie (Teilgebiet der Roten Biotechnologie)
Protein-Engineering: gezieltes Entwerfen von veränderten oder neuen Proteinen für spezifische Anwendungen
Reprogenetik
Stammzelltherapie: Nutzung von omni- oder pluripotenten Stammzellen zur Therapie verschiedener Krankheiten
Tissue Engineering oder Gewebezüchtung: In-vitro-Erzeugung von Geweben für die Anwendung in der Regenerative Medizin
Transgene Technologien
Xenotransplantation: Übertragung von Zellen oder Geweben zwischen verschiedenen Spezies
Cellulose-Ethanol: Erzeugung von Bioethanol aus der bisher enzymatisch nicht effizient zugänglichen Cellulose durch Nutzung rekombinant hergestellter Enzyme
u. v. m.

Perspektive

Viele Anwendungen der Biotechnologie basieren auf dem guten Verständnis der Funktionsweise von Organismen. Durch neue Methoden und Ansätze, wie z. B. der Genomsequenzierung und daran angeschlossene Forschungsbereiche wie Proteomics, Transcriptomics, Metabolomics, Bioinformatik etc., wird dieses Verständnis immer weiter ausgebaut. So werden immer mehr medizinische Anwendungen möglich, in der Weißen Biotechnologie können bestimmte chemische Verbindungen, z. B. für pharmazeutische Zwecke oder als Grundstoff der chemischen Industrie, erzeugt werden und Pflanzen können für bestimmte Umweltbedingungen oder ihren Nutzungszweck optimiert werden. Häufig können auch bisherige Anwendungen durch vorteilhaftere biotechnische Verfahren ersetzt werden, wie z. B. umweltbelastende chemische Herstellungsverfahren in der Industrie. Es wird daher erwartet, dass das Wachstum der Biotechnologie-Branche sich in Zukunft fortsetzen wird.[8]

Siehe auch: Acta Biotechnologica

Siehe auch

Biotechnologiezentrum Münster

Literatur

Moselio Schaechter, John Ingraham, Frederick C. Neidhardt: Microbe: Das Original mit Übersetzungshilfen. Spektrum Akademischer Verlag, 2006, ISBN 3-8274-1798-8.
Reinhard Renneberg, Darja Süßbier: Biotechnologie für Einsteiger. Spektrum Akademischer Verlag, 2005, ISBN 3-8274-1538-1.
R. Ulber, K. Soyez: 5000 Jahre Biotechnologie: Vom Wein zum Penicillin. In: Chemie in unserer Zeit. Band 38, 2004, S. 172–180, doi:10.1002/ciuz.200400295.
G. Festel, J. Knöll, H. Götz, H. Zinke: Der Einfluss der Biotechnologie auf Produktionsverfahren in der Chemieindustrie. In: Chemie Ingenieur Technik. Band 76, 2004, S. 307–312, doi:10.1002/cite.200406155.
K. Nixdorff, D. Schilling, M. Hotz: Wie Fortschritte in der Biotechnologie missbraucht werden können: Biowaffen. In: Biologie in unserer Zeit. Band 32, 2002, S. 58–63.
Björn Lippold: Der Regenbogen der Biotechnologie. bionity.com.
Nikolaus Knoepffler, Dagmar Schipanski, Stefan Lorenz Sorgner (Hrsg.): Humanbiotechnologie als gesellschaftliche Herausforderung. Alber Verlag, Freiburg i. B. 2005, ISBN 3-495-48143-5.
Volkart Wildermuth: Biotechnologie. Zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und ethischen Grenzen. Parthas Verlag, 2006, ISBN 3-86601-922-X.

Weblinks

 Wiktionary: Biotechnologie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
biotechnologie.de − Eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zum Thema Biotechnologie inklusive einer Definition „Was ist Biotechnologie?“
NCBI, Seite des National Center for Biotechnology Information (NCBI), National Institute of Health, National Library for Medicine, Zugang zu Daten (u. a. komplette Genomsequenzen), Suchfunktionen und Standardprogrammen für Sequenzvergleiche etc. (englisch)
Transgen – Transparenz für Gentechnik bei Lebensmitteln, Informationsseite des Forum Bio- und Gentechnologie – Verein zur Förderung der gesellschaftlichen Diskussionskultur e. V. abgerufen am 22. Februar 2010

Einzelnachweise

↑ a b c d Was ist Biotechnologie? Informationsseite des BMBF. (biotechnologie.de, abgerufen am 22. Februar 2010).

↑ a b c d Biotechnologie. Förderschwerpunkt des BMBF: Nachhaltige Bioproduktion. Informationsseite des Projektpartners Forschungszentrum Jülich. (www.fz-juelich.de, abgerufen am 22. Februar 2010).

Gelbe Biotechnologie. Abgerufen am 3. März 2017 (englisch). 

↑ Charles Weizmann: Production of Acetone and Alcohol by Bacteriological Processes. US Patent 1.315.585 vom September 1919.

↑ Technische Universität München (TUM): Molekulare Biotechnologie, Beschreibung des Studiengangs, abgerufen am 21. Februar 2010.

↑ P. Kafarski: Rainbow Code of Biotechnology. CHEMIK. Wroclaw University, 2012.

↑ Eva L. Decker, Ralf Reski: Moss bioreactors producing improved biopharmaceuticals. In: Current Opinion in Biotechnology. Band 18, 2007, S. 393–398. doi:10.1016/j.copbio.2007.07.012.

Biotechnologie-Firmenumfrage 2009 (Memento vom 28. März 2010 im Internet Archive), Informationsseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), abgerufen am 22. Februar 2010.

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4069491-4 (AKS)

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Kategorie: Biotechnologie

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Immobilienmakler Situation in Deutschland Situation in Österreich Situation in der Schweiz Weitere Länder Navigationsmenü aus Leverkusen

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Ein Immobilienmakler ist ein selbstständiger Gewerbetreibender, der eine Gelegenheit für einen Kaufvertrag oder Mietvertrag für Immobilien nachweist oder eine solche Gelegenheit vermittelt und somit als Makler zwischen Eigentümer und Interessenten tätig wird. Kommt durch seine Tätigkeit ein Vertrag zustande, so erhält er eine Provision (auch „Courtage“ genannt), deren Höhe üblicherweise nach dem Kaufpreis bzw. Mietpreis festgelegt wird.

Je nach rechtlichen Rahmenbedingungen des Landes und der Situation auf dem Immobilienmarkt kann der Fall eintreten, dass die Provision nicht vom Auftraggeber des Maklers, sondern von der anderen Vertragspartei bezahlt wird.

Inhaltsverzeichnis

1 Situation in Deutschland

1.1 Zivilrechtliche Grundlagen
1.2 Maklerausbildung

1.2.1 Deutschland
1.2.2 Andere Länder
1.2.3 Europa

1.3 Maklerprovision
1.4 Besonderheiten bei Wohnimmobilien
1.5 Maklerprovision im notariellen Kaufvertrag

2 Situation in Österreich

2.1 Provision bei Vermittlung von Mietverträgen

3 Situation in der Schweiz
4 Weitere Länder

4.1 Vom Vermieter beauftragte und bezahlte Makler
4.2 Vom Vermieter beauftragte aber vom Mieter bezahlte Makler

5 Einzelnachweise
6 Literatur
7 Weblinks

Situation in Deutschland

In Deutschland werden Immobilienmakler je nach Gebiet und Marktlage vom Vermieter bzw. Verkäufer oder vom Mieter bzw. Käufer in Anspruch genommen.

Der deutsche Immobilienmakler benötigt neben der Anmeldung seines Gewerbes in jedem Fall eine behördliche Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung zur Ausübung seiner Tätigkeit. Diese Erlaubnis umfasst

die Vermittlung des Abschlusses (Vermittlungsmakler) oder
den Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss (Nachweismakler)

von Verträgen über

Grundstücke bzw. Immobilien,
grundstücksgleiche Rechte,
vermietete Wohnräume und gewerbliche Räume.

Er erhält für seine erfolgreichen Bemühungen (Erfolgsprinzip) eine Courtage (Maklerprovision). Zur Vermittlung einer Immobilie wird ein Maklervertrag mit dem Anbieter und/oder dem Nachfrager geschlossen. Dieser / diese fungieren als Auftraggeber des Immobilienmaklers. Wesentlicher Inhalt ist das so genannte Provisionsversprechen (Courtage) des oder der Auftraggeber, wenn die Tätigkeit des Maklers den angestrebten Erfolg bewirkt. Der Maklervertrag kann schriftlich, mündlich oder durch konkludentes (schlüssiges) Verhalten abgeschlossen werden.

Als Alternative gibt es selten auch den sogenannten „Festpreismakler“ bei dem das Entgelt nicht vom erfolgreichen Verkauf abhängt.

In den letzten Jahrzehnten sind in Deutschland erste größere Maklerunternehmen entstanden, die überregional tätig werden. Einige von ihnen greifen auf Franchising zurück. Darüber hinaus bieten viele Kreditinstitute, allen voran Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen die Dienstleistungen eines Immobilienmaklers an.

Der Immobilienverband Deutschland IVD Bundesverband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen e.V. ist der größte Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Deutschland, in dem Immobilienmakler organisiert sind.

Die Bezeichnung Immobilienmakler ist weder geschützt noch bedarf es zur Ausübung eines Nachweises über die fachliche Eignung oder berufliche Ausbildung. Unter dem Aspekt der Gewerbefreiheit kann jeder ein Maklergewerbe anmelden und betreiben. Jedoch fordern auch Fachverbände wie der IVD einen Sach- und Fachkundenachweis für Makler und Immobilienverwalter.[1] Zur Gewerbeanmeldung gem. § 14 GewO (Anzeigepflicht) ist außerdem eine spezielle (Makler-)Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung nötig, welche z. B. bei Vorstrafen wegen Kapitaldelikten oder einer „nicht geordneten finanziellen Situation“ des Antragstellers verweigert werden kann.

In der Praxis werden in Deutschland drei Arten der Vertretung durch den Immobilienmakler unterschieden:

Allgemeinauftrag (der Auftraggeber kann weitere Makler einschalten, sowie selbst tätig werden),
Alleinauftrag (der Auftraggeber darf keine weiteren Makler einschalten, allerdings ist dem Auftraggeber der Eigenverkauf/-kauf weiterhin gestattet) und der
qualifizierte Alleinauftrag.

Der qualifizierte Alleinauftrag bedeutet für den Makler größtmögliche Sicherheit, da der Auftraggeber nicht selbst tätig werden darf und alle Interessenten für das Objekt an den Makler verweisen muss. Da dies den Verkäufer sehr einschränkt, verlangt die Rechtsprechung, dass die Hinzuziehungs- und Verweisungsregelung zu ihrer Wirksamkeit des individuellen Aushandelns bedarf. Alleinaufträge müssen zum Schutz des Auftraggebers befristet sein.

Zivilrechtliche Grundlagen

Das Recht des „Zivilmaklers“, zu dem auch der Immobilienmakler gerechnet wird, ist in den §§ 652–654 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt und stammt in seiner Formulierung aus dem Jahr 1896. Das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz führte allerdings zu keiner Novellierung dieser Vorschriften, so dass im BGB nach wie vor von „Mäkler“ und von „Mäklerlohn“ die Rede ist. Konzipiert wurde das Maklerrecht als einseitiges sogenanntes „Glücksgeschäft“. Nach dem Gesetz muss ein mit der Verkaufsvermittlung einer Immobilie beauftragter Makler nichts tun. Der Auftraggeber seinerseits kann den Auftrag jederzeit zurückziehen, die Angebotsbedingungen ändern und auch sonst tun und lassen was er will („Prinzip der Entscheidungsfreiheit des Auftraggebers“). Für eine gewerbsmäßige Maklertätigkeit ist es untauglich, so dass Makler und Auftraggeber in der Regel vom Gesetzesrecht abweichende Vereinbarungen treffen.

Das Maklerrecht ist heute hauptsächlich Richterrecht. Das Problem dabei ist allerdings, dass das Gesetzesrecht trotz seiner offenkundigen Schwächen Leitbildcharakter für die Rechtsprechung hat, so dass ein zu weitgehendes Abweichen vom Gesetz im Rahmen Allgemeiner Geschäftsbedingungen (z. B. beim sogenannten qualifizierten Alleinauftrag) zur Nichtigkeit führt.

Die Maklercourtage wird bei Abschluss des vermittelten Vertrags fällig, so dass jede Vorleistung eines Maklers auf dessen eigenes Risiko erfolgt. Das entspricht im Übrigen auch den üblichen Vereinbarungsinhalten von Alleinaufträgen.

Maklerausbildung

Deutschland

In Deutschland ist lediglich eine behördliche Erlaubnis (§ 34c Gewerbeordnung) erforderlich. Wer eine Erlaubnis beantragt, muss seine persönliche Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse nachweisen. Der Antragsteller darf z. B. nicht in den vergangenen fünf Jahren wegen Diebstahl, Betrug oder einer Konkurs- bzw. Insolvenzstraftat verurteilt worden sein.[2] Deutschen Immobilienmaklern bleibt es freigestellt, ob sie sich auf freiwilliger Basis qualifizieren möchten, um zum Beispiel Haftungsfälle zu vermeiden. Eine gesetzlich geregelte Berufsausbildung zum Immobilienmakler existiert nicht. Der Ausbildungsgang, der wesentliche Inhalte des Berufes eines Immobilienmaklers mitabdeckt, ist die dreijährige Ausbildung zum Immobilienkaufmann-/frau.[3] Diese Berufsausbildung schlägt z. B. der IVD als Mindestmaß der Qualifikation für Immobilienmakler vor. Verschiedene Einrichtungen bieten maklerspezifische Schulungen zum Beispiel zum/zur „Geprüften Immobilienmakler“ an.

Andere Länder

In den meisten westlichen Ländern einschließlich den USA müssen sich Immobilienmakler fachlich qualifizieren, bevor sie den Beruf ausüben können. Eine gewerberechtliche Anmeldung, wie oben dargestellt, genügt nicht, jedoch sind die Anforderungen sehr unterschiedlich. In Österreich zum Beispiel müssen Immobilienmakler eine fundierte Ausbildung, einschließlich einer umfassenden Berufserfahrung nachweisen, und am Ende eine Befähigungsprüfung ablegen, sofern sie nicht bereits einen facheinschlägigen Universitätslehrgang oder einen Fachhochschulstudiengang absolviert haben. In Frankreich müssen Makler ein Hochschulstudium vorweisen und eine Ausbildung bei einem Notar absolvieren, bevor sie sich beruflich betätigen dürfen.

Europa

Seit April 2010 gibt es innerhalb der Europäischen Union die Norm DIN EN 15733.[4] Dies ist eine freiwillige Zertifizierung, die Immobilienmaklern europaweite Mindestqualifikationen (Ausbildung zum Immobilienfachwirt) nachweist. Zudem muss sich ein Makler mit diesem EU-Zertifikat an eine umfassende Informationspflicht und einem Moralkodex seinen Kunden gegenüber halten.

Maklerprovision

Der Provisionsanspruch entsteht, wenn ein Kausalzusammenhang zwischen der Maklertätigkeit und dem Abschluss des Vertrags besteht. Diese Voraussetzung muss im Streitfall der Makler beweisen, beispielsweise durch einen schriftlichen Immobiliennachweis. Die Höhe der Maklerprovision, die in § 652BGB als „Mäklerlohn“ bezeichnet wird, kann im Rahmen bestimmter gesetzlicher Grenzen grundsätzlich frei verhandelt werden und richtet sich nach der Marktlage, dem Preis der Immobilie sowie den am Markt üblichen Konditionen. Sie beträgt üblicherweise

bei privaten Immobilienverkäufen in Deutschland regelmäßig zwischen 5,95 und 7,14 % des Kaufpreises (inklusive Umsatzsteuer),
bei privaten Immobilienvermietungen bis zu zwei Netto-Monatskaltmieten (zuzüglich Umsatzsteuer) (durch das Wohnungsvermittlungsgesetz begrenzt) und
bei gewerblichen Immobilientransaktionen entsprechend den individuellen Absprachen zwischen Makler und Auftraggeber.

Die marktüblichen Prozentsätze der Maklerprovision bei Immobilienverkäufen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Dabei handelt es sich nicht um gesetzlich verpflichtende Provisionshöhen, sondern sie dienen Maklern und Kunden zur Orientierung:

Verkäufer

(„Innenprovision“)

Käufer

(„Außenprovision“)

Bundesland

0 €

(0 %)

28.560 €

(6,0 % zzgl. 19 % MwSt. = 7,14 %)

Berlin, Brandenburg

0 €

(0 %)

25.000 €

(5,25 % / 6,25 %)

Hamburg

0 €

(0 %)

23.800

(5,0 % / 5,95 %)

Bremen, Hessen

0 € oder 14.280 €

(0 % oder 3,0 % / 3,57 %)

19.040-23.800 oder 14.280 €

(4-5 % / 4,76-5,95 % oder 3,0 % / 3,57 %)

Niedersachsen

(2 Modelle der Maklerprovision:
1. Verkäufer 0 % und Käufer 4-5 % zzgl. MwSt.; oder 2. Käufer und Verkäufer je 3,0 % zzgl. MwSt.)

9.520 €

(2,0 % / 2,38 %)

14.280 €

(3,0 % / 3,57 %)

Mecklenburg-Vorpommern

14.280 €

(3,0 % / 3,57 %)

14.280 €

(3,0 % / 3,57 %)

Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen (NRW), Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen

Abhängig von den regionalen Usancen für das private Immobilienmaklergeschäft, wird die Provision

zwischen Käufer und Verkäufer geteilt (häufig zu gleichen Teilen),
ausschließlich vom Verkäufer getragen oder
ausschließlich vom Käufer getragen.

Die Provision des Verkäufers wird in der Branche als Innenprovision, die des Käufers als Außenprovision bezeichnet.
Eine vollständige Innenprovision, auch unter dem Stichwort Bestellerprinzip bekannt, hat die Vorteile, dass

die Immobilie ohne zusätzliche Maklerprovision für den Käufer angeboten werden kann (also faktisch im Kaufpreis berücksichtigt ist, sofern die Marktsituation dies zulässt),
der Käufer insofern im Rahmen der Immobilienfinanzierung geringere schwer fremdfinanzierbare Erwerbsnebenkosten hat und
dies eine ökonomisch effiziente Kostenallokation darstellt, da derjenige, der über die Beauftragung eines Maklers und dessen Auswahl entscheidet, diesen auch bezahlt, so dass ein echter Qualitäts- und Preiswettbewerb entsteht.

Eine vollständige Innenprovision hat scheinbar den Nachteil, dass die Erwerbsnebenkosten, wie u. a. die Grunderwerbsteuer und die Beurkundungskosten, höher ausfallen, da diese sich i. d. R. auf Basis des Wertes der Beurkundung bzw. des Wertes der Gegenleistung berechnen, und diese Werte sich aufgrund der inkludierten Courtage erhöhen können. Diese Sichtweise greift indes insofern zu kurz, als bei einem funktionierenden Markt Immobilien, die ohne Makler vermarktet werden mit solchen konkurrieren, bei denen ein Makler tätig wird, so dass ein Verkäufer, wenn er sich gegen die Beauftragung eines Maklers entscheidet, den Wert der Courtage auf den Kaufpreis aufschlagen und damit selbst vereinnahmen kann.

In seltenen Fällen wird zwischen Verkäufer und Makler eine Mehrerlösvereinbarung getroffen. Hierbei wird neben einer Provision zusätzlich bei Überschreitung eines bestimmten Kaufpreises der Mehrerlös zwischen Makler und Verkäufer nach einem bestimmten vorher vereinbarten Muster aufgeteilt.

Neuerdings steht auch das Geschäftsmodell einer Maklerpauschale („Makler-Flatrate“; „provisionsfreier Makler“) im Raum. Bei diesem Geschäftsmodell wird anstelle der üblichen Maklerprovision ein Fixum für die Vermarktung der zu vermittelnden Immobilie gezahlt. Für diesen Betrag erhält der Kunde Leistungen, die zum Verkauf der Immobilie führen sollen wie z. B. die Marktwerteinschätzung der Immobilie, Anzeigenschaltung und das Führen der Verkaufsverhandlungen bis hin zum Abschluss. Nach erfolgreichem Abschluss werden keine weiteren Kosten fällig, allerdings muss der Verkäufer meist selber einige Leistungen übernehmen (z. B. die Durchführung von Besichtigungen). Der Betrag für diese klar definierte Dienstleistung muss zu Beginn des Auftrages gezahlt werden. Die 100%ige Sicherheit, dass ein Objekt vermittelt wird, hat der Kunde nicht. Es ist demnach keine reine Maklerleistung mehr, sondern eine Dienstleistung der Immobilienvermittlung, die sich in wesentlichen Punkten von der Maklerleistung unterscheidet. Der Maklerverband IVD kritisiert das neue Modell, da für den Betrag seiner Meinung nach nur minimale Leistungen erbracht werden.

Gesetzlich unzulässige Maklergebühren dagegen sind weitere erfolgsunabhängige Vergütungen (z. B. Service- und Übergabegebühren, Verwaltungspauschalen), Besichtigungsgebühren, Provisionsforderungen bereits beim Vorvertrag und vorformulierte Verweisungsklauseln oder Direktverkaufsverbot.

Am 7. Februar 2011 lehnte der Deutsche Bundestag eine Neuregelung der Maklerprovision ab, da eine Änderung ein nicht gerechtfertigter Eingriff in die Vertragsfreiheit sei und regionale Unterschiede nicht berücksichtigt werden.[5]

Am 7. Juni 2013 hat der Bundesrat im Bundestag einen Gesetzesentwurf zur Maklerprovision für Mietwohnungen eingebracht. Demnach soll künftig das „Bestellerprinzip“ für Maklergebühren gelten. Der Immobilienmakler müsse von der Person bezahlt werden, die ihn beauftragt hat. Auf diese Weise sollen vor allem Mieter in Ballungszentren finanziell entlastet werden, da die Maklercourtage dann in den meisten Fällen vom Vermieter zu tragen ist.[6][7] Das entsprechende Gesetz trat zum 1. Juni 2015 in Kraft.[8]

Am 16. August 2018 wurde bekannt, dass das Justizministerium die Einführung des Bestellerprinzips auch bei zum Kauf angebotenen Immobilien prüft.

Besonderheiten bei Wohnimmobilien

Derjenige darf keine Provision für die Vermittlung von Wohnraum vom Mieter verlangen, der zum Zeitpunkt des Vertrages Eigentümer, Verwalter oder Mieter der Mietsache ist oder mit diesem wirtschaftlich verbunden ist. Bei der Vermittlung von Mietwohnungen ist die Höhe der Provision auf das zweifache der monatlichen Nettokaltmiete zuzüglich der Mehrwertsteuer begrenzt.
Wenn viele Wohnungen leer stehen, übernehmen viele Vermieter die Courtage. Bei großer Nachfrage werden mehr Wohnungen mit Provision angeboten. Jedoch darf für öffentlich geförderte Wohnungen grundsätzlich keine Courtage vom Mieter verlangt werden. Die genossenschaftlichen und die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften bieten ihre Wohnungen ohne Provision an. Auch die meisten Hausverwaltungen und die privaten Wohnungsbaugesellschaften vermieten ihre Wohnungen ohne Makler.

Maklerprovision im notariellen Kaufvertrag

Wenn Immobilienmakler ihre Rechte auf Courtage im Kaufvertrag absichern, spricht man von der sogenannten Maklerklausel. Die Maklerklausel konstatiert, dass die Vermittlung der Immobilie durch den Makler Zustandekommen ist. Wird die Maklerklausel mit einer Formulierung verwendet, die den Käufer bei Nichtzahlung der Courtage zur sofortigen Zwangsvollstreckung in sein Vermögens unterwirft, ist dies nach Ansicht der Notarkammer nicht angemessen, und widerspricht „den guten Sitten“.[9]

Sofern Käufer von Immobilien entgegen der Empfehlung der Notarkammer eine solche Klausel akzeptieren, sollten sie beachten, dass die Erwähnung des Maklers und dessen Provision im notariellen Kaufvertrag nur dann eine Erhöhung der notariellen Beurkundungsgebühr nach sich zieht, wenn der Verkäufer sich zur Zahlung der Provision dem Makler gegenüber verpflichtet hatte, diese Verpflichtung dann aber vom Käufer übernommen wird. Wenn nur der Käufer eine Maklergebühr leisten muss, erhöht sich damit nicht auch der grunderwerbssteuerpflichtige Gebäudewert, wenn der Käufer den Makler beauftragt hatte. Hierzu genügt der einfache Satz in der Maklerklausel des Kaufvertrages: „Der Käufer hat den Makler beauftragt.“ Fehlt dieser Satz, dann ist die Maklerprovision ggf. grunderwerbsteuererhöhend.

Situation in Österreich

In Österreich sind Immobilienmakler in der Regel Doppelmakler. Sie werden meist vom Verkäufer beauftragt und auch bezahlt. In der Praxis kommt ein Käufer jedoch nicht ohne Beauftragung an die Daten des Verkäufers, wodurch er ebenfalls zahlen muss. Dadurch ist der Makler jedoch zur beidseitigen Vertretung verpflichtet.

Ebenfalls ist auch die Courtage im Regelfall erst nach erfolgreichen Abschluss eines Verkaufs-, Miet- oder Pachtvertrages fällig. Ausnahmen gibt es beim Alleinvermittlungsauftrag.

Die Vermittlungsprovision für den Verkauf von Immobilien beträgt höchstens:

Wert bis EUR 36.336 je 4 %
von EUR 36.336 bis EUR 48.448 = je EUR 1.453
Wert ab EUR 48.448 je 3 %

Provision bei Vermittlung von Mietverträgen

Bei der Vermittlung von Mietverträgen sind folgende Höchstprovisionen seit dem 1. September 2010 gesetzlich festgelegt:[10]

Vermittlung von Haupt- und Untermietverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser (Immobilienmakler ist nicht gleichzeitig Verwalter des Gebäudes)

Vertragsdauer
Vermieter
Mieter

unbefristet oder Befristung größer 3 Jahre
3 BMM (Bruttomonatsmieten), (allenfalls plus 5 % für besondere Abgeltungen gem. § 22)
2 BMM

Befristung bis 3 Jahre
3 BMM, allenfalls plus 5 % für besondere Abgeltungen gem. § 22
1 BMM + 1/2 BMM bei Verlängerung (wenn vereinbart)

Vermittlung von Haupt- und Untermietverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser (Immobilienmakler ist gleichzeitig Verwalter des Gebäudes)

Vertragsdauer
Vermieter
Mieter

unbefristet oder Befristung größer 3 Jahre
2 BMM, allenfalls plus 5 % für besondere Abgeltungen gem. § 22
1 BMM

Befristung bis 3 Jahre
2 BMM, allenfalls plus 5 % für besondere Abgeltungen gem. § 22
1/2 BMM + 1/2 BMM bei Verlängerung (wenn vereinbart)

Befristung bis 2 Jahre
1 BMM, allenfalls plus 5 % für besondere Abgeltungen gem. § 22
1/2 BMM + 1/2 BMM bei Verlängerung (wenn vereinbart)

Vermittlung von Mietverträgen über Geschäftsräume

Vertragsdauer
Vermieter
Mieter

unbefristet oder Befristung größer 3 Jahre
3 BMM, allenfalls plus 5 % für besondere Abgeltungen gem. § 22
3 Bruttomonatsmieten

Befristung bis 3 Jahre
3 BMM, allenfalls plus 5 % für besondere Abgeltungen gem. § 22
2 BMM + Ergänzung auf 3 BMM bei Verlängerung (wenn vereinbart)

Befristung bis 2 Jahre
3 BMM, allenfalls plus 5 % für besondere Abgeltungen gem. § 22
1 BMM + Ergänzung auf 3 BMM bei Verlängerung (wenn vereinbart)

Immobilienvermittlungsprovisionen sind umsatzsteuerpflichtig.

Situation in der Schweiz

In der Schweiz wird die Tätigkeit eines „Immobilienmaklers“ (Bemerkung: diesen Begriff gibt es aber in der Schweiz nicht) ausschließlich von den Vermietern bzw. Verkäufern bezahlt. Eine Abwälzung der Kosten auf den Mieter ist nach Obligationenrecht (Schweiz) nicht möglich. Sie würde, wie auch die z. B. deutschen Ansätze, als „Wucher“ empfunden. In der Regel werden die Tätigkeiten eines „Immobilienmaklers“ von – qualifizierten – Immobilienverwaltungen von Immobilientreuhändern, Immobilienökonomen oder Kaufleuten ausgeübt.

Weitere Länder

Vom Vermieter beauftragte und bezahlte Makler

Neben der Schweiz werden auch in Belgien, Großbritannien, Irland, den Niederlanden und in Norwegen Makler von den Vermietern beauftragt und bezahlt.[11]

Vom Vermieter beauftragte aber vom Mieter bezahlte Makler

Neben Österreich werden auch in folgenden Ländern die Makler von den Mietern bezahlt (in Klammer Maklerprovision in Prozent der Jahresmiete):[11]

Finnland: 8,33 Prozent
Dänemark: 6,25 Prozent
Frankreich: 4,50 Prozent
Luxemburg: 8,33 Prozent
Italien: 3,50 Prozent
Schweden: 1,75 Prozent

Zum Vergleich:

Österreich: 22,7 Prozent
Deutschland: 13,10 Prozent

Einzelnachweise

↑ Archivlink (Memento des Originals vom 15. Januar 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ivd.net

↑ Informationen zur Erlaubnis nach § 34c GewO, IHK Frankfurt am Main

↑ Archivlink (Memento des Originals vom 21. Oktober 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.frankfurt-main.ihk.de

Makler: DIN-Norm setzt Qualitätsmaßstäbe. IVD Immobilienverband, abgerufen am 18. Oktober 2016. 

Bundestag lehnt Neuregelung der Maklercourtage ab..  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/news.immonet.de 

Maklerprovision nur noch nach Bestellerprinzip. Pressemitteilung im Archiv des Bundesrates, abgerufen am 30. Mai 2014. 

Mietpreisbremse, Reform des Mietrechts..  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundesrat.de 

↑ Hermann-Josef Tenhagen: Neues Bestellerprinzip: Die Vertreibung der Makler aus dem Paradies. Spiegel Online, 30. Mai 2015, abgerufen am 1. Juni 2015

Vorsicht bei der Maklerklausel. In: Tagesspiegel. Abgerufen am 7. September 2018. 

↑ RIS – Gesamte Rechtsvorschrift für Standes- und Ausübungsregeln für Immobilienmakler – Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 5. April 2011. Bundeskanzleramt Österreich. Abgerufen am 5. April 2011.

↑ a b http://helpv1.orf.at/?story=435

Literatur

Erwin Sailer: Der Immobilienmakler – Grundlagen Strategien Entwicklungspotentiale. 2. Aufl., Stuttgart 2007.
Mario Axmann: Maklerrecht und Maklerwesen bis 1900. Stuttgart, 2004.
Helmut Seydel: „Maklerrecht“ – Ein Leitfaden für Makler und ihre Kunden. nwb Verlag, Berlin.

Weblinks

 Wiktionary: Immobilienmakler – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Umfangreiche Studie zu Maklerprovisionen in Deutschland, Juni 2006 (PDF; 786 kB)
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4026617-5 (AKS)

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Ernährungsberatung durch eine Diätassistentin/Ökotrophologin mithilfe von Schaubildern

Eine Ernährungsberatung vermittelt Informationen über ernährungsphysiologische, biochemische und allergologische Zusammenhänge der Ernährung und beinhaltet Beratung zur Lebensmittel­struktur, deren Herstellungsprozessen und gegebenenfalls auch zu Themen wie Essverhalten, Lebensführung, Körperbewusstsein und Sport.

Inhaltsverzeichnis

1 Ernährungsberater

1.1 Deutschland
1.2 Österreich

2 Siehe auch
3 Weblinks
4 Einzelnachweise

Ernährungsberater

Eine Ernährungsberatung richtet sich im Gegensatz zur Diättherapie immer an gesunde Personen in besonderen Lebenssituationen (wie z. B. Schwangere, Sportler) oder Personen, die bereits Risikofaktoren, wie z. B. Übergewicht (nicht Adipositas), vorweisen, aber noch nicht erkrankt sind.

Deutschland

Ernährungsberatung wird in Deutschland von den gesetzlichen Krankenkassen gemäß § 20 SGB V bezuschusst. Demnach sind für die Ernährungsberatung verschiedene Berufsgruppen qualifiziert, wie z. B. Diätassistenten, Oecotrophologen und Ernährungswissenschaftler. Oecotrophologen und Ernährungswissenschaftler müssen sich nach ihrem Studium weiterqualifizieren, um Ernährungsberatungen mit den Krankenkassen abrechnen zu können. Diese Weiterbildung ist z. B. die Weiterbildung zum Ernährungsberater/DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung), oder zum zertifizierten Ernährungsberater VDOE vom Berufsverband Oecotrophologie e. V. (VDOE).

Da Diätassistenten zu den sogenannten bundesrechtlich geregelten Heilhilfsberufen (Synonym Gesundheitsfachberuf, Medizinalfachberuf, Heilhilfsberuf u. ä.) zählen, entfällt die Notwendigkeit einer Zusatzqualifikation. Diätassistenten können direkt bei ihrem Berufsverband ein den anderen Zertifikaten gleichgestelltes Zertifikat Ernährungsberater/VDD beantragen. Auch dieses Zertifikat muss durch Weiterbildungen alle 3 Jahre aktualisiert werden. Das Diätassistentengesetz von 1994 und die dazugehörige Ausbildungs- und Prüfungsordnung hat folgendes Ausbildungsziel:

„Die Ausbildung soll entsprechend der Aufgabenstellung des Berufs insbesondere die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln, die zur eigenverantwortlichen Durchführung diättherapeutischer und ernährungsmedizinischer Maßnahmen auf ärztliche Anordnung oder im Rahmen ärztlicher Verordnung wie dem Erstellen von Diätplänen, dem Planen, Berechnen und Herstellen wissenschaftlich anerkannter Diätformen befähigen, sowie dazu, bei der Prävention und Therapie von Krankheiten mitzuwirken und ernährungstherapeutische Beratungen und Schulungen durchzuführen (Diätassistenten Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, 1994).[1]“

Eine seriöse Ernährungsberatung ist dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Beratung keine Verkäufe stattfinden und der Berater sich in seinen Ausführungen herstellerneutral und werbefrei verhält. Dies ist zum Beispiel in der Berufsordnung für freiberuflich Oecotrphologen des VDOE geregelt.

Diätassistent/Diätologe (Österreich, früher Diätassistent) – Heilhilfsberuf für den Bereich Diätetik und Ernährung
Ökotrophologe/Trophologe (Master und Bachelor of Science, früher Diplom) – Studium der Haushalts- und Ernährungswissenschaft, Ernährungswissenschaft und Lebensmittelhygiene, bei der Trophologie exklusive VWL und BWL
Ernährungsmediziner – Arzt mit zusätzlichem Ausbildungsnachweis

Die Begriffe Ernährungsberater bzw. Ernährungstherapeut genießen keinen gesetzlichen Schutz und können daher allgemeingebräuchlich von jeder Person verwendet werden. Zur Absicherung einer qualifizierten Beratung zertifizieren die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und der Berufsverband Oecotrophologie ausgebildete Ernährungsberater (Ernährungsberater/DGE bzw. Ernährungsberater VDOE). Allerdings dürfen in der Primärprävention auch Personen tätig werden, die über institutsinterne/private Abschlüsse bzw. Ausbildungen zum Ernährungsberater verfügen. Entsprechende Ausbildungen werden in Vollzeit, Teilzeit und in Form eines Fernstudiums angeboten.

Ein Patientenschutzverein wollte erreichen, dass derjenige, der Nahrungsergänzungsmittel herstellt und vertreibt und als Ernährungsberater tätig wird, der Genehmigung einer Gesundheitsbehörde bedarf. Im Einzelnen wurde gefordert, dass die Berufsbezeichnung Ernährungsberater gesetzlich geschützt wird. Das Petitionsverfahren wurde am 20. September 2007 abgeschlossen, da dem Anliegen nicht entsprochen werden konnte.[2]

In der Begründung, warum diesem Anliegen nicht entsprochen werden konnte, verweist der Bundestag auf das Bundesministerium für Gesundheit, das mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf den Art. 74 Abs. 1 Nr. 19 des Grundgesetzes. Danach hat der Bund die Befugnis, die Zulassung zu ärztlichen und anderen Heilberufen zu regeln. Hiervon hat der Bundesgesetzgeber für den Bereich der Ernährung durch das Diätassistentengesetz Gebrauch gemacht. In dieser Begründung heißt es weiter:

„Das Diätassistentengesetz vom 8. März 1994 schützt die Berufsbezeichnung und regelt die bundeseinheitliche Ausbildung. Das Ausbildungsziel der Diätassistenten umfasst insbesondere die Vermittlung der Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zur eigenverantwortlichen Durchführung diättherapeutischer und ernährungsmedizinischer Maßnahmen auf ärztliche Anordnung oder im Rahmen ärztlicher Verordnung wie dem Erstellen von Diät­plänen, dem Planen, Berechnen und Herstellen wissenschaftlich anerkannter Diätformen befähigen soll sowie dazu, bei der Prävention und Therapie von Krankheiten mitzuwirken und ernährungstherapeutische Beratung und Schulungen durchzuführen […] Dabei wird der Bereich Ernährungsberatung durch eigene Fächer des theoretischen und praktischen Unterrichts wie auch Anteilen der praktischen Ausbildung abgedeckt. Auch die staatliche Prüfung erstreckt sich in ihrem mündlichen und praktischen Teil u. a. auf das Fach Diät- und Ernährungsberatung. Mit dem Diätassistentengesetz hat der Bundesgesetzgeber demnach die Grundlage für einen bundesgesetzlich ausgebildeten Beruf geschaffen, der auf dem Gebiet der Ernährungsberatung zu arbeiten befähigt ist […][3]“

Österreich

In Österreich wird Ernährungsberatung in zwei Bereiche geteilt:

in den medizinischen und
in den gewerblichen Bereich.

Bei der medizinischen Ernährungsberatung ist die ernährungsmedizinische Behandlung, Beratung und Therapie von Kranken oder krankheitsverdächtigen Menschen Ärzten und Diätologen und – unter ärztlicher Anleitung – dem diplomierten Gesunden- und Krankenpflegepersonal gesetzlich vorbehalten.

Eine Ernährungsberatung im gewerblichen Bereich ist an nicht kranke oder krankheitsverdächtige Menschen gesetzlich gerichtet. Die Ernährungsberatung ist seit der Gewerbeordnungsnovelle 2002 ein Teilbereich der Lebens- und Sozialberatung. Die Ausübung des Gewerbes „Lebens- und Sozialberatung eingeschränkt auf Ernährungsberatung“ ist an die erfolgreiche Absolvierung der Studienrichtung Ernährungswissenschaften an einer inländischen Universität oder die erfolgreiche Ausbildung zum Diätologen gebunden (vgl. § 119 Abs. 1 GewO).[4]

Österreich und Deutschland weisen Unterschiede bei der Kostenübernahme durch die Krankenkassen auf. Während in Österreich die Inanspruchnahme einer Leistung durch einen freiberuflichen Ernährungsberater zur Gänze selbst zu tragen sind, gibt es in Deutschland teilweise Kostenzuschüsse. Es wird hier von den verschiedenen Kassen eine individuelle Einzelfallprüfung vorgenommen und zwischen präventiven und ernährungstherapeutischen Beratungen unterschieden.

Siehe auch

Ernährungswissenschaft
Haushaltswissenschaft
Public Health Nutrition

Weblinks

Erläuterung der von den Krankenkassen anerkannten Zertifikate
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
BerufsVerband Oecotrophologie e.V. (VDOE)

Einzelnachweise

↑ Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Diätassistentinnen und Diätassistenten (DiätAss-APrV)

↑ Begründung des Patientenschutz e.V. Berlin LAG Nord, vom 20. September 2007

↑ Begründung des Patientenschutz e. V. Berlin LAG Nord, vom 20. September 2007, S. 2 (PDF).

↑ Gewerbeordnung 1994, Lebens- und Sozialberater@1@2Vorlage:Toter Link/www.wko.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.

Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Verwaltung eines vermieteten Objekts im Auftrag des Eigentümers (Mietverwaltung).

Die in der Umgangssprache häufig mit dem gleichen Begriff bezeichnete Verwaltung einer Wohnungseigentümergemeinschaft findet sich unter WEG-Verwaltung.

Eine Hausverwaltung für Mietshäuser oder -Wohnungen (auch Mietverwaltung oder Wohnungsverwaltung genannt) beschäftigt sich im Bereich der Immobilienwirtschaft mit der Verwaltung von vermieteten Wohnhäusern (meist Mehrparteienhäuser), Wohnanlagen, Eigentumswohnungen und Gewerbeobjekten. Unter „Hausverwalter(in)“ versteht man eine selbständige Person, welche eigene oder fremde Häuser und Wohnungen verwaltet.

Die Hausverwaltung wird oft mit dem Hausmeister verwechselt. Der Hausmeister ist jedoch nur angestellt, z. B. bei der Hausverwaltung oder einem externen Dienstleister, und verrichtet überwiegend Handwerkerleistungen, während es sich bei der Hausverwaltung um eine administrative Tätigkeit handelt.

Inhaltsverzeichnis

1 Aufgaben
2 Abgrenzung
3 Verwaltung gewerblicher Immobilien
4 Sonstiges
5 Qualifikation
6 Situation in Österreich
7 Geschichte
8 Einzelnachweise
9 Literatur
10 Weblinks

Aufgaben

Einen gesetzlichen Aufgabenkatalog für die Verwaltung von Mietobjekten gibt es nicht und auch keine zwingende abgeschlossene Berufsausbildung. Insofern ergeben sich die Aufgaben einer Hausverwaltung einzig aus der getroffenen vertraglichen Vereinbarung zwischen Objekteigentümer und Hausverwaltung.

Betreffend der zu vereinbarenden Aufgaben kann unterschieden werden zwischen der kaufmännischen Verwaltung

Vereinnahmen und Verwaltung des Mietzinses (im Auftrage des/der Eigentümer)
Anpassung der Mieten bei Index- und Staffelmietvereinbarungen
Verhandeln und Gestalten von Mietverträgen und Nachträgen sowie sonstigen gebäudespezifischen Verträgen
Forderungsmanagement ggü. den Mietern und sonstigen Debitoren
regelmäßige Abrechnung in vereinbarten Intervallen gegenüber dem/den Eigentümer(n)
Erstellung der jährlichen Nebenkostenabrechnungen
Bezahlung anfallender Kosten
Beauftragung und Bezahlung von Versorgungsleistungen (Abfall, Strom, Wasser und anderes mehr)
Prüfung monetärer Vorgänge auf Richtigkeit und Effizienz (Miethöhe, Versicherungskosten usw.)
Umfang der Führung von Büchern wie Objekt- und Mieterakten
Budget und Wirtschaftsplanung
Erstellung von Objektreportings und sonstigen Auswertungen für den Eigentümer
andere kaufmännische Aufgaben (unter anderem die Prüfung und die Optimierung von Energielieferverträgen)
bei Gewerbeimmobilienverwaltungen zunehmend die Nachbewertung von Gewerbeimmobilien im Rahmen von Verkehrswertermittlungen

und einer technischen Verwaltung

Betrieb und Kontrolle von Einrichtungen (z. B. Klingelanlage, Heizung, Aufzug)
Kontrolle/Überwachung von Dienstleistern (z. B. Reinigung, Gartenpflege)
Durchführen/Kontrolle von Instandhaltungsmaßnahmen (Wartung, Inspektion, Instandsetzung)
Durchführen von Modernisierungen, meist nach Rücksprache mit dem/den Eigentümer(n)
Wohnungsabnahmen und Neuvermietung
andere technische Aufgaben

Aus Einzelvorschriften können sich Verpflichtungen für einen Vermieter ergeben, dessen Aufgaben durch die Hausverwaltung wahrgenommen werden. Rechtsgrundlage für Wohnraummietverträge sind die §§ 535 ff. BGB.

Abgrenzung

Die Verwaltung des Gemeinschaftseigentums einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) ist nicht Aufgabe der Hausverwaltung im Sinne der „Mietverwaltung“. Diese ist als „Wohnungseigentumsverwaltung“ (WEG-Verwaltung) in einem eigenen Artikel beschrieben, da diese dem Wohnungseigentumsgesetz unterliegt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass beide Tätigkeiten zugleich von einer Person ausgeübt werden können (sog. „Mischverwaltung“ oder “Sondereigentumsverwaltung”), z. B. zur Erzielung von Synergieeffekten. Doch ist dabei die Mietverwaltung von der Wohnungseigentumsverwaltung rechtlich (andere Vertragsgrundlage), monetär (getrennte Konten) und organisatorisch strikt zu trennen.

Auch die Wohnungsvermittlung gehört seit Einführung des “Bestellerprinzips” faktisch zur Aufgabe der Mietverwaltung.

Verwaltung gewerblicher Immobilien

Darüber hinaus gibt es noch die Verwaltung von Gewerbeimmobilien. Diese wird zunehmend nicht von den klassischen Hausverwaltungen abgedeckt – hierzu bieten Firmen unter dem Stichwort Property Management (kfm.) und Facilitymanagement (techn.) ihre Dienstleistungen an.

Sonstiges

Einige Verwaltungsfirmen bieten neben der reinen Verwaltung auch einen Hausmeisterservice an. Dieser Service bietet typischerweise Dienstleistungen wie zum Beispiel Kleinreparaturen, Gartenarbeiten, Treppenhausreinigung etc. an. In solchen Fällen kann ein fließender Übergang hin zum „Gebäudemanagement“ oder auch „Facilitymanagement“ vorhanden sein, wobei dieser Begriff mit dem Begriff „Hausverwaltung“ verwandt, aber nicht deckungsgleich ist.

Die Hausverwaltungen erhalten für ihre Dienstleistungen ein Honorar. Meist wird dies auf den einzelnen Wohneinheiten basierend als Fixbetrag oder als prozentuale Beteiligung berechnet. Leerstand wird oftmals gesondert berechnet. Dieses Honorar sind Kosten des Eigentümers, die er nicht auf die Mieter umlegen darf. Anders verhält sich dies im Gewerbemietrecht: Zwar werden z. B. in der Betriebskostenverordnung die Verwaltungskosten ausgenommen, jedoch nur für die Wohnraummiete.

Neuerdings erweitern sich die Wirkungskreise der klassischen Hausverwaltungen aus aktuellem Anlass. Mieter und WEG-Eigentümer erwarten auch Betreuung durch ihre beauftragte Hausverwaltung im Bereich Strom, Gas, Heizung und Energieersparnis.

Hausverwaltungen haben meistens einen regional begrenzten Tätigkeitsradius. Nur wenige Unternehmen bieten eine überregionale Dienstleistung an.

Qualifikation

Gesetzlich ist für die Tätigkeit von Hausverwaltern in Deutschland, entgegen der Situation in der EU, keine Qualifikation vorgeschrieben. Seit 1994 gibt es Ausbildungsmöglichkeiten für eine geordnete Verwalterausbildung bzw. -qualifizierung mit einem klaren Leistungsspektrum, die zu einer Berufsausbildung zum Immobilienkaufmann/Immobilienkauffrau führt. Im Weiteren gibt es Studiengänge an Fachhochschulen und Berufsakademien mit Schwerpunkt Immobilienwirtschaft und Immobilienmanagement zum Abschluss Diplom-Betriebswirt FH/BA, die eine berufliche Grundlage für eine ordnungsgemäße Verwaltertätigkeit darstellen. Bis zu dem Jahr 1994 war eine Ausbildung zum Kaufmann/Frau der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft, die sowohl die Verwaltung als auch die Vermittlung von Immobilien zur Grundlage hatte, üblich. Erst dann wurde eine Trennung zwischen der Verwaltung und Vermittlung vorgenommen und die Ausbildungszeit verkürzt.

Die Tätigkeit als Hausverwalter wird analog dem Vermögensverwalter gem. § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG von den Finanzämtern als sonstige selbständige (freiberufliche) Tätigkeit anerkannt. Sie unterliegt somit nicht der Aufsicht des Gewerbeamtes und ist nicht gewerbesteuerpflichtig. Eine Anmeldung der selbständigen Tätigkeit als Hausverwalter beim Finanzamt ist ausreichend.
Sofern die persönliche Arbeitsleistung des Hausverwalters eine Größenordnung annimmt, die die Hauptverantwortlichkeit des Hausverwalters in Frage stellt, bspw. bei der Verwaltung von mehr als ca. 1.000 Wohneinheiten, ist von einer gewerblichen Tätigkeit auszugehen. In diesem Fall ist eine Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt notwendig (siehe Vervielfältigungstheorien).[1]

Situation in Österreich

Entgegen der rechtlichen Situation in Deutschland, legt § 117 der Gewerbeordnung (GewO 1994)[2] strenge Vorlagen auf. Eine Anmeldung des Gewerbes ist nur unter strikten Auflagen möglich. Neben dem verpflichteten Abschluss einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung haben Immobilienverwalter einerseits eine fundierte Ausbildung nachzuweisen, wobei dabei insbesondere der hohen Diversität des österreichischen (Aus-)Bildungssystems Rechnung getragen wird, und andererseits eine umfangreiche Berufserfahrung, an deren Ende – die erfolgreiche Absolvierung eines facheinschlägigen Universitätslehrgangs oder Fachhochschulstudiengangs ausgenommen – eine Befähigungsprüfung abzulegen ist.

Geschichte

Den Beruf des Verwalters gibt es seit mehr als 2000 Jahren. Seneca (römischer Philosoph und reichster Römer) beschwert sich nämlich im 12. Brief an Lucilius über die Kosten für das vom Einsturz bedrohte Gebäude und sein Verwalter sagt ihm, dies sei nicht die Schuld seiner Nachlässigkeit, er unternehme alles, aber das Landhaus sei alt. An dieser Stelle ist also der Berufsstand des Verwalters nachgewiesen.

Bezüglich des Berufsbildes geschah nun aber nahezu 2000 Jahre lang nichts, erst im Februar 1978 gründeten 16 berufsmäßige Verwalter in München einen Verband, der heute als BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter auftritt und in 7 regionalen Verbänden gliedert.[3] Eine weitere Vorwärtsentwicklung entstand 1984, als erstmals eine Verwalter-Franchise-Organisation gegründet wurde, deren markantes Merkmal ein „Leistungskatalog“ für die Verwalteraufgaben war, welche heute zum allgemeinen Standard gehören.

Einzelnachweise

↑ BFH BStBI 1966 III, 489

↑ Gewerbeordnung 1994, BGBl. Nr. 194/1994, idgF.

↑ BVI Webseite

Literatur

Schriftenreihe Vermieten und Mieten von A-Z. Rudolf Haufe-Verlag, Freiburg, ISSN 0945-392X
Reinhold Pachowsky: Profi-Handbuch Wohnungs- und Hausverwaltung. Immobilien zuverlässig und erfolgreich vermieten, verwalten, kündigen. Walhalla Fachverlag, Regensburg 2010, ISBN 978-3-8029-3353-0

Weblinks

 Wiktionary: Hausverwaltung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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Kategorie: Wohnungsmarkt

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Materialwirtschaft Ziele Funktionen Objekte Funktionale Abgrenzung und Integration Navigationsmenü aus Chemnitz

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Die Materialwirtschaft oder Warenwirtschaft beschäftigt sich mit der Verwaltung sowie der zeitlichen, mengenmäßigen, qualitativen und eventuell auch räumlichen Planung und Steuerung der Materialbewegungen innerhalb eines Unternehmens und zwischen dem Unternehmen und seiner Umwelt. Sie koordiniert den Warenfluss zwischen Lieferanten, Kunden, Bedarfsträgern (zum Beispiel Produktion) und den Lagern. In produzierenden Unternehmen stellt sie die Versorgung der produzierenden Bereiche mit direkten Gütern wie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Zulieferteilen und Halbfabrikaten sowie allgemein die Versorgung mit indirekten Gütern wie Büroartikeln, Ersatzteilen oder Serviceleistungen sicher.

Die Theorie der Materialwirtschaft ist ein Aufgabengebiet der Produktionswirtschaft und der Produktionslogistik.

Inhaltsverzeichnis

1 Ziele
2 Funktionen
3 Objekte
4 Funktionale Abgrenzung und Integration

4.1 Logistik
4.2 Finanzbuchhaltung
4.3 Controlling

5 Siehe auch
6 Literatur
7 Weblinks

Ziele

Sachziel: Sicherstellen, dass die benötigten Güter bereitgestellt werden, wenn sie benötigt werden (materielle Liquidität):
hinsichtlich der richtigen Menge
der richtigen Produkte
in der benötigten (richtigen) Qualität
zum richtigen Zeitpunkt
am richtigen Ort
zum richtigen Preis
mit den richtigen Informationen
(die sogenannten sechs „R“ der Logistik, auch erweitert als sieben „R“)
Formalziel: Aufdeckung und Nutzung von Einsparungspotentialen:
Abwägen zwischen den Kosten für die Bereitstellung der Güter (Lieferbereitschaftsgrad bzw. Servicegrad) und den Kosten für eine eventuell nicht vorhandene, aber benötigte Menge (Fehlmengenkosten/Fehlmenge). Diese Kosten gilt es zu optimieren.
Reduzierung des in den Lagerbeständen gebundenen Kapitals (Kapitalbindungskosten/Kapitalbindung) durch die Verringerung der Lagerbestände und der Vermeidung von Lagergütern:
Sozialziel: Umweltschutz:
Der Umweltschutz ist im mehrfachen Sinne wichtig.
Einhaltung gesetzlicher Richtlinien und Vorschriften in Bezug auf Emissionen, Gebrauch und Entsorgung von verschiedensten Materialien und Gefahrstoffen
Realisierung von Kosteneinsparungspotentialen bei der Materialbeschaffung durch Recycling
Schaffung von Wettbewerbsvorteilen durch Imagepflege

Funktionen

In Bezug auf den Materialfluss nimmt die Materialwirtschaft vielfältige Funktionen wahr. Da die Implementierung und Forschung im Bereich der integrierten Materialwirtschaft noch relativ neuartig ist, werden ihr in Literatur und Praxis, je nach Integrationsgrad, eine Palette an Funktionen aus dem Bereich der Beschaffung, Logistik und Produktion zugeschrieben.

Beschaffung
Bedarfsermittlung, Beschaffungsmarktforschung

Logistik
Lagerung, Innerbetrieblicher Transport

Produktion
Verbrauchsermittlung, Recycling, Entsorgung

= integrierte Materialwirtschaft (Minimalansatz)

plus Produktion
Produktionsplanung (Fertigungssteuerung und Fertigungsprogrammplanung)

= erweitert integrierte Materialwirtschaft

plus Logistik
Distribution

= total integrierte Materialwirtschaft (Maximalansatz)

Objekte

Die Materialwirtschaft führt ihre Funktionen für folgende Objekte aus:

Stoffe und Bauteile, die unmittelbar in das Produkt eingehen;
Rohstoffe, zum Beispiel Metalle, Wolle, Grundnahrungsmittel etc.
Hilfsstoffe, zum Beispiel Lötzinn, Zwirn etc.
Halbfabrikate, d. h. als Fertigteile vorproduzierte Komponenten zum Beispiel Einspritzpumpe, Autotüren etc.
Materialien, die mittelbar in das Produkt einfließen;
Betriebsstoffe, zum Beispiel Maschinenöl
Abfall- und Verschleißstoffe, die bei der Produktion anfallen und entsorgt oder recycelt werden müssen
zum Beispiel Verschnitt bei Metallblechen
Kuppelprodukte, die insbesondere in der prozessorientierten Produktion anfallen können
diese können wertvoll sein oder auch kostenintensiv zu entsorgender Abfall
Alle Produkte aus Eigenfertigung;
Fertigerzeugnisse
Ware in Arbeit; in Produktion befindliche Güter (unfertige Erzeugnisse).
sowie zwecks Weiterverkauf erworbene Handelswaren
Jegliche Arten von Ersatzteilen (für Betriebsmittel)
Sowie auch immaterielle Güter wie Dienstleistungen
zum Beispiel Lager für Drucksachen und Büromaterial in einer Versicherung

Funktionale Abgrenzung und Integration

Die Materialwirtschaft hat mit vielen Unternehmensbereichen vielfältige Überschneidungen und Schnittstellen zu anderen Funktionsbereichen. In der Praxis werden oft Enterprise Ressource Planning Lösungen oder Warenwirtschaftssysteme eingesetzt, um zeitsparende Arbeitsabläufe zu gewährleisten.

Logistik

Die wichtigste Überschneidung der Materialwirtschaft (als Teil der Unternehmenslogistik) ist jene mit der Logistik. Während sich die Logistik primär mit den Güter- und Informationsströmen eines Unternehmens in ihren Außenbeziehungen beschäftigt, hat die Materialwirtschaft ihre Fokussierung auf innerbetrieblichen Material- und Datenströmen. Je nach Entscheidungskompetenz der Materialwirtschaft umfasst sie unterschiedliche Aufgaben. So gehören die Beschaffung der benötigten Güter und deren Lagerhaltung zu ihren Aufgaben. Dies beinhaltet auch den innerbetrieblichen Transport und die Zwischenlagerung der Güter während des Produktionsprozesses. Genauso kann aber auch die Endlagerung von Fertigerzeugnissen beim Produzenten sowie das Recycling und die Abfallentsorgung zu ihren Aufgaben gehören, was durch die aktuelle Nachhaltigkeitsdiskussion immer mehr an Bedeutung gewinnt. In Abgrenzung zur Materialwirtschaft beschäftigt sich der Einkauf eher mit der strategischen Auswahl der Lieferanten und dem Aushandeln und Überprüfen der Konditionen.

Finanzbuchhaltung

Die Bewertung der Materialbestände verbindet die Materialwirtschaft und Beschaffung mit der Finanzbuchhaltung und dem Controlling. Die Lagerbestände und Waren in Arbeit werden zum Materialpreis bewertet. Die Materialbewertung erfolgt mit dem Einstandspreis, dem GLD-Preis oder bei eigengefertigten Produkten mit dem kalkulierten Stückpreis. Die bewerteten Lagerbestände fließen unmittelbar in die entsprechenden Bilanzpositionen ein. Neben den korrekten Preisen sind deshalb auch die Bestandsmengen im Lager bilanzwirksam und müssen deshalb korrekt sein. Sind die dokumentierten Bestandsmengen aus irgendeinem Grund fraglich, muss mittels des aufwendigen und kostenintensiven Verfahrens einer Inventur die korrekte Bestandsmenge neu ermittelt werden.

Controlling

Im Controlling ist der bewertete Materialverbrauch notwendig, um auf Fertigungsaufträgen die Preis- und Mengenabweichung zu ermitteln und um allfällige Feststellungen von Ausschuss zu bewerten.
Im Produktionscontrolling werden die Istkosten der Eigenfertigung von Halbfabrikaten und End-Erzeugnissen ermittelt.

Siehe auch

Materialwirtschaftspolitik
Materialeinkauf, Beschaffungswesen:
Beschaffungsprinzip
Bestellpolitik
Bedarfsträger
(Computer-)Systeme:
Warenwirtschaftssystem
Enterprise-Resource-Planning
PPS-System
Analyse-Methoden:
ABC-Analyse
XYZ-Analyse
Wertanalyse
Materialflussanalyse
Bestandssegmentierung
Aktionszentrum der Materialwirtschaft

Literatur

Horst Tempelmeier: Bestandsmanagement in Supply Chains. 3. Auflage. Norderstedt (Books on Demand) 2012, ISBN 3-8334-5032-0.
Oskar Grün: Industrielle Materialwirtschaft. In: Marcel Schweitzer (Hrsg.): Industriebetriebslehre. 2. Auflage. München 1994, S. 447–568, ISBN 3-8006-1755-2.
Horst Hartmann: Materialwirtschaft. 8. Auflage. Deutscher Betriebswirte Verlag Gernsbach 2002, ISBN 3-88640-094-8.
Gerhard Oeldorf, Klaus Olfert: Materialwirtschaft.12. Auflage. Kiehl Verlag. Ludwigshafen/Rhein 2008, ISBN 3-470-54142-6.
Gerd Schulte: Material- und Logistikmanagement. 2. Auflage. Oldenbourg Vahlen, München 2001, ISBN 3-486-25458-8.
Diether Kluck: Materialwirtschaft und Logistik. 3. Auflage. Schäffer Poeschel, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-7910-2741-8.
Joachim Hertel, Joachim Zentes, Hanna Schramm-Klein: Supply-Chain-Management und Warenwirtschaftssysteme im Handel. Springer Verlag, Berlin u. a. 2005, ISBN 3-540-21916-1.
Herbert Westermann: Strategisches Einkaufsmanagement, Das große Handbuch wirksamer Werkzeuge für Industrie, Handel, Verwaltung. Books on Demand, Norderstedt 2010, ISBN 978-3-8391-0081-3.

Weblinks

 Wikibooks: Materialwirtschaft – Lern- und Lehrmaterialien
produktion-und-logistik.de: Produktion und Logistik, Lernmaterial, Virtuelle Fabrikbesichtigungen
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4037937-1 (AKS)

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Kategorie: Materialwirtschaft

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Musiker Geschichte Spezielle Aspekte Navigationsmenü aus Chemnitz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum US-amerikanischen Jazzmusiker siehe Lee Musiker.

Kontrabassist

Als Musiker werden Personen bezeichnet, die musizieren, also als produzierende (Komponisten) oder reproduzierende (Sänger, Instrumentalisten) Künstler Musik erzeugen: im engeren Sinne professionell oder im Nebenberuf, im weiteren Sinne auch als Amateure beziehungsweise Laien. Als Berufsmusiker gilt, wer seinen Lebensunterhalt ausschließlich oder überwiegend aus der Musik erwirtschaftet. Ein professioneller Musiker betreibt die Musik mit einer sogenannten Gewinnerzielungsabsicht. Musiker spezialisieren sich üblicherweise auf ein bestimmtes Genre, wobei Überschneidungen möglich sind.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte
2 Spezielle Aspekte
3 Siehe auch
4 Literatur
5 Weblinks
6 Einzelnachweise

Geschichte

Im Laufe der Musikgeschichte hat sich das Bild des Musikers erheblich gewandelt. Im Mittelalter waren ausübende Musiker und Musiktheoretiker streng voneinander getrennte Berufe. Die ausübenden Musiker waren in dieser Zeit vom Stand her Prostituierten und Kesselflickern gleichgestellt. Später waren Musiker normalerweise in allen Bereichen der Musik und darüber hinaus tätig, also zugleich Komponist, ausübende Musiker, Lehrer und Theoretiker, doch spätestens seit dem 18. Jahrhundert trennten sich die genannten Bereiche immer mehr voneinander. Das Aufkommen des Virtuosentums beeinflusste diese Entwicklung. Im 20. Jahrhundert war die Trennung in die Bereiche Komposition, Interpretation, Musikpädagogik und Musikwissenschaft so weit vorangeschritten, dass von vier unterschiedlichen Berufsfeldern die Rede sein kann. Heute umfasst der Beruf auch die Anfertigung von Klingeltönen oder das Erstellen von Apps und Anwendungen sowie die Entwicklung von Programmiersprachen im Rahmen der Computermusik.

Spezielle Aspekte

Mit den speziellen Problemen, die durch die oft sehr einseitige und teilweise sehr spezielle Haltung vorwiegend der Arme und Hände bei jahrelangen Wiederholungen derselben Bewegungen beschäftigt sich die Musikermedizin.

Besonders häufig kommt es zu Überlastungs- und vorzeitigen Verschleißerscheinungen der Muskeln, Sehnen und Gelenke vorwiegend der Arme und besonders der Hände. Von den 264.000 angestellten Berufsmusikern, die 2006 in den USA tätig waren, litten je nach gespieltem Instrument 50–76 % an berufsbezogenen muskuloskeletalen Beschwerden.

Die Musikermedizin befasst sich auch mit der Lärmschwerhörigkeit und Tinnitus, die häufige Berufskrankheiten von Musikern sind.[1]

Siehe auch

Kulturindustrie – Aufklärung als Massenbetrug
Liste von Musikberufen
Die Musik in Geschichte und Gegenwart
Musiksoziologie

Literatur

Monografien

Heiner Gembris; Daina Langner: Von der Musikhochschule auf den Arbeitsmarkt : Erfahrungen von Absolventen, Arbeitsmarktexperten und Hochschullehrern, Wißner, Augsburg 2005
Walter Salmen: Beruf: Musiker: verachtet – vergöttert – vermarktet; eine Sozialgeschichte in Bildern. Bärenreiter [u. a.], Kassel [u. a.] 1997

Nachschlagewerke

Alain Pâris: Lexikon der Interpreten klassischer Musik im 20. Jahrhundert, dtv/bärenreiter, München 1992
Metzler Komponisten Lexikon. 340 werkgeschichtliche Porträts, hrsg. von Horst Weber, Stuttgart und Weimar 2001
Peter Wicke, Kai-Erik Ziegenrücker, Wieland Ziegenrücker: Handbuch der populären Musik: Geschichte – Stile – Praxis – Industrie, Schott, Mainz, grundlegend überarb. u. erw. Aufl. 2006

Weblinks

 Wiktionary: Musiker – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Amateurmusiker – von der Klassik bis zum Pop. Perspektiven musikalischer Sozialisation, in: Spiegel der Forschung 15 (1998) Heft 1; S. 104–110
Jazzstudie: Studie zu Lebens- und Arbeitsbedingungen von Jazzmusikerinnen und Jazzmusikern in Deutschland, 2016

Einzelnachweise

↑ Martina Lenzen-Schulte: Dem Ohr ist Musik auch Lärm. FAZ, 16. Mai 2014, abgerufen am 20. Oktober 2016. 

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4040841-3 (AKS)

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Kategorien: Beruf (Kunst und Kultur)Musikberuf

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Tageslichtsysteme Produkte für die Lichtlenkung Virtual Skylight Navigationsmenü aus Offenbach am Main

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Tageslichtsysteme sind bauliche Konstruktionen für die Belichtung, die diffuses Tageslicht in die Tiefe eines Gebäudes lenken und eine gleichmäßige Beleuchtungsstärke im Raum schaffen. Tageslichtsysteme schützen in den Sommermonaten vor direkter Sonneneinstrahlung im Fensterbereich; allerdings werden mit dem Tageslichtsystem auch Wärmestrahlen diffus in die Tiefe des Gebäudes gelenkt. Schließlich vermeiden Tageslichtsysteme durch Leuchtdichtenreduzierung Blendung am Arbeitsplatz und ermöglichen eine bessere Beleuchtung von Bildschirmarbeitsplätzen.

In der Architektur wird dem natürlichen Tageslicht ein großer Stellenwert eingeräumt. Dies dokumentiert sich in architektonischen Konzepten mit erhöhter Tageslichtnutzung durch vollflächig verglaste Fassaden, glasüberdachte Atrien und Oberlichter. Getragen wird diese Entwicklung durch Erkenntnisse über das menschliche Wohlbefinden unter Tageslicht und seine gesundheitliche Wirkung als Taktgeber für den biologischen Rhythmus. Auch verschiedene Aspekte der Energieeinsparung spielen hierbei eine Rolle. Gleichzeitig ergeben sich aus der vermehrten Tageslichtnutzung erhöhte Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz eines Gebäudes (siehe auch Sonnenschutz (Architektur)) sowie an den Blendschutz für Arbeitsbereiche.

Tageslichtsysteme kann man in zwei – vom Material bestimmte – Systemarten einteilen:

Prismatische Systeme: Nutzung der geometrisch-optischen Phänomene: Transmission, Refraktion, Reflexion.
Reflektorische Systeme: Nutzung des Reflexionsverhaltens gekrümmter Flächen.

Jede Systemart besitzt unterschiedliche Komponenten, die mindestens eine der folgenden Funktionen erfüllen: Sonnenschutz, Lichtlenkung und Blendungsbegrenzung.

Produkte für die Lichtlenkung

Tageslichtsysteme wie Lichtröhren für die Lichtlenkung werden von verschiedenen Firmen in unterschiedlichen Qualitäten hergestellt.

Virtual Skylight

Nach einem Konzept unter anderen der Fraunhofer-Gesellschaft werden in Arbeitsumgebungen mit Hilfe von LEDs an Decke oder Wand Tageslichtwechsel, Wolken und Sonnenlicht simuliert. Dieses soll das Wohlbefinden steigern.[1]

Quellen

↑ http://www.fraunhofer.de/en/press/research-news/2012/january/sky-light-sky-bright.html

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Kategorie: Belichtung (Architektur)

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Psychotherapie es Begriff und gesetzliche Regelungen Psychotherapieverfahren Psychotherapie: Beschreibung und Abgrenzung Computer-unterstützte psychotherapeutische Interventionen Abgrenzung von anderen professionellen Beziehungen Ausbildung und staatliche Anerkennung Navigationsmenü aus Reutlingen

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Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Psychotherapie bezeichnet allgemein die „gezielte professionelle Behandlung psychischer Störungen oder psychisch bedingter körperlicher Störungen mit psychologischen Mitteln“. Die dabei angewandten Verfahren, Methoden und Konzepte sind durch verschiedene Psychotherapieschulen geprägt.[1] Nach einer bis heute oft zitierten methodenübergreifenden Definition von Hans Strotzka ist Psychotherapie

„…ein bewusster und geplanter interaktionaler Prozess zur Beeinflussung von Verhaltensstörungen und Leidenszuständen, die in einem Konsensus (möglichst zwischen Patient, Therapeut und Bezugsgruppe) für behandlungsbedürftig gehalten werden, mit psychologischen Mitteln (durch Kommunikation) meist verbal, aber auch averbal, in Richtung auf ein definiertes, nach Möglichkeit gemeinsam erarbeitetes Ziel (Symptomminimalisierung und/oder Strukturänderung der Persönlichkeit) mittels lehrbarer Techniken auf der Basis einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens. In der Regel ist dazu eine tragfähige emotionale Bindung notwendig.“

– Hans Strotzka: zit. nach Wittchen und Hoyer (2011), S. 4[2]

Die Psychotherapieforschung überprüft diese entwickelten Konzepte und Verfahren dann interdisziplinär in Form von Wirksamkeitsprüfung und Prozessforschung. So wird versucht, die Kluft zwischen Wissenschaft und praktischer Anwendung durch ein besseres Verständnis der aktiven Wirkprinzipien und Veränderungsprozesse zu überbrücken.[3]

Inhaltsverzeichnis

1 Allgemeines
2 Begriff und gesetzliche Regelungen

2.1 Deutschland

2.1.1 Zugelassene Verfahren

2.1.1.1 Verhaltenstherapie
2.1.1.2 Psychodynamische Verfahren
2.1.1.3 Systemische Therapie
2.1.1.4 Gesprächspsychotherapie

2.1.2 Zugelassene Berufe

2.2 Österreich

2.2.1 Zugelassene Verfahren
2.2.2 Zugelassene Berufe

2.3 Schweiz

3 Psychotherapieverfahren
4 Psychotherapie: Beschreibung und Abgrenzung

4.1 Wissenschaftliche Definitionen
4.2 Modelle zur Psychotherapie und ihrer Wirkungsweise

4.2.1 Unspezifische Wirkfaktoren nach J. Frank
4.2.2 Therapiefaktoren nach Orlinsky und Howard
4.2.3 Wirkfaktoren nach Grawe
4.2.4 Empirische Befunde

5 Computer-unterstützte psychotherapeutische Interventionen
6 Abgrenzung von anderen professionellen Beziehungen
7 Ausbildung und staatliche Anerkennung

7.1 Schweiz
7.2 Österreich
7.3 Deutschland

8 Siehe auch
9 Literatur
10 Weblinks
11 Einzelnachweise

Allgemeines

Das Wort Psychotherapie leitet sich ab von altgriechisch ψυχή psychḗ ‚Atem, Hauch, Seele‘ in Zusammensetzung mit θεραπεύειν therapeúein ‚pflegen, sorgen‘ sowie von altgriechisch θεραπεία therapeia „Heilung“. Erstmals benutzt wurde es 1872 von Daniel Hack Tuke, Ende des 19. Jahrhunderts wurde es im Zusammenhang mit Hypnotismus gebräuchlich und durch F. van Elden ab 1889 verbreitet, der damit Psychotherapie im modernen Sinne bezeichnete.[4][5]

Die Ausübung von Psychotherapie ist in Deutschland rechtlich geregelt und darf nur von Ärzten mit entsprechender Zusatzqualifikation, von „Psychologischen Psychotherapeuten“ (d. h. Psychologen mit psychotherapeutischer Ausbildung und Approbation) sowie von Heilpraktikern mit psychotherapeutischer Ausbildung ausgeübt werden. Ziel ist dabei, mittels bestimmter Verfahren, Methoden und Techniken den Leidensdruck des Patienten bzw. Klienten zu mindern und möglichst die Gesundheit wiederherzustellen.

Die europäische Kulturgeschichte kennt als eines der ältesten „psychotherapeutischen Verfahren“ die Hypnose. Aus der Psychoanalyse Sigmund Freuds haben sich die verschiedenen tiefenpsychologischen Lang- und Kurzzeit-Therapieformen entwickelt (siehe auch Analytische Psychotherapie, Fokaltherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die sich in viele verschiedene Therapieformen differenziert haben). Daneben ist die Verhaltenstherapie als Methode mit ihren verschiedenen Formen entstanden, bei denen im Gegensatz zu den tiefenpsychologischen Therapieformen keine Ursachen-Behandlung und Selbsterkenntnis, sondern die Symptom-Behandlung im Vordergrund steht (siehe unter anderem Kognitive Verhaltenstherapie, Paartherapie, Familientherapie).[6][7][8]

Heute wird die psychotherapeutische Behandlung im Zusammenhang mit Körper und Seele eines ganzheitlich gesehenen Menschen verstanden und erklärt.[9]

Von Psychotherapie zu unterscheiden ist die Psychologische Beratung, die in verschiedensten Teilgebieten der Psychologie zum Einsatz kommt, aber nicht zur Heilkunde gehört.

Begriff und gesetzliche Regelungen

Die Zulassung zur beruflichen Ausübung von Psychotherapie ist international unterschiedlich geregelt. Eine gesetzliche Regelung gibt es innerhalb der EU nur in elf von 28 Staaten.

Deutschland

Rechtliche Regelungen des Begriffs Psychotherapie finden sich im Psychotherapeutengesetz und in der Psychotherapie-Richtlinie. In beiden Fällen wird jedoch nicht geregelt, was unter Psychotherapie rechtlich zu verstehen ist, sondern nur in welcher eingeschränkten Form Psychotherapie unter das Psychotherapeutengesetz oder unter die Psychotherapie-Richtlinie fällt.

Das Psychotherapeutengesetz regelt, wer heilkundliche Psychotherapie unter der Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ ausüben darf. Unter das Psychotherapeutengesetz fällt somit nicht Psychotherapie, die von Psychologen oder Heilpraktikern im Rahmen des Heilpraktikergesetzes durchgeführt wird. Psychotherapie, die unter der Berufsbezeichnung Psychotherapeut angewendet werden darf, ist „jede mittels wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist.“[10]

Psychotherapie, die gemäß Psychotherapie-Richtlinie über die gesetzlichen Krankenkassen abrechnungsfähig ist, „(…) wendet methodisch definierte Interventionen an, die auf als Krankheit diagnostizierte seelische Störungen einen systematisch verändernden Einfluss nehmen und Bewältigungsfähigkeiten des Individuums aufbauen.“[11] „Psychotherapie, als Behandlung seelischer Krankheiten (…), setzt voraus, dass das Krankheitsgeschehen als ein ursächlich bestimmter Prozess verstanden wird, der mit wissenschaftlich begründeten Methoden untersucht und in einem Theoriesystem mit einer Krankheitslehre definitorisch erfasst ist. Nach dem Psychotherapeutengesetz ist der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie zuständig für die Anerkennung von Therapieverfahren.“[12]

Zugelassene Verfahren

Die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates Psychotherapie, aus Bundesärztekammer und Bundespsychotherapeutenkammer in den Beirat entsandt, sind beauftragt, die wissenschaftliche Anerkennung von Verfahren der Psychotherapie zu begutachten. In Deutschland werden derzeit vier Psychotherapieverfahren als „wissenschaftlich begründete“ Psychotherapie anerkannt. Der Gemeinsame Bundesausschuss entscheidet, welches Verfahren in die Psychotherapie-Richtlinie aufgenommen und somit durch die gesetzlichen Krankenkassen erstattet wird. Erstattungsfähig sind gegenwärtig die Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die Psychoanalyse.

Verhaltenstherapie
Verhaltenstherapeutische Verfahren basieren in der Regel auf dem Modell der klassischen oder der operanten Konditionierung. Sie haben zum Ziel, eine Extinktion (Löschung des problematischen Verhaltens), Gegenkonditionierung (Aufbau alternativer Reaktionen) oder Habituation (Gewöhnung an den zuvor reaktionsauslösenden Reiz) zu erreichen. Häufig werden den Patienten konkreten Methoden an die Hand gegeben, die ihnen dabei helfen sollen, ihre Probleme zu überwinden. Angestrebt wird auch die Ausbildung und Förderung von Fähigkeiten (z. B. Selbstsicherheitstraining) und die Ermöglichung einer besseren Selbstregulation. Beispielsweise versucht die kognitive Verhaltenstherapie, dem Betroffenen seine Gedanken und Bewertungen verständlich zu machen, diese gegebenenfalls zu korrigieren und in neue Verhaltensweisen umzusetzen.
Psychodynamische Verfahren
Im Rahmen von psychodynamischen Verfahren wie der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie sowie der Psychoanalyse findet eine Auseinandersetzung mit unbewussten, in der Lebensgeschichte – meist in der Kindheit – grundgelegten Motivationen und Konflikten statt. Das Ziel ist hierbei, ein tieferes Verständnis des eigenen Selbst zu erreichen sowie Hintergründe und Ursachen von bestehendem Leid zu klären, damit dieses aufgelöst oder abgeschwächt werden kann.
Systemische Therapie
Die Systemische Therapie wurde 2008 wissenschaftlich anerkannt.[13] 2018 wurde ihr Nutzen und medizinische Notwendigkeit als Psychotherapieverfahren anerkannt[14]. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entschied in seiner Sitzung vom 22. November 2018, dass die Systemische Therapie für Erwachsene zukünftig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.[15]
Gesprächspsychotherapie
Die 1999 ausgesprochene wissenschaftliche Anerkennung der Gesprächspsychotherapie wurde 2017 im Rahmen einer erneuten Überprüfung zurückgezogen[16].

Zugelassene Berufe

Berechtigt zur Ausübung von Psychotherapie im Sinne der Heilkunde sind:

für Erwachsene
ärztliche Psychotherapeuten (approbierte Ärzte mit zusätzlicher Psychotherapieweiterbildung)
Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychiatrie und Psychotherapie
Psychologische Psychotherapeuten (Diplom- bzw. Master Psychologen mit psychotherapeutischer Weiterbildung und Approbation)
Heilpraktiker (Die Erlaubniserteilung zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung, umgangssprachlich “Großer Heilpraktikerschein”, beinhaltet bzw. umfasst auch die eingeschränkte Erlaubniserteilung auf dem Gebiet der Psychotherapie sowie Physiotherapie. Quelle: Amt für Gesundheit und Verbraucherschutz, Heilpraktikerbereich, Bezirksamt Lichtenberg von Berlin, Schreiben vom 23. August 2011)
Heilpraktiker für Psychotherapie (Heilpraktiker beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie, umgangssprachlich “kleiner Heilpraktikerschein”)
für Kinder und Jugendliche
Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
Psychologische Psychotherapeuten (allerdings haben nicht alle approbierten psychologischen Psychotherapeuten eine Kassenzulassung für Kinder[17])
teilweise Heilpraktiker (großer und kleiner HP) bei Störungen ohne Krankheitswert[18]

Österreich

In Österreich ist Psychotherapie sowohl im Ärztegesetz als auch im Psychotherapiegesetz von 1990[19] geregelt. Letzteres legt das Berufsbild des Psychotherapeuten, die Zulassung zur Ausbildung, die Ausbildung selbst, Berufsbezeichnung, Berufspflichten, Listeneintrag, Psychotherapiebeirat sowie Strafbestimmungen und das Verhältnis zu anderen Vorschriften fest.

Eine Besonderheit des Psychotherapie-Rechts in Österreich ist, dass es sich nach dem Verständnis des Gesetzgebers „bei der Ausübung der Psychotherapie … um eine eigenständige wissenschaftliche Disziplin handelt“, dass Psychotherapie demnach als eigenständige Wissenschaft verstanden wird und nicht als Teildisziplin der Medizin, Psychologie oder einer anderen Wissenschaft.[20]

Zugelassene Verfahren

In Österreich sind 23 Verfahren als „Psychotherapie“ anerkannt und zugelassen. Siehe Tabelle unten. Auch sind mehr Indikationen zugelassen als in Deutschland.

Zugelassene Berufe

Die Zugangsvoraussetzung zum Psychotherapeutenberuf sind wesentlich weiter gefasst als beispielsweise in Deutschland. So ermöglicht in Österreich u. a. ein Studium der Medizin, der Pädagogik, der Philosophie, der Psychologie, der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft oder der Theologie oder ein Studium für das Lehramt an höheren Schulen den Zugang zu einer Ausbildung zum Psychotherapeuten.[21]

Entscheidend für die Eintragung als Psychotherapeut ist eine zweistufige theoretische und praktische Ausbildung, die mindestens fünf Jahre dauert und aus einem allgemeinen Teil, dem Psychotherapeutischen Propädeutikum, und einem Fachspezifikum besteht. Zugelassen sind derzeit 23 Methoden, die in der untenstehenden Tabelle gelistet sind (im Unterschied zu Deutschland werden in Österreich nicht Verfahren – also „Methodenfamilien“ – , sondern einzelne Methoden zugelassen, was manchmal zu Missverständnissen führt).[22]

Schweiz

In der Schweiz sind 23 Verfahren als „Psychotherapie“ zugelassen. Zwei Wege führen zur Berechtigung, psychotherapeutisch zu arbeiten, einer für Ärzte und einer für Psychologen. Beide setzen einen (Fach-)Hochschulabschluss und eine postgraduale psychotherapeutische Weiterbildung voraus.[23] Psychologische Psychotherapie regelt das Psychologieberufegesetz, die Ausübung von Psychotherapie durch Psychologen namentlich das Kapitel 5 „Ausübung des Psychotherapieberufes“. Ärzte erwerben den Facharzttitel „Psychiatrie und Psychotherapie“.[24]

Psychotherapieverfahren

Siehe auch: Liste von Psychotherapie- und Selbsterfahrungsmethoden

Es gibt eine Vielzahl von Schulen und Methoden der Psychotherapie, die jedoch nicht alle als wissenschaftlich anerkannt gelten. Manche als Psychotherapieverfahren angebotenen Methoden sind wissenschaftlich nicht anerkannt, weil seriöse Wirksamkeitsuntersuchungen fehlen oder sie als widerlegt gelten, und werden eher dem para- und pseudowissenschaftlichen Bereich zugerechnet. Bei vielen Methoden handelt es sich um Weiterentwicklungen, Spezialisierungen oder Abspaltungen aus psychoanalytischen, tiefenpsychologischen oder verhaltenstherapeutischen Verfahren. Nicht alle Psychotherapieverfahren sind überall staatlich anerkannt und werden von allen Krankenkassen finanziert. Die Rolle der einzelnen Methoden im Gesundheitswesen der deutschsprachigen Länder ist sehr unterschiedlich (siehe Tabelle).

Richtung
Methode
Gründer
Deutschland
Österreich
Schweiz

analytisch
Psychoanalyse
Sigmund Freud

Individualpsychologie
Alfred Adler

Analytische Psychologie
C. G. Jung

Gruppenpsychoanalyse
Pratt, Burrow, Schilder

tiefenpsychologisch
Autogene Psychotherapie
Johannes Heinrich Schultz

Daseinsanalyse
Ludwig Binswanger

Dynamische Gruppenpsychotherapie
Raoul Schindler

Hypnosepsychotherapie
Milton Erickson
(1)

Katathym-Imaginative Psychotherapie
Hanscarl Leuner

Konzentrative Bewegungstherapie
Gindler, Stolze, Cserny

Transaktionsanalyse
Eric Berne

humanistisch
Logotherapie und Existenzanalyse
Viktor Frankl

Gestalttherapie
Perls, Perls, Goodman

Gesprächspsychotherapie
Carl R. Rogers
(2)

Psychodrama
Jakob L. Moreno

Psychosynthese
Roberto Assagioli

behavioral
(klassische) Verhaltenstherapie
Thorndike, Watson, Skinner u. a.

kognitiv
kognitive Verhaltenstherapie
Ellis, Beck, Kanfer, Lazarus u. a.

systemisch
Systemische Therapie
Satir, Haley, Jackson u. a.
(2)

kombinatorisch
Integrative Therapie
Hilarion Petzold

Gestalttheoretische Psychotherapie
Hans-Jürgen Walter

humanistisch
Neuro-Linguistische Psychotherapie
Schütz, Karber, Jelem u. a.

körperorientiert
Bioenergetische Analyse
Wilhelm Reich, Alexander Lowen

Biosynthese
David Boadella

Körperpsychotherapie
verschiedene Schulen

kunstorientiert
Kunst- und ausdrucksorientierte Therapien
verschiedene Schulen

Musiktherapie
verschiedene Schulen

(1) Hypnosetherapie: in Deutschland Einzelbehandlung für Erwachsene anerkannt, muss von einem Arzt oder einem Psychologischen Psychotherapeuten, der die Abrechnungsgenehmigung dafür hat, durchgeführt werden.
(2) Gesprächstherapie und Systemische Therapie: in Deutschland für Erwachsene anerkannt (nach Berufsrecht).

In Teilen der akademischen Psychotherapieforschung wird angestrebt Psychologische Therapie / Psychologische Psychotherapie als eine von Therapieschulen losgelöste Psychotherapieform zu etablieren, in der nach Gesichtspunkten der evidenzbasierten Medizin behandelt (und evaluiert) wird. Es wird also das angewendet, was bei einem bestimmten Störungsbild und unter Berücksichtigung der Situation des Patienten wissenschaftlich als am besten wirksam belegt angesehen werden muss (Grawe 1994). Kritiker weisen auf die Komplexität der therapeutischen Situation hin, die von der Forschung bisher nur ansatzweise erfasst wird.[25]

Psychotherapie: Beschreibung und Abgrenzung

Psychotherapie wird von anderen Methoden und Verfahren auf dem wissenschaftlichen Feld der Psychologie unterschieden.

Wissenschaftliche Definitionen

Die Psychotherapieforscher David Orlinsky und Kenneth I. Howard beschrieben in der zweiten Auflage des Handbook of Psychotherapy and Behavior Change aus dem Jahr 1978 Psychotherapie unter folgenden Aspekten:[26]

„Psychotherapy is (1) a relation among persons, engaged in by (2) one or more individuals defined as needing special assistance to (3) improve their functioning as persons, together with (4) one or more individuals defined as able to render such special help.“

„Psychotherapie ist (1) eine Beziehung zwischen Personen; einerseits (2) einem oder mehreren Individuen, die Hilfe dabei benötigen, (3) ihr Funktionieren als Person zu verbessern, und andererseits (4) einem oder mehreren Individuen, die diese spezielle Hilfe zur Verfügung stellen.“

Jerome D. Frank lieferte in seinem vielbeachteten Buch Persuasion and Healing eine kulturübergreifende Definition:[27]

„Attempts to relieve suffering and disability are usually labeled treatment, and every society trains some of its members to apply this form of influence. Treatment typically involves a personal relationship between healer and sufferer. Certain types of therapy rely primarily on the healer’s ability to mobilize healing forces in the sufferer by psychological means. These forms of treatment may be generically termed psychotherapy.“

„Versuche, Leiden und Behinderung zu vermindern werden gewöhnlich Behandlung genannt, und jede Gesellschaft bildet einige ihrer Mitglieder aus, diese spezielle Form der Einflussnahme auszuüben. Behandlung umfasst üblicherweise eine persönliche Beziehung zwischen Heiler und Leidendem. Bestimmte Arten von Therapie beruhen primär auf der Fähigkeit des Heilers, heilende Kräfte im Leidenden mit psychologischen Mitteln zu mobilisieren. Diese Form der Behandlung wird gewöhnlich Psychotherapie genannt.“

Orlinsky et al. ergänzen in der fünften Auflage des Handbook of Psychotherapy and Behavior Change (2004), dass Psychotherapie in der heutigen Zeit auch umfasst bzw. umfassen kann:

eine Form von Förder- oder weiterführendem Unterricht in Bezug auf sozial-emotionales Funktionieren
eine nicht-gewalttätige Form der sozialen Kontrolle von abweichendem Verhalten
eine Vermittlung von sinnhafter persönlicher Orientierung und Lebensphilosophie (oder „spiritueller“ Entwicklung).

Aus einem anderen Blickwinkel könne Psychotherapie als eine Verfeinerung und Professionalisierung persönlicher helferischer Fertigkeiten gesehen werden, die dann gesucht wird, wenn das soziale Netzwerk des Individuums versagt (z. B. in einer Krise) oder kaum noch vorhanden ist (in sich schnell verändernden und hochmobilen Gesellschaften), oder wenn das nötige Ausmaß an „therapeutischer“ Kompetenz das in normalen sozialen Netzwerken übliche Niveau überschreitet. Diese Form der persönlichen Hilfe wird in modernen städtischen Gesellschaften angeboten als

professionelles Angebot
von Personen, deren Fachkunde in helferischen Fähigkeiten formal anerkannt wurde durch Ausbildungsinstitute, Lizenzierung und Reputation,
gegenüber Personen, deren Probleme die psychische Gesundheit im engeren Sinne betreffen.[28]

Die Apologeten der emotionalen Intelligenz, z. B. Daniel Goleman, verstehen Psychotherapie als systematisches Neuerlernen von Gefühlsreaktionen.[29]

Modelle zur Psychotherapie und ihrer Wirkungsweise

Unspezifische Wirkfaktoren nach J. Frank

Jerome D. Frank beschrieb 1961[30] vier Faktoren des psychotherapeutischen Geschehens, die seiner Meinung nach schulenübergreifend wirksam sind:[31][32]

Eine Beziehung zwischen Therapeut und Patient, in welcher der Patient den Therapeuten als kompetent und bereit zur Hilfe erlebt.
Die Besonderheit der therapeutischen Situation als Ort der Heilung (mit Insignien wie der professionellen Akkreditierung des Therapeuten, Couch etc.) und die damit zusammenhängenden Heilungserwartungen.
Die Vermittlung einer Erklärung (Attribution) für die Probleme des Patienten und wie man diesen abhelfen kann.
Die Durchführung eines therapeutischen Rituals (Aktivität, bei der davon ausgegangen wird, dass sie die Heilung bewirkt).

Nach Frank geht es dabei vor allem um eine Remoralisierung des Patienten, der durch die Symptome demoralisiert wurde und daher Hilfe sucht.[33]

Therapiefaktoren nach Orlinsky und Howard

In ihrem (erstmals 1986 veröffentlichten und seitdem überarbeiteten) „Generic Model of Psychotherapy“ beschrieben David Orlinsky und Kenneth I. Howard allgemeine (schulenübergreifende) Prozessvariablen, die sich auf das Therapieergebnis auswirken:[34]

Die formale Beziehung („therapeutic contract“, organisatorischer Aspekt)
Therapeutische Aktivitäten („therapeutic operations“, technischer Aspekt)
Therapeutische Beziehung („therapeutic bond“, interpersoneller Aspekt)
Selbstbezogenheit („self-relatedness“, intrapersoneller Aspekt)
unmittelbare Einflüsse der Sitzung („in-session impacts“, klinischer Aspekt)
zeitliche Muster („temporal patterns“, sequentieller Aspekt, zeitliche Abfolge)

Wirkfaktoren nach Grawe

Nach Klaus Grawe[35] lassen sich – über die Therapieschulen hinweg – folgende grundlegende Wirkfaktoren der Psychotherapie nachweisen:

Therapeutische Beziehung: Die Qualität der Beziehung zwischen dem Psychotherapeuten und dem Patienten/ Klienten trägt signifikant zu einem besseren oder schlechteren Therapieergebnis bei. siehe auch Reparenting
Ressourcenaktivierung: Die Eigenarten, die die Patienten in die Therapie mitbringen, werden als positive Ressource für das therapeutische Vorgehen genutzt. Das betrifft vorhandene motivationale Bereitschaften, Fähigkeiten und Interessen der Patienten.
Problemaktualisierung: Die Probleme, die in der Therapie verändert werden sollen, werden unmittelbar erfahrbar. Das kann z. B. dadurch geschehen, dass Therapeut und Klient reale Situationen aufsuchen, in denen die Probleme auftreten, oder dass sie durch besondere therapeutische Techniken wie intensives Erzählen, Imaginationsübungen, Rollenspiele o. ä. die Probleme erlebnismäßig aktualisieren.
Motivationale Klärung: Die Therapie fördert mit geeigneten Maßnahmen, dass der Patient ein klareres Bewusstsein der Determinanten (Ursprünge, Hintergründe, aufrechterhaltende Faktoren) seines problematischen Erlebens und Verhaltens gewinnt.
Problembewältigung: Die Behandlung unterstützt den Patienten mit bewährten problemspezifischen Maßnahmen (direkt oder indirekt) darin, positive Bewältigungserfahrungen im Umgang mit seinen Problemen zu machen.

Empirische Befunde

Asay M. Lambert (2001) kam bei einer Auswertung empirischer Ergebnisse zu der Schlussfolgerung, dass die Varianz in der therapeutischen Veränderung des Klienten zu

40 % durch Klientenvariablen und extratherapeutische Faktoren,
30 % durch die therapeutische Beziehung,
15 % durch die Therapieform und
15 % durch Erwartung und Placebo-Effekte erklärt wird.[36]

Computer-unterstützte psychotherapeutische Interventionen

Seit etwa 2000 hat die Erforschung der Anwendung moderner Medien für psychotherapeutische Zwecke bedeutsam zugenommen.[37][38] Dabei können folgende Einsatzbereiche unterschieden werden:

Teletherapie: In der Teletherapie wird klassische Psychotherapie über moderne Kommunikationskanäle (Videotelefonie, Chats, etc.) realisiert.[39]
Virtuelle Realität: „Virtual-Reality-Technologien“ (VR) ermöglichen es, computerbasierte Modelle der realen Welt zu erstellen, mit denen auf Basis einer Mensch-Maschinen-Schnittstelle (meist das Smartphone) interagiert werden kann.[40]
Computer-basierte Online Interventionen (syn. Internet Interventionen, Online Therapie): Bereitgestellte Online-Programme können als eine interaktive Form der Selbsthilfe beschrieben werden (Selbsthilfe 2.0) und bestehen meist aus einer Kombination von Text, Audio und Video-Modulen.[41]
Computer-unterstützte Psychotherapie (syn. Gemischte Therapie, Blended Therapy): Klassische Psychotherapie kann durch Online- und App-Elemente unterstützt werden. Ihre Anwendung wurde bereits für die Einzeltherapie[42], als auch für die Gruppentherapie untersucht.[43]

Abgrenzung von anderen professionellen Beziehungen

Das psychotherapeutische Setting wird wegen seiner juristischen und theoretischen Rahmenbedingungen von anderen Formen der professionellen (Arbeits-) Beziehung formal deutlich unterschieden, jedoch gibt es in den einzelnen Staaten oft andere Definitionen. In Deutschland grenzt das Psychotherapeutengesetz Psychotherapie von nichtheilkundlichen psychologischen Interventionen klar ab. So gilt als Psychotherapie jede psychologische „Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert“ mittels „wissenschaftlich anerkannter Verfahren“.[44] Hingegen gehören „psychologische Tätigkeiten, die die Aufarbeitung und Überwindung sozialer Konflikte oder sonstige Zwecke außerhalb der Heilkunde zum Gegenstand haben“ nicht zur Psychotherapie.[45] So sind in Deutschland z. B. Beratungsgespräche mit Lehrern, Sozialarbeitern, und auch Seelsorgegespräche keine Psychotherapie. Deutlich unterscheidet sich auch das Coaching von der Psychotherapie.

Methodisch überschneiden sich Therapie, Beratung, Seelsorge, Selbsterfahrung oft bis in Kernbereiche. Allerdings ist in Deutschland gemäß Psychotherapeutengesetz und Psychotherapierichtlinien das Ziel der Psychotherapie klar als Diagnose und Heilung von psychischen Störungen definiert, während nichtheilkundliche psychologische Verfahren ausschließlich die Klärung bei allgemeinen Lebensproblemen und die Lösung sozialer Konflikte zum Ziel haben.[46] Auf dem Kontinuum zwischen der „Behandlung von Krankhaftem“ bis zur „Entwicklung von Ressourcen“ ist Psychotherapie nur unbefriedigend abzugrenzen. Verschiedene Therapie-Richtungen integrieren zusätzlich zu Psychischem auch Spiritualität, Soziales, Politisches, etc.

Formal handelt es sich nach deutschem Recht[47] nicht um Psychotherapie, sondern um psychologische Beratung oder andere Methoden,

wenn keine Störungen oder Krankheiten beeinflusst werden sollen;
wenn es sich um Selbsthilfegruppen, Selbsterfahrungsgruppen, Supervisionen, Trainings- oder Coachinggruppen sowie allgemeine Lebensberatung handelt;
wenn die Prinzipien von Diagnose und Heilung nicht angewandt werden;
wenn keine wissenschaftliche Theorie oder überprüfbare Anschauungen zugrunde liegen,
sondern die „Behandlung“ sich ausschließlich auf die persönlich gewonnenen oder in einer bestimmten Gruppe tradierten Erfahrungen stützt;
wenn keine (schriftliche oder mündliche) Vereinbarung zu einer Psychotherapie vorliegt;
wenn Ziele eines Therapieprozesses nicht festgelegt werden oder diese Ziele nicht offen besprochen werden;
wenn ausschließlich Behandlungen mit Medikamenten erfolgen;
wenn keine persönliche Interaktion zwischen dem Patienten oder Klienten und dem Berater bzw. Therapeuten vorliegt (wenn z. B. „therapeutische Mitteilungen“ ausschließlich in der Form von Rundbriefen, Audio- oder Videokassetten etc. verbreitet werden);
wenn lediglich die charismatische Persönlichkeit des Behandelnden als Wirkung eingesetzt wird und keine Heilung versprochen wird.

Ausbildung und staatliche Anerkennung

Nicht alle Psychotherapieverfahren sind überall staatlich anerkannt und werden von allen Krankenkassen finanziert. Dahinter stehen unterschiedliche Auffassungen über Indikation und Wirksamkeit, aber auch berufsständische Interessenskämpfe (zwischen Medizinern, Psychologen und anderen Berufen),[48] und die Konkurrenz der Psychotherapie-Schulen untereinander. In der Schweiz und in Österreich ist die methodische Freiheit und Verantwortung des Therapeuten sehr viel weiter gefasst als in Deutschland.

Schweiz

In der Schweiz wird nicht nach Methoden unterschieden. Entscheidend ist die Qualifikation des Therapeuten und der Besitz einer kantonalen Praxisbewilligung. Psychotherapeutisch ausgebildete Ärzte (Facharzttitel Psychiatrie und Psychotherapie FMH) können die psychotherapeutische Leistung direkt mit den Krankenkassen abrechnen. Die psychologischen Psychotherapeuten nur, wenn sie über den delegierenden Arzt abrechnen. Die Zulassung von Therapiemethoden erfolgt durch die Schweizer Charta für Psychotherapie als Konferenz der Weiterbildungsinstitutionen und Fachverbände innerhalb der Assoziation Schweizer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (ASP), den Schweizerischen Berufsverband für angewandte Psychologie (SBAP), sowie die Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) Eine gültige Methoden-Zulassung erfolgt daher bis heute nach den Aufnahme-Kriterien dieser Verbände. Für die Zulassung zur Führung einer Psychotherapie-Praxis (Praxisbewilligung) sind die Kantone zuständig. Seit 1. April 2013 regelt das Psychologieberufegesetz (PsyG).[49] die Gleichwertigkeit von Hochschulabschlüssen in Psychologie und Weiterbildungstitel im Geltungsbereich des PsyG, wie unter anderem die psychologische Psychotherapie. Seit Inkrafttreten des PsyG müssen Personen, welche privatwirtschaftlich und in eigener fachlicher Verantwortung Psychotherapie ausüben wollen, einen Master- oder gleichwertigen Hochschulabschluss in Psychologie besitzen und eine akkreditierte psychotherapeutische Weiterbildung absolviert haben. Die Übergangsbestimmungen in Artikel 49 PsyG gelten für all diejenigen Personen, die bereits eine kantonale Berufsausübungsbewilligung in Psychotherapie haben, oder ihre Psychotherapieweiterbildung in der Schweiz vor Inkrafttreten des PsyG abgeschlossen oder begonnen haben.

Österreich

Für die Zulassung zur psychotherapeutischen Ausbildung ist das Vorliegen eines spezifischen Quellberufs erforderlich. Als solche gelten Studienabschlüsse der Medizin, der Psychologie, der Psychotherapiewissenschaft (PTW), der Pädagogik, der Philosophie, der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, der Theologie oder ein Studium für das Lehramt an höheren Schulen. Außerdem zugangsberechtigt sind Abschlüsse an einer Akademie für Sozialarbeit, einer Lehranstalt für gehobene Sozialberufe, einer Pädagogischen Akademie oder einer mit Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten Lehranstalt für Ehe- und Familienberater. Auch ein Kurzstudium oder Hochschullehrgang für Musiktherapie qualifiziert für eine Zulassung zur Ausbildung.[50] Wer nicht zu diesen Berufsgruppen zählt, kann einen Antrag auf bescheidmäßige Zulassung beim Bundesministerium für Gesundheit stellen. Über diesen wird auf Grundlage eines eingeholten Eignungsgutachtens des Psychotherapiebeirats entschieden. Die Grundausbildung, das Propädeutikum, dauert etwa zwei Jahre. Erst nach Abschluss des Propädeutikums kann das Fachspezifikum absolviert werden. Es dient der Ausbildung in einer der anerkannten Methoden und dauert mindestens drei Jahre. In Österreich sind derzeit 23 psychotherapeutische Methoden anerkannt.[51]

Seit 2005 wird an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien der Studiengang Psychotherapiewissenschaft (Bakkalaureatsstudium: 6 Semester; Magisterstudium: 4 Semester) angeboten. Im Bakkalaureatsstudium kann zwischen den Schwerpunkten „Psychotherapie“ (Vorbereitung für Magisterstudium) und „Psychosoziale Beratung“ (Qualifikation für entsprechende Praxistätigkeit) gewählt werden.
Das Magisterstudium der Psychotherapiewissenschaft „baut auf dem Bakkalaureatsstudium auf und soll Theorie, Methodik und Geschichte der Psychotherapie, allgemeine und methodenspezifische Krankheitslehre sowie Diagnosenlehre von Störungsbildern und deren Behandlungskonzepten vertiefen“. Es handelt sich jedoch nicht um eine Ausbildung im Sinne des österreichischen Psychotherapiegesetzes, d. h. zielt grundsätzlich nicht auf die Erlangung der Berufsberechtigung als Psychotherapeut ab.[52]
Zurzeit sind solche Studiengänge bereits in Wien, Berlin, Linz, Ljubljana, Milano und Paris möglich.

Auch an der Donau-Universität Krems ist ein Masterstudium Psychotherapie möglich.[53]

Ausschließlich Ärzte können die Berechtigung zur selbständigen Ausübung von Psychotherapie mit dem ÖÄK-Diplom für Psychotherapeutische Medizin erlangen. Dieses Fortbildungsdiplom, auch als PSY3-Diplom bezeichnet, wird von der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) verliehen.[54] Der Zeitaufwand zur Erlangung des PSY3-Diploms beträgt üblicherweise 7 Jahre, weil der Abschluss des PSY1- und PSY2-Diploms Voraussetzung für den Beginn des PSY3-Curriculums ist.

Deutschland

Hauptartikel: Psychotherapie in Deutschland

Seit 1967 ist die Psychotherapie Bestandteil der kassenärztlichen Versorgung. Vor Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes zum 1. Januar 1999 konnten nur ärztliche Psychotherapeuten Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung sein, seither jedoch auch psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten. Die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen für die von Psychotherapeuten durchgeführte Heilbehandlungen ist nur in wenigen anderen Ländern der Welt so klar zugunsten der psychisch kranken Patienten und ihrer Therapeuten geregelt wie in Deutschland.

Im deutschen Gesundheitssystem sind aktuell nur drei Verfahren für die von den gesetzlichen Krankenkassen finanzierte Psychotherapie zugelassen:

Verhaltenstherapie,
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und
Analytische Psychotherapie

Die Analytische Psychotherapie besteht wiederum aus drei verschiedenen Strömungen:

Psychoanalyse nach Sigmund Freud,
Analytische Psychologie nach Carl Gustav Jung und
Individualpsychologie nach Alfred Adler.

Außerdem können Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Hypnose und seit 2014 auch EMDR als Einzelbehandlung genehmigt und finanziert werden.

Psychotherapie zu Lasten der Krankenkassen muss in Deutschland von der Kasse genehmigt werden. Zu diesem Zweck muss der Patient einen Kassenantrag stellen. Diesem Antrag muss der Psychotherapeut wenn er eine Langzeittherapie beantragt einen Bericht an den Gutachter beilegen. Von der befürwortenden Stellungnahme des Gutachters hängt es ab, ob die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung übernimmt.

Siehe auch

Psychotherapieforschung
Geschichte der Psychotherapie
Erstinterview der Psychotherapie
Liste von Psychotherapie- und Selbsterfahrungsmethoden
Liste bedeutender Psychotherapeuten
Liste psychotherapeutischer Begriffe
Liste psychotherapeutischer Fachzeitschriften
Feministische Psychotherapie
Supportive Psychotherapie
Psychagogik
Machtmissbrauch in der Psychotherapie

Literatur

Einführung

Hans Strotzka (Hrsg.): Psychotherapie. Grundlagen, Verfahren, Indikationen. Urban und Schwarzenberg, München, Berlin, Wien 1975, ISBN 978-3-541-06931-6. 
Jürgen Kriz: Grundkonzepte der Psychotherapie. Beltz, Weinheim 2001, ISBN 3-621-27451-0.
Bärbel Schwertfeger, Klaus Koch: Der Therapieführer. Die wichtigsten Formen und Methoden. Heyne, München 2002, ISBN 3-453-09133-7.
Friedrich Beese: Was ist Psychotherapie? Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-45706-5.
Rosemarie Piontek: Wegbegleiter Psychotherapie. 2. Auflage. Psychiatrie-Verlag, Bonn 2005, ISBN 3-88414-320-4.
Gerhard Stumm, Beatrix Wirth: Psychotherapie, Schulen und Methoden. Falter, Wien 2006, ISBN 3-85439-378-4.
Hans-Joachim Maaz: Hilfe! Psychotherapie. Wie sie funktioniert und was sie leistet. C.H.Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-66078-8.

Nachschlagewerke

Gerhard Stumm, Alfred Pritz, Paul Gumhalter (Hrsg.): Personenlexikon der Psychotherapie. Springer, Wien 2005, ISBN 3-211-83818-X.
Gerhard Stumm, Alfred Pritz (Hrsg.): Wörterbuch der Psychotherapie. Springer, Wien 2007, ISBN 3-211-70772-7.

Geschichte

James Braid: Die Suggestion und ihre Heilwirkung. Übersetzt von Sigmund Freud, Leipzig und Wien 1882.
Klemens Dieckhöfer: Von Mesmer bis Charcot. Die Entwicklung der Psychotherapie in der vorfreudianischen Epoche. In: Extr. psych. Band 6, 1992, S. 42–53.
Klaus Grawe, R. Donati, F. Bernauer: Psychotherapie im Wandel. Hogrefe, Göttingen 1994.
Regine Lockot: Erinnern und Durcharbeiten. Fischer, Frankfurt 1985. Nachdruck vom Psychosozial-Verlag, Gießen 2003, ISBN 3-89806-171-X.
Henri Ellenberger: Die Entdeckung des Unbewußten. Diogenes, Stuttgart 2005, ISBN 3-257-06503-5.

Risiken und Nebenwirkungen

Anton Leitner, Brigitte Schigl, Michael Märtens (Hrsg.): Wirkung, Risiken und Nebenwirkungen von Psychotherapie. Ein Beipackzettel für TherapeutInnen und PatientInnen. Facultas Verlag, Wien 2014. ISBN 978-3-7089-1125-0

Kritik

Dieter Kleiber, Armin Kuhr (Hrsg.): Handlungsfehler und Misserfolge in der Psychotherapie. dgvt, Tübingen 1988.
Jeffrey M. Masson: Die Abschaffung der Psychotherapie. Bertelsmann, München 1991.
Michael Märtens, Hilarion Petzold (Hrsg.): Therapieschäden. Mainz 2002.
Marie Faber: Seelenrisse auf Rezept. Mammendorf 2005, ISBN 3-86611-092-8.
Albert Krölls: Kritik der Psychologie. VSA, Hamburg 2006 ISBN 3-89965-213-4.

Sammelwerke

Psycho–Logik: Jahrbuch für Psychotherapie, Philosophie und Kultur Alber, Freiburg, Br. / München 2006 ff., ISSN 1861-4183.

Weblinks

 Wikiquote: Psychotherapie – Zitate
 Wiktionary: Psychotherapie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
DGPPN Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde
Psychotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses
Psychotherapie-Vereinbarungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (Stand: 2017, Überblick)
Informationsseiten der Bundespsychotherapeutenkammer zur Psychotherapie (Stand Dez. 2013)

Einzelnachweise

↑ Stichwort Psychotherapie im DORSCH (Enzyklopädie für Psychologie)

↑ Hans Strotzka: Psychotherapie und soziale Sicherheit. Verlag Hans Huber, Bern 1969, zit. nach Hans-Ulrich Wittchen, Jürgen Hoyer: Klinische Psychologie & Psychotherapie. Springer 2011, (S. 4 (GoogleBooks).
Hans Strotzka: Psychotherapie und Tiefenpsychologie – ein Kurzlehrbuch. 2. Aufl. Springer-Verlag 1984, zit. in Horst Dilling, Christian Reimer: Psychiatrie und Psychotherapie. Springer 2013, S. 245 (books.google.ch).

↑ Stichwort Psychotherapieforschung im DORSCH (Lexikon der Psychologie).

↑ Klemens Dieckhöfer: Psychotherapie. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1198–1200; hier: S. 1198.

↑ S. Shamdasani: ‘Psychotherapy’: the invention of a word In: History of the Human Sciences. 18, Nr. 1, 2005, S. 1–22.

↑ Dirk Revenstorf: Psychotherapeutische Verfahren, Bd. II – Verhaltenstherapie. Kohlhammer, 1996.

↑ Stefan Priebe, Donna Wright (2006): The provision of psychotherapy – An international comparison. In: Journal of Public Mental Health 5 (3).

↑ Doris K. Silverman (2005): What Works in Psychotherapy and How Do We Know?: What Evidence-Based Practice Has to Offer. In: Psychoanalytic Psychology 22 (2).

↑ Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Durchführung der Psychotherapie (Psychotherapie-Richtlinie) g-ba.de Abgerufen am 9. Jänner 2016.

↑ Psychotherapeutengesetz der Bundesrepublik Deutschland, Paragraph 1, Abs. 3, Satz 1.

↑ Psychotherapierichtlinie Deutschland, Stand 19. Juni 2013. g-ba.de Abgerufen am 27. März 2014

↑ wbpsychotherapie.de

Systemische Therapie. Abgerufen am 23. Januar 2019 (deutsch). 

Systemische Therapie: Anerkennung des Nutzens und der medizinischen Notwendigkeit als Psychotherapieverfahren – Gemeinsamer Bundesausschuss. Abgerufen am 23. Januar 2019. 

↑ [https://www.g-ba.de/themen/psychotherapie/ Gemeinsamer Bundesausschuss: Psychotherapie.

Gesprächspsychotherapie. Abgerufen am 23. Januar 2019 (deutsch). 

↑ Bundespsychotherapeutenkammer (Hrsg.): Psychotherapie für Kinder und Jugendliche – Informationen für Eltern. KomPart, Berlin 2013 (bptk.de [PDF]). 

↑ Schnura: Störungen mit Krankheitswert – Was darf der Heilpraktiker für Psychotherapie behandeln. Abgerufen am 20. Januar 2018. 

↑ Österreichisches Psychotherapiegesetz von 1990

↑ zitiert aus den Erläuterungen zur Regierungsvorlage zum österreichischen Psychotherapiegesetz, Krammer Ch (1995) Zur Ausubung der Psychotherapie – eine Klarstellung. In: Psychotherapie Forum (Supplement) 3 (1): 3–6, S. 3; vgl. Kierein M (1995) Die osterreichische Rechtslage auf dem Gebiet der Psychotherapie – das Psychotherapiegesetz. In: Psychotherapie Forum (Supplement) 3 (1): 6–11, S. 7; ausführliche Darlegung und Diskussion zum Thema siehe A. Pritz et al. (Hrsg.): Psychotherapie – eine neue Wissenschaft vom Menschen– Wien; New York : Springer, 1996.

↑ Österreichisches Psychotherapiegesetz ris.bka.gv.at Abgerufen am 10. April 2014

↑ Bescheid des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen vom 10. Januar 2007, Geschäftszahl BMGF-93500/0002–1/7/2007.

↑ Psychotherapie… Wer bietet sie an? FSP Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen S. 16

↑ Facharzttitel „Psychiatrie und Psychotherapie“ der FMH

↑ David Orlinsky: Comments on the State of Psychotherapy Research (As I See It). In: NASPR Newsletter, January 2006 (PDF; 2,2 MB), Abgerufen am 5. März 2010.

↑ David E. Orlinsky, Kenneth I. Howard: The relation of process to outcome in psychotherapy. In: S. L. Garfield & A.E. Bergin (Hrsg.): Handbook of psychotherapy and behavior change. 2. Auflage 1978, New York: John Wiley & Sons.

↑ J. D. Frank, J. B. Frank: Persuasion and Healing: A Comparative Study of Psychotherapy. 3. Aufl. 1991, Baltimore, MD: Johns Hopkins University Press.

↑ David E. Orlinsky, Michael Helge Ronnestad, Ulrike Willutzki: Fifty Years of Psychotherapy Process-Outcome Research: Continuity and Change. In: Michael J. Lambert (Hrsg.): Bergin and Garfield’s Handbook of Psychotherapy and Behavior Change. 5. Auflage. Wiley, New York 2004, S. 307–389.

↑ Daniel Goleman: Emotional Intelligence. Why It Can Matter More Than IQ. 1. Auflage. Bantam, New York 1995, ISBN 0-553-09503-X, S. 225. 

↑ Jerome D. Frank: Persuasion and Healing. A Comparative Study of Psychotherapy. Johns Hopkins Univer. Press Oxford, England 1961.

↑ Dirk Revenstorf: Psychotherapeutische Verfahren. Band 1, 2. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 1994, ISBN 3-17-011628-2, S. 50–52.

↑ Alfred Pritz: Einhundert Meisterwerke der Psychotherapie. Ein Literaturführer. Springer-Verlag, 2008, S. 62 f. (springerlink.com , abgerufen am 19. August 2011).

↑ Jerome D. Frank: Psychotherapy – the transformation of meanings: discussion paper. In: Journal of the Royal Society of Medicine. Band 79, Nummer 6, Juni 1986, S. 341–346, PMID 3522908, PMC 1290345 (freier Volltext) (Review).

↑ Michael J. Lambert (Hrsg.): Bergin and Garfield’s Handbook of Psychotherapy and Behavior Change. 5. Auflage. John Wiley & Sons, New York NY 2004, ISBN 0-471-37755-4, S. 316 ff.

↑ Klaus Grawe: Empirisch validierte Wirkfaktoren statt Therapiemethoden. In: Report Psychologie. 7/8 2005. S. 311.

↑ T. Asay, M. Lambert: Empirische Argumente für die allen Therapien gemeinsamen Faktoren: Quantitative Ergebnisse. In: M. Hubble, B. Duncan, S. Miller (Hrsg.): So wirkt Psychotherapie. Empirische Ergebnisse und praktische Folgerungen. Verlag modernes Leben, Dortmund 2001, S. 41–81. 

↑ Hautzinger, M., Fuhr, K.: Kann die Online-Therapie die Psychotherapie sinnvoll ergänzen? Pro. Hrsg.: Nervenarzt. Januar 2018. 

↑ Raphael Schuster, Thomas Berger, Anton-Rupert Laireiter: Computer und Psychotherapie – geht das zusammen? In: Psychotherapeut. 3. August 2017, ISSN 0935-6185, S. 1–12, doi:10.1007/s00278-017-0214-8. 

↑ Donald M. Hilty, Daphne C. Ferrer, Michelle Burke Parish, Barb Johnston, Edward J. Callahan: The Effectiveness of Telemental Health: A 2013 Review. In: Telemedicine Journal and e-Health. Band 19, Nr. 6, Juni 2013, ISSN 1530-5627, S. 444–454, doi:10.1089/tmj.2013.0075, PMID 23697504, PMC 3662387 (freier Volltext). 

↑ Christiane Eichenberg: Einsatz von „virtuellen Realitäten“ in der Psychotherapie. In: Psychotherapeut. Band 52, Nr. 5, 1. September 2007, ISSN 0935-6185, S. 362–367, doi:10.1007/s00278-007-0548-8. 

↑ Derek Richards, Thomas Richardson: Computer-based psychological treatments for depression: a systematic review and meta-analysis. In: Clinical Psychology Review. Band 32, Nr. 4, Juni 2012, ISSN 1873-7811, S. 329–342, doi:10.1016/j.cpr.2012.02.004, PMID 22466510. 

↑ Doris Erbe, Hans-Christoph Eichert, Heleen Riper, David Daniel Ebert: Blending Face-to-Face and Internet-Based Interventions for the Treatment of Mental Disorders in Adults: Systematic Review. In: Journal of Medical Internet Research. Band 19, Nr. 9, 15. September 2017, ISSN 1438-8871, S. e306, doi:10.2196/jmir.6588, PMID 28916506, PMC 5622288 (freier Volltext). 

↑ Raphael Schuster, Isabella Leitner, Per Carlbring, Anton-Rupert Laireiter: Exploring blended group interventions for depression: Randomised controlled feasibility study of a blended computer- and multimedia-supported psychoeducational group intervention for adults with depressive symptoms. In: Internet Interventions. Band 8, 1. Juni 2017, ISSN 2214-7829, S. 63–71, doi:10.1016/j.invent.2017.04.001. 

↑ Psychotherapeutengesetz der Bundesrepublik Deutschland, § 1, Abs. 3, Sätze 1,2 – gesetze-im-internet.de

↑ Psychotherapeutengesetz der Bundesrepublik Deutschland, § 1, Abs. 3, Satz 3 – gesetze-im-internet.de

↑ Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Durchführung der Psychotherapie. In der Fassung vom 19. Februar 2009 veröffentlicht im Bundesanzeiger Nr. 58 (S. 1399) vom 17. April 2009 in Kraft getreten am 18. April 2009 zuletzt geändert am 14. April 2011 veröffentlicht im Bundesanzeiger Nr. 100 (S. 2424) vom 7. Juli 2011, in Kraft getreten am 8. Juli 2011 – http://www.g-ba.de/downloads/62-492-544/PT-RL_2011-04-14.pdf

↑ siehe Psychotherapeutengesetz § 1 Absatz 3

↑ Franz-Josef Hücker: Das Dodo-Verdikt und die psychotherapeutische Versorgung. EAP-Tagung zur Zukunft der deutschen Psychotherapie in Europa. In: Sozial Extra 9/10 2013, 37. Jg. (VS Verlag, Springer Fachmedien DE, Wiesbaden), S. 6–9.

↑ @1@2Vorlage:Toter Link/www.bag.admin.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)

↑ Zu den Quellberufen siehe § 10 Absatz 2 des österreichischen Bundesgesetz vom 7. Juni 1990 über die Ausübung der Psychotherapie.

↑ In Österreich anerkannte Psychotherapiemethoden

↑ Bundesministerium für Gesundheit (Österreich): Informationen zu Anfragen im Zusammenhang mit dem Studium an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien (SFU) (universitaetslehrgang-existenzanalyse.at PDF).

↑ donau-uni.ac.at

↑ Österreichische Gesellschaft für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin, ÖGPPM

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4047746-0 (AKS)

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Dieser Artikel erläutert System im allgemeinen und philosophischen Sinne; zu anderen Bedeutungen siehe System (Begriffsklärung).

systematisch ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Systematik (Begriffsklärung) aufgeführt.

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Als System (altgr. σύστημα sýstēma, ‚aus mehreren Einzelteilen zusammengesetztes Ganzes‘) wird allgemein eine Gesamtheit von Elementen bezeichnet, die miteinander verbunden sind und dadurch als eine aufgaben-, sinn- oder zweckgebundene Einheit angesehen werden können, als strukturierte systematische Ganzheit. In unterschiedlichen Fachgebieten werden darüber hinaus spezifischere Begriffsverwendungen vorgeschlagen, diskutiert und angewendet.[1]

Siehe auch: Systemtheorie

Begriffsgeschichtlich tritt neben die Verwendung der Bezeichnung „System“ für funktionale Gebilde wie Sonnensysteme oder Tonsysteme die Verwendung für „eine einheitliche, nach einem bestimmten Prinzip, einer Grundidee, einer methodischen Einsicht durchgeführte Anordnung einer Vielfalt von Erkenntnissen zu einer logisch begründeten Gesamtanschauung, einem Lehrgebäude, in welchem jeder Teil seinen vernunftmäßig bestimmten Platz einnimmt“ (Grimm’sches Wörterbuch).[2] Ein hierzu ähnlicher Begriff ist Konstrukt (vgl. auch die Theorie des Sozialkonstruktivismus).

Inhaltsverzeichnis

1 Begriffs- und Ideengeschichte

1.1 Antike
1.2 Neuzeit

2 Systembegriff der Systemtheorie
3 Systembegriff der strukturalen Linguistik
4 Leittechnik
5 Literatur
6 Weblinks
7 Einzelnachweise

Begriffs- und Ideengeschichte

Antike

Die griechischen Ausdrücke σύστημα, σύσταμα, σύστεμα fanden Gebrauch als „Oberbegriff für alle verbandlichen Organisationen, die öffentlichen Gemeinwesen mit eingeschlossen“.[3]

Darüber hinaus wird σύστημα gebraucht

im Bereich der Medizin, z. B. für ein „System“ von Pulsschlägen
im Bereich der Musiktheorie, z. B. für ein „System“ von Intervallen
im Bereich der Literaturtheorie, z. B. in der Bedeutung einer „Komposition“[4]

An den musiktheoretischen Gebrauch knüpft Platon in seinem späten Dialog Philebos an. Er spricht von den vielen „Verbindungen“, welche aus den „Zwischenräumen“ der Töne entstehen und von ebenfalls in Zahlen messbaren „ähnlichen Verhältnissen“ in den Bewegungen des Leibes; zugleich müsse man dabei bedenken, was darin „Eines und Vieles“ ist; durch dieseart Überlegung gelange man zur „Einsicht“, die wegen der Unendlichkeit jedes Begriffs und Dinges aber nie abschließbar sei.[5]

Der pseudo-platonische Dialog Epinomis bezieht den Terminus „σύστημα“ auf die Zahlen, mit welchen die Gesetze der Sternbahnen erfassbar sind.[6]

Neuzeit

Seit dem 16. Jahrhundert wird der Systembegriff in verschiedenen Zusammenhängen verwendet, so z. B. bezogen auf die Sphäre der Politik zuerst durch Thomas Hobbes im Sinne einer political entity.[7]

Systembegriff der Systemtheorie

Hauptartikel: Systemtheorie

Als Systemtheorie werden Forschungsrichtungen diverser Fachrichtungen zusammenfassend bezeichnet, die komplexe Zusammenhänge durch allgemeine Theorien zum Funktionieren von Systemen überhaupt beschreiben. Als erster definierte um 1950 Ludwig von Bertalanffy (1901–1972) Systeme als Interaktionszusammenhänge, die sich von ihrer Umwelt abgrenzen, die wiederum aus anderen Interaktionszusammenhängen besteht.[8] Gemäß in diesem Kontext verbreiteter Grundideen lassen sich Systeme als sich selbst organisierende Funktionseinheiten verstehen, die ihr Weiterfunktionieren selbst produzieren (vgl. Autopoiesis) und sich in spezifischer Weise von ihrer Umwelt differenzieren, etwa durch Ausprägung spezifischer Unterscheidungsweisen.
Ein Beispiel: Seefahrer setzten bestimmte Tiere auf einer Insel aus, um sie später dort jagen zu können. Dadurch gerät das bis dahin auf der Insel bestehende System aus Tieren und Pflanzen „durcheinander“; ein neues System entsteht. Manchmal entstehen Endemiten (= Pflanzen oder Tiere, die nur in einer bestimmten, räumlich klar abgegrenzten Umgebung vorkommen). In Disziplinen, die sich mit lebenden Organismen beschäftigen, der systemischen Psychologie und Biologie wie auch der Soziologie, werden lebende von anders gearteten Systemen unterschieden.[9]

Systembegriff der strukturalen Linguistik

Der strukturalen Linguistik (→ Strukturalismus) liegt die Auffassung zugrunde, dass sprachliche Einzelelemente nicht jeweils durch sich selbst in ihrer Bedeutung begründet sind, sondern durch ihre Relationen zu anderen Elementen – wobei deren Ganzheit als System mit unter anderem dieser allgemeinen Eigenschaft beschrieben wird.[10]

Leittechnik

Für Leittechnik definiert IEC 60050-351 ein System als „Menge miteinander in Beziehung stehender Elemente, die in einem bestimmten Zusammenhang als Ganzes gesehen und als von ihrer Umgebung abgegrenzt betrachtet werden.“[11]FliessTextRef

Literatur

F.-P. Hager u. a.: Art. System; Systematik; systematisch, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie Bd. 10 (1998), 824–856.
S. Jensen: Systemtheorie; System, soziales, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie Bd. 10 (1998), 863–869.
Wolfgang Schrader, Hans-Joachim Höhn: Art. System, Systemtheorie, in: Lexikon für Theologie und Kirche 3. Aufl. Bd. 9 (2000), Sp. 1216–1220.
R. Schulz: Art. System, biologisches, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie Bd. 10 (1998), 856–862.
Geo Siegwart: Art. System, in: Jürgen Mittelstrass (Hrsg.): Enzyklopadie Philosophie und Wissenschaftstheorie, Metzler, Stuttgart 1996, Bd. 4, 184ff.
Karl Steinbacher u. a.: Art. System/Systemtheorie, in: Hans-Jörg Sandkühler (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie, 2 Bände, Meiner, Hamburg 1999, ISBN 3-7873-1629-9, Bd. 2, 1579–1588.
Sytse Strijbos, Carl Mitcham: Art. Systems and Systems Thinking, in: Carl Mitcham (Hrsg.): Encyclopedia of science, technology, and ethics, Thomson Gale 2005, Bd. 4, ISBN 0-02-865901-5, S. 1880–1884.
Joachim Valentin: Art. System – systematisch / Systemtheorie, in: Albert Franz u. a. (Hrsg.): Lexikon philosophischer Grundbegriffe der Theologie, Herder, Freiburg im Breisgau 2003, S. 394–396.

Weblinks

 Wiktionary: System – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Literatur zum Thema System im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Rudolf Eisler: Artikel System, in: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, Berlin 2. Auflage 1904.
Friedrich Kirchner: Artikel System, in: Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe, 1907.
Michael Matthies: Skriptum Einführung in die Systemtheorie (Memento vom 18. Juli 2011 im Internet Archive), Universität Osnabrück. (Zum systemtheoretischen Systembegriff S. 2ff und 9ff.)

Einzelnachweise

↑ vgl. etwa ähnlich Anton Hügli, Poul Lübcke: System. In: Philosophielexikon. Rowohlt, Reinbek 1991: „Komplex von Elementen, die miteinander verbunden und voneinander abhängig sind und insofern eine strukturierte Ganzheit bilden […]; ein geordnetes Ganzes, dessen Teile nach bestimmten Regeln, Gesetzen oder Prinzipien ineinandergreifen. In dieser allgemeinen Bedeutung steht S[ystem] in den Einzelwissenschaften für eine Vielzahl unterschiedlichster Zusammenhänge.“

↑ Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: System. In: Deutsches Wörterbuch. Bd. 20, Sp. 1.433–1.444, hier: Sp. 1.435–1.436, sub 2. und bes. 2. b (Orthographie modernisiert) mit Anführungen von Belegen in deutscher Sprache seit dem frühen 18. Jahrhundert.

↑ Franz Poland: Art. σύστημα, in: Georg Wissowa u. a. (Hgg.): Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft, Zweite Reihe, Achter Halbband, Metzler, Stuttgart 1932, Sp. 1834f.

↑ F.-P. Hager: Art. System; Systematik; systematisch, I. Antike, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 10, S. 824f.

↑ Philebos 17 d, zit. nach F.-P. Hager: Art. System; Systematik; systematisch, I. Antike, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie Bd. 10, S. 824f.

↑ Epinomis 991e, zit. nach F.-P. Hager: Art. System; Systematik; systematisch, I. Antike, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie Bd. 10, S. 824f.

↑ Thomas Hobbes (2007 [1651]): Leviathan, http://ebooks.adelaide.edu.au/h/hobbes/thomas/h68l/index.html Kap. XXII/

↑ Ludwig von Bertalanffy (1950): An Outline of General Systems Theory, in: The British Journal for the Philosophy of Science, 1/2, S. 134–165, hier: S. 143.

↑ H.A. – Lebende Systeme (2000) [1] Eintrag bei spektrum.de

↑ Vgl. z. B. wiederum Anton Hügli, Poul Lübcke: Philosophielexikon. Rowohlt Verlag, Reinbek 1991, s. v. System: „Eine besondere Rolle spielt das S[ystem] in der strukturalen Linguistik […]. S[ystem] meint hier eine Ganzheit von Elementen, die sich zueinander in einem inneren Abhängigkeitsverhältnis befinden, und zwar so, daß ein einzelnes Element nicht durch sich selbst, sondern nur durch die Unterschiede zu anderen Elementen definiert ist.

↑ DIN IEC 60050-351:2009-06, 351-21-20

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4058801-4 (AKS)

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Moderner Faun-Autokran der Bundeswehr in Arbeitsstellung mit ausgefahrenem Kran

Ein Fahrzeugkran oder Mobilkran (auch Autokran oder Kranwagen genannt) ist ein fahrbarer Auslegerkran auf einem Rad- oder Kettenfahrwerk.

Inhaltsverzeichnis

1 Einsatz

1.1 Einsatzgebiete
1.2 Einsatzplanung
1.3 Fahrzeugkranführer

2 Technik

2.1 Gittermastkran
2.2 Teleskopkran
2.3 Raupenkran

3 Größte Autokrane der Welt

3.1 Liebherr LTM 1750-9.1
3.2 Liebherr LG 1750
3.3 Gottwald AK 850/1100 GT
3.4 Demag AC 700
3.5 Liebherr LTM 11200-9.1
3.6 Gottwald AMK 1000-103
3.7 Liebherr LTM 1500-8.1

4 Größte Raupenkrane der Welt
5 Siehe auch
6 Einzelnachweise
7 Weblinks

Einsatz

Einsatzgebiete

1.250-t-Raupenkran beim Aufstellen eines Reaktors
Anhängerkran in der Zufahrt eines Innenhofes
750-t-Raupenkran Liebherr LR 1750 mit 200-m-Ausleger

Fahrzeugkrane sind unentbehrliche Helfer für die Bauwirtschaft und den Schwertransport. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn keine stationären Krane vor Ort verfügbar sind oder diese nicht verwendet werden können.

Die Einsatzgebiete von Fahrzeugkranen sind:

die Montage von Betonfertigteilen und Stahlkonstruktionen, zum Beispiel der Bau von Funktürmen und Freileitungsmasten
Hochbau
Brückenbau
Aufbau von Windenergieanlagen
Großbaustellen, wie bei der Montage von Containerterminals
Aufbau verfahrenstechnischer Anlagen, beispielsweise bei der Montage von Großtankbehältern
Aufbau von Kraftwerken
Aufbau von petrochemischen Anlagen
Rettung von Personen oder Bergung von verunfallten Schienen- oder Straßenfahrzeugen.
Ermöglichen von Revisions- und Kontrolluntersuchungen an Anlagen und Gebäuden (siehe auch: Brückenseilbesichtigungsgerät)
Auf- und Abbau transportabler Fahrgeschäfte

Kleinere Autokräne auf leichteren Fahrgestellen werden aufgrund ihrer Abmessungen auf engen Baustellen in der Innenstadt eingesetzt.

Die Einsatzgebiete von kleineren Fahrzeugkranen sind:

Bedachungen/Dachsanierungen
Zimmereiarbeiten
Verglasungen
Schornsteinarbeiten
Solarinstallation
Baumbeschnitt
Nutzung als Hubarbeitsbühne

Einsatzplanung

Fahrzeugkran der japanischen Armee

Um unvorhergesehene Probleme und gefährliche Improvisationen des Kranführers zu vermeiden, sind alle benötigten Informationen über den Anfahrweg, über die Erkundung der Einsatzbedingungen vor Ort, über die Hubkoordinaten des Lastentransports sowie die Eigenschaften und Anschlagmöglichkeiten der Last zu beschaffen. Diese Angaben dienen als wichtige Grundlage für einen sicheren und reibungslosen Einsatzablauf. In Abhängigkeit vom Gewicht der Last, der benötigten Hubhöhe und Ausladung sowie den örtlichen Gegebenheiten am Einsatzort und der Art des Kraneinsatzes wird der geeignete Kran ausgewählt. Bei Kraneinsätzen im innerstädtischen Bereich ist vorher abzuklären, ob eine Straßenteil- oder Straßenvollsperrung erforderlich ist. Dem Kranführer ist mitzuteilen, ob besondere Anschlag- oder Lastaufnahmemittel benötigt werden, ob ein Einweiser, evtl. mit Sprechfunk, erforderlich ist und ob zusätzliches Material zur Unterbauung des Kranes mitzuführen ist.

Unter Beachtung der Maße von Durchfahrtshöhen und -breiten sowie der höchstzulässigen Fahrbahn- und Brückenbelastungen ist die Fahrtstrecke festzulegen. Am vorgesehenen Standplatz des Kranes sind die Bodenverhältnisse zu prüfen, und ob im Umfeld befindliche Bauwerke oder Bäume bzw. elektrische Freileitungen notwendige Kranbewegungen behindern. Bei der Wahl des Standplatzes ist darauf zu achten, dass bei der Einhaltung der Sicherheitsabstände zu Baugruben, Böschungen und Bauwerken ausreichend Platz zum Ausfahren und Unterbauen der Abstützungen vorhanden ist. Zur Prüfung der Durchführbarkeit der Kranarbeiten ist daher eine vorherige Besichtigung des Einsatzortes oft unumgänglich. Letztlich ist auch die Frage zu klären, ob die Wettervorhersage die bevorstehenden Kranarbeiten zulässt. Kleinere Autokrane auf leichten Fahrgestellen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 t oder 12 t bedürfen keiner größeren Einsatzplanung, weil sie die Höchstgewichte für den Straßenverkehr nicht überschreiten. Aufgrund ihrer kompakten Abmessungen eignen sie sich auch für enge, schwerzugängliche Baustellen ohne, dass eine umfangreiche Planung des Einsatzes nötig wird.

Fahrzeugkranführer

Als unentbehrliche Hilfe für die Bauwirtschaft und den Schwertransport bedienen Autokranführer mobile Krane mit Millionenwerten und arbeiten vor allem für Kranbetreiber und Bauunternehmen. Die Einsatzgebiete sind vielseitig; sie kommen überwiegend bei der Montage von Betonfertigteilen und der Errichtung von Stahlkonstruktionen, insbesondere beim Hochbau und beim Brückenbau zum Einsatz. Daneben werden Autokranführer auch für Bergungsarbeiten, schwierige Verladearbeiten für den Schwertransport oder bei der Montage großer Turmdrehkrane eingesetzt. Häufig handelt es sich dabei um relativ kurze, rasch wechselnde Einsätze, mitunter auch in schwierigem Gelände oder in Fabrikhallen.

Autokranführer müssen an den verschiedensten Einsatzorten bei ständig wechselnden einsatzmäßigen Gegebenheiten den Standplatz des Autokranes sorgfältig auswählen. Am Einsatzort haben sie zu entscheiden, ob sie den Kranauftrag ausführen können oder nicht, denn auf ihnen lastet fast die gesamte Verantwortung auch für die im Umfeld arbeitenden Menschen und die dort befindlichen Sachwerte. Der Autokranführer muss am Aufstellungsort des Kranes meist selber die Beurteilung des Untergrundes vornehmen bzw. abschätzen, woraus er die nötigen Maßnahmen zu einer stabilen Unterbauung für eine kippsichere Aufstellung ableitet.

Die präzise Lastförderung – auch mit großen Ausladungen und Auslegerverlängerungen – fordert von den Autokranführern ständig volle Konzentration und viel Fingerspitzengefühl. Der sichere und reibungslose Autokraneinsatz setzt beim Autokranführer umfassende Kenntnisse und laufende Übung voraus, um das Aufstellen und Aufrüsten des Kranes sowie den Lastentransport mit dem Kran auch bei beengten Baustellenverhältnissen sicher durchführen zu können.

Aufgrund der umfangreichen Aufgaben der Autokranführer, der auftretenden Gefahren im Kranbetrieb und der meist schwierigen Lastförderung im Kraneinsatz ist deshalb eine Kranführerschulung zwingend erforderlich, da bei unsachgemäßer Bedienung Menschen und Sachwerte gefährdet werden und schwere Unfälle entstehen können. Zusätzlich ist eine eingehende Unterweisung auf den entsprechenden Krantyp vom Kranbetreiber bzw. vom Hersteller vorzunehmen.

Der künftige bzw. der junge Autokranführer sollte erst bei verschiedenen, zunächst einfachen Kraneinsätzen unter der Anleitung eines erfahrenen Autokranführers an die berufsübliche Tätigkeit herangeführt werden. Dabei liegt auch die Auswahl geeigneter Anschlag- und Lastaufnahmemittel im Verantwortungsbereich des Autokranführers. Für die Straßenfahrt muss der Autokranführer die einschlägigen Vorschriften des Straßenverkehrsrechts beachten. Im Kraneinsatz sind die Betriebsvorschriften für Krane der Berufsgenossenschaft und die Anweisungen des Kranherstellers einzuhalten.

Darüber hinaus gehören auch Wartung, Pflege und das Beseitigen einfacher Störungen des Kranes zu den Aufgaben des Autokranführers. In Deutschland gibt es bis jetzt noch kein Berufsbild für eine Kranführer-Ausbildung und daher auch keine geregelte Ausbildung für diesen Beruf. Verschiedene Bildungseinrichtungen bieten Lehrgänge zur Erlangung grundlegender Kenntnisse und Fertigkeiten an. Unternehmer erwarten von angehenden Autokranführern oft berufspraktische Vorkenntnisse im Umgang mit Autokranen und eine umsichtige Arbeitsweise sowie die Eigenschaft, zuverlässig und verantwortungsbewusst zu handeln. In Österreich ist eine Ausbildung mit einer Prüfung nach dem Arbeitnehmerschutzgesetz erforderlich. Die Ausbildungszeit beträgt etwa 33 Stunden. Ausbildungen und Prüfungen dürfen vom Wirtschaftsministerium befugte Institute aber auch Ziviltechniker abnehmen und jeweils die Kranscheine ausstellen. Mit dem Bestehen dieser Prüfung wird die Erlaubnis erworben, mit allen Fahrzeugkränen zu arbeiten. Für Baukräne ist eine kürzere Ergänzungsausbildung notwendig.

Besonders gefordert sind Kranführer bei Einsatzorganisationen, wie bei der Feuerwehr. Dürfen sich normalerweise keine Personen unter schwebenden Teilen des Kranes aufhalten, so ist es bei Menschenrettungen oft notwendig, dass Teile über eingeklemmten oder verschütteten Personen weggehoben werden müssen. Im Gegensatz zu anderen Einsätzen trägt hier nicht der Einsatzleiter die Verantwortung, sondern der Kranführer, ähnlich einem Fahrzeuglenker selbst. Bei Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr, die oft nicht über die Kenntnisse eines professionellen Kranführers verfügen, muss die notwendige Erfahrung vermehrt mit Übungen und Spezialausbildungen ausgeglichen werden.

Technik

Ladekran beim Verlegen von Betonplatten

Gleislose Fahrzeugkrane werden gegliedert in

Autokrane, nicht geländegängige schnell fahrende Straßenkrane (Truck Crane)
geländegängige Langsamläufer mit Teleskopausleger (Rough-Terrain-Krane)
All-Terrain-Krane (AT-Krane) mit den Vorzügen der beiden anderen Krantypen: Geländegängigkeit und schnelle Verfahrbarkeit (immer als Radfahrzeug)
Raupenkrane

Alle drei Arten sind Krane mit Gittermastausleger oder hydraulisch ausfahrbarem Teleskopausleger und bestehen aus einem Unter- und einem Oberwagen. Die Definition der Begriffe Mobilkran und Autokran ist im allgemeinen Sprachgebrauch nicht eindeutig festgelegt, da die Unterschiede bedingt durch die stetige technische Weiterentwicklung derartiger Krane kaum noch voneinander abzugrenzen sind. Autokrane haben bis zu zehn Achsen und unterliegen als Räderfahrzeuge den gesetzlichen Vorschriften der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO).

Aufgrund der zulässigen Achslast von 12 Tonnen (t) pro Achse auf öffentlichen Straßen können Autokrane ab etwa 50 t maximaler Traglast nur einen Teil des Gesamtballastes mitführen. Die restlichen Gegengewichtsteile müssen getrennt auf Transportfahrzeuge verladen werden.

Die überwiegende Anzahl heutiger Fahrzeugkrane sind kompakt gebaute, straßen- und geländegängige Autokrane, sogenannte AT-Krane (All Terrain). Sie haben bis zu neun Achsen, die alle hydropneumatisch gefedert und für den Kranbetrieb hydraulisch blockierbar sind. Die Mehrzahl der Achsen wird angetrieben und gelenkt. Die unabhängige Lenkbarkeit der Hinterachsen zu den Vorderachsen ermöglicht kleine Wenderadien und seitliches Verfahren zum einfachen Manövrieren des Kranes auf engem Raum. Durch die großvolumige Einzelbereifung mit Sonderprofil ist die Übertragung großer Vorschubkräfte möglich und eine hohe Bodenfreiheit gegeben. Sperrbare Längs- und Querdifferentiale bewirken zusammen mit der hydropneumatischen Achsfederung eine gute Traktion auch in schwierigem Gelände.

Abstützung eines FAUN-Fahrzeugkrans

Der Antrieb der Räder erfolgt durch einen Dieselmotor über Automatikgetriebe mit Drehmomentwandler oder automatische Wandler-Lastschaltgetriebe. Von dort überträgt ein Verteilergetriebe mit Geländestufe die Antriebskraft über Gelenkwellen zu den Achsantrieben. Der hoch beanspruchte Fahrzeugrahmen des Unterwagens ist eine verwindungs- und biegesteife Kastenkonstruktion, in dem die Stütztunnel für die hydraulisch ausfahrbaren Abstützträger eingeschweißt sind.

Oberwagen, Fahrzeugrahmen und Abstützung bei einem All-Terrain-Kran (Terex Demag AC 60 City)

Im Kranbetrieb werden die in den Drehkranz vom Oberwagen eingeleiteten Kräfte und Momente vom Fahrzeugrahmen in die Abstützung abgeleitet. Die Abstützträger mit den angebauten Stützzylindern vergrößern erheblich die Standfläche, wodurch hohe Tragfähigkeiten bei ausreichender Standsicherheit erreicht werden. Zur Erhöhung der Standfestigkeit sind am hinteren Ende des drehbaren Kranaufbaus, dem Oberwagen, Ballastplatten aus Stahlguss montiert. Die Menge des Gegengewichtes am Oberwagenrahmen kann durch verschiedene Ballastvarianten an die einsatzbedingte erforderliche Traglast angepasst werden.

Entsprechend dem jeweiligen Rüstzustand ist die zulässige Traglast von der Ausladung und Auslegerlänge abhängig.
Die maximale Traglast ist begrenzt durch die Standsicherheit und die Festigkeit der Bauteile, wie Ausleger, Drehkranz und Fahrzeugrahmen.

Die Baugruppen für die Hauptfunktionen des Kranes, wie Hubwerk, Drehwerk, Wippwerk und das Auslegersystem sind auf dem Oberwagen untergebracht.

Tragende Schweißkonstruktion des Oberwagens ist die Drehbühne; sie ist in ihrer Funktion ein Aufrichterahmen für den Ausleger und Lagerbock für Ausleger und Wippzylinder. Sie überträgt im Kranbetrieb große Kräfte aus dem Ausleger über den Drehkranz in den Fahrzeugrahmen.

Am hinteren Ende der Drehbühne ist der Windenrahmen angeordnet und der Ballast angebracht. Häufig kann ein zweites Hubwerk für den Zweihakenbetrieb oder zum Verstellen einer wippbaren Gitterspitze bei großen Fahrzeugkranen am Drehbühnenende angebolzt werden.

Der Oberwagenrahmen dient auch der Aufnahme der Kranführerkabine, der Oberwagenhydraulik und eines zweiten Dieselmotors zum Antrieb der Hydraulikpumpen im Oberwagen bei Kranen ab etwa 60 bis 80 Tonnen Tragfähigkeit.

Alle Kranfunktionen werden aufgrund der einfachen stufenlosen Regelung und der geringen Störanfälligkeit durch hydraulische Antriebe ausgeführt. Das von den Hydraulikpumpen geförderte Drucköl wird über Leitungen den jeweiligen Hydromotoren und Hydraulikzylindern zugeführt. Die Betätigung der hydraulischen Antriebe für die einzelnen Kranbewegungen erfolgt über elektrisch angesteuerte Proportionalventile.

Ein Lastmomentbegrenzer verhindert ein Überlasten des Kranes. Dieser schaltet unter den Kriterien der Kippgefahr und der Festigkeit von Bauteilen alle lastmomentvergrößernden Kranbewegungen ab, wenn die höchstzulässige Belastung überschritten wird.

Elektronische Anzeigen unterstützen die Tätigkeit des Kranführers, indem diesem alle relevanten Krandaten angezeigt und Grenzzustände rechtzeitig signalisiert werden. Der sehr hohe technische Entwicklungsstand heutiger Fahrzeugkrane und die besonderen Einsatzbedingungen stellen hohe Anforderungen an das Bedienungspersonal, den Mobil- und Autokranführer.

Gittermastkran

Gittermastkran mit Derrickausleger
Gittermastkran

Gittermastkrane können durch die Vielfalt der Auslegersysteme, die sich zu verschiedenen Höhen aufbauen lassen, den unterschiedlichsten Hubaufgaben angepasst werden. Gittermastkrane werden vor allem dort eingesetzt, wo Teleskopkrane nicht mehr die geforderten Traglasten erreichen oder in Form von Raupenkränen, wenn ein Verfahren mit Last gefordert wird.

Bei den Gittermastkranen wird zwischen Raupenkranen, Podestkranen und Gittermast-Fahrzeugkranen unterschieden. Raupenkrane ermöglichen ein Fahren mit Last, Gittermastkrane erlauben ein eigenständiges Fahren des gummibereiften Untergestelles, während Podestkrane nicht verfahrbar sind. Europas größter Autokran, also ein Fahrzeug, dessen Grundgerät mit Straßenzulassung verfahren werden kann, ist der Gottwald AK 850-103, der 1982 für die Münchner Firma Schmidbauer KG von Leo Gottwald in Düsseldorf gebaut wurde und nach einer aufwändigen Generalüberholung 1998 bei AKS in Nürnberg noch bis zum August 2007 für die Fa. Schmidbauer im Einsatz war. Strittig war auch, ob nicht seit der Bauma 2004 der Liebherr LG 1750 (Betreiber in Deutschland: Nolte, Maxikraft, H.N. Krane, Franz Bracht[1] und Grohmann Atollo) der größte Autokran Europas ist. De facto erreicht die Leistung des LG 1750 jedoch in Extremfällen nicht die des Gottwald AK 850, dafür kann er neben dem Hauptausleger sowohl die Wippe als auch den Gegenausleger gleichzeitig einsetzen; der AK 850 hingegen bietet nur jeweils eine der beiden Zusatzoptionen. Seit dem Verkauf des AK 850-103 2007 an Blue Wheelers (Australien) ist Europas größter Autokran somit kein 1100-t-Kran mehr, sondern nur noch der maximal 750 t hebende LG 1750.[2] In großen Stückzahlen gibt es auch die Gittermast-Mobilkrane TC 2400, TC 2600 und TC 2800 des bei Gittermastkranen marktführenden Herstellers Terex-Demag.

Bei den Gittermastkranen über 300 t ist Demag mit großem Abstand Marktführer.

Teleskopkran

500-Tonnen-Mobilkran mit Teleskoparm (Liebherr LTM 1500-8.1)

Teleskopkrane sind schnell am Einsatzort und eignen sich für relativ kurze, rasch wechselnde Einsätze, Hebearbeiten aller Art und für Spezialfälle. Sie werden in Baureihen bis zu Traglasten von 1200 t gebaut, erreichen mit angebauten Spitzenauslegern Hubhöhen von weit über 100 Metern (m) und können Lasten von mehreren hundert Tonnen bewegen. Ihr Vorteil sind kürzere Rüstzeiten, der geringe Platz- und Personalbedarf beim Aufrüstvorgang sowie zumeist die Möglichkeit der Teleskopierung von Lasten (Ein- und Ausfahren des Teleskops mit Last).

Die Bedienung der hydraulischen Antriebe zur Steuerung der einzelnen Kranbewegungen erfolgt über elektronisch angesteuerte Proportionalventile, wodurch drei bis vier Kranbewegungen gleichzeitig feinfühlig ausführbar sind.

Der Teleskopausleger ist das Herzstück und das bestimmende Merkmal des Teleskop-Fahrzeugkranes. Der Teleskopausleger ist eine hydraulisch teleskopierbare Stahlkonstruktion; er besteht aus dem Auslegergrundkörper und meist drei bis fünf ineinander gelagerten Teleskopstufen in geschweißter Vollwandkastenkonstruktion aus hochfestem Feinkornbaustahl. Einige Hersteller von kleineren Autokranen sind dazu übergegangen, den Teleskopmasten aus einer speziellen Aluminiumlegierung zu fertigen.

Das ovale Auslegerprofil moderner Fahrzeugkrane ermöglicht hervorragende Tragfähigkeiten und reduziert im Vergleich zu bisherigen Querschnittsprofilen das Auslegereigengewicht. Die Teleskopstufen gleiten beim Aus- und Einfahren auf geschmierten Polyamid-Gleitbacken und sind meist auch unter Teillast ausschiebbar. Sie werden vom eingebauten Teleskopiersystem durch lange innenliegende einstufige und/oder doppelstufige Hydraulikzylinder entweder gleichzeitig oder nacheinander aus- und eingeschoben. Die Hydraulikzylinder besonders bei kleinen und auch bei mittleren Teleskopkranen können mit bewährten Ein- oder Zweifach-Seilzügen zum Ausschieben der oberen Teleskopstufen kombiniert werden, um das Gewicht des Auslegers und den Auslegerschwerpunkt niedrig zu halten.

Abhängig von der Anzahl der Teleskopstufen ist die Art, Anzahl und Anordnung der Hydraulikzylinder im hohlen Innenraum des Auslegers je nach Krantyp und Hersteller unterschiedlich. Bei großen Teleskopkranen werden die Teleskopstufen nach dem Ausfahren zur Entlastung der Teleskopzylinder formschlüssig miteinander verriegelt (ab etwa 130 t bis 160 t maximaler Traglast). Die Bauart vieler Teleskopierwerke erfordert zudem eine Verriegelung der Teleskopstufen miteinander. Sie erfolgt bei älteren Auslegersystemen von außen an den Kragenblechen der einzelnen Auslegersektionen über pneumatische oder hydraulische Verbolzungszylinder.

Bei heutigen Teleskopkranen, die voll austeleskopiert Auslegerlängen bis zu 100 m erreichen, schiebt elektronisch gesteuert nur ein im Grundkörper des Auslegers montierter einstufiger Hydraulikzylinder mit Verriegelungskopf alle Teleskopstufen nacheinander aus. Die Teleskopstufen werden von innen mit über Druckfedern vorgespannten Auslegerbolzen miteinander verbolzt und benötigen keine Energiezufuhr. Der Verriegelungskopf im Bereich des Auslegerfußpunktes verriegelt beidseitig im Fußstück der auszuschiebenden Teleskopstufe und entbolzt sie unmittelbar danach aus der nächstgrößeren Auslegersektion. Nachdem jeweils eine Teleskopstufe austeleskopiert ist, wird diese verbolzt. Der Verriegelungskopf wird dann entriegelt und der Teleskopzylinder zurückgefahren. Die nächste Teleskopstufe kann ausgefahren werden.

Ein 500-t-Teleskopkran (Terex-Demag AC 500-2 mit Gittermastwippspitze)

Die Teleskopiermechanik ist so aufgebaut, dass zwangsgekoppelt eine Teleskopstufe erst dann entbolzt werden kann, wenn der Teleskopzylinder mit der Teleskopstufe verriegelt ist und umgekehrt; die Teleskopstufen werden also bei jedem Ver- und Entbolzen immer vom Teleskopzylinder gehalten. Die Teleskopstufen haben bis zu vier Positionen für die Verbolzung mit dem nächstgrößeren Teleskopteil, womit zahlreiche Ausfahrzustände des Auslegers ermöglicht werden. Nach der Vorgabe der gewünschten Auslegerlänge beim Einstellen des Rüstzustandes in den Lastmomentbegrenzer können die Teleskopstufen in optimaler Ausfahrfolge und -länge vollautomatisch austeleskopiert werden. Herkömmliche Teleskopiersysteme haben gegenüber dem Einzylinder-Teleskopiersystem besonders bei langen Auslegern ein höheres Eigengewicht.

Das Auslegerfußstück ist in den beiden Seitenschilden des Oberwagenrahmens gelagert. Durch ein oder zwei Wippzylinder kann der Teleskopausleger bis zu einem Winkel von 77 bis 83 Grad aufgerichtet werden. Um eine größere Hubhöhe oder Ausladung zu erreichen, können Teleskopausleger mit einer starren oder wippbaren Gittermastspitze verlängert werden. Um der elastischen Durchbiegung des Teleskopauslegers entgegenzuwirken, werden oft die Teleskopausleger großer Teleskopkrane zur Steigerung der Traglast und der Arbeitspräzision bei langen Auslegern und weiten Ausladungen abgespannt. Die Teleskopausleger-Abspannung besteht im Wesentlichen aus einer Abspannwinde, dem Abspannbock, den Abspannstangen und dem Abspannseil.

Eine Sonderform stellen Mobilteleskopkrane dar. Diese basieren auf Mobilbaggern und haben anstelle des Baggerarms einen Teleskopausleger mit Kranhaken. Zur Erweiterung des Teleskoparmes kann ein Gittermast montiert werden, mit dem eine weitere Ausladung von drei bis fünf Metern erreicht werden kann. Zusätzlich für eine höhere Belastung können Pratzen ausgefahren werden. Des Weiteren können die Maschinen mit einer hochfahrbaren Kabine und auch einer Fernbedienung ausgestattet sein. Diese Maschinen haben ein Einsatzgewicht von knapp 20 t und eine Traglast von rund 15 t.

Eine Mischung aus obendrehenden Turmkran und Teleskopkran sind die vollhydraulischen Turmdrehkrane von Grove. Transportiert werden sie in mehreren Teilen. Ein Kranturm wird hydraulisch aufgerichtet, in mehreren Stufen austeleskopiert und jeweils automatisch verbolzt. Dabei wird ein auf dem Turm drehender Teleskopkran mit Antriebseinheit mitgehoben. Im Jahr 1974 wurde der erste „Universal-Hydraulik-Montagekran“ GCI 5400[3] mit telekopierbaren Gitterturm in vier Operationshöhen und Gittermastausleger vorgestellt, GCI 5402 hatte dann einen Teleskopausleger. Von dieser Serie gab es auch GCI 4200 und der untendrehende GCI 7500 war ein Turmdrehkran mit Spitzenausleger.[4] Dann ruhte die Entwicklung dieses Konzepts lange Zeit. Ende 2007 wurde der erste Grove GTK 1100 ausgeliefert. Der sechsteilige Teleskoprohr-Turm ist vierfach gegen die Stützen abgespannt und trägt den fernbedienten „Oberwagen“, einen leicht modifizierten GMK 7450. Er wird vor allem für den Aufbau von Windkraftanlagen verwendet. Gegenüber anderen Fahrzeugkranen benötigt er nur eine kleine Grundfläche, vor allem auch beim Aufbau, und erreicht Höhen von 140 m.

Raupenkran

Liebherr Raupenkran LR 1600/2
600-t-Raupenkran Terex-Demag CC 2800-1
Raupenkran im Windpark Hohenahr kurz vor Zug des Rotorsterns (Terex-Demag CC …)
Raupenkran Liebherr LTR 11200

Raupenkrane werden beispielsweise eingesetzt, um eine angehobene Last verfahren zu können, was Fahrzeugkrane auf Rädern nur bedingt bei ebenem und tragfähigem Untergrund mit geringerer Last können. Dazu arbeiten sie ohne zusätzliche Abstützung. Sie kommen hauptsächlich bei großen Montagen im Hochbau und Anlagenbau, aber auch beim Aufbau von Windenergieanlagen zum Einsatz.

Raupenkrane sind schwer, langsam und nicht verkehrsfähig; die Rüstzeiten sind dementsprechend lang. Für den Transport zum Einsatzort sind mehrere Lastkraftwagen und Tieflader oder Schwertransportfahrzeuge erforderlich.

Aufgrund der großen Aufstandsfläche der Raupenkette zeichnet sich das Raupenfahrwerk durch eine verhältnismäßig geringe Bodenpressung aus, die das Verfahren unter Last erleichtert. Der Antrieb des Raupenfahrwerks erfolgt hydrostatisch. Die Raupen sind gegenläufig zueinander steuerbar, wodurch das Großgerät auch auf kleinstem Raum um die eigene Achse drehen kann. Für den Transport zur Baustelle können die Raupenschiffe abgebolzt und getrennt zum Einsatzort transportiert werden. Der Kranaufbau gleicht häufig dem von Gittermastautokranen. Sämtliche Winden, das Drehwerk und das Fahrwerk werden über ein Pumpenverteilergetriebe von einem Dieselmotor im Oberwagen angetrieben.

Raupenkrane kommen dann vorwiegend zum Einsatz, wenn aufgrund fehlender Baustellenstraßen und schwierigem Gelände die Bodenverhältnisse für Autokrane ungünstig sind, beispielsweise beim Aufbau von Windenergieanlagen.
Außerdem kommen sie vorzugsweise auch bei hohen Anforderungen an die Traglast, Hubhöhe und Reichweite zum Einsatz, wie bei schweren Kranarbeiten im Kraftwerks- und Industriebau.

Der Aufbau von Windkraftanlagen wird heute nahezu ausschließlich mit Raupenkranen durchgeführt. Die Krane werden, nachdem die Windkraftanlage aufgebaut ist, demontiert und zur nächsten Windkraftanlagenbaustelle transportiert. Bei der Errichtung von Windparks kommen Spezialkrane wie beispielsweise der CC 2800-1 NT von Terex-Demag zum Einsatz. NT steht dabei für „Narrow Track“ oder frei übersetzt für „schmale Straße“. Der CC 2800-1 NT kann voll aufgerüstet auf Wegen von nur 5 m Breite von Windkraftanlage zu Windkraftanlage innerhalb eines Windparks fahren. Dadurch werden Abbau, Transport und Wiederaufbau des Krans eingespart und es können im gleichen Zeitraum deutlich mehr Anlagen errichtet werden. Wegen der geringen Standfläche sind jedoch Abstützungen notwendig, wodurch sie nicht unter Last verfahren werden können.
Beim Bau von Offshore-Windkraftanlagen kommen Schwimmkrane oder Errichterschiffe zum Einsatz.

Ein mobiler Kran faltet sich in Erlangen zusammen.

Größte Autokrane der Welt

Liebherr LTM 1750-9.1

Der Kran wurde im Juni 2009 in Ehingen der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Februar 2013 wurden die ersten Geräte an die Kunden ausgeliefert.
Der 9-Achser zeichnet sich dadurch aus, dass der komplette Teleskopausleger im öffentlichen Straßenverkehr mitgeführt werden kann. Konstruktiv ist der Mobilkran auf besonders kurze Rüstzeiten ausgelegt. Mit dem 52 m langen Teleskopausleger, der Y-Teleskopauslegerabspannung und unterschiedlichen Gitterspitzen verfügt der Kran über eine Vielzahl von Auslegersystemen und erreicht Hubhöhen bis 154 m und Ausladungen bis 112 m.

Liebherr LG 1750

Der Liebherr LG 1750 (Auslieferung Erstfahrzeug 2004 an Fa. Nolte Hannover) ist mit 194 m Hakenhöhe der höchste straßenfahrbare Gittermastautokran der Welt. Die Tragfähigkeit beträgt 750 t auf 7 Meter Ausladung.[5] Er muss zur Straßenfahrt komplett zerlegt werden, da schon die Oberkante der Stützen die 4-Meter-Marke erreicht.[6]

Gottwald AK 850/1100 GT

Der Gottwald AK 850/1100 GT (Baujahr 1982 für Fa. Schmidbauer München, erster Umbau inkl. Aufwertung 1998) war bis 2007 der leistungsfähigste straßenfahrbare Autokran Europas. Bei dem Umbau wurde der Oberwagen zwecks Gewichtsreduzierung zur Einhaltung der Straßenlasten geteilt. Die Tragfähigkeit beträgt 1.100 t. Er existiert weltweit nur einmal. Der Kran der Firma Schmidbauer war der einzige in Europa und das einzige Gerät mit diesem Umbau, das bis Anfang August 2007 für die Fa. Schmidbauer (München) lief. Im Jahr 2007 wurde der Kran nach Australien an die Blue Wheelers Ltd. verkauft, 2010 gelangte er nach Indien zur Firma Shetia.

Ein weiterer AK 850, der 1984 bereits mit geteiltem Oberwagen an Toense ausgeliefert worden war, trug die Bezeichnung AK 850-104 bzw. -GT und wurde 1988 bei Interlift UK Ltd. zum AK 912 GT aufgelastet. Interlift war die europäische Niederlassung von Al Jaber Est. aus Abu Dhabi/UAE, so dass der Kran auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten zum Einsatz kam. Gegen Ende der 1990er Jahre wurde der Kran an Baldwins veräußert und arbeitete fortan wieder in Europa. Nach Auflösung der Baldwins-Gruppe und Übernahme durch Ainscough wurde der Kran von ALE Abnormal Load Engineering gekauft und weltweit eingesetzt. Im Jahre 2008 zerstörte in Tunesien ein Motorbrand im Unterwagen das Vorderteil irreparabel. ALE Heavy Lift nutzt den Kran nach seiner Reparatur seitdem als Sockelkran und transportiert ihn auf einem Tiefbett.

Zum Lieferumfang des AK 850-104 gehörte 1984 auch ein sechsachsiges Gottwald-Transportfahrzeug für das Heckteil des Oberwagen mit der Bezeichnung AK 850-63 TR. Dieses wurde jedoch schon zu Baldwins Zeiten ausgemustert und verschrottet.
Trotz starkem Rückbaus zur Straßenfahrt wiegt das zehnachsige Grundgerät 96 t, ist 22,88 m lang, 4 m hoch und 3 m breit. Sein Haken wiegt allein 24 t.

Demag AC 700

Der Demag AC 700 ist die aufgelastete Version des Demag AC650. Er hat eine maximale Hublast von 700 t und wiegt mit Superlift-Einrichtung 125 t, kann aber auf 108 t erleichtert werden. Dieses Gewicht liegt im Straßenzustand auf neun Achsen, die das 20,66 m lange Gerät durch die Straßen bewegen. Zurzeit ist ein Prototyp des AC 1000 im Testbetrieb.

Liebherr LTM 11200-9.1

Der LTM 11200 bietet eine nominelle Traglast von 1.200 t und ist somit der leistungsfähigste Teleskopmobilkran sowie der leistungsfähigste straßenfahrbare Autokran weltweit. Das neunachsige Grundfahrzeug ist mitsamt achtteiligem Ausleger verfahrbar, der austeleskopiert bis zu 100 m Höhe erreicht. Fahrbereit wiegt das Gerät 108 t; der Ausleger muss hierbei aber auf einem Zusatzfahrzeug transportiert werden.

Gottwald AMK 1000-103

Der Gottwald AMK 1000-103 mit einer nominellen Traglast von 1.000 t, zehn Achsen und 3 m Breite wurde von 1983 bis 1985 von Gottwald für Riga Mainz gebaut. Es handelte sich dabei um den ersten Mobil-Teleskopkran, der eine nominelle Tragkraft von 1.000 t hatte. Bis 2007 blieb die Leistung dieses Unikates unerreicht.

Ursprünglich war der Kran nur für eine nominelle Maximallast von 800 t ausgelegt, jedoch stellte sich bei den Lastproben auf dem Testfeld heraus, dass der Kran weit leistungsfähiger war als geplant. Aus diesem Grund wurde der Kran für Lasten bis zu 1.000 t freigegeben.

Der Teleskopmast wird auf einem speziellen neunachsigen Masttransporter „AMK 1000-93 TR“ separat transportiert. Dieser verfügt über eine spezielle Halterung für den Mast, die es erlaubt, diesen zum Anbolzen passend zu positionieren, auch wenn der Untergrund leicht uneben ist.

1994 wurde der Kran an die Fa. Breuer verkauft. Nach der Auflösung dieses Unternehmens ging der Kran 2000 zu Long Hook nach Taiwan. Nachdem er dort einige Zeit in einem äußerst desolaten Zustand zum Verkauf stand (für 2 Mio. US-Dollar), wurde er 2004 von Chisun Cranes (Singapur) gekauft und generalüberholt.
Seit Mitte 2005 steht der Kran wieder im Einsatz.

Liebherr LTM 1500-8.1

Der achtachsige Fahrzeugkran Liebherr LTM 1500-8.1 ist mit einem vierteiligen 50 m langen, oder einem siebenteiligen 84 m langen Teleskopausleger ausgestattet und verfügt damit über einen der weltweit längsten Teleskopausleger. Ein zusätzlicher Masttransporter ist nicht erforderlich da der Teleskopmast fest montiert ist.

Größte Raupenkrane der Welt

Hersteller der weltgrößten Raupenkrane, bezogen auf die Tragfähigkeit, sind Terex Cranes Germany, früher Terex-Demag, und Liebherr.

Der am meisten im Markt vertretene Raupenkran über 1.000 t Tragfähigkeit ist der Terex-Demag CC 8800 mit einer Tragfähigkeit von 1.250 t und einem maximalen Lastmoment von 22.000 mt. Das Nachfolgemodell CC 8800-1 hat eine Tragfähigkeit von 1.600 t und ein maximales Lastmoment von über 24.000 mt. Erstmals wurde 2007 ein CC 8800-1 durch Zusatzkomponenten zu einem CC 8800-1 Twin mit einer Tragfähigkeit von 3.200 t und einem Lastmoment von 44.000 mt erweitert. Dabei sind zwei Systeme, deren Masten mehrfach durch Querstreben verbunden sind, auf einer Grundplatte montiert. Keine Komponente ist breiter als 3,5 m und die Transportgewichte nahezu aller Komponenten liegen unter 40 t. Die Länge des Hauptauslegers beträgt 117 m. Mit einem wippbaren Hilfsausleger ergibt sich eine maximale Hakenhöhe von 235 m.

Der Liebherr LR 13000 ist mit 3.000 t bei 12 m Ausladung der größte Raupenkran in konventioneller Bauweise. Mit maximal 120 m Hauptmast und 126 m Wippspitze ergibt sich eine maximale Hakenhöhe von 240 m. Durch eine höhere Drehbühnenlast und den neu entwickelten Drehkranz, der ein hohes Drehmoment übertragen kann, kann der Kran im Teillastbereich ohne Derrick-Ballast betrieben werden, eine Einzigartigkeit in dieser Größenordnung. Auch für den LR 13000 ist das von Liebherr neu entwickelte System des P-Auslegers (PowerBoom) anwendbar, wo der untere Teil des Hauptauslegers durch nebeneinanderliegende Teilmaste verdoppelt wird, was Torsionskräfte kompensiert und eine höhere Tragkraft bei großen Mastlängen zulässt. Die zusammengebaute Hakenflasche wiegt alleine 111 t und ist 9,7 m hoch, das Herzstück davon wiegt 31,6 t. Zum Transport werden auch die 82 t schweren Ketten abgenommen und die 128 t schweren Kettenträger aus Gewichtsgründen in Hälften geteilt. Zerlegt haben alle Teile ein Gewicht von maximal 70 t und eine Breite von 4 m. Die 4,5 m breite Drehkranz wird dabei diagonal transportiert. Damit ist eine Grenze für dieses Kranformat erreicht. Das erste Stück wurde im Mai 2012 von Mammoet gekauft[7] und ab Ende Juli 2012 zum ersten Produktiveinsatz in der BP-Raffinerie in Whiting (Indiana) aufgebaut, wo ein größeres Modernisierungsprojekt durchgeführt wird.[8]

Ebenso von Terex Cranes Germany ist der drittstärkste Raupenkran, der CC 12600, mit einer Tragfähigkeit von ebenfalls 1.600 t. Ein Raupenkran von Liebherr ist der LR 11350 mit einer Tragfähigkeit von 1.350 t und einer Hakenhöhe von 223 m.

Siehe auch

Schienendrehkran
Schwimmkran bzw. Kranschiff
Feuerwehrkran
Hubarbeitsbühne
Mobildrehkran 404
Teleskoprohr
Turmdrehkran

Einzelnachweise

Liebherr Pressemitteilung LG1750. Archiviert vom Original am 1. August 2014; abgerufen am 6. Januar 2015 (PDF).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bracht-autokrane.de 

LG 1750. Abgerufen am 6. Januar 2015. 

↑ ABC Crane Co, spezialisiert auf die Vermietung von GCI Tower Cranes

↑ Hansebubeforum >> Krane und Schwerlast historisch >> Grove GCI 4200/5400/7500

↑ liebherr.com

↑ hadel.net

↑ Mammoet bestellt Liebherr-Raupenkran LR 13000, liebherr.com, 3. Mai 2012.

↑ Bowdeya Tweh: Heavy crane shipment heading to BP Whiting Refinery, nwi.com, 30. Juli 2012.

Weblinks

 Commons: Fahrzeugkran – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4170283-9 (AKS)

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Verkauf ist der Familienname von:

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Willy Verkauf (1917–1994), schweizerisch-israelisch-österreichischer Lebenskünstler

Siehe auch:

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Ein Briefumschlag (auch: Kuvert oder in der Schweiz Couvert, veraltet Enveloppe) ist die Versandverpackung eines Briefes.

Handelsüblicher Briefumschlag (Rückseite)
Handelsüblicher Briefumschlag der Größe „DIN-lang“ (DL) mit Sichtfenster

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte
2 Material
3 Produktion
4 Recycling
5 Größen
6 Fensterstellung

6.1 Deutschland
6.2 Schweiz

7 Aufschrift
8 Verwendung
9 Markt
10 Mehrfachumschläge
11 Briefumschlag mit Aufrissschnur
12 Weblinks
13 Einzelnachweise

Geschichte

Ursprünglich wurden Briefe nicht in separaten Briefhüllen verpackt, sondern lediglich durch Umfalten oder Aufrollen und Versiegeln vor unberechtigtem Zugriff geschützt. Oft als Faltbriefe da Papier ein kostbarer Rohstoff war. Später wurde dies, im Gegensatz zu fertig konfektionierten Umschlägen zum Einstecken und Verschließen des Schreibens, vergleichsweise unwirtschaftlich. Im heutigen postalischen Schriftverkehr werden fast ausschließlich Briefumschläge zum Schutz der Inhalte verwendet, mit Ausnahme von Postwurfsendungen.

Briefumschläge wurden erstmals 1820 von dem Buch- und Papierwarenhändler S. K. Brewer in Brighton verkauft.[1][2] Er schnitt die Umschläge mit Hilfe von Blechschablonen zurecht.[3] Infolge des rasch wachsenden Bedarfs vergab Brewer 1835 an die Londoner Firma Dobbs & Comp. den Auftrag zur Herstellung von Briefumschlägen als Massenartikel.[3] Die erste Maschine zur Herstellung von Briefumschlägen stammt von E. Hill und W. De La Rue, London, aus dem Jahr 1844.[2]

Material

Briefumschlagpapier muss undurchsichtig, beschreibbar, bedruckbar und faltfest sein. Es wird holzfrei und holzhaltig, einseitig glatt oder satiniert, weiß und farbig hergestellt. Aber auch Recyclingpapier mit dem “Blauem Engel” findet Verwendung. Neuerdings werden für Briefumschläge verstärkt FSC- oder PEFC-Papiere eingesetzt, deren Zellstoff aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. FSC-Umschläge tragen teilweise das Logo des WWF-Pandabären. Es gibt auch Umschläge aus Kunststofffasern, aus transparenter oder transluzenter Folie sowie Umschläge aus Papyrolin, einem fadenverstärkten Material.
Fast alle Briefumschläge besitzen als Verschluss an der Umschlaginnenseite eine Gummierung oder zwei Haftklebestreifen. Bei manchen Briefumschlägen ist im Adressbereich ein Sichtfenster aus Pergamin oder durchsichtigem Kunststoff eingeklebt. Auch die Seitenränder des Briefpapiers werden mit Klebstoffen zusammengehalten.

Produktion

Zunächst wird ausgehend von der Papierrolle der Innen- und Außendruck des Umschlages im Flexodruckverfahren aufgebracht. Danach wird die Umschlagsilhouette ausgestanzt, dann erfolgt die Fensterung inkl. des Einklebens der Fensterfolie. Danach die Seitenklappengummierung und anschließend das Aufbringen der Verschlussklappengummierung. Nach dem Trocknen der Verschlussklappe werden die Umschläge verpackt und anschließend die fertigen Kartons mittels Robotern auf Paletten verpackt.
Moderne Briefumschlagmaschinen erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 1.600 Umschlägen/Minute und können somit fast 100.000 Umschläge/Stunde produzieren. Derartige Anlagen erfordern einen Investitionsaufwand von mehr als 2 Mio. €. Wichtigste Hersteller der Maschinen sind die Firmen Winkler+Dünnebier in Neuwied sowie die Firma F.L. Smithe in den Vereinigten Staaten; beide Unternehmen gehören zu Barry-Wehmiller Companies (USA).

Recycling

Papierbriefumschläge können problemlos recycelt werden. Das verwendete Altpapier dient als Rohstoff für neues Recyclingpapier. Die eingesetzten Fensterfolien bestehen in der Regel aus Polystyrol. Sie werden beim Deinking (Entfärben) des Altpapiers ausgesondert und anschließend ebenfalls recycelt oder aber in den Kraftwerken der Papierfabriken verbrannt.

Größen

Briefumschläge gibt es in verschiedenen Standardgrößen, definiert in ISO 269 und DIN 678 weitgehend anhand bestehender Papierformate. Die üblichen Handelsbezeichnungen „DL“ (DIN lang) und „DL+“ (DIN lang plus) für C5/6 und C6/5 entsprechen nicht der Norm, werden aber überwiegend verwendet.[4]

Format

B (mm)

L (mm)

L:B

Passender Inhalt

C6

114
162
√2
A6, A5 einmal gefaltet, A4 über Kreuz gefaltet

B6

125
176
√2
C6

C5/6 (DL)

110
220
2
1⁄3 A4, A4 zweimal gefaltet nach DIN 676 / 5008

C6/5 * (DL+)

114
229
2
C5/6, 1⁄3 A4, A4 zweimal gefaltet nach DIN 676 / 5008

C5

162
229
√2
A5, d. h. A4 einmal gefaltet

B5

176
250
√2
C5

C4

229
324
√2
A4

B4

250
353
√2
C4

E4

280
400
√2
B4

C3

324
458
√2
A3

 * so breit wie die Breite von C6 und so lang wie die Länge von C5

Briefgrößen und -gewichte der Deutschen Post

Format

B (mm)

L (mm)

H (mm)

Gewicht

Porto (€)

passende DIN-Formate

Standardbrief

90–125
140–235
≤ 5
≤ 20 g
0,70
C6, B6, C5/6 (DL), C6/5

Kompaktbrief

70–125
100–235
≤ 10
≤ 50 g
0,85
C6, B6, C5/6 (DL), C6/5

Großbrief

70–250
100–353
≤ 20
≤ 500 g
1,45
C6, B6, C5/6 (DL), C6/5, C5, B5, C4, B4

Maxibrief

70–250
100–353
≤ 50
≤ 1000 g
2,60
C6, B6, C5/6 (DL), C6/5, C5, B5, C4, B4

Postkarte

90–125
140–235

150–500 g/m²
0,45
A6

Briefumschläge im Format C4 werden nicht nur im Querformat, sondern auch im Hochformat hergestellt.[5]

Für Geschäftsbriefe auf dem Papierformat A4 sind in Deutschland die Umschlagformate DIN lang (C5/6, DL) bei manueller Befüllung, C6/5 bei maschineller Befüllung und C4 am weitesten verbreitet. Das Format C6/5 ist das in Deutschland mit Abstand am häufigsten verwendete Format und wird als Kuvertierhüllen für die automatische Kuvertierung eingesetzt.

Privatpost wird auch häufig in Umschlägen vom Format C6 verschickt, in das Postkarten vom Format A6 passen. Großes und schweres Füllgut wird häufig in Faltentaschen aus Kraftpapier mit Seitenfalten und Klotzboden in den Formaten B5 bis E4 verschickt (Versandbeutel).

Fensterstellung

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Deutschland

Für Abmessungen von Fensterbriefhüllen gibt es mehrere unterschiedliche Standards.[6]

BS 4264 definiert für das Format DL ein 39 mm hohes und 93 mm breites Sichtfenster, das 53 mm vom oberen Rand und 20 mm vom linken Rand entfernt ist.[6]

Aus DIN 680 ergeben sich je nach Format unterschiedliche Abstände des Sichtfensters vom oberen Rand, sodass ein Briefbogen nach DIN 5008 exakt gefaltet werden muss, um das Adressfeld im Sichtfenster zu platzieren:

Bei C6, C6/C5 und DL liegt das Sichtfenster 20 mm vom linken und 15 mm vom unteren Rand entfernt und ist 45 × 90 mm groß.

Bei größeren Versandtaschen gibt es zwei Formen A und B entsprechend der Briefköpfe für Geschäftsbriefe Form A und B nach DIN 5008, da die Lage des Adressfeldes sich hier nicht mehr über die Faltung des Briefes anpassen lässt. Bei C5-Briefhüllen ist das Fenster ebenfalls 45 mm × 90 mm groß und 20 mm vom linken Rand entfernt, vom unteren bei Form A 77 mm und bei Form B 60 mm. Bei C4-Briefhüllen ist das Spiel des Briefes im Umschlag besonders in Richtung der längeren Kante wesentlich größer, so dass das Fenster größer sein muss. Es ist 55 mm × 90 mm groß und 20 mm vom linken Rand entfernt, vom oberen bei Form A 40 mm und bei Form B 57 mm.

Schweiz

In der Schweiz gibt es ebenfalls Vorgaben der Post zur Briefgestaltung und der Platzierung des Adressfelds.[7]

Aufschrift

Die Deutsche Post erwartet die Aufschrift parallel zur längeren Seite des Sichtfensters beziehungsweise des Umschlags, die Frankierung in einem 40 mm hohen und 74 mm breiten Feld rechts oben, die Anschrift des Absenders im 40 mm hohen Streifen links daneben sowie die Anschrift des Adressaten im restlichen Bereich mit mindestens 15 mm Abstand zum Außenrand. Im Bereich unterhalb der Anschrift wird der Zielcode aufgedruckt.[8]

Die Österreichische Post erwartet darüber hinaus, dass beim Format C5 der Bereich unterhalb der 74 mm breiten Frankierzone und bei größeren Formaten ein 74 mm hoher Bereich am unteren Rand freigehalten wird.[9]

Royal Mail erwartet, dass in einem 70 mm hohen und 140 mm breiten Bereich rechts unten zwei Felder freigehalten werden und die Anschrift des Absenders auf der rückseitigen Verschlusslasche platziert wird.[10][11]

Die Schweizerische Post sieht eine Vielzahl von Varianten vor.[12]

Verwendung

Briefumschläge werden verschlossen, indem die ein wenig überlappende, übergeklappte offene Seite (kurz Lasche) mit dem Umschlag zusammengeklebt wird. Entweder kommt dabei trockener, wasserlöslicher Klebstoff zum Einsatz, der beim Verschließen befeuchtet wird, oder sie sind selbstklebend. Das blaue Leuchten beim Öffnen eines selbstklebenden Verschlusses nennt man Tribolumineszenz. Bei hochwertigen Umschlägen kommt häufig eine Haftklebung mit Abdeckstreifen zum Einsatz. Letztere werden vor allem für hochwertige geschäftliche Post verwendet.
Name und Anschrift des Adressaten werden auf die Vorderseite des Kuverts geschrieben, die Angaben über den Absender herkömmlich auf die Rückseite oder links oben auf die Vorderseite.

Ebenfalls im geschäftlichen Bereich werden häufig Fensterkuverts eingesetzt, bei denen die Anschrift des Adressaten nicht auf den Umschlag geschrieben, sondern der Brief mit der Anschrift im Briefkopf so in den Umschlag gelegt wird, dass die Anschrift durch das Fenster sichtbar ist, beispielsweise nach DIN 5008. Für die unterschiedlichen Umschläge gibt es verschiedene Falzarten, damit die Adressen im Fenster sichtbar sind. Fensterkuverts tragen einen Aufdruck oder Stempel mit den Absenderangaben meistens entweder auf der Vorderseite oder über der Anschrift auf dem Briefbogen, sodass sie im Fenster sichtbar sind.

Markt

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten daher möglicherweise demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

In Deutschland werden nach Angaben des Verbandes der Deutschen Briefumschlaghersteller (VDBF) derzeit pro Jahr ungefähr 20 Mrd. Briefumschläge, Versand- und Faltentaschen im Wert von etwa 375 Mio. € verkauft. Zusätzlich exportiert die Deutsche Briefumschlagindustrie weitere ca. 4 Mrd. Einheiten zumeist ins europäische Ausland. Der Markt ist in den letzten Jahren insgesamt leicht gesunken, da zunehmend elektronische Medien den Briefumschlag für den Rechnungsversand ersetzen. Auch Werbebriefumschläge haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung verloren. Großformatige Versand- und Faltentaschen konnten hingegen vom neuen Medium Internet eher profitieren.

In Europa werden jährlich insgesamt etwa 110 Mrd. Umschläge verkauft. Den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch in Europa hat weiterhin die Schweiz. In England, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden werden ca. 70 % der europäischen Briefumschlag-Mengen verwendet.

In Deutschland sind die beiden bedeutendsten Hersteller die Firmengruppe Mayer-Kuvert und Bong. Auf europäischer Ebene kommen noch Tompla (E), La Couronne (F), GPV (F), Nova Kuverta (SLO), Blasetti (I), ELCO (CH) und Goessler Kuverts (CH) hinzu, die zusammen insgesamt einen Marktanteil von ungefähr 90 % repräsentieren.

Mehrfachumschläge

Eine Sonderform des Briefumschlages ist der im internen Briefverkehr zunehmend genutzte mehrfach verwendbare Hauspostumschlag.

Auf diesen Briefumschlägen findet man meistens eine Art Tabelle in die der Absender, das Datum und der Empfänger eingetragen werden.

Dazu kommen Löcher, die zu einer schnellen Sichtung dienen, ob sich Dokumente o. ä. im Umschlag befinden. Verschlossen werden sie vorwiegend mit einem Bindfadenverschluss.

Briefumschlag mit Aufrissschnur

Der rote Pull-Tab-Streifen im Umschlag zum mittellosen Öffnen.
Das kleine Fenster auf dem rechten Umschlag zeigt den Aufdruck vor dem Öffnen.

Patentierte Umschläge[13] bieten ein sauberes Öffnen des Briefes ohne Hilfsmittel. Am Rand ist der Umschlag an der „Daumengrifffläche“ perforiert, durch Abreißen dieses kleinen Papierstückchens wird eine „Aufrißschnur“ („Zipp-o-let“/engl. Pull-Tab) an der Kante herausgetrennt, welche damit den Briefumschlag öffnet. Diese Technik ist z. B. bei Zigarettenverpackungen mit Klarsichtfolien schon lange üblich.

Weblinks

 Commons: Briefumschläge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Briefumschlag – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Briefgrößen und -gewichte der Österreichischen Post AG

Einzelnachweise

↑ Maurice Rickards, Michael Twyman: The encyclopedia of ephemera: A Guide to the Fragmentary Documents of Everyday Life for the Collector, Curator and Historian, Verlag: Routledge Chapman & Hall; Auflage: illustrated edition (Dezember 2000), Seite 135 bis 137.

↑ a b Briefumschlag. In: Wolfram Grallert: Lexikon der Philatelie. 2. Auflage. Phil*Creativ GmbH, Schwalmtal 2007, ISBN 978-3-932198-38-0, Seite 75.

↑ a b Brewer. In: Wolfram Grallert: Lexikon der Philatelie. 2. Auflage. Phil*Creativ GmbH, Schwalmtal 2007, ISBN 978-3-932198-38-0, Seite 66.

Briefumschläge-Ratgeber | Bürobedarf Versand. In: www.printus.de. Abgerufen am 10. November 2016. 

DIN C4. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, abgerufen am 29. Januar 2016. 

↑ a b Markus Kuhn: International standard paper sizes. Abgerufen am 18. März 2010. 

↑ Briefgestaltung gemäss Vorgaben der Post. Post CH AG. Abgerufen am 30. Januar 2019.

Automationsfähige Briefsendungen. Deutsche Post AG, abgerufen am 11. Juli 2016 (PDF; 5,26 MB). 

Richtig Adressieren. Österreichische Post, abgerufen am 8. April 2010 (PDF; 2,06 MB). 

A guide for letter envelope design and clear addressing. Royal Mail, archiviert vom Original am 31. Oktober 2014; abgerufen am 20. Juni 2016 (PDF; 601 KB).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.royalmail.com 

Large Letter mail. Royal Mail, abgerufen am 8. März 2010 (PDF; 492 KB). 

Briefe. Schweizerische Post, abgerufen am 21. September 2011 (PDF; 3,37 MB). 

↑ EuropaPatent Nr. 0 683 748; USA Patent Nr. 5 984 170; Internationale Registrierung für „Zipp-o-let“ Nr. 641 250; Deutsches Gebrauchsmuster Nr. 295 00 983.7

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4146614-7 (AKS)

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Logistiksystem Grundstrukturen Logistische Systeme im Unternehmen – Subsysteme Kooperationen in der Logistik Navigationsmenü aus Fürth

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Jedes logistische System dient der raum-, zeit-, art- und mengenmäßigen Veränderung von Gütern.
Transport-, Lager- und Kommissioniersysteme erfüllen genau diese Funktion. Unterstützt wird der gesamte Güterfluss durch die im Verpackungssystem stattfindenden Verpackungsprozesse, durch die das Transportieren, Lagern und Kommissionieren erleichtert oder oftmals gar erst ermöglicht wird. Informationen, also immaterielle Güter, lösen den gesamten (materiellen) Güterfluss aus. Der Informationsfluss, der bei der organisatorischen Gestaltung von großer Bedeutung ist, verläuft parallel zur logistischen Kette und korrespondiert mit dem Materialfluss.

Inhaltsverzeichnis

1 Grundstrukturen

1.1 Einstufiges Logistiksystem
1.2 Mehrstufiges Logistiksystem
1.3 Kombiniertes Logistiksystem

2 Logistische Systeme im Unternehmen – Subsysteme
3 Kooperationen in der Logistik
4 Siehe auch
5 Literatur
6 Weblinks

Grundstrukturen

Jedes Logistiksystem ist durch das Zusammenspiel von Bewegungs- und Speicherprozessen gekennzeichnet. Durch ein Netzwerk von Knoten (Speicher, Lager) und Kanten (Bewegungen) werden Objekte(Güter, Energie, Informationen, Menschen) geführt.

Zwischen Quelle (Lieferpunkt) und Senke (Empfangspunkt) sind unterschiedliche Verbindungsstrukturen möglich.

Einstufiges Logistiksystem

In einstufigen Logistiksystemen besteht ein direkter Güterfluss zwischen Lieferpunkt und Empfangspunkt.

Mehrstufiges Logistiksystem

Bei mehrstufigen Logistiksystemen besteht ein indirekter Güterfluss – wird durch mindestens einen weiteren Knoten unterbrochen, an dem zusätzliche Speicherprozesse und/oder Bewegungsprozesse stattfinden. In einem Auflösepunkt treffen die Güter in großen Mengen vom Lieferpunkt aus ein und verlassen ihn in kleinen Mengen hin zu verschiedenen Empfangspunkten. Das Auflösen besteht entweder in einer reinen Verkleinerung der Mengen eines bestimmten Gutes oder in einem Zusammenstellen (Assortieren, Kommissionieren) von Gütern nach Menge und Sorte (Beispiel: Ein Möbelhersteller unterhält regionale Auslieferungslager für die Belieferung des Einzelhandels). In mehrstufigen Logistiksystemen tritt häufig ein Kombinierter Verkehr auf, der mit unterschiedlichen Transportmitteln durchgeführt wird. In einem Konzentrationspunkt treffen kleinere Mengen aus mehreren Lieferpunkten aus ein und verlassen ihn in großen Mengen hin zu einem Empfangspunkt.

Beispiel: Für einen Automobilhersteller sammelt ein Gebietsspediteur einzelne Sendungen bei mehreren, in einer bestimmten Region ansässigen Zulieferern ein und schlägt diese in einem Umschlagbahnhof auf einen zielreinen Güterzug oder konzentriert die Ladung in einem Logistikzentrum auf einen möglichst großen Frachtträger. Im Rahmen der gesamten Transportkette bezeichnet das Sammeln der Güter auch als Vorlauf und den anschließenden Transport dann auch als Hauptlauf. Für die Umschlagzentren wird im deutschen Sprachraum zunehmend auch das Wort Cross docking verwendet.

Kombiniertes Logistiksystem

Kombinierte Logistiksysteme beinhalten schließlich direkte und indirekte Güterflüsse nebeneinander.

Logistische Systeme im Unternehmen – Subsysteme

Die verschiedenen logistischen Leistungsphasen eines Unternehmens sowie die durch sie induzierten Transformationen der Güter bilden zusammen ein logistisches System.

Nach den Inhalten der logistischen Aufgabe unterscheiden sich innerhalb eines logistischen Systems verschiedene logistische Sub(Teil-)systeme:
Beschaffungslogistik,
Produktionslogistik,
Distributionslogistik,
Entsorgungslogistik.

Entsprechend dieser Unterteilung spricht man häufig auch von Beschaffungsnetzwerken, Produktionsnetzwerken, Distributionsnetzwerken und Entsorgungsnetzwerken.
Zwischen den einzelnen Subsystemen bestehen integrative Beziehungen. Jedes dieser Subsysteme ist ein Objekt des übergeordneten Gesamtsystems, aber zugleich auch ein eigenständiges Logistiksystem. Es ist immer eine ganzheitliche Betrachtung aller logistischen Prozesse erforderlich, weil optimale Teillösungen nicht zwangsläufig zu einem optimalen Gesamtergebnis führen müssen.

Bei der Auswahl/Planung von Logistiksystemen bzw. bei der Optimierung bestehender Logistiksysteme sind die sämtliche eingesetzten Logistiksysteme so zu einem leistungsfähigen Netzwerk zu verknüpfen, zu koordinieren und zu managen, dass die Aufträge und Prozesse des Unternehmens optimal ablaufen.

Kooperationen in der Logistik

Die Logistik hat in der betrieblichen Planung oft keine wesentliche Bedeutung, da durch Lager Verzögerungen abgefangen werden können und die möglichen Einsparungen bei den Transportkosten im Vergleich zu den Verhandlungsspielräumen bei den Einkaufspreisen gering scheinen. Durch eine Kooperation im Einkauf und bei der Logistik (auch im Wege des Outsourcing der eigenen Logistik oder durch völlig neue Strukturen wie z. B. gemeinsame Milkrun-Systeme) können jedoch wesentliche Einsparungen in Summe über folgende Bereiche erzielt werden:

Transportskosten
Lagerhaltungskosten inkl. Bestandhaltungskosten
Kosten der Auftragsabwicklung

Siehe auch

Logistikkonzept

Literatur

Reinhard Koether (Hrsg.): Taschenbuch der Logistik. Carl Hansen Verlag. München 2004. ISBN 3-446-22247-2.
Thomas Plümer: Logistik und Produktion. Oldenbourg 2003. ISBN 3-486-27470-8.
Hans-Christian Pfohl: Logistiksysteme – Betriebswirtschaftliche Grundlagen. Springer. Berlin 2004. ISBN 3-540-40586-0.
Manfred Schulte-Zurhausen: Organisation. Verlag Vahlen. München 2005. ISBN 3-8006-3205-5.

Weblinks

Regionale Logistik

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Kategorie: Logistik

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Personalvermittlung Navigationsmenü aus Dortmund

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Personalvermittlung steht für:

Personalvermittler (Deutschland)
Arbeitsvermittlung (Schweiz)

Dies ist eine Begriffsklärungsseite zur Unterscheidung mehrerer mit demselben Wort bezeichneter Begriffe.

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Kategorie: Begriffsklärung

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Mineralwasser Rechtliches Gesundheitliche Aspekte Umweltaspekte Statistische Daten Geschichte Verwandte Produkte Navigationsmenü aus Bielefeld

GmbH Unternehmenskauf Mineralwasser erwerben gmbh mit 34c kaufen
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Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland und Österreich dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Stilles Mineralwasser aus der Glasflasche
Mineralwasser mit ausperlendem Kohlendioxid (CO2)

Mineralwasser ist nach der deutschen Mineral- und Tafelwasserverordnung bzw. der österreichischen Mineralwasser- und Quellwasserverordnung ein Grundwasser mit besonderen Eigenschaften. Seine Inhaltsstoffe dürfen nur unwesentlich schwanken. Es muss aus unterirdischen Wasservorkommen stammen und von ursprünglicher Reinheit sein. Mineralwasser wird direkt am Gewinnungsort – Quelle/Brunnen – abgefüllt und benötigt eine amtliche Anerkennung.[1]

Historische Bezeichnung ohne gesetzliche Normierung ist Sauerwasser, das genau wie Sauerbrunnen auch gleichzeitig die Quelle eines solchen Mineralwassers bezeichnet.[2] Die deutsche Mineralwasserindustrie unterscheidet „klassische“ Mineralwässer (auch „Classic“-Wässer genannt)[3] mit viel Kohlensäure (ca. 7–8 g/l), „medium“ und „stille“ Wässer mit reduzierter Kohlensäure (4–5,5 g/l) und kohlensäurefreie Mineralwässer (weniger als 1 g/l).[4]

Inhaltsverzeichnis

1 Rechtliches

1.1 Rechtliches in Deutschland

1.1.1 Mineral- und Tafelwasserverordnung
1.1.2 Besteuerung
1.1.3 Verkehrsbezeichnung
1.1.4 Sprudel, Sauerwasser und andere amtliche Einzelbezeichnungen

1.2 Rechtliches in Österreich

2 Gesundheitliche Aspekte

2.1 Belastung mit Radionukliden
2.2 Belastung mit anthropogenen Stoffen
2.3 Wasseraufbereitung

3 Umweltaspekte

3.1 Mineralwasser in PET-Flaschen

4 Statistische Daten

4.1 Höchster Gesamtverbrauch (2004)
4.2 Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland, Österreich und der Schweiz
4.3 Die größten Unternehmen am Mineralwassermarkt in Deutschland
4.4 Die Marktanteile am österreichischen Mineralwassermarkt
4.5 Abfüllmengen von Mineralwasser in Österreich

5 Geschichte
6 Verwandte Produkte
7 Verweise

7.1 Literatur
7.2 Weblinks
7.3 Fußnoten

Rechtliches

Die nationalen Regelungen beruhen auf der EG-Richtlinie über die Gewinnung von und den Handel mit natürlichen Mineralwässern.[5] Bei Unklarheiten oder Differenzen sind stets die europäischen Bestimmungen vorrangig gültiges Recht. Die Zusammensetzung des natürlichen Mineralwassers, die Temperatur in der Quelle und seine übrigen wesentlichen Merkmale müssen im Rahmen natürlicher Schwankungen konstant bleiben. Natürliches Mineralwasser darf gemäß Art. 4 der EG-Richtlinie nur eingeschränkt behandelt werden. So dürfen unbeständige Inhaltsstoffe wie Eisen- oder Schwefelverbindungen mit physikalischen Verfahren entfernt werden (enteisentes und entschwefeltes Mineralwasser). Unter bestimmten Bedingungen ist es erlaubt, mittels Ozon verschiedene aus dem Gestein stammende Inhaltsstoffe zu entfernen. Einem natürlichen Mineralwasser darf – mit physikalischen Verfahren – Kohlensäure entzogen oder hinzugefügt werden. Des Weiteren dürfen unerwünschte Bestandteile wie zum Beispiel Mangan oder Arsen mit genehmigten Verfahren entfernt oder reduziert werden. Auch Fluorid darf durch den Einsatz aktivierten Aluminiumoxids entfernt werden (Europäische Verordnung Nr. 115/2010 (PDF))

Rechtliches in Deutschland

Mineralwasserkrug der Quelle in Niederselters aus dem 19. Jahrhundert

Mineral- und Tafelwasserverordnung

Die rechtliche Grundlage von Mineralwasser ist die deutsche Mineral- und Tafelwasserverordnung (Min/TafelWV)[6] (letzte Fassung vom 22. Oktober 2014). Dieses schreibt strengere mikrobiologische Grenzwerte als beim Trinkwasser vor, die durch die Lebensmittelüberwachung kontrolliert werden. Sie gelten aber nur für den Ort der Abfüllung, nicht für den weiteren Weg bis zum Verbraucher, während die Anforderungen an Trinkwasser für den Ort der Entnahme gelten. Jede Quelle muss amtlich anerkannt sein, von diesen gibt es in Deutschland derzeit 820.[7] Amtlich anerkannte Mineralwässer werden mit dem Namen und dem Ort der Quelle vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit im Bundesanzeiger bekanntgegeben.[7] Heilwasser gilt nicht als Lebensmittel, sondern fällt unter das Arzneimittelgesetz.

Besteuerung

Im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln wird Mineralwasser nicht mit lediglich 7 % Umsatzsteuer besteuert, sondern wie alle Getränke mit 19 %, da es laut Liste der dem ermäßigten Steuersatz unterliegenden Gegenstände nicht in die Kategorie der Grundnahrungsmittel wie Kaffee oder Tee fällt. Diese Einordnung wurde vorgenommen, weil durch das Leitungswasser ein Substitut zum Mineralwasser vorhanden ist.

Verkehrsbezeichnung

Verkehrsbezeichnung für natürliches Mineralwasser im Sinne der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung sind:

natürliches Mineralwasser
natürliches kohlensäurehaltiges Mineralwasser
natürliches Mineralwasser mit eigener Quellkohlensäure versetzt
natürliches Mineralwasser mit Kohlensäure versetzt
Säuerling oder Sauerbrunnen

Mineralwasser mit einem natürlichen Kohlendioxidgehalt von mehr als 250 mg/l darf zusätzlich als Säuerling oder Sauerbrunnen bezeichnet werden. Die Bezeichnung Sprudel kann diese Benennung ersetzen, wenn das Mineralwasser im Wesentlichen unter natürlichem Kohlensäuredruck aus der Quelle hervorsprudelt. Oft ist die Bezeichnung „Sprudel“ auch Bestandteil des Quellnamens.

Stilles Mineralwasser ist ein natürliches Mineralwasser, das von Natur aus keine/wenig Kohlensäure enthält oder dem die Kohlensäure vollständig oder teilweise entzogen wurde. Es wird teilweise in die grüne Brunnen-Einheitsflasche abgefüllt. Deklaration und Kohlensäuregehalt stiller Wässer sind gesetzlich nicht vorgegeben.

Mineral- und Heilwässer werden in drei Haupttypen klassifiziert:[8]

Chlorid-Wässer:
Natrium-Chlorid-Wässer
Calcium-Chlorid-Wässer
Magnesium-Chlorid-Wässer
Sulfat-Wässer:
Natrium-Sulfat-Wässer
Calcium-Sulfat-Wässer
Magnesium-Sulfat-Wässer
Eisen-Sulfat-Wässer
Hydrogencarbonat-Wässer:
Natrium-Hydrogencarbonat-Wässer
Calcium-Hydrogencarbonat-Wässer
Magnesium-Hydrogencarbonat-Wässer

Ab einem Mineralstoffgehalt von mindestens 1.500 mg/l darf ein Mineralwasser den Hinweis „Mit hohem Gehalt an Mineralien“ tragen.

Sprudel, Sauerwasser und andere amtliche Einzelbezeichnungen

Die Kennzeichnung von Mineralwasser ist in der Mineral- und Tafelwasserverordnung geregelt.[9]

Kohlensäurehaltiges Mineralwasser wird auch als saurer Sprudel oder als Selterswasser (kurz Selters) bezeichnet.
Selters darf in der Bundesrepublik Deutschland seit 1984 nicht mehr generisch verwendet werden, ist seitdem nur noch Markenname und lebt nur noch umgangssprachlich fort. In Deutschland darf rechtlich als Sprudel nur Mineralwasser bezeichnet werden und nur dann, wenn es unter Kohlendioxidzusatz abgefüllt wurde oder es sich um einen Sauerbrunnen handelt, bei dem das Wasser natürlicherweise einen so hohen Kohlensäuregehalt hat, dass es bei Druckentlastung sprudelt. Sauerbrunnen oder Säuerlinge sind Mineralwässer, die natürlicherweise mehr als 250 mg/l Kohlendioxid enthalten und keine weitere Behandlung erfahren haben; ausgenommen ist weiterer Kohlendioxidzusatz.[10]

Neben der Verkehrsbezeichnung und anderen Angaben laut Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung sind nach § 9 Mineral- und Tafelwasserverordnung für Mineralwasser folgende Angaben erforderlich:

Name der Quelle und Ort der Quellnutzung,
ein Analysenauszug der wichtigsten Inhaltsstoffe,
soweit zutreffend, Hinweise auf einen Entzug von Kohlensäure, eine Behandlung mit ozonangereicherter Luft, die Eignung für die Ernährung von Kindern oder einen hohen Fluoridgehalt.

Rechtliches in Österreich

Die rechtliche Grundlage von Mineralwasser ist die österreichische Verordnung über natürliche Mineralwässer und Quellwässer (Mineralwasser- und Quellwasserverordnung), BGBl. II Nr. 309/1999, geändert durch die Verordnung BGBl. II Nr. 500/2004.

Natürliches Mineralwasser ist demnach Wasser, das seinen Ursprung in einem unterirdischen vor jeder Verunreinigung geschützten Wasservorkommen hat und wird aus einer oder mehreren natürlichen oder künstlich erschlossenen Quellen annähernd gleicher Charakteristik gewonnen. Es ist von ursprünglicher Reinheit und hat eine bestimmte Eigenart, die auf seinen Gehalt an Mineralstoffen, Spurenelementen oder sonstigen Bestandteilen zurückzuführen ist, und weist gegebenenfalls bestimmte ernährungsphysiologische Wirkungen auf. Seine Zusammensetzung, Temperatur und übrigen wesentlichen Merkmale müssen im Rahmen natürlicher Schwankungen konstant bleiben, sie dürfen insbesondere durch eventuelle Schwankungen in der Schüttung nicht verändert werden. Natürliches Mineralwasser darf nur in Verkehr gebracht werden, wenn es vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen anerkannt ist.

Quellwasser ist Wasser, das seinen Ursprung in einem unterirdischen Wasservorkommen hat und wird aus einer oder mehreren natürlichen oder künstlich erschlossenen Quellen gewonnen. Es ist von ursprünglicher Reinheit. Quellwasser muss zudem den Anforderungen der Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TWV), BGBl. II Nr. 304/2001, in der jeweils geltenden Fassung, entsprechen.

Gesundheitliche Aspekte

Eine Untersuchung zur ernährungsphysiologischen Bedeutung von Trinkwasser in Deutschland kam im Jahr 2009 zu dem Schluss, dass Trink- und Mineralwässer zur Mineralstoffbedarfsdeckung eines Menschen beitragen können, der Bedarf an Mineralstoffen jedoch überwiegend durch feste Nahrung gedeckt wird.[11] Bei einem gesunden Menschen und bei normaler Ernährung macht es deshalb keinen Unterschied, ob man seinen Flüssigkeitsbedarf durch Mineralwasser oder Leitungswasser deckt.[12] In kalkhaltigen Regionen ist der Calcium-Gehalt des Trinkwassers signifikant höher als der eines durchschnittlichen Mineralwassers; so enthält Berliner Trinkwasser bis zu 150 mg Calcium pro Liter, manche Mineralwässer nur ein Zehntel davon.[13] Bei Bluthochdruck sollte natriumarmes Mineralwasser getrunken werden.

Die Variationsbreite des Mineralstoffgehalts ist innerhalb der Gruppen größer, als der zwischen den Gruppen Leitungswasser und Mineralwasser. Weil der Endverbraucher keinen Einfluss auf die Herkunft des Leitungswassers hat, hängt diese Entscheidung demnach von regionalen Gegebenheiten ab, die man anhand der Veröffentlichung des regionalen Wasserversorgers und dem Analyse-Auszug auf der Wasserflasche treffen muss. Im Allgemeinen wird ein hoher Calcium- und Magnesium-Gehalt sowie ein niedriger Natrium-Gehalt als erstrebenswert angesehen.

Die Inhaltsstoffe aus Mineralwässern weisen eine ähnliche Bioverfügbarkeit auf wie die aus anderen Lebensmitteln: Calcium aus Mineralwasser weist eine ähnliche Resorbierbarkeit auf wie Calcium aus Milch (ca. 37 % bis 49 %). Die Resorptionsrate von Magnesium liegt bei rund 50 %.[14]

Trinkwasser ist auf dem Weg zum Endverbraucher in Einzelfällen negativen Einflüssen ausgesetzt, die z. B. durch Hausinstallationen (u. a. Blei- und Kupferleitungen in den Häusern oder unzulässige Querverbindungen mit Regenwasseranlagen) verursacht werden. Bei Mineralwasser ist dies nahezu ausgeschlossen, sofern es in Glasflaschen transportiert und gelagert wird. Diese sind allerdings immer seltener verfügbar.

Zu dem Aspekt der immer verbreiteteren PET-Flaschen siehe weiter unten auf dieser Seite. In Deutschland ist selbst in langen Rohrleitungssystemen der Trinkwasserversorgung bis zur Entnahmestelle kaum eine Gefahr gegeben, dass Verunreinigungen, beispielsweise Bakterien, ins Wasser kommen, da die Leitungen unter hohem Druck stehen, was ein Eindringen von Fremdkörpern effektiv verhindert. Gefahren für Verunreinigungen entstehen in der Hausinstallation durch Blei-[15] und Kupferleitungen.[16]

Belastung mit Radionukliden

Mineralwässer weisen häufig einen erhöhten Gehalt an den Radionukliden Radon-222, Radium-226 und Radium-228 auf und tragen damit zu einer größeren Strahlenexposition des Organismus bei. Eine gesundheitliche Gefährdung ist daraus nicht generell abzuleiten, insbesondere Radon tritt in erster Linie direkt an der Quelle auf. Nach Angaben von Rolf Michel, Leiter des Zentrums für Strahlenschutz und Radioökologie der Universität Hannover, hat etwa ein Säugling, der jährlich 50 Liter des am stärksten belasteten Mineralwassers trinkt, eine zusätzliche Strahlenbelastung von 0,1 Millisievert pro Jahr; diese Dosis entspricht etwa der bei einem Langstreckenflug.

Das Umweltbundesamt mahnt hingegen zu hohe Urangehalte in vereinzelten Mineralwässern an und gibt an, dass maximal 10 μg Uran pro Liter für Erwachsene akzeptabel sind.[17] (μg = Mikrogramm = 10−6 Gramm = 0,000001 Gramm). Hierbei bezieht sich das Bundesamt allein auf die toxikologische Wirkung und nicht auf eine mögliche Strahlenbelastung, die unterhalb von 60 μg Uran pro Liter nicht von Belang ist.[18] Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundesinstitut für Risikobewertung empfehlen einen Maximalgehalt von 15 μg Uran pro Liter für Erwachsene und 2 μg Uran je Liter bei Säuglingen und Kleinkindern.[17] Seit November 2011 muss Trinkwasser einen Urangrenzwert von 10 μg/l einhalten.[19]

Eine Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung von 1530 Mineralwasserproben aus deutschen Quellen zwischen den Jahren 2000 und 2004 ergab, dass eine Probe einen Urangehalt von 71 μg pro Liter enthielt,[20] welches kurz darauf aber nicht mehr verkauft wurde. Allerdings lagen die Urangehalte von 97 % der Proben bei weniger als 15 μg Uran pro Liter und galten damals als unbedenklich für Erwachsene.[20] Bei 44 % der Proben lag der Urangehalt unter der Nachweisgrenze von 0,2 μg pro Liter.[20] Mittlerweile (Juli 2006) wurde vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg sichergestellt, dass alle Mineralwässer aus Baden-Württemberg mit weniger als 15 μg Uran pro Liter abgefüllt werden.[21]

Durch Uran werden besonders die Nieren des menschlichen Körpers angegriffen und beschädigt.[20] Es gilt allerdings als weniger gefährlich als das ebenfalls enthaltene Radium.[22]

Dennoch lässt es sich in der Realität nicht vermeiden, dass Menschen über ihre Nahrung Uran zu sich nehmen. Beispielsweise enthält Meerwasser etwa 3,3 μg Uran pro Liter, deutsche Flüsse und Seen etwa 1 μg bis 3 μg pro Liter und das Grundwasser in Deutschland kann zwischen 0,4 μg und 2,4 μg pro Liter enthalten. Als aussagekräftigster Vergleich kann das deutsche Trinkwasser mit durchschnittlich 0,3 μg Uran pro Liter zum deutschen Mineralwasser mit durchschnittlich 2,8 μg pro Liter hergezogen werden.[23] Der Zusammenhang erhöhter Urangehalte in Mineral- und Trinkwässern mit der Geologie der Grundwasserspeichergesteine wurde 2009 erstmals bundesweit untersucht.[24] Dabei stellte sich heraus, dass erhöhte Urangehalte vorwiegend an Formationen wie Buntsandstein oder Keuper gebunden sind, die selbst geogen erhöhte Urangehalte aufweisen.

Belastung mit anthropogenen Stoffen

Neue Untersuchungen des Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe in Zusammenarbeit mit der Universität Münster zeigen, dass Mikroplastik vom Verpackungsmaterial in Mineralwasser und somit direkt in die menschliche Nahrungskette gelangt. Die meisten der in den PET-Mehrwegflaschen gefundenen Partikel wurden als Polyethylenterephthalat (PET, 84 %) und Polypropylen (PP; 7 %) identifiziert. Die Mehrwegflaschen sind aus PET hergestellt und die Deckel aus PP. Im Wasser der PET-Einwegflaschen wurden nur wenige PET-Partikel gefunden. Im Wasser der Getränkekartons und Glasflaschen wurden weitere Polymere wie Polyethylen und Polyolefine gefunden. Dies erklärt sich daraus, dass Getränkekartons mit Polyethylenfolien beschichtet und Verschlüsse mit Schmierstoffen behandelt werden. Daher deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass die Verpackung selbst Mikropartikel freisetzen kann.[25]

Vor allem Pflanzenschutzmittel und deren Zersetzungsprodukte können Mineralwasser belasten. Dennoch gibt es in der deutschen Mineral- und Tafelwasserverordnung keine verbindlichen Grenzwerte für Pestizide und ihre Metabolite; lediglich die Allgemeine Verwaltungsvorschrift über die Anerkennung und Nutzung von natürlichem Mineralwasser (AVV)[26] enthält Orientierungswerte: Mehr als 0,05 µg/l Pestizide sollen danach nicht in Mineralwasser enthalten sein. Die Zeitschrift Ökotest hat im Juli 2011 105 Mineralwässer getestet: In 30 % der Wässer wurden Pestizidmetabolite gefunden, in 17 Produkten sogar in Mengen über 0,05 µg/l.[27]

Die staatliche Lebensmittelüberwachung entscheidet bei derartigen Funden vom Menschen verursachter Verunreinigungen im Mineralwasser über das Weiterbestehen der amtlichen Anerkennung als natürliches Mineralwasser. Bislang sind für Mineralwasser keine Mechanismen zugelassen, mit denen Pestizidmetabolite aus dem Wasser entfernt werden dürfen.

Auch künstliche Süßstoffe im Mineralwasser sind Hinweise für Einflüsse menschlichen Handelns auf Grundwasserschichten, verursacht durch Abwasser. Künstliche Süßstoffe werden als Zuckerersatzstoffe in Lebensmitteln eingesetzt, mit der Nahrung aufgenommen und größtenteils unverändert wieder ausgeschieden und auch in Kläranlagen nicht abgebaut (v. a. Acesulfam). Die Lebensmittelüberwachung Baden-Württemberg stellte 2010 bei 214 untersuchten in- und ausländischen Mineralwässern in 27 Proben (12,2 %) Süßstoffnachweise fest (Cyclamat und Acesulfam).[28] Für künstliche Süßstoffe in Mineralwasser gibt es bislang noch keine verbindlichen Grenzwerte.

Wasseraufbereitung

Während es bei der Trinkwasseraufbereitung erlaubt ist im Rahmen genehmigter Verfahren in das Produkt einzugreifen, darf Mineralwasser in seiner ursprünglichen Zusammensetzung nur eingeschränkt verändert werden. Lediglich Eisen-, Mangan-, Schwefel- und Arsenverbindungen, sowie Fluorid dürfen entzogen und Kohlenstoffdioxid (CO2) zugesetzt werden, wodurch im Wasser Kohlensäure (H2CO3) gebildet wird, oder CO2 darf entfernt werden. Auf beide Behandlungen ist auf dem Etikett hinzuweisen. Die Enteisenung wird bei vielen Mineralwässern vorgenommen, da sonst mit der Zeit eine Braunfärbung des Wassers eintritt. Dies kann auch mit Ozon herbeigeführt werden, was aber deklarationspflichtig ist. Die meisten Mineralwässer weisen am Austrittsort einen nicht annähernd so hohen Kohlensäure-Gehalt auf wie nach der Flaschenfüllung. Die Kohlensäure dient unter anderem der Haltbarkeit, da sie durch die Ansäuerung für ein stabiles antimikrobielles Milieu sorgt. Sie regt zudem die Magentätigkeit an. Das Mindesthaltbarkeitsdatum sehr kohlensäurearmer Wässer ist oftmals kürzer als dasjenige von Sprudel- oder Mediumwasser.

Umweltaspekte

Mineralwasser belastet durch Verpackung und Transporte, wie andere Lebensmittel auch, die Umwelt. Die spezifischen Umweltbelastungen von Mineralwasser wurden in einer vom Interessenverband der Schweizer Wasserversorger (SVGW) bezahlten Studie untersucht und mit der Ökobilanz von Trinkwasser aus dem Hahn verglichen. Gekühltes sprudelndes Mineralwasser in der Einwegflasche hat demnach eine 3,5-mal so hohe Umweltbelastung (ausgedrückt in Umweltbelastungspunkten 97 gemäß Methode der ökologischen Knappheit) wie gekühltes sprudelndes Trinkwasser aus dem Hahn. Wesentliche Aspekte sind dabei die Verpackung und der Transport. Mehrwegverpackungen sind nur dann umweltfreundlicher, wenn sie nicht über lange Distanzen transportiert werden müssen. Bei den Transporten ist neben der Entfernung auch das Transportmittel (Lkw, Bahn, Schiff) wichtig für eine Beurteilung.[29]

Mineralwasser in PET-Flaschen

Mineralwasser bietet den Vorteil gleichbleibender Wasserqualität. Allerdings kann es in Ausnahmefällen zu einer Verunreinigung beim Abfüllen, beim Transport oder bei der Lagerung kommen.

Bei der Verwendung von PET-Flaschen kommt es häufig zu einem Eintrag von Acetaldehyd, das bei der Herstellung der Flaschen entsteht. Der EU-Grenzwert für Acetaldehyd ist 6000 Mikrogramm pro Kilogramm für Nahrungsmittel und wird in der Regel nicht annähernd erreicht. Die Mineralwasserhersteller setzen sich selbst einen Grenzwert von 10 µg/l, der allerdings teilweise deutlich überschritten wird. Insbesondere Eigenmarken diverser Discounter sind nach einer Studie der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2008 durchschnittlich höher belastet (mit bis zu 30,5 µg/l).[30] Der Grenzwert von 10 µg/l wird als Geschmacksschwelle angesetzt, ab der sich das Acetaldehyd mit einem fruchtig-aromatischen Geschmack bemerkbar macht, was als Geschmacksverfälschung angesehen werden kann. Das Acetaldehyd kann bei der Flaschenherstellung mit geeigneten Blockern neutralisiert werden, jedoch kommen diese bei Einweg-PET-Flaschen im Gegensatz zu Mehrwegkunststoffflaschen aus wirtschaftlichen Gründen seltener zum Einsatz.[31][32]

Statistische Daten

In den folgenden Tabellen stehen die Länder mit dem weltweit höchsten jährlichen Verbrauch von in Flaschen abgefülltem Wasser im Jahr 2007. Dazu zählt nicht nur Mineralwasser, sondern unter anderem auch Tafelwasser, Heilwasser und Sodawasser sowie die 20 größten Unternehmen am Mineralwassermarkt in Deutschland 2010 nach ihrem Umsatz.

Interessant ist außerdem die Tatsache, dass die Anzahl der Mineralwassermarken in den Vereinigten Staaten von Amerika von 1970 (16 Marken) über 1998 (50 Marken) bis 2012 (195 Marken) stark gestiegen ist.[33]

Höchster Gesamtverbrauch (2004)

Diese Länder verbrauchten 2004 das meiste Flaschenwasser.[34]

Rang

Land

Mio. Liter

1

Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten

25.766,1

2

Mexiko Mexiko

17.671,4

3

China Volksrepublik Volksrepublik China

11.886,6

4

Brasilien Brasilien

11.590,9

5

Italien Italien

10.653,7

6

Deutschland Deutschland

10.306,2

7

Frankreich Frankreich

8.544,8

8

Indonesien Indonesien

7.356,9

9

Spanien Spanien

5.502,1

10

Indien Indien

5.122,8

Sonstige Staaten

39.879,3

Weltweit

154,280.5

Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Pro-Kopf-Verbrauch von Mineral- und Heilwasser in Liter nach Angaben des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen, des österreichischen Fachverbandes der Nahrungs- und Genussmittelindustrie und des Verbandes Schweizerischer Mineralquellen und Soft Drink-Produzenten.[35][36][37]

Jahr
Deutschland Deutschland
Osterreich Österreich
Schweiz Schweiz

2016
148,2
91,6
114

2015
k. A.
93,7
115

2014
k. A.
90,5
111

2013
140,2
91,3
111

2012
137
91,3
110

2011
k. A.
89,2
111

2010
129,8
89,4
113

2009
130,6
89,2
115

2008
131,8
90,3
118

2007
126,1
93,2
121

2006
k. A.
85,8
120

2005
127,8
87,8
121

2004
126,7
88,8
118

2003
129,1
95,6
126

2002
115,2
89,8
108

2001
k. A.
85,0
106

2000
100,3
79,4
97,3

1995
k. A.
71,0
83,0

1990
82,7
67,5
69,2

1985
k. A.
47,0
k. A.

1980
39,6
33,0
39,6

1970
12,5
6,0
k. A.

Die größten Unternehmen am Mineralwassermarkt in Deutschland

Die 20 größten Unternehmen am Mineralwassermarkt in Deutschland 2010 nach ihrem Umsatz[38]

Unternehmen
Umsatz in Mio. Euro
(kursiv=geschätzt)

Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke (MEG)
383,0

Hansa-Heemann
294,0

Altmühltaler, Baruther, Breuna (Schäff)
268,0

Hassia-Gruppe
240,0

Nestlé Waters Deutschland
195,8

Gerolsteiner Brunnen
184,0

Danone Waters Deutschland
180,0

Franken Brunnen
159,0

Hövelmann-Gruppe (Rheinfels-Quelle)
147,6

Adelholzener Alpenquellen
131,0

Vilsa-Brunnen
130,0

Mineralquellen Wüllner (Carolinen)
126,0

Mineralbrunnen Überkingen-Teinach
125,0

Rhönsprudel
115,6

Coca-Cola (Apollinaris)
102,0

Hochwald-Sprudel Schupp
74,2

Refresco
66,2

Förstina
60,0

Bad Harzburger Mineralbrunnen
59,0

Gehring-Bunte
55,0

Die Marktanteile am österreichischen Mineralwassermarkt

Umsatzzahlen sind in Österreich nicht vergleichbar vorhanden. Diese Werte geben deshalb nur die abgefüllten Mengen an. Sie basieren auf einer Studie aus dem Jahr 2008.[39]

Marke

Menge in
Millionen Liter

Marktanteil**

Vöslauer

237,3

38,3 %

Römerquelle

150

17,2 %

Waldquelle

*

09,7 %

Gasteiner

45,5

3–4 %

Juvina

22

3–4 %

* Für Waldquelle liegen für das Jahr 2006 keine Werte vor.
** 12,3 % Marktanteil erreichen verschiedene Importmineralwässer

Abfüllmengen von Mineralwasser in Österreich

Jahr

Menge
(in Millionen Liter)[36]

Anteil (%)
Kohlensäurearm[36]

2001
641,7
23,9

2002
652,9
27,9

2003
708,9
29,6

2004
632,5
29,1

2005
644,3
34,9

2006
618,9
34,2

2007
679,3
35,0

2008
688,6
35,6

2009
681,4
37,6

2010
702,0
36,7

2011
717,0
38,5

2012
736,0
39,1

2013
770,7
38,8

2014
672,0
38,8

2015
715,9
42,7

Geschichte

1845, im Zuge der Gründung von Bad Gleichenberg als Kurort wurde beim weiteren Ausbau des Kurmittelhauses bei der Fassung einer Quelle ein Brunnen aus römischer Zeit ergraben. Im Brunnenschacht wurden 70 römische Münzen von 14 bis 284 nach Christi Geburt und 12 durch das Mineralwasser versteinerte Haselnüsse gefunden.

Aufgrund einer Vergiftungserkrankung, die er sich bei Versuchen mit Blausäure zugezogen hatte, beschäftigte sich der deutsche Arzt Friedrich Adolph Struve mit der Herstellung von künstlichem Mineralwasser. Nach mehreren Aufenthalten in Karlsbad und Marienbad eröffnete Struve 1821 in der Dresdner Seevorstadt die erste Trinkkuranstalt.

Verwandte Produkte

Quellwasser und Tafelwasser sind ebenfalls in der Mineral- und Tafelwasserverordnung definiert, sind aber kein Mineralwasser.
Ebenfalls vom Mineralwasser zu unterscheiden ist Heilwasser, das aufgrund einer Ausnahmeregelung ohne den Nachweis einer vorbeugenden, lindernden oder heilenden Wirkung als Arzneimittel zugelassen wurde. Der Mineralstoff- und Spurenelementegehalt von Heilwässern liegt in der Regel höher als bei natürlichen Mineralwässern.[40]
Sodawasser ist ein Tafel- oder Mineralwasser, das in Deutschland mindestens 570 mg/l Natriumhydrogencarbonat (Trivialbezeichnung „Natron“) sowie Kohlensäure enthält.

Verweise

Literatur

Claus Arius: Mineralwasser. Der Guide zu 170 Marken aus aller Welt. Wilhelm Heyne, München 1996, ISBN 3-453-09831-5.
Rose Marie Donhauser, Jerk Martin Riese: Die Welt des Wassers. Neuer Umschau Buchverlag, Neustadt an der Weinstraße 2009, ISBN 978-3-86528-666-6.
Ulrich Eisenbach: Mineralwasser – Vom Ursprung rein bis heute. Verband Deutscher Mineralbrunnen, Bonn 2004, ISBN 978-3-00-013857-7. 

Weblinks

www.gesetze-im-internet.de: Verordnung über natürliches Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser (PDF; 76 kB)
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Informationen zu Mineralwasser, Liste amtlich anerkannter Mineralwässer
www.forum-mineralwasser.at: Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, Forum natürliches Mineralwasser (Österreich)
www.chemieunterricht.de: Erklärungen und Experimente zum Thema Mineralwasser
www.oekotest.de: Mineralwasser, still – Rein gar nichts
Deutschlandfunk, Sendung Marktplatz, 20. Mai 2010, www.dradio.de: Kalorienarm und gesund – Mineralwasser als idealer Durstlöscher

Fußnoten

↑ Mineralwasser ist das einzige Lebensmittel, das erst nach amtlicher Anerkennung in den Verkehr gebracht werden darf, siehe Mineralwasser-Quiz.

↑ Carl Günther Ludovici: Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschafften und Künste… J. H. Zedler, 1733, S. 348. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche

↑ Stiftung Warentest: Mineralwasser im Test: Testergebnisse für 52 Classic- und Medium-Wässer. Artikel vom 27. Juni 2018 auf test.de

Kohlensäure – mehr als nur Sprudel: Perlende Erfrischung aus der Mineralwasserflasche. Presseinformation. Christian Arndt, IDM – Informationszentrale Deutsches Mineralwasser, 14. Oktober 2013, abgerufen am 29. November 2018. 

↑ 2009/54/EG

↑ Mineral- und Tafelwasserverordnung

↑ a b Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Bekanntmachung der in der Bundesrepublik Deutschland amtlich anerkannten natürlichen Mineralwässer (BVL 2015/01/003) vom 20. Februar 2015 (BAnz AT 23.03.2015 B8)

↑ Hubert Schneemann, Gisela Wurm: Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis. Folgebd. 1. Waren und Dienste. Springer 1995. S. 301.

↑ § 8, § 9 Mineral- und Tafelwasserverordnung bei juris.

↑ § 8 Mineral- und Tafelwasserverordnung bei juris.

↑ Helmut Heseker: Untersuchungen zur ernährungsphysiologischen Bedeutung von Trinkwasser in Deutschland (Memento vom 25. März 2010 im Internet Archive). Auf: Forum Trinkwasser, abgerufen am 20. November 2011 (archiviert).

↑ Violetta Simon: Hahn oder Flasche – Mineralwasser oder Leitungswasser? In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 2. Januar 2015. 

↑ Berliner Wasserbetriebe.

↑ Birgit Becke: Die Bioverfügbarkeit der Mineralstoffe aus Mineral- und Heilwässern Informationszentrale Deutsches Mineralwasser (IDM), Bonn. VDOE-Jahrestagung 2002 in Leinfelden-Echterdingen (Memento vom 21. April 2003 im Internet Archive)

↑ Stiftung Warentest: Blei im Trinkwasser – Alte Rohre müssen raus. In: test.de. 1. Dezember 2003, abgerufen am 2. Januar 2015. 

Frage- und Antwortkatalog zu Kupfer im Trinkwasser vom 23. April 2015.

↑ a b Foodwatch e. V.: Uran aus der Flasche. (Stand: Juli 2006), S. 1. (PDF; 713 kB).

↑ Herrmann H. Dieter, Christine Schulz: Uran im Trinkwasser. (PDF; 633 kB) In: telegramm: umwelt+gesundheit. Information des Umweltbundesamtes, Ausgabe 03/2008.

↑ Trinkwasserverordnung, Änderung vom 3. Mai 2011, S. 763 (PDF; 210 kB).

↑ a b c d Foodwatch e. V. – Uran aus der Flasche, (Stand Juli 2006), S. 5. (PDF; 713 kB).

↑ Foodwatch e. V. – Uran aus der Flasche, (Stand: Juli 2006), S. 7. (PDF; 713 kB).

↑ Foodwatch e. V. – Uran aus der Flasche, (Stand Juli 2006), S. 4. (PDF; 713 kB).

↑ Gesundheitsamt Bremen – Uran in Trink- und Mineralwasser (PDF; 127 kB), 2. Auflage, 03.2006, S. 1.

↑ Friedhart Knolle: … Vorkommen und Herkunft von Uran in deutschen Mineral- und Leitungswässern. Dissertation, TU Braunschweig, 2009.

↑ Darena Schymanski, Christophe Goldbeck, Hans-Ulrich Humpf, Peter Fürst: Analysis of microplastics in water by micro-Raman spectroscopy: Release of plastic particles from different packaging into mineral water. In: Water Research. Band 129, 2018, S. 154–162, doi:10.1016/j.watres.2017.11.011. 

↑ Allgemeine Verwaltungsvorschrift über die Anerkennung und Nutzung von natürlichem Mineralwasser (AVV, Anlage 1a).

↑ Ökotest Juli 2011 “Rein gar nichts”.

↑ Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Jahresbericht der Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg 2010, S. 58.

↑ N. Jungbluth: Vergleich der Umweltbelastungen von Hahnenwasser und Mineralwasser. In: Gas, Wasser, Abwasser Vol. 2006 (3): 215-219. (PDF; 1,3 MB).

↑ Stiftung Warentest: Natürliche Mineralwässer – Schlechte Noten für Discounter. In: test.de. 24. Juli 2008, abgerufen am 2. Januar 2015. 

↑ Es gibt da ein Problem. Natürliche Mineralwässer. In: Stiftung Warentest (Hrsg.): Test. August 2008, ISSN 0040-3946, S. 22–28. 

↑ Stiftung Warentest: Natürliches Mineralwasser. (Memento vom 20. September 2012 im Internet Archive) In: test vom 28. Juni 2012, abgerufen 10. Dezember 2012.

↑ Aichner, T. und Coletti, P. 2013. Customers’ online shopping preferences in mass customization. Journal of Direct, Data and Digital Marketing Practice, 15(1): 20-35.

CBC News In Depth: Consumers: Bottled water. CBC, 20. August 2008 (Quelle: Beverage Marketing Corporation) IN DEPTH Consumers – Bottled water – What’s in a label? (Memento vom 30. Oktober 2006 im Internet Archive)

Verband Deutscher Mineralbrunnen e. V. In: vdm-bonn.de. Abgerufen am 30. Oktober 2017. 

↑ a b c Mineralwasser Markt. In: forum-mineralwasser.at. Abgerufen am 30. Oktober 2017. 

Verband Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten. In: mineralwasser.swiss. Abgerufen am 30. Oktober 2017. 

Top 40 Mineralbrunnen 2011 – Rankings. In: lebensmittelzeitung.net. Abgerufen am 2. Januar 2015. 

↑ Daniela Hammer: Beurteilung der Qualität von österreichischen Mineralwässern. (PDF; 1,2 MB) Diplomarbeit, Oktober 2008, abgerufen am 5. Januar 2013.

Alle Heilwässer auf einen Blick. Deutsche Heilbrunnen im Verband Deutscher Mineralbrunnen e. V.

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Johannes Keplers Horoskop für Wallenstein, dem er hinzufügte: „Ich habe das Horoskop erst aufgestellt, als ich sicher war, daß meine Arbeit für jemanden berechnet war, der die Philosophie versteht und nicht unvereinbar dem Aberglauben unterlegen ist.“[1]

Das Horoskop (agr. ὥρα, hora, „Stunde“, und σκοπεῖν, skopéin, „beobachten“), u. a. auch Geburtsbild und in älterer Zeit Nativität genannt, ist das wichtigste Hilfsmittel der Astrologie.[2][3] Die Hauptelemente eines Horoskopes sind für gewöhnlich der Aszendent und das Medium coeli sowie die Horoskophäuser, Himmelskörper wie Sonne, Mond und Planeten und ihre Aspekte zueinander, die Tierkreiszeichen und Mondknoten.[4] Die Horoskopzeichnung zeigt in einer lediglich zweidimensionalen Perspektive das Sonnensystem aus geozentrischer Sicht (Erd-Sicht), wobei der Ort, für den das Horoskop erstellt wird, nach geografischer Länge und Breite berücksichtigt wird. Grundlagen sind astronomische Berechnungsmethoden der Himmelsmechanik. Früher wurden zur Berechnung die Ephemeriden und sogenannte Häusertabellen (zur Berechnung der Horoskop-Häuser) genutzt; heute wird meistens eine Astrologie-Software verwendet, die darauf zurückgreift.

Das Wort “Horoskop” meint in der Astrologie nur die Grafik und die tabellarische Abbildung, in der Öffentlichkeit werden darunter teils auch sogenannte Zeitungshoroskope (siehe Abschnitt Horoskoparten) verstanden.[5][6][7]

In einer bekannten Überprüfung mit einer Kontrollgruppe und ordnungsgemäßer Verblindung haben Geburtshoroskop-Deutungen keine über den Zufall hinausgehenden Treffer gezeigt.[8] Dies bestätigen diverse weitere wissenschaftliche Tests und Auswertungen auch für andere Horoskopdeutungen und Prognosemethoden wie Prognosen.[9] Darüber hinaus können Persönlichkeitsbeschreibungen und Vorhersagen so allgemein und vage gehalten werden, dass sich viele Menschen davon als zutreffend beschrieben fühlen, was als Barnum-Effekt bezeichnet wird.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte
2 Elemente
3 Behauptete Herleitung
4 Horoskoparten

4.1 Geburtshoroskop
4.2 Stundenastrologisches Fragehoroskop
4.3 Mundanhoroskop und politisches Horoskop
4.4 Komposit
4.5 Kombin
4.6 Synastrie

5 Die Horoskophäuser
6 Prognosemethoden mit Horoskopen
7 Wissenschaftliche Einordnung
8 Literatur
9 Weblinks
10 Einzelnachweise

Geschichte

Typische alte Form eines Geburtshoroskopes: Horoskop für Johannette Maria zu Wied (1615–1715), Tochter des Grafen Hermann II. zu Wied (1581–1631) und der Juliane Elisabeth zu Solms-Lich (1592–1649). Handschrift auf Papier, Obere Grafschaft Wied, 1615

Die Astrologie entstand antik zunächst als Mundanastrologie, seit dem Hellenismus kamen noch vor Christi Geburt die Astrologie-Bereiche der Geburtshoroskopie, der Katarchen-Horoskope für den besten Zeitpunkt eines öffentlichen oder privaten Handlungsbeginnes sowie das sogenannte thema mundi dazu, einer Art ‘Ur-Horoskop’ für den legendären Zeitpunkt der Welterschaffung.[10] Aktuell wird heute unter Astrologie meist nur die Geburtshoroskopie verstanden.

Als Horoskopus wurde in der Antike ursprünglich das gesamte, am Ost-Horizont aufsteigende Tierkreiszeichen und später ausschließlich der aufsteigende Ekliptikgrad am Osthorizont bezeichnet, der heute Aszendent genannt wird. Die Beobachtung des aufsteigenden Tierkreiszeichen hat seinen antiken Ursprung in der altägyptischen Beobachtung der am Ost-Horizont aufsteigenden sogenannten Dekane mit je 10° Ausdehnung, Sterngruppen, die die Zeitmessung erlaubten und von denen es in altägyptischer Zeit 36 gegeben hatte.
Wahrscheinlich überlagerten sich im 3. Jh. v. Chr. im Ptolemäischen Ägypten die 36 Dekane, mit je 10° Ausdehnung, mit den 12 babylonischen Tierkreiszeichen zu je 30’° Ausdehnung, welche seither jeweils drei Dekane enthalten.
Mit der Entwicklung des Aszendenten als Ausgangspunkt des ‘Gesamt’-Horoskopes wohl in der Zeit des Ptolemäischen Ägypten ebenfalls ab dem 3. Jhr. v. Chr. entstanden aus den 12 Tierkreiszeichen ab dem Aszendenten die frühesten Horoskop-Häuser bzw. ‘Orte’ im Horoskop, die also mit der Tierkreiszeichen-Abfolge ab dem Aszendenten identisch waren. Entsprechend findet man in den Horoskopen vor 200 n. Chr. bisher ausschließlich die Übereinstimmung der 12 Orte oder Häuser des Horoskopes mit den 12 Tierkreiszeichen im Horoskop.[11]

In der Gegenwartsastrologie wird die gesamte graphische Darstellung bzw. Zeichnung als Horoskop bezeichnet, die alle deutungsrelevanten Faktoren enthält und sich im Laufe der Geschichte sehr gewandelt hat.

Die bisher vermutlich älteste Horoskop-Grafik der westlichen Astrologie mit der Darstellung und Nennung des Aszendenten stammt aus der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts nach Chr., und wurde im 19. Jahrhundert in Ägypten gefunden.[12][13] Seit Ptolemäus hat sich die Verwendung des tropischen Tierkreises in der westlichen Hemisphäre durchgesetzt, der mit dem Frühlingspunkt beginnt, während in der „vedischen“ (indischen) Astrologie allerdings die Verschiebung des Frühlingspunktes seit dem Altertum ignoriert wird.

Elemente

Horoskope sind heute meist farbige Grafiken. Früher wurden in Europa – wie teilweise heute noch in Asien – die Himmelskörper in ein Quadrat eingezeichnet, während heute die Anordnung im Kreis üblich ist. In der westlichen Astrologie finden sich in einem Horoskop in der Regel folgende Hauptelemente:

Aszendent und Medium coeli bzw. die dazu gehörigen Horoskop-Achsen
Horoskop-Häuser
Himmelskörper (Sonne, Mond, Planeten oder in einigen Astrologieschulen auch Asteroiden und Zwergplaneten)
Linien zwischen den Himmelskörpern zur Bezeichnung von Winkelbeziehungen (sogenannte Aspekte)
Tierkreiszeichen (30°-Abschnitte des Zodiaks); damit verbunden die Elemente der Tierkreiszeichen
Mondknoten, aufsteigenden und absteigenden

Behauptete Herleitung

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Die Astrologie beruhte bis ins 18. Jh. vielfach auf der Annahme, dass es eine ‘physikalische’ Wirkung von Positionen und Bewegungen der Himmelskörper auf die sublunare Sphäre gäbe und damit auf die Erde sowie alle irdische Natur, dadurch auf die menschliche Gemeinschaft sowie letztlich die Menschen selbst.[14] Ab dem europäisch-christichen Frühmittelalter häufig unter dem Begriff der so genannten ‘natürlichen Astrologie’ geführt, sollten die Himmelskörper beispielsweise auf das Wetter, die Landwirtschaft und in der Medizin, auf alle materiell-körperlichen Dinge wirken. Auf der anderen, weit weniger eindeutig ‘physikalisch’ verstandenen Seite stand besonders die auch schon früher umstrittene Geburtshoroskop-Astrologie mit ihrer behaupteten Auswirkung auf das Leben der Menschen, die oft den Anspruch erhoben hatte, zukünftige Entwicklungen des individuellen menschlichen Lebens vorhersagen zu können und die in ihren Deutungen oft genug tatsächlich oder vermeintlich lang tradierte, weit zurück reichende Astrologie-Erfahrungen wiederholte. Ein eher esoterisches Verständnis, bereits aus dem Übergang zwischen Antike und Spätantike überliefert und vor allem ab dem 20. Jh. in der Astrologie wirksam, wird in der hermetischen Tabula Smaragdina als Analogiegesetz formuliert: „Wie oben, so unten.“[15] Diese Weltsicht war und ist wohl eher im weiteren Sinne religiöser Natur.[15]

So kann ein Geburtshoroskop nach Ansicht von Astrologen den Lebensplan (Anlagen, Chancen, Charakter, Schicksal) eines Menschen oder im Falle eines Ereignisses die Qualität der Zeit (Ursachen, Auswirkungen, Sinn) erklären helfen. Nach Meinung anderer Astrologen beschreibt die Zeitqualität beim Geburtsaugenblick eines Menschen (oder Gründungszeitpunkt auch einer Organisation wie bspw. ein Staat) vor allem jene Anfangsenergie, mit der ein Leben (oder z. B. ein Staat) beginnt. Insofern lassen sich demzufolge auch später noch Informationen über Grundeigenschaften und Entwicklungen ablesen, auf die immer wieder zurückgegriffen werden kann, solange ein Mensch lebt bzw. eine Organisation besteht. Der neu geborene Mensch werde auf allen Ebenen (körperlich, seelisch, geistig) einem Energiefeld ausgesetzt, das ihm sein Lebensthema mit auf den Weg gibt.

Das Geburtshoroskop als astrologische Charakteranalyse soll damit der Selbsterkenntnis dienen, zumindest entlang des modernen, westlichen und Ich-zentrierten Mainstreams der psychologischen Geburtshoroskop-Deutung. Die Mehrzahl der psychologisch orientierten Astrologen sieht in einem Horoskop ein geistig-symbolisches Modell, das sich auf der Grundlage von Synchronizität oder Gleichzeitigkeit nach Rhythmen orientiert. Dabei wird nicht in kausaler Logik gedacht, sondern in Analogien, wie auch in der Psychoanalyse, Traumanalyse und Graphologie.

Horoskoparten

Die charakterprägende Zeitqualität am Beispiel des Geburtshoroskopes von Barack Obama, der am 4. August 1961 um 19h24 in Honolulu geboren wurde. Äußerer Ring: 12 Tierkreiszeichen; innerer Ring: 12 Häuser mit den Symbolen verschiedener Gestirne. Rote Linien ~ disharmonische, grüne und blaue Linien ~ harmonische Winkel (Aspekte).

„Das Horoskop ist die astronomische Skizze der Himmelssituation im Augenblick der Geburt eines Menschen vom Geburtsort aus gesehen. Dieses Geburtsbild zeigt die Stellung der Gestirne in ihrem Lauf durch den Tierkreis sowie ihre Positionen in den Kraftfeldern/Sektoren/Zonen, auch Häuser genannt. […] Das Horoskop, auf einen Menschen bezogen, ist ein Deutungsmittel zur Erfassung der Persönlichkeit: in der psychologischen Praxis ein Persönlichkeitstest.“[16] Individuell berechnete Horoskope benötigen genaue Angaben von Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort.[17]

Zeitungshoroskope werten im Unterschied dazu lediglich das Tierkreiszeichen aus, in dem die Sonne bei der Geburt steht, sie sind daher aus astrologischer Sicht keine Horoskope und bieten auch keine Horoskop-Grafik. Der Astrologe und Psychoanalytiker Fritz Riemann kritisiert dies als Banalisierung der Astrologie, die mit Horoskopie nichts zu tun habe. Laut Riemann sprechen die Aussagen solcher Horoskope Wünsche und Erwartungen der Leser an oder geben verwaschene Warnungen.[18] Zeitungshoroskope enthalten allgemeingültige, vage Aussagen, welche vom Leser mit hoher Wahrscheinlichkeit als zutreffend erachtet werden (siehe Barnum-Effekt).

Geburtshoroskope und stundenastrologische Fragehoroskope gehören zur Individualastrologie, da sie sich mit dem einzelnen Menschen beschäftigen.[19] Synastrien, Komposite sowie Kombine sind Teil der Individualastrologie, wenn sie Geburtshoroskope verwenden. Mundanhoroskope und politische Horoskope sind Teil der Mundanastrologie, da sie sich mit kollektiven und natürlichen Ereignissen wie Wetter und Naturkatastrophen, mit Ländern und ihren Herrschern (als Teil eines Kollektives, einer Gemeinschaft), mit Gründungen von Staaten und Parteien, Wahlen und Währungseinführungen usw. beschäftigen.[20]

Geburtshoroskop

Der „Klassiker“ unter den Horoskopen: Unter der genauen Angabe von Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort wird die Radix (lat. „Wurzel“, Horoskop) berechnet. Entlang dem Mainstream der modernen, westlichen Geburtshoroskop-Astrologie könne man aus dem Geburtshoroskop Charakter und andere Persönlichkeitsmerkmale herauslesen. Ursprünglich wurde in frühen Epochen der menschlichen Geschichte – wie im alten Babylonien – aus der Beobachtung der Zusammenhänge zwischen den Himmelskörpern und Ereignissen des menschlichen Lebens das Schicksal der Betroffenen in knappen Sprüchen (‘Omen’-Astrologie) prophezeit. So wurde zum Geburtszeitpunkt eines Herrschers der Planetenstand festgehalten und es wurde versucht, daraus das Schicksal des Neugeborenen abzulesen. Besondere Planetenstellungen galten z. B. als Zeichen einer großen Macht des neuen Herrschers.

Stundenastrologisches Fragehoroskop

Stundenastrologisches Fragehoroskop, hier beispielsweise zur Frage: Werde ich meinen Arbeitsplatz verlieren?

Die Stundenastrologie ist ein sehr altes Teilgebiet der Astrologie, bei dem es darum geht, eine konkrete Frage aus einem Horoskop zu beantworten. Dieses wird für den Frage-Augenblick und (meist) auf den Ort des Astrologen erstellt. Meist beziehen sich die Fragen auf eine Entscheidung oder auf ein Ereignis, über das Unsicherheit herrscht, zum Beispiel im Bereich Gesundheit, Beruf, Partnerschaft oder Reise. Die Deutung erfolgt nach den Regeln der klassischen Astrologie. So wird beispielsweise nur mit den alten Herrschern der Tierkreiszeichen gearbeitet – wenngleich die modernen Planeten Uranus, Neptun und Pluto in der Deutung durchaus eine Rolle spielen können – und die Aspekte werden in „gute“ und „schlechte“ eingeteilt.

Bei der Deutung berücksichtigt der Astrologe i. d. R. nicht das Horoskop in seiner Gesamtheit, sondern in erster Linie spezielle Signifikatoren, die mit der Frage zusammenhängen. Das können nur wenige Planeten, Zeichen oder Häuser sein.

Mundanhoroskop und politisches Horoskop

Modernes Mundanhoroskop: Vereidigung von Donald Trump am 20. Januar 2017, 12h.

Mundanhoroskope und politische Horoskope werden für überpersönliche Ereignisse erstellt. Dazu gehören beispielsweise die Gründung eines Staates, einer Firma oder eines Vereins, einer Partei oder Organisation, Wahlen jeder Art, Aktienemissionen, Grundsteinlegungen und Krönungen, Eröffnungen von Veranstaltungen jeder Form, Vereidigungen und Amtseinführungen beispielsweise von Politikern, Schiffstaufen und Währungseinführungen, Inbetriebnahmen von technischen Einrichtungen, Attentate und Katastrophen usw.[21] Wie beim Geburtshoroskop braucht man dafür einen Ort und exakten Zeitpunkt. Die Deutungen dieser Horoskope unterscheiden sich grundsätzlich erheblich von Geburtshoroskop-Deutungen, aber auch von den Deutungen eines stundenastrologischen Fragehoroskops. Sie setzen daher spezielle Kenntnisse voraus.

Gerade mundanastrologische Prognosen zum Jahresanfang und Deutungen von Mundanhoroskopen sorgen immer wieder für Schlagzeilen in den Medien. Systematische Überprüfungen der Prognosen zeigen, dass publizierte mundanastrologische Prognosen allermeist falsch lagen.[22]

Komposit

In der praktischen Astrologie ist ein Komposit (oder Composit) ein aus 2 oder mehr Horoskopen erzeugtes Beziehungs- oder Partnerhoroskop, das errechnet wird aus dem arithmetischen Mittel der räumlichen Positionen von jeweils 2 gleichen Planeten. Ist beispielsweise A die Koordinate des Planeten Venus von Person 1 und ist B die Koordinate der Venus bei Person 2 so ist die Koordinate der Venus im Komposit-Chart (A + B) / 2. Bei diesem Verfahren entstehen aufgrund des 360°-Kreises des Horoskopes zwei Mittelpunkts-Positionen zwischen den beiden gemittelten Horoskopfaktoren, eine im kürzen und eine im längeren Weg zwischen den beiden Horoskopfaktoren, wobei im Komposit nun die Mittelpunkts-Position des kürzeren Weges berücksichtigt wird.
Das Komposit ist ein künstliches, fiktives Horoskop, es führt zudem speziell bei der Stellung von Venus und Merkur im Komposit zu tatsächlich nicht möglichen Elongationen zur Komposit-Sonne. Weil es auf keinen real möglichen Daten beruht, können mit dem Komposit-Horoskop kaum Methoden und Prognose-Methoden genutzt werden, die vom Komposit abgeleitet werden müssten.

Kombin

Ein Kombin ist in der Astrologie ein Partnerschaftshoroskop, das errechnet wird aus dem arithmetischen Mittel der Geburtszeiten und der Koordinaten der Geburtsorte zweier Personen, wodurch sozusagen eine neue, reale Geburtszeit samt Geburtsort, ein neues, eigenständiges ‘Geburtshoroskop’ entsteht. Mit dem Kombin soll das Ziel einer Beziehung zweier Individuen gedeutet werden; es wird wie ein übliches Geburtshoroskop verwendet, z. B. bei der Berechnung von Transit, Solar-Horoskopen und Sonnenbogen-Progression etc. Es stellt neben Komposit und Synastrie eine der Methoden der Beziehungs-Astrologie dar und ist etwas schwieriger zu berechnen.

Synastrie

Synastrie der Geburtshoroskope zweier Personen: Loki Schmidt (aussen) und Helmut Schmidt (innen). Rote Linien ~ disharmonische, grüne und blaue Linien ~ harmonische Winkel (Aspekte) zwischen den Gestirnen der beiden Horoskope

Das Wort Synastrie wird vom griechischen Präfix syn (zusammen) und dem griechischen Wortstamm astro (Stern) abgeleitet. Synastrien sind keine eigenständige Horoskopart, sie werden aus zwei oder mehr Horoskop-Abbildungen erstellt. Werden die Geburtshoroskope zweier Menschen übereinander gelegt, es können auch mehr Geburtshoroskope sein, dann spricht man häufig von einem Synastrie-Chart oder einem Partnerbild.

Bei der Synastrie-Deutung werden zwei Geburtshoroskope errechnet und verglichen. Dabei wird das Horoskop der Person B um das Horoskop der Person A gelegt. Nun werden die Aspekte zwischen den Planeten und Horoskop-Achsen wie Aszendent und Medium coeli beider Horoskope errechnet. Zudem wird geschaut, in welche Häuser und auf welche Achsen des zweiten Horoskops Planeten und Achsen des ersten fallen und umgekehrt. Die Aspekte beider Partner zeigen dabei z. B. den Energiefluss zwischen ihnen auf. Eine Synastrie kann man für alles erstellen, das miteinander in Beziehung steht, beispielsweise für Mutter und Kind, für Geschwister, Kollegen, Freunde oder für ein Liebespaar.

Die Horoskophäuser

Der genaue Zeitpunkt und der geographische Ort, für den ein geozentrisches Horoskop berechnet wird, bestimmen die Position der „Häuser“, auch Felder genannt, die sich aus der Momentaufnahme der Erdrotation errechnet. Die Häuser sind die Darstellung des geozentrischen Blickwinkels von einem geographischen Punkt aus auf den Tierkreis. Der Ekliptikgrad, der gerade über den Horizont steigt, wird Aszendent (Asz.) genannt und markiert den Beginn des ersten Hauses. Es folgen drei Häuser bis zum Punkt der unteren Kulmination des Tierkreises, das heißt dem tiefsten Punkt unter dem Horizont, dann drei Häuser bis zum gerade untergehenden Punkt des Tierkreises (Deszendent, DC), drei Häuser zur oberen Kulmination, und schließlich drei Häuser zurück zum Aszendenten. Wegen des Winkels von rund 23° 26′ zwischen der Erdbahn-Ebene und dem Äquator sind die Häuser im Allgemeinen auf der Ekliptik unterschiedlich groß.

Je nach astrologischer Schule oder Richtung werden die Häuser teilweise nach verschiedenen Systemen berechnet, die zu abweichenden oder sogar sich widersprechenden Aussagen führen können. Es gibt mindestens ein duzend, wahrscheinlich mehr als 20 bis womöglich 50 verschiedene Häusersysteme bzw. Häusereinteilungen.[23] Ein Häusersystem ist jenes nach Campanus von Novara, andere nach Porphyrios und Regiomontanus, Placidus de Titis oder Walter Koch.[24] Beim äqualen System werden die Häuser vom Aszendenten aus gleich groß in 30°-Abschnitten dargestellt. Bei den anderen Systemen sind die Häuser je nach der verwendeten Projektionsebene unterschiedlich groß. Der Aszendent markiert die Spitze des ersten Hauses, von welchem aus man nun die übrigen, gegen den Uhrzeigersinn, zählt. Die Häuser folgen der Reihe nach aufeinander als 1. bis 12. Haus.

In der Spätantike wurden z. B. bei Vettius Valens im 2. Jh. n. Chr. folgende Bedeutungen bzw. Lebensbereiche der Häuser für die Deutung von Geburtshoroskopen angegeben:[25]

I Leben, Lebenszeit, Atem der Seele,
II Vermögen, Zufluss von Besitz,
III Brüder, Ort der Göttin/Königin, Tat,
IV Leben der Eltern, Verborgenes, Grundlagen, Besitz, Funde,
V Kinder,
VI Verletzung, Leiden, schädliche Ursache,
VII Ehe,
VIII Tod,
IX Fremde, König, Seherkunst, Handelsgeschäfte,
X Ansehen/Würde, Handeln, Eltern,
XI ‘Guter Geist’, Freunde, Begierde, Erwerb,
XII Feinde, Diener, bösartige Anklage.

Im 17. Jh. nennt der Astrologe William Lilly für die Häuser folgende Bedeutungen beim Geburtshoroskop:[26]

I Leben des Menschen, Körperbau und Gestalt,
II beweglicher Besitz, Wohlstand, Glück, Gewinn, Verlust, Gehilfen,
III Brüder, Schwestern, Verwandtschaft, Nachbarn, kleine Reisen, Briefe, Gerüchte, Botschafter, häufige Umzüge,
IV Vater, Häuser, Wohnungen, Landbesitz, versteckte Schätze, Gärten, Felder, Städte,
V Kinder, Feste, Spiele, Tavernen, Botschafter,
VI Diener, Krankheiten, Haustiere, Bauern und Tagelöhner,
VII Ehe, Liebesangelegenheiten, Ehefrau, offene Feinde, Rechtsprozesse, Streitereien,
VIII Tod, Vermächtnis, Testament, Erbe,
IX große/lange Reisen, Religion, Geistliche, kirchliches Leben, Träume, fremde Länder, Studien, Bücher,
X Könige, Prinzen, hoher Adel, Richter, hohe Beamte, Obrigkeit, Auszeichnungen, Beförderung, Ämter, Würde, Beruf.
XI Freunde, Hoffnung, Vertrauen, Staatskasse, Ratsversammlungen, Berater des Königs,
XII private/geheime Feinde, Hexen, großes Vieh, großes Leid, Gefangennahme, Betrübnis.

Eine typische Häuserdeutung innerhalb des Mainstreams der modernen, psychologisch orientierten Geburtshoroskop-Deutung bietet der Astrologe Akron:[27]

I Durchsetzung, Ego, physische Aggressivität,
II Inbesitznahme, Abgrenzung, Ansammlung von Materie,
III Ausdruckfähigkeit, Lernprozess, Kommunikation
IV Gefühle, Familie, Kindheit,
V Kreativität, Selbstpräsentation, Sexualität,
VI Pflichtbewusstsein, Analyse, soziale Anpassung,
VII Kontaktfähigkeit, Partnerschaft, Harmonieempfinden,
VIII Partnerbindung, Du-Fixierung, emotionale Kontrolle,
IX Lebensphilosophie, Lebenssinn, geistige Entwicklung,
X Anerkennung, Recht und Ordnung, Verantwortung, Elternrolle,
XI Brüderlichkeit, Gleichheit, Zerbrechen der Form,
XII Versenkung, Auflösung, Einsamkeit, Stille.

Prognosemethoden mit Horoskopen

Das Solar-Horoskop bzw. Solar ist die derzeit in der westlichen Horoskop-Astrologie vermutlich am häufigsten verwendete Prognosemethode mit einem Horoskop. Meist wird es auf Basis eines Geburtshoroskopes erstellt. Der früher manchmal genutzte Begriff der ‘Solar-Revolution’ macht deutlicher, dass das Solarhoroskop für den Augenblick der exakten Wiederkehr der laufenden Sonne zur Sonnen-Position im Geburtshoroskop berechnet wird. Mit dem exakten Wiederkehrzeitpunkt der laufenden Sonne wird entweder auf den Geburtsort oder häufig auf den aktuellen Wohnort des Betroffenen, der Betroffenen, ein eigenständiges Horoskop, eine eigenständige Horoskopgrafik konstruiert. Nach astrologischer Tradition soll es mit zeitlichen Übergängen von bis zu drei Monaten für astrologische Vorhersagen zu Ereignissen und Lebensentwicklungen von Geburtstag zu Geburtstag reichen. Das Solar wird vielfach sowohl für sich interpretiert wie in Synastrie mit dem Geburtshoroskop.[28]

Häufig wird auch das Lunar oder Lunarhoroskop für astrologische Vorhersagen genutzt, wie beim Solar meist von Geburtshoroskopen abgeleitet. Berechnungsgrundlage ist dabei der exakte Wiederkehrzeitpunkt des laufenden Mondes auf die Position des Mondes im Geburtshoroskop. Darauf wird ein eigenständiges Horoskop erstellt, wie beim Solar meist für den Geburtsort oder den aktuellen Wohnort. Das Lunar ist nach astrologischer Überlieferung und Praxis mehr für ‘Feinprognosen’, besonders zur emotionalen bzw. inneren Entwicklung des Betroffenen entsprechend den astrologischen Qualitäten des Mondes, im Zeitraum von Mond-Wiederkehr zu Mond-Wiederkehr geeignet, also für vier Wochen. Vielfach wird es, analog zum Solar, eigenständig wie auch in Synastrie mit dem Geburtshoroskop gedeutet.[29][30]

Im progressiven Horoskop, Progression, ist eine zeitliche Entsprechung zu finden. Danach entspricht der erste Lebenstag (24 Stunden) nach der Geburt dem ersten Lebensjahr (365 Tage). Der 30. Lebenstag entspricht dem 30. Lebensjahr usw. Die Positionen nach der Geburt von Sonne, Mond, Mondknoten, MC und Aszendent sowie der Planeten lassen sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt berechnen und ergeben ein neues Horoskop. Es heißt progressives Horoskop und wird oft auch in Synastrie mit dem Geburtshoroskop gedeutet. Die progressiven Stände von Sonne, Mond und MC symbolisieren auch Zeitanzeiger für das Jahr (Sonne p), für den Monat (Mond p) und für den Tag (MC p).

Sonnenbogen-Direktion: Sonne progressiv ist eine Sonnen-Position. Ein Tag des Lebens von Geburt an wird wie ein Lebensjahr gewertet; der erste Tag des Lebens entspricht dem ersten Jahr. Der siebte Tag dem siebten Jahr usw. Jede Position, welche die Sonne in Tagen nach der Geburt erreicht, heißt progressiver Sonnenstand. Der Winkelabstand zwischen Sonne radix und Sonne progressiv heißt Sonnenbogen. Dieser ist für jeden Menschen der individuelle Direktionsbogen. Mit dem Sonnenbogen werden alle Radix-Faktoren dirigiert. Entsprechend wird die Sonnenbogen-Direktion meist mit dem Geburtshoroskop kombiniert, in Synastrie gesetzt, weil im Sonnenbogen-Horoskop selber sich aufgrund des – für alle Horoskop-Faktoren wie den Planeten und Häusern – gleichen Sonnenbogens weder die Hausstellung der Planeten, noch die Aspekte zwischen ihnen ändern.

Begründet wird die Sonnenbogen-Direktion mit der Annahme, dass die Sonne alles Körperliche als Form oder Gefäß symbolisiert. Für den Menschen symbolisiert die Sonne den ganzen Körper mit allen physischen, geistigen und seelischen Merkmalen. Der Körper trägt die Seele des Menschen. Deshalb gehören Körper und Seele zusammen. Der Mensch auf der Erde macht die Reise (Bewegung) der Erde um die Sonne mit. Darum dürfen mit dem Sonnenbogen alle anderen Radix-Faktoren dirigiert werden.[31]

Wissenschaftliche Einordnung

Die Tradition der Erstellung von Horoskopen beruht auf der Vorstellung, aus der Position und Bewegung der Himmelskörper könnten Rückschlüsse auf zukünftige Ereignisse und auf die Persönlichkeit eines Menschen gezogen werden. Diese Annahme galt bis ins 17. Jahrhundert hinein als wissenschaftlich plausibel. So war etwa der Astronom Johannes Kepler nebenher auch als Astrologe tätig. Ab dem 17. Jahrhundert kam jedoch im Zuge der Aufklärung eine Skepsis gegenüber dieser Sichtweise auf, und die Astrologie verlor recht schnell ihren Status als Wissenschaft und wurde dem Aberglauben zugerechnet. Die dem Horoskop ursprünglich zugrunde liegende Vorstellung vom Aufbau des Universums und den Wirkkräften ist inzwischen überholt.

Als Reaktion auf den neuerlichen Boom der Astrologie seit den späten 1960er Jahren wurden wissenschaftliche Studien durchgeführt, in denen Aussagen von Astrologen, welche diese aufgrund der Deutung von Geburtshoroskopen machten, überprüft wurden. Eine der bekanntesten Untersuchungen ist der Doppel-Blindtest von Shawn Carlson, der 1985 in der Fachzeitschrift Nature publiziert wurde.[32] Hier, wie bei allen anderen bekannten wissenschaftlichen Tests, zeigen Geburtshoroskop-Deutungen keine über den Zufall hinausgehende Treffer.[33][34] Zudem wird beispielsweise ein Geburtshoroskop von verschiedenen Astrologen und Astrologie-Richtungen öfter teils recht unterschiedlich gedeutet, teils sogar gegensätzlich gedeutet. Daher dient die Erstellung und Deutung von Horoskopen bzw. Geburtshoroskopen aus wissenschaftlicher Sicht nicht der Gewinnung von Erkenntnissen. Geburtshoroskop-Deutungen – und vorhergesagte Ereignisse – basieren meist auf so allgemeingültig und ungenau gefassten Deutungsaussagen, dass sich viele Menschen davon als zutreffend beschrieben fühlen, was als Barnum-Effekt bekannt wurde.[35]

Literatur

Andrea Bachmann-Stein: Horoskope in der Presse. Ein Modell für holistische Textsortenanalysen und seine Anwendung. Lang, Frankfurt am Main [u. a.] 2004 (= Arbeiten zu Diskurs und Stil, Band 8); zugleich Diss. Saarbrücken 2004, ISBN 3-631-53526-0
Katja Furthmann: Die Sterne lügen nicht: Eine linguistische Analyse der Textsorte Pressehoroskop. V & R Unipress, Göttingen 2006, ISBN 978-3-89971-323-7
Stephan Heilen: ‘Hadriani genitura’ – Die astrologischen Fragmente des Antigonos von Nikaia. Walter de Gruyter, Berlin 2015.
James Herschel Holden: A History of Horoscopic Astrology. American Federation of Astrologers, Tempe 2006.
Andreas Hergovich: Die Psychologie der Astrologie. Verlag Hans Huber, Bern 2005.
Otto Neugebauer; Henry-Bartlett van Hoesen: Greek Horoscopes. American Philosophical Society, Philadelphia 1959.
John David North: Horoscopes and history. Warburg Inst., Univ. of London, London 1986, ISBN 0-85481-068-4 (Warburg Institute surveys and texts / University of London 13)
Francesca Rochberg: Babylonian horoscopes. American Philosophical Society, Philadelphia, PA 1998, ISBN 0-87169-881-1 (Transactions of the American Philosophical Society 88,1)

Weblinks

 Wiktionary: Horoskop – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Horoscopes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Peter Hartmann: Tiefschlag für Horoskope. In: wissenschaft.de. 2006, abgerufen am 13. Dezember 2018. 
Violetta Simon: Warum Horoskope immer stimmen. In: Süddeutsche Zeitung. 27. Januar 2012, abgerufen am 13. Dezember 2018 (Interview mit Katja Furthmann über Presse-Horoskope). 
Klaudia Einhorn: Was Sie in Astrologiebüchern nicht finden werden. Verein Kuffner-Sternwarte, 30. Mai 2009, abgerufen am 16. April 2010. 
Gertrud Hürlimann: Astrologie. Ein methodisch aufgebautes Lehrbuch. Astrodienst AG, 2016, abgerufen am 13. Dezember 2018 (Beispiel für eine Einführung in die Horoskopdeutung). 

Einzelnachweise

↑ Lars Steen Larsen/Erik Michael/Per Kjærgaard Rasmussen: Astrologie – Von Babylon zur Urknall-Theorie, Böhlau Verlag Wien/Köln/Weimar 2000, Seite 119, ISBN 3-205-99186-9

↑ Das altgriechische Wort ὡροσκόπος (horoskopos) bezeichnete ursprünglich nur den aufsteigenden Ekliptikgrad (Aszendent) für einen bestimmten Augenblick und Ort bei einem Geschehen, z. B. für die Geburt eines Menschen.

↑ Der Begriff Kosmogramm wird hauptsächlich in der Kosmobiologie verwendet und bildet keine Horoskopgrafik in einem 360°-Kreis ab, hat entsprechend keine ‘Häuser’ und klassischen Aspekte.

↑ Jürgen Hamel: Begriffe der Astrologie. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2010, S. 302, Stichwort ‘Horoskop’.

↑ Artikel ‘Horoskop’ im astrologischen Online-Lexikon ‘Astrowiki’; abgerufen am 1. Dezember 2018.

↑ Artikel ‘Das Horoskop und die Deutung’ des astrologischen Verlages und astrologischen Beratungsunternehmens ‘Astrodata’; abgerufen am 1. Dezember 2018.

↑ Siehe dazu auch eine Umfrage von 2001 des Institut für Demoskopie Allensbach, Zukunft in den Sternen?; abgerufen am 1. Dezember 2018.

↑ Shawn Carlson: A double-blind test of astrology. In: Nature. 318, Nr. 6045, 1985, S. 419–425. bibcode:1985Natur.318..419C. doi:10.1038/318419a0.

↑ Einen detaillierten Überblick zu den Publikationen empirischer, wissenschaftlicher Überprüfungen bis zum Jahr 2005 bietet Hergovich, Andreas: Die Psychologie der Astrologie. Verlag Hans Huber, Bern 2005, ISBN 3-456-84195-7, S. 85–135. 

↑ Wolfgang Hübner: Astrologie. In: Hubert Cancik, Helmuth Schneider (Hrsg.): Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike. Band 2. Stuttgart 1997. S. 123 f.

↑ Stephan Heilen: ‘Hadriani genitura’ – Die astrologischen Fragmente des Antigonos von Nikaia. Walter de Gruyter, Berlin 2015. S. 637f, S. 691, S. 693.

↑ Otto Neugebauer; Henry-Bartlett van Hoesen: Greek Horoscopes. American Philosophical Society, Philadelphia 1959, S. 18.

↑ Artikel zum ältesten Horoskop mit Nachzeichnung, abgerufen am 3. Januar 2017

↑ Jürgen Hamel: Begriffe der Astrologie. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2010, S. 134, Stichwort ‘Astrologie’.

↑ a b Annelies van Gijsen: Astrology I: Introduction. In: Dictionary of Gnosis and Western Esotericism, Hrsg. Wouter J. Hanegraaff, Leiden 2006, S. 109 f.

↑ Gertrud I. Hürlimann: Astrologie: Ein methodisch aufgebautes Lehrbuch, Oesch Verlag Zürich 2002, 10. Aufl., Seite 18f, ISBN 3-0350-1501-5

↑ Beispiel einer Horoskopberechnung, Autorin ist die Astrologin Gertrud Hürlimann, abgerufen am 9. Dezember 2018.

↑ Fritz Riemann: Lebenshilfe Astrologie – Gedanken und Erfahrungen, dtv Deutscher Taschenbuch Verlag 2005 (20. Aufl.), Seite 47, ISBN 3-423-34262-5

↑ Jürgen Hamel: Begriffe der Astrologie. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2010, S. 310, Stichwort ‘Individualastrologie’.

↑ Jürgen Hamel: Begriffe der Astrologie. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2010, S. 424, Stichwort ‘Mundanastrologie’.

↑ Bernhard Firgau: Praxisbuch Mundanastrologie. Chiron Verlag, Tübingen 2007. S. 13ff.

↑ Siehe beispielsweise
die Prognosenauswertung 2016 der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V., abgerufen am 15. Dezember 2018. Die Auswertung enthält u. a. mundanastrologische Prognosen.

↑ Andreas Hergovich: Die Psychologie der Astrologie. Verlag Hans Huber, Bern 2005, S. 74.

↑ James Herschel Holden: A History of Horoscopic Astrology. Tempe/ USA 2006, S. 65, S. 144 f., S. 158, S. 187 f., S. 261.

↑ Otto Schönberger, Eberhard Knobloch: Vettius Valens. Blütensträusse. Scripta Marcaturae Verlag, St. Katharinen, 2004. S. 328–329.

↑ William Lilly: Christliche Astrologie. Buch 1 und 2. Chiron Verlag, Tübingen 2007. S. 70–76.

↑ Akron: Das Astrologie-Handbuch. Charakteranalyse und Schicksalsdeutung. Hugendubel, München 1995. Einband-Innenseite vorne.

↑ Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. C.H.Beck Verlag, München 2003. S. 28.

↑ Jürgen Hamel: Begriffe der Astrologie. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2010, S. 380, Stichwort ‘Luanarhoroskop’.

↑ Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. C.H.Beck Verlag, München 2003. S. 28.

↑ Alfred Witte: Das progressive Jahreshoroskop. „Astrologische Blätter“, Linser-Verlag, Leipzig, 6. Jahrgang, Heft 2, Mai 1924, Seite 38. Und in Alfred Witte: Der Mensch – eine Empfangsstation kosmischer Suggestionen. Ludwig Rudolph (Witte-Verlag), Hamburg 1975, Seite 97. ISBN 3-920807-11-1

↑ Carlson Shawn: A double-blind test of astrology. In: Nature. 318, Dezember 1985, S. 419–425. doi:10.1038/318419a0.

↑ Zu den wissenschaftlichen Überprüfungen von Geburtshoroskop-Deutungen siehe den Übersichtsartikel des Sozialwissenschaftlers und Astrologiekritikers Edgar Wunder in der populärwissenschaftlichen Zeitschrift Gehirn&Geist, 2008, Heft 3: Die Kunst der Sterndeuter. Abgerufen am 3. Dezember 2018.

↑ Andreas Hergovich, Die Psychologie der Astrologie, Verlag Hans Huber, Bern 2005, bietet einen umfangreichen und immer noch aktuellen Überblick zu den empirischen Forschungsbemühungen zwecks Überprüfung astrologischer Aussagen, speziell auch zu Geburtshoroskop-Deutungen, in deutscher Sprache.

↑ O. J. Mason, K. Budge: Schizotypy, self-referential thinking and the Barnum effect. In: Journal of behavior therapy and experimental psychiatry. Band 42, Nummer 2, Juni 2011, S. 145–148, ISSN 1873-7943. doi:10.1016/j.jbtep.2010.11.003. PMID 21315874.

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Produktionssparte Zierpflanzenbau: Beet- und Balkonpflanzen, hier Kultur von Impatiens Neu-Guinea-Hybriden im Gewächshaus

Unter Gartenbau, auch Hortikultur (von lateinisch hortus „Garten“ und lateinisch cultura „Bearbeitung, Pflege, Ackerbau“) genannt, werden alle Berufe zusammengefasst, die in irgendeiner Form mit der lebenden Pflanze zu tun haben und nicht zur klassischen Feldwirtschaft zählen.

Die gartenbauliche Pflanzenproduktion geschieht meist in umfriedeten Gärtnereien, der landwirtschaftliche Ackerbau dagegen auf Feldern in der freien Landschaft. Betriebswirtschaftlich unterscheidet sich der Gartenbau durch intensivere Kulturverfahren und den wesentlich höheren Flächenertrag von der Landwirtschaft. Durch den großmaßstäblichen Anbau von klassischen Gartenbaupflanzen (wie etwa Beerenobst, Heilpflanzen oder Zierblumen) und intensiven Anbau klassischer Feldfrüchte (etwa in der Entwicklung neuer Anbaukonzepte in der Dritten Welt) gibt es heute keine scharfe Unterscheidung der beiden Zweige der Agrarwirtschaften. Welche Pflanzen zum Feld- und welche zum Gartenbau gezählt werden, hängt auch mit den regionalen Wirtschaftsformen zusammen und ist weltweit unterschiedlich.

Der pflanzenbauliche Teil des Gartenbaus gehört wie die Landwirtschaft volkswirtschaftlich zur Urproduktion, die gärtnerische Verwendung der Pflanzen durch Floristen, Landschaftsgärtner und Friedhofsgärtner zählt zum Dienstleistungssektor der Volkswirtschaft.

Inhaltsverzeichnis

1 Gartenbau in Deutschland

1.1 Organisationen
1.2 Anbauflächen des Gartenbaus
1.3 Gemüsebau
1.4 Obstbau
1.5 Blumen- und Zierpflanzenbau

1.5.1 Friedhofsgärtnerei

1.6 Baumschulen

1.6.1 Allgemeines
1.6.2 Gütebestimmungen
1.6.3 Wirtschaftskraft der Baumschulen in Deutschland (Stand 2004)

1.7 Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau
1.8 Der Markt für gartenbauliche Produkte
1.9 Der Markt für Obst und Gemüse
1.10 Eine Übersicht über die Vermarktung gartenbaulicher Erzeugnisse
1.11 Erwerbsgartenbau

2 Gartenbau in Österreich

2.1 Struktur
2.2 Fachsparten

2.2.1 Blumen- und Zierpflanzenbau
2.2.2 Baumschule
2.2.3 Gemüsebau

2.3 Organisationen
2.4 Ausbildung

3 Gartenbau in der Entwicklungszusammenarbeit
4 Geschichte
5 Literatur
6 Siehe auch
7 Einzelnachweise
8 Weblinks

Gartenbau in Deutschland

Der Gartenbau erzielt in Deutschland auf etwa 1 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche 10 % des Wirtschaftsvolumens der gesamten Landwirtschaft. Die Haus- und Kleingartenfläche übertrifft die Anbaufläche des Erwerbsgartenbaus in Deutschland um ein Vielfaches. In den Niederlanden macht der Gartenbau und die anhängigen Branchen und Dienstleistungen ca. 18 % des Bruttosozialproduktes aus.

Im Jahr 2003 betrug der Produktionswert der gartenbaulichen Dienstleistungen in Deutschland 5,2 Mrd. Euro. Dabei fielen auf den Bereich Garten- und Landschaftsbau 77 % und die Friedhofsgärtnereien erwirtschafteten die übrigen 23 %.

2003 erzeugten Garten- und Obstbauprodukte einen Produktionswert in Höhe von 4,6 Mrd. Euro. Den stärksten Anteil wiesen die Schnittblumen und Zierpflanzen auf. Gefolgt von Gemüse, Baumschulerzeugnissen und Obst.

Das Deutsche Gartenbaumuseum in Erfurt zeigt die historische Entwicklung des Gartenbaus in Mitteleuropa. Es befindet sich auf dem Gelände der traditionsreichen Erfurter Gartenbauausstellung, so ist die Stadt insgesamt stark durch den Gartenbau geprägt. Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau hat hier seinen Sitz, zudem bietet die Fachhochschule Erfurt den Studiengang Gartenbau an.

Organisationen

Unterschieden werden können die Organisationen des Gartenbaus in Hobby- und Erwerbsgartenbauverbände.

Erwerbsgartenbau:
Die wichtigsten Berufsverbände für den Erwerbsgartenbau in Deutschland sind der Zentralverband Gartenbau (ZVG), der einen Großteil der Erwerbsverbände des Gartenbaus vereinigt und der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL).

Auf europäischer Ebene ist der ZVG dem Comité des organisations professionnelles agricoles (COPA) angeschlossen. International ist der Berufsstand durch die Association Internationale des Producteurs de l’Horticulture/ International Organization of Horticultural Producers (AIPH)vertreten.

Der Gärtnernachwuchs wird auf Bundesebene durch die Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner (AdJ) repräsentiert. Auf europäischer Ebene gibt es den Jugendverband Communautè Europèenne des Jeunes de L’Horticulture/ European Community of Young Horticulturists (CEJH).

Daneben gibt eine Reihe von weiteren Arbeitskreisen, Interessengemeinschaften und Gesellschaften zu Spezialthemen innerhalb der Branche.

Auch gibt es eine Reihe von Forschungs- und Fachbehörden, die auf Bundes- und Länderebene existieren. Häufig ist dabei der Gartenbau den Landwirtschaftsressorts zugeordnet.

Drei Universitäten und sechs Fachhochschulen/Hochschulen für angewandte Wissenschaft in Deutschland bieten den Studiengang Gartenbau an. Bis zur Umsetzung des Bologna-Prozesses schlossen diese Studiengänge mit den akademischen Graden Dipl.-Ing. (FH) an Fachhochschulen und mit dem Dipl.-Ing. agr. bzw. Dipl.-Ing. univ. an Universitäten ab. Beide Hochschultypen bieten nun im Zuge der Umsetzung des Bologna-Prozesses Bachelor- und Masterstudiengänge an.

Auf Landesebene existieren Beratungsorganisationen des Staates (Offizialberatung), wie z. B. Landwirtschaftskammern im Norden Deutschlands oder Landwirtschaftsverwaltungen im Süden. Angegliedert an diese berufsständischen oder staatlich getragenen Einrichtungen sind häufig Fachschulen. An diesen Fachschulen können Abschlüsse als Meister (einjährige Ausbildung) oder Techniker (zweijährige Ausbildung) im Produktionsgartenbau (Gemüsebau, Obstbau, Zierpflanzenbau, Staudengärtnerei oder Baumschule, Friedhofsgärtnerei) oder im Garten- und Landschaftsbau absolviert werden. Nach einer Promotion kann der Dr. rer. hort. erworben werden – auch andere Titel sind üblich.

Anbauflächen des Gartenbaus

Seit der Wiedervereinigung beträgt die Fläche der Bundesrepublik Deutschland 357.000 km²; davon sind rund 55 % Landwirtschaftsfläche, 30 % Waldfläche und 10 % Siedlungs- und Verkehrsfläche. Die Böden variieren von leichten Sandböden über fruchtbare Löß- und Lehmböden zu schweren Marsch- und Tonböden. Deutschland liegt in einer gemäßigten Klimazone. Der maritime Einfluss des Golfstromes nimmt nach Osten hin ab, was bewirkt, dass die Niederschläge sinken und die Einstrahlung und Temperaturamplitude zwischen Sommer und Winter zunehmen. Diese Bedingungen erlauben es, ein breites Sortimentsspektrum anzubauen. Für die Anbaugebiete ist aber auch die Spät- und Frühfrostgefahr, ausreichende Vegetationsdauer, Stand der technischen Mittel (Gewächshaus) und Verbrauchernähe ausschlaggebend.

Anbaustruktur im Gartenbau 2003

Deutsche Gartenbaubetriebe nutzen rund 1,3 % der gesamten landwirtschaftlich bewirtschafteten Fläche. Im Jahr 2003 erreichte die gartenbaulich genutzte Fläche eine Größe von 2.245 km².

Für die Produktion von Zierpflanzen und Schnittblumen verwendete man eine Gesamtfläche von 95,45 km². Die restliche Fläche wurde für Baumschulen, Obstanlagen und private Gärten genutzt.

An der Produktion sind neben den Haupterwerbsbetrieben landwirtschaftliche Betriebe und Nebenerwerbs-Gartenbaubetriebe beteiligt. Die Gesamtzahl, der an der Produktion teilnehmenden Betriebe verringerte sich seit 1961 um etwa 2/3. Der Grund für diese Entwicklung ist die Konzentration und Spezialisierung der Haupterwerbsbetriebe und der starke Konkurrenzdruck, dem die kleineren Betriebe nicht mehr gewachsen sind.
Während die Anzahl der Betriebe schrumpft, nimmt die Flächengröße der einzelnen Betriebe zu, was dazu führte, dass 1994 die gleiche Fläche bewirtschaftet wurde wie 1961.
Die Unterglasflächen nahmen zunächst in den 60er Jahren stark zu. Doch wegen der starken Erhöhungen der Energiepreise und des verschärften Wettbewerbs hat sich die Entwicklung verlangsamt.
Die Anzahl der Arbeitskräfte hat sich unter anderem wegen der starken Rationalisierung und Mechanisierung verringert.

Gemüsebau

In Deutschland umfasst die Gesamtfläche der Gemüseproduktion rund 1006 km². Damit wird im Gemüseanbau derzeit ein Selbstversorgungsgrad von fast 40 % erreicht, wobei der durchschnittliche Deutsche im Jahr knapp 94 kg Gemüse verzehrt, Tendenz steigend. Die Erlöse des bundesweiten Gemüsebaus betragen jährlich etwa 1,3 Milliarden Euro.

Anbauflächen der wichtigsten Gemüsearten im Freiland. Nicht beschriftet sind die Balken für Weißkohl (oben) und Spargel (unten). (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Freilandanbau:

Trotz seines sehr kurzen Angebotszeitraumes im Frühjahr stellt der Spargel mit über 150 km² Anbaufläche den Schwerpunkt des Freilandanbaus dar, gefolgt von Möhren, Weiß- und Blumenkohl. Die Produktionsflächen der weiteren Gemüsearten wie Spinat, Gurken oder Kopfsalat liegen jeweils deutlich unter 50 km².

Regional betrachtet sind die meisten Gemüseanbaubetriebe in Nordrhein-Westfalen zu finden. Die gesamte Niederrheinebene zeichnet sich durch mildes Klima und sehr gute Böden aus, besonders die Produktion für den Frischmarkt wird dort in großem Umfang betrieben. Ein weiteres Zentrum des deutschen Gemüsebaus befindet sich in der Vorderpfalz, wo aufgrund leichter, schnell erwärmbarer Böden und günstiger Klimabedingungen der Anbau von Frühgemüse sehr verbreitet ist.
Um Hannover und Braunschweig ist das größte Spargelanbaugebiet Deutschlands angesiedelt, die Region Dithmarschen in Schleswig-Holstein ist für ihren großräumigen Kohlanbau bekannt.

Anbauflächen der wichtigsten Gemüsearten unter Glas (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Unter-Glas-Anbau:

Viele Gemüsearten müssen aufgrund der Klimaverhältnisse in Deutschland grundsätzlich oder zumindest außerhalb der Saison in Gewächshäusern angebaut werden. Dies gilt besonders für wärmebedürftige Arten wie Tomaten oder Gurken, aber auch Feld- und Kopfsalat werden häufig unter Glas angebaut. Der Gewächshausanbau im Winter rentiert sich allerdings nicht, da das Strahlungsangebot zwischen November und Januar nicht ausreicht, um eine Produktion ohne zusätzliche Beheizung zu gewährleisten. Die größte Unter-Glas-Fläche wird in Baden-Württemberg mit 459 ha bewirtschaftet, gefolgt von Bayern (257 ha).

Obstbau

Die deutschen Obstanbaugebiete umfassen mit knapp 69.000 ha über 30 % der gesamten gartenbaulichen Produktionsfläche. Im Durchschnitt verzehrt jeder Bundesbürger etwa 100 kg Frischobst jährlich, wobei der Verbrauch in den letzten Jahren aufgrund gestiegenen Gesundheitsbewusstseins der Konsumenten stark zugenommen hat. Die unterschiedlichen Klima- und Bodenansprüche der Obstarten erfordern eine genau überlegte Standortwahl, weswegen sich der erwerbsmäßige Anbau von Frischobst innerhalb der Bundesrepublik auf einige günstige Gebiete konzentriert. Die größte zusammenhängende Obstbaufläche Deutschlands befindet sich in Niedersachsen an der Elbe. Dort im Alten Land herrschen mit einer Jahresmitteltemperatur von 7,5 °C und einer Niederschlagsrate von mehr als 700 mm/J optimale Klimabedingungen für den Anbau von Äpfeln, Kirschen und Beerenobst, auch die dort vorherrschenden Flussmarschböden sind bestens für diese Arten geeignet.

Obstanbaufläche für den Verkaufsanbau

Mit über 31.000 ha Anbaufläche liegt der Apfel weit vor allen anderen heimischen Obstarten. Er stellt keine hohen Temperaturansprüche (7,5 °C Jahresmittel), dafür verlangt er eine ausreichende und gleichmäßige Wasserversorgung und humusreiche, gut durchlüftete Böden. Die bedeutendsten Apfelanbaugebiete sind das Alte Land in Niedersachsen, die Obstregion Bodensee und das Gebiet um Meckenheim in Nordrhein-Westfalen.

In ihren Ansprüchen den Äpfeln sehr ähnlich, jedoch empfindlicher gegen Spätfröste sind Süß- und Sauerkirschen. Sie werden vorwiegend in Hessen in der Nähe von Kassel und um Wiesbaden aber auch im Alten Land produziert.

Der Anbau von Tafel- und Edelbirnen ist in Deutschland regional stark begrenzt, da Birnen ein mildes Weinbauklima verlangen (Jahresmitteltemperatur mindestens 9–9,5 °C) und aufgrund ihrer sehr frühen Blütezeit extrem spätfrostgefährdet sind. Sie werden deshalb fast ausschließlich in einigen Teilen Baden-Württembergs angebaut, z. B. in der Obstregion Neckar und in der Oberrheinebene, die mit 10 °C Jahresdurchschnittstemperatur bundesweit das wärmste Anbaugebiet ist.

Die Temperaturansprüche der Pflaumen und Zwetschen sind wie bei Äpfeln und Kirschen nicht besonders hoch, sie bevorzugen ebenfalls nährstoffreiche Böden mit gutem Wasserspeichervermögen und werden unter anderem in der Obstregion Neckar in Baden-Württemberg produziert.

Baumobst überwiegt deutlich vor Erdbeeren und Strauchbeerenobst mit nur 11 % bzw. 4 % der Anbauflächen

Beim Beerenobst sind vor allem Erdbeeren mit über 13.000 ha Anbaufläche sehr verbreitet. Sie können unter Flachabdeckungen schon sehr frühzeitig kultiviert werden und stellen außer einer ausreichenden Wasserversorgung keine besonderen Anforderungen. Erdbeeren werden verstärkt in Niedersachsen um Oldenburg, in Schleswig-Holstein bei Lübeck und in Mecklenburg-Vorpommern produziert.

Der Anbau von Strauchbeerenobst ist in fast allen Anbaugebieten in kleinerem Umfang vertreten, da die meisten Arten eine große Anbaubreite aufweisen. Ausgenommen sind Kulturheidelbeeren, da diese einen sehr niedrigen pH-Wert verlangen und damit eine sehr sorgfältige Düngung voraussetzen. Sie werden z. B. in der Lüneburger Heide kultiviert.

Blumen- und Zierpflanzenbau

Vor allem in Gewächshäusern aber auch im Freiland wird von deutschen Zierpflanzengärtnern ein breites Sortiment an grünen und blühenden Topfpflanzen, Grünpflanzen, Beet- und Balkonpflanzen sowie Schnittblumen kultiviert. Durch den Wechsel der Pflanzen ins Gewächshaus können mit der sog. Treiberei den Kunden bereits wesentlich vor der eigentlichen Vegetationsperiode blühende bzw. vorgetriebene Pflanzen angeboten werden (z. B. Christrosen, Frühblüher, Fliederzweige).[1]

Bei den Zierpflanzenbaubetrieben muss unterschieden werden zwischen Produktionsbetrieben mit indirektem Absatz. Diese produzieren ein bis mehrere Arten und Sorten und verkaufen ihre Pflanzen an Wiederverkäufer wie Versteigerungen, Großmärkte, Gartencenter, Baumärkte, den Lebensmitteleinzelhandel oder an Einzelhandelgärtnereien. Produktionsbetriebe sind aufgrund ihrer Spezialisierung oft stark mechanisiert und automatisiert.

Die zweite Gruppe sind so genannte Endverkaufsbetriebe mit einem Direktabsatz an Kunden. Sie produzieren zum Teil eine große Vielfalt an Pflanzen und verkaufen diese an Privatkunden. Das Sortiment wird ergänzt durch Zukauf. Dazu zählen Hartwaren wie Terrakotta, aber auch Stauden, Gehölze, Obstbäume, Gemüsejungpflanzen und Kräuter. Die Beratung und der Verkauf stehen wegen des direkten Kontaktes zum Kunden im Vordergrund. Viele Gartenbaubetriebe sind historisch gewachsen und bedienen beide Schienen – Produktion für den Großhandel und Endverkauf.

Zierpflanzen werden in ganz Deutschland angebaut. Regionale Schwerpunkte des Zierpflanzenbaues gibt es nicht. Während in Nordrhein-Westfalen eher Produktionsbetriebe vorherrschen, die Gartencenter und Versteigerungen beliefern, findet man in Bayern noch sehr viele Endverkaufsbetriebe.

Rangliste der verwendeten Pflanzenarten nach Einsatzgebiet in Deutschland

In der Gartenbauerhebung des statistischen Bundesamtes wurden zuletzt 5882 Zierpflanzenbaubetriebe in Deutschland gezählt. Dort arbeiteten zuletzt rund 41.000 Menschen.

Friedhofsgärtnerei

In Deutschland gibt es auf rund 32.000 Friedhöfen rund 35 Millionen Gräber. Etwa 18 % der Gräber werden von Gärtnern gepflegt. Sie übernehmen die Planung, die Anlage und wie oben erläutert die Pflege. Dabei gilt es, Kundenwünsche und gärtnerische Richtlinien für die Grabgestaltung umzusetzen. Es kommt bei der Grabanlage und der jahreszeitlichen Wechselbepflanzung auf eine standortgerechte Auswahl des Pflanzensortiments an. Viele Bürger schließen einen Dauergrabpflege-Vertrag ab und geben die Verantwortung in die Hände der Friedhofsgärtner.

Ende 2004 bestanden zirka 265.000 Verträge mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 16,2 Jahren. Um den Kunden die Gewähr zu leisten, dass die Verträge erfüllt werden, überwachen regionale Treuhandanstalten die Arbeit der Friedhofsgärtner. Friedhofsgärtner übernehmen immer mehr die allgemeine Grünpflege auf den Friedhöfen.

Baumschulen

Allgemeines

In den Baumschulen wachsen viele Millionen Nadel- und Laubgehölze pro Jahr heran. Viele Baumschulen haben sich auf eine bestimmte Art bzw. auf eine bestimmte Kultivierung spezialisiert. So sind viele verschiedene Baumschulen entstanden, die in ihrem Sortiment ein Spektrum von über 200.000 verschiedenen Artikeln vermarkten. Je nach Spezialisierung der Baumschule werden so Gehölze produziert, die dann entweder als Sämling oder als mehrjähriger Allee- oder Parkbaum verkauft werden. Hierbei gibt es die Möglichkeit sich auf verschiedene Laubgehölze oder Nadelgehölze zu konzentrieren, die dann als Blüten- oder Ziergehölz für Parkanlagen, öffentliche Anlagen und private Gärten genutzt werden. Des Weiteren werden in speziellen Baumschulen Obstgehölze herangezüchtet. Hierbei kann es sich um Kern-, Stein-, Beerenobst oder um Nüsse handeln. Eine andere Art von Baumschulen konzentriert sich auf Wildgehölze, die zur Renaturierung und zur Begrünung von Straßenrändern und Flüssen ihre Pflanzen züchten und vermarkten.
Baumschulen, die Forstgehölze als Produktionsschwerpunkt haben, dienen der Holzproduktion oder einer nachhaltigen Forstwirtschaft.

Die Produktion innerhalb der Baumschule folgt dem Leitbild einer umweltschonenden Produktion. Es sollen hochwertige Produkte erzeugt werden und dabei umweltschonend mit der Natur und den Ressourcen umgegangen werden. Deshalb ist es wichtig den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu senken und biologische und mechanische Pflanzenschutzmaßnahmen zu etablieren. Es ist die Aufgabe der Baumschule, gesunde und möglichst widerstandsfähige Gehölze an den Verbraucher weiterzugeben, damit Probleme an den neuen Standorten möglichst gering gehalten werden.

Innerhalb einer Baumschule sind folgende Tätigkeiten zu erbringen:

Bodenbearbeitung / Vermehrung / Topfen / Wässern / Züchtung / Pflanzarbeiten / Düngen / Schnittmaßnahmen / Sortieren / Roden / Pflanzenschutz / Lagerung / Beratung / Vermarktung / Verkauf / Transport / Versand / Schulung / Buchführung

Es werden verschiedene Vermehrungsmethoden angewandt, damit eine qualitativ hochwertige Pflanze produziert werden und später vermarktet werden kann.

Im Bund deutscher Baumschulen (BdB) sind die bedeutendsten Baumschulunternehmen organisiert. Die ungefähr 1400 BdB-Betriebe ziehen jährlich Millionen Laub- und Nadelgehölze heran, die dann speziell nach ihrem Verwendungsbereich vermarktet werden.

Gütebestimmungen

In Deutschland wird die Gehölzqualität durch die „Gütebestimmung für Baumschulpflanzen“ gewährleistet. Die Trägerschaft „Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V.“ erarbeiten dabei die Gütebestimmungen. Diese Gütebestimmungen werden ständig aktualisiert. Dabei müssen verschiedene Normen und Vorschriften eingehalten werden. In verschiedenen Sichtungsgärten im gesamten Bundesgebiet koordiniert das Bundessortenamt eine Gehölzsichtung, um verschiedene Gehölze in unterschiedlichen Klimagebieten zu beobachten und speziell Neuheiten sowohl für die Produktion, als auch für die spätere Verwendung zu bewerten.

Um dem Kunden eine gute Qualität zu gewährleisten, vergibt der „Bund deutscher Baumschulen“ an seine Mitgliedsfirmen geschützte Qualitätszeichen, um geprüfte Baumschulprodukte zu kennzeichnen. Die Kunden können dann von gesunden und gut wachsenden Pflanzen ausgehen, die auf ihre Sortenechtheit und Sortenreinheit getestet wurden.
Um dieses geschützte Qualitätszeichen zu erhalten und zu bewahren, werden die Baumschulen / -produkte in regelmäßigen Abständen auf Qualität ihrer Produkte geprüft und können sich dann „Deutsche Markenbaumschule“ nennen. Alle Betriebe die zum Bund deutscher Baumschulen gehören, erfüllen die Anforderungen des Verbandes in Qualität und Produktion.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal gibt es speziell für Rosen. Das Qualitätssiegel ADR-Rose kann eine Rose erhalten, wenn sie nach einem Prüfverfahren positiv in Hinblick auf Gesundheit, Blüte, Duft, Blühverhalten und Wuchs abschneidet. Diese Prüfung kann dabei über Jahre andauern, um alle zu beachtenden Faktoren zu ermitteln.
100 verschiedene Rosen dürfen mittlerweile dieses Qualitätszeichen tragen.

Wirtschaftskraft der Baumschulen in Deutschland (Stand 2004)

Von 3398 Baumschulunternehmen in Deutschland (2004) waren 2400 Vollerwerbsbetriebe.
Die Gesamtproduktionsfläche betrug 25.520 Hektar, davon:

Obstgehölze 1049 Hektar
Ziergehölze 11310 Hektar
Forstpflanzen 2519 Hektar
Nadelbaumgehölze für Weihnachtsbaumkulturen 2537 Hektar
Rosen 570 Hektar
Sonstige Kulturen 7535 Hektar

Die Baumschulbetriebe zählten zusammen 32.500 Beschäftigte und 1.729 Auszubildende. Die Produktionsleistung entsprach einem Gesamtproduktionswert von 1,3 Mrd. €; der jährliche Produktionsumfang betrug:

Obstgehölze: 29.506.000 Pflanzen
Ziergehölze: 241.556.000 Pflanzen
Forstgehölze: 770.652.000 Pflanzen

Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau

Der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, in der Branche meist kurz GaLaBau genannt, befasst sich im Gegensatz zu allen anderen hier behandelten Arten des Gartenbaus nicht mit der Pflanzenproduktion, sondern mit dem Bau, der Umgestaltung und der Pflege von Grün- bzw. Freianlagen.

Der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau errichtet und pflegt unter anderem:

die Außenanlagen von Wohngebäuden, öffentlichen Gebäuden (Krankenhäuser, Schulen, Kirchen, etc.) und von Industrie- und Gewerbebauten; inklusive Dach- und Fassadenbegrünungen,
sonstige öffentliche und private Grünflächen, wie Gärten, Parkanlagen, Friedhöfe, Freizeit- und Sportplätze (Spielplätze, Freizeitanlagen, Grüngürtelbereiche, Tennis- und Fußballplätze, kombinierte Sportanlagen, Golfanlagen, etc.), Straßen- und Wege-Begleitgrün, Teichanlagen und Bachläufe.

Neben Neuanlagen und Umgestaltungen sind GaLaBau-Betriebe speziell auch für Baumpflege, Maßnahmen für Natur- und Umweltschutz, Landschaftspflege und gelegentlich für den Winterdienst im Straßenraum zuständig.

Auftragsstruktur des Garten- Landschaftsbaus 2003 (Quelle: Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau)

Im GaLaBau sind Fachverbände (z. B. in Deutschland der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau) entstanden, um mit verbandseigenen Zeichen auf eine gute Qualität aufmerksam zu machen. Aufgrund schwerer werdender Rahmenbedingungen und dem steigenden Wettbewerbsdruck wird es immer schwieriger, sich als Einzelunternehmen zu behaupten. Die größte Anzahl an Aufträgen der GaLaBau-Betriebe kommt aus dem privaten Bereich. Die Projekte der öffentlichen Hand weisen dafür allerdings oft eine größere Bausumme auf als die der Privaten.

Der Markt für gartenbauliche Produkte

Im Gartenbau unterscheidet man die Erzeuger-, Großhandel, Zwischenhandel und Einzelhandelsstufe. Circa 6,7 Mrd. Euro wurden 2009 in Deutschland, gemessen an den Einzelhandelspreisen, auf dem Markt für Schnittblumen und Zierpflanzen ausgegeben. Weitere 1,9 Mrd. Euro wurden im Markt für Stauden, Zier und Obstgehölze umgesetzt (Quelle: AMI GmbH).

Deutschland belegt weltweit einen Spitzenplatz beim Verbrauch von grünen Erzeugnissen. Das Inlandsvolumen, auf der Basis des Erzeugerpreises, liegt bei rund 2,9 Mrd. Euro.
Zirka 36 % aller auf dem deutschen Markt verkauften Schnittblumen und Zierpflanzen kommen aus heimischer Produktion. Der größere Teil aber wird aus den Niederlanden importiert. Ein kleinerer Teil stammt aus zahlreichen anderen Ländern. Diese Länder übernehmen die Deckung des Marktes in den Wintermonaten, wenn die äußeren Einflüsse eine rentable heimische Produktion in Frage stellen. Es werden Schnittblumen aus „Israel, Ecuador, Kolumbien, Kenia und weiteren Ländern eingeführt, die nicht der Europäischen Union angehören.“.

In Deutschland besitzen gartenbauliche Produkte einen hohen Stellenwert. Diese Wertschätzung spiegelt sich auch in der beachtlichen Steigerung der Pro-Kopf Ausgaben für Schnittblumen und Zierpflanzen. In den letzten 25 Jahren gab es eine Zuwachsrate von 44 % auf 84 Euro pro Einwohner. Jährlich gibt der durchschnittliche Bundesbürger 14 Euro für Baumschulprodukte (ohne Forstgehölze) aus. Im Jahr 2004 besuchten 69 % der Bundesbürger ein Blumenfachgeschäft, eine Gärtnerei, eine Baumschule oder ein Gartencenter. „Dies ergab die Untersuchung der privaten Ausgaben für Blumen und Pflanzen von 10.000 repräsentativ ausgewählten Personen, welche die Gesellschaft für Konsumforschung im Auftrag der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft jährlich durchführt.“

Der Markt für Obst und Gemüse

Obst und Gemüse sind unerlässliche Bestandteile unserer Nahrung. Ernährungswissenschaftler fordern einen größeren Anteil an Obst und Gemüse in unserer Nahrung ein. Der verstärkte Verzehr von Obst und Gemüse reduziert das Risiko an verschieden Leiden, wie Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen zu erkranken. Seit Beginn der neunziger Jahre ist in der Bundesrepublik ein steigender Pro-Kopf-Verbrauch an Obst und Gemüse festzustellen. Der jährliche Verbrauch allein von Gemüse liegt bei 99,6 kg je Einwohner (Stand: April 2018)[2]. Das liegt aber immer noch unter der Menge, die Ernährungswissenschaftler fordern.

Im Vergleich zu anderen Ländern Europas liegt Deutschland mit seinem Verbrauch an Obst und Gemüse auf einem hinteren Rang.

„Der Selbstversorgungsgrad, d. h. der Anteil der Inlandserzeugung am Gesamtverbrauch, ist abhängig von der Erntemenge und unterliegt daher jährlichen Schwankungen.“ Etwa 18 % des verbrauchten Obstes, einschließlich tropischer Früchte werden in Deutschland produziert. Dazu zählen nicht die Erträge aus Streuobstbeständen, aus Haus- und Kleingärten. In der Gemüseproduktion liegt der Selbstversorgungsgrad sehr viel höher, bei 40 %. Daraus ergibt sich, dass zur Ergänzung unserer heimischen Produktion ein Gros aus dem Ausland eingeführt wird. Zirka 4,3 Millionen Tonnen Frischgemüse und Gemüse für den Konservenmarkt werden in Deutschland jährlich importiert. Diese Lieferungen belaufen sich auf einen Wert von circa 4,0 Mrd. Euro. Die wichtigsten Lieferanten für Frischgemüse sind die Niederlande, Spanien und Italien. Eine Festsetzung gemeinschaftlicher und internationaler Vermarktungsordnungen für Obst- und Gemüseprodukte sichert Marktdurchsichtigkeit und fairen Handel. Dies gilt für den Binnenmarkt genauso, wie für den Handel mit dem Ausland.

Eine Übersicht über die Vermarktung gartenbaulicher Erzeugnisse

Seit längerem ist eine immer stärkere Konzentration der Märkte für Obst und Gemüse auf immer weniger Einkaufszentralen des Lebensmittelhandels zu beobachten. Heutzutage vertreiben zirka 90 % der Produzenten ihre Produkte auf diese Weise. Auch bei Topfpflanzen und Schnittblumen ergibt sich eine verstärkte Absatzkonzentration auf den Sortimentshandel, Baumärkte und Einzelhandelsketten. Im Straßenhandel und im Markthandel gingen Marktanteile verloren. Bisher halten sie aber noch die Hälfte des Marktes auf der Einzelhandelsstufe. An Bedeutung haben Baumärkte und Gartencenter auch für den Absatz von Baumschulprodukten gewonnen.

Um einen Gegenpol gegenüber den umsatzstarken Marktpartnern zu bilden und um eine große Anzahl mit gleich bleibender Qualität zu einem bestimmten Zeitpunkt zu liefern, bedarf es einer Bündelung der Kleinbetriebe mit entsprechender Koordination und Information. Leistungsfähige Erzeugerorganisationen sind die Antwort auf die Ballung auf der Einzelhandelsstufe und die Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit inländischer Erzeuger gegenüber dem wachsenden Importangebot.

Die Bundesregierung hat diese Entwicklung erkannt und fördert vorhandene Erzeugerorganisationen und deren Bildung. Nach den Regelungen der Gemeinsamen europäischen Marktorganisation für Obst und Gemüse werden insbesondere folgende von den Erzeugerorganisationen durchgeführte Maßnahmen gefördert:

Verbesserung der Qualität der Erzeugnisse,
Einführung umweltgerechter Wirtschaftsweisen,
Verbesserung der Marktstellung der Erzeugerorganisationen (z. B. Marketing)
Bündelung des Angebots (z. B. Verbesserung der angebotsseitigen Marktposition)

Auch Einzelhandelsgärtnereien schließen sich in Erzeugerorganisationen zusammen, um somit eine bessere Marktstellung zu erhalten.

Erwerbsgartenbau

Kultur von Impatiens Neu-Guinea-Hybriden im Gewächshaus

Man unterscheidet im deutschen Erwerbsgartenbau heute folgende Sparten:

Produktionsgartenbau:
Blumen- und Zierpflanzenbau
Baumschule
Obstbau
Staudenbau
Gemüsebau inklusive gärtnerische Sonderkulturen (Heilpflanzen-, Gewürzpflanzen- und Pilzanbau)
Handels- und Dienstleistungsgartenbau:
gärtnerischer Einzelhandel (Gartenfachgeschäft, Blumenladen), Gartencenter, Samenhandlungen und Großhandel
Garten- Landschafts- und Sportplatzbau
Friedhofsgärtnerei

Die früher eigenständige Sparte „Samenbau und Pflanzenzüchtung“ wurde inzwischen in die einzelnen Produktionsgartenbausparten integriert. Die Floristik wird zum Handwerk gezählt.

Gartenbau in Österreich

In Österreich zählen die Produktion von Pflanzen und Gemüse im Gewächshaus und das Baumschulwesen zum Gartenbau. Im Gegensatz zu anderen Ländern gehört Obstbau in Österreich nicht zum Gartenbau. Im Vergleich zur restlichen Landwirtschaft sind die Kulturverfahren intensiver und die Flächenerträge höher. Die Produkte des Gartenbaus zählen zu den landwirtschaftlichen Urprodukten.

Struktur

Gartenbau ist in Österreich eine sehr klein strukturierte Branche, die in von 1982 bis 2010 einem stetigen Wandel unterlag. Während sich die Betriebszahl dramatisch um 36 % reduzierte, ging die gärtnerisch genutzte Fläche weniger stark zurück (−14 %). Von diesem Strukturwandel sind jedoch nicht alle Bundesländer in Österreich gleich betroffen. Im österreichischen Gartenbau sind ca. 9.700 Personen beschäftigt. Davon sind 7.000 Personen familienfremd. Jährlich stehen 750 Lehrlinge in einem Ausbildungsverhältnis.

Anzahl der Gartenbaubetriebe von 1982–2010

Bundesland
2010
2004
1998
1992
1982

Burgenland
74
38
54
74
75

Kärnten
76
83
97
131
147

Niederösterreich
346
356
483
576
574

Oberösterreich
206
169
234
251
264

Salzburg
45
58
84
94
102

Steiermark
270
234
311
377
321

Tirol
78
96
124
123
123

Vorarlberg
56
52
71
84
64

Wien
263
347
439
541
579

Österreich gesamt
1.440
1.444
1.897
2.251
2.249

Gartenbauliche Fläche in ha von 1982–2010

Bundesland
2010
2004
1998
1992
1982

Burgenland
119,84
65,70
42,91
63,50
52,29

Kärnten
56,06
73,95
92,27
151,06
125,30

Niederösterreich
515,58
545,97
670,74
734,51
720,71

Oberösterreich
584,02
500,28
658,57
631,74
471,65

Salzburg
51,89
82,09
92,91
79,99
61,56

Steiermark
361,00
241,91
320,45
328,64
271,05

Tirol
31,23
44,21
78,16
80,89
76,59

Vorarlberg
40,54
48,49
92,82
65,70
42,63

Wien
383,84
568,71
677,78
759,91
666,25

Österreich gesamt
2.144,01
2.171,31
2.726,61
2.895,94
2.488,03

Fachsparten

Blumen- und Zierpflanzenbau

Verkaufsgewächshaus mit Beet- und Balkonblumen

Zierpflanzengärtner produzieren ein- und mehrjährige Pflanzen und Schnittblumen im Gewächshaus und im Freiland. 2010 gab es 730 Gärtnereien mit der überwiegenden Produktionsrichtung Blumen und Zierpflanzen. Damit sank die Anzahl der Betriebe von in sechs Jahren um 15 %. Die Betriebe bewirtschaften eine Fläche von 400 ha (-32 ha gegenüber 2004). Zierpflanzengärtner finden sich gleichermaßen in allen neun Bundesländern.

Etwa 50 % der Betriebe sind ausschließlich Produktionsbetriebe, die als landwirtschaftliche Betriebe von der Landwirtschaftskammer vertreten werden. Die andere Hälfte sind Produktionsbetriebe mit gärtnerischem Gewerbe in den Bereichen Gartengestaltung, Grünraumpflege, Friedhofsgärtnerei und Blumenbinderei (Floristik), die zusätzlich von der Wirtschaftskammer vertreten werden.

Man unterscheidet zwischen Produktionsbetrieben, die ihre Ware an Handelsketten, den (Blumen-)Handel, über Großmärkte oder über Erzeugerorganisationen vermarkten und Endverkaufsbetrieben, die die Pflanzen direkt an den Endkunden verkaufen. Die Zuordnung der Betriebe ist nicht immer eindeutig, da oft beide Schienen bedient werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern herrscht in Österreich der Endverkaufsbetrieb vor. Mehr als 80 % der Betriebe vermarkten ihre Ware ausschließlich oder zumindest teilweise direkt an den Endverbraucher. Der Vertrieb von Produktionsbetrieben über Erzeugerorganisationen ist bedeutungslos und über den Großmarkt verkaufen fast nur Betriebe in Wien und dem angrenzenden Niederösterreich. Große Produktionsbetriebe in Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und Wien verkaufen oft direkt an Handelsketten oder an Endverkaufsgärtnereien.

Der Produktionsschwerpunkt liegt bei den Zierpflanzengärtnern bei den Topfpflanzen und dort im Speziellen bei den Beet- und Balkonblumen. Obwohl die Nachfrage nach Beet- und Balkonblumen vielfältiger geworden ist, bilden Pelargonien und Begonien noch immer die wichtigsten Pflanzengruppen. Im Frühjahr und im Herbst zählen Violen und Primeln zu den Hauptprodukten der Gärtner und im Winter Weihnachtssterne und Topfchrysanthemen. Die Bedeutung der Produktion von Topfkräutern und Gemüsejungpflanzen ist steigend.

Schnittblumen und Schnittgrün werden in Österreich nur in geringem Umfang – meistens für die betriebseigene Binderei – produziert. Gärtnereien, die sich auf die Produktion von Schnittblumen spezialisiert haben, sind in Österreich selten geworden. Die Hauptkulturen sind im Freiland Schnittsträucher, Schnittgrün, Rosen, Trockenblumen und Dahlien und in Gewächshäusern liegt der Schwerpunkt auf Tulpen, Rosen, Chrysanthemen, Gerbera und Narzissen.

Blumen und Zierpflanzen werden in Österreich konventionell produziert. Biologische Produktion und integrierte Produktion sind unbedeutend. Der Einsatz von Nützlingen ist stark steigend.

In Österreich gibt es darüber hinaus den dreijährigen Lehrberuf Friedhofs- und Ziergärtner/in, welcher eigens auf die spezifischen Anforderungen der Friedhofsgärtnerei ausgelegt ist.[3]

Baumschule

Baumschulware im Verkauf

Baumschulen produzieren mehrjährige Pflanzen zur Zier- und Nutzverwendung. 2010 gab es 285 Betriebe mit 1.184,62 ha (+ 60 Betriebe und +75,6 ha gegenüber 2004) in Österreich. Die Kombination Produktionsbetrieb mit Gartengestaltung spielt eine große Rolle und wird von ca. 50 % der Betriebe ausgeübt. Baumschulen vermarkten ihre Produkte hauptsächlich direkt an den Endverbraucher (über 90 %) bzw. direkt an Gartengestalter und Gärtnereien (ca. 50 %) oder Handelsketten (unter 10 %). Alle anderen Vermarktungsmöglichkeiten haben keine Bedeutung. Die Kombination aus mehreren Vermarktungsschienen ist üblich.

Das Angebot der Produktion umfasst Nadelgehölze, Laubgehölze, Obstgehölze; Alleebäume und Rosen. Stauden werden üblicherweise von spezialisierten Staudengärtnereien produziert und von den Baumschulen zugekauft bzw. gehandelt. Ähnlich wie im Zierpflanzenbau produzieren Baumschulen hauptsächlich konventionell.

Gemüsebau

Tomatenproduktion im Glashaus

In Österreich wird zwischen der Produktion von gärtnerischem Gemüse im geschützten Anbau und Feldgemüse im Freiland unterschieden. 2010 existierten 399 gärtnerische Gemüsebaubetriebe, die eine Fläche von 560 ha bewirtschafteten. Der Großteil dieser Betriebe befindet sich in Wien und dem angrenzten Niederösterreich, der Steiermark und im Burgenland. In den anderen Bundesländern hat gärtnerischer Gemüsebau wenig Bedeutung. Die Gärtnereien sind fast ausschließlich Produktionsbetriebe. Produktionsbetriebe mit gärtnerischem Gewerbe finden sich kaum. Gärtnerisches Gemüse wird hauptsächlich über Erzeugerorganisationen, an den Einzelhandel oder direkt an den Endkunden vermarktet. Der Absatz direkt an Handelsketten über Großmärkte oder an die Verarbeitungsindustrie spielt eine untergeordnete Rolle. Die Kombination aus mehreren Absatzstrukturen ist auch möglich.

Der Schwerpunkt der Produktion liegt bei Tomaten (lose und Rispentomaten), Salatgurken, Paprika (grün und bunt) Radieschen, Häuptelsalat und Feldsalat. Um das Gemüse über Erzeugerorganisationen vermarkten zu können, produzieren Gemüsegärtner nach den Richtlinien des AMA-Gütesiegels, das die integrierte Produktion als Grundlage hat. Der Einsatz von Nützlingen ist weit verbreitet.

Organisationen

Gartenbautreibende sind Pflichtmitglieder der Landwirtschaftskammer, die gesetzlich dazu verpflichtet ist, die Interessen der Gärtner zu vertreten. Neben dieser gesetzlichen Interessenvertretung existiert eine Vielzahl an freiwilligen Organisationen, deren Hauptaufgaben Interessenvertretung, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung darstellen.

Bundesverband der Österreichischen Gärtner: Dachorganisation der freiwilligen Interessenvertretungen und Gartenbauorganisationen
Blumenmarketing Austria: Plattform von acht gärtnerischen Landesverbänden für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit
Bund Österreichischer Baumschul- und Staudengärtner: freiwillige, österreichweite Interessenvertretung von Baumschulisten und Staudengärtnern
Die Burgenländischen Gärtner: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern im Burgenland
Arbeitsgemeinschaft Blütenzauber Burgenland: Werbegemeinschaft der burgenländischen Gärtner
Die Kärntner Gärtner: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern in Kärnten
Fördergemeinschaft Garten: Werbegemeinschaft der Kärntner Gärtner
Gärtnervereinigung Niederösterreich: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern in Niederösterreich
Die OÖ Gärtner: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern in Oberösterreich
Blumenmarketing Oberösterreich: Werbegemeinschaft der oberösterreichischen Gärtner
Die Salzburger Gärtner und Gemüsebauern: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern in Salzburg
Die Steirischen Gärtner und Baumschulen: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern in der Steiermark
Werbegemeinschaft Blumenschmuck Gärtner: steirische Werbegemeinschaft
Die Tiroler Gärtner: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern in Tirol
Die Vorarlberger Gärtner: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern in Vorarlberg
Werbegemeinschaft der Vorarlberger Gärtner und Floristen: gemeinsame Werbegemeinschaft der Gärtner und Floristen in Vorarlberg
Die Wiener Gärtner – Gartenbauvereinigung Wien: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern in Wien
Arbeitsgemeinschaft der Wiener Gärtnerinnen: Verein von Gärtnerinnen aus Wien, Niederösterreich und Burgenland
Baumschulgruppe Süd-Ost: Verein von Baumschulen aus Süd- und Ostösterreich
Baum & Strauch: Verein von 15 Baumschulbetrieben

Ausbildung

In Österreich gibt es mehrere Möglichkeiten eine Ausbildung im Gartenbau zu absolvieren.

Lehre: Nach Abschluss der allgemeinen Schulbildung kann die Lehre in einer Gärtnerei begonnen werden. Sie dauert drei Jahre und beinhaltet den Besuch der Berufsschule. Die Ausbildung schließt mit der Facharbeiterprüfung ab. Nach drei Jahren Praxis kann der Meisterkurs und die Meisterprüfung gemacht werden.
Gartenbauliche Fachschule: Die Ausbildung zum Gartenbaufacharbeiter dauert in gartenbaulichen Fachschulen vier Jahre und beinhaltet ein 14-montiges Praktikum. Die Gartenbauschule Langenlois, die Fachschule für Gartenbau Ritzlhof und die Landwirtschaftliche Fachschule Ehrental bieten die Ausbildung an. Im Anschluss kann nach ausreichender Praxis der Meisterkurs besucht werden bzw. besteht die Möglichkeit den Aufbaulehrgang in der HBLFA Schönbrunn zu besuchen und die Reife- und Diplomprüfung abzulegen.
Gärtnerische Handelsschule: Die Ausbildung wird gemeinsam von der Gartenbauschule Großwilfersdorf und der Landwirtschaftlichen Fachschule Grottenhof-Hardt angeboten. Die Ausbildung dauert drei Jahre, wobei das erste Jahr in der Gartenbauschule und die anderen beiden Jahre in der Landwirtschaftlichen Fachschule absolviert werden. Nach dem Schulabschluss muss eine einjährige, einschlägige gartenbauliche Praxis nachgewiesen werden, um die Berechtigung des Gärtnerfacharbeiters zu erhalten.
Höhere Lehranstalt für Gartenbau: Die Ausbildung an der HBLFA Schönbrunn dauert fünf Jahre und schließt mit Matura ab. Der Abschluss ersetzt die Lehr- und Facharbeiterprüfung. Nach drei Jahren Berufspraxis kann die Standesbezeichnung Ingenieur beantragt werden.

Gartenbau in der Entwicklungszusammenarbeit

Verschiedene Entwicklungshilfeorganisationen fördern Gartenbau in Entwicklungsländern, um die dort auftretende Mangelernährung zu bekämpfen.[4]

Geschichte

Gartenbau ist seit dem Beginn des Neolithikums nachgewiesen und geht vermutlich dem eigentlichen Feldbau voraus. Für Mitteleuropa nimmt Amy Bogaard für die Linearbandkeramische Kultur Gartenbau an.[5] In Deutschland wurde der Gartenbau durch den Landwirt Stephan Gugenmus (1740–1778) intensiviert.

Literatur

Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Zugehörigkeit der von Land- und Forstwirten hergestellten Produkte zur land- und forstwirtschaftlichen Urproduktion (Urprodukteverordnung), BGBl. II Nr. 410/2008
Adams, C.R.; K.M. Bamfort; & M.P. Early (2012). Principles of Horticulture. Routledge. 6th ed. ISBN 978-0-08-096957-2
AID Infodienst (Hrsg.): Berufsbildung im Gartenbau. 15. veränderte Neuauflage, Bonn 2008, ISBN 978-3-8308-0769-8
Statistik Austria, Gartenbauerhebung 2010
Statistik Austria, Gartenbauerhebung 2004
Statistik Austria, Gartenbauerhebung 1998
Statistik Austria, Gartenbauerhebung 1992
Statistik Austria, Gartenbauerhebung 1982

Siehe auch

Gartenarchitektur
Garten
Gartencenter
Gärtner
Gemeinschaftsgarten
Guerilla Gardening
Kleingarten
Liber de cultura hortorum

Einzelnachweise

↑ Seipel, Holger.: Fachkunde für Gärtner/-innen. 10., aktualisierte und überarb. Aufl. Büchner, Hamburg 2018, ISBN 978-3-582-04155-5. 

↑ Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG): Gemüsebau

↑ Berufsinfo auf wko.at

↑ Hans-Heinrich Bass, Klaus von Freyhold und Cordula Weisskoeppel: Wasser ernten, Bäume schützen: Ernährungssicherung im Sahel, Bremen 2013 (PDF; 2,9 MB).

↑ Amy Bogaard, Neolithic farming in Central Europe: an archaeobotanical study of crop husbandry practices. Routledge, London 2004.

Weblinks

 Commons: Horticulture – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Gartenbau – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Gartenbauerhebung Statistik Austria
Landwirtschaftskammer
Grüner Bericht 2011
Bundesverband der Österreichischen Gärtner
Bund Österreichischer Baumschul- und Staudengärtner
Johann Sigismund Elsholtz: Neu angelegter Garten=Baw (sic!), Frankfurt und Leipzig 1690, historische Darstellung des Gartenbaus
Ausführliche Geschichte des Gartenbaus
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4019294-5 (AKS) | LCCN: sh85062204

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Kategorien: GartenbauLandwirtschaft

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Zahn Etymologie Entwicklungsgeschichte Echte und unechte Zähne Zahnarten Aufbau des Zahns Zahnbefestigung Zahnentstehung und -wechsel Menschliches Gebiss Zahnmerkmale Erkrankungen und wichtige Behandlungsformen Zahnanomalien Künstliche Zähne Navigationsmenü aus München

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Dieser Artikel behandelt die Zähne der Mundhöhle; weitere Bedeutungen unter Zahn (Begriffsklärung).

Mittlere obere Schneidezähne
Unterer linker Prämolar und Molar
Unterer Weisheitszahn

Zähne sind Hartgebilde in der Mundhöhle von Wirbeltieren. Mit den Zähnen wird Nahrung ergriffen, zerkleinert und zermahlen. Sie haben sich bei den Wirbeltieren nach dem Form-Funktionsprinzip entwickelt. Beim Menschen kommen als Funktionen noch die Lautbildung (insbesondere der Dentallaute) und soziale Funktionen hinzu.

Inhaltsverzeichnis

1 Etymologie
2 Entwicklungsgeschichte
3 Echte und unechte Zähne
4 Zahnarten
5 Aufbau des Zahns

5.1 Zahnschmelz (Enamelum)
5.2 Zahnbein (Dentin)
5.3 Zahnmark (Pulpa)
5.4 Wurzelzement (Cementum)

6 Zahnbefestigung
7 Zahnentstehung und -wechsel
8 Menschliches Gebiss

8.1 Zahnbezeichnungen

9 Zahnmerkmale

9.1 Kieferorthopädische Merkmale

10 Erkrankungen und wichtige Behandlungsformen
11 Zahnanomalien

11.1 Folgen

12 Künstliche Zähne
13 Siehe auch
14 Literatur
15 Quellen
16 Weblinks
17 Einzelnachweise

Etymologie

Das Wort Zahn stammt über mittelhochdeutsch zan(t) von althochdeutsch zan(d) und gehört wie lateinisch dens zur indogermanischen Wortwurzel (e)don/dnt-[1] (urgerm. *tanþ-, *tunþ-, lat. dens‚ griech. ὀδούς (odoús), ved. dánt- etc. ‘Zahn’, aus indogerman. *h1dont-, *h1dṇt-, Partizip Aktiv zu *h1ed- ‘essen’[2]).

Entwicklungsgeschichte

Entwicklungsgeschichtlich sind Zähne ektodermale Hartgebilde[3] (Derivate der Außenhaut, die in den Mund gewandert sind), die durch Induktion des darunterliegenden Mesenchym der Neuralleiste entstehen.[4] Dabei liefert das Ektoderm den harten Schmelz, das Mesenchym die restlichen Bestandteile der Zähne wie Dentin, Zement, und den Zahnhalteapparat. In ihrer Gesamtheit bezeichnet man sie als Gebiss. Sie treten erstmals bei den Kiefermäulern (Fische und Landwirbeltiere) auf. Sie entwickelten sich aus den einfachen Hautzähnen vorzeitlicher Fische. Die Schuppenzähne verschmolzen zu Hartgebilden mit basaler Knochenmasse, Dentinkrone und innerer Pulpahöhle. Bei den Säugetieren (Mammalia) stellen sie den modifizierten Rest der ektodermalen Exoskeletts stammesgeschichtlich älterer Wirbeltiere dar.[5] Primär zahnlos sind die Kieferlosen (Agnatha), die bis auf die Neunaugen und Schleimaale ausgestorben sind. Sekundär zahnlos geworden sind die Schildkröten, Vögel und die Ursäuger (Monotremata, eierlegende Säugetiere). Säugetiere nutzen im Gegensatz zu sonstigen Wirbeltieren (Fische, Amphibien, Vögel) die Zähne nicht nur zum Greifen, sondern auch zum Zerkleinern (Kauen) der Nahrung.

Echte und unechte Zähne

Querschnitt durch den fossilen, wurzellosen Stoßzahn eines Mammuts

Im Tierreich unterscheidet man echte und unechte Zähne.

Die echten Zähne bestehen aus Schmelz (Enamelum), Dentin und Zement sowie der Pulpa (Zahnmark). Sie werden auch Dentinzähne genannt, weil das Dentin den Hauptbestandteil bildet (siehe heterodontes Gebiss).
Bei den unechten Zähnen fehlen die Hartsubstanzen Schmelz, Dentin und Zement. Es handelt sich meist um Hornzähne, wie sie zum Beispiel im Schlund und in der Speiseröhre der Lederschildkröten zu finden sind. Primitive wurzellose Zähne kommen bei Fischen, Amphibien und Reptilien vor und stellen den Grundtyp der Zähne dar. Sie können die Form von leicht zugespitzten, konischen Kegel-Zähnen haben, die bei Haien kantig oder mehrzackig, bei Fischen zu Pflasterzähnen, bei Schlangen zu Giftzähnen umgebildet sein können (siehe homodontes Gebiss).

Vulgo wird mit „unechte Zähne“ auch Zahnersatz verschiedenster Art beim Menschen umschrieben.

Zahnarten

Nach dem Zeitpunkt des Durchbruchs, der Größe und der Form unterscheidet man bei Säugetieren:

Milchzähne (Dentes decidui – lat. wörtlich: abfallende) und
Bleibende Zähne (Dentes permanentes – fortdauernde) nach dem Zahnwechsel.

Nach der Stellung im Gebiss unterscheidet man:

Schneidezähne (Dentes incisivi, Incisivi – einschneidende),
Eckzähne (Dentes canini, Canini – hündische),
Vormahlzähne (Dentes praemolares, Prämolaren) und
Mahlzähne (Dentes molares, Molaren).

Schneide- und Eckzähne bilden beim Menschen die sogenannten Frontzähne – 3 je Quadrant, Vormahl- und Mahlzähne die 5 Backenzähne.

Bei den anderen Klassen finden sich zahlreiche weitere Formen von Zähnen, wie die Sägezahngebisse der Haie oder „Raspel“-Zahn-Gebisse bei blutsaugenden Neunaugen.

Nach der Kronenhöhe werden bei Säugetieren nieder- bis hochkronige Zähne unterschieden. Zähne mit hoher Krone werden weiter in solche mit sich spät schließender Wurzel und wurzellose Zähne mit sich gar nicht schließender Wurzel und unbegrenztem Wachstum unterteilt.
Nachwachsende Zähne finden sich auch bei Fischen, Amphibien und Reptilien.

Aufbau des Zahns

1. Zahn 2. Zahnschmelz 3. Dentin (Zahnbein) 4. Pulpencavum mit Pulpa 5. Kronenpulpa 6. Wurzelpulpa 7. Wurzelzement 8. Zahnkrone 9. Höcker 10. Fissur 11. Zahnhals 12. Zahnwurzel 13. Bifurkation 14. Wurzelspitze 15. Foramen apicale 16. Sulcus gingivae 17. Zahnhalteapparat 18. Zahnfleisch: 19. oral oder vestibulär 20. marginal 21. alveolar 22. Wurzelhaut mit Sharpey-Fasern 23. Alveolarknochen (Die feine gelbe Linie ist die Lamina dura). 24. Gefäße und Nerven: 25. Pulpa 26. Parodontium 27. Canalis mandibulae.

Jeder (echte) Zahn besteht aus der Zahnkrone (Corona dentis), dem Zahnhals (Cervix dentis, seltener: Collum dentis) und der Zahnwurzel (Radix dentis) und ist aus mehreren Schichten aufgebaut. Bei einem gesunden Zahn sieht man nur den Zahnschmelz, der wie eine Glasur das innen liegende Zahnbein (Dentin) bedeckt. Das Dentin wiederum umschließt das Zahnmark (Pulpa). Die Wurzel wird bis zum Zahnhals von Zahnzement (Cementum) und Wurzelhaut umschlossen.

Zahnschmelz (Enamelum)

Hauptartikel: Zahnschmelz

Der Zahnschmelz (Latein: Enamelum) ist die härteste Substanz des menschlichen Körpers mit einer Vickershärte von 250 bis 550 und einer Druckfestigkeit von 300 bis 450 MPa. Sein Elastizitätsmodul beträgt 50.000–85.000 MPa (Körber, 1995).[6] Der Zahnschmelz wird von schmelzbildenden Zellen, den Adamantoblasten (auch Ameloblasten genannt), gebildet. Er besteht zu 95 Prozent aus Hydroxylapatit (Ca5(PO4)3 OH), einem kristallinen Material, dessen Hauptanteile Calcium und Phosphat sind. Der Zahnschmelz ist für wasserlösliche Stoffe geringfügig durchlässig, zum Beispiel für seine Bestandteile Calcium und Phosphat, sowie für Fluoride. Mit Hilfe von Fluoriden wird das Hydroxylapatit in das härtere Fluorapatit (Ca5(PO4)3(F)) umgewandelt. Deshalb werden diese zur Härtung des Zahnschmelzes in Zahnpasten verwendet. Hingegen können Säuren dem Zahn schaden, weil sie aus dem Zahnschmelz das Calcium und Phosphat herauslösen und ihn damit aufweichen (siehe Karies).

Zahnbein (Dentin)

Hauptartikel: Dentin

Unter dem Zahnschmelz liegt das Zahnbein. Es stellt die Hauptmasse des Zahnes dar. Die Hartsubstanz des Dentins besteht wie beim Zahnschmelz aus Calcium und Phosphat, allerdings nur zu zwei Dritteln, der Rest ist Eiweiß und Wasser, weshalb Dentin weicher und anfälliger gegen Karies ist als der Zahnschmelz. Das Dentin ist schmerzempfindlich. Hitze-, Kälte- und Berührungsreize führen zu Flüssigkeitsbewegungen in den Dentinkanälchen (die im Bereich des Zahnhalses bis an die Oberfläche reichen können). Dies reizt die Tomes’schen Fasern, Zellfortsätze der Odontoblasten (dentinbildende Zellen). Die Odontoblasten stehen mit freien Nervenendigungen in Verbindung, die den Reiz als Schmerzempfindung ans Zentralnervensystem weiterleiten.

Das Dentin ist wesentlich elastischer als der Zahnschmelz (Elastizitätsmodul 15.000–20.000 MPa), da es über einen deutlich höheren Anteil an organischer Substanz verfügt. Die Vickershärte beträgt beim Zahnbein 60–70 und die Druckfestigkeit liegt bei 200–350 MPa (Körber, 1995).[6]

Zahnmark (Pulpa)

Hauptartikel: Zahnpulpa

Das Dentin umschließt wiederum den inneren Teil des Zahns, die Pulpa (Zahnmark), das von Blutgefäßen und Nervenfasern durchzogen wird und den Zahn ernährt. Die Nervenfasern der Oberkieferzähne entstammen dem Nervus infraorbitalis, die der Unterkieferzähne dem Nervus alveolaris inferior. Der Zahn besitzt kein Lymphabflussystem – mit ein Grund dafür, dass eine Pulpitis („Zahnnerventzündung“) nicht wieder abheilen kann.

Wurzelzement (Cementum)

Hauptartikel: Wurzelzement

Im Wurzelbereich wird das Dentin vom Wurzelzement (neutr.), (Latein: Cementum, seltener: Substantia ossea dentis) bedeckt, der dritten Zahnhartsubstanz neben dem Zahnschmelz und dem Dentin. Das Wurzelzement, das Wurzeldentin als dünne Schicht umschließend, ist im Bereich der Zahnwurzel die äußere Hülle des Zahnes und „mauert“ diese im Kiefer ein. Doch hat die Verbindung zum Kieferknochen, in dem jeder Zahn in seinem Zahnfach (Alveole) aufgehängt ist, eine gewisse Elastizität (siehe Zahnhalteapparat).

Unter dem Elektronenmikroskop wird die poröse Oberflächenstruktur der Zahnwurzel sichtbar. Feinste Nervenausläufer überziehen die poröse Oberfläche der Wurzel. Von diesen Nervenausläufern geht die Temperatur- und Berührungssensibilität bei zurückgebildetem Zahnfleisch aus.

Das Wurzelzement ist in seiner Struktur wie auch Härte dem menschlichen Knochen ähnlich (Druckfestigkeit 15 kg/mm², Zugfestigkeit 10 kg/mm²).[7] Er gehört bereits zum Zahnhalteapparat, da an ihm die parodontalen Fasern ansetzen, die die Zähne in der Alveole beweglich verankern (Hellwig u. a., 1999b).[6]

Zahnbefestigung

Pfeile markieren exemplarisch eine helle Linie, die Lamina dura

Als Wurzelhaut (Syn.: Periodontium) wird das Bindegewebe des Zahnhalteapparates bezeichnet. Diese Sharpey-Fasern, zum Periost gehörende Kollagen-Faserbündel, die in der Knochengrundsubstanz befestigt sind, bilden die Verbindung zum Wurzelzement des Zahnes. An ihnen ist der Zahn federnd befestigt und überbrückt den wenige Zehntel Millimeter breiten Spalt (Periodontalspalt) zwischen dem Zahnzement der Zahnwurzel und der knöchernen Wand des Zahnfachs (Alveole), der Lamina dura. Am Zahnhals wird der Periodontalspalt durch den supraalveolären Faserapparat (frühere Bezeichnung: Ligamentum circulare) abgedichtet.

Zahnentstehung und -wechsel

Hauptartikel: Entwicklung der Zähne und Dentition

Der Zahnschmelz entsteht aus dem Ektoderm, der Rest des Zahnes und der Zahnhalteapparat aus dem Mesoderm. In der 5. Entwicklungswoche kommt es (beim Menschen) zur Proliferation des Ektoderms, das in die Tiefe wächst und dort die Zahnleiste bildet. Ektodermale und Mesodermale Wechselwirkungen führen dazu, dass sich aus dem Ektoderm die Anlagen der epithelialen Schmelzorgane und in unmittelbarer Nachbarschaft aus dem Mesenchym die Anlage der Zahnpapille bilden.[8] Die erste Anlage eines Zahns wird als Zahnknospe bezeichnet.

Die Theriodontia („Tierzähner“) sind Landwirbeltiere aus der Gruppe der Therapsiden („säugetierähnliche Reptilien“). Zu ihnen gehören drei höher entwickelte, vor allem carnivore Gruppen. Aus einer von ihnen, den Cynodontia, gingen schließlich die Säugetiere hervor.

Bei den meisten Säugetieren gibt es einen einmaligen Zahnwechsel (Diphyodontie). Zunächst werden Milchzähne angelegt (lacteale Dentition), die später durch die „zweiten“ oder bleibenden Zähne (permanente Dentition) ersetzt werden. Die Molaren (große Backenzähne) haben keine Milchzahnvorgänger, sie entstehen nur im bleibenden Gebiss.

Bei Fischen, Amphibien und Reptilien können die Zähne zeitlebens immer wieder durch neue ersetzt werden (Polyphyodontie). Bekannt sind hierfür z. B. die Zebrabärblinge und das „Revolvergebiss“ der Haie.

Menschliches Gebiss

Die bleibenden Zähne beim Menschen. Rechter Unterkieferast

Der Mensch verfügt normalerweise über insgesamt 32 bleibende Zähne (inklusive der Weisheitszähne), jedoch können auch einzelne oder mehrere Zähne nicht angelegt sein: Hypodontie. Seltener liegt eine Überzahl von Zähnen vor: Hyperdontie. Das Milchgebiss umfasst 20 Milchzähne, jeweils 5 pro Quadrant. Alle Zähne im menschlichen Gebiss sind Zähne mit Zahnwurzel. Schneide- und Eckzähne bilden dabei die Frontzähne, Vormahl- und Mahlzähne die Seitenzähne (umgangssprachlich: Backenzähne).

Zahnbezeichnungen

Hauptartikel: Zahnschema
Menschliches Gebiss (Computergrafik) – Sicht horizontal von außen + vertikal von innen

Die Zähne des Menschen werden in der Zahnheilkunde durch verschiedene Zahnschemata eindeutig bezeichnet. International durchgesetzt hat sich seit 1970 das FDI-Schema der Fédération Dentaire Internationale. Jeder Zahn erhält eine Bezeichnung, die aus zwei Ziffern besteht. Die erste Ziffer bezeichnet den Quadranten, in dem sich der Zahn befindet. Die zweite Ziffer ist die Durchnummerierung der Zähne von der Mitte aus nach hinten.

Zahnmerkmale

Menschliche Zähne haben eindeutige Zahnmerkmale. Diese machen es möglich, nur anhand der Zahnform zu bestimmen, welche Position der Zahn im Gebiss eingenommen hat.

Anhand des Winkelmerkmals, des Krümmungsmerkmals sowie des Wurzelmerkmals ist bestimmbar, ob der Zahn zur rechten oder linken Kieferhälfte gehört.
Die Kronenflucht gibt Auskunft darüber, ob der Zahn zum Unter- oder zum Oberkiefer gehört.
Daneben gibt es einmal das Zahnhalsmerkmal, das von vestibulär beurteilt wird. Hierbei ist der apikalste Punkt des labialen Zahnhalses nach distal verschoben. Dieses Merkmal tritt bei Frontzähnen, insbesondere bei den beiden mittleren Schneidezähnen auf. Ferner weisen die unteren Frontzähne distal im Wurzelbereich oftmals eine Eindellung, das Furchenmerkmal auf. Durch diese Konkavität lassen sich die unteren Schneidezähne der entsprechenden Seite zuordnen.[9]

Eine perfekte Okklusion definiert Andrews durch 6 „Schlüssel“:[10]

Molarenrelation: Der distobukkale Höcker des oberen ersten Molaren (Sechsjahrmolar) hat Kontakt mit dem mesiobukkalen Höcker des unteren zweiten Molaren und der mesiobukkale Höcker des oberen ersten Molaren okkludiert mit der Fossa zwischen dem mesialen (zur Mitte hin; „vorne“) und mittleren bukkalen Höcker des unteren ersten Molaren. Der mesiopalatinale Höcker des oberen ersten Molaren hat Kontakt mit der zentralen Fossa des unteren ersten Molaren.
Kronenangulation (mesiodistale Angulation): Die Zähne sind mit ihrer Wurzel nach distal (nach hinten gelegen) geneigt.
Kroneninklination (bukkolingualer Torque): Die Schneidezähne besitzen einen vestibulären Kronentorque, die oberen Eckzähne, Prämolaren und Molaren einen konstanten palatinalen Kronentorque und die unteren Eckzähne, Prämolaren und Molaren einen von anterior nach posterior ansteigenden lingualen Kronentorque.[11]
Fehlende Zahnrotationen.
Enge Kontaktpunkte zwischen den Zähnen.
Die Okklusionskurve aller Zähne ist flach beziehungsweise besitzt nur eine leichte Spee-Kurve.

Kieferorthopädische Merkmale

Bei den Werten, die in erster, zweiter und dritter Ordnung in Straight-Wire-Brackets einprogrammiert sind, handelt es sich um statistische Durchschnittswerte. Andrews verwendete für deren Ermittlung folgende Bezugsgrößen:[12]

Die Längsachse der klinischen Krone: Diese bezeichnet bei allen Zähnen, mit Ausnahme der Molaren, die an der Vestibulärfläche am weitesten vorstehende Leiste. Bei den Molaren bildet die mesiobukkale Furche die Kronenlängsachse.
Den Längsachsenpunkt (long-axis-point, LA-Punkt)/Fazialachsenpunkt (FA-Punkt): Der LA-Punkt beziehungsweise FA-Punkt bezeichnet die Mitte der Kronenlängsachse zwischen Gingiva und Schneidekante beziehungsweise den Höckerspitzen.

Nach Andrews sollen der Mittelpunkt der Bracketbasis auf dem LA-Punkt und die Bracketflügel parallel zur Kronenlängsachse positioniert werden.

Erkrankungen und wichtige Behandlungsformen

Die Zahnmedizin (Stomatologie) beschäftigt sich mit den Erkrankungen der Zähne und deren Therapie beim Menschen. Erkrankungen des Zahnhalteapparats sind Gegenstand der Parodontologie. Entzündungen, die von den Zähnen ausgehen bezeichnet man als odontogene Infektionen.

Die häufigste Krankheit der Zähne und des Menschen überhaupt ist die Zahnkaries (Zahnfäule). In Deutschland ist nur ca. ein Prozent der Erwachsenen kariesfrei, hat also naturgesunde Zähne.[13] Die Bemühungen mittels Gruppenprophylaxe und Individualprophylaxe führen zu immer besserer Zahngesundheit, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, die mittels des DMFT-Index gemessen wird. Auch Erkrankungen des Zahnhalteapparats (siehe Zahnfleisch, Parodontitis) sind häufig. Ein seltenes Krankheitsbild ist die Tuberkulose der Zähne, bei der es durch zumeist bronchogene Streuung zu Entwicklung von tuberkulösen Zahngranulomen kommen kann. Orale, meist übersehene Befunde finden sich bei 1,4 % der an Tuberkulose Erkrankten[14]

Seit Jahrtausenden gehören Zahnfüllungen (vulgo „Plomben“), vereinzelte Zahnkronen und Kiefer-Operationen zur Gesundheitspflege von Kulturvölkern.

Wenn durch notwendig gewordene Extraktionen größere Zahnlücken entstehen, wird häufig eine Zahnprothese („dritte Zähne“) oder eine Brücke eingesetzt. Seit den 1990er-Jahren besteht auch die Möglichkeit, Zahnimplantate einzusetzen, die der Befestigung von Zahnersatz dienen.

Wachsende Bedeutung hat auch die Mundhygiene, die von Zahnärzten zur Gesunderhaltung des Gebisses angeboten wird. Durch regelmäßige Zahnpflege kann vielen Erkrankungen vorgebeugt werden.

Zahnanomalien

Unter einer Zahnanomalie versteht man die Missbildung von Zähnen. Die häufigste Form ist der Dens invaginatus, der auch als Dens in dente bezeichnet wird. Es handelt sich um eine entwicklungsbedingte Störung, die aus einer Einstülpung des Schmelzepithels resultiert, welche vor Beginn der Mineralisation des Zahnes erfolgt.[15] Ausgehend vom Foramen caecum oder der Höckerspitze wird das Schmelzepithel unterschiedlich tief eingestülpt.[16]

Die Invagination kommt sowohl im Milchgebiss, als auch im bleibenden Gebiss vor. Am häufigsten ist der laterale obere Schneidezahn (Zahn 12 oder Zahn 22) betroffen.

Die Anomalie des Dens invaginatus wird überwiegend nach der Klassifikation von Oehlers vorgenommen.[17]

I. Typ: Die Schmelzeinstülpung endet als blinder Sack in der Zahnkrone.
I. I. Typ: Die Invagination reicht bis in die Zahnwurzel und kann gelegentlich mit der Pulpa kommunizieren.
I. I. I. Typ: Die Invagination endet als zweites Foramen apikale (Eintrittsöffnung der Pulpa am Ende der Zahnwurzel) im Periapikalgewebe oder lateral davon im Parodontalligament.[18]

Sehr selten kann es zur Taurodontie kommen.

Folgen

Im Vordergrund stehen ästhetische Beeinträchtigungen, insbesondere beim Vorkommen eines Dens invaginatus im Frontzahnbereich. Funktionell kann ein solcher Zahn durch die Prädilektionsstelle an der Einstülpung für kariöse Läsionen anfälliger sein. Auf Grund der größeren Ausdehnung des Zahnes kann es zu Durchbruchsstörungen kommen. Systemisch hat diese Anomalie keine weiteren Folgen.

Künstliche Zähne

Farbskala zur Auswahl einer normierten Zahnfarbe für künstliche Zähne

Im Altertum versuchte man Zahnlosigkeit beim Menschen durch Prothesenzähne aus Knochen, Elfenbein, Holz, Kieselsteinen, tierischen oder menschlichen Zähnen zu therapieren.[19] Keramikzähne wurden zur Jahrhundertwende des 18./19. Jahrhunderts entwickelt und hielten sich als Zahnersatz bis 1933, als durch Otto Röhm das Plexiglas (PMMA) erfunden wurde. Seitdem wurden die Kunststoffzähne weiter entwickelt und bestehen aus PMMA oder Komposite. Die industriell verarbeiteten Kunststoffe versuchen bei der Herstellung der Zähne zahlreichen Kriterien gerecht zu werden. Dazu gehören:

Form
Größe
Farbe
Charakterisierung der Farbe
Transluzenz
Abrasionsfestigkeit
Bruchfestigkeit
Okklusionsfläche
Befestigung im Prothesenkunststoff

Im weitesten Sinne gehören zu den künstlichen Zähnen auch künstliche Zahnkronen.

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, auf denen künstliche Zahnkronen oder Prothesenzähne befestigt werden.

Siehe auch

 Portal: Zahnmedizin – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Zahnmedizin
Lumineffekt
Otodentales Syndrom
Ontogenetische Entwicklung der Zähne
Zahnformel
Zahnschema
Zahnaufhellung
Zahnblei
Zahnspange

Literatur

Placido Micheloni: Il mondo dei denti e la sua storia. I–II, Rom 1976/77.
Franz-Viktor Salomon: Zähne. In: Franz-Viktor Salomon u. a. (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. Enke-Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-8304-1007-7, S. 251–264.

Quellen

Detaillierte Grafik des menschlichen Zahnes
Zahnwissen-Lexikon
Die Rolle der Zähne in der Paläontologie von Elke Gröning, Alfred K. Schuster. GeoMuseum der Technischen Universität Clausthal

Weblinks

 Commons: Zähne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Zahn – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Gesunde Zähne – kindergesundheit-info.de: unabhängiges Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Einzelnachweise

↑ Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Aufl., hrsg. von Walther Mitzka, De Gruyter, Berlin/ New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 872.

↑ Dagmar Wodtko u. a.: Nomina im Indogermanischen Lexikon. Winter, Heidelberg 2008, S. 210.

↑ Rüdiger Wehner, Walter Gehring: Zoologie. 23. Auflage. Thieme Verlag, 1995.

↑ Keith L. Moore, E. Lütjen-Drecoll: Embryologie. 3. Auflage. Schattauer Verlag 1990. (Deutsche Übersetzung von The developing Human, Clinically oriented Embryology. 4. Auflage. W. B. Saunders, 1988)

↑ Milton Hildebrand, George E. Goslow: Vergleichende Anatomie der Wirbeltiere. Springer Verlag, 2004, ISBN 3-540-00757-1. (Deutsche Übersetzung von Analysis of Vertebrate Structure. 5. Auflage. John Wiley & Sons)

↑ a b c Jörg Bark: Quantifizierung der Dentin-Abrasion am menschlichen Zahn. (PDF; 2,2 MB) Dissertation. LMU, 2006.

Chemie und Morphologie des Knochens. (PDF; 186 kB) Dissertation. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 2003.

↑ A. Benninghoff, D. Drenckhahn (Hrsg.): Anatomie – Makroskopische Anatomie, Histologie, Embryologie, Zellbiologie. 17., durchgesehene Auflage. Band 1, Urban & Fischer, München/ Jena 2008, S. 607f.

↑ J. R. Strube, M. Stern: Curriculum Prothetik. Band I, Quintessenz Verlag, 2011, ISBN 978-3-86867-026-4, S. 32–33.

↑ L. F. Andrews: The six keys to normal occlusion. In: Am J Orthod. 62, 1972, S. 296–309.

↑ Ärzteverlag, Durchbruchmodus im Wechselgebiss (Memento des Originals vom 9. April 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aerzteverlag.de (PDF; 215 kB)

↑ L. F. Andrews: The straight-wire appliance. Explained and compared. In: J Clin Orthod. 10, 1976, S. 174–195.

↑ 35 Kariesfreie in einem Boot (Memento vom 27. Februar 2009 im Internet Archive)

↑ Ravikran Orgole: Textbook of Oral Medicine, Oral Diagnosis and Oral Radiology, Elsevier Health Sciences, 2014, S. 215

↑ S. K. Kannan, T. P. N. Bharadwaj: Dens in dente (Dens invaginatus). Report of two unilateral and one bilateral case. In: Indian J Dent Res. 14, 2003, S. 125–129.

↑ M. Hülsmann: Dens invaginatus: aetiology, classification, prevalence, diagnosis and treatment considerations. In: Int Endodont J. 30, 1997, S. 79–90.

↑ F. A. C. Oehlers: Dens invaginatus (dilated composite odontome), I: variation of the invagination process and associated anterior crown forms and pathogenesis. In: Oral Surg Oral Med Oral Pathol. 10, 1957, S. 1204–1218.

↑ A. Hintze: Endodontische Behandlung eines Dens invaginatus vom Typ II. (PDF; 111 kB).

↑ R. L. Engelmeier: The history and development of posterior denture teeth – introduction, part I. In: J Prosthodont. 12, 2003, S. 219–226.

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4190486-2 (AKS)

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Dieser Artikel behandelt das Gebäude, die soziale Gruppe und das Ordnungsmodell. Eine Übersicht zu anderen Bedeutungen des Wortes „Haus“ ist unter Haus (Begriffsklärung) zu finden.

Haus in Nordrhein-Westfalen

Haus ist ein Wort, das verschiedene Bedeutungsebenen entwickelt hat:

Haus als Gebäude, in dem Menschen leben oder arbeiten, d. h. ein Wohngebäude oder Geschäftsgebäude,
Haus als soziale Gruppe von Beziehungen, Interaktionen und Zugehörigkeiten,
Haus als Deutungs- und Ordnungsmodell bzw. Ideal mit rechtlich-institutioneller Einbindung und kommunikativer Praxis.[1]

Inhaltsverzeichnis

1 Etymologie

1.1 Namenkunde

2 Haus als Gebäude: Wohnen und Arbeiten
3 Haus als soziale Gruppe
4 Haus als Deutungs- und Ordnungsmodell: rechtlich, institutionell, kommunikativ
5 Literatur
6 Weblinks
7 Einzelnachweise

Etymologie

Das Begriffskonzept „Haus“ hat eine sehr lange Geschichte mit etlichen Bedeutungswandlungen:[2]. Es steht nicht nur für ein physisches Gebäude, sondern zugleich für die sich historisch wandelnde Ordnung einer sozialen Gruppe, d. h. einer Figuration.[3] Beide Bedeutungsinhalte sind deshalb nur sehr bedingt voneinander abgrenzbar – ähnlich wie bei den analogen antiken Begriffskonzepten oikos (griechische Antike) und domus (römische Antike).[4][5]

Das proto-germanische *husa-, im Althochdeutsch hûs heißt „bedeckend“. Es wurzelt in einer sehr alten Form der indogermanischen Grundbedeutung *kuH- bzw. *kudh-to für „abdeckend“, dessen Wurzel auf *keudh zurückgeführt wird. Der ursprüngliche Zusammenhang steht in Verbindung mit Leder oder Haut als Abdeckung für zeltähnliche Gerüste, die im paleolithischen Europa (z. B. in der Siedlung Gönnersdorf) als Unterkunft üblich waren. Es könnte sich daher auch um einen vorindogermanischen Begriff handeln, dessen genauer Weg zum *husa noch einige Fragestellungen aufwirft.[6]
Zu finden ist es u. a. auch in der samischem Kote (nordsamisch goahti oder lulesamisch gåetie), das wiederum dem deutschen und schwedischem Begriff Kate nahe steht. In der weiteren indogermanischen Entwicklung wird es dem s-Stamm zugeordnet, sodass sich daraus das sanskr. sku „bedecken“, das griech. σκευη skeu „Leder-Kleidung, Leder-Rüstung“, σκυτος skytos „Haut, Leder“ oder lat. scûtum der ursprünglich lederbezogene „Schild“ sowie über Abdeckungen von Stroh und Heuschober wiederum zum Begriff Scheune führte. Auf ähnlich verschlungenen Wegen kam es über ein mittelalterliches Kleidungsstück genannt Cotte wieder als Kutte in die deutsche Sprache.[7] Das deutsche Schluss-«s» wird als „Rest eines Mittel oder Werkzeuge andeutenden Suffixes“[2] gedeutet, und hûs steht daher dem althochdeutschen hût nahe, das sich zu den Worten Hütte, (Ob-)Hut/hüten, und Haut ausdifferenziert, und wohl auch dem Hut zugrunde liegt.[8] Erhalten ist diese Bedeutung auch im Gehäuse.

Das Wort bezeichnet in der Folge neben „Gebäude“ zunehmend auch „Wohnstätte“ (vgl. hausen „wohnen“), „Wohnung“ im Sinne Gemach, oder die „Haushaltung“ und das „Gut des Hauses“ (den Hausrat) sowie den Hausstaat, also die „Ehe“[9] und die „Familie“.[10]

Der Begriff erweitert sich folglich auf:

den angestammten Wohnsitz (in „zuhause sein“, „nach Hause kommen“, „Heim“) schon im 6. Jahrhundert,[11] ein Wortsinn, der im 17. Jh. in die Nähe des Begriffs Heimat gerückt ist.[12] Das entspricht schon dem etwa gleich alten -heim in Ortsnamen.
den (ständigen) Wohnsitz („Zuhause“, „daheim“) schon im 9. Jahrhundert[13][14]
die Burg etwa im 12. Jahrhundert[15]
die Familie des Burgherrn, das Adelsgeschlecht[16][17]
weitere spezielle öffentliche Gebäude und deren Personal: Deputiertenversammlungen (Oberhaus, Unterhaus, Hohes Haus), Zunfthaus u. a. oder nur die Menschen darin: Haus für das „Theaterpublikum“[18] oder in Handelshaus[19]
sowie schon got. gudhûs „Gotteshaus“ als Übersetzung des lateinischen templum „Heiliger Bezirk“, das römische Konzept der Hausgötter (siehe Penaten) ersetzend

Mittelhochdeutsch steht verbreitet ausschließlich hûs im sächlichen Geschlecht, plur. hûs und hiuser,[10] neuhochdeutsch diphthongiert das lange «û» im Bairischen zu haus, hauß, von wo es Eingang in die Hochsprache findet, während niederländisch huys, huis bildet, englisch house, die skandinavischen Sprachen behalten hus. Im Hochdeutschen ist es auch apokopiert (Verlust der mittelhochdeutschen Substantivendung «-e»), in „zu Hause“, „im Hause“ hat sich aber ein Rest erhalten. Dieser entspricht der alten Lokativendung, die im Deutschen mit dem Dativ zusammenfällt und bei bestimmten feststehenden Wendungen auch heute noch nicht antiquiert wirkt (vgl. „im Stande, im Bilde, im Grunde, im Zuge“).

Ein traditionelles kurdisches Steinhaus.

Als eigenständiger Begriff[2][20] wird Haus vor allem für Gebäude mit Wohnfunktion gebraucht: „Haus ist ein Gebäude, das Menschen zum Wohnen, als Unterkunft und Beschäftigung dient.“[2] Umgangssprachlich wird das Wort synonym zu Gebäude – ohne Kontext der Nutzung – verwendet (wie in Hochhaus). Haus wird im Deutschen mit verschiedenen Begriffen zur Bezeichnung unterschiedlicher Gebäudetypen oder dem Verwendungszweck verknüpft, zum Beispiel Wohnhaus, Bauernhaus, Parkhaus, Rathaus, Kaufhaus, Krankenhaus, Waisenhaus, Amtshaus, Elefantenhaus, Baumhaus, Gartenhaus etc.

Namenkunde

Orte mit der Namensendung -haus/e/n[21] sind typisch für Siedlungsgründungen im Zuge der fränkischen Landnahme, die im späten 5. bis 7. Jahrhundert stattfand, und den anschließenden Erweiterungen des Frankenreiches auf Bayern, und später Österreich und Sachsen bis zum 9. Jahrhundert, wo sie aber deutlich seltener sind. Namen dieser Art finden sich aber auch in wesentlich späteren Sprachschichten.

Der Name ist im gesamten deutschen Sprachgebiet verbreitet und findet sich auch im Niederländischen und Norwegischen.

Namensvarianten:

Haus
Hausen/-hausen – kann alt sein, und bis ins 5., 6. Jahrhundert zurückgehen, aber bis in die Neuzeit produktiv
Hus(e/n) bzw. -hus(e/n) , meist alt, diese machten die neuhochdeutsche Diphthongierung «u» →«au» nicht mit, und sind im Alemannischen und Niederdeutschen verbreitet, selten Sekundärbildung im Dialekt
Häus(e)l(n) bzw. als Endung, im Oberdeutsch (etwa in Neuhäus(e)l) – meist eine Bildung weniger hohen Alters, sie stehen auch primär zu Haus und Häuser im heutigen Sinne, nicht im fränkisch-bajuwarischen Siedlungskontext, wie Familiennamen auf -häusler zeigen
-house, engl., -house(n), frz., häufig auch für Frankophonierung vormals deutscher Ortsnamen im Sprachgrenzgebiet
huis, huys, nld.

Entsprechungen

Villa, urspr. lat., siehe auch Weiler
Casa ist eine weitere romanische Entsprechung

Haus als Gebäude: Wohnen und Arbeiten

„Hängende Häuser“ in der spanischen Provinz Cuenca

Zugrunde liegt dem Begriff in den namenkundlichen Aspekten immer die Bedeutung „festes Gebäude“, in Abgrenzung zu provisorischen und „windigen“ Bauten. So steht im § 297 des Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches 1812:

„Eben so gehören zu den unbeweglichen Sachen diejenigen,
welche auf Grund und Boden in der Absicht aufgeführt werden, daß sie
stets darauf bleiben sollen, als: Häuser und andere Gebäude …“

Insbesondere äußert sich das in der mittelalterlichen Rechtswendung Haus und Rauch[17] für das heizbare Gebäude, so erhalten in zweierlei Sinne:

im Hammerhaus eines Sensenwerks, Krafthaus (Industrie), Haus als das Taggebäude eines Bergwerks[22], Sudhaus einer Saline, in der bäuerlichen Architektur Backhaus für den „freistehenden Backofen“, Badhaus für die mittelalterliche Sauna des Bauern (das später per Dekret in das Brechelbad für den Flachsanbau umgewandelt wird)
in „Haus“ für das Vorhaus, Flur, was darauf zurückgeht, dass vor der Entwicklung des Kamins (Rauchhaus), aber auch bei vorhandenem Kamin die zentrale Feuerstelle des Hauses im Eingangsbereich angesiedelt ist, und die Räume nur davon abgetrennte Verschläge. Die feste Bauweise der Innenwände („Zimmer“ zu Zimmerei des Blockhauses) entwickelt sich erst später, und in dieser Bauweise sind weiterhin nur Feuerstelle und Rauchfang in Stein „fest“ gebaut. Selbst im gemauerten Haus wird der raumseitige Back- oder Kachelofen anfangs aus dem Flur geheizt.[23] Heute stehen dafür die Redewendungen Haus und Herd oder übertragener Heim und Herd.

Häuser unterscheiden sich nach ihrem Haustyp (z. B. Reihenhaus, Hochhaus, Mehrfamilienhaus, Einfamilienhaus) und häufig auch nach ihrem Energiestandard (z. B. Passivhaus, Niedrigenergiehaus).

Haus als soziale Gruppe

Das Wort Haus bezeichnet in der Vormoderne und teilweise bis heute nicht nur das Gebäude, sondern auch die soziale Gruppe bzw. Figuration der Menschen, die darin zusammen wohnen und arbeiten.[24] Im Mittelalter und bis in die frühe Neuzeit war das Haus die zentrale Institution sozialer Ordnung – mit dem Hausvater als Muntherr auf der Basis der väterlichen Munt bzw. Muntgewalt über Frau, Kinder und Gesinde.

Haus als Deutungs- und Ordnungsmodell: rechtlich, institutionell, kommunikativ

Das Wort Haus, ursprünglich „Schutz“ (wie Gehäuse), dann „Wohnstatt“ (in hausen), heute „Wohngebäude“ ist schon in den Frühzeiten des Schrifttums auch als Rechtsbegriff üblich. Die im Haus (griech. oikia) lebende Gesellschaft ist – entsprechend Aristoteles – auch als alteuropäisches Familienmodell[25] auffassbar.

Das Hausrecht[26] ist ein weltweit übliches Konzept, dass die rechtliche Hoheitsgewalt (die Hausgewalt) über sein Eigentum und Besitz dem Hausherren zusteht, in Unterscheidung zum Kommunalrecht. Das Hausrecht umfasst die Hausgerichtsbarkeit und die Schirmgewalt (das Recht zur Verteidigung). Es ist schon im römischen Recht verankert und findet in der deutschsprachigen Rechtsauffassung auch im germanischen Recht Stütze.

Aus dem Hochmittelalter, als der Hausbegriff auf den Adel übergeht, erhält er sich als Hausgesetz, das sind Rechtsakte, die den Hausstand (die Familie, das Haus) und das nicht entlehnte territoriale Eigentum (die Hausmacht) betreffen.
Beim Übergang auf öffentliche Gebäude geht das Konzept auf die Hausordnung (Regelwerk, das Haus betreffend) über
Der Hausfrieden (Unverletzlichkeit), ähnlich dem historischen Gartenfrieden als besonders schützenswertes Gut, heute ein Grundrecht[11]
Die Hausruhe (Störungsfreiheit)
Das Recht auf Hausverbot (das Recht, „die Tür zu weisen“)
„Hausrecht“ in umgangssprachlichen Sinne als das Privileg, sich bei jemand anderem „wie zuhause“ zu fühlen, geht darauf zurück.

Haus und Hof[27] heißt schon ab dem 12. Jh., spätestens ab dem 15. Jh. auch im rechtlichen Sinne „Wohnhaus und Länderbesitz“,[2] ist also kein Hendiadyoin (Beschreibung mit gleichem), sondern alliterierende Floskel. So findet sich 1227:

„sal sweren, dat he sines huses noch houes nicht ne wete“

– [Er] soll schwören, dass er nicht sein Haus noch Hof betritt[28]

Etwa Ende des 14. Jh. heißt es:

„im an eigen und an hofen … mit … eigen, do meint er acker und huz; daz heissen wir legende eigen; domete daz er spricht hofen, do meint er steende eigen, alzo husere“

– „Ihm an Eigen und an Höfen“ – mit „Eigen“ meint er „Acker und Haus“, das nennen wir liegendes Gut, sagt er „Höfe“, meint er stehendes Gut, also „Häuser“[29]

„Haus“ und „Hof“ tauschen in der Sprachgeschichte ihre Bedeutung in Bezug auf die Liegenschaft aus: Hier steht huz noch für Grundstück, den früheren Begriff Hof, „Acker und Hof“ für Grund und Boden, (Bau-)Grundstück und Flurstück, und hofen, husere für das heutige Haus als Bebauung. Während ursprünglich „Hof“ die Wohnstätte als Konzept bezeichnet, Haus nur die konkreten baulichen Maßnahmen, ist heute Haus das Abstraktum („zuhause“), und Hof nur untergeordneter baulicher Raum (Innenhof, Vorhof).[12][30]

Weitere stehende Wendungen sind:

Haus und Habe steht für Immobilien (Liegenschaft) und Mobilien (Hausrat).
Haus und Herberge für „das Dach über dem Kopf“ und „Unterkunft bieten“, entsprechend dem heutigen Logis in „Kost und Logis“.
Haus und Zehr für Kost und Logis

Literatur

Joachim Eibach, Inken Schmidt-Voges (Hrsg.): Das Haus in der Geschichte Europas. Ein Handbuch. Berlin 2015, ISBN 978-3-11-035898-8.

Weblinks

 Commons: Häuser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Haus – Zitate
 Wiktionary: Haus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
wikihouse.cc/: Open Source Construction Set. 18. Oktober 2011; Bericht dazu: Ruth Rach: Ein Haus zum Ausdrucken. Deutschlandfunk, Corso, 13. Oktober 2011, abgerufen am 18. Oktober 2011
Das Haus als Aushängeschild der Gesellschaft. (Memento vom 11. Februar 2013 im Webarchiv archive.is) Interview mit Platenkamp von der WWU Münster

Einzelnachweise

↑ Inken Schmidt-Voges: Das Haus in der Vormoderne. In: Joachim Eibach, Inken Schmidt-Voges (Hrsg.): Das Haus in der Geschichte Europas. Ein Handbuch. Berlin 2015, S. 1–18.

↑ a b c d e HAUS, n. domus. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Hirzel, Leipzig 1854–1961 (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).

↑ Désirée Waterstradt: Prozess-Soziologie der Elternschaft. Nationsbildung, Figurationsideale und generative Machtarchitektur in Deutschland. Münster 2015.

↑ Andreas Gestrich, Jens-Uwe Krause, Michael Mitterauer: Geschichte der Familie (= Kröners Taschenausgabe. Band 376). Kröner, Stuttgart 2003, ISBN 3-520-37601-6.

↑ Joachim Eibach, Inken Schmidt-Voges (Hrsg.): Das Haus in der Geschichte Europas. Ein Handbuch. Berlin 2015.

↑ Guus Kroonen: Etymological Dictionary of Proto-Germanic. (= Leiden Indo-European etymological dictionary series. 11). Brill, Leiden 2013, ISBN 978-90-04-18340-7, S. 260.

Duden Etymologie – Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. 2. Auflage. Dudenverlag, 1989.

HUT, m. pileus. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Hirzel, Leipzig 1854–1961 (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).

↑ DRW: 1Haus. V. Hausgemeinschaft. zu Haus fangen, kommen: heiraten

↑ a b HÛS, stn. haus, wohnung. In: Georg Friedrich Benecke, Wilhelm Müller, Friedrich Zarncke: Mittelhochdeutsches Wörterbuch. Leipzig 1854–1866. (Nachdruck: S. Hirzel, Stuttgart 1990)

↑ a b DRW: 1Haus. I3f als Stätte von Sicherheit und Frieden.

↑ a b Grimm: HAUS II7)

↑ DRW: 1Haus. III (ständiger) Wohnsitz.

↑ Grimm: HAUS II5)

↑ DRW: 1Haus. I2c eine Burg als ein festes Haus.

↑ Grimm: HAUS II9c)

↑ a b DRW: 1Haus. VI Haushaltung, Hauswirtschaft, Hausvermögen.

↑ Grimm: HAUS II2d)

↑ Grimm: HAUS II2f)

↑ Eintrag 1Haus. In: Deutsches Rechtswörterbuch (DRW), Heidelberger Akademie der Wissenschaften (drw-www.adw.uni-heidelberg.de)

↑ Konrad Kunze: dtv-Atlas Namenkunde. (= dtv-Band. 2490). 1. Auflage. dtv, 1998, ISBN 3-423-03266-9, S. 91.

↑ Grimm: HAUS II2c)

↑ Grimm: HAUS II3)

↑ Inken Schmidt-Voges: Das Haus in der Vormoderne. In: Joachim Eibach, Inken Schmidt-Voges (Hrsg.): Das Haus in der Geschichte Europas. Ein Handbuch. Berlin 2015, S. 1–18.

↑ Paul-Ludwig Weinacht: Aktualität von Klassikern des politischen Denkens. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. 24, 2005, S. 475.

↑ H. Beck, H. Steuer: Haus und Hof in ur- und frühgeschichtlicher Zeit. Göttingen 1997.

↑ E.-W. Böckenförde: Haus und Hof – die Gefährdung. In: Kultur des Eigentums. (= Bibliothek des Eigentums. Band 3). Springer, 2006, ISBN 3-540-33951-5.

↑ Hänselmann: Ottonisches Stadtrecht. In: Urkundenbuch der Stadt Braunschweig. Zitiert nach: DRW: 1Haus. III 1 (ständiger) Wohnsitz. allgemein.

Glosse. In: Das Sächsische Weichbildrecht. Zitiert nach: DRW: 1Haus. I 3 a Einordnung.

HOF, m. area, villa, aula. 3). In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Hirzel, Leipzig 1854–1961 (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).

Normdaten (Sachbegriff):  | | Anmerkung: GND 4023693-6 “nur für Wohngebäude”

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Kategorien: Bauform (Wohngebäude)SiedlungsgeographieRechtsgeschichteSiedlungsnameGeographie des Mittelalters

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Marketing Marketing als Unternehmensfunktion Vielfalt der Marketing-Definitionen Historische Entwicklung Akademische Einordnung und Teilbereiche des Marketings Marketing-Mix Marketingkonzept Duales Führungskonzept Corporate Identity Marketingthemen im Überblick Navigationsmenü aus Leverkusen

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Der Begriff Marketing oder (deutsch) Absatzwirtschaft bezeichnet zum einen den Unternehmensbereich, dessen Aufgabe (Funktion) es ist, Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten (zum Verkauf anbieten in einer Weise, dass Käufer dieses Angebot als wünschenswert wahrnehmen); zum anderen beschreibt dieser Begriff ein Konzept der ganzheitlichen, marktorientierten Unternehmensführung zur Befriedigung der Bedürfnisse und Erwartungen von Kunden und anderen Interessengruppen (Stakeholder). Damit entwickelt sich das Marketingverständnis von einer operativen Technik zur Beeinflussung der Kaufentscheidung (Marketing-Mix-Instrumente) hin zu einer Führungskonzeption, die andere Funktionen wie zum Beispiel Beschaffung, Produktion, Verwaltung und Personal mit einschließt.[1]

Inhaltsverzeichnis

1 Marketing als Unternehmensfunktion
2 Vielfalt der Marketing-Definitionen

2.1 Aktivitätsorientierte Definition
2.2 Beziehungsorientierte Definition
2.3 Führungsorientierte Definition
2.4 Integrative Marketingdefinition
2.5 Alternative Marketingdefinitionen und deren Entstehungsprozess

3 Historische Entwicklung
4 Akademische Einordnung und Teilbereiche des Marketings
5 Marketing-Mix
6 Marketingkonzept
7 Duales Führungskonzept
8 Corporate Identity

8.1 Innenwirkung
8.2 Außenwirkung

9 Marketingthemen im Überblick

9.1 Geläufige Erweiterung um wichtige benachbarte Funktionen
9.2 Marketingausrichtungen
9.3 Neuere Forschungsrichtungen

10 Siehe auch
11 Literatur
12 Weblinks
13 Einzelnachweise

Marketing als Unternehmensfunktion

Abbildung: Marketing im Zusammenhang mit den anderen Unternehmensfunktionen

In der Betriebswirtschaftslehre ist das Marketing ein Teil des unternehmerischen Gesamtprozesses. Dies beginnt mit der Planung eines Konzeptes, worauf der Einkauf von Rohstoffen und Vorprodukten (Vorleistungen) folgt, führt weiter zur Produktion (Erstellung von Gütern oder Dienstleistungen) und endet mit der Vermarktung (Marketing bzw. Vertrieb) der erstellten betrieblichen Leistungen. Hinzu kommen unterstützende Prozesse wie zum Beispiel Innovation, Finanzierung, Verwaltung oder Personalwirtschaft. Die Teilprozesse werden auch als betriebliche oder unternehmerische Funktionen bezeichnet. Damit alle Prozesse möglichst reibungslos funktionieren, bedarf es der Managementfunktionen. Dazu gehören Planung (einschließlich Zielsetzung), Organisation, Führung und Kontrolle (Erfolgs- und Fortschrittskontrolle) im Hinblick auf die Zielsetzung.[2] Den Marketingprozess selbst kann man als Marketingplan darstellen: (1) Erkennen von Chancen durch die Markt-, Kunden- und Wettbewerbsanalyse einschließlich Marktforschung, (2) Festlegung von Zielen, die sicherstellen, dass die investierten Mittel zurückfließen, (3) Auswahl geeigneter Strategien zur Zielerreichung, (4) Umsetzung der Strategie mit dem Marketing-Mix und schließlich (5) Erfolgskontrolle des gesamten Prozesses und aller getroffenen Entscheidungen. Das Thema Marketing bekam in der Wissenschaft und in der Praxis eine große Bedeutung mit dem Wandel von der kriegsbedingten Mangelwirtschaft (Nachfrage ist größer als das Angebot) hin zur sogenannten Überflussgesellschaft (Angebot ist größer als die Nachfrage) seit Mitte der 1950er Jahre. Dieser Trend war von einem verstärkten Wettbewerb um Kunden begleitet und wurde durch die beiden Ölkrisen der 1970er Jahre verstärkt. Beispielsweise erfolgte im Jahr 1969 die Gründung des ersten Marketinglehrstuhls (Heribert Meffert) in Deutschland. Seither gilt das Marketing als zentraler Erfolgsfaktor für die langfristige „Überlebensfähigkeit“ von Unternehmen im Wettbewerb (Dominanz der Marketingfunktion).[3] Die nebenstehende Grafik soll den Zusammenhang zwischen Marketing und den anderen Unternehmensfunktionen veranschaulichen.

Vielfalt der Marketing-Definitionen

Zielgruppengenaues Marketing vor einem Fleischereifachgeschäft in Marburg

Marketing wird je nach Betrachtungsperspektive unterschiedlich definiert. Christian Homburg und Harley Krohmer führen bei der Bestimmung des Marketingbegriffs die drei zentralen historischen Marketingdefinitionen zu einer integrativen Marketingdefinition zusammen:

Aktivitätsorientierte Definition

Eine aktivitätsorientierte Marketingdefinition versteht Marketing im Kern als ein Bündel marktgerichteter Unternehmensaktivitäten. Allgemeiner gefasst kann man in diesem Zusammenhang Marketing als einen Prozess der Planung und Durchführung des Konzeptes, des Preismanagements, der Werbeaktivitäten und des Vertriebs von Ideen, Gütern und Dienstleistungen, mit dem Zweck einen Austausch zu erreichen, der die Wünsche von Individuen und Organisationen befriedigt, bezeichnen. Die aktivitätsorientierte Definition entstand in den 1970er Jahren und wurde sehr stark durch die Entwicklung und Betonung des Marketing-Mix geprägt.

Beziehungsorientierte Definition

Die beziehungsorientierte Marketingdefinition legt den Schwerpunkt auf die Zielsetzung des Marketings, Kundenbeziehungen aufzubauen, zu erhalten und zu stärken, und zwar mithilfe von gegenseitigem Austausch und der Erfüllung von Versprechen (und somit dem Aufbau von Vertrauen). Die beziehungsorientierte Definition ersetzt jedoch keineswegs die aktivitätsorientierte Definition, sondern wirkt in Ergänzung zu ihr. Entstanden ist sie Ende der 1980er Jahre im Zusammenhang mit Relationship Marketing, die damals die Fokussierung auf die einzelnen Transaktionen mit dem Kunden zugunsten der Fokussierung auf die nachhaltigen Beziehungen mit dem Kunden ablöste.

Führungsorientierte Definition

Die führungsorientierte Marketingdefinition sieht Marketing als „bewusst marktorientierte Führung des gesamten Unternehmens [oder auch als] marktorientiertes Entscheidungsverhalten in der Unternehmung“ (.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}Meffert, 2000). Wichtig sind bei dieser Definition insbesondere die unternehmensinternen Rahmenbedingungen, die die Ausrichtung der Unternehmensaktivitäten am Markt maßgeblich prägen; somit beinhaltet diese Definition sowohl das Konzept des Marketing-Mix, Aspekte der Marktimplementierung, den Gedanken der marktorientierten Unternehmensführung und des Relationship Marketing, was erklärt, wieso diese Definition als Ergänzung zu den beiden erstgenannten gesehen wird. Entwickelt wurde die führungsorientierte Definition in den 1980er Jahren, wonach sie jedoch erst in den 1990er Jahren eine wissenschaftliche Durchdringung erfahren hat.

Integrative Marketingdefinition

Die integrative Marketingdefinition von Homburg/Krohmer sieht Marketing als ein Konzept, das im Wesentlichen zwei Facetten hat, eine unternehmensinterne und eine unternehmensexterne:

Die unternehmensexterne Facette sieht dabei Marketing als die Konzeption und Durchführung marktbezogener Aktivitäten eines Anbieters bezüglich (potenzieller) Nachfrager seiner Produkte. Solche marktbezogenen Aktivitäten beinhalten in diesem Kontext sowohl die systematische Informationsgewinnung über Marktgegebenheiten als auch die Gestaltung des Marketing-Mix.
Für die unternehmensinterne Facette wiederum besteht Marketing aus der Schaffung der Voraussetzungen im Unternehmen für die Durchführung der marktbezogenen Aktivitäten. Dies beinhaltet insbesondere die Führung des Unternehmens nach der Leitidee der Marktorientierung.

Beide Ansatzpunkte des Marketings zielen hierbei auf die optimale Gestaltung von Kundenbeziehungen im Sinne der Ziele des Unternehmens ab.

Alternative Marketingdefinitionen und deren Entstehungsprozess

Philip Kotler, amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Professor für Marketing an der Kellogg School of Management der Northwestern University, definiert Marketing wie folgt:

„Marketing ist ein Prozess im Wirtschafts- und Sozialgefüge, durch den Einzelpersonen und Gruppen ihre Bedürfnisse und Wünsche befriedigen, indem sie Produkte und andere Dinge von Wert erstellen, anbieten und miteinander austauschen.“

Eine über die funktionale Perspektive hinausgehende Definition versteht darunter die kunden- und marktorientierte Unternehmensführung zur Erreichung der Unternehmensziele.

„Marketing ist die konzeptionelle, bewusst marktorientierte Unternehmensführung, die sämtliche Unternehmensaktivitäten an den Bedürfnissen gegenwärtiger und potentieller Kunden ausrichtet, um die Unternehmensziele zu erreichen.“[4]

In neueren Publikationen wird Marketing beispielsweise als Management komparativer Konkurrenzvorteile unter Nutzung der Marketinginstrumente verstanden.

2004 ist die American Marketing Association (AMA) dazu übergegangen, ihre 20 Jahre alte Definition zu modernisieren und vom Postulat einer unidirektionalen Promotion zum dialogorientierten Begriff des Kundenbeziehungsmanagements zu wechseln. Im Hinblick auf die neu hervorgehobene Konsumentenzentrierung wurden nicht nur die Interessen des Unternehmens, sondern die Interessen sämtlicher Stakeholder als Ziel des Marketingprozesses fokussiert. Damit zieht in die allgemeine Lehrmeinung der von den Investitionsgüteranbietern propagierte übergreifende Ansatz ein. So wird Marketing als „organisierende Funktion und Prozessbündel gesehen, um Werte auf eine Art und Weise für Kunden und Kundenbeziehungen zu schaffen, kommunizieren und bereitzustellen, sodass die Organisation und ihre Stakeholder davon profitieren“. Eine neuere Definition der AMA vom Oktober 2007 lautet: “Marketing is the activity, set of institutions, and processes for creating, communicating, delivering, and exchanging offerings that have value for customers, clients, partners, and society at large.”

Viele Marketingwissenschaftler sehen Marketing als eine im Kern unternehmerische Denkhaltung. Demnach kann „Marketing als Ausdruck eines marktorientierten unternehmerischen Denkstils gesehen werden, der sich durch schöpferische, systematische und zuweilen auch aggressive Note auszeichnet.“[5]

In der Vision des Deutschen Marketing-Verbandes wird Marketing „als eine marktorientierte Unternehmensführung verstanden, die alle relevanten Unternehmensaktivitäten auf die Wünsche und Bedürfnisse von Anspruchsgruppen ausrichtet.[6]“

Einem aktiven Marketing kommt besonders bei Käufermärkten, d. h. Märkte mit einem deutlichen Angebotsüberhang, mit der Bedingung Angebot zu Nachfrage im Gegensatz zur Orientierung an früher verfolgten rein unternehmensinternen Zielen und Gegebenheiten wie Produktionskapazitäten eine erhöhte Bedeutung zu.

Den Besonderheiten des Handels entsprechend hat Schenk für das Handelsmarketing einen über die bloße Kundenorientierung hinausgehenden Vier-Märkte-Ansatz entwickelt: „Für das Handelsmarketing sind die Handelsbetriebe Subjekte eigener Marketingstrategien und -taktiken, und zwar nicht nur in der Ausrichtung auf Absatzmärkte, sondern auf alle vier Märkte des Handelsbetriebs (Absatzmarkt, Beschaffungsmarkt, Konkurrenzmarkt, interner Markt).[7]“

Auch außerhalb der Unternehmenswelt nutzen mittlerweile Non-Profit-Organisationen („Non-Profit-Marketing“) Marketingtechniken. Letztlich erscheint eine exakte Definition oder Abgrenzung des Marketing-Begriffs für die BWL nicht notwendig, solange es einen grundlegenden Konsens über die wichtigsten Aufgaben des Marketing in Literatur und Praxis gibt.[8]

Historische Entwicklung

Der Begriff „Marketing“ wurde erstmals zwischen 1905 und 1920 an US-amerikanischen Universitäten verwendet. In Deutschland organisierte Ludwig Erhard 1935 im Namen der Nürnberger Handelshochschule, als wissenschaftlicher Assistent von Wilhelm Vershofen, das erste Marketing-Seminar Deutschlands. Damals als „Absatzwirtschaftlicher Kurs“ bezeichnet, war dies ein Grundstein für den NAA e. V. (Nürnberger Akademie für Absatzwirtschaft) und den GfK e. V. Aus diesen entstanden später die NAA GmbH und die Gesellschaft für Konsumforschung.

Eine Ausnahme bildet die Untersuchung von Stackelbergs aus dem Jahre 1939: Im Gegensatz zur damals vorherrschenden Preistheorie, die von Preis und Menge als alleinige Aktionsparameter von Unternehmungen ausgeht, berücksichtigte er erstmals Qualitätsvariationen und Vertriebspolitik. Die Geburtsstunde des Marketings kam in Deutschland mit der Erfindung des Backpulvers 1893 durch Oetker. Durch Massenwerbung wurde dem Privatkunden erstmals ein Produkt angeboten, das ihm eine Arbeitserleichterung verschaffte – von dem er aber bis dahin nicht gewusst hatte, dass er es überhaupt brauchte. Da die Weiterentwicklung durch Erfindungen neuer Produktvarianten weiter voranschritt, reicht der Erfolg des Angebots bis in die Gegenwart hinein. Auf universitärer Ebene entwickelte sich Marketing Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre durch den Aufbau des ersten Instituts für Marketing durch Heribert Meffert an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster (Westfalen).

Die Einführung des heutigen Marketingbegriffes wurde vom Wandel der Absatzmärkte begleitet, weg vom Verkäufermarkt, in dem der Verkäufer aufgrund des Mangels an Gütern und Dienstleistungen Preise und Konditionen weitgehend bestimmen kann, hin zu einem Käufermarkt, in dem die Vielzahl an Wettbewerbern immer mehr Kunden die Wahl ermöglicht, ob sie das Angebot überhaupt annehmen.

Manfred Bruhn beschreibt, insbesondere für Deutschland, folgende Entwicklungsstufen des Marketings:[9]

Produktionsorientierung in den 1950ern (reine Produktion; aufgrund enormer Nachfrage in der Nachkriegszeit)
Verkaufsorientierung in den 1960ern (von der Produktion zum Vertrieb)
Marktorientierung in den 1970ern (Marktsegmentierung; Spezialisierung auf einzelne Bedürfnisse)
Wettbewerbsorientierung in den 1980ern (Betonung von Alleinstellungsmerkmalen)
Umfeldorientierung in den 1990ern (Reaktion auf ökologische, politische, technologische oder gesellschaftliche Veränderungen)
Dialogorientierung ab 2000 (interaktive Ausrichtung der Kommunikation durch Internet, E-Mails)
Netzwerkorientierung ab 2010 (Web 2.0, soziale Netzwerke, Word-of-Mouth)

Eine ähnliche Einteilung nehmen Jean-Paul Thommen und Ann-Kristin Achleitner für die (weltweite) historische Entwicklung vor:[10]

Customer Relationship Managements
Marktorientierung
Produktionsorientierung
Umweltorientierung
Verkaufsorientierung

Akademische Einordnung und Teilbereiche des Marketings

Akademisch ist das Marketing im Bereich der speziellen BWL anzusiedeln, wobei der Marketingteilbereich Marketing-Management z. B. an der Universität Hamburg auch als Absatz bezeichnet wird und zur allgemeinen BWL gehört.

Marketing-Management (Marketingmanagement) bzw. Absatz als Teilbereich der ABWL
Sales Management
Social Networks and Marketing Communication
Psychologische Theorien im Marketing
Empirische Forschungsmethoden / Angewandte empirische Forschungsmethoden
E-Business
Medienmanagement

Interdisziplinarität findet besonders in Kombination mit (Teildisziplinen aus) Psychologie, Medienwissenschaft und Mathematik statt.

Marketing-Mix

Hauptartikel: Marketing-Mix

Der Marketing-Mix gilt als die einfachste und zugleich wirksamste Kombination von „Werkzeugen“ oder „Instrumenten“ zur praktischen Umsetzung von Marketingplänen in Unternehmen oder Non-Profit-Organisationen. Diese Tatsachen erklären die große Beliebtheit des Marketing-Mix in Theorie und Praxis.[11] Im Jahr 1964 schlug Neil Borden zwölf Instrumente vor. Diese hat dann Jerome McCarthy zu vier Gruppen, den berühmten vier Ps, zusammengefasst. Es sind:

Product (Produktpolitik)
Price (Preispolitik)
Promotion (Kommunikationspolitik)
Place (Distributions- bzw. Vertriebspolitik)

Die wichtigste Aufgabe der Produktpolitik ist es, die konkreten Produktmerkmale wie zum Beispiel Qualität, Service, Technik-Niveau (im Bereich des Marketing meist „Technologie“ genannt), Design und Zuverlässigkeit so zu gestalten, dass diese in der subjektiven Wahrnehmung der Zielgruppe attraktiv erscheinen. Dazu muss die Preispolitik herausfinden, welchen Preis die Kunden bereit sind, für diese Produktmerkmale zu zahlen. Es geht also bei diesen beiden Instrumenten des Marketing-Mix um das in den Augen der Kunden im Vergleich zum Wettbewerb attraktivste Preis-Leistungs-Verhältnis. Zur Preispolitik gehört auch die Gestaltung der Liefer- und Zahlungsbedingungen (Rabatte, Boni, Skonti, Preisnachlässe etc.). Die wichtigste Aufgabe der Kommunikationspolitik ist es, die Kunden über das eigene Angebot zu informieren und deren Kaufentscheidung zu beeinflussen. Dies erfolgt im Rahmen des sogenannten Kommunikationsmix. Dieses ist so zu gestalten, dass es die angestrebte Wirkung (Information und Überzeugung) mit möglichst geringen Kosten erzielt. Bei der Distributionspolitik geht es um die effiziente Gestaltung aller Aktivitäten auf dem Weg eines Produktes oder einer Dienstleistung vom Anbieter zum Kunden oder Anwender.[12] Dabei unterscheidet man zwischen einer logistischen (Transport und Lagerhaltung) sowie einer akquisitorischen (Gewinnung und Bindung von Kunden) Distribution. Nach zeitgemäßem Marketingverständnis spricht man nicht mehr von Distributions-, sondern von Vertriebspolitik.[13] Die primäre Aufgabe der Vertriebspolitik ist die effiziente Gestaltung der Vertriebsstrategie und des Vertriebsprozesses einschließlich Auswahl und Qualifizierung des Personals zur Förderung der Vertriebskompetenz.[14]

Marketingkonzept

Angesichts des rasanten sozialen und kulturellen Wandels soll ein Marketingkonzept nach Philip Kotler eine Antwort auf die Frage geben, welcher Philosophie das Marketing eines Unternehmens folgen soll.[15] Das Marketingkonzept der Unternehmensführung entstand nach Kotler in den 1950er Jahren. Demnach ist der Unternehmenserfolg in erster Linie von der Markt- und Kundenorientierung abhängig. Bei den historisch vorausgegangenen Perioden der Preis- und Produktorientierung ging es in erster Linie um die kostengünstige Massenfertigung preisgünstiger Produkte, die sich in einer Mangelwirtschaft, bei der die Nachfrage größer ist als das Angebot, quasi von selbst verkauften. Dagegen gilt in einer sogenannten Überflussgesellschaft (Angebot ist größer als die Nachfrage):

“The marketing concept holds that the key to achieving organizational goals is being more effective than competitors in creating, delivering, and communicating superior customer value to your chosen target markets.”

„Das Marketingkonzept erhebt den Anspruch, dass es der Schlüssel zum Erreichen von Unternehmenszielen ist, effektiver als Mitbewerber in der Produktion, Lieferung und Kommunikation des eigenen Angebotes gegenüber den ausgewählten Zielmärkten zu sein.“

– Philip Kotler[15]

Und das sei nur möglich durch einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem sämtliche Unternehmensfunktionen auf das Ziel der Markt- und Kundenorientierung ausgerichtet werden (ganzheitliches Marketingkonzept). Die weitere Entwicklung eines Marketingkonzeptes führt zum Relationship Marketing, dessen primäres Ziel darin besteht, über langfristige und feste Kundenbeziehungen eine Markenprägung aufzubauen.[15]

Duales Führungskonzept

Unterschiedliche Auffassungen gibt es darüber, an welcher Stelle einer betrieblichen Struktur der Unternehmensbereich Marketing zu sehen ist. Das so genannte duale Führungskonzept zeigt, dass Marketing zwei grundlegende Funktionen hat:

neben anderen Funktionen wie zum Beispiel Einkauf und Produktion auf einer hierarchischen Stufe,
in der Unternehmensleitung

Das Marketing ist also nicht nur einer von vielen Unternehmenszweigen. Marketing als marktorientierte Unternehmensführung kommt im Zeitalter der Globalisierung höhere Bedeutung zu.

Es existieren mehrere Interpretationen des Marketing-Begriffs. So kann Marketing als gleichberechtigte Linieninstanz verstanden werden, die die Planung, Koordination und Kontrolle aller auf die Absatzmärkte gerichteten Unternehmensaktivitäten beinhaltet.

Marketing kann auch als Unternehmensphilosophie interpretiert werden. Dabei beinhaltet Marketing die bewusst marktorientierte Führung des gesamten Unternehmens. Diese Interpretation weitet die Marktorientierung auf alle Personen und Funktionen aus, die den Erfolg eines Unternehmens auf dem Absatzmarkt beeinflussen.

Die gleichzeitige Betrachtung beider Interpretationen, d. h. Marketing als gleichberechtigte Linieninstanz und als Unternehmensphilosophie, wird auch als „duales Führungskonzept“ bezeichnet.

Corporate Identity

Eine bedeutende Fragestellung im strategischen Marketing ist: Wie präsentiert sich ein Unternehmen als Ganzes gegenüber der Außenwelt und nach innen gegenüber den Mitarbeitern? Dazu wurde in den 80er Jahren das Konzept der Unternehmensidentität entwickelt. Die Corporate Identity (CI, Unternehmensidentität) mit ihren drei Teilaspekten Corporate Communication (CC), Corporate Design (CD) und Corporate Behaviour (CB) entwickelt systematisch ein einheitliches, prägnantes Erscheinungsbild des Unternehmens mit Außen- und Innenwirkung.

Innenwirkung

Mitarbeiter identifizieren sich mit ihrem Unternehmen. Es entsteht ein Wir-Gefühl: der Mitarbeiter eines Fahrzeugherstellers fährt idealerweise ein Auto seines Unternehmens und kein Konkurrenzprodukt.

Außenwirkung

Das Unternehmen wird nach außen einheitlich präsentiert. Dazu gehören operativ die Geschäftsausstattung mit Logo, Farbgebung, Typografie und Layoutvorgaben (Corporate Design) sowie eine strategisch als geschlossen wahrnehmbare Kommunikationspolitik, mit der die anderen Elemente des Marketing-Mix den Marktteilnehmern zugänglich gemacht werden.

Die kommunizierte Zusammengehörigkeit (Corporate Behaviour), die im Zusammenhang mit den anderen Bestandteilen der CI eine schlüssige und widerspruchsfreie Ausrichtung der Verhaltensweisen einer Organisation nach innen und außen darstellt, führt zu einer eindeutigen und unverwechselbaren Marktpräsenz. Wenn die CI stimmig ist, erscheint das Unternehmen glaubwürdiger.

Siehe auch: Werbung und Kommunikationspolitik

Marketingthemen im Überblick

Geläufige Erweiterung um wichtige benachbarte Funktionen

Marktforschung und Meinungsforschung
Engpasskonzentrierte Strategie[16]
Balanced Scorecard
Qualitätsmanagement
Controlling in der Spezialisierungsform Marketingcontrolling / Markttest (Controlling)
Brand Management (Markenführung)
Mitarbeitermanagement, Ausstattung- und Prozesspolitik im Dienstleistungsbereich

Marketingausrichtungen

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen dem auf den Vertrieb der erstellten Leistungen bezogenen Absatzmarketing und dem Beschaffungsmarketing, das sich gezielt mit den auf Lieferanten bzw. Zulieferer gerichteten Aktivitäten befasst.

Den Besonderheiten der Handelsunternehmen, die (nach Schenk) typischerweise vier Märkte gestalten – Absatz-, Beschaffungs-, Konkurrenz- und interne Märkte[17] –, widmet sich das Handelsmarketing als eigenständiger Forschungszweig. Entsprechend tritt für Handelsunternehmen an die Stelle des ursprünglich industriellen Konzepts der marktorientierten Unternehmensführung das Konzept der an vier Märkten orientierten Unternehmensführung.

Zu den vielfältigen Marketingausrichtungen zählen u. a.:

Handelsmarketing (eigenständiges Marketing von Handelsunternehmen)
Dienstleistungsmarketing
Direktmarketing
Sensorisches Marketing
Geomarketing
Ethno-Marketing
Gender-Marketing
Interactive Branding
Investitionsgütermarketing (B2B Business-to-Business)
Konsumgütermarketing (B2C Business-to-Consumer)
Local Branding
Stadtmarketing
Gesundheitsmarketing
Guerilla-Marketing
Eventmarketing
Visual Marketing
Social Marketing
Technologiemarketing
Online-Marketing
Produktplatzierung
Push-Pull-Strategie

Daneben existieren spezielle Ausrichtungen, die nicht direkt den klassischen Marketingausrichtungen zugeordnet werden, da sie nicht direkt einer Leistungserstellung und -vermarktung zuzuordnen sind:

Marketing nach innen (im Rahmen der Corporate Identity)
Non-Profit-Marketing (Politikmarketing)

Neuere Forschungsrichtungen

Consumer Neuroscience verbindet Theorien der Neurowissenschaften mit Marktforschung.
Verzahnung der Neuen Institutionenökonomie mit verhaltenswissenschaftlichen Ansätzen.

Siehe auch

Diversity Marketing
Fachkaufmann für Marketing
Kommunikationswirt
Marketinggesellschaft
Marketingkooperation
Medienmarketing, Immobilienmarketing, Kirchenmarketing
Strategische Marketing-Planung
Vertriebsprozess
Marketingprozess

Literatur

Mirko Düssel: Handbuch Marketingpraxis – Von der Analyse zur Strategie, Ausarbeitung der Taktik, Steuerung und Umsetzung in der Praxis. Cornelsen, Berlin 2006, ISBN 978-3-589-23664-0
Franz-Rudolf Esch, Andreas Herrmann, Henrik Sattler: Marketing – Eine managementorientierte Einführung. 2. Auflage. Vahlen Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8006-3488-0.
Otto Walter Haseloff: Marketing für Innovationen. Ausbreitung, Akzeptierung und strategische Durchsetzung des Neuen in Wirtschaft und Gesellschaft. Verlag Auditorium, Saveso 1989, ISBN 3-905120-13-5
Christian Homburg, Harley Krohmer: Marketingmanagement. 2. Auflage. Gabler Verlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-8349-0289-4.
Philip Kotler, Kevin Lane Keller, Friedhelm Bliemel: Marketing-Management – Strategien für wertschaffendes Handeln. 12. Auflage. Pearson Studium, München 2007, ISBN 978-3-8273-7229-1.
Heribert Meffert, Christoph Burmann, Manfred Kirchgeorg: Marketing. 10. Auflage. Gabler Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-409-69018-8.
Florian Kraus: Der Transfer der Marktorientierung über Hierarchieebenen – Eine empirische Mehrebenenuntersuchung. Gabler Verlag, Wiesbaden 2008.
Philip Kotler, Gary Armstrong, Veronica Wong, John Saunders: Grundlagen des Marketing. 5. Auflage. Pearson Studium, München 2010, ISBN 978-3-86894-014-5.

Weblinks

 Wiktionary: Marketing – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Marketing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Marketing – Zitate

Einzelnachweise

↑ Meffert entwickelt diese Definition aus 15 verschiedenen Vorschlägen als Synthese. H. Meffert u. a.: Marketing. 10. Auflage, Wiesbaden 2008, S. 10 ff.

↑ H. Schierenbeck: Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre. 17. Auflage. München 2008, S. 231 ff.

↑ W. Pelz: Strategisches und Operatives Marketing. Norderstedt 2004, S. 3 ff.

↑ Peter Runia, Frank Wahl, Olaf Geyer, Christian Thewißen: Marketing. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2005, S. 4.

↑ Vgl. Nieschlag, Dichtl, Hörschgen (1985); zitiert von Peter Winkelmann.

Wir über uns. Deutscher Marketingverband; abgerufen am 12. Dezember 2008; zitiert nach Franz-Rudolf Esch.

↑ Hans-Otto Schenk: Marktwirtschaftslehre des Handels. Wiesbaden 1991, S. 201.

↑ Rainer Olbrich: Marketing: Eine Einführung in die marktorientierte Unternehmensführung. 2. Auflage. Springer, 2009, ISBN 3-540-23577-9, S. 12.

↑ Manfred Bruhn: Integrierte Unternehmens- und Markenkommunikation: Strategische Planung und operative Umsetzung. 5. Auflage. Schäffer Pöschel, ISBN 978-3-7910-2878-1, S. 5–7.

↑ Jean-Paul Thommen, Ann-Kristin Achleitner: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. 6. Auflage. Gabler, Wiesbaden 2009, S. 131–132.

↑ B.P. Shapiro: Rejuvenatin the Marketing Mix. In: Harvard Business Review, September-October 1985, S. 4

↑ W. Pelz: Strategisches und Operatives Marketing, Ein Leitfaden zur Erstellung eines professionellen Marketing-Plans. Norderstedt 2004, S. 80 ff.

↑ C. Homburg, H. Krohmer: Marketingmanagement. 3. Auflage. Wiesbaden 2009, S. 829.

↑ P. Kotler, K. Keller: Marketing Management. 13. Auflage. Prentice-Hall, Upper Saddle River 2009, S. 415 f. und 556 f.

↑ a b c P. Kotler, K.L. Keller: Marketing Management. 13th edition. Upper Saddle NJ 2009, S. 18 f.

↑ Herbert Gross: Die Chancen ändern sich. Düsseldorf / Wien 1976.

↑ Hans-Otto Schenk: Marktwirtschaftslehre des Handels. Wiesbaden 1991, S. 199–210.

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4037589-4 (AKS)

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Der Procurator aus Jost Ammans Ständebuch (1568)
Anwälte aus der Sicht von Honoré Daumier

Rechtsanwalt (in der Schweiz je nach Kanton auch Advokat, Fürsprecher und Fürsprech genannt; von germ. rehta, althochdeutsch reht: „richten“, anawalt: „Gewalt“) ist eine Berufsbezeichnung für einen juristischen Beistand. Er gehört mit den Patentanwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern und (teilweise) den Notaren zu den rechts- und wirtschaftsberatenden Freien Berufen. Mit allen Fragen rund um den Beruf des Rechtsanwalts befasst sich – seit 1988 in Deutschland auch institutionell – das Anwaltsrecht. Von einem „Titularanwalt“ spricht man bei zugelassenen Rechtsanwälten, die keine Mandate übernehmen. Sie führen die Berufsbezeichnung häufig aus Imagegründen oder um Mitglied in einem Rechtsanwaltsversorgungswerk werden zu können und dort Altersversorgungsansprüche zu erwerben. Außerdem gestattet § 17 Absatz 2 der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) der zuständigen Rechtsanwaltskammer, einem Anwalt, der wegen hohen Alters oder Gebrechen auf die Zulassung verzichtet, die Erlaubnis zu erteilen, sich weiterhin Rechtsanwalt zu nennen.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte

1.1 Sachsenspiegel, Schwabenspiegel
1.2 Neuzeit

2 Aufgaben
3 Rechtsanwältinnen
4 Zulassung, Einstiegsgehälter und Mitgliederstatistik
5 Berufsrecht
6 Fachanwalt
7 Anwaltsnotar
8 Anwaltsmediator
9 Syndikus
10 Vergütung
11 Einkommen

11.1 Angestellte Vollzeit-Rechtsanwälte
11.2 Selbstständige Vollzeit-Rechtsanwälte

12 Sozietäten und andere Berufsausübungsgemeinschaften
13 Deutscher Anwaltverein
14 Anwaltshaftung
15 Ausländische Rechtsanwälte in Deutschland
16 Siehe auch
17 Literatur
18 Weblinks
19 Einzelnachweise

Geschichte

Lysias (ca. * 445 – † 380 v. Chr.), bekannter griechischer Logograph

Im antiken Athen hatte eine Prozesspartei ihre Sache vor Gericht mit zwei Plädoyers zu vertreten. Es war dabei einem Freund oder Verwandten gestattet, eine dieser Parteien als „Fürsprech“ oder Synegor (altgriechisch συνήγορος synēgoros) zu unterstützen. Wer professionelle Hilfe suchte, konnte den Fall einem Logographen schildern. Der Logograph verfasste dann eine Rede, welche die Prozesspartei auswendig lernte und vor Gericht vortrug. Die Logographen unterschieden sich von den Synegoren dadurch, dass sich ihre Aufgabe auf das Verfassen des Plädoyers beschränkte und sie gegen Entlohnung tätig wurden, was den Synegoren verboten war. Rechtsanwälte im heutigen Sinne gab es nicht.[1]
Der Rhetorik kam im demokratischen Athen des vierten Jahrhunderts v. Chr. eine herausragende Bedeutung zu, insbesondere in der Volksversammlung und bei den Gerichten, die mit durch Los bestimmten Laienrichtern besetzt waren. Es gab zahlreiche Rhetoriklehrer, und Rhetorikhandbücher kamen auf. Der griechische Philosoph Aristoteles unterschied Rhetorik in drei Gattungen:

Gerichtsrede (gr. γένος δικανικόν (génos dikanikón), lat. genus iudiciale)
Beratungsrede; politische Entscheidungsrede (gr. γένος συμβουλευτικόν (génos symbouleutikón), lat. genus deliberativum)
Lob- und Festrede (gr. γένος ἐπιδεικτικόν (génos epideiktikón), lat. genus demonstrativum oder genus laudativum)

Er definierte Rhetorik als „Fähigkeit, bei jeder Sache das möglicherweise Überzeugende (pithanon) zu betrachten“. An den zeitgenössischen Rhetoriklehrern kritisierte schon Aristoteles, dass sie die Argumentation vernachlässigten und ausschließlich auf Emotionserregung abzielten, etwa durch Verhaltensweisen wie Jammern oder Mitbringen der Familie zur Gerichtsverhandlung, wodurch ein sachbezogenes Urteil der Richter verhindert werde.[2] Ein eindrucksvolles Zeugnis, wie Rhetorik und juristische Argumente aber auch zusammenspielen konnten, findet sich in den Reden von Demosthenes[3] und Aischines[4] im Prozessbericht zu Über den Ehrenkranz.

Da es nicht jedem lag, die richtigen Worte bei Gericht zu finden, kam es später aber zu Berufsrednern die auch bei Gericht sprechen durften, deren Rechtskenntnis aber zweitrangig war. Vielmehr mussten sie zur Beeinflussung der Entscheidung des Richters nur allgemein die Kunst der Rhetorik beherrschen.

Der römische Kaiser Augustus verlieh einzelnen Juristen das Recht Rechtsgutachten oder Responsien zu erteilen. Es kann angenommen werden, dass diese mit höchsten Weihen versehenen Gutachten Urteilscharakter aufwiesen und den entsprechenden Juristen daher eine sehr große beinahe legislative Kompetenz zustand. Zum ersten Mal wurden Juristen zu einer anerkannten und geschützten, staatlich kontrollierten sozial einheitlich organisierten Berufsgruppe. Vorher als reine Privatpersonen frei davon, konnte der Princeps nun auch eingreifen und regulieren.[5] Bei Schwurgerichten, vor denen mit der Popularklage jeder Bürger anklagen konnte, war es dem Angeklagten erlaubt Advocati (ähnlich Anwälten aber nicht Advokaten) für sich auftreten zu lassen.[6] Als Tätigkeitsbereich kam neben den Beisitzern bei Gericht (Assessores) und der Tätigkeit des Respondierjuristen, die Tätigkeit des Redners vor Gericht in Betracht. Diese Advocati waren wohl von anderer Qualität als die reinen Respondierjuristen. Während letztere sicherlich Theoretiker[7] und Spezialisten waren, waren die Advocati oftmals ganz pragmatische Verteidiger ihres Auftraggebers. Oftmals waren es nur geschulte Redner mit wiederum ihrerseits rechtlicher Beratung oder einer eher geringen juristischen Bildung. Diese wurden, weil sie das in der römischen Spätzeit altertümliche Kleidungsstück der Toga zu tragen hatten, nicht nur Advocati, sondern auch Togati (mit der Toga Bekleidete) genannt.[8]
Ob diese nun Redner waren, oder eine Fachausbildung hatten, kann nur gemutmaßt werden. Eine Verordnung des Kaiser Leo aus dem Jahre 460 n. Chr. verfügte zwar eine Ausbildung zum Juristen als Voraussetzung für derartige Tätigkeiten, bezog sich aber anscheinend nur auf das höchste Gericht.[9]

Über die historischen Anfänge der Anwaltschaft in Deutschland ist wenig bekannt.

Sachsenspiegel, Schwabenspiegel

Einiges lässt sich dem Sachsenspiegel entnehmen. Dieser wurde um 1220–1233 durch Eike von Repgow verfasst.[10] Eike von Repgow betont, dass die Sachsen einige Regelungen gegen das Besatzungsrecht Karls des Großen durchsetzen konnten. Daher galten viele Regelungen des Sachsenspiegels nicht erst seit 800, sondern auch schon in den vorchristlichen Jahrhunderten. Im Landrecht des Sachsenspiegels zerstreut sind einige Regelungen zu finden, welche die germanischen Wurzeln anwaltlicher Tätigkeit erkennen lassen. Es handelt sich um den Vorspreke. In einigen Schweizer Kantonen hat sich die Berufsbezeichnung als Fürsprecher erhalten. Es ging aber ursprünglich weniger darum, für einen anderen Fürsprache einzulegen, als für ihn vorzusprechen. Prozessuale Formalien hatten damals ähnliche, wenn nicht größere Bedeutung als heute. Jeder freie Mann hatte das Recht, seine Sache vor Gericht selbst zu vertreten. Wenn er sich versprach, war der Fehler nicht mehr zu heilen. Deshalb bestand die Möglichkeit, einen anderen statt seiner selbst sprechen zu lassen. Der Fürsprecher musste männlich sein. Er durfte nicht Geistlicher, rechts- oder prozessunfähig sein bzw. sich in Reichsacht befinden. Der Richter war verpflichtet, die Partei zu befragen, ob sie die Worte ihres Fürsprechers gegen sich gelten lassen wollte. Diese konnte bestätigen, verneinen oder um Bedenkzeit bitten. Wenn eine Partei die Worte ihres Fürsprechers nicht bestätigte, durften diese keine Berücksichtigung finden. Jeder gerichtsfähige Mann war verpflichtet, das Amt eines Fürsprechers zu übernehmen, wenn der Richter ihn dazu bestimmte. Ausnahmen galten für benannte Fälle einer Interessenkollision. Bei Sexualdelikten hatte der Richter für einen Vormund der Geschädigten als Prozessvertreter zu sorgen, wenn kein Mitglied ihrer Sippe zur Verfügung stand.

Der Sachsenspiegel besagt nicht ausdrücklich, dass es seinerzeit Leute gab, die regelmäßig als Fürsprecher tätig wurden und dafür Geld erhielten. Es gibt aber zwei Indizien dafür. Wenn beide Parteien denselben Mann als Fürsprecher für sich begehrten, lag die Entscheidung beim Richter. Entweder musste der Fürsprecher gerichtsbekannt oder vermögend sein oder dem Richter Bürgen für die Geldbußen stellen, die gegen ihn persönlich verhängt werden konnten, bevor er tätig werden durfte. Selbst bei Familienbanden erscheint zweifelhaft, ob man für den Prozess eines anderen selbst haften wollte. Dieses Haftungsrisiko wird sich der Fürsprecher angemessen bezahlt haben lassen.

In Art. 87 des Schwabenspiegels waren bereits seit dem Spätmittelalter wesentliche Punkte des anwaltlichen Berufsrechts geregelt. Der Fürsprecher sollte nur den vertreten, der seiner Überzeugung nach recht hatte. Half er seiner Partei bei einem Prozessbetrug, hatte er persönlich an den Richter und die geschädigte Partei hohe Strafen zu zahlen. Der Richter konnte den Fürsprecher beauftragen, eine arme Partei unentgeltlich zu vertreten. Schließlich waren auch schon die anwaltliche Schweigepflicht und das Verbot, widerstreitende Interessen zu vertreten, bekannt.

Neuzeit

Englischer Barrister in Robe (um 1900)
Französischer Rechtsanwalt in Robe (um 1910)

Mit der Rezeption des römischen Rechts seit dem Hochmittelalter in Europa wurde das Gerichtsverfahren professionalisiert und es entstanden dazu Funktionen, die mit ausgebildeten Juristen besetzt waren. Hierbei bildete sich ein Berufsstand professioneller Juristen heraus, die eine Partei in der Verhandlung vor dem Gericht vertraten, die sogenannten Prokuratoren. Daneben gab es andere Anwälte, die den Kontakt mit dem Rechtssuchenden pflegten, die Mandanten berieten und sie auch in außergerichtlichen Geschäften rechtlich betreuten, die sogenannten Advocaten. Die Advocaten bereiteten den Rechtsstreit juristisch vor und lieferten dem Prokurator die schriftliche Aufbereitung. Diese Trennung zwischen Advokaten und Prokuratoren gab es allerdings in manchen Ländern nur vor den höchsten Gerichten.

In Deutschland kannte man diese Zweiteilung in den süddeutschen Gebieten, die ursprünglich einmal unter römischer Verwaltung gestanden hatten. Im Landrecht des Schwabenspiegels, dessen erste Aufzeichnung um 1275 erfolgte, wurde zwischen dem Fürsprecher, der vor Gericht vertrat, und dem Ratgeber unterschieden. Beide konnten für ihre Tätigkeit Geld verlangen. Bei dem Fürsprecher bestand ähnlich wie heute ein Verbot, ein Erfolgshonorar zu vereinbaren. Seine Reisekosten konnte er aber gesondert ersetzt verlangen. Im Gegensatz dazu war für den Ratgeber geregelt, dass er für schlechten Rat keinen Lohn erhielt und ggf. für einen daraus entstandenen Schaden haftete. Hieraus dürfte sich das Sprichwort Guter Rat ist teuer entwickelt haben. Da die Regelungen des Sachsenspiegels und der daran anknüpfende Schwabenspiegel für Gerichtsverfahren galten, die vom König selbst oder unter Königsbann gehalten wurden, beschränkte sich die Aufspaltung der anwaltlichen Aufgaben später auf die Verfahren vor dem Reichshofrat oder dem Reichskammergericht.

Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Zweiteilung der Anwaltschaft in Kontinentaleuropa immer weiter gelockert und mit den Rechtsreformen der napoleonischen Zeit weitgehend beseitigt, sodass im Laufe des 19. Jahrhunderts das Berufsbild eines einheitlich tätigen Rechtsanwaltes entstand. Zunächst wurden in Preußen zur Zeit König Friedrichs II. die Advocaten als “Hof- und Assistenzräte” zu Staatsbeamten. Ab 1780 wurden für den Bereich der freiwilligen Gerichtsbarkeit, der Zwangsvollstreckung und Konkurs und für das Notariatswesen “Justizkommissare” eingeführt. 1793 schaffte Preußen die Assistenzräte wieder ab und machte die Justizkommissare 1849 sprachlich zu “Rechtsanwälten” die zunächst aber noch Staatsbeamte blieben, bis die Rechtsanwaltsordnung (RAO) von 1878 die Rechtsanwaltschaft zu einem freien, vom Staat unabhängigen Beruf werden ließ. Das 20. Jahrhundert war gekennzeichnet durch eine zunehmende Spezialisierung der Rechtsanwaltschaft, die sich mit der Einführung weiterer Fachanwaltschaften im 21. Jahrhundert fortsetzte.[11]

Das zweigeteilte System gibt es heute noch in Spanien, wo auch die traditionellen Bezeichnungen „Advokat“ (abogado) und „Prokurator“ (procurador) fortbestehen, sowie in den durch die Rechtstradition des Common Law geprägten Rechtssystemen in England, Wales und anderen Ländern des Commonwealth, wo die prozessanwaltlichen Prokuratoren „Barrister“ und die außergerichtlichen Advokaten „Solicitor“ heißen.

Aufgaben

Rechtsanwälte haben die Aufgabe, ihrem Auftraggeber mit rechtsstaatlichen Mitteln zu seinem Recht zu verhelfen. Zu diesem Zweck können sie jedermann beraten oder vertreten, soweit sie nicht zuvor in derselben Angelegenheit die Gegenseite beraten bzw. vertreten haben oder andere Vertretungsverbote – z. B. eine zur Neutralität verpflichtende vorherige Tätigkeit als Notar oder Mediator – bestehen. Die parteiliche Interessenvertretung ist das berufsprägende Merkmal der Rechtsanwälte.

Im Rahmen der Beratung wird der Mandant über die Rechtslage, seine Erfolgschancen, die Möglichkeiten einer Beweissicherung und die anfallenden Kosten sowie das Kostenrisiko informiert.

Jedermann kann sich in jedem Verfahren vor Behörden oder Gerichten durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen. In einem Strafprozess oder einem Bußgeldverfahren wird der Rechtsanwalt als Verteidiger tätig. Im Zivilprozess besteht bei den Landgerichten, Oberlandesgerichten und dem Bundesgerichtshof die Verpflichtung, sich durch einen Rechtsanwalt vertreten zu lassen. Gleiches gilt bei anderen Verfahrensarten für die höheren Instanzen. Der Sinn dieses sogenannten Anwaltszwangs liegt darin die höheren Instanzen der Gerichtsbarkeit zu entlasten, da Sachverhaltsaufklärungsarbeiten und rechtliche Voreinschätzungen vor Klageerhebung und während des Prozesses durch die Rechtsanwälte erfolgen sollen.

Das zum 1. Juli 2008 in Kraft getretene Rechtsdienstleistungsgesetz löste das bis dahin geltende Rechtsberatungsgesetz ab. Die außergerichtliche Rechtsberatung ist in größerem Umfang für Nicht-Anwälte geöffnet worden. Für den Kernbereich rechtlicher Dienstleistungen, d. h. vor allem die Vertretung vor Gericht, gilt das Anwaltsmonopol im Wesentlichen weiterhin.

Die Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) führt die allgemeinen Aufgaben des Rechtsanwalts nicht abschließend auf. § 1 der BRAO definiert den Rechtsanwalt als „unabhängiges Organ der Rechtspflege“. § 3 BRAO führt aus: „Der Rechtsanwalt ist der unabhängige Berater und Vertreter in allen Rechtsangelegenheiten.“ Konkreter nennen §§ 48, 49 und 49a BRAO die Pflichten zur Prozessvertretung im Zivilprozess unter bestimmten Bedingungen, zur Pflichtverteidigung und zur Beratungshilfe. Die Berufsordnung für Rechtsanwälte (BORA) nennt in § 1 Absatz 3 folgende Aufgaben des Rechtsanwalts: „… seine Mandanten vor Rechtsverlusten zu schützen, rechtsgestaltend, konfliktvermeidend und streitschlichtend zu begleiten, vor Fehlentscheidungen der Gerichte und Behörden zu bewahren und gegen verfassungswidrige Beeinträchtigung und staatliche Machtüberschreitung zu sichern.“ Die Unabhängigkeit der Rechtsanwälte und der Schutz vor ungerechtfertigter Verfolgung wegen ihrer rechtmäßigen Berufsausübung wird auch durch internationale Standards gesichert, wie z. B. die Empfehlung des Europarats zur freien Ausübung des Anwaltsberufs oder die UN Grundprinzipien betreffend die Rolle von Rechtsanwälten.

Abstrakt können Sinn und Aufgaben der anwaltlichen Tätigkeit wie folgt aufgegliedert werden:

Rechtsgestaltung (Kompliziertere, aber für die Wirtschaft bedeutende Rechtsgeschäfte würden ohne anwaltliche Hilfe in der Vertragsgestaltung oftmals unterlassen werden. Umstritten ist hingegen die Einbeziehung von Anwälten durch Ministerien für die Erarbeitung von Gesetzentwürfen)
Rechtssuchende über Ansprüche und Gegenansprüche aufzuklären und Beweise zu sichern
außergerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen (durch anwaltliche Aufforderungsschreiben, Vertragsstrafen). Vertragsstrafen und die Kostentragungspflicht des Anspruchgegners leisten dabei auch einen Beitrag zur Prävention vor zukünftigen Rechtsverstößen
Entlastung der Justiz durch Abraten von der Klageerhebung bei mangelnder Erfolgsaussicht (Filterfunktion für die Gerichte), außergerichtliche Streitbeilegung durch Abschluss von außergerichtlichen Vergleichen (damit auch zum Rechtsfrieden beizutragen), Mediation (in diesen Fällen wird der Anwalt als Mediator und nicht als Vertreter einer Partei tätig)
Verfahrenshilfe für die Prozesse vor den Gerichten zu leisten (Sachverhaltsklärung und Ordnen der Darlegungen, Rechtsausführungen)
Kontrolle der Rechtsprechung unterer Instanzen auf Rechtmäßigkeit, ggf. mit der Folge Rechtsmittel einzulegen
Prozesshandlungen vorzunehmen (zum Beispiel: Einreden zu erheben, Vergleiche abzuschließen, Rechtsmittel einzulegen)
durch Mitarbeit in den berufsständischen Organisationen, Beiträge in Fachzeitschriften oder Kommentaren zur Fortbildung der Rechtsauslegung, insbesondere der Rechtsprechung, und zur Gesetzgebung beizutragen.

Nach groben Schätzungen besteht die anwaltliche Arbeit an Mandaten zu 80 % aus Sachverhaltsaufklärung und zu 20 % aus daran anschließender Rechtsanwendung.[12]

Rechtsanwältinnen

Zur deutschen Anwaltschaft zählen im Jahr 2012 51.585 Rechtsanwältinnen. Sie stellen 32,56 % der Anwaltschaft.[13] Frauen wurde erstmals in Deutschland durch das Gesetz über die Zulassung der Frauen zu den Ämtern und Berufen der Rechtspflege vom 11. Juli 1922 (RGBl. 1922, 573) erlaubt, die Befähigung zum Richteramt und damit die Voraussetzung zur Zulassung zur Rechtsanwaltschaft zu erwerben. Als erste Frau Deutschlands ließ das Bayerische Staatsministerium der Justiz am 7. Dezember 1922 die Assessorin Fräulein Dr. Maria Otto zur Rechtsanwaltschaft zu.

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Zuvor war es Frauen weit mehr als 1000 Jahre verboten gewesen, in eigener Sache oder als Fürsprecher für andere vor Gericht aufzutreten. Das Verbot findet sich in den römischen Digesten, dem Sachsen- und dem Schwabenspiegel. Es wird damit begründet, dass eine Römerin Calpurnia/Calefornia sich vor Gericht sehr ungebührlich benommen, nämlich dem Kaiser mit deftigen Worten den nackten Hintern präsentiert habe. Da Calpurnius ein römisches Adelsgeschlecht war und Calpurnia u. a. die dritte Frau von Gaius Julius Caesar hieß, scheint das Vertretungsverbot schon aus der Frühzeit der römischen Kaiserzeit zu stammen.

Mit Urteil vom 29. Januar 1887 (BGE 13 I 1) hatte das Schweizerische Bundesgericht das Begehren von Emilie Kempin (geborene Spyri) abgelehnt, sie zur Parteienvertretung vor den Zürcher Gerichten zuzulassen. PD Dr. iur. Emilie Kempin-Spyri[14] hatte als erste Schweizerin Rechtswissenschaft studiert und sich als erste Frau im gesamten deutschsprachigen Raum (an der Universität Zürich) habilitiert. Sie berief sich vor Bundesgericht auf den allgemeinen Gleichheitsartikel der Bundesverfassung. Das Bundesgericht bezeichnet ihre Auslegung des Verfassungsartikels und ihre Forderung nach Gleichstellung als „ebenso neu als kühn“.

Nachdem verschiedene Kantone (unter anderem Zürich, St. Gallen, Basel-Stadt, Genf und Neuenburg) Frauen als Rechtsanwältinnen zugelassen hatten, änderte das Bundesgericht seine Meinung im Urteil vom 24. Februar 1923 (BGE 49 I 14). Dr. iur. Dora Roeder war im Kanton Freiburg die Tätigkeit als Rechtsanwältin verwehrt worden, weil sie als Frau nicht Aktivbürger war (d. h. weil sie wie alle Frauen damals weder stimm- noch wahlberechtigt war). Das Bundesgericht bezeichnete es als unzulässige Einschränkung der von der Verfassung garantierten Wirtschaftsfreiheit, Frauen nicht zum Anwaltsberuf zuzulassen. Es führte aus, der Kanton Freiburg habe einzig Vorurteile und überholte Vorstellungen für den Ausschluss der Frauen aus der Advokatur vorgebracht. Frauen könnten die intellektuellen und moralischen Freiheiten, die es für den Beruf des Anwalts brauche, unterdessen nicht mehr generell abgesprochen werden.

Im Jahr 2017 zählt der Schweizerische Anwaltsverband 10.165 Mitglieder, davon sind 2.956 Frauen (29,08 %).[15]

Zulassung, Einstiegsgehälter und Mitgliederstatistik

Voraussetzung für die Zulassung als Rechtsanwalt ist (in Deutschland) die Befähigung zum Richteramt, also die Ausbildung zum Volljuristen. Eine Ausnahme gilt nach dem Einigungsvertrag für solche Juristen, die in der DDR als „Diplom-Jurist“ als Rechtsanwalt tätig waren. Sie durften weiter als Rechtsanwälte arbeiten, auch ohne Volljuristen zu sein. In der Schweiz müssen die Juristen nach Abschluss des Hochschulstudiums eine Anwaltsprüfung absolvieren, welche von Kanton zu Kanton verschieden geregelt ist.

Anwälte werden von der Rechtsanwaltskammer, in deren Bezirk sie sich niederlassen wollen, zugelassen und dort auch in das Rechtsanwaltsverzeichnis eingetragen. Zugelassene Rechtsanwälte müssen den Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung für Rechtsanwälte (Vermögensschadenhaftpflichtversicherung) für Beratungsfehler sowie das Vorhandensein von Kanzleiräumen am Ort der anwaltlichen Zulassung nachweisen. Im Diensteid vor der Rechtsanwaltskammer müssen sich Rechtsanwälte verpflichten, die verfassungsmäßige Ordnung zu wahren und die Pflichten eines Rechtsanwalts gewissenhaft zu erfüllen (§ 12a BRAO). Die Zulassung kann von der zuständigen Rechtsanwaltskammer entzogen werden, insbesondere bei Überschuldung (Vermögensverfall) und groben Berufsrechtsverstößen.

Für Juristen aus dem EU-Ausland, aus einem Vertragsstaat des Europäischen Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz kann die Zulassung nach einer dreijährigen Tätigkeit in Deutschland und im deutschen Recht erfolgen. Bei kürzerer Tätigkeit im deutschen Recht erfolgt sie aufgrund einer speziellen Eignungsprüfung. Die Einzelheiten ergeben sich aus dem Gesetz über die Tätigkeit europäischer Rechtsanwälte in Deutschland (EuRAG).

Anwälte aus Drittstaaten können sich nach Maßgabe des (§ 206 BRAO) in Deutschland niederlassen, allerdings nur zu Rechtsfragen ihres Heimatstaates oder des Völkerrechts beraten.

Verhältnis zugelassener Anwälte/Einwohner Deutschland von 1991 bis 2008[16][17]

Es gab in der Anzahl der Anwälte einen langjährigen Trend einer Verdopplung der Anzahl der Zulassungszahlen der Rechtsanwaltschaft in einem Zeitraum von 12 Jahren,[18] was auch als „Anwaltsschwemme“ bezeichnet wurde. Im Jahr 2011 kamen auf einen zugelassen Anwalt nur noch 525 Einwohner, was statistisch gesehen zu einer entsprechenden Umsatzeinbuße führte.[19] Zum Vergleich hierzu bezogen auf das Jahr 2006: USA: 270, Italien: 454, England: 490, Schweiz: 1.032, Österreich: 1.751, Russland und GUS: 7.520, Vietnam: 24.824.[20] Da es in Deutschland für Anwälte – im Gegensatz zu Notaren – keine Zulassungsbeschränkung gibt, waren die Berufsaussichten für Junganwälte ohne zusätzliche Qualifikationen bzw. während der Ausbildung in Kanzleien gewonnener Berufserfahrungen je nach der Examensnote teils ungünstig. Allerdings können höchst qualifizierte Berufsanfänger (z. B. zwei Prädikatsexamina, Promotion, zusätzlicher Abschluss im ausländischen Recht) in Großkanzleien Anfangsjahresgehälter von 100.000 bis 140.000 € erreichen.[21]

Seit der Jahrtausendwende kam es in Deutschland zu einem Rückgang der Zuwachsraten und auch des absoluten Zuwachses. 2016 gab es erstmals einen – sehr geringen – Rückgang (0,2 %) auf eine Zahl von 164.406 Rechtsanwälten.[22]

Berufsrecht

Der Rechtsanwalt übt einen freien Beruf aus, kein Gewerbe. Für ihn gilt anwaltliches Berufsrecht,[23] welches gesetzlich durch die Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) und das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt ist. Der Beruf des Rechtsanwalts ist in Deutschland ein klassischer Kammerberuf; alle Rechtsanwälte sind Pflichtmitglieder der örtlich für sie zuständigen Rechtsanwaltskammer. Die Rechtsanwaltskammern sind u. a. für die Einhaltung des Berufsrechts zuständig. Als Dachorganisation besteht die Bundesrechtsanwaltskammer,[24] bei der die Satzungsversammlung eingerichtet ist. Diese gestaltet das Berufsrecht im Wege der Selbstverwaltung[25] durch die Berufsordnung (BORA) und die Fachanwaltsordnung (FAO) weiter aus.

Die deutsche Rechtsordnung sieht den Rechtsanwalt als „unabhängiges Organ der Rechtspflege“ (§ 1 BRAO). Diese „Organformel“ wurde erstmals vom Ehrengerichtshof für Rechtsanwälte in einer Entscheidung vom 25. Mai 1883 gebraucht.[26] Inhaltlich bedeutet dies, dass der Anwalt nicht nur seinem Mandanten verpflichtet ist, sondern auch der Rechtsordnung; allerdings gehen die Interessen des Mandanten im Rahmen der Gesetze vor. Er ist so ein dem Richter und Staatsanwalt gleichgeordnetes Organ der Rechtspflege. Der Anwalt darf deshalb vor Gericht nicht bewusst die Unwahrheit vortragen. Er darf auch nicht tätig werden, wenn er wegen desselben Streitgegenstands bereits die Gegenpartei vertritt oder vertreten hat. Das Verhältnis zwischen Rechtsanwalt und Mandant ist verfassungsrechtlich geschützt: Der Anwalt und seine Mitarbeiter unterliegen nicht nur der Schweigepflicht, es besteht auch gegenüber allen Gerichten, Staatsanwaltschaften und der Polizei ein Aussageverweigerungsrecht über das, was der Mandant seinem Anwalt anvertraut hat. Die Handakten des Anwalts können weder durchgesehen noch beschlagnahmt werden.

Fachanwalt

Ein Rechtsanwalt, der in einem bestimmten Rechtsgebiet über besondere theoretische und praktische Erfahrungen verfügt, kann von der für ihn zuständigen Rechtsanwaltskammer die Erlaubnis zum Führen des Titels „Fachanwalt für …“ erhalten. Die Einzelheiten der Zulassung als Fachanwalt regelt die Fachanwaltsordnung (FAO). Derzeit gibt es Fachanwaltschaften für: Agrarrecht, Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Bau- und Architektenrecht, Erbrecht, Familienrecht, gewerblichen Rechtsschutz, Handels- und Gesellschaftsrecht, Informationstechnologierecht, Insolvenzrecht, internationales Wirtschaftsrecht, Medizinrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Migrationsrecht, Sozialrecht, Steuerrecht, Strafrecht, Transport- und Speditionsrecht, Urheber- und Medienrecht, Vergaberecht, Verkehrsrecht, Versicherungsrecht sowie Verwaltungsrecht.

Zuletzt beschloss die Satzungsversammlung im November 2015 die Einführung des Fachanwaltstitels für Migrationsrecht.[27]

Jeder Fachanwalt hat jährlich gegenüber seiner zuständigen Rechtsanwaltskammer den Nachweis zu führen, dass er sich in seinem Fachgebiet fortgebildet oder wissenschaftlich publiziert hat.

Die Zahl der Fachanwälte ist per 1. Januar 2017 auf 53.866 gestiegen.[28]

Anwaltsnotar

Durch staatliche Bestellung kann ein Rechtsanwalt in Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und – mit Ausnahmen – in Nordrhein-Westfalen[29] eine Zulassung als Notar im Nebenberuf (Anwaltsnotar) (§ 3 Abs. 2 Bundesnotarordnung) erhalten. Wird er in einer Angelegenheit als Notar tätig, beurkundet er z. B. einen Kaufvertrag oder ein Testament, muss er neutral die Interessen aller Beteiligten wahrnehmen und darf in dieser Sache weder vorher noch hinterher als Rechtsanwalt tätig sein. Er erhält dann auch keine Gebühren als Rechtsanwalt, sondern die meist geringeren Gebühren als Notar.

In anderen Bundesländern werden Notare im Hauptberuf vom Staat bestellt, die dann nicht parallel als Rechtsanwalt tätig sein dürfen (sogenanntes: „Nur-Notariat“).

Das Bewerbungsverfahren für Anwaltsnotare nach der Bundesnotarordnung wurde im Jahr 2009 neu geregelt. Vorausgegangen waren unter anderem die Müdener Thesen.

Anwaltsmediator

Der entsprechend fortgebildete Rechtsanwalt (§ 5 Mediationsgesetz und § 7a Berufsordnung für Rechtsanwälte) darf als anwaltlicher Mediator auch Mediationen durchführen. In diesen Fällen führt er unabhängig, neutral und allparteilich durch ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren zur außergerichtlichen Beilegung eines Konfliktes (§ 1 und 2 Absatz 3, Satz 1 Mediationsgesetz). Der anwaltliche Mediator darf nicht in Fällen tätig werden, wenn er in derselben Sache zuvor für eine Partei tätig gewesen ist (§ 3 Absatz 2 Mediationsgesetz). Er darf auch nicht während oder nach der Mediation für eine Partei in derselben Sache tätig werden.

Anwälte können auch als Parteivertreter ihre Mandanten in Mediationsverfahren begleiten. In diesen Fällen wird der Anwalt nicht als Mediator tätig. Eine Ausbildung als Mediator ist für den Parteianwalt in der Mediation aber sehr hilfreich. Parteianwälte sind insbesondere in den Phasen 4 bis 6 (Sammlung von Lösungsansätzen, Bewertung und Konkretisierung, Abschlussvereinbarung) sehr hilfreich, da der Mediator wegen seiner Allparteilichkeit einen Rechtsrat grundsätzlich vermeiden muss.

Die Gebühren des anwaltlichen Mediators werden in der Regel durch Stundensätze in Höhe von 125 bis 400 Euro (je nach der Bedeutung der Sache und der Zahl der beteiligten Parteien) vereinbart. Möglich ist auch, eine zusätzliche Einigungsgebühr nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz vorzusehen, wenn die Mediation zu einer Abschlussvereinbarung führt.

Syndikus

Ein Syndikus (auch: Syndikusanwalt) ist ein Rechtsanwalt, der bei einem Unternehmen angestellt ist. Weil er gegenüber seinem Arbeitgeber an Weisungen gebunden ist, darf er diesen nicht wie ein Rechtsanwalt vor Gericht vertreten (§ 46 Bundesrechtsanwaltsordnung).

Vergütung

Die Vergütung des Rechtsanwaltes ist gesetzlich geregelt im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG), das am 1. Juli 2004 die Bundesgebührenordnung für Rechtsanwälte (BRAGO) abgelöst hat. Die Höhe der Vergütung bestimmt sich nach dem Vergütungsverzeichnis (Anlage 1 zum RVG). Daneben ist eine individuelle Gebührenvereinbarung zwischen Anwalt und Mandant möglich und seit 1. Juli 2006 für die außergerichtliche Tätigkeit sogar die Regel (§ 34 RVG). Davon zu unterscheiden ist die Vergütungsvereinbarung nach § 3a RVG, die anstelle der gesetzlichen Gebührentatbestände und -beträge des RVG vereinbart werden darf, beispielsweise eine Abrechnung der anwaltlichen Tätigkeit auf Stundenbasis.

Ein Erfolgshonorar in Form eines Anteilshonorars (quota litis) war – anders als in den USA – in Deutschland grundsätzlich unstatthaft.[30] Davon hat der Gesetzgeber nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Ausnahmen zulassen müssen. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts muss eine erfolgsbasierte Vergütung zulässig sein, wenn sie besonderen Umständen in der Person des Auftraggebers Rechnung trägt, die diesen sonst davon abhielten, seine Rechte zu verfolgen.[31] Das Gesetz zur Neuregelung des Verbots der Vereinbarung von Erfolgshonoraren vom 12. Juni 2008 trat zum 1. Juli 2008 in Kraft.[32] Es hat einen neuen § 4a RVG geschaffen, der unter sehr engen Voraussetzungen ein Erfolgshonorar für zulässig erklärt.

Auftraggebern, der zum Aufbringen der Anwaltsgebühren finanziell nicht in der Lage ist, haben die Möglichkeit, staatliche Beratungshilfe sowie Prozesskostenhilfe zu beantragen. Diese umfasst die Regelvergütung und kann nicht durch Vereinbarung überschritten werden (§ 44, § 50 Abs. 2, § 3a Abs. 3 RVG).

Einkommen

Nach Angaben der Bundesrechtsanwaltskammer, weicht das durchschnittliche Bruttoeinkommen von angestellten Vollzeit-Rechtsanwälten erheblich von dem durchschnittlichen persönlichen Jahresüberschuss selbstständiger Vollzeit-Rechtsanwälte ab (Stand: 2013).[33]

Angestellte Vollzeit-Rechtsanwälte

Die durchschnittlichen Bruttoeinkommen angestellter Vollzeit-Rechtsanwälte unterscheiden sich nach der Kanzleiform. Während das durchschnittliche Bruttoeinkommen angestellter Vollzeit-Rechtsanwälte in Einzelkanzleien 43.000 Euro beträgt, liegt dieser Wert in Sozietäten bei 69.000 Euro. Dabei sind die westdeutschen Bruttoeinkommen durchschnittlich höher als die entsprechenden Bruttoeinkommen in Ostdeutschland (Stand: 2013).[34]

Selbstständige Vollzeit-Rechtsanwälte

Der durchschnittliche persönliche Jahresüberschuss selbstständiger Vollzeit-Rechtsanwälte ohne Notariat liegt bundesweit bei 89.000 Euro, bei selbstständigen Vollzeit-Rechtsanwälten mit Notariat (Anwaltsnotare) liegt dieser Wert hingegen bei durchschnittlich 148.000 Euro (Stand: 2013).[35]

In Vollzeit tätige selbstständige Rechtsanwälte ohne Spezialisierung erwirtschafteten im Jahr 2013 bundesweit einen persönlichen Überschuss von 46.000 Euro. Hingegen erzielten Vollzeit-Rechtsanwälte, die spezialisiert waren, jedoch keinen Fachanwaltstitel trugen, einen persönlichen Überschuss von 80.000 Euro. Bei Fachanwälten lag der persönliche Jahresüberschuss dagegen bei 102.000 Euro.[36]

Die Durchschnittswerte des persönlichen Jahresüberschusses je Partner (nach Kanzleiform)[37] können aus der folgenden Tabelle abgelesen werden:

Kanzleiform

Durchschnittlicher Jahresüberschuss je Partner (Stand: 2013)

Einzelanwalt (Bundesgebiet)
61.000 Euro

Einzelanwalt (Westdeutschland)
69.000 Euro

Einzelanwalt (Ostdeutschland)
46.000 Euro

Lokale Sozietät (Bundesgebiet)
107.000 Euro

Lokale Sozietät (Westdeutschland)
113.000 Euro

Lokale Sozietät (Ostdeutschland)
83.000 Euro

Überörtliche Sozietät (Bundesgebiet)
168.000 Euro

Überörtliche Sozietät (Westdeutschland)
190.000 Euro

Überörtliche Sozietät (Ostdeutschland)
110.000 Euro

Sozietäten und andere Berufsausübungsgemeinschaften

Rechtsanwälte können sowohl allein als auch mit weiteren Rechtsanwälten zusammen tätig sein.

Bei den sogenannten Bürogemeinschaften bleibt jeder der Rechtsanwälte eigenständig und teilt nur das Büro mit seinen Kollegen.

Gebräuchlicher ist aber der Zusammenschluss von Anwälten zu Berufsausübungsgemeinschaften, landläufig allgemein Sozietäten genannt. Anwälte einer Sozietät, die Sozien, treten unter einer gemeinsamen Bezeichnung nach außen auf. In den allermeisten Fällen sind diese Sozietäten rechtlich als Gesellschaft bürgerlichen Rechts organisiert. Sozietäten, die neben den auf dem Briefbogen aufgeführten Sozien auch noch weitere als Angestellte tätige Anwälte haben können, sind meist in Form einer Partnerschaftsgesellschaft oder (seltener) einer Kapitalgesellschaft organisiert. Häufig gibt es Sozietäten, die an verschiedenen Orten vertreten sind (überörtliche Sozietäten). Es gibt auch in Deutschland Sozietäten, die einige Hundert Sozien haben. Hierbei handelt es sich zumeist um internationale Sozietäten, deren deutsche Partner sich mit englischen oder amerikanischen Kanzleien in einem Anwaltsnetzwerk zusammengeschlossen haben. Durch die Globalisierung hat es sich ergeben, dass die größten deutschen Anwaltskanzleien heute entweder von britischen oder amerikanischen Kanzleien beherrscht werden.

Untersagt ist, dass eine Rechtsanwaltsgesellschaft sich ihrerseits an einer anderen Sozietät beteiligt (vgl. § 59c Abs. 2 BRAO).

Deutscher Anwaltverein

Der Deutsche Anwaltverein wurde im Jahre 1871 in Bamberg als Interessenvertretung der deutschen Rechtsanwälte gegründet. Nach der staatlich verordneten förmlichen Auflösung des Vereins im Jahre 1934 erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg eine Wiedergründung des DAV.

Es sind seitdem nicht mehr die einzelnen Anwälte Mitglieder des DAV, sondern die örtlichen Anwaltvereine. Rund 250 örtliche Anwaltvereine sind im DAV organisiert, die zusammen über 67.000 Rechtsanwälte als Mitglieder haben. Im Gegensatz zu den Rechtsanwaltskammern ist die Mitgliedschaft in den Anwaltvereinen freiwillig.

Der DAV betreibt unter anderem eine kostenlose Anwaltauskunft, über die sich Ratsuchende für eine Vielzahl von Rechtsgebieten Anwälte in Wohnortnähe benennen lassen können.[38]

Anwaltshaftung

Man unterscheidet die Anwaltshaftung gegenüber dem Mandanten bei Pflichtverletzungen aus dem Anwaltsvertrag und die Haftung gegenüber Nichtmandanten, d. h. Drittschädigung durch anwaltliche Fehlleistung. In beiden Fällen ist der Rechtsanwalt zu Schadensersatz verpflichtet. Der Schadensersatzanspruch gegenüber dem Rechtsanwalt verjährt innerhalb der sogenannten regelmäßigen Verjährungsfrist von drei Jahren zum Jahresende (§§ 195, 199 BGB). Die Frist beginnt mit Kenntnis oder grobfahrlässiger Unkenntnis des Anspruchs zu laufen.

Der Rechtsanwalt ist verpflichtet, eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung mit einer Versicherungssumme von mindestens 250.000 EUR pro Versicherungsfall abzuschließen (§ 51 BRAO).

Ausländische Rechtsanwälte in Deutschland

Das Gesetz über die Tätigkeit europäischer Rechtsanwälte in Deutschland regelt ergänzend zur Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) für europäische Rechtsanwälte die Berufsausübung und die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft in Deutschland. Bei grenzüberschreitender Tätigkeit sind außerdem die Berufsregeln der Rechtsanwälte der Europäischen Union des Rats der Anwaltschaften der Europäischen Gemeinschaft (CCBE) zu beachten.

Rechtsanwälte aus dem nichteuropäischen Ausland können sich in Deutschland nach Maßgabe des § 206 BRAO niederlassen.

Zur Erleichterung der Suche nach einem Rechtsanwalt in der Europäischen Union wurde ab dem 8. Dezember 2014 auf der E-Justice-Plattform der Europäischen Union eine Suchfunktion eröffnet: „Wie finde ich einen Rechtsanwalt?“ (engl.: „Find a lawyer“). Diese Suchfunktion wurde gemeinsam vom Rat der Europäischen Anwaltschaften (CCBE) und der EU-Kommission entwickelt. Bislang können Rechtsanwälte aus 17 Unionsmitgliedstaaten, nach Stadt, Postleitzahl, Name, sowie Fachanwaltstiteln („zusätzliche Berufsbezeichnung“) oder Sprachkenntnisse gesucht und gefunden werden.[39]

Siehe auch

Strafverteidiger
Amtsanwalt
Rechtsberatung
Staatsanwalt
Syndikusanwalt, Of counsel, Winkeladvokat
Pactum de palmario
Anwaltschaft in der Schweiz
Rechtsagent (niedere Anwaltschaft)

Literatur

deutsch

Christian Booß: Im goldenen Käfig. Zwischen SED, Staatssicherheit, Justizministerium und Mandant − die DDR-Anwälte im politischen Prozess. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017, ISBN 978-3-525-35125-3.
Gerhard Commichau, Thomas Fresemann: Anwalts-Gesetze. DeutscherAnwaltVerlag, Bonn 1997, ISBN 3-87389-321-5.
Deutscher Anwaltverein und Institut für Juristische Weiterbildung an der Fernuniversität in Hagen (Hrsg.): DAV-Anwaltausbildung. Band 2: Die theoretische Ausbildung. Deutscher Anwaltverlag, Bonn 2005, ISBN 3-8240-0749-5, S. 11 ff. (Kapitel „Der Rechtsanwalt in der Gesellschaft“, „Eine kleine Geschichte der deutschen Anwaltschaft“, „Die Anwaltschaft aus soziologischer Sicht“)
Deutscher Juristinnenbund (Hrsg.): Juristinnen in Deutschland, Eine Dokumentation (1900–1989). 2. Auflage. J. Schweitzer Verlag, Frankfurt 1989.
Gerhard Hartstang: Der deutsche Rechtsanwalt. Rechtsstellung und Funktion in Vergangenheit und Gegenwart. C. F. Müller, Heidelberg 1986, ISBN 3-8114-1186-1. (veraltet)
Wolfgang Hartung, Volker Römermann: Anwaltliches Berufsrecht. 2. Auflage. Verlag C.H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57797-0.
Kai von Lewinski: Grundriss des Anwaltlichen Berufsrechts. 3. Auflage. Nomos-Verlag, Baden-Baden 2012, ISBN 978-3-8329-7833-4.
Fritz Ostler: Die deutschen Rechtsanwälte 1871–1971. Juristischer Verlag W. Ellinghaus & Co, Essen 1971.
Michael Streck: Beruf: Anwalt/Anwältin. C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47140-4.
Dieter Trimborn von Landenberg (Hrsg.): Erfolgreich starten als Rechtsanwalt. Deutscher Anwaltverlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-8240-1240-4
Joachim Wagner (Journalist): Vorsicht Rechtsanwalt. Ein Berufsstand zwischen Mammon und Moral. Verlag C.H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-66683-4.
Karl Welker (Hrsg.): Vom Ursprung der anwaltlichen Selbstverwaltung. Justus Möser und die Advokatur. Göttingen 2007.
Uwe Wesel: Risiko Rechtsanwalt. Blessing, München 2001, ISBN 3-89667-065-4.

englisch

James C. Foster: The Ideology of Apolitical Politics: The Elite Lawyer’s Response to the Legitimation Crisis in American Capitalism: 1870–1920. Associated Faculty Press, 1987.
Robert Granfield: Making Elite Lawyers: Visions of Law at Harvard and Beyond (Critical Social Thought), Routledge, 1992.
Duncan Kennedy: Legal Education and the Reproduction of Hierarchy. New York University Press, 2004.
Elizabeth Mertz: The Language of Law School: Learning to „Think Like a Lawyer“. Oxford University Press, 2007.
Jean Stefancic, Richard Delgado: How Lawyers Lose Their Way: A Profession Fails Its Creative Minds. Duke UP, 2005.

Weblinks

 Wiktionary: Rechtsanwalt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Rechtsanwalt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Europäische Union

EU-weite Rechtsanwaltssuche auf dem europäischen E-Justice Portal

Deutschland:

Text der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO)
Text der Fachanwaltsordnung (FAO) (PDF-Datei; 181 kB)
Text der Bundesnotarordnung
Website der Bundesrechtsanwaltskammer
Anwaltsverzeichnis des Deutschen Anwaltvereins e.V.
Bundesweites Amtliches Anwaltsverzeichnis der Bundesrechtsanwaltskammer

Liechtenstein:

Liechtensteinische Rechtsanwaltskammer
Rechtsanwaltsgesetz (RAG)

Österreich:

Österreichischer Rechtsanwaltskammertag
Informationen zum Berufsbild Rechtsanwalt/-anwältin sowie Informationen zu Aus- und Weiterbildung im Berufslexikon des Arbeitsmarktservice Österreich (AMS)

Schweiz:

Schweizerischer Anwaltsverband
Anwaltsgesetz, BGFA

Einzelnachweise

↑ Thietz-Bartram: Der Sokrates-Prozess: Ein Justizirrtum?

↑ Aristoteles: Rhetorik I 2, 1355b26 f.

↑ Dem 18

↑ Aisch 3

↑ Kunkel, Herkunft und sozial Stellung der römischen Juristen. 2. Auflage. Wien 1967, S. 41.

↑ Kunkel/Schermaier, Römische Rechtsgeschichte, 13. Auflage. Köln 2001, S. 186.

↑ Kunkel/Schermaier, Römische Rechtsgeschichte. S. 73.

↑ Kunkel/Schermaier, Römische Rechtsgeschichte. S. 186.

↑ Kunkel/Schermaier, Römische Rechtsgeschichte. S. 146.

Mirror of the Saxons. In: World Digital Library. Abgerufen am 13. August 2013. 

↑ Hanns Prütting, Anwalt und Gericht im Zusammenspiel seit 1850, Anwaltsblatt 12/2018, Seite 662–664

↑ Kilian in: Anwaltsblatt 5/2015, S. 398.

↑ BRAK-Mitteilungen der Bundesrechtsanwaltskammer 3/2012 im Juni 2012.

↑ Siehe zu Emilie Kempin-Spyri: http://www.gleichstellung.uzh.ch/de/politik/kempin-spyri.html

↑ https://www.sav-fsa.ch/de/portrait/wer-wir-sind.html.

Genesis-Online – Datenbank des Statistischen Bundesamtes Deutschland: Code 12411-0001 „Bevölkerung: Deutschland, Stichtag“ (Code in Suche eingeben!) (abgerufen am 1. Oktober 2009)

Archiv – Statistiken der Bundesrechtsanwaltskammer. Abgerufen am 27. November 2017. 

↑ Matthias Kilian, René Dreske (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Anwaltschaft 2015/2016. Deutscher Anwaltverlag & Institut der Anwaltschaft, 2015, ISBN 978-3-8240-5432-9, S. 24 ff. 

Entwicklung der Zahl zugelassener Rechtsanwälte von 1950 bis 2010. Abgerufen am 27. November 2017 (PDF). 

↑ Heussen, Die Anwaltsdichte in der Schweiz, Österreich und Deutschland im Verhältnis zu anderen Staaten – Ein internationaler Vergleich. In: Anwaltspraxis 2006, 392, 396 bgfa.ch.

↑ Einstiegsgehälter: Der 100.000-Euro-Köder (Memento vom 8. Dezember 2006 im Internet Archive)

Zahl der Anwälte sinkt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30. Mai 2017, S. 17.

↑ brak.de

Bundesrechtsanwaltskammer. Abgerufen am 27. November 2017. 

↑ Ekkehart Schäfer: Unabhängig und frei. Die anwaltliche Selbstverwaltung. Berlin, 2009

↑ Gerhard Wolf: Ein neuer Historikerstreit? – Zur Entstehung der „Organformel“, in: JuS 1991, S. 976.

Neuer Fachanwalt für Migrationsrecht, Pressemitteilung der Bundesrechtsanwaltskammer vom 9. November 2015, abgerufen am 15. März 2018.

↑ Bundesrechtsanwaltskammer, Statistik Entwicklung der Fachanwaltschaften seit 1960 (PDF; 44,1 kB)

↑ Ausnahme: Gebiete des rheinischen Rechts (OLG-Bezirk Köln und OLG-Bezirk Düsseldorf mit Ausnahme des rechtsrheinischen Gebietes des LG-Bezirks Duisburg und des AG-Bezirks Emmerich).

↑ Siehe § 49 b Absatz 2 der Bundesrechtsanwaltsordnung in der Fassung vom 2. September 1994 (Bundesgesetzblatt I Seite 2278) und § 49 b Absatz 2 Satz 1 der Bundesrechtsanwaltsordnung in der Fassung vom 5. Mai 2004 (Bundesgesetzblatt I Seite 718)

↑ BVerfG Beschluss vom 12. Dezember 2006, 1 BvR 2576/04

↑ Bundesgesetzblatt I Seite 1000ff

Statistisches Berichtssystem für Rechtsanwälte. In: bundesrechtsanwaltskammer.de, abgerufen am 25. April 2018.

Durchschnittliches Bruttoeinkommen der angestellten Vollzeit-Rechtsanwälte. In: bundesrechtsanwaltskammer.de, abgerufen am 25. April 2018.

Durchschnittlicher persönlicher Überschuss mit oder ohne Notariat im Jahresvergleich. In: bundesrechtsanwaltskammer.de, abgerufen am 25. April 2018.

Durchschnittlicher persönlicher Überschuss nach Spezialisierung im Jahresvergleich. In: bundesrechtsanwaltskammer.de, abgerufen am 25. April 2018.

Durchschnittlicher persönlicher Überschuss nach Kanzleiform im Jahresvergleich. In: bundesrechtsanwaltskammer.de, abgerufen am 25. April 2018.

↑ Deutscher Anwaltverein: Deutsche Anwaltauskunft

↑ EU-weite Anwaltssuche.

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Hof steht für:

Hof (Architektur), ein Platz, der zu einem Gebäudekomplex gehört
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Gehöft, eine Kleinsiedlung oder ein bäuerliches Anwesen
Hofstelle, ein Gebäude eines landwirtschaftlichen Betriebes mit Wohnteil
Hof (Höfeordnung), ein landwirtschaftlicher Betrieb im Sinne der Höfeordnung einiger deutscher Länder
Hofstaat, der Sitz einer Adelsfamilie, meist eines regierenden Fürsten oder Herrschers, bzw. die Gesamtheit des höfischen Gefolges

sowie:

in der Medizin einen verändert anmutenden Bereich im Umfeld entzündeten Gewebes, siehe Entzündung
in der Anatomie den Warzenhof (areola) der Brustwarze
in der Mikrobiologie einen hämolytisch geklärten Bereich um eine Gruppe von Bakterien auf Blutagar
in der Ophthalmologie die bei einem Glaukom um Lichtquellen herum wahrgenommenen regenbogenfarbenen Ringe, siehe Donders-Ring
in der Astronomie ein Lichtkranz um Sonne oder Mond, siehe Korona (Atmosphärische Optik)

Hof ist der Name folgender geographischer Objekte:

ein häufiger Namensbestandteil mittelalterlicher Namen, siehe Hof (Ortsname)
zahlreiche Gemeinden und Orte, siehe Liste der Orte namens Hof

Hof ist der Familienname folgender Personen:

Anni Geiger-Hof (1897–1995), deutsche Schriftstellerin
Erich Hof (1936–1995), österreichischer Fußballspieler
Frank Hof (* 1962), deutscher Regisseur
Gert Hof (1951–2012), deutscher Künstler (Installationen, Regisseur)
Hans-Joachim Hof (* 1975), deutscher Informatiker und Professor
Jasper van’t Hof (* 1947), niederländischer Jazz-Pianist
Jennifer Hof (* 1991), deutsches Mannequin und Fotomodell
Marjolijn Hof (* 1956), niederländische Kinder- und Jugendbuchautorin
Natalie Hof (* 1986), deutsche Pokerspielerin
Nikolaus Hof, deutscher Musiker
Norbert Hof (* 1944), österreichischer Fußballspieler
Otto Hof (1902–1980), deutscher evangelischer Theologe
Robert Van’t Hof (* 1959), US-amerikanischer Tennisspieler
Tobias Hof (* 1979), deutscher Historiker
Willy Hof (1880–1956), deutscher Industrieller und Verkehrsplaner
Wim Hof (* 1959), niederländischer Rekordhalter im Ertragen extremer Kälte

HOF ist die Abkürzung für:

chemische Formel für Hypofluorige Säure
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HoF steht für:

Hall of Fame, Ruhmeshalle
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Siehe auch:

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Am Hof, Im Hof
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Beisetzung eines Wolhyniendeutschen
rekonstruierte Hausbestattung in Chirokitia (Zypern)

Eine Bestattung (auch Beisetzung, Beerdigung oder Begräbnis) ist die Verbringung des Leichnams oder der Asche eines Verstorbenen (ggf. auch Tieres) an einen festen, endgültig bestimmten Ort in der Erde oder die Ausbringung der Asche in die Natur. Eine Bestattung schließt in der Regel eine religiöse oder weltliche Trauerzeremonie ein.

Inhaltsverzeichnis

1 Begriff

1.1 Begriffsgeschichte und umgangssprachlicher Gebrauch
1.2 Regionale Ausdrücke

2 Geschichte

2.1 Vorgeschichte
2.2 Altertum
2.3 Mittelalter

3 Gesetzliche Bestimmungen

3.1 Bestattungspflicht
3.2 Bestattungsgesetze und Friedhofsordnungen

3.2.1 Deutschland
3.2.2 Österreich

3.3 Kostentragungspflicht der Hinterbliebenen
3.4 Störung von Bestattungsfeiern

4 Arten der Bestattung

4.1 Erdbestattung
4.2 Feuerbestattung (Kremation)
4.3 Flussbestattung
4.4 Öko-Bestattungen

4.4.1 Alkalische Hydrolyse
4.4.2 Neptune Memorial Reef
4.4.3 Promession

4.5 Anonyme Bestattung
4.6 Himmelsbestattung
4.7 Alternativen zur Bestattung

4.7.1 Kryonik
4.7.2 Körperspende

5 Bestattungsvorgang
6 Bedeutung von Ritualen und Trauerbewältigung
7 Weltanschauliche und religiöse Gestaltungsformen

7.1 Weltliche Bestattung
7.2 Christliche Bestattung
7.3 Islamische Bestattung

7.3.1 Islamische Regeln
7.3.2 Unbegrenzte Liegefrist
7.3.3 Tagesgenaue Bestattung
7.3.4 Sarglose Bestattung

7.4 Jüdische Bestattung
7.5 Hinduismus
7.6 Buddhismus

8 Kosten einer Bestattung
9 Siehe auch
10 Literatur
11 Weblinks
12 Einzelnachweise

Begriff

Begriffsgeschichte und umgangssprachlicher Gebrauch

Blumenschmuck bei einer englischen Bestattung

Beisetzung und Bestattung werden umgangssprachlich häufig gleichgesetzt. Die Beisetzung im eigentlichen Sinne ist das Setzen der Urne, während Beerdigung und Begräbnis sich auf das Einbringen in die Erde beziehen.

Sprachgeschichtlich ist der Begriff Beisetzen seit dem 15. Jahrhundert belegt und wesentlich älter als der Begriff Bestattung, denn die Grundbedeutung „etwas neben anderes hinzusetzen, hinzufügen“ geht der speziellen Bedeutung „begraben, bestatten“ um etwa 200 Jahre voraus. Die heutige Bedeutung der Bestattung kam erst im 17. Jahrhundert auf und bedeutet „den sterblichen Überresten eine Statt gebend“. Der Begriff bestatten war allerdings im Mittelhochdeutschen schon seit dem 12. Jahrhundert im anderen Sinne eines „an die Statt bringen“, „anstatten“ oder „ausstatten“ bekannt.

Die heute etwas umgangssprachlich profane Bezeichnung des Begrabens hat sich gesellschaftlich nicht durchsetzen können, war früher wesentlich weiter verbreitet und ist beispielsweise im christlichen Glaubensbekenntnis („gestorben und begraben“) zu finden. Das Substantiv von begraben, das Begräbnis, stellt noch heute eine populäre Sprachform dar.

Der Begriff Beerdigung leitet sich von der seit Jahrtausenden im Judentum, Christentum und Islam gebotenen Bestattungsform her: Der Leichnam wird „der Erde anvertraut, damit er wieder zu Erde werde, davon er genommen ist“.[1] Deswegen wird vor allem der Begriff Beerdigung für eine religiös motivierte Erdbestattung verwendet, ist sprachlich aber gleichbedeutend.

Regionale Ausdrücke

Im bayerischen, österreichischen[2] sowie im südfränkischen Sprachraum, im Odenwald und im Meißenischen[3] ist „Leich(e)“ für die Zeremonie des Begräbnisses in Benutzung, eingeschlossen die Nachfeier. Daraus erklärt sich die Bezeichnung „Leichenschmaus“. Diese Feier steht in Ergänzung zur vorherigen Erinnerung, mit einer Rede über den Toten. Das anschließende besinnliche Beisammensein dient der geselligen Erinnerung an das Leben des Verstorbenen und der Trauerbewältigung für die Hinterbliebenen.

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten daher möglicherweise demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
In welchem süddeutschen Raum wird statt Begräbnis allgemein Gruftbestattung verwendet, dass ja eine spezielle Form der Bestattung darstellt. –K@rl 08:29, 22. Jun. 2015 (CEST)

Bevorzugt im Süden des deutschsprachigen Raums ist nach Art und Weise die Bezeichnung Gruftbestattung üblich. In Niederbayern und Teilen Oberbayerns wird Beisetzung für die Überführung des Sargs in die Totenkapelle und Beerdigung für den Transport des Sarges zum und ins Grab genutzt, der meist zwei Tage später erfolgt.

Regional sind auch weitere Bezeichnungen für die Bestattung üblich. So ist veraltend und in Österreich auch Begängnis üblich, im Meißnischen östlich von Leipzig wird sie Begrabe benannt.[4]

Geschichte

In diesem Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen: Hier fehlt noch vieles an Geschichte: Etruskischer Totenkult, Römisches Reich, Bestattungen in der Neuzeit, etc. Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.

Vorgeschichte

Die ersten (vermutlich) bewusst vorgenommenen Bestattungen fanden in den Höhlen von Qafzeh und Skhul in Israel statt und sind 90.000 bis 120.000 Jahre alt. Gelegentliche Bestattungen werden für den Neandertaler ab ca. 70.000 vor unserer Zeitrechnung diskutiert (Shanidar).[5] Bestattungen sind ein Indiz für erste metaphysische Vorstellungen.

In der akeramischen Jungsteinzeit kam es im Mittelmeerraum auch zu sogenannten Hausbestattungen, bei denen der Verstorbene unterhalb des Fußbodens der noch kleinen Wohngebäude beigesetzt wurde (so zum Beispiel in Chirokitia auf Zypern).

Tacitus schreibt über die Germanen: „Bei den Leichenbegängnissen gibt es kein Gepränge; nur darauf halten sie, dass die Leiber ausgezeichneter Männer mit bestimmten Holzsorten verbrannt werden. Den Scheiterhaufen bedecken sie weder mit Gewändern noch mit Wohlgerüchen; jedem wird seine Rüstung, manchen auch ihr Pferd ins Feuer mitgegeben. Das Grab baut sich aus Rasen auf. Denkmäler zu Ehren der Verstorbenen hoch und mühsam aufzutürmen verwerfen sie als für diese drückend. Wehklagen und Tränen legen sie rasch wieder ab, Schmerz und Betrübnis nur langsam. Für Frauen gilt das Trauern als angebracht, für Männer das Gedenken.“

Altertum

Ägypten

Besondere Verfahren entwickelten sich im alten Ägypten, wobei sich die Bestattungsriten im Jahrtausendverlauf veränderten[6] so wurden anfangs die Toten in flachen Erdgruben mit wenig Beigaben bestattet, später entwickelte sich die Bestattung in Särgen und Sarkophagen und es wurden spezielle Grabbeigaben gefertigt. Die Totenhäuser, anfangs und für niedere Beamte als Mastabas wurden unter anderem für Pharaonen zu den aufwendigen Pyramiden entwickelt.[7] Die Vorstellung von der Reise ins Jenseits bestimmte den Aufwand für die Toten, also für die Ahnen.

Griechische Antike

Im antiken Griechenland war es Brauch, dem Toten zwei Münzen auf die Augen zu legen. Sie sollten Charon als Bezahlung dienen, um die Seele des Verstorbenen sicher ins Reich der Toten zu überführen. Die Leiche wurde anschließend verbrannt.

Römische Provinzen

Die Bestattungen in den Provinzen sind zwischen Brand- und Körperbestattung zu unterscheiden, wobei die Brandbestattung in der Kaiserzeit vorherrschend war.[8] Die Bestattungsorte dabei können sehr unterschiedlich sein. Außerhalb von städtischen Siedlungen gab es sogenannte Gräberstraßen, die jedoch der Elite vorbehalten waren. Andere Bestattungen waren meist auf Bestattungsplätzen außerhalb von Siedlungen untergebracht. Im Grunde galt die Regel, dass Erwachsene immer außerhalb der Stadt begraben werden mussten, bei Kindern wurde da jedoch zum Teil eine Ausnahme gemacht.[9]

In den Gräbern findet man Ess- und Trinkgeschirr, Werkzeuge, Kleidungsreste. Seltener befinden sich dabei auch Münzen, Lampen, Öle und Salben sowie sogenannte Totenstatuen. Typische Beigaben für Frauen konnten auch Schmuck, Schmuckkästchen, Spiegel oder Kämme sein. Bei männlichen Bestattungen wurden teils Waffen gefunden, da diese jedoch unter römischer Herrschaft als Staatseigentum galten, ist dies sehr selten.[10]

Mittelalter

Das Christentum lehnte die Leichenverbrennung zugunsten der Erdbestattung ab, da auch Jesus nach seiner Kreuzigung in einem Felsengrab beigesetzt worden war. Die Totenklage wurde unter dem Eindruck des Glaubens an die Auferweckung der Toten durch Psalmengesang, Lesung und Gebet ersetzt. Die Sorge für Sterbende und Tote wurde zur Liebespflicht der Angehörigen und der ganzen Gemeinde.[11]

Bis zur ersten Welle der Friedhofsverlegungen im Verlauf des 16. Jahrhunderts fanden Bestattungen größtenteils auf Kirchhöfen statt, die die Kirchen umgaben, vereinzelt in privilegierten Grabstätten direkt in der Kirche. Die Bestattung in größtmöglicher Nähe zum Altar galt als erstrebenswert.

Es wurde ursprünglich kein ästhetischer Anspruch an die Gestaltung der Gräber oder Kirchhöfe erhoben, die liturgischen Handlungen orientierten sich an der nahe gelegenen Kirche als kultischem Zentrum. Die zuerst nur Geistlichen vorbehaltene privilegierte Grabstätte direkt in der Kirche entwickelte sich trotz mehrfacher Verbote zum käuflichen Statussymbol für die weltlichen Oberschichten.[12]

Gesetzliche Bestimmungen

Heute bestimmen eine Reihe von gesetzlichen, hygienischen und in vielen Ländern religiöse Vorschriften, wie Bestattungen durchgeführt werden müssen.

Bestattungspflicht

In Deutschland gilt Bestattungspflicht für Verstorbene und tot Geborene, nicht jedoch bei einer Fehlgeburt, für einen Fetus unter 500 Gramm.

Bestattungsgesetze und Friedhofsordnungen

Deutschland

In Deutschland ist das Bestattungswesen durch das Bestattungsrecht (in Form von Landesbestimmungen) gesetzlich geregelt, dazu gehören Bestattungsgesetze, Friedhofsgesetze, Leichenverordnungen. Kommunal oder auch durch die Religionsgemeinschaft werden diese Vorschriften in Friedhofsordnungen umgesetzt. Aus diesen Regelungen geht insbesondere hervor, dass Verstorbene auf den dafür vorgesehenen öffentlichen Friedhöfen beigesetzt werden müssen. Es können Einschränkungen zum Kreis der zu Bestattenden getroffen sein. Alternative Bestattungsformen wie die Beisetzung in einem Friedwald stellen dagegen noch Ausnahmen dar.

Es ist jedem Bestattungsunternehmer in Deutschland möglich, Begräbnisse im gesamten Bundesgebiet durchzuführen. Durch die Kommerzialisierung des Gewerbes kann es durch interne Regelungen zum Gebietsschutz kommen. Örtlich kann vom Gewerbeamt eine Neugründung eingeschränkt sein, wenn der „Bedarf“ bereits gedeckt ist. Der zur Totenfürsorge Berechtigte kann den Bestatter frei wählen. Für den Bestattungspflichtigen ist es in den meisten Fällen sinnvoll, ein Unternehmen aus der Nähe zu beauftragen. Preisvergleiche und Vertrauenswürdigkeit sind Auswahlkriterien. Eine vorhandene Bestattungsvorsorge durch den Verstorbenen hat bei der Wahl unbedingten Vorrang.

Weil die gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland und Österreich die Ausfolgung einer Aschenurne an die Hinterbliebenen in der Regel nicht zulassen, in der Schweiz oder den Niederlanden aber schon, hat sich ein Geschäftszweig des Bestattungswesens in deutschen Nachbarländern auf die Überführung Verstorbener aus Deutschland, deren Kremation und die diskrete formlose Übergabe der Urne an die Angehörigen spezialisiert.[13][14] Im Gegenzug haben sich in einigen Bundesländern, z. B. Bayern, die Bestattungsgesetze in den letzten Jahrzehnten etwas liberalisiert (siehe Bestattungsarten).

Österreich

Leichen- und Bestattungsgesetze sind in Österreich Angelegenheit der Landesgesetzgebung und variieren von Bundesland zu Bundesland. Die Webseite des Bundeskanzleramtes führt die jeweils gültige Fassung.[15] In Österreich werden die Friedhofsordnungen von den Friedhofsverwaltungen erlassen. Diese können in der Hand einer Glaubensgemeinschaft oder der Kommune liegen. Erst in den letzten Jahren wurde das Bestattungswesen dahingehend liberalisiert, dass jeder, der über den Befähigungsnachweis für das Gewerbe verfügt, ein Bestattungsunternehmen eröffnen kann. Bis 2002 war für die Erlangung einer Konzession der Nachweis des Bedarfs nötig. Durch diese Zugangsbeschränkung war der freie Wettbewerb unterbunden. Der Wegfall dieser sogenannten Bedarfsprüfung nützte überregional tätigen Unternehmen, meinen Kritiker, welche mit finanzstarken Investoren versuchten, alteingesessene Bestatter „auszusitzen“. Derartige Entwicklungen seien in Kärnten und der Steiermark zu beobachten.

Kostentragungspflicht der Hinterbliebenen

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Die Pflicht zur Veranlassung der Bestattung eines Verstorbenen (Bestattungspflicht) ist in den Bestattungsgesetzen der Länder öffentlich-rechtlich nach bestimmten Rangfolgen geregelt, wobei es Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt. Gibt es keine Bestattungspflichtigen oder übernehmen diese innerhalb der knappen Fristen der Bestattungsgesetze die Bestattung nicht, so veranlasst die örtliche Ordnungsbehörde (zumeist das Ordnungsamt) eine Bestattung und lässt sich die Kosten von etwaigen später festgestellten Angehörigen erstatten (sog. Ersatzvornahmegebühr).

Die Kostentragungspflicht der Bestattung beinhaltet die zivilrechtliche Verpflichtung, die Kosten endgültig zu tragen oder dem zu ersetzen, der die Bestattung veranlasst hat. Wichtigste Fälle sind die Kostentragungspflicht des Erben gemäß § 1968 BGB und die Kostentragungspflicht desjenigen, der dem Verstorbenen gegenüber unterhaltspflichtig war (§ 1615, § 1615m BGB). Für den Fall, dass eine andere Person für den Tod des Verstorbenen verantwortlich war, sind Erbe und Unterhaltspflichtiger berechtigt, von dieser Person die Bestattungskosten zurückzuverlangen (§ 844 BGB). Eine verschuldensunabhängige Sonderregelung für tödliche Unfälle im Straßenverkehr enthält das Straßenverkehrsgesetz (§ 10 StVG).

Seit 2004 zahlen Krankenkassen kein Sterbegeld zur Deckung der Bestattungskosten mehr. Beim Tod der Empfänger von Renten nach dem Bundesversorgungsgesetz wird unter bestimmten Voraussetzungen ein Bestattungsgeld gewährt. Kann demjenigen, der endgültig zur Tragung der Kosten einer Bestattung verpflichtet ist, die Kostentragung aus persönlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht zugemutet werden, so hat er Anspruch auf Übernahme der notwendigen Kosten der Bestattung durch das Sozialamt (§ 74 SGB XII). Örtlich zuständig ist dabei (abweichend von der üblichen Weise) das Sozialamt des Sterbeortes (§ 98 Abs. 2 SGB XII). Im Jahre 2010 kamen die Sozialämter in 22.651 Fällen für die Bestattungskosten auf; die Zahl lag um 64 % über derjenigen des Jahres 2006 (Statistisches Bundesamt).

Wird das Erbe ausgeschlagen, sind zwar zivilrechtlich keine Bestattungskosten zu zahlen, die öffentlich-rechtliche Bestattungspflicht bleibt davon unberührt. Gegebenenfalls bleibt der Erbe also im Rahmen der durch das Bestattungsgesetz geregelten Totenfürsorge dennoch bestattungspflichtig und muss (zumindest vorläufig) die Kosten tragen.

Störung von Bestattungsfeiern

Die Bestattung erfolgt typischerweise in einer rituellen Form. Es ist in Deutschland – ebenso in Österreich – verboten, Bestattungsfeiern zu stören. In Deutschland liegt der Strafrahmen hierfür bei Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, in Österreich bei Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Monaten. Rechtsgrundlage in Deutschland ist § 167a StGB, in Österreich § 191 StGB.

Arten der Bestattung

Die Bestattungskultur in Deutschland und in Europa ist schon seit einigen Jahrzehnten tiefen Veränderungen unterworfen. Traditionelle Bestattungsformen weichen immer mehr individualisierten und pluralisierten Formen der Beisetzung mit verschiedensten Kombinationen neuer und überkommener Rituale.[16]

Grundsätzlich rechtlich möglich sind in Deutschland, jedoch nicht in jedem Bundesland, folgende Bestattungsarten:[17]

Almwiesenbestattung
Anonyme Bestattung
Diamantbestattung
Eisbestattung
Erdbestattung
Felsbestattung
Feuerbestattung
Flugbestattung
Gruftbestattung
Körperspende
Luftbestattung
Naturbestattung
Öko-Bestattung
Seebestattung
Weltraumbestattung
Wiesenbestattung
vergrößern und Informationen zum Bild anzeigenSchematische Darstellung von in Europa und Asien üblichen Bestattungsarten

Der besondere Prozessablauf des Einäscherns wird Feuerbestattung genannt. Einige Formen der Beisetzung werden nach den besonderen Orten benannt: Seebestattung, Flussbestattung, Baumbestattung, Luftbestattung.

Erdbestattung

Grab mit Blumenschmuck nach einer Beerdigung

Die Sargbestattung des Leichnams erfolgt typischerweise in der Erde eines Friedhofs oder einer dementsprechenden vorbereiteten Fläche. Die Beisetzung erfolgt dabei in einem

Einzelgrab, als Wahlgrab oder in Reihenfolge als Reihengrab in jeweils gesonderten Stätten oder einem
Gemeinschaftsgrab, üblicherweise bei Familien, indem mehrere Bestattungsfälle über einen längeren Zeitraum an derselben Stelle erfolgen.
In Krisenzeiten werden notfalls mehrere Leichname in einem Massengrab beigesetzt, hierbei wird keine Trennung der Bestattungsfälle vorgenommen.
Je nach Region oder Kulturkreis, oder aber für besonders würdige Bestattungen wird der Sarg in einem ummauerten Grab (Gruft) oder in einem Mausoleum beigesetzt.
Bis in die frühe Neuzeit wurden gesellschaftliche Außenseiter, darunter Exkommunizierte und Suizidenten, entwürdigenden Formen einer Sonderbestattung unterworfen. Häufig wurden sie ohne jede Zeremonie und unter diskriminierenden Maßnahmen beigesetzt oder verscharrt (Eselsbegräbnis).

Feuerbestattung (Kremation)

Urnenwand

Bei der Feuerbestattung wird der Leichnam im Krematorium verbrannt. Die Trauerfeier kann vor der Einäscherung am Sarg oder nach der Einäscherung an der Urne zelebriert werden. Nach der Kremation erfolgt die Beisetzung der Asche mit oder ohne Urne in verschiedenen Formen:

in der Erde, gewöhnlich auf einem umgrenzten, dafür vorgesehenen Friedhof
im Wurzelbereich von Bäumen oder auf Bergwiesen, für diese in jüngster Zeit üblicher gewordene Form werden schnell abbaubare Urnen benutzt. Solche Naturbestattungen sollen den Kreislauf zu neuem Leben symbolisieren
in einer Urnenwand (Kolumbarium) oder in Nischen der Friedhofsmauer können Urnen eingestellt werden, eine schon bisher im mediterranen Raum vorherrschende Bestattungsform, die zunehmend in Nutzung kommt
ohne eine Überurne, direkt aus der Aschekapsel, erfolgt das Verstreuen der Asche auf einer ausgewiesenen Aschestreuwiese als anonyme Bestattung, auf See oder aus einem Ballon.

Sonderformen der Nutzung eines Teils der Asche in der Nachfolge einer Feuerbestattung sind die Umformung etwaigen amorphen Kohlenstoffs der Asche zum Diamanten als Erinnerungsstück. In exklusiven Fällen wird ein geringer Teil der Asche mit Raketen in den Weltraum befördert und dort der Ewigkeit übergeben, während der Hauptteil in der üblichen Form bestattet wird.

Um eine Bestattungspflicht der Asche symbolisch zu umgehen gibt es auch die Möglichkeit, einen (geringen) Anteil der Asche aus der Feuerbestattung gesondert in Miniurnen den Nachkommen zu überlassen.

Nach Angaben von „Aeternitas“ (Frühjahr 2011) werden immer mehr der Toten in Deutschland eingeäschert. Die Feuerbestattung ist im Norden und Osten weiter verbreitet als im Süden, wo die Bestattung im Sarg noch stark vertreten ist. Jedoch liegt auch in den katholisch geprägten Regionen Deutschlands die Feuerbestattung ungefähr gleichauf mit der Erdbestattung.[18] Für 2008 bis 2011 lag der Anteil der Einäscherungen etwa bei 55 % in Deutschland, noch Ende der 1990er Jahre bei einem Drittel. Im Osten Deutschlands liegt der Anteil der Einäscherungen bereits über 80 Prozent. Im Übrigen ist bekannt, dass der jeweilige Anteil der Urnenbestattungen von Region zu Region stark schwankt. Die Zahl der Feuerbestattungen in München lag 1990 bei 37 Prozent und 2009 bei 58 Prozent.[19] In Berlin stiegen die Anteile vom Jahr 1965 zum Jahr 1990 im Westteil von 45,1 % auf 65,1 % und im Ostteil von 53,3 % auf 72,6 %.[20]

Flussbestattung

Eine Sonderform der Bestattung stellt die Bestattung auf beziehungsweise in einem Fluss nach vorheriger Kremation dar. In Deutschland ist diese Form der Bestattung gesetzlich nicht erlaubt.[21] Die Bundesländer regulieren in jeweiligen Landesgesetzen die erlaubten Bestattungsformen, und alle deutschen Länder gehen davon aus, dass eine Flussbestattung in Deutschland (zumindest noch) nicht zur historisch gewachsenen hiesigen Bestattungskultur passt. In Indien werden die Verstorbenen traditionell öffentlich kremiert und anschließend dem Ganges übergeben.[22]

Wer in Deutschland eine Flussbestattung wünscht, wird in der Regel kremiert und dann in den Niederlanden, zum Beispiel in Maas, Waal oder Ijssel, oder in der Schweiz beigesetzt. Im Unterschied zur Seebestattung ist für die Angehörigen hier eher ein Ort der Trauer gegeben als auf hoher See. Hinterbliebene können leichter zur Stelle der Beisetzung gelangen und dort von einem Boot aus oder am Ufer die räumliche Nähe zum Verstorbenen suchen. Eine Flussbestattung muss daher nicht einen gänzlich anonymen Charakter haben.

Die deutsche Gesetzgebung in den Ländern hat dieser Entwicklung bislang noch keine Rechnung getragen, sodass eine Flussbestattung bislang nur in den angrenzenden Ländern der Niederlande, Belgien und der Schweiz[23] möglich ist. Deutsche Bestatter bieten hier bereits oft entsprechende Dienstleistungen an.[24]

Öko-Bestattungen

Alternativ zu den bisherigen Bestattungsformen gewinnt der Gedanke des Naturschutzes an Einfluss. Der Trend zur „Öko-Bestattung“ findet ausgehend von den USA Verbreitung, und zwar einerseits als, andererseits in der „Unterwasserbestattung“. Diese neuen Entwicklungen werden durch den Flächenverbrauch herkömmlicher Methoden gefördert, wobei Umweltfreundlichkeit nicht durchgehend beachtet wird.

Der „Green Burial Council“ (dessen Mitglied auch die „Neptune Society“) setzt sich für eine „Neue Ethik“ bei Bestattungen ein, worunter beispielsweise giftfreie Sarglackierung, biologisch abbaubare Urnen und die Umwelt wenig belastende Bestattungsformen verstanden werden.[25]

Alkalische Hydrolyse

Im Falle der Alkalischen Hydrolyse (Resomation) wird der Verstorbene in einem Edelstahltank in Kalilauge bei 170 °C eingelegt. Der Leichnam einschließlich des Sargs löst sich innerhalb von zwei bis drei Stunden völlig auf. Dadurch entsteht eine weitgehend rückstandsfreie und sterile Flüssigkeit, die in einer Abwasserreinigungsanlage nachbehandelt wird. Verbleibende Knochen werden gemahlen und in einer Urne übergeben. Diese Methode aus der Tierkadaver-Beseitigung wurde von den Schotten Sandy Sullivan und Craig Sinclair für eine ethisch-humane Form in einem Start-Up-Unternehmen umgesetzt.[25] Diese flüssige „Bio-Kremierung“ soll 85 Prozent weniger Energie gegenüber einer Feuerbestattung verbrauchen, erzeugt keine Toxine und Furane und verringert den Flächenverbrauch gegenüber der Erdbestattung. Belastbare Ökobilanzen liegen nicht vor. Das Verfahren ist in Kanada, Großbritannien und Australien zugelassen. In den USA ist es in acht Bundesstaaten zugelassen, in 17 laufen Zulassungsverfahren.[25]

Neptune Memorial Reef

„The Neptun Society“ schuf an der Küste Floridas das Neptune Memorial Reef – aus der, nach der Feuerbestattung, erhaltenen Asche (Phosphate, Carbonate) wurde ein Unterwasserbau erschaffen. Dieses Riff gilt als umweltfreundlich, da es Korallen und Meerestieren einen neuen Lebensraum bietet,[26] und diese „Öko“-Methode wird bereits aktiv eingesetzt.

Promession

Promession ist eine Form des Wasserentzuges durch Schockfrosten und anschließende Kompostierung, um die mineralischen Bestandteile abzusondern. Zu diesem Zwecke hat die schwedische Biologin Susanne Wiigh-Mäsak mit ihrem Gatten Peter die Firma „Promessa Organic AB“ gegründet. In diesem Verfahren sollen Verstorbene zunächst anderthalb Wochen bei −18 °C gekühlt werden, anschließend kommt der Leichnam bei −196 °C in flüssigen Stickstoff. Dadurch sollen die etwa 70 % Wasser des Körpers entzogen werden und der Körper versprödet, sodass er durch Rütteln zu etwa 30 Kilogramm Pulver zerfällt. Restliches Wasser wird dann im Vakuum entzogen. Ein geruchloses Pulver soll im kompostierbaren Sarg aus Mais- oder Kartoffelstärke beigesetzt werden und ist innerhalb von zwölf Monaten zu Humus zersetzt und so wieder im Naturkreislauf. Der so verkürzte Prozess der Verwesung (die bei einer Erdbestattung auch weit länger als 20 Jahre dauern kann: Wachsleiche) bringt eine Verringerung des Flächenverbrauchs mit sich. Die Umsetzung dieser Bestattungsform ist jedoch noch nicht über die Ankündigung hinausgekommen. Ein britischer Lizenznehmer ist wieder zurückgetreten: „Die Entwicklung ist in der Konzeptphase stecken geblieben“.[25]

Anonyme Bestattung

Namensstelen an einem Gemeinschaftsgrab, Friedhof Stuhr-Moordeich

Die anonyme Bestattung als Bestattungsform einer namenlosen Bestattung ist die meist kostengünstigste Bestattungsart. Sie kann dem Schutz der Grabstätte oder der Angehörigen dienen oder vermeiden, dass eine Stätte zum unerwünschten Wallfahrtsort wird. Im öffentlichen Sprachgebrauch bezeichnet die anonyme Bestattung oft eine Bestattung, bei der weder ihr Ort noch Zeitpunkt öffentlich bekannt ist. Nichtidentifizierbare Verstorbene werden ebenfalls anonym bestattet, beispielsweise Kriegs- oder Katastrophenopfer oder Anschauungsobjekte der Anatomie und Pathologie oder aus Lehrsammlungen.

In jüngster Zeit wird der Begriff “anonyme Bestattung” auch auf Sarg- oder Urnenbegräbnisse in Gemeinschaftsgräbern ausgedehnt, wenn zum Beispiel kein Geld zum Erwerb einer individuellen Grabstätte hinterlassen wurde bzw. keine Hinterbliebenen vorhanden sind, die sich der Grabpflege widmen können. Bisweilen können der Name und die Lebensdaten des Verstorbenen gegen eine Gebühr auf einer Namenstafel eingetragen werden, so dass die Bezeichnung “namenlose Bestattung” im strengen Sinn nicht mehr zutrifft. Durch die sozioökonomische Entwicklung und die zunehmende Säkularisierung der Bevölkerung wird die “namenlose Beisetzung” in einem Gemeinschaftsgrab in manchen Gemeinden zur vorherrschenden Bestattungsform.[27]

Himmelsbestattung

Himmelsbestattung ist eine religiös begründete und von den Naturbedingungen definierte Form der Bestattung. Sie spielt in fernöstlichen Regionen noch eine gewisse Rolle. Bei den Parsen erfolgte die Bestattung auf den Türmen des Schweigens, wo die Leichname dem Fraß durch Greifvögel ausgesetzt waren und nur Skelette verblieben.

Alternativen zur Bestattung

Kryonik

Kryostase ist die Konservierung bei tiefen Temperaturen (unter −125 °C), um in der Zukunft eine Wiederbelebung zu ermöglichen. Von Anhängern der Kryonik wird die Meinung vertreten, dass die Todeskriterien der heutigen Medizin fehlerhaft seien. Es seien oft keine körperlichen Veränderungen eingetreten, die ein Weiterleben grundsätzlich ausschließen. Vielmehr unterstellen die Anhänger, dass lediglich mit heutigen medizinischen Mitteln nicht behandelbare Komplikationen vorliegen, und nur deren fehlende Behandlungsmöglichkeit führe zu einer endgültigen Vernichtung des betroffenen Menschen.

Die Anhänger der Kryonik konservieren deshalb Menschen und hoffen, dass in Zukunft die Möglichkeit bestehen wird, nach heutiger Definition Tote zu behandeln und ohne weitere Eingriffe am Leben zu erhalten. Beispielsweise hat sich das früher angewandte Kriterium des Herztodes nach Einführung von Herz-Lungen-Maschinen als unzureichend erwiesen und wurde durch das Kriterium des Gehirntods ersetzt. Deshalb halten Kryoniker einen Menschen erst dann für tot, wenn sich das Gehirn so weit zersetzt hat, dass die darin gespeicherten Informationen endgültig verloren sind und aus prinzipiellen Gründen auch mit fortschrittlichster Technologie nicht wiederherzustellen sind. Dieser „informationstheoretische Tod“ soll unter Normalbedingungen erst einige Stunden nach dem klinischen Tod eintreten.

Körperspende

Die Übergabe der Leiche an die Anatomie zu Forschungs- oder Präparationszwecken oder für die Hilfe von bedürftigen Kranken ist eine Möglichkeit der weiteren Vorgehensweise. Eventuell verbliebene Reste werden von den begünstigten Institutionen anschließend bestattet.
In neuerer Zeit verlangen, auch vor dem Hintergrund der gestiegenen Kosten, die meisten Institute, die Körperspenden annehmen, dass die Bestattungskosten vorab vom Körperspender aufgebracht werden.

Das Präparieren einer Leiche zu wissenschaftlichen oder medizinischen Zwecken ist keine Bestattung, da der Tote vorher als „(verstorbenes) Lebewesen“ entwidmet wird, symbolisch also von der Seele befreit ist.

Bestattungsvorgang

Die Leichenschau ist die amtliche Feststellung des Todes.
Die Bestattung beginnt mit der Abschiednahme vom Toten. Dies kann durch verschiedene Handlungen, wie Aufbahrung (zu Hause, in einer Aufbahrungshalle oder Kirche), Leichenwaschung, Ankleiden, Einsargen begleitet sein.
Der nächste Schritt der Bestattung ist meist eine würdig gestaltete, ritualisierte Zeremonie zur Erinnerung an den Verstorbenen. Diese kann als Gottesdienst in Kirche oder Kapelle (Kirchliche Bestattung) oder in weltlicher Form als Totenfeier (Weltliche Trauerfeier) – zum Beispiel in einer Feierhalle – stattfinden. Hierbei wird mittels Musik oder Redner die Erinnerung an den Verstorbenen wahrgenommen. In manchen Fällen gibt es gesonderte Bestattungsformen, zum Beispiel das Begräbnis mit militärischen Ehren.
Die Bestattung wird oft am Ort der Aufbewahrung – das „Aufnehmen“ – in der Erde oder in einer Gruft einem Grabhaus oder einem Mausoleum – fortgesetzt. Das Herablassen des Sarges in die Gruft ist die (eigentliche) Beerdigung oder das Begräbnis. Ist die Gruft, die den Sarg aufnahm, geschlossen, spricht man vom Grab.
Direkt beim Einsetzen des Sarges oder nach dem Begräbnis folgt mitunter die Zeremonie der Beileidserklärung von Anwesenden gegenüber den engsten Angehörigen des Verstorbenen.

Bei einer Feuerbestattung kann die Abschiednahme vor oder nach dem Kremieren stattfinden. Vom Verstorbenen verbleiben im Weiteren nur die mineralischen Anteile, dies ist keine Beerdigung im engeren Sinne. Beim Beisetzen der Urne kann die Grabrede mit einer „Urnenfeier“ folgen.

Bedeutung von Ritualen und Trauerbewältigung

Das Ritual der Bestattung dient vorrangig der Trauerbewältigung der Angehörigen. In unterschiedlichen Kulturkreisen gibt es dafür eigene Formen. Ein Teil dieser Bewältigung ist die Trauerrede oder gemeinsames Essen mit den Trauernden im Anschluss an die Beerdigung. Je nach der Vorstellung über ein Weiterbestehen, Wiederaufleben oder Vergänglichkeit nach dem körperlichen Tod ergeben sich unterschiedliche Bestattungsgewohnheiten oder Bestattungsvorschriften.

Die Abschiednahme am offenen Sarg kann in verschiedenen Formen erfolgen. In Deutschland ist dies in Schauräumen möglich, aber oft wird die Zustimmung des lokalen Gesundheitsamtes gefordert. Die Begleitung im offenen Sarg bis zur Gruft ist hier nicht möglich. In Russland, in Großbritannien und in den USA bei ausgewählten Glaubensgemeinschaften ist es erlaubt oder sogar üblich. Die Hintragung zum Grab im offenen Sarg (Armenien) oder mit einem Sargfenster über dem Kopf (etwa in Mexiko) sind kulturbedingte Varianten.

Die Bestattung ist abgeschlossen, sobald das benannte Ritual endet. Nachfolgende Vorgänge gehören nicht mehr zur Bestattung. Das Aufstellen von Grabmalen in unterschiedlicher Ausführung, mit Aufschriften und das Anlegen von Grabanlagen gehören nicht zur Bestattung. Kommt es wegen der Umsiedlung der Nachkommen, Friedhofsschließungen oder aus anderen Gründen zur Umbettung, so können die Bestattungsriten wiederholt werden, wenn die Vorstellung einer Wiederbestattung besteht.

Weltanschauliche und religiöse Gestaltungsformen

In Deutschland finden nach Schätzungen des Bundesverbands Deutscher Bestatter von 800.000 Bestattungen jährlich rund 500.000 als christliche Bestattungen statt, jeweils zur Hälfte katholisch und evangelisch, 250.000 werden von freien Trauerrednern gestaltet, die restlichen sind anonym oder ohne professionelle Begleitung.[28]

Weltliche Bestattung

Hauptartikel: Weltliche Trauerfeier

Falls der Verstorbene keiner Religionsgemeinschaft angehört hat oder eine religiöse Feier zur Bestattung nicht gewünscht wird, kann im Rahmen der Bestattung eine weltliche Trauerfeier stattfinden, die meist von einem freien Trauerredner oder einem Redner einer Weltanschauungsgemeinschaft geleitet wird.

Christliche Bestattung

Aufgebahrter Sarg in einer Kapelle, Schweden
Hauptartikel: Kirchliche Bestattung

Angehörige von christlichen Religionsgemeinschaften werden nach ihrem Tode üblicherweise auf Friedhöfen im Rahmen einer kirchlichen Bestattung beigesetzt.

Die Bestattungsfeier besteht traditionell aus drei Teilen: der Aussegnung oder Eröffnung im Trauerhaus, dem Gottesdienst in der Kirche oder Kapelle, der Beisetzung am Grab. Vielfach beschränkt sich die kirchliche Trauerfeier heute jedoch auf die beiden letzteren Teile.

Wesentlicher Bestandteil der kirchlichen Bestattung ist die Verkündigung der Auferstehungshoffnung. Die Erinnerung an das Leben des Verstorbenen wird eingebettet in die gottesdienstlichen Formen von Gebet, Lied und Segen.

Islamische Bestattung

Hauptartikel: Islamische Bestattung

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Im Islam gibt es genaue Regeln für die Begleitung beim Sterben.[29] Die Gebete, die rituelle Waschung des Leichnams und die Beerdigung sind im Ablauf festgeschrieben. Der oder die Sterbende soll in ruhiger, respektvoller Weise an das Glaubensbekenntnis erinnert werden: »Es gibt keine Gottheit außer Allah, Mohammed ist sein Prophet.« Der Leichnam einer Frau soll von Frauen, der eines Mannes von Männern gewaschen werden. Anschließend wird er in Leinentücher gewickelt. In diesen Tüchern, also ohne Sarg, soll er ins Grab gelegt werden. Rechtsseitig oder auf dem Rücken liegend geht die Blickrichtung nach Mekka. Die Bestattung soll unverzüglich, möglichst noch am Sterbetag, erfolgen.[30] Die Achtung vor dem Toten erfordert die Bestattung vor allen anderen Geschäften. Am Grab soll jede Geschäftigkeit unterbleiben, die Totenruhe sowie die Vermeidung von Personenkult haben Vorrang. Nahezu jede Form des Grabschmucks und der Grabpflege haben zu unterbleiben. Für gläubige Muslime ist die Erdbestattung die einzig mögliche Bestattungsform. Die Feuerbestattung ist im Islam nicht zugelassen.

Die Bestattungsriten erklären sich aus Zeit der Verkündung des Koran, als die arabischen Völker als Hirten und Nomaden in Steppen- und Wüstengebieten lebten. In Deutschland kollidieren die islamischen Bestattungsbräuche mit den rechtlichen, meist staatlichen Regeln einer Gesellschaft mit christlicher Tradition.

Die erste Generation muslimischer Migranten hatte noch starke Bindungen zu ihrer Heimat. Seit den 1970er Jahren sind Erwachsene aus der geschlossenen islamischen Kultur nach Deutschland gezogen. Den Widersprüchen zwischen islamischer Tradition und deutschem Friedhofsrecht ausweichend ließen die Angehörigen in der Regel den Leichnam überführen. Im Heimatland wurde der Tote traditionell begraben. Mit der zunehmenden Zahl muslimischer Migranten in Deutschland entstand der Wunsch nach einer Bestattung in Deutschland. Dennoch bestanden die muslimischen Regeln für die Bestattung. Ab Ende der 1990er Jahre entstanden islamische Gräberfelder auf deutschen Friedhöfen.

Islamische Regeln

Grundsätzlich ist die abweichende islamische Tradition bei Bestattungen im deutschsprachigen Raum zu beachten.
Die Bestattung sollte am Todestag stattfinden können.
Der Friedhof benötigt einen Raum für die rituelle Waschung.
Das Gräberfeld muss ermöglichen, dass der Tote mit dem Gesicht nach Mekka (Qibla) weist. Der Winkel ist auf den Bruchteil des Grades, also auf Minuten genau, einzuhalten.
Die Grabstätte muss sich in „jungfräulicher“ Erde befinden, in der noch keine andere Bestattung stattgefunden hat.
Es wird ohne Sarg nur im leinenen Leichentuch bestattet.
Weitere Vorschriften aus der Tradition sind zwischen Schiiten und Sunniten unter