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Moderner Faun-Autokran der Bundeswehr in Arbeitsstellung mit ausgefahrenem Kran

Ein Fahrzeugkran oder Mobilkran (auch Autokran oder Kranwagen genannt) ist ein fahrbarer Auslegerkran auf einem Rad- oder Kettenfahrwerk.

Inhaltsverzeichnis

1 Einsatz

1.1 Einsatzgebiete
1.2 Einsatzplanung
1.3 Fahrzeugkranführer

2 Technik

2.1 Gittermastkran
2.2 Teleskopkran
2.3 Raupenkran

3 Größte Autokrane der Welt

3.1 Liebherr LTM 1750-9.1
3.2 Liebherr LG 1750
3.3 Gottwald AK 850/1100 GT
3.4 Demag AC 700
3.5 Liebherr LTM 11200-9.1
3.6 Gottwald AMK 1000-103
3.7 Liebherr LTM 1500-8.1

4 Größte Raupenkrane der Welt
5 Siehe auch
6 Einzelnachweise
7 Weblinks

Einsatz

Einsatzgebiete

1.250-t-Raupenkran beim Aufstellen eines Reaktors
Anhängerkran in der Zufahrt eines Innenhofes
750-t-Raupenkran Liebherr LR 1750 mit 200-m-Ausleger

Fahrzeugkrane sind unentbehrliche Helfer für die Bauwirtschaft und den Schwertransport. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn keine stationären Krane vor Ort verfügbar sind oder diese nicht verwendet werden können.

Die Einsatzgebiete von Fahrzeugkranen sind:

die Montage von Betonfertigteilen und Stahlkonstruktionen, zum Beispiel der Bau von Funktürmen und Freileitungsmasten
Hochbau
Brückenbau
Aufbau von Windenergieanlagen
Großbaustellen, wie bei der Montage von Containerterminals
Aufbau verfahrenstechnischer Anlagen, beispielsweise bei der Montage von Großtankbehältern
Aufbau von Kraftwerken
Aufbau von petrochemischen Anlagen
Rettung von Personen oder Bergung von verunfallten Schienen- oder Straßenfahrzeugen.
Ermöglichen von Revisions- und Kontrolluntersuchungen an Anlagen und Gebäuden (siehe auch: Brückenseilbesichtigungsgerät)
Auf- und Abbau transportabler Fahrgeschäfte

Kleinere Autokräne auf leichteren Fahrgestellen werden aufgrund ihrer Abmessungen auf engen Baustellen in der Innenstadt eingesetzt.

Die Einsatzgebiete von kleineren Fahrzeugkranen sind:

Bedachungen/Dachsanierungen
Zimmereiarbeiten
Verglasungen
Schornsteinarbeiten
Solarinstallation
Baumbeschnitt
Nutzung als Hubarbeitsbühne

Einsatzplanung

Fahrzeugkran der japanischen Armee

Um unvorhergesehene Probleme und gefährliche Improvisationen des Kranführers zu vermeiden, sind alle benötigten Informationen über den Anfahrweg, über die Erkundung der Einsatzbedingungen vor Ort, über die Hubkoordinaten des Lastentransports sowie die Eigenschaften und Anschlagmöglichkeiten der Last zu beschaffen. Diese Angaben dienen als wichtige Grundlage für einen sicheren und reibungslosen Einsatzablauf. In Abhängigkeit vom Gewicht der Last, der benötigten Hubhöhe und Ausladung sowie den örtlichen Gegebenheiten am Einsatzort und der Art des Kraneinsatzes wird der geeignete Kran ausgewählt. Bei Kraneinsätzen im innerstädtischen Bereich ist vorher abzuklären, ob eine Straßenteil- oder Straßenvollsperrung erforderlich ist. Dem Kranführer ist mitzuteilen, ob besondere Anschlag- oder Lastaufnahmemittel benötigt werden, ob ein Einweiser, evtl. mit Sprechfunk, erforderlich ist und ob zusätzliches Material zur Unterbauung des Kranes mitzuführen ist.

Unter Beachtung der Maße von Durchfahrtshöhen und -breiten sowie der höchstzulässigen Fahrbahn- und Brückenbelastungen ist die Fahrtstrecke festzulegen. Am vorgesehenen Standplatz des Kranes sind die Bodenverhältnisse zu prüfen, und ob im Umfeld befindliche Bauwerke oder Bäume bzw. elektrische Freileitungen notwendige Kranbewegungen behindern. Bei der Wahl des Standplatzes ist darauf zu achten, dass bei der Einhaltung der Sicherheitsabstände zu Baugruben, Böschungen und Bauwerken ausreichend Platz zum Ausfahren und Unterbauen der Abstützungen vorhanden ist. Zur Prüfung der Durchführbarkeit der Kranarbeiten ist daher eine vorherige Besichtigung des Einsatzortes oft unumgänglich. Letztlich ist auch die Frage zu klären, ob die Wettervorhersage die bevorstehenden Kranarbeiten zulässt. Kleinere Autokrane auf leichten Fahrgestellen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 t oder 12 t bedürfen keiner größeren Einsatzplanung, weil sie die Höchstgewichte für den Straßenverkehr nicht überschreiten. Aufgrund ihrer kompakten Abmessungen eignen sie sich auch für enge, schwerzugängliche Baustellen ohne, dass eine umfangreiche Planung des Einsatzes nötig wird.

Fahrzeugkranführer

Als unentbehrliche Hilfe für die Bauwirtschaft und den Schwertransport bedienen Autokranführer mobile Krane mit Millionenwerten und arbeiten vor allem für Kranbetreiber und Bauunternehmen. Die Einsatzgebiete sind vielseitig; sie kommen überwiegend bei der Montage von Betonfertigteilen und der Errichtung von Stahlkonstruktionen, insbesondere beim Hochbau und beim Brückenbau zum Einsatz. Daneben werden Autokranführer auch für Bergungsarbeiten, schwierige Verladearbeiten für den Schwertransport oder bei der Montage großer Turmdrehkrane eingesetzt. Häufig handelt es sich dabei um relativ kurze, rasch wechselnde Einsätze, mitunter auch in schwierigem Gelände oder in Fabrikhallen.

Autokranführer müssen an den verschiedensten Einsatzorten bei ständig wechselnden einsatzmäßigen Gegebenheiten den Standplatz des Autokranes sorgfältig auswählen. Am Einsatzort haben sie zu entscheiden, ob sie den Kranauftrag ausführen können oder nicht, denn auf ihnen lastet fast die gesamte Verantwortung auch für die im Umfeld arbeitenden Menschen und die dort befindlichen Sachwerte. Der Autokranführer muss am Aufstellungsort des Kranes meist selber die Beurteilung des Untergrundes vornehmen bzw. abschätzen, woraus er die nötigen Maßnahmen zu einer stabilen Unterbauung für eine kippsichere Aufstellung ableitet.

Die präzise Lastförderung – auch mit großen Ausladungen und Auslegerverlängerungen – fordert von den Autokranführern ständig volle Konzentration und viel Fingerspitzengefühl. Der sichere und reibungslose Autokraneinsatz setzt beim Autokranführer umfassende Kenntnisse und laufende Übung voraus, um das Aufstellen und Aufrüsten des Kranes sowie den Lastentransport mit dem Kran auch bei beengten Baustellenverhältnissen sicher durchführen zu können.

Aufgrund der umfangreichen Aufgaben der Autokranführer, der auftretenden Gefahren im Kranbetrieb und der meist schwierigen Lastförderung im Kraneinsatz ist deshalb eine Kranführerschulung zwingend erforderlich, da bei unsachgemäßer Bedienung Menschen und Sachwerte gefährdet werden und schwere Unfälle entstehen können. Zusätzlich ist eine eingehende Unterweisung auf den entsprechenden Krantyp vom Kranbetreiber bzw. vom Hersteller vorzunehmen.

Der künftige bzw. der junge Autokranführer sollte erst bei verschiedenen, zunächst einfachen Kraneinsätzen unter der Anleitung eines erfahrenen Autokranführers an die berufsübliche Tätigkeit herangeführt werden. Dabei liegt auch die Auswahl geeigneter Anschlag- und Lastaufnahmemittel im Verantwortungsbereich des Autokranführers. Für die Straßenfahrt muss der Autokranführer die einschlägigen Vorschriften des Straßenverkehrsrechts beachten. Im Kraneinsatz sind die Betriebsvorschriften für Krane der Berufsgenossenschaft und die Anweisungen des Kranherstellers einzuhalten.

Darüber hinaus gehören auch Wartung, Pflege und das Beseitigen einfacher Störungen des Kranes zu den Aufgaben des Autokranführers. In Deutschland gibt es bis jetzt noch kein Berufsbild für eine Kranführer-Ausbildung und daher auch keine geregelte Ausbildung für diesen Beruf. Verschiedene Bildungseinrichtungen bieten Lehrgänge zur Erlangung grundlegender Kenntnisse und Fertigkeiten an. Unternehmer erwarten von angehenden Autokranführern oft berufspraktische Vorkenntnisse im Umgang mit Autokranen und eine umsichtige Arbeitsweise sowie die Eigenschaft, zuverlässig und verantwortungsbewusst zu handeln. In Österreich ist eine Ausbildung mit einer Prüfung nach dem Arbeitnehmerschutzgesetz erforderlich. Die Ausbildungszeit beträgt etwa 33 Stunden. Ausbildungen und Prüfungen dürfen vom Wirtschaftsministerium befugte Institute aber auch Ziviltechniker abnehmen und jeweils die Kranscheine ausstellen. Mit dem Bestehen dieser Prüfung wird die Erlaubnis erworben, mit allen Fahrzeugkränen zu arbeiten. Für Baukräne ist eine kürzere Ergänzungsausbildung notwendig.

Besonders gefordert sind Kranführer bei Einsatzorganisationen, wie bei der Feuerwehr. Dürfen sich normalerweise keine Personen unter schwebenden Teilen des Kranes aufhalten, so ist es bei Menschenrettungen oft notwendig, dass Teile über eingeklemmten oder verschütteten Personen weggehoben werden müssen. Im Gegensatz zu anderen Einsätzen trägt hier nicht der Einsatzleiter die Verantwortung, sondern der Kranführer, ähnlich einem Fahrzeuglenker selbst. Bei Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr, die oft nicht über die Kenntnisse eines professionellen Kranführers verfügen, muss die notwendige Erfahrung vermehrt mit Übungen und Spezialausbildungen ausgeglichen werden.

Technik

Ladekran beim Verlegen von Betonplatten

Gleislose Fahrzeugkrane werden gegliedert in

Autokrane, nicht geländegängige schnell fahrende Straßenkrane (Truck Crane)
geländegängige Langsamläufer mit Teleskopausleger (Rough-Terrain-Krane)
All-Terrain-Krane (AT-Krane) mit den Vorzügen der beiden anderen Krantypen: Geländegängigkeit und schnelle Verfahrbarkeit (immer als Radfahrzeug)
Raupenkrane

Alle drei Arten sind Krane mit Gittermastausleger oder hydraulisch ausfahrbarem Teleskopausleger und bestehen aus einem Unter- und einem Oberwagen. Die Definition der Begriffe Mobilkran und Autokran ist im allgemeinen Sprachgebrauch nicht eindeutig festgelegt, da die Unterschiede bedingt durch die stetige technische Weiterentwicklung derartiger Krane kaum noch voneinander abzugrenzen sind. Autokrane haben bis zu zehn Achsen und unterliegen als Räderfahrzeuge den gesetzlichen Vorschriften der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO).

Aufgrund der zulässigen Achslast von 12 Tonnen (t) pro Achse auf öffentlichen Straßen können Autokrane ab etwa 50 t maximaler Traglast nur einen Teil des Gesamtballastes mitführen. Die restlichen Gegengewichtsteile müssen getrennt auf Transportfahrzeuge verladen werden.

Die überwiegende Anzahl heutiger Fahrzeugkrane sind kompakt gebaute, straßen- und geländegängige Autokrane, sogenannte AT-Krane (All Terrain). Sie haben bis zu neun Achsen, die alle hydropneumatisch gefedert und für den Kranbetrieb hydraulisch blockierbar sind. Die Mehrzahl der Achsen wird angetrieben und gelenkt. Die unabhängige Lenkbarkeit der Hinterachsen zu den Vorderachsen ermöglicht kleine Wenderadien und seitliches Verfahren zum einfachen Manövrieren des Kranes auf engem Raum. Durch die großvolumige Einzelbereifung mit Sonderprofil ist die Übertragung großer Vorschubkräfte möglich und eine hohe Bodenfreiheit gegeben. Sperrbare Längs- und Querdifferentiale bewirken zusammen mit der hydropneumatischen Achsfederung eine gute Traktion auch in schwierigem Gelände.

Abstützung eines FAUN-Fahrzeugkrans

Der Antrieb der Räder erfolgt durch einen Dieselmotor über Automatikgetriebe mit Drehmomentwandler oder automatische Wandler-Lastschaltgetriebe. Von dort überträgt ein Verteilergetriebe mit Geländestufe die Antriebskraft über Gelenkwellen zu den Achsantrieben. Der hoch beanspruchte Fahrzeugrahmen des Unterwagens ist eine verwindungs- und biegesteife Kastenkonstruktion, in dem die Stütztunnel für die hydraulisch ausfahrbaren Abstützträger eingeschweißt sind.

Oberwagen, Fahrzeugrahmen und Abstützung bei einem All-Terrain-Kran (Terex Demag AC 60 City)

Im Kranbetrieb werden die in den Drehkranz vom Oberwagen eingeleiteten Kräfte und Momente vom Fahrzeugrahmen in die Abstützung abgeleitet. Die Abstützträger mit den angebauten Stützzylindern vergrößern erheblich die Standfläche, wodurch hohe Tragfähigkeiten bei ausreichender Standsicherheit erreicht werden. Zur Erhöhung der Standfestigkeit sind am hinteren Ende des drehbaren Kranaufbaus, dem Oberwagen, Ballastplatten aus Stahlguss montiert. Die Menge des Gegengewichtes am Oberwagenrahmen kann durch verschiedene Ballastvarianten an die einsatzbedingte erforderliche Traglast angepasst werden.

Entsprechend dem jeweiligen Rüstzustand ist die zulässige Traglast von der Ausladung und Auslegerlänge abhängig.
Die maximale Traglast ist begrenzt durch die Standsicherheit und die Festigkeit der Bauteile, wie Ausleger, Drehkranz und Fahrzeugrahmen.

Die Baugruppen für die Hauptfunktionen des Kranes, wie Hubwerk, Drehwerk, Wippwerk und das Auslegersystem sind auf dem Oberwagen untergebracht.

Tragende Schweißkonstruktion des Oberwagens ist die Drehbühne; sie ist in ihrer Funktion ein Aufrichterahmen für den Ausleger und Lagerbock für Ausleger und Wippzylinder. Sie überträgt im Kranbetrieb große Kräfte aus dem Ausleger über den Drehkranz in den Fahrzeugrahmen.

Am hinteren Ende der Drehbühne ist der Windenrahmen angeordnet und der Ballast angebracht. Häufig kann ein zweites Hubwerk für den Zweihakenbetrieb oder zum Verstellen einer wippbaren Gitterspitze bei großen Fahrzeugkranen am Drehbühnenende angebolzt werden.

Der Oberwagenrahmen dient auch der Aufnahme der Kranführerkabine, der Oberwagenhydraulik und eines zweiten Dieselmotors zum Antrieb der Hydraulikpumpen im Oberwagen bei Kranen ab etwa 60 bis 80 Tonnen Tragfähigkeit.

Alle Kranfunktionen werden aufgrund der einfachen stufenlosen Regelung und der geringen Störanfälligkeit durch hydraulische Antriebe ausgeführt. Das von den Hydraulikpumpen geförderte Drucköl wird über Leitungen den jeweiligen Hydromotoren und Hydraulikzylindern zugeführt. Die Betätigung der hydraulischen Antriebe für die einzelnen Kranbewegungen erfolgt über elektrisch angesteuerte Proportionalventile.

Ein Lastmomentbegrenzer verhindert ein Überlasten des Kranes. Dieser schaltet unter den Kriterien der Kippgefahr und der Festigkeit von Bauteilen alle lastmomentvergrößernden Kranbewegungen ab, wenn die höchstzulässige Belastung überschritten wird.

Elektronische Anzeigen unterstützen die Tätigkeit des Kranführers, indem diesem alle relevanten Krandaten angezeigt und Grenzzustände rechtzeitig signalisiert werden. Der sehr hohe technische Entwicklungsstand heutiger Fahrzeugkrane und die besonderen Einsatzbedingungen stellen hohe Anforderungen an das Bedienungspersonal, den Mobil- und Autokranführer.

Gittermastkran

Gittermastkran mit Derrickausleger
Gittermastkran

Gittermastkrane können durch die Vielfalt der Auslegersysteme, die sich zu verschiedenen Höhen aufbauen lassen, den unterschiedlichsten Hubaufgaben angepasst werden. Gittermastkrane werden vor allem dort eingesetzt, wo Teleskopkrane nicht mehr die geforderten Traglasten erreichen oder in Form von Raupenkränen, wenn ein Verfahren mit Last gefordert wird.

Bei den Gittermastkranen wird zwischen Raupenkranen, Podestkranen und Gittermast-Fahrzeugkranen unterschieden. Raupenkrane ermöglichen ein Fahren mit Last, Gittermastkrane erlauben ein eigenständiges Fahren des gummibereiften Untergestelles, während Podestkrane nicht verfahrbar sind. Europas größter Autokran, also ein Fahrzeug, dessen Grundgerät mit Straßenzulassung verfahren werden kann, ist der Gottwald AK 850-103, der 1982 für die Münchner Firma Schmidbauer KG von Leo Gottwald in Düsseldorf gebaut wurde und nach einer aufwändigen Generalüberholung 1998 bei AKS in Nürnberg noch bis zum August 2007 für die Fa. Schmidbauer im Einsatz war. Strittig war auch, ob nicht seit der Bauma 2004 der Liebherr LG 1750 (Betreiber in Deutschland: Nolte, Maxikraft, H.N. Krane, Franz Bracht[1] und Grohmann Atollo) der größte Autokran Europas ist. De facto erreicht die Leistung des LG 1750 jedoch in Extremfällen nicht die des Gottwald AK 850, dafür kann er neben dem Hauptausleger sowohl die Wippe als auch den Gegenausleger gleichzeitig einsetzen; der AK 850 hingegen bietet nur jeweils eine der beiden Zusatzoptionen. Seit dem Verkauf des AK 850-103 2007 an Blue Wheelers (Australien) ist Europas größter Autokran somit kein 1100-t-Kran mehr, sondern nur noch der maximal 750 t hebende LG 1750.[2] In großen Stückzahlen gibt es auch die Gittermast-Mobilkrane TC 2400, TC 2600 und TC 2800 des bei Gittermastkranen marktführenden Herstellers Terex-Demag.

Bei den Gittermastkranen über 300 t ist Demag mit großem Abstand Marktführer.

Teleskopkran

500-Tonnen-Mobilkran mit Teleskoparm (Liebherr LTM 1500-8.1)

Teleskopkrane sind schnell am Einsatzort und eignen sich für relativ kurze, rasch wechselnde Einsätze, Hebearbeiten aller Art und für Spezialfälle. Sie werden in Baureihen bis zu Traglasten von 1200 t gebaut, erreichen mit angebauten Spitzenauslegern Hubhöhen von weit über 100 Metern (m) und können Lasten von mehreren hundert Tonnen bewegen. Ihr Vorteil sind kürzere Rüstzeiten, der geringe Platz- und Personalbedarf beim Aufrüstvorgang sowie zumeist die Möglichkeit der Teleskopierung von Lasten (Ein- und Ausfahren des Teleskops mit Last).

Die Bedienung der hydraulischen Antriebe zur Steuerung der einzelnen Kranbewegungen erfolgt über elektronisch angesteuerte Proportionalventile, wodurch drei bis vier Kranbewegungen gleichzeitig feinfühlig ausführbar sind.

Der Teleskopausleger ist das Herzstück und das bestimmende Merkmal des Teleskop-Fahrzeugkranes. Der Teleskopausleger ist eine hydraulisch teleskopierbare Stahlkonstruktion; er besteht aus dem Auslegergrundkörper und meist drei bis fünf ineinander gelagerten Teleskopstufen in geschweißter Vollwandkastenkonstruktion aus hochfestem Feinkornbaustahl. Einige Hersteller von kleineren Autokranen sind dazu übergegangen, den Teleskopmasten aus einer speziellen Aluminiumlegierung zu fertigen.

Das ovale Auslegerprofil moderner Fahrzeugkrane ermöglicht hervorragende Tragfähigkeiten und reduziert im Vergleich zu bisherigen Querschnittsprofilen das Auslegereigengewicht. Die Teleskopstufen gleiten beim Aus- und Einfahren auf geschmierten Polyamid-Gleitbacken und sind meist auch unter Teillast ausschiebbar. Sie werden vom eingebauten Teleskopiersystem durch lange innenliegende einstufige und/oder doppelstufige Hydraulikzylinder entweder gleichzeitig oder nacheinander aus- und eingeschoben. Die Hydraulikzylinder besonders bei kleinen und auch bei mittleren Teleskopkranen können mit bewährten Ein- oder Zweifach-Seilzügen zum Ausschieben der oberen Teleskopstufen kombiniert werden, um das Gewicht des Auslegers und den Auslegerschwerpunkt niedrig zu halten.

Abhängig von der Anzahl der Teleskopstufen ist die Art, Anzahl und Anordnung der Hydraulikzylinder im hohlen Innenraum des Auslegers je nach Krantyp und Hersteller unterschiedlich. Bei großen Teleskopkranen werden die Teleskopstufen nach dem Ausfahren zur Entlastung der Teleskopzylinder formschlüssig miteinander verriegelt (ab etwa 130 t bis 160 t maximaler Traglast). Die Bauart vieler Teleskopierwerke erfordert zudem eine Verriegelung der Teleskopstufen miteinander. Sie erfolgt bei älteren Auslegersystemen von außen an den Kragenblechen der einzelnen Auslegersektionen über pneumatische oder hydraulische Verbolzungszylinder.

Bei heutigen Teleskopkranen, die voll austeleskopiert Auslegerlängen bis zu 100 m erreichen, schiebt elektronisch gesteuert nur ein im Grundkörper des Auslegers montierter einstufiger Hydraulikzylinder mit Verriegelungskopf alle Teleskopstufen nacheinander aus. Die Teleskopstufen werden von innen mit über Druckfedern vorgespannten Auslegerbolzen miteinander verbolzt und benötigen keine Energiezufuhr. Der Verriegelungskopf im Bereich des Auslegerfußpunktes verriegelt beidseitig im Fußstück der auszuschiebenden Teleskopstufe und entbolzt sie unmittelbar danach aus der nächstgrößeren Auslegersektion. Nachdem jeweils eine Teleskopstufe austeleskopiert ist, wird diese verbolzt. Der Verriegelungskopf wird dann entriegelt und der Teleskopzylinder zurückgefahren. Die nächste Teleskopstufe kann ausgefahren werden.

Ein 500-t-Teleskopkran (Terex-Demag AC 500-2 mit Gittermastwippspitze)

Die Teleskopiermechanik ist so aufgebaut, dass zwangsgekoppelt eine Teleskopstufe erst dann entbolzt werden kann, wenn der Teleskopzylinder mit der Teleskopstufe verriegelt ist und umgekehrt; die Teleskopstufen werden also bei jedem Ver- und Entbolzen immer vom Teleskopzylinder gehalten. Die Teleskopstufen haben bis zu vier Positionen für die Verbolzung mit dem nächstgrößeren Teleskopteil, womit zahlreiche Ausfahrzustände des Auslegers ermöglicht werden. Nach der Vorgabe der gewünschten Auslegerlänge beim Einstellen des Rüstzustandes in den Lastmomentbegrenzer können die Teleskopstufen in optimaler Ausfahrfolge und -länge vollautomatisch austeleskopiert werden. Herkömmliche Teleskopiersysteme haben gegenüber dem Einzylinder-Teleskopiersystem besonders bei langen Auslegern ein höheres Eigengewicht.

Das Auslegerfußstück ist in den beiden Seitenschilden des Oberwagenrahmens gelagert. Durch ein oder zwei Wippzylinder kann der Teleskopausleger bis zu einem Winkel von 77 bis 83 Grad aufgerichtet werden. Um eine größere Hubhöhe oder Ausladung zu erreichen, können Teleskopausleger mit einer starren oder wippbaren Gittermastspitze verlängert werden. Um der elastischen Durchbiegung des Teleskopauslegers entgegenzuwirken, werden oft die Teleskopausleger großer Teleskopkrane zur Steigerung der Traglast und der Arbeitspräzision bei langen Auslegern und weiten Ausladungen abgespannt. Die Teleskopausleger-Abspannung besteht im Wesentlichen aus einer Abspannwinde, dem Abspannbock, den Abspannstangen und dem Abspannseil.

Eine Sonderform stellen Mobilteleskopkrane dar. Diese basieren auf Mobilbaggern und haben anstelle des Baggerarms einen Teleskopausleger mit Kranhaken. Zur Erweiterung des Teleskoparmes kann ein Gittermast montiert werden, mit dem eine weitere Ausladung von drei bis fünf Metern erreicht werden kann. Zusätzlich für eine höhere Belastung können Pratzen ausgefahren werden. Des Weiteren können die Maschinen mit einer hochfahrbaren Kabine und auch einer Fernbedienung ausgestattet sein. Diese Maschinen haben ein Einsatzgewicht von knapp 20 t und eine Traglast von rund 15 t.

Eine Mischung aus obendrehenden Turmkran und Teleskopkran sind die vollhydraulischen Turmdrehkrane von Grove. Transportiert werden sie in mehreren Teilen. Ein Kranturm wird hydraulisch aufgerichtet, in mehreren Stufen austeleskopiert und jeweils automatisch verbolzt. Dabei wird ein auf dem Turm drehender Teleskopkran mit Antriebseinheit mitgehoben. Im Jahr 1974 wurde der erste „Universal-Hydraulik-Montagekran“ GCI 5400[3] mit telekopierbaren Gitterturm in vier Operationshöhen und Gittermastausleger vorgestellt, GCI 5402 hatte dann einen Teleskopausleger. Von dieser Serie gab es auch GCI 4200 und der untendrehende GCI 7500 war ein Turmdrehkran mit Spitzenausleger.[4] Dann ruhte die Entwicklung dieses Konzepts lange Zeit. Ende 2007 wurde der erste Grove GTK 1100 ausgeliefert. Der sechsteilige Teleskoprohr-Turm ist vierfach gegen die Stützen abgespannt und trägt den fernbedienten „Oberwagen“, einen leicht modifizierten GMK 7450. Er wird vor allem für den Aufbau von Windkraftanlagen verwendet. Gegenüber anderen Fahrzeugkranen benötigt er nur eine kleine Grundfläche, vor allem auch beim Aufbau, und erreicht Höhen von 140 m.

Raupenkran

Liebherr Raupenkran LR 1600/2
600-t-Raupenkran Terex-Demag CC 2800-1
Raupenkran im Windpark Hohenahr kurz vor Zug des Rotorsterns (Terex-Demag CC …)
Raupenkran Liebherr LTR 11200

Raupenkrane werden beispielsweise eingesetzt, um eine angehobene Last verfahren zu können, was Fahrzeugkrane auf Rädern nur bedingt bei ebenem und tragfähigem Untergrund mit geringerer Last können. Dazu arbeiten sie ohne zusätzliche Abstützung. Sie kommen hauptsächlich bei großen Montagen im Hochbau und Anlagenbau, aber auch beim Aufbau von Windenergieanlagen zum Einsatz.

Raupenkrane sind schwer, langsam und nicht verkehrsfähig; die Rüstzeiten sind dementsprechend lang. Für den Transport zum Einsatzort sind mehrere Lastkraftwagen und Tieflader oder Schwertransportfahrzeuge erforderlich.

Aufgrund der großen Aufstandsfläche der Raupenkette zeichnet sich das Raupenfahrwerk durch eine verhältnismäßig geringe Bodenpressung aus, die das Verfahren unter Last erleichtert. Der Antrieb des Raupenfahrwerks erfolgt hydrostatisch. Die Raupen sind gegenläufig zueinander steuerbar, wodurch das Großgerät auch auf kleinstem Raum um die eigene Achse drehen kann. Für den Transport zur Baustelle können die Raupenschiffe abgebolzt und getrennt zum Einsatzort transportiert werden. Der Kranaufbau gleicht häufig dem von Gittermastautokranen. Sämtliche Winden, das Drehwerk und das Fahrwerk werden über ein Pumpenverteilergetriebe von einem Dieselmotor im Oberwagen angetrieben.

Raupenkrane kommen dann vorwiegend zum Einsatz, wenn aufgrund fehlender Baustellenstraßen und schwierigem Gelände die Bodenverhältnisse für Autokrane ungünstig sind, beispielsweise beim Aufbau von Windenergieanlagen.
Außerdem kommen sie vorzugsweise auch bei hohen Anforderungen an die Traglast, Hubhöhe und Reichweite zum Einsatz, wie bei schweren Kranarbeiten im Kraftwerks- und Industriebau.

Der Aufbau von Windkraftanlagen wird heute nahezu ausschließlich mit Raupenkranen durchgeführt. Die Krane werden, nachdem die Windkraftanlage aufgebaut ist, demontiert und zur nächsten Windkraftanlagenbaustelle transportiert. Bei der Errichtung von Windparks kommen Spezialkrane wie beispielsweise der CC 2800-1 NT von Terex-Demag zum Einsatz. NT steht dabei für „Narrow Track“ oder frei übersetzt für „schmale Straße“. Der CC 2800-1 NT kann voll aufgerüstet auf Wegen von nur 5 m Breite von Windkraftanlage zu Windkraftanlage innerhalb eines Windparks fahren. Dadurch werden Abbau, Transport und Wiederaufbau des Krans eingespart und es können im gleichen Zeitraum deutlich mehr Anlagen errichtet werden. Wegen der geringen Standfläche sind jedoch Abstützungen notwendig, wodurch sie nicht unter Last verfahren werden können.
Beim Bau von Offshore-Windkraftanlagen kommen Schwimmkrane oder Errichterschiffe zum Einsatz.

Ein mobiler Kran faltet sich in Erlangen zusammen.

Größte Autokrane der Welt

Liebherr LTM 1750-9.1

Der Kran wurde im Juni 2009 in Ehingen der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Februar 2013 wurden die ersten Geräte an die Kunden ausgeliefert.
Der 9-Achser zeichnet sich dadurch aus, dass der komplette Teleskopausleger im öffentlichen Straßenverkehr mitgeführt werden kann. Konstruktiv ist der Mobilkran auf besonders kurze Rüstzeiten ausgelegt. Mit dem 52 m langen Teleskopausleger, der Y-Teleskopauslegerabspannung und unterschiedlichen Gitterspitzen verfügt der Kran über eine Vielzahl von Auslegersystemen und erreicht Hubhöhen bis 154 m und Ausladungen bis 112 m.

Liebherr LG 1750

Der Liebherr LG 1750 (Auslieferung Erstfahrzeug 2004 an Fa. Nolte Hannover) ist mit 194 m Hakenhöhe der höchste straßenfahrbare Gittermastautokran der Welt. Die Tragfähigkeit beträgt 750 t auf 7 Meter Ausladung.[5] Er muss zur Straßenfahrt komplett zerlegt werden, da schon die Oberkante der Stützen die 4-Meter-Marke erreicht.[6]

Gottwald AK 850/1100 GT

Der Gottwald AK 850/1100 GT (Baujahr 1982 für Fa. Schmidbauer München, erster Umbau inkl. Aufwertung 1998) war bis 2007 der leistungsfähigste straßenfahrbare Autokran Europas. Bei dem Umbau wurde der Oberwagen zwecks Gewichtsreduzierung zur Einhaltung der Straßenlasten geteilt. Die Tragfähigkeit beträgt 1.100 t. Er existiert weltweit nur einmal. Der Kran der Firma Schmidbauer war der einzige in Europa und das einzige Gerät mit diesem Umbau, das bis Anfang August 2007 für die Fa. Schmidbauer (München) lief. Im Jahr 2007 wurde der Kran nach Australien an die Blue Wheelers Ltd. verkauft, 2010 gelangte er nach Indien zur Firma Shetia.

Ein weiterer AK 850, der 1984 bereits mit geteiltem Oberwagen an Toense ausgeliefert worden war, trug die Bezeichnung AK 850-104 bzw. -GT und wurde 1988 bei Interlift UK Ltd. zum AK 912 GT aufgelastet. Interlift war die europäische Niederlassung von Al Jaber Est. aus Abu Dhabi/UAE, so dass der Kran auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten zum Einsatz kam. Gegen Ende der 1990er Jahre wurde der Kran an Baldwins veräußert und arbeitete fortan wieder in Europa. Nach Auflösung der Baldwins-Gruppe und Übernahme durch Ainscough wurde der Kran von ALE Abnormal Load Engineering gekauft und weltweit eingesetzt. Im Jahre 2008 zerstörte in Tunesien ein Motorbrand im Unterwagen das Vorderteil irreparabel. ALE Heavy Lift nutzt den Kran nach seiner Reparatur seitdem als Sockelkran und transportiert ihn auf einem Tiefbett.

Zum Lieferumfang des AK 850-104 gehörte 1984 auch ein sechsachsiges Gottwald-Transportfahrzeug für das Heckteil des Oberwagen mit der Bezeichnung AK 850-63 TR. Dieses wurde jedoch schon zu Baldwins Zeiten ausgemustert und verschrottet.
Trotz starkem Rückbaus zur Straßenfahrt wiegt das zehnachsige Grundgerät 96 t, ist 22,88 m lang, 4 m hoch und 3 m breit. Sein Haken wiegt allein 24 t.

Demag AC 700

Der Demag AC 700 ist die aufgelastete Version des Demag AC650. Er hat eine maximale Hublast von 700 t und wiegt mit Superlift-Einrichtung 125 t, kann aber auf 108 t erleichtert werden. Dieses Gewicht liegt im Straßenzustand auf neun Achsen, die das 20,66 m lange Gerät durch die Straßen bewegen. Zurzeit ist ein Prototyp des AC 1000 im Testbetrieb.

Liebherr LTM 11200-9.1

Der LTM 11200 bietet eine nominelle Traglast von 1.200 t und ist somit der leistungsfähigste Teleskopmobilkran sowie der leistungsfähigste straßenfahrbare Autokran weltweit. Das neunachsige Grundfahrzeug ist mitsamt achtteiligem Ausleger verfahrbar, der austeleskopiert bis zu 100 m Höhe erreicht. Fahrbereit wiegt das Gerät 108 t; der Ausleger muss hierbei aber auf einem Zusatzfahrzeug transportiert werden.

Gottwald AMK 1000-103

Der Gottwald AMK 1000-103 mit einer nominellen Traglast von 1.000 t, zehn Achsen und 3 m Breite wurde von 1983 bis 1985 von Gottwald für Riga Mainz gebaut. Es handelte sich dabei um den ersten Mobil-Teleskopkran, der eine nominelle Tragkraft von 1.000 t hatte. Bis 2007 blieb die Leistung dieses Unikates unerreicht.

Ursprünglich war der Kran nur für eine nominelle Maximallast von 800 t ausgelegt, jedoch stellte sich bei den Lastproben auf dem Testfeld heraus, dass der Kran weit leistungsfähiger war als geplant. Aus diesem Grund wurde der Kran für Lasten bis zu 1.000 t freigegeben.

Der Teleskopmast wird auf einem speziellen neunachsigen Masttransporter „AMK 1000-93 TR“ separat transportiert. Dieser verfügt über eine spezielle Halterung für den Mast, die es erlaubt, diesen zum Anbolzen passend zu positionieren, auch wenn der Untergrund leicht uneben ist.

1994 wurde der Kran an die Fa. Breuer verkauft. Nach der Auflösung dieses Unternehmens ging der Kran 2000 zu Long Hook nach Taiwan. Nachdem er dort einige Zeit in einem äußerst desolaten Zustand zum Verkauf stand (für 2 Mio. US-Dollar), wurde er 2004 von Chisun Cranes (Singapur) gekauft und generalüberholt.
Seit Mitte 2005 steht der Kran wieder im Einsatz.

Liebherr LTM 1500-8.1

Der achtachsige Fahrzeugkran Liebherr LTM 1500-8.1 ist mit einem vierteiligen 50 m langen, oder einem siebenteiligen 84 m langen Teleskopausleger ausgestattet und verfügt damit über einen der weltweit längsten Teleskopausleger. Ein zusätzlicher Masttransporter ist nicht erforderlich da der Teleskopmast fest montiert ist.

Größte Raupenkrane der Welt

Hersteller der weltgrößten Raupenkrane, bezogen auf die Tragfähigkeit, sind Terex Cranes Germany, früher Terex-Demag, und Liebherr.

Der am meisten im Markt vertretene Raupenkran über 1.000 t Tragfähigkeit ist der Terex-Demag CC 8800 mit einer Tragfähigkeit von 1.250 t und einem maximalen Lastmoment von 22.000 mt. Das Nachfolgemodell CC 8800-1 hat eine Tragfähigkeit von 1.600 t und ein maximales Lastmoment von über 24.000 mt. Erstmals wurde 2007 ein CC 8800-1 durch Zusatzkomponenten zu einem CC 8800-1 Twin mit einer Tragfähigkeit von 3.200 t und einem Lastmoment von 44.000 mt erweitert. Dabei sind zwei Systeme, deren Masten mehrfach durch Querstreben verbunden sind, auf einer Grundplatte montiert. Keine Komponente ist breiter als 3,5 m und die Transportgewichte nahezu aller Komponenten liegen unter 40 t. Die Länge des Hauptauslegers beträgt 117 m. Mit einem wippbaren Hilfsausleger ergibt sich eine maximale Hakenhöhe von 235 m.

Der Liebherr LR 13000 ist mit 3.000 t bei 12 m Ausladung der größte Raupenkran in konventioneller Bauweise. Mit maximal 120 m Hauptmast und 126 m Wippspitze ergibt sich eine maximale Hakenhöhe von 240 m. Durch eine höhere Drehbühnenlast und den neu entwickelten Drehkranz, der ein hohes Drehmoment übertragen kann, kann der Kran im Teillastbereich ohne Derrick-Ballast betrieben werden, eine Einzigartigkeit in dieser Größenordnung. Auch für den LR 13000 ist das von Liebherr neu entwickelte System des P-Auslegers (PowerBoom) anwendbar, wo der untere Teil des Hauptauslegers durch nebeneinanderliegende Teilmaste verdoppelt wird, was Torsionskräfte kompensiert und eine höhere Tragkraft bei großen Mastlängen zulässt. Die zusammengebaute Hakenflasche wiegt alleine 111 t und ist 9,7 m hoch, das Herzstück davon wiegt 31,6 t. Zum Transport werden auch die 82 t schweren Ketten abgenommen und die 128 t schweren Kettenträger aus Gewichtsgründen in Hälften geteilt. Zerlegt haben alle Teile ein Gewicht von maximal 70 t und eine Breite von 4 m. Die 4,5 m breite Drehkranz wird dabei diagonal transportiert. Damit ist eine Grenze für dieses Kranformat erreicht. Das erste Stück wurde im Mai 2012 von Mammoet gekauft[7] und ab Ende Juli 2012 zum ersten Produktiveinsatz in der BP-Raffinerie in Whiting (Indiana) aufgebaut, wo ein größeres Modernisierungsprojekt durchgeführt wird.[8]

Ebenso von Terex Cranes Germany ist der drittstärkste Raupenkran, der CC 12600, mit einer Tragfähigkeit von ebenfalls 1.600 t. Ein Raupenkran von Liebherr ist der LR 11350 mit einer Tragfähigkeit von 1.350 t und einer Hakenhöhe von 223 m.

Siehe auch

Schienendrehkran
Schwimmkran bzw. Kranschiff
Feuerwehrkran
Hubarbeitsbühne
Mobildrehkran 404
Teleskoprohr
Turmdrehkran

Einzelnachweise

Liebherr Pressemitteilung LG1750. Archiviert vom Original am 1. August 2014; abgerufen am 6. Januar 2015 (PDF).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bracht-autokrane.de 

LG 1750. Abgerufen am 6. Januar 2015. 

↑ ABC Crane Co, spezialisiert auf die Vermietung von GCI Tower Cranes

↑ Hansebubeforum >> Krane und Schwerlast historisch >> Grove GCI 4200/5400/7500

↑ liebherr.com

↑ hadel.net

↑ Mammoet bestellt Liebherr-Raupenkran LR 13000, liebherr.com, 3. Mai 2012.

↑ Bowdeya Tweh: Heavy crane shipment heading to BP Whiting Refinery, nwi.com, 30. Juli 2012.

Weblinks

 Commons: Fahrzeugkran – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4170283-9 (AKS)

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Verkauf (Verb: verkaufen) bezeichnet:

die Übereignung einer Sache oder die Übertragung eines Rechts gegen Entgelt im rechtlichen Sinne
Vertrieb, ein wirtschaftlicher Vorgang
Persönlicher Verkauf, ein Instrument der Kommunikationspolitik
den bestimmten Rechtsbegriff der Veräußerung

Verkauf ist der Familienname von:

Leo Verkauf (1858–1933), österreichisch-galizischer Anwalt, Fachautor und Parlamentarier
Willy Verkauf (1917–1994), schweizerisch-israelisch-österreichischer Lebenskünstler

Siehe auch:

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 Wiktionary: Verkauf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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 Wikiquote: Verkauf – Zitate

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Ein Briefumschlag (auch: Kuvert oder in der Schweiz Couvert, veraltet Enveloppe) ist die Versandverpackung eines Briefes.

Handelsüblicher Briefumschlag (Rückseite)
Handelsüblicher Briefumschlag der Größe „DIN-lang“ (DL) mit Sichtfenster

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte
2 Material
3 Produktion
4 Recycling
5 Größen
6 Fensterstellung

6.1 Deutschland
6.2 Schweiz

7 Aufschrift
8 Verwendung
9 Markt
10 Mehrfachumschläge
11 Briefumschlag mit Aufrissschnur
12 Weblinks
13 Einzelnachweise

Geschichte

Ursprünglich wurden Briefe nicht in separaten Briefhüllen verpackt, sondern lediglich durch Umfalten oder Aufrollen und Versiegeln vor unberechtigtem Zugriff geschützt. Oft als Faltbriefe da Papier ein kostbarer Rohstoff war. Später wurde dies, im Gegensatz zu fertig konfektionierten Umschlägen zum Einstecken und Verschließen des Schreibens, vergleichsweise unwirtschaftlich. Im heutigen postalischen Schriftverkehr werden fast ausschließlich Briefumschläge zum Schutz der Inhalte verwendet, mit Ausnahme von Postwurfsendungen.

Briefumschläge wurden erstmals 1820 von dem Buch- und Papierwarenhändler S. K. Brewer in Brighton verkauft.[1][2] Er schnitt die Umschläge mit Hilfe von Blechschablonen zurecht.[3] Infolge des rasch wachsenden Bedarfs vergab Brewer 1835 an die Londoner Firma Dobbs & Comp. den Auftrag zur Herstellung von Briefumschlägen als Massenartikel.[3] Die erste Maschine zur Herstellung von Briefumschlägen stammt von E. Hill und W. De La Rue, London, aus dem Jahr 1844.[2]

Material

Briefumschlagpapier muss undurchsichtig, beschreibbar, bedruckbar und faltfest sein. Es wird holzfrei und holzhaltig, einseitig glatt oder satiniert, weiß und farbig hergestellt. Aber auch Recyclingpapier mit dem “Blauem Engel” findet Verwendung. Neuerdings werden für Briefumschläge verstärkt FSC- oder PEFC-Papiere eingesetzt, deren Zellstoff aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. FSC-Umschläge tragen teilweise das Logo des WWF-Pandabären. Es gibt auch Umschläge aus Kunststofffasern, aus transparenter oder transluzenter Folie sowie Umschläge aus Papyrolin, einem fadenverstärkten Material.
Fast alle Briefumschläge besitzen als Verschluss an der Umschlaginnenseite eine Gummierung oder zwei Haftklebestreifen. Bei manchen Briefumschlägen ist im Adressbereich ein Sichtfenster aus Pergamin oder durchsichtigem Kunststoff eingeklebt. Auch die Seitenränder des Briefpapiers werden mit Klebstoffen zusammengehalten.

Produktion

Zunächst wird ausgehend von der Papierrolle der Innen- und Außendruck des Umschlages im Flexodruckverfahren aufgebracht. Danach wird die Umschlagsilhouette ausgestanzt, dann erfolgt die Fensterung inkl. des Einklebens der Fensterfolie. Danach die Seitenklappengummierung und anschließend das Aufbringen der Verschlussklappengummierung. Nach dem Trocknen der Verschlussklappe werden die Umschläge verpackt und anschließend die fertigen Kartons mittels Robotern auf Paletten verpackt.
Moderne Briefumschlagmaschinen erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 1.600 Umschlägen/Minute und können somit fast 100.000 Umschläge/Stunde produzieren. Derartige Anlagen erfordern einen Investitionsaufwand von mehr als 2 Mio. €. Wichtigste Hersteller der Maschinen sind die Firmen Winkler+Dünnebier in Neuwied sowie die Firma F.L. Smithe in den Vereinigten Staaten; beide Unternehmen gehören zu Barry-Wehmiller Companies (USA).

Recycling

Papierbriefumschläge können problemlos recycelt werden. Das verwendete Altpapier dient als Rohstoff für neues Recyclingpapier. Die eingesetzten Fensterfolien bestehen in der Regel aus Polystyrol. Sie werden beim Deinking (Entfärben) des Altpapiers ausgesondert und anschließend ebenfalls recycelt oder aber in den Kraftwerken der Papierfabriken verbrannt.

Größen

Briefumschläge gibt es in verschiedenen Standardgrößen, definiert in ISO 269 und DIN 678 weitgehend anhand bestehender Papierformate. Die üblichen Handelsbezeichnungen „DL“ (DIN lang) und „DL+“ (DIN lang plus) für C5/6 und C6/5 entsprechen nicht der Norm, werden aber überwiegend verwendet.[4]

Format

B (mm)

L (mm)

L:B

Passender Inhalt

C6

114
162
√2
A6, A5 einmal gefaltet, A4 über Kreuz gefaltet

B6

125
176
√2
C6

C5/6 (DL)

110
220
2
1⁄3 A4, A4 zweimal gefaltet nach DIN 676 / 5008

C6/5 * (DL+)

114
229
2
C5/6, 1⁄3 A4, A4 zweimal gefaltet nach DIN 676 / 5008

C5

162
229
√2
A5, d. h. A4 einmal gefaltet

B5

176
250
√2
C5

C4

229
324
√2
A4

B4

250
353
√2
C4

E4

280
400
√2
B4

C3

324
458
√2
A3

 * so breit wie die Breite von C6 und so lang wie die Länge von C5

Briefgrößen und -gewichte der Deutschen Post

Format

B (mm)

L (mm)

H (mm)

Gewicht

Porto (€)

passende DIN-Formate

Standardbrief

90–125
140–235
≤ 5
≤ 20 g
0,70
C6, B6, C5/6 (DL), C6/5

Kompaktbrief

70–125
100–235
≤ 10
≤ 50 g
0,85
C6, B6, C5/6 (DL), C6/5

Großbrief

70–250
100–353
≤ 20
≤ 500 g
1,45
C6, B6, C5/6 (DL), C6/5, C5, B5, C4, B4

Maxibrief

70–250
100–353
≤ 50
≤ 1000 g
2,60
C6, B6, C5/6 (DL), C6/5, C5, B5, C4, B4

Postkarte

90–125
140–235

150–500 g/m²
0,45
A6

Briefumschläge im Format C4 werden nicht nur im Querformat, sondern auch im Hochformat hergestellt.[5]

Für Geschäftsbriefe auf dem Papierformat A4 sind in Deutschland die Umschlagformate DIN lang (C5/6, DL) bei manueller Befüllung, C6/5 bei maschineller Befüllung und C4 am weitesten verbreitet. Das Format C6/5 ist das in Deutschland mit Abstand am häufigsten verwendete Format und wird als Kuvertierhüllen für die automatische Kuvertierung eingesetzt.

Privatpost wird auch häufig in Umschlägen vom Format C6 verschickt, in das Postkarten vom Format A6 passen. Großes und schweres Füllgut wird häufig in Faltentaschen aus Kraftpapier mit Seitenfalten und Klotzboden in den Formaten B5 bis E4 verschickt (Versandbeutel).

Fensterstellung

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Deutschland

Für Abmessungen von Fensterbriefhüllen gibt es mehrere unterschiedliche Standards.[6]

BS 4264 definiert für das Format DL ein 39 mm hohes und 93 mm breites Sichtfenster, das 53 mm vom oberen Rand und 20 mm vom linken Rand entfernt ist.[6]

Aus DIN 680 ergeben sich je nach Format unterschiedliche Abstände des Sichtfensters vom oberen Rand, sodass ein Briefbogen nach DIN 5008 exakt gefaltet werden muss, um das Adressfeld im Sichtfenster zu platzieren:

Bei C6, C6/C5 und DL liegt das Sichtfenster 20 mm vom linken und 15 mm vom unteren Rand entfernt und ist 45 × 90 mm groß.

Bei größeren Versandtaschen gibt es zwei Formen A und B entsprechend der Briefköpfe für Geschäftsbriefe Form A und B nach DIN 5008, da die Lage des Adressfeldes sich hier nicht mehr über die Faltung des Briefes anpassen lässt. Bei C5-Briefhüllen ist das Fenster ebenfalls 45 mm × 90 mm groß und 20 mm vom linken Rand entfernt, vom unteren bei Form A 77 mm und bei Form B 60 mm. Bei C4-Briefhüllen ist das Spiel des Briefes im Umschlag besonders in Richtung der längeren Kante wesentlich größer, so dass das Fenster größer sein muss. Es ist 55 mm × 90 mm groß und 20 mm vom linken Rand entfernt, vom oberen bei Form A 40 mm und bei Form B 57 mm.

Schweiz

In der Schweiz gibt es ebenfalls Vorgaben der Post zur Briefgestaltung und der Platzierung des Adressfelds.[7]

Aufschrift

Die Deutsche Post erwartet die Aufschrift parallel zur längeren Seite des Sichtfensters beziehungsweise des Umschlags, die Frankierung in einem 40 mm hohen und 74 mm breiten Feld rechts oben, die Anschrift des Absenders im 40 mm hohen Streifen links daneben sowie die Anschrift des Adressaten im restlichen Bereich mit mindestens 15 mm Abstand zum Außenrand. Im Bereich unterhalb der Anschrift wird der Zielcode aufgedruckt.[8]

Die Österreichische Post erwartet darüber hinaus, dass beim Format C5 der Bereich unterhalb der 74 mm breiten Frankierzone und bei größeren Formaten ein 74 mm hoher Bereich am unteren Rand freigehalten wird.[9]

Royal Mail erwartet, dass in einem 70 mm hohen und 140 mm breiten Bereich rechts unten zwei Felder freigehalten werden und die Anschrift des Absenders auf der rückseitigen Verschlusslasche platziert wird.[10][11]

Die Schweizerische Post sieht eine Vielzahl von Varianten vor.[12]

Verwendung

Briefumschläge werden verschlossen, indem die ein wenig überlappende, übergeklappte offene Seite (kurz Lasche) mit dem Umschlag zusammengeklebt wird. Entweder kommt dabei trockener, wasserlöslicher Klebstoff zum Einsatz, der beim Verschließen befeuchtet wird, oder sie sind selbstklebend. Das blaue Leuchten beim Öffnen eines selbstklebenden Verschlusses nennt man Tribolumineszenz. Bei hochwertigen Umschlägen kommt häufig eine Haftklebung mit Abdeckstreifen zum Einsatz. Letztere werden vor allem für hochwertige geschäftliche Post verwendet.
Name und Anschrift des Adressaten werden auf die Vorderseite des Kuverts geschrieben, die Angaben über den Absender herkömmlich auf die Rückseite oder links oben auf die Vorderseite.

Ebenfalls im geschäftlichen Bereich werden häufig Fensterkuverts eingesetzt, bei denen die Anschrift des Adressaten nicht auf den Umschlag geschrieben, sondern der Brief mit der Anschrift im Briefkopf so in den Umschlag gelegt wird, dass die Anschrift durch das Fenster sichtbar ist, beispielsweise nach DIN 5008. Für die unterschiedlichen Umschläge gibt es verschiedene Falzarten, damit die Adressen im Fenster sichtbar sind. Fensterkuverts tragen einen Aufdruck oder Stempel mit den Absenderangaben meistens entweder auf der Vorderseite oder über der Anschrift auf dem Briefbogen, sodass sie im Fenster sichtbar sind.

Markt

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In Deutschland werden nach Angaben des Verbandes der Deutschen Briefumschlaghersteller (VDBF) derzeit pro Jahr ungefähr 20 Mrd. Briefumschläge, Versand- und Faltentaschen im Wert von etwa 375 Mio. € verkauft. Zusätzlich exportiert die Deutsche Briefumschlagindustrie weitere ca. 4 Mrd. Einheiten zumeist ins europäische Ausland. Der Markt ist in den letzten Jahren insgesamt leicht gesunken, da zunehmend elektronische Medien den Briefumschlag für den Rechnungsversand ersetzen. Auch Werbebriefumschläge haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung verloren. Großformatige Versand- und Faltentaschen konnten hingegen vom neuen Medium Internet eher profitieren.

In Europa werden jährlich insgesamt etwa 110 Mrd. Umschläge verkauft. Den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch in Europa hat weiterhin die Schweiz. In England, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden werden ca. 70 % der europäischen Briefumschlag-Mengen verwendet.

In Deutschland sind die beiden bedeutendsten Hersteller die Firmengruppe Mayer-Kuvert und Bong. Auf europäischer Ebene kommen noch Tompla (E), La Couronne (F), GPV (F), Nova Kuverta (SLO), Blasetti (I), ELCO (CH) und Goessler Kuverts (CH) hinzu, die zusammen insgesamt einen Marktanteil von ungefähr 90 % repräsentieren.

Mehrfachumschläge

Eine Sonderform des Briefumschlages ist der im internen Briefverkehr zunehmend genutzte mehrfach verwendbare Hauspostumschlag.

Auf diesen Briefumschlägen findet man meistens eine Art Tabelle in die der Absender, das Datum und der Empfänger eingetragen werden.

Dazu kommen Löcher, die zu einer schnellen Sichtung dienen, ob sich Dokumente o. ä. im Umschlag befinden. Verschlossen werden sie vorwiegend mit einem Bindfadenverschluss.

Briefumschlag mit Aufrissschnur

Der rote Pull-Tab-Streifen im Umschlag zum mittellosen Öffnen.
Das kleine Fenster auf dem rechten Umschlag zeigt den Aufdruck vor dem Öffnen.

Patentierte Umschläge[13] bieten ein sauberes Öffnen des Briefes ohne Hilfsmittel. Am Rand ist der Umschlag an der „Daumengrifffläche“ perforiert, durch Abreißen dieses kleinen Papierstückchens wird eine „Aufrißschnur“ („Zipp-o-let“/engl. Pull-Tab) an der Kante herausgetrennt, welche damit den Briefumschlag öffnet. Diese Technik ist z. B. bei Zigarettenverpackungen mit Klarsichtfolien schon lange üblich.

Weblinks

 Commons: Briefumschläge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Briefumschlag – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Briefgrößen und -gewichte der Österreichischen Post AG

Einzelnachweise

↑ Maurice Rickards, Michael Twyman: The encyclopedia of ephemera: A Guide to the Fragmentary Documents of Everyday Life for the Collector, Curator and Historian, Verlag: Routledge Chapman & Hall; Auflage: illustrated edition (Dezember 2000), Seite 135 bis 137.

↑ a b Briefumschlag. In: Wolfram Grallert: Lexikon der Philatelie. 2. Auflage. Phil*Creativ GmbH, Schwalmtal 2007, ISBN 978-3-932198-38-0, Seite 75.

↑ a b Brewer. In: Wolfram Grallert: Lexikon der Philatelie. 2. Auflage. Phil*Creativ GmbH, Schwalmtal 2007, ISBN 978-3-932198-38-0, Seite 66.

Briefumschläge-Ratgeber | Bürobedarf Versand. In: www.printus.de. Abgerufen am 10. November 2016. 

DIN C4. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, abgerufen am 29. Januar 2016. 

↑ a b Markus Kuhn: International standard paper sizes. Abgerufen am 18. März 2010. 

↑ Briefgestaltung gemäss Vorgaben der Post. Post CH AG. Abgerufen am 30. Januar 2019.

Automationsfähige Briefsendungen. Deutsche Post AG, abgerufen am 11. Juli 2016 (PDF; 5,26 MB). 

Richtig Adressieren. Österreichische Post, abgerufen am 8. April 2010 (PDF; 2,06 MB). 

A guide for letter envelope design and clear addressing. Royal Mail, archiviert vom Original am 31. Oktober 2014; abgerufen am 20. Juni 2016 (PDF; 601 KB).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.royalmail.com 

Large Letter mail. Royal Mail, abgerufen am 8. März 2010 (PDF; 492 KB). 

Briefe. Schweizerische Post, abgerufen am 21. September 2011 (PDF; 3,37 MB). 

↑ EuropaPatent Nr. 0 683 748; USA Patent Nr. 5 984 170; Internationale Registrierung für „Zipp-o-let“ Nr. 641 250; Deutsches Gebrauchsmuster Nr. 295 00 983.7

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4146614-7 (AKS)

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Logistiksystem Grundstrukturen Logistische Systeme im Unternehmen – Subsysteme Kooperationen in der Logistik Navigationsmenü aus Fürth

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Jedes logistische System dient der raum-, zeit-, art- und mengenmäßigen Veränderung von Gütern.
Transport-, Lager- und Kommissioniersysteme erfüllen genau diese Funktion. Unterstützt wird der gesamte Güterfluss durch die im Verpackungssystem stattfindenden Verpackungsprozesse, durch die das Transportieren, Lagern und Kommissionieren erleichtert oder oftmals gar erst ermöglicht wird. Informationen, also immaterielle Güter, lösen den gesamten (materiellen) Güterfluss aus. Der Informationsfluss, der bei der organisatorischen Gestaltung von großer Bedeutung ist, verläuft parallel zur logistischen Kette und korrespondiert mit dem Materialfluss.

Inhaltsverzeichnis

1 Grundstrukturen

1.1 Einstufiges Logistiksystem
1.2 Mehrstufiges Logistiksystem
1.3 Kombiniertes Logistiksystem

2 Logistische Systeme im Unternehmen – Subsysteme
3 Kooperationen in der Logistik
4 Siehe auch
5 Literatur
6 Weblinks

Grundstrukturen

Jedes Logistiksystem ist durch das Zusammenspiel von Bewegungs- und Speicherprozessen gekennzeichnet. Durch ein Netzwerk von Knoten (Speicher, Lager) und Kanten (Bewegungen) werden Objekte(Güter, Energie, Informationen, Menschen) geführt.

Zwischen Quelle (Lieferpunkt) und Senke (Empfangspunkt) sind unterschiedliche Verbindungsstrukturen möglich.

Einstufiges Logistiksystem

In einstufigen Logistiksystemen besteht ein direkter Güterfluss zwischen Lieferpunkt und Empfangspunkt.

Mehrstufiges Logistiksystem

Bei mehrstufigen Logistiksystemen besteht ein indirekter Güterfluss – wird durch mindestens einen weiteren Knoten unterbrochen, an dem zusätzliche Speicherprozesse und/oder Bewegungsprozesse stattfinden. In einem Auflösepunkt treffen die Güter in großen Mengen vom Lieferpunkt aus ein und verlassen ihn in kleinen Mengen hin zu verschiedenen Empfangspunkten. Das Auflösen besteht entweder in einer reinen Verkleinerung der Mengen eines bestimmten Gutes oder in einem Zusammenstellen (Assortieren, Kommissionieren) von Gütern nach Menge und Sorte (Beispiel: Ein Möbelhersteller unterhält regionale Auslieferungslager für die Belieferung des Einzelhandels). In mehrstufigen Logistiksystemen tritt häufig ein Kombinierter Verkehr auf, der mit unterschiedlichen Transportmitteln durchgeführt wird. In einem Konzentrationspunkt treffen kleinere Mengen aus mehreren Lieferpunkten aus ein und verlassen ihn in großen Mengen hin zu einem Empfangspunkt.

Beispiel: Für einen Automobilhersteller sammelt ein Gebietsspediteur einzelne Sendungen bei mehreren, in einer bestimmten Region ansässigen Zulieferern ein und schlägt diese in einem Umschlagbahnhof auf einen zielreinen Güterzug oder konzentriert die Ladung in einem Logistikzentrum auf einen möglichst großen Frachtträger. Im Rahmen der gesamten Transportkette bezeichnet das Sammeln der Güter auch als Vorlauf und den anschließenden Transport dann auch als Hauptlauf. Für die Umschlagzentren wird im deutschen Sprachraum zunehmend auch das Wort Cross docking verwendet.

Kombiniertes Logistiksystem

Kombinierte Logistiksysteme beinhalten schließlich direkte und indirekte Güterflüsse nebeneinander.

Logistische Systeme im Unternehmen – Subsysteme

Die verschiedenen logistischen Leistungsphasen eines Unternehmens sowie die durch sie induzierten Transformationen der Güter bilden zusammen ein logistisches System.

Nach den Inhalten der logistischen Aufgabe unterscheiden sich innerhalb eines logistischen Systems verschiedene logistische Sub(Teil-)systeme:
Beschaffungslogistik,
Produktionslogistik,
Distributionslogistik,
Entsorgungslogistik.

Entsprechend dieser Unterteilung spricht man häufig auch von Beschaffungsnetzwerken, Produktionsnetzwerken, Distributionsnetzwerken und Entsorgungsnetzwerken.
Zwischen den einzelnen Subsystemen bestehen integrative Beziehungen. Jedes dieser Subsysteme ist ein Objekt des übergeordneten Gesamtsystems, aber zugleich auch ein eigenständiges Logistiksystem. Es ist immer eine ganzheitliche Betrachtung aller logistischen Prozesse erforderlich, weil optimale Teillösungen nicht zwangsläufig zu einem optimalen Gesamtergebnis führen müssen.

Bei der Auswahl/Planung von Logistiksystemen bzw. bei der Optimierung bestehender Logistiksysteme sind die sämtliche eingesetzten Logistiksysteme so zu einem leistungsfähigen Netzwerk zu verknüpfen, zu koordinieren und zu managen, dass die Aufträge und Prozesse des Unternehmens optimal ablaufen.

Kooperationen in der Logistik

Die Logistik hat in der betrieblichen Planung oft keine wesentliche Bedeutung, da durch Lager Verzögerungen abgefangen werden können und die möglichen Einsparungen bei den Transportkosten im Vergleich zu den Verhandlungsspielräumen bei den Einkaufspreisen gering scheinen. Durch eine Kooperation im Einkauf und bei der Logistik (auch im Wege des Outsourcing der eigenen Logistik oder durch völlig neue Strukturen wie z. B. gemeinsame Milkrun-Systeme) können jedoch wesentliche Einsparungen in Summe über folgende Bereiche erzielt werden:

Transportskosten
Lagerhaltungskosten inkl. Bestandhaltungskosten
Kosten der Auftragsabwicklung

Siehe auch

Logistikkonzept

Literatur

Reinhard Koether (Hrsg.): Taschenbuch der Logistik. Carl Hansen Verlag. München 2004. ISBN 3-446-22247-2.
Thomas Plümer: Logistik und Produktion. Oldenbourg 2003. ISBN 3-486-27470-8.
Hans-Christian Pfohl: Logistiksysteme – Betriebswirtschaftliche Grundlagen. Springer. Berlin 2004. ISBN 3-540-40586-0.
Manfred Schulte-Zurhausen: Organisation. Verlag Vahlen. München 2005. ISBN 3-8006-3205-5.

Weblinks

Regionale Logistik

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Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland und Österreich dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Stilles Mineralwasser aus der Glasflasche
Mineralwasser mit ausperlendem Kohlendioxid (CO2)

Mineralwasser ist nach der deutschen Mineral- und Tafelwasserverordnung bzw. der österreichischen Mineralwasser- und Quellwasserverordnung ein Grundwasser mit besonderen Eigenschaften. Seine Inhaltsstoffe dürfen nur unwesentlich schwanken. Es muss aus unterirdischen Wasservorkommen stammen und von ursprünglicher Reinheit sein. Mineralwasser wird direkt am Gewinnungsort – Quelle/Brunnen – abgefüllt und benötigt eine amtliche Anerkennung.[1]

Historische Bezeichnung ohne gesetzliche Normierung ist Sauerwasser, das genau wie Sauerbrunnen auch gleichzeitig die Quelle eines solchen Mineralwassers bezeichnet.[2] Die deutsche Mineralwasserindustrie unterscheidet „klassische“ Mineralwässer (auch „Classic“-Wässer genannt)[3] mit viel Kohlensäure (ca. 7–8 g/l), „medium“ und „stille“ Wässer mit reduzierter Kohlensäure (4–5,5 g/l) und kohlensäurefreie Mineralwässer (weniger als 1 g/l).[4]

Inhaltsverzeichnis

1 Rechtliches

1.1 Rechtliches in Deutschland

1.1.1 Mineral- und Tafelwasserverordnung
1.1.2 Besteuerung
1.1.3 Verkehrsbezeichnung
1.1.4 Sprudel, Sauerwasser und andere amtliche Einzelbezeichnungen

1.2 Rechtliches in Österreich

2 Gesundheitliche Aspekte

2.1 Belastung mit Radionukliden
2.2 Belastung mit anthropogenen Stoffen
2.3 Wasseraufbereitung

3 Umweltaspekte

3.1 Mineralwasser in PET-Flaschen

4 Statistische Daten

4.1 Höchster Gesamtverbrauch (2004)
4.2 Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland, Österreich und der Schweiz
4.3 Die größten Unternehmen am Mineralwassermarkt in Deutschland
4.4 Die Marktanteile am österreichischen Mineralwassermarkt
4.5 Abfüllmengen von Mineralwasser in Österreich

5 Geschichte
6 Verwandte Produkte
7 Verweise

7.1 Literatur
7.2 Weblinks
7.3 Fußnoten

Rechtliches

Die nationalen Regelungen beruhen auf der EG-Richtlinie über die Gewinnung von und den Handel mit natürlichen Mineralwässern.[5] Bei Unklarheiten oder Differenzen sind stets die europäischen Bestimmungen vorrangig gültiges Recht. Die Zusammensetzung des natürlichen Mineralwassers, die Temperatur in der Quelle und seine übrigen wesentlichen Merkmale müssen im Rahmen natürlicher Schwankungen konstant bleiben. Natürliches Mineralwasser darf gemäß Art. 4 der EG-Richtlinie nur eingeschränkt behandelt werden. So dürfen unbeständige Inhaltsstoffe wie Eisen- oder Schwefelverbindungen mit physikalischen Verfahren entfernt werden (enteisentes und entschwefeltes Mineralwasser). Unter bestimmten Bedingungen ist es erlaubt, mittels Ozon verschiedene aus dem Gestein stammende Inhaltsstoffe zu entfernen. Einem natürlichen Mineralwasser darf – mit physikalischen Verfahren – Kohlensäure entzogen oder hinzugefügt werden. Des Weiteren dürfen unerwünschte Bestandteile wie zum Beispiel Mangan oder Arsen mit genehmigten Verfahren entfernt oder reduziert werden. Auch Fluorid darf durch den Einsatz aktivierten Aluminiumoxids entfernt werden (Europäische Verordnung Nr. 115/2010 (PDF))

Rechtliches in Deutschland

Mineralwasserkrug der Quelle in Niederselters aus dem 19. Jahrhundert

Mineral- und Tafelwasserverordnung

Die rechtliche Grundlage von Mineralwasser ist die deutsche Mineral- und Tafelwasserverordnung (Min/TafelWV)[6] (letzte Fassung vom 22. Oktober 2014). Dieses schreibt strengere mikrobiologische Grenzwerte als beim Trinkwasser vor, die durch die Lebensmittelüberwachung kontrolliert werden. Sie gelten aber nur für den Ort der Abfüllung, nicht für den weiteren Weg bis zum Verbraucher, während die Anforderungen an Trinkwasser für den Ort der Entnahme gelten. Jede Quelle muss amtlich anerkannt sein, von diesen gibt es in Deutschland derzeit 820.[7] Amtlich anerkannte Mineralwässer werden mit dem Namen und dem Ort der Quelle vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit im Bundesanzeiger bekanntgegeben.[7] Heilwasser gilt nicht als Lebensmittel, sondern fällt unter das Arzneimittelgesetz.

Besteuerung

Im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln wird Mineralwasser nicht mit lediglich 7 % Umsatzsteuer besteuert, sondern wie alle Getränke mit 19 %, da es laut Liste der dem ermäßigten Steuersatz unterliegenden Gegenstände nicht in die Kategorie der Grundnahrungsmittel wie Kaffee oder Tee fällt. Diese Einordnung wurde vorgenommen, weil durch das Leitungswasser ein Substitut zum Mineralwasser vorhanden ist.

Verkehrsbezeichnung

Verkehrsbezeichnung für natürliches Mineralwasser im Sinne der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung sind:

natürliches Mineralwasser
natürliches kohlensäurehaltiges Mineralwasser
natürliches Mineralwasser mit eigener Quellkohlensäure versetzt
natürliches Mineralwasser mit Kohlensäure versetzt
Säuerling oder Sauerbrunnen

Mineralwasser mit einem natürlichen Kohlendioxidgehalt von mehr als 250 mg/l darf zusätzlich als Säuerling oder Sauerbrunnen bezeichnet werden. Die Bezeichnung Sprudel kann diese Benennung ersetzen, wenn das Mineralwasser im Wesentlichen unter natürlichem Kohlensäuredruck aus der Quelle hervorsprudelt. Oft ist die Bezeichnung „Sprudel“ auch Bestandteil des Quellnamens.

Stilles Mineralwasser ist ein natürliches Mineralwasser, das von Natur aus keine/wenig Kohlensäure enthält oder dem die Kohlensäure vollständig oder teilweise entzogen wurde. Es wird teilweise in die grüne Brunnen-Einheitsflasche abgefüllt. Deklaration und Kohlensäuregehalt stiller Wässer sind gesetzlich nicht vorgegeben.

Mineral- und Heilwässer werden in drei Haupttypen klassifiziert:[8]

Chlorid-Wässer:
Natrium-Chlorid-Wässer
Calcium-Chlorid-Wässer
Magnesium-Chlorid-Wässer
Sulfat-Wässer:
Natrium-Sulfat-Wässer
Calcium-Sulfat-Wässer
Magnesium-Sulfat-Wässer
Eisen-Sulfat-Wässer
Hydrogencarbonat-Wässer:
Natrium-Hydrogencarbonat-Wässer
Calcium-Hydrogencarbonat-Wässer
Magnesium-Hydrogencarbonat-Wässer

Ab einem Mineralstoffgehalt von mindestens 1.500 mg/l darf ein Mineralwasser den Hinweis „Mit hohem Gehalt an Mineralien“ tragen.

Sprudel, Sauerwasser und andere amtliche Einzelbezeichnungen

Die Kennzeichnung von Mineralwasser ist in der Mineral- und Tafelwasserverordnung geregelt.[9]

Kohlensäurehaltiges Mineralwasser wird auch als saurer Sprudel oder als Selterswasser (kurz Selters) bezeichnet.
Selters darf in der Bundesrepublik Deutschland seit 1984 nicht mehr generisch verwendet werden, ist seitdem nur noch Markenname und lebt nur noch umgangssprachlich fort. In Deutschland darf rechtlich als Sprudel nur Mineralwasser bezeichnet werden und nur dann, wenn es unter Kohlendioxidzusatz abgefüllt wurde oder es sich um einen Sauerbrunnen handelt, bei dem das Wasser natürlicherweise einen so hohen Kohlensäuregehalt hat, dass es bei Druckentlastung sprudelt. Sauerbrunnen oder Säuerlinge sind Mineralwässer, die natürlicherweise mehr als 250 mg/l Kohlendioxid enthalten und keine weitere Behandlung erfahren haben; ausgenommen ist weiterer Kohlendioxidzusatz.[10]

Neben der Verkehrsbezeichnung und anderen Angaben laut Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung sind nach § 9 Mineral- und Tafelwasserverordnung für Mineralwasser folgende Angaben erforderlich:

Name der Quelle und Ort der Quellnutzung,
ein Analysenauszug der wichtigsten Inhaltsstoffe,
soweit zutreffend, Hinweise auf einen Entzug von Kohlensäure, eine Behandlung mit ozonangereicherter Luft, die Eignung für die Ernährung von Kindern oder einen hohen Fluoridgehalt.

Rechtliches in Österreich

Die rechtliche Grundlage von Mineralwasser ist die österreichische Verordnung über natürliche Mineralwässer und Quellwässer (Mineralwasser- und Quellwasserverordnung), BGBl. II Nr. 309/1999, geändert durch die Verordnung BGBl. II Nr. 500/2004.

Natürliches Mineralwasser ist demnach Wasser, das seinen Ursprung in einem unterirdischen vor jeder Verunreinigung geschützten Wasservorkommen hat und wird aus einer oder mehreren natürlichen oder künstlich erschlossenen Quellen annähernd gleicher Charakteristik gewonnen. Es ist von ursprünglicher Reinheit und hat eine bestimmte Eigenart, die auf seinen Gehalt an Mineralstoffen, Spurenelementen oder sonstigen Bestandteilen zurückzuführen ist, und weist gegebenenfalls bestimmte ernährungsphysiologische Wirkungen auf. Seine Zusammensetzung, Temperatur und übrigen wesentlichen Merkmale müssen im Rahmen natürlicher Schwankungen konstant bleiben, sie dürfen insbesondere durch eventuelle Schwankungen in der Schüttung nicht verändert werden. Natürliches Mineralwasser darf nur in Verkehr gebracht werden, wenn es vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen anerkannt ist.

Quellwasser ist Wasser, das seinen Ursprung in einem unterirdischen Wasservorkommen hat und wird aus einer oder mehreren natürlichen oder künstlich erschlossenen Quellen gewonnen. Es ist von ursprünglicher Reinheit. Quellwasser muss zudem den Anforderungen der Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TWV), BGBl. II Nr. 304/2001, in der jeweils geltenden Fassung, entsprechen.

Gesundheitliche Aspekte

Eine Untersuchung zur ernährungsphysiologischen Bedeutung von Trinkwasser in Deutschland kam im Jahr 2009 zu dem Schluss, dass Trink- und Mineralwässer zur Mineralstoffbedarfsdeckung eines Menschen beitragen können, der Bedarf an Mineralstoffen jedoch überwiegend durch feste Nahrung gedeckt wird.[11] Bei einem gesunden Menschen und bei normaler Ernährung macht es deshalb keinen Unterschied, ob man seinen Flüssigkeitsbedarf durch Mineralwasser oder Leitungswasser deckt.[12] In kalkhaltigen Regionen ist der Calcium-Gehalt des Trinkwassers signifikant höher als der eines durchschnittlichen Mineralwassers; so enthält Berliner Trinkwasser bis zu 150 mg Calcium pro Liter, manche Mineralwässer nur ein Zehntel davon.[13] Bei Bluthochdruck sollte natriumarmes Mineralwasser getrunken werden.

Die Variationsbreite des Mineralstoffgehalts ist innerhalb der Gruppen größer, als der zwischen den Gruppen Leitungswasser und Mineralwasser. Weil der Endverbraucher keinen Einfluss auf die Herkunft des Leitungswassers hat, hängt diese Entscheidung demnach von regionalen Gegebenheiten ab, die man anhand der Veröffentlichung des regionalen Wasserversorgers und dem Analyse-Auszug auf der Wasserflasche treffen muss. Im Allgemeinen wird ein hoher Calcium- und Magnesium-Gehalt sowie ein niedriger Natrium-Gehalt als erstrebenswert angesehen.

Die Inhaltsstoffe aus Mineralwässern weisen eine ähnliche Bioverfügbarkeit auf wie die aus anderen Lebensmitteln: Calcium aus Mineralwasser weist eine ähnliche Resorbierbarkeit auf wie Calcium aus Milch (ca. 37 % bis 49 %). Die Resorptionsrate von Magnesium liegt bei rund 50 %.[14]

Trinkwasser ist auf dem Weg zum Endverbraucher in Einzelfällen negativen Einflüssen ausgesetzt, die z. B. durch Hausinstallationen (u. a. Blei- und Kupferleitungen in den Häusern oder unzulässige Querverbindungen mit Regenwasseranlagen) verursacht werden. Bei Mineralwasser ist dies nahezu ausgeschlossen, sofern es in Glasflaschen transportiert und gelagert wird. Diese sind allerdings immer seltener verfügbar.

Zu dem Aspekt der immer verbreiteteren PET-Flaschen siehe weiter unten auf dieser Seite. In Deutschland ist selbst in langen Rohrleitungssystemen der Trinkwasserversorgung bis zur Entnahmestelle kaum eine Gefahr gegeben, dass Verunreinigungen, beispielsweise Bakterien, ins Wasser kommen, da die Leitungen unter hohem Druck stehen, was ein Eindringen von Fremdkörpern effektiv verhindert. Gefahren für Verunreinigungen entstehen in der Hausinstallation durch Blei-[15] und Kupferleitungen.[16]

Belastung mit Radionukliden

Mineralwässer weisen häufig einen erhöhten Gehalt an den Radionukliden Radon-222, Radium-226 und Radium-228 auf und tragen damit zu einer größeren Strahlenexposition des Organismus bei. Eine gesundheitliche Gefährdung ist daraus nicht generell abzuleiten, insbesondere Radon tritt in erster Linie direkt an der Quelle auf. Nach Angaben von Rolf Michel, Leiter des Zentrums für Strahlenschutz und Radioökologie der Universität Hannover, hat etwa ein Säugling, der jährlich 50 Liter des am stärksten belasteten Mineralwassers trinkt, eine zusätzliche Strahlenbelastung von 0,1 Millisievert pro Jahr; diese Dosis entspricht etwa der bei einem Langstreckenflug.

Das Umweltbundesamt mahnt hingegen zu hohe Urangehalte in vereinzelten Mineralwässern an und gibt an, dass maximal 10 μg Uran pro Liter für Erwachsene akzeptabel sind.[17] (μg = Mikrogramm = 10−6 Gramm = 0,000001 Gramm). Hierbei bezieht sich das Bundesamt allein auf die toxikologische Wirkung und nicht auf eine mögliche Strahlenbelastung, die unterhalb von 60 μg Uran pro Liter nicht von Belang ist.[18] Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundesinstitut für Risikobewertung empfehlen einen Maximalgehalt von 15 μg Uran pro Liter für Erwachsene und 2 μg Uran je Liter bei Säuglingen und Kleinkindern.[17] Seit November 2011 muss Trinkwasser einen Urangrenzwert von 10 μg/l einhalten.[19]

Eine Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung von 1530 Mineralwasserproben aus deutschen Quellen zwischen den Jahren 2000 und 2004 ergab, dass eine Probe einen Urangehalt von 71 μg pro Liter enthielt,[20] welches kurz darauf aber nicht mehr verkauft wurde. Allerdings lagen die Urangehalte von 97 % der Proben bei weniger als 15 μg Uran pro Liter und galten damals als unbedenklich für Erwachsene.[20] Bei 44 % der Proben lag der Urangehalt unter der Nachweisgrenze von 0,2 μg pro Liter.[20] Mittlerweile (Juli 2006) wurde vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg sichergestellt, dass alle Mineralwässer aus Baden-Württemberg mit weniger als 15 μg Uran pro Liter abgefüllt werden.[21]

Durch Uran werden besonders die Nieren des menschlichen Körpers angegriffen und beschädigt.[20] Es gilt allerdings als weniger gefährlich als das ebenfalls enthaltene Radium.[22]

Dennoch lässt es sich in der Realität nicht vermeiden, dass Menschen über ihre Nahrung Uran zu sich nehmen. Beispielsweise enthält Meerwasser etwa 3,3 μg Uran pro Liter, deutsche Flüsse und Seen etwa 1 μg bis 3 μg pro Liter und das Grundwasser in Deutschland kann zwischen 0,4 μg und 2,4 μg pro Liter enthalten. Als aussagekräftigster Vergleich kann das deutsche Trinkwasser mit durchschnittlich 0,3 μg Uran pro Liter zum deutschen Mineralwasser mit durchschnittlich 2,8 μg pro Liter hergezogen werden.[23] Der Zusammenhang erhöhter Urangehalte in Mineral- und Trinkwässern mit der Geologie der Grundwasserspeichergesteine wurde 2009 erstmals bundesweit untersucht.[24] Dabei stellte sich heraus, dass erhöhte Urangehalte vorwiegend an Formationen wie Buntsandstein oder Keuper gebunden sind, die selbst geogen erhöhte Urangehalte aufweisen.

Belastung mit anthropogenen Stoffen

Neue Untersuchungen des Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe in Zusammenarbeit mit der Universität Münster zeigen, dass Mikroplastik vom Verpackungsmaterial in Mineralwasser und somit direkt in die menschliche Nahrungskette gelangt. Die meisten der in den PET-Mehrwegflaschen gefundenen Partikel wurden als Polyethylenterephthalat (PET, 84 %) und Polypropylen (PP; 7 %) identifiziert. Die Mehrwegflaschen sind aus PET hergestellt und die Deckel aus PP. Im Wasser der PET-Einwegflaschen wurden nur wenige PET-Partikel gefunden. Im Wasser der Getränkekartons und Glasflaschen wurden weitere Polymere wie Polyethylen und Polyolefine gefunden. Dies erklärt sich daraus, dass Getränkekartons mit Polyethylenfolien beschichtet und Verschlüsse mit Schmierstoffen behandelt werden. Daher deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass die Verpackung selbst Mikropartikel freisetzen kann.[25]

Vor allem Pflanzenschutzmittel und deren Zersetzungsprodukte können Mineralwasser belasten. Dennoch gibt es in der deutschen Mineral- und Tafelwasserverordnung keine verbindlichen Grenzwerte für Pestizide und ihre Metabolite; lediglich die Allgemeine Verwaltungsvorschrift über die Anerkennung und Nutzung von natürlichem Mineralwasser (AVV)[26] enthält Orientierungswerte: Mehr als 0,05 µg/l Pestizide sollen danach nicht in Mineralwasser enthalten sein. Die Zeitschrift Ökotest hat im Juli 2011 105 Mineralwässer getestet: In 30 % der Wässer wurden Pestizidmetabolite gefunden, in 17 Produkten sogar in Mengen über 0,05 µg/l.[27]

Die staatliche Lebensmittelüberwachung entscheidet bei derartigen Funden vom Menschen verursachter Verunreinigungen im Mineralwasser über das Weiterbestehen der amtlichen Anerkennung als natürliches Mineralwasser. Bislang sind für Mineralwasser keine Mechanismen zugelassen, mit denen Pestizidmetabolite aus dem Wasser entfernt werden dürfen.

Auch künstliche Süßstoffe im Mineralwasser sind Hinweise für Einflüsse menschlichen Handelns auf Grundwasserschichten, verursacht durch Abwasser. Künstliche Süßstoffe werden als Zuckerersatzstoffe in Lebensmitteln eingesetzt, mit der Nahrung aufgenommen und größtenteils unverändert wieder ausgeschieden und auch in Kläranlagen nicht abgebaut (v. a. Acesulfam). Die Lebensmittelüberwachung Baden-Württemberg stellte 2010 bei 214 untersuchten in- und ausländischen Mineralwässern in 27 Proben (12,2 %) Süßstoffnachweise fest (Cyclamat und Acesulfam).[28] Für künstliche Süßstoffe in Mineralwasser gibt es bislang noch keine verbindlichen Grenzwerte.

Wasseraufbereitung

Während es bei der Trinkwasseraufbereitung erlaubt ist im Rahmen genehmigter Verfahren in das Produkt einzugreifen, darf Mineralwasser in seiner ursprünglichen Zusammensetzung nur eingeschränkt verändert werden. Lediglich Eisen-, Mangan-, Schwefel- und Arsenverbindungen, sowie Fluorid dürfen entzogen und Kohlenstoffdioxid (CO2) zugesetzt werden, wodurch im Wasser Kohlensäure (H2CO3) gebildet wird, oder CO2 darf entfernt werden. Auf beide Behandlungen ist auf dem Etikett hinzuweisen. Die Enteisenung wird bei vielen Mineralwässern vorgenommen, da sonst mit der Zeit eine Braunfärbung des Wassers eintritt. Dies kann auch mit Ozon herbeigeführt werden, was aber deklarationspflichtig ist. Die meisten Mineralwässer weisen am Austrittsort einen nicht annähernd so hohen Kohlensäure-Gehalt auf wie nach der Flaschenfüllung. Die Kohlensäure dient unter anderem der Haltbarkeit, da sie durch die Ansäuerung für ein stabiles antimikrobielles Milieu sorgt. Sie regt zudem die Magentätigkeit an. Das Mindesthaltbarkeitsdatum sehr kohlensäurearmer Wässer ist oftmals kürzer als dasjenige von Sprudel- oder Mediumwasser.

Umweltaspekte

Mineralwasser belastet durch Verpackung und Transporte, wie andere Lebensmittel auch, die Umwelt. Die spezifischen Umweltbelastungen von Mineralwasser wurden in einer vom Interessenverband der Schweizer Wasserversorger (SVGW) bezahlten Studie untersucht und mit der Ökobilanz von Trinkwasser aus dem Hahn verglichen. Gekühltes sprudelndes Mineralwasser in der Einwegflasche hat demnach eine 3,5-mal so hohe Umweltbelastung (ausgedrückt in Umweltbelastungspunkten 97 gemäß Methode der ökologischen Knappheit) wie gekühltes sprudelndes Trinkwasser aus dem Hahn. Wesentliche Aspekte sind dabei die Verpackung und der Transport. Mehrwegverpackungen sind nur dann umweltfreundlicher, wenn sie nicht über lange Distanzen transportiert werden müssen. Bei den Transporten ist neben der Entfernung auch das Transportmittel (Lkw, Bahn, Schiff) wichtig für eine Beurteilung.[29]

Mineralwasser in PET-Flaschen

Mineralwasser bietet den Vorteil gleichbleibender Wasserqualität. Allerdings kann es in Ausnahmefällen zu einer Verunreinigung beim Abfüllen, beim Transport oder bei der Lagerung kommen.

Bei der Verwendung von PET-Flaschen kommt es häufig zu einem Eintrag von Acetaldehyd, das bei der Herstellung der Flaschen entsteht. Der EU-Grenzwert für Acetaldehyd ist 6000 Mikrogramm pro Kilogramm für Nahrungsmittel und wird in der Regel nicht annähernd erreicht. Die Mineralwasserhersteller setzen sich selbst einen Grenzwert von 10 µg/l, der allerdings teilweise deutlich überschritten wird. Insbesondere Eigenmarken diverser Discounter sind nach einer Studie der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2008 durchschnittlich höher belastet (mit bis zu 30,5 µg/l).[30] Der Grenzwert von 10 µg/l wird als Geschmacksschwelle angesetzt, ab der sich das Acetaldehyd mit einem fruchtig-aromatischen Geschmack bemerkbar macht, was als Geschmacksverfälschung angesehen werden kann. Das Acetaldehyd kann bei der Flaschenherstellung mit geeigneten Blockern neutralisiert werden, jedoch kommen diese bei Einweg-PET-Flaschen im Gegensatz zu Mehrwegkunststoffflaschen aus wirtschaftlichen Gründen seltener zum Einsatz.[31][32]

Statistische Daten

In den folgenden Tabellen stehen die Länder mit dem weltweit höchsten jährlichen Verbrauch von in Flaschen abgefülltem Wasser im Jahr 2007. Dazu zählt nicht nur Mineralwasser, sondern unter anderem auch Tafelwasser, Heilwasser und Sodawasser sowie die 20 größten Unternehmen am Mineralwassermarkt in Deutschland 2010 nach ihrem Umsatz.

Interessant ist außerdem die Tatsache, dass die Anzahl der Mineralwassermarken in den Vereinigten Staaten von Amerika von 1970 (16 Marken) über 1998 (50 Marken) bis 2012 (195 Marken) stark gestiegen ist.[33]

Höchster Gesamtverbrauch (2004)

Diese Länder verbrauchten 2004 das meiste Flaschenwasser.[34]

Rang

Land

Mio. Liter

1

Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten

25.766,1

2

Mexiko Mexiko

17.671,4

3

China Volksrepublik Volksrepublik China

11.886,6

4

Brasilien Brasilien

11.590,9

5

Italien Italien

10.653,7

6

Deutschland Deutschland

10.306,2

7

Frankreich Frankreich

8.544,8

8

Indonesien Indonesien

7.356,9

9

Spanien Spanien

5.502,1

10

Indien Indien

5.122,8

Sonstige Staaten

39.879,3

Weltweit

154,280.5

Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Pro-Kopf-Verbrauch von Mineral- und Heilwasser in Liter nach Angaben des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen, des österreichischen Fachverbandes der Nahrungs- und Genussmittelindustrie und des Verbandes Schweizerischer Mineralquellen und Soft Drink-Produzenten.[35][36][37]

Jahr
Deutschland Deutschland
Osterreich Österreich
Schweiz Schweiz

2016
148,2
91,6
114

2015
k. A.
93,7
115

2014
k. A.
90,5
111

2013
140,2
91,3
111

2012
137
91,3
110

2011
k. A.
89,2
111

2010
129,8
89,4
113

2009
130,6
89,2
115

2008
131,8
90,3
118

2007
126,1
93,2
121

2006
k. A.
85,8
120

2005
127,8
87,8
121

2004
126,7
88,8
118

2003
129,1
95,6
126

2002
115,2
89,8
108

2001
k. A.
85,0
106

2000
100,3
79,4
97,3

1995
k. A.
71,0
83,0

1990
82,7
67,5
69,2

1985
k. A.
47,0
k. A.

1980
39,6
33,0
39,6

1970
12,5
6,0
k. A.

Die größten Unternehmen am Mineralwassermarkt in Deutschland

Die 20 größten Unternehmen am Mineralwassermarkt in Deutschland 2010 nach ihrem Umsatz[38]

Unternehmen
Umsatz in Mio. Euro
(kursiv=geschätzt)

Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke (MEG)
383,0

Hansa-Heemann
294,0

Altmühltaler, Baruther, Breuna (Schäff)
268,0

Hassia-Gruppe
240,0

Nestlé Waters Deutschland
195,8

Gerolsteiner Brunnen
184,0

Danone Waters Deutschland
180,0

Franken Brunnen
159,0

Hövelmann-Gruppe (Rheinfels-Quelle)
147,6

Adelholzener Alpenquellen
131,0

Vilsa-Brunnen
130,0

Mineralquellen Wüllner (Carolinen)
126,0

Mineralbrunnen Überkingen-Teinach
125,0

Rhönsprudel
115,6

Coca-Cola (Apollinaris)
102,0

Hochwald-Sprudel Schupp
74,2

Refresco
66,2

Förstina
60,0

Bad Harzburger Mineralbrunnen
59,0

Gehring-Bunte
55,0

Die Marktanteile am österreichischen Mineralwassermarkt

Umsatzzahlen sind in Österreich nicht vergleichbar vorhanden. Diese Werte geben deshalb nur die abgefüllten Mengen an. Sie basieren auf einer Studie aus dem Jahr 2008.[39]

Marke

Menge in
Millionen Liter

Marktanteil**

Vöslauer

237,3

38,3 %

Römerquelle

150

17,2 %

Waldquelle

*

09,7 %

Gasteiner

45,5

3–4 %

Juvina

22

3–4 %

* Für Waldquelle liegen für das Jahr 2006 keine Werte vor.
** 12,3 % Marktanteil erreichen verschiedene Importmineralwässer

Abfüllmengen von Mineralwasser in Österreich

Jahr

Menge
(in Millionen Liter)[36]

Anteil (%)
Kohlensäurearm[36]

2001
641,7
23,9

2002
652,9
27,9

2003
708,9
29,6

2004
632,5
29,1

2005
644,3
34,9

2006
618,9
34,2

2007
679,3
35,0

2008
688,6
35,6

2009
681,4
37,6

2010
702,0
36,7

2011
717,0
38,5

2012
736,0
39,1

2013
770,7
38,8

2014
672,0
38,8

2015
715,9
42,7

Geschichte

1845, im Zuge der Gründung von Bad Gleichenberg als Kurort wurde beim weiteren Ausbau des Kurmittelhauses bei der Fassung einer Quelle ein Brunnen aus römischer Zeit ergraben. Im Brunnenschacht wurden 70 römische Münzen von 14 bis 284 nach Christi Geburt und 12 durch das Mineralwasser versteinerte Haselnüsse gefunden.

Aufgrund einer Vergiftungserkrankung, die er sich bei Versuchen mit Blausäure zugezogen hatte, beschäftigte sich der deutsche Arzt Friedrich Adolph Struve mit der Herstellung von künstlichem Mineralwasser. Nach mehreren Aufenthalten in Karlsbad und Marienbad eröffnete Struve 1821 in der Dresdner Seevorstadt die erste Trinkkuranstalt.

Verwandte Produkte

Quellwasser und Tafelwasser sind ebenfalls in der Mineral- und Tafelwasserverordnung definiert, sind aber kein Mineralwasser.
Ebenfalls vom Mineralwasser zu unterscheiden ist Heilwasser, das aufgrund einer Ausnahmeregelung ohne den Nachweis einer vorbeugenden, lindernden oder heilenden Wirkung als Arzneimittel zugelassen wurde. Der Mineralstoff- und Spurenelementegehalt von Heilwässern liegt in der Regel höher als bei natürlichen Mineralwässern.[40]
Sodawasser ist ein Tafel- oder Mineralwasser, das in Deutschland mindestens 570 mg/l Natriumhydrogencarbonat (Trivialbezeichnung „Natron“) sowie Kohlensäure enthält.

Verweise

Literatur

Claus Arius: Mineralwasser. Der Guide zu 170 Marken aus aller Welt. Wilhelm Heyne, München 1996, ISBN 3-453-09831-5.
Rose Marie Donhauser, Jerk Martin Riese: Die Welt des Wassers. Neuer Umschau Buchverlag, Neustadt an der Weinstraße 2009, ISBN 978-3-86528-666-6.
Ulrich Eisenbach: Mineralwasser – Vom Ursprung rein bis heute. Verband Deutscher Mineralbrunnen, Bonn 2004, ISBN 978-3-00-013857-7. 

Weblinks

www.gesetze-im-internet.de: Verordnung über natürliches Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser (PDF; 76 kB)
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Informationen zu Mineralwasser, Liste amtlich anerkannter Mineralwässer
www.forum-mineralwasser.at: Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, Forum natürliches Mineralwasser (Österreich)
www.chemieunterricht.de: Erklärungen und Experimente zum Thema Mineralwasser
www.oekotest.de: Mineralwasser, still – Rein gar nichts
Deutschlandfunk, Sendung Marktplatz, 20. Mai 2010, www.dradio.de: Kalorienarm und gesund – Mineralwasser als idealer Durstlöscher

Fußnoten

↑ Mineralwasser ist das einzige Lebensmittel, das erst nach amtlicher Anerkennung in den Verkehr gebracht werden darf, siehe Mineralwasser-Quiz.

↑ Carl Günther Ludovici: Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschafften und Künste… J. H. Zedler, 1733, S. 348. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche

↑ Stiftung Warentest: Mineralwasser im Test: Testergebnisse für 52 Classic- und Medium-Wässer. Artikel vom 27. Juni 2018 auf test.de

Kohlensäure – mehr als nur Sprudel: Perlende Erfrischung aus der Mineralwasserflasche. Presseinformation. Christian Arndt, IDM – Informationszentrale Deutsches Mineralwasser, 14. Oktober 2013, abgerufen am 29. November 2018. 

↑ 2009/54/EG

↑ Mineral- und Tafelwasserverordnung

↑ a b Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Bekanntmachung der in der Bundesrepublik Deutschland amtlich anerkannten natürlichen Mineralwässer (BVL 2015/01/003) vom 20. Februar 2015 (BAnz AT 23.03.2015 B8)

↑ Hubert Schneemann, Gisela Wurm: Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis. Folgebd. 1. Waren und Dienste. Springer 1995. S. 301.

↑ § 8, § 9 Mineral- und Tafelwasserverordnung bei juris.

↑ § 8 Mineral- und Tafelwasserverordnung bei juris.

↑ Helmut Heseker: Untersuchungen zur ernährungsphysiologischen Bedeutung von Trinkwasser in Deutschland (Memento vom 25. März 2010 im Internet Archive). Auf: Forum Trinkwasser, abgerufen am 20. November 2011 (archiviert).

↑ Violetta Simon: Hahn oder Flasche – Mineralwasser oder Leitungswasser? In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 2. Januar 2015. 

↑ Berliner Wasserbetriebe.

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↑ Stiftung Warentest: Blei im Trinkwasser – Alte Rohre müssen raus. In: test.de. 1. Dezember 2003, abgerufen am 2. Januar 2015. 

Frage- und Antwortkatalog zu Kupfer im Trinkwasser vom 23. April 2015.

↑ a b Foodwatch e. V.: Uran aus der Flasche. (Stand: Juli 2006), S. 1. (PDF; 713 kB).

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↑ Trinkwasserverordnung, Änderung vom 3. Mai 2011, S. 763 (PDF; 210 kB).

↑ a b c d Foodwatch e. V. – Uran aus der Flasche, (Stand Juli 2006), S. 5. (PDF; 713 kB).

↑ Foodwatch e. V. – Uran aus der Flasche, (Stand: Juli 2006), S. 7. (PDF; 713 kB).

↑ Foodwatch e. V. – Uran aus der Flasche, (Stand Juli 2006), S. 4. (PDF; 713 kB).

↑ Gesundheitsamt Bremen – Uran in Trink- und Mineralwasser (PDF; 127 kB), 2. Auflage, 03.2006, S. 1.

↑ Friedhart Knolle: … Vorkommen und Herkunft von Uran in deutschen Mineral- und Leitungswässern. Dissertation, TU Braunschweig, 2009.

↑ Darena Schymanski, Christophe Goldbeck, Hans-Ulrich Humpf, Peter Fürst: Analysis of microplastics in water by micro-Raman spectroscopy: Release of plastic particles from different packaging into mineral water. In: Water Research. Band 129, 2018, S. 154–162, doi:10.1016/j.watres.2017.11.011. 

↑ Allgemeine Verwaltungsvorschrift über die Anerkennung und Nutzung von natürlichem Mineralwasser (AVV, Anlage 1a).

↑ Ökotest Juli 2011 “Rein gar nichts”.

↑ Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Jahresbericht der Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg 2010, S. 58.

↑ N. Jungbluth: Vergleich der Umweltbelastungen von Hahnenwasser und Mineralwasser. In: Gas, Wasser, Abwasser Vol. 2006 (3): 215-219. (PDF; 1,3 MB).

↑ Stiftung Warentest: Natürliche Mineralwässer – Schlechte Noten für Discounter. In: test.de. 24. Juli 2008, abgerufen am 2. Januar 2015. 

↑ Es gibt da ein Problem. Natürliche Mineralwässer. In: Stiftung Warentest (Hrsg.): Test. August 2008, ISSN 0040-3946, S. 22–28. 

↑ Stiftung Warentest: Natürliches Mineralwasser. (Memento vom 20. September 2012 im Internet Archive) In: test vom 28. Juni 2012, abgerufen 10. Dezember 2012.

↑ Aichner, T. und Coletti, P. 2013. Customers’ online shopping preferences in mass customization. Journal of Direct, Data and Digital Marketing Practice, 15(1): 20-35.

CBC News In Depth: Consumers: Bottled water. CBC, 20. August 2008 (Quelle: Beverage Marketing Corporation) IN DEPTH Consumers – Bottled water – What’s in a label? (Memento vom 30. Oktober 2006 im Internet Archive)

Verband Deutscher Mineralbrunnen e. V. In: vdm-bonn.de. Abgerufen am 30. Oktober 2017. 

↑ a b c Mineralwasser Markt. In: forum-mineralwasser.at. Abgerufen am 30. Oktober 2017. 

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Top 40 Mineralbrunnen 2011 – Rankings. In: lebensmittelzeitung.net. Abgerufen am 2. Januar 2015. 

↑ Daniela Hammer: Beurteilung der Qualität von österreichischen Mineralwässern. (PDF; 1,2 MB) Diplomarbeit, Oktober 2008, abgerufen am 5. Januar 2013.

Alle Heilwässer auf einen Blick. Deutsche Heilbrunnen im Verband Deutscher Mineralbrunnen e. V.

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4114605-0 (AKS)

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Johannes Keplers Horoskop für Wallenstein, dem er hinzufügte: „Ich habe das Horoskop erst aufgestellt, als ich sicher war, daß meine Arbeit für jemanden berechnet war, der die Philosophie versteht und nicht unvereinbar dem Aberglauben unterlegen ist.“[1]

Das Horoskop (agr. ὥρα, hora, „Stunde“, und σκοπεῖν, skopéin, „beobachten“), u. a. auch Geburtsbild und in älterer Zeit Nativität genannt, ist das wichtigste Hilfsmittel der Astrologie.[2][3] Die Hauptelemente eines Horoskopes sind für gewöhnlich der Aszendent und das Medium coeli sowie die Horoskophäuser, Himmelskörper wie Sonne, Mond und Planeten und ihre Aspekte zueinander, die Tierkreiszeichen und Mondknoten.[4] Die Horoskopzeichnung zeigt in einer lediglich zweidimensionalen Perspektive das Sonnensystem aus geozentrischer Sicht (Erd-Sicht), wobei der Ort, für den das Horoskop erstellt wird, nach geografischer Länge und Breite berücksichtigt wird. Grundlagen sind astronomische Berechnungsmethoden der Himmelsmechanik. Früher wurden zur Berechnung die Ephemeriden und sogenannte Häusertabellen (zur Berechnung der Horoskop-Häuser) genutzt; heute wird meistens eine Astrologie-Software verwendet, die darauf zurückgreift.

Das Wort “Horoskop” meint in der Astrologie nur die Grafik und die tabellarische Abbildung, in der Öffentlichkeit werden darunter teils auch sogenannte Zeitungshoroskope (siehe Abschnitt Horoskoparten) verstanden.[5][6][7]

In einer bekannten Überprüfung mit einer Kontrollgruppe und ordnungsgemäßer Verblindung haben Geburtshoroskop-Deutungen keine über den Zufall hinausgehenden Treffer gezeigt.[8] Dies bestätigen diverse weitere wissenschaftliche Tests und Auswertungen auch für andere Horoskopdeutungen und Prognosemethoden wie Prognosen.[9] Darüber hinaus können Persönlichkeitsbeschreibungen und Vorhersagen so allgemein und vage gehalten werden, dass sich viele Menschen davon als zutreffend beschrieben fühlen, was als Barnum-Effekt bezeichnet wird.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte
2 Elemente
3 Behauptete Herleitung
4 Horoskoparten

4.1 Geburtshoroskop
4.2 Stundenastrologisches Fragehoroskop
4.3 Mundanhoroskop und politisches Horoskop
4.4 Komposit
4.5 Kombin
4.6 Synastrie

5 Die Horoskophäuser
6 Prognosemethoden mit Horoskopen
7 Wissenschaftliche Einordnung
8 Literatur
9 Weblinks
10 Einzelnachweise

Geschichte

Typische alte Form eines Geburtshoroskopes: Horoskop für Johannette Maria zu Wied (1615–1715), Tochter des Grafen Hermann II. zu Wied (1581–1631) und der Juliane Elisabeth zu Solms-Lich (1592–1649). Handschrift auf Papier, Obere Grafschaft Wied, 1615

Die Astrologie entstand antik zunächst als Mundanastrologie, seit dem Hellenismus kamen noch vor Christi Geburt die Astrologie-Bereiche der Geburtshoroskopie, der Katarchen-Horoskope für den besten Zeitpunkt eines öffentlichen oder privaten Handlungsbeginnes sowie das sogenannte thema mundi dazu, einer Art ‘Ur-Horoskop’ für den legendären Zeitpunkt der Welterschaffung.[10] Aktuell wird heute unter Astrologie meist nur die Geburtshoroskopie verstanden.

Als Horoskopus wurde in der Antike ursprünglich das gesamte, am Ost-Horizont aufsteigende Tierkreiszeichen und später ausschließlich der aufsteigende Ekliptikgrad am Osthorizont bezeichnet, der heute Aszendent genannt wird. Die Beobachtung des aufsteigenden Tierkreiszeichen hat seinen antiken Ursprung in der altägyptischen Beobachtung der am Ost-Horizont aufsteigenden sogenannten Dekane mit je 10° Ausdehnung, Sterngruppen, die die Zeitmessung erlaubten und von denen es in altägyptischer Zeit 36 gegeben hatte.
Wahrscheinlich überlagerten sich im 3. Jh. v. Chr. im Ptolemäischen Ägypten die 36 Dekane, mit je 10° Ausdehnung, mit den 12 babylonischen Tierkreiszeichen zu je 30’° Ausdehnung, welche seither jeweils drei Dekane enthalten.
Mit der Entwicklung des Aszendenten als Ausgangspunkt des ‘Gesamt’-Horoskopes wohl in der Zeit des Ptolemäischen Ägypten ebenfalls ab dem 3. Jhr. v. Chr. entstanden aus den 12 Tierkreiszeichen ab dem Aszendenten die frühesten Horoskop-Häuser bzw. ‘Orte’ im Horoskop, die also mit der Tierkreiszeichen-Abfolge ab dem Aszendenten identisch waren. Entsprechend findet man in den Horoskopen vor 200 n. Chr. bisher ausschließlich die Übereinstimmung der 12 Orte oder Häuser des Horoskopes mit den 12 Tierkreiszeichen im Horoskop.[11]

In der Gegenwartsastrologie wird die gesamte graphische Darstellung bzw. Zeichnung als Horoskop bezeichnet, die alle deutungsrelevanten Faktoren enthält und sich im Laufe der Geschichte sehr gewandelt hat.

Die bisher vermutlich älteste Horoskop-Grafik der westlichen Astrologie mit der Darstellung und Nennung des Aszendenten stammt aus der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts nach Chr., und wurde im 19. Jahrhundert in Ägypten gefunden.[12][13] Seit Ptolemäus hat sich die Verwendung des tropischen Tierkreises in der westlichen Hemisphäre durchgesetzt, der mit dem Frühlingspunkt beginnt, während in der „vedischen“ (indischen) Astrologie allerdings die Verschiebung des Frühlingspunktes seit dem Altertum ignoriert wird.

Elemente

Horoskope sind heute meist farbige Grafiken. Früher wurden in Europa – wie teilweise heute noch in Asien – die Himmelskörper in ein Quadrat eingezeichnet, während heute die Anordnung im Kreis üblich ist. In der westlichen Astrologie finden sich in einem Horoskop in der Regel folgende Hauptelemente:

Aszendent und Medium coeli bzw. die dazu gehörigen Horoskop-Achsen
Horoskop-Häuser
Himmelskörper (Sonne, Mond, Planeten oder in einigen Astrologieschulen auch Asteroiden und Zwergplaneten)
Linien zwischen den Himmelskörpern zur Bezeichnung von Winkelbeziehungen (sogenannte Aspekte)
Tierkreiszeichen (30°-Abschnitte des Zodiaks); damit verbunden die Elemente der Tierkreiszeichen
Mondknoten, aufsteigenden und absteigenden

Behauptete Herleitung

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Die Astrologie beruhte bis ins 18. Jh. vielfach auf der Annahme, dass es eine ‘physikalische’ Wirkung von Positionen und Bewegungen der Himmelskörper auf die sublunare Sphäre gäbe und damit auf die Erde sowie alle irdische Natur, dadurch auf die menschliche Gemeinschaft sowie letztlich die Menschen selbst.[14] Ab dem europäisch-christichen Frühmittelalter häufig unter dem Begriff der so genannten ‘natürlichen Astrologie’ geführt, sollten die Himmelskörper beispielsweise auf das Wetter, die Landwirtschaft und in der Medizin, auf alle materiell-körperlichen Dinge wirken. Auf der anderen, weit weniger eindeutig ‘physikalisch’ verstandenen Seite stand besonders die auch schon früher umstrittene Geburtshoroskop-Astrologie mit ihrer behaupteten Auswirkung auf das Leben der Menschen, die oft den Anspruch erhoben hatte, zukünftige Entwicklungen des individuellen menschlichen Lebens vorhersagen zu können und die in ihren Deutungen oft genug tatsächlich oder vermeintlich lang tradierte, weit zurück reichende Astrologie-Erfahrungen wiederholte. Ein eher esoterisches Verständnis, bereits aus dem Übergang zwischen Antike und Spätantike überliefert und vor allem ab dem 20. Jh. in der Astrologie wirksam, wird in der hermetischen Tabula Smaragdina als Analogiegesetz formuliert: „Wie oben, so unten.“[15] Diese Weltsicht war und ist wohl eher im weiteren Sinne religiöser Natur.[15]

So kann ein Geburtshoroskop nach Ansicht von Astrologen den Lebensplan (Anlagen, Chancen, Charakter, Schicksal) eines Menschen oder im Falle eines Ereignisses die Qualität der Zeit (Ursachen, Auswirkungen, Sinn) erklären helfen. Nach Meinung anderer Astrologen beschreibt die Zeitqualität beim Geburtsaugenblick eines Menschen (oder Gründungszeitpunkt auch einer Organisation wie bspw. ein Staat) vor allem jene Anfangsenergie, mit der ein Leben (oder z. B. ein Staat) beginnt. Insofern lassen sich demzufolge auch später noch Informationen über Grundeigenschaften und Entwicklungen ablesen, auf die immer wieder zurückgegriffen werden kann, solange ein Mensch lebt bzw. eine Organisation besteht. Der neu geborene Mensch werde auf allen Ebenen (körperlich, seelisch, geistig) einem Energiefeld ausgesetzt, das ihm sein Lebensthema mit auf den Weg gibt.

Das Geburtshoroskop als astrologische Charakteranalyse soll damit der Selbsterkenntnis dienen, zumindest entlang des modernen, westlichen und Ich-zentrierten Mainstreams der psychologischen Geburtshoroskop-Deutung. Die Mehrzahl der psychologisch orientierten Astrologen sieht in einem Horoskop ein geistig-symbolisches Modell, das sich auf der Grundlage von Synchronizität oder Gleichzeitigkeit nach Rhythmen orientiert. Dabei wird nicht in kausaler Logik gedacht, sondern in Analogien, wie auch in der Psychoanalyse, Traumanalyse und Graphologie.

Horoskoparten

Die charakterprägende Zeitqualität am Beispiel des Geburtshoroskopes von Barack Obama, der am 4. August 1961 um 19h24 in Honolulu geboren wurde. Äußerer Ring: 12 Tierkreiszeichen; innerer Ring: 12 Häuser mit den Symbolen verschiedener Gestirne. Rote Linien ~ disharmonische, grüne und blaue Linien ~ harmonische Winkel (Aspekte).

„Das Horoskop ist die astronomische Skizze der Himmelssituation im Augenblick der Geburt eines Menschen vom Geburtsort aus gesehen. Dieses Geburtsbild zeigt die Stellung der Gestirne in ihrem Lauf durch den Tierkreis sowie ihre Positionen in den Kraftfeldern/Sektoren/Zonen, auch Häuser genannt. […] Das Horoskop, auf einen Menschen bezogen, ist ein Deutungsmittel zur Erfassung der Persönlichkeit: in der psychologischen Praxis ein Persönlichkeitstest.“[16] Individuell berechnete Horoskope benötigen genaue Angaben von Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort.[17]

Zeitungshoroskope werten im Unterschied dazu lediglich das Tierkreiszeichen aus, in dem die Sonne bei der Geburt steht, sie sind daher aus astrologischer Sicht keine Horoskope und bieten auch keine Horoskop-Grafik. Der Astrologe und Psychoanalytiker Fritz Riemann kritisiert dies als Banalisierung der Astrologie, die mit Horoskopie nichts zu tun habe. Laut Riemann sprechen die Aussagen solcher Horoskope Wünsche und Erwartungen der Leser an oder geben verwaschene Warnungen.[18] Zeitungshoroskope enthalten allgemeingültige, vage Aussagen, welche vom Leser mit hoher Wahrscheinlichkeit als zutreffend erachtet werden (siehe Barnum-Effekt).

Geburtshoroskope und stundenastrologische Fragehoroskope gehören zur Individualastrologie, da sie sich mit dem einzelnen Menschen beschäftigen.[19] Synastrien, Komposite sowie Kombine sind Teil der Individualastrologie, wenn sie Geburtshoroskope verwenden. Mundanhoroskope und politische Horoskope sind Teil der Mundanastrologie, da sie sich mit kollektiven und natürlichen Ereignissen wie Wetter und Naturkatastrophen, mit Ländern und ihren Herrschern (als Teil eines Kollektives, einer Gemeinschaft), mit Gründungen von Staaten und Parteien, Wahlen und Währungseinführungen usw. beschäftigen.[20]

Geburtshoroskop

Der „Klassiker“ unter den Horoskopen: Unter der genauen Angabe von Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort wird die Radix (lat. „Wurzel“, Horoskop) berechnet. Entlang dem Mainstream der modernen, westlichen Geburtshoroskop-Astrologie könne man aus dem Geburtshoroskop Charakter und andere Persönlichkeitsmerkmale herauslesen. Ursprünglich wurde in frühen Epochen der menschlichen Geschichte – wie im alten Babylonien – aus der Beobachtung der Zusammenhänge zwischen den Himmelskörpern und Ereignissen des menschlichen Lebens das Schicksal der Betroffenen in knappen Sprüchen (‘Omen’-Astrologie) prophezeit. So wurde zum Geburtszeitpunkt eines Herrschers der Planetenstand festgehalten und es wurde versucht, daraus das Schicksal des Neugeborenen abzulesen. Besondere Planetenstellungen galten z. B. als Zeichen einer großen Macht des neuen Herrschers.

Stundenastrologisches Fragehoroskop

Stundenastrologisches Fragehoroskop, hier beispielsweise zur Frage: Werde ich meinen Arbeitsplatz verlieren?

Die Stundenastrologie ist ein sehr altes Teilgebiet der Astrologie, bei dem es darum geht, eine konkrete Frage aus einem Horoskop zu beantworten. Dieses wird für den Frage-Augenblick und (meist) auf den Ort des Astrologen erstellt. Meist beziehen sich die Fragen auf eine Entscheidung oder auf ein Ereignis, über das Unsicherheit herrscht, zum Beispiel im Bereich Gesundheit, Beruf, Partnerschaft oder Reise. Die Deutung erfolgt nach den Regeln der klassischen Astrologie. So wird beispielsweise nur mit den alten Herrschern der Tierkreiszeichen gearbeitet – wenngleich die modernen Planeten Uranus, Neptun und Pluto in der Deutung durchaus eine Rolle spielen können – und die Aspekte werden in „gute“ und „schlechte“ eingeteilt.

Bei der Deutung berücksichtigt der Astrologe i. d. R. nicht das Horoskop in seiner Gesamtheit, sondern in erster Linie spezielle Signifikatoren, die mit der Frage zusammenhängen. Das können nur wenige Planeten, Zeichen oder Häuser sein.

Mundanhoroskop und politisches Horoskop

Modernes Mundanhoroskop: Vereidigung von Donald Trump am 20. Januar 2017, 12h.

Mundanhoroskope und politische Horoskope werden für überpersönliche Ereignisse erstellt. Dazu gehören beispielsweise die Gründung eines Staates, einer Firma oder eines Vereins, einer Partei oder Organisation, Wahlen jeder Art, Aktienemissionen, Grundsteinlegungen und Krönungen, Eröffnungen von Veranstaltungen jeder Form, Vereidigungen und Amtseinführungen beispielsweise von Politikern, Schiffstaufen und Währungseinführungen, Inbetriebnahmen von technischen Einrichtungen, Attentate und Katastrophen usw.[21] Wie beim Geburtshoroskop braucht man dafür einen Ort und exakten Zeitpunkt. Die Deutungen dieser Horoskope unterscheiden sich grundsätzlich erheblich von Geburtshoroskop-Deutungen, aber auch von den Deutungen eines stundenastrologischen Fragehoroskops. Sie setzen daher spezielle Kenntnisse voraus.

Gerade mundanastrologische Prognosen zum Jahresanfang und Deutungen von Mundanhoroskopen sorgen immer wieder für Schlagzeilen in den Medien. Systematische Überprüfungen der Prognosen zeigen, dass publizierte mundanastrologische Prognosen allermeist falsch lagen.[22]

Komposit

In der praktischen Astrologie ist ein Komposit (oder Composit) ein aus 2 oder mehr Horoskopen erzeugtes Beziehungs- oder Partnerhoroskop, das errechnet wird aus dem arithmetischen Mittel der räumlichen Positionen von jeweils 2 gleichen Planeten. Ist beispielsweise A die Koordinate des Planeten Venus von Person 1 und ist B die Koordinate der Venus bei Person 2 so ist die Koordinate der Venus im Komposit-Chart (A + B) / 2. Bei diesem Verfahren entstehen aufgrund des 360°-Kreises des Horoskopes zwei Mittelpunkts-Positionen zwischen den beiden gemittelten Horoskopfaktoren, eine im kürzen und eine im längeren Weg zwischen den beiden Horoskopfaktoren, wobei im Komposit nun die Mittelpunkts-Position des kürzeren Weges berücksichtigt wird.
Das Komposit ist ein künstliches, fiktives Horoskop, es führt zudem speziell bei der Stellung von Venus und Merkur im Komposit zu tatsächlich nicht möglichen Elongationen zur Komposit-Sonne. Weil es auf keinen real möglichen Daten beruht, können mit dem Komposit-Horoskop kaum Methoden und Prognose-Methoden genutzt werden, die vom Komposit abgeleitet werden müssten.

Kombin

Ein Kombin ist in der Astrologie ein Partnerschaftshoroskop, das errechnet wird aus dem arithmetischen Mittel der Geburtszeiten und der Koordinaten der Geburtsorte zweier Personen, wodurch sozusagen eine neue, reale Geburtszeit samt Geburtsort, ein neues, eigenständiges ‘Geburtshoroskop’ entsteht. Mit dem Kombin soll das Ziel einer Beziehung zweier Individuen gedeutet werden; es wird wie ein übliches Geburtshoroskop verwendet, z. B. bei der Berechnung von Transit, Solar-Horoskopen und Sonnenbogen-Progression etc. Es stellt neben Komposit und Synastrie eine der Methoden der Beziehungs-Astrologie dar und ist etwas schwieriger zu berechnen.

Synastrie

Synastrie der Geburtshoroskope zweier Personen: Loki Schmidt (aussen) und Helmut Schmidt (innen). Rote Linien ~ disharmonische, grüne und blaue Linien ~ harmonische Winkel (Aspekte) zwischen den Gestirnen der beiden Horoskope

Das Wort Synastrie wird vom griechischen Präfix syn (zusammen) und dem griechischen Wortstamm astro (Stern) abgeleitet. Synastrien sind keine eigenständige Horoskopart, sie werden aus zwei oder mehr Horoskop-Abbildungen erstellt. Werden die Geburtshoroskope zweier Menschen übereinander gelegt, es können auch mehr Geburtshoroskope sein, dann spricht man häufig von einem Synastrie-Chart oder einem Partnerbild.

Bei der Synastrie-Deutung werden zwei Geburtshoroskope errechnet und verglichen. Dabei wird das Horoskop der Person B um das Horoskop der Person A gelegt. Nun werden die Aspekte zwischen den Planeten und Horoskop-Achsen wie Aszendent und Medium coeli beider Horoskope errechnet. Zudem wird geschaut, in welche Häuser und auf welche Achsen des zweiten Horoskops Planeten und Achsen des ersten fallen und umgekehrt. Die Aspekte beider Partner zeigen dabei z. B. den Energiefluss zwischen ihnen auf. Eine Synastrie kann man für alles erstellen, das miteinander in Beziehung steht, beispielsweise für Mutter und Kind, für Geschwister, Kollegen, Freunde oder für ein Liebespaar.

Die Horoskophäuser

Der genaue Zeitpunkt und der geographische Ort, für den ein geozentrisches Horoskop berechnet wird, bestimmen die Position der „Häuser“, auch Felder genannt, die sich aus der Momentaufnahme der Erdrotation errechnet. Die Häuser sind die Darstellung des geozentrischen Blickwinkels von einem geographischen Punkt aus auf den Tierkreis. Der Ekliptikgrad, der gerade über den Horizont steigt, wird Aszendent (Asz.) genannt und markiert den Beginn des ersten Hauses. Es folgen drei Häuser bis zum Punkt der unteren Kulmination des Tierkreises, das heißt dem tiefsten Punkt unter dem Horizont, dann drei Häuser bis zum gerade untergehenden Punkt des Tierkreises (Deszendent, DC), drei Häuser zur oberen Kulmination, und schließlich drei Häuser zurück zum Aszendenten. Wegen des Winkels von rund 23° 26′ zwischen der Erdbahn-Ebene und dem Äquator sind die Häuser im Allgemeinen auf der Ekliptik unterschiedlich groß.

Je nach astrologischer Schule oder Richtung werden die Häuser teilweise nach verschiedenen Systemen berechnet, die zu abweichenden oder sogar sich widersprechenden Aussagen führen können. Es gibt mindestens ein duzend, wahrscheinlich mehr als 20 bis womöglich 50 verschiedene Häusersysteme bzw. Häusereinteilungen.[23] Ein Häusersystem ist jenes nach Campanus von Novara, andere nach Porphyrios und Regiomontanus, Placidus de Titis oder Walter Koch.[24] Beim äqualen System werden die Häuser vom Aszendenten aus gleich groß in 30°-Abschnitten dargestellt. Bei den anderen Systemen sind die Häuser je nach der verwendeten Projektionsebene unterschiedlich groß. Der Aszendent markiert die Spitze des ersten Hauses, von welchem aus man nun die übrigen, gegen den Uhrzeigersinn, zählt. Die Häuser folgen der Reihe nach aufeinander als 1. bis 12. Haus.

In der Spätantike wurden z. B. bei Vettius Valens im 2. Jh. n. Chr. folgende Bedeutungen bzw. Lebensbereiche der Häuser für die Deutung von Geburtshoroskopen angegeben:[25]

I Leben, Lebenszeit, Atem der Seele,
II Vermögen, Zufluss von Besitz,
III Brüder, Ort der Göttin/Königin, Tat,
IV Leben der Eltern, Verborgenes, Grundlagen, Besitz, Funde,
V Kinder,
VI Verletzung, Leiden, schädliche Ursache,
VII Ehe,
VIII Tod,
IX Fremde, König, Seherkunst, Handelsgeschäfte,
X Ansehen/Würde, Handeln, Eltern,
XI ‘Guter Geist’, Freunde, Begierde, Erwerb,
XII Feinde, Diener, bösartige Anklage.

Im 17. Jh. nennt der Astrologe William Lilly für die Häuser folgende Bedeutungen beim Geburtshoroskop:[26]

I Leben des Menschen, Körperbau und Gestalt,
II beweglicher Besitz, Wohlstand, Glück, Gewinn, Verlust, Gehilfen,
III Brüder, Schwestern, Verwandtschaft, Nachbarn, kleine Reisen, Briefe, Gerüchte, Botschafter, häufige Umzüge,
IV Vater, Häuser, Wohnungen, Landbesitz, versteckte Schätze, Gärten, Felder, Städte,
V Kinder, Feste, Spiele, Tavernen, Botschafter,
VI Diener, Krankheiten, Haustiere, Bauern und Tagelöhner,
VII Ehe, Liebesangelegenheiten, Ehefrau, offene Feinde, Rechtsprozesse, Streitereien,
VIII Tod, Vermächtnis, Testament, Erbe,
IX große/lange Reisen, Religion, Geistliche, kirchliches Leben, Träume, fremde Länder, Studien, Bücher,
X Könige, Prinzen, hoher Adel, Richter, hohe Beamte, Obrigkeit, Auszeichnungen, Beförderung, Ämter, Würde, Beruf.
XI Freunde, Hoffnung, Vertrauen, Staatskasse, Ratsversammlungen, Berater des Königs,
XII private/geheime Feinde, Hexen, großes Vieh, großes Leid, Gefangennahme, Betrübnis.

Eine typische Häuserdeutung innerhalb des Mainstreams der modernen, psychologisch orientierten Geburtshoroskop-Deutung bietet der Astrologe Akron:[27]

I Durchsetzung, Ego, physische Aggressivität,
II Inbesitznahme, Abgrenzung, Ansammlung von Materie,
III Ausdruckfähigkeit, Lernprozess, Kommunikation
IV Gefühle, Familie, Kindheit,
V Kreativität, Selbstpräsentation, Sexualität,
VI Pflichtbewusstsein, Analyse, soziale Anpassung,
VII Kontaktfähigkeit, Partnerschaft, Harmonieempfinden,
VIII Partnerbindung, Du-Fixierung, emotionale Kontrolle,
IX Lebensphilosophie, Lebenssinn, geistige Entwicklung,
X Anerkennung, Recht und Ordnung, Verantwortung, Elternrolle,
XI Brüderlichkeit, Gleichheit, Zerbrechen der Form,
XII Versenkung, Auflösung, Einsamkeit, Stille.

Prognosemethoden mit Horoskopen

Das Solar-Horoskop bzw. Solar ist die derzeit in der westlichen Horoskop-Astrologie vermutlich am häufigsten verwendete Prognosemethode mit einem Horoskop. Meist wird es auf Basis eines Geburtshoroskopes erstellt. Der früher manchmal genutzte Begriff der ‘Solar-Revolution’ macht deutlicher, dass das Solarhoroskop für den Augenblick der exakten Wiederkehr der laufenden Sonne zur Sonnen-Position im Geburtshoroskop berechnet wird. Mit dem exakten Wiederkehrzeitpunkt der laufenden Sonne wird entweder auf den Geburtsort oder häufig auf den aktuellen Wohnort des Betroffenen, der Betroffenen, ein eigenständiges Horoskop, eine eigenständige Horoskopgrafik konstruiert. Nach astrologischer Tradition soll es mit zeitlichen Übergängen von bis zu drei Monaten für astrologische Vorhersagen zu Ereignissen und Lebensentwicklungen von Geburtstag zu Geburtstag reichen. Das Solar wird vielfach sowohl für sich interpretiert wie in Synastrie mit dem Geburtshoroskop.[28]

Häufig wird auch das Lunar oder Lunarhoroskop für astrologische Vorhersagen genutzt, wie beim Solar meist von Geburtshoroskopen abgeleitet. Berechnungsgrundlage ist dabei der exakte Wiederkehrzeitpunkt des laufenden Mondes auf die Position des Mondes im Geburtshoroskop. Darauf wird ein eigenständiges Horoskop erstellt, wie beim Solar meist für den Geburtsort oder den aktuellen Wohnort. Das Lunar ist nach astrologischer Überlieferung und Praxis mehr für ‘Feinprognosen’, besonders zur emotionalen bzw. inneren Entwicklung des Betroffenen entsprechend den astrologischen Qualitäten des Mondes, im Zeitraum von Mond-Wiederkehr zu Mond-Wiederkehr geeignet, also für vier Wochen. Vielfach wird es, analog zum Solar, eigenständig wie auch in Synastrie mit dem Geburtshoroskop gedeutet.[29][30]

Im progressiven Horoskop, Progression, ist eine zeitliche Entsprechung zu finden. Danach entspricht der erste Lebenstag (24 Stunden) nach der Geburt dem ersten Lebensjahr (365 Tage). Der 30. Lebenstag entspricht dem 30. Lebensjahr usw. Die Positionen nach der Geburt von Sonne, Mond, Mondknoten, MC und Aszendent sowie der Planeten lassen sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt berechnen und ergeben ein neues Horoskop. Es heißt progressives Horoskop und wird oft auch in Synastrie mit dem Geburtshoroskop gedeutet. Die progressiven Stände von Sonne, Mond und MC symbolisieren auch Zeitanzeiger für das Jahr (Sonne p), für den Monat (Mond p) und für den Tag (MC p).

Sonnenbogen-Direktion: Sonne progressiv ist eine Sonnen-Position. Ein Tag des Lebens von Geburt an wird wie ein Lebensjahr gewertet; der erste Tag des Lebens entspricht dem ersten Jahr. Der siebte Tag dem siebten Jahr usw. Jede Position, welche die Sonne in Tagen nach der Geburt erreicht, heißt progressiver Sonnenstand. Der Winkelabstand zwischen Sonne radix und Sonne progressiv heißt Sonnenbogen. Dieser ist für jeden Menschen der individuelle Direktionsbogen. Mit dem Sonnenbogen werden alle Radix-Faktoren dirigiert. Entsprechend wird die Sonnenbogen-Direktion meist mit dem Geburtshoroskop kombiniert, in Synastrie gesetzt, weil im Sonnenbogen-Horoskop selber sich aufgrund des – für alle Horoskop-Faktoren wie den Planeten und Häusern – gleichen Sonnenbogens weder die Hausstellung der Planeten, noch die Aspekte zwischen ihnen ändern.

Begründet wird die Sonnenbogen-Direktion mit der Annahme, dass die Sonne alles Körperliche als Form oder Gefäß symbolisiert. Für den Menschen symbolisiert die Sonne den ganzen Körper mit allen physischen, geistigen und seelischen Merkmalen. Der Körper trägt die Seele des Menschen. Deshalb gehören Körper und Seele zusammen. Der Mensch auf der Erde macht die Reise (Bewegung) der Erde um die Sonne mit. Darum dürfen mit dem Sonnenbogen alle anderen Radix-Faktoren dirigiert werden.[31]

Wissenschaftliche Einordnung

Die Tradition der Erstellung von Horoskopen beruht auf der Vorstellung, aus der Position und Bewegung der Himmelskörper könnten Rückschlüsse auf zukünftige Ereignisse und auf die Persönlichkeit eines Menschen gezogen werden. Diese Annahme galt bis ins 17. Jahrhundert hinein als wissenschaftlich plausibel. So war etwa der Astronom Johannes Kepler nebenher auch als Astrologe tätig. Ab dem 17. Jahrhundert kam jedoch im Zuge der Aufklärung eine Skepsis gegenüber dieser Sichtweise auf, und die Astrologie verlor recht schnell ihren Status als Wissenschaft und wurde dem Aberglauben zugerechnet. Die dem Horoskop ursprünglich zugrunde liegende Vorstellung vom Aufbau des Universums und den Wirkkräften ist inzwischen überholt.

Als Reaktion auf den neuerlichen Boom der Astrologie seit den späten 1960er Jahren wurden wissenschaftliche Studien durchgeführt, in denen Aussagen von Astrologen, welche diese aufgrund der Deutung von Geburtshoroskopen machten, überprüft wurden. Eine der bekanntesten Untersuchungen ist der Doppel-Blindtest von Shawn Carlson, der 1985 in der Fachzeitschrift Nature publiziert wurde.[32] Hier, wie bei allen anderen bekannten wissenschaftlichen Tests, zeigen Geburtshoroskop-Deutungen keine über den Zufall hinausgehende Treffer.[33][34] Zudem wird beispielsweise ein Geburtshoroskop von verschiedenen Astrologen und Astrologie-Richtungen öfter teils recht unterschiedlich gedeutet, teils sogar gegensätzlich gedeutet. Daher dient die Erstellung und Deutung von Horoskopen bzw. Geburtshoroskopen aus wissenschaftlicher Sicht nicht der Gewinnung von Erkenntnissen. Geburtshoroskop-Deutungen – und vorhergesagte Ereignisse – basieren meist auf so allgemeingültig und ungenau gefassten Deutungsaussagen, dass sich viele Menschen davon als zutreffend beschrieben fühlen, was als Barnum-Effekt bekannt wurde.[35]

Literatur

Andrea Bachmann-Stein: Horoskope in der Presse. Ein Modell für holistische Textsortenanalysen und seine Anwendung. Lang, Frankfurt am Main [u. a.] 2004 (= Arbeiten zu Diskurs und Stil, Band 8); zugleich Diss. Saarbrücken 2004, ISBN 3-631-53526-0
Katja Furthmann: Die Sterne lügen nicht: Eine linguistische Analyse der Textsorte Pressehoroskop. V & R Unipress, Göttingen 2006, ISBN 978-3-89971-323-7
Stephan Heilen: ‘Hadriani genitura’ – Die astrologischen Fragmente des Antigonos von Nikaia. Walter de Gruyter, Berlin 2015.
James Herschel Holden: A History of Horoscopic Astrology. American Federation of Astrologers, Tempe 2006.
Andreas Hergovich: Die Psychologie der Astrologie. Verlag Hans Huber, Bern 2005.
Otto Neugebauer; Henry-Bartlett van Hoesen: Greek Horoscopes. American Philosophical Society, Philadelphia 1959.
John David North: Horoscopes and history. Warburg Inst., Univ. of London, London 1986, ISBN 0-85481-068-4 (Warburg Institute surveys and texts / University of London 13)
Francesca Rochberg: Babylonian horoscopes. American Philosophical Society, Philadelphia, PA 1998, ISBN 0-87169-881-1 (Transactions of the American Philosophical Society 88,1)

Weblinks

 Wiktionary: Horoskop – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Horoscopes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Peter Hartmann: Tiefschlag für Horoskope. In: wissenschaft.de. 2006, abgerufen am 13. Dezember 2018. 
Violetta Simon: Warum Horoskope immer stimmen. In: Süddeutsche Zeitung. 27. Januar 2012, abgerufen am 13. Dezember 2018 (Interview mit Katja Furthmann über Presse-Horoskope). 
Klaudia Einhorn: Was Sie in Astrologiebüchern nicht finden werden. Verein Kuffner-Sternwarte, 30. Mai 2009, abgerufen am 16. April 2010. 
Gertrud Hürlimann: Astrologie. Ein methodisch aufgebautes Lehrbuch. Astrodienst AG, 2016, abgerufen am 13. Dezember 2018 (Beispiel für eine Einführung in die Horoskopdeutung). 

Einzelnachweise

↑ Lars Steen Larsen/Erik Michael/Per Kjærgaard Rasmussen: Astrologie – Von Babylon zur Urknall-Theorie, Böhlau Verlag Wien/Köln/Weimar 2000, Seite 119, ISBN 3-205-99186-9

↑ Das altgriechische Wort ὡροσκόπος (horoskopos) bezeichnete ursprünglich nur den aufsteigenden Ekliptikgrad (Aszendent) für einen bestimmten Augenblick und Ort bei einem Geschehen, z. B. für die Geburt eines Menschen.

↑ Der Begriff Kosmogramm wird hauptsächlich in der Kosmobiologie verwendet und bildet keine Horoskopgrafik in einem 360°-Kreis ab, hat entsprechend keine ‘Häuser’ und klassischen Aspekte.

↑ Jürgen Hamel: Begriffe der Astrologie. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2010, S. 302, Stichwort ‘Horoskop’.

↑ Artikel ‘Horoskop’ im astrologischen Online-Lexikon ‘Astrowiki’; abgerufen am 1. Dezember 2018.

↑ Artikel ‘Das Horoskop und die Deutung’ des astrologischen Verlages und astrologischen Beratungsunternehmens ‘Astrodata’; abgerufen am 1. Dezember 2018.

↑ Siehe dazu auch eine Umfrage von 2001 des Institut für Demoskopie Allensbach, Zukunft in den Sternen?; abgerufen am 1. Dezember 2018.

↑ Shawn Carlson: A double-blind test of astrology. In: Nature. 318, Nr. 6045, 1985, S. 419–425. bibcode:1985Natur.318..419C. doi:10.1038/318419a0.

↑ Einen detaillierten Überblick zu den Publikationen empirischer, wissenschaftlicher Überprüfungen bis zum Jahr 2005 bietet Hergovich, Andreas: Die Psychologie der Astrologie. Verlag Hans Huber, Bern 2005, ISBN 3-456-84195-7, S. 85–135. 

↑ Wolfgang Hübner: Astrologie. In: Hubert Cancik, Helmuth Schneider (Hrsg.): Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike. Band 2. Stuttgart 1997. S. 123 f.

↑ Stephan Heilen: ‘Hadriani genitura’ – Die astrologischen Fragmente des Antigonos von Nikaia. Walter de Gruyter, Berlin 2015. S. 637f, S. 691, S. 693.

↑ Otto Neugebauer; Henry-Bartlett van Hoesen: Greek Horoscopes. American Philosophical Society, Philadelphia 1959, S. 18.

↑ Artikel zum ältesten Horoskop mit Nachzeichnung, abgerufen am 3. Januar 2017

↑ Jürgen Hamel: Begriffe der Astrologie. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2010, S. 134, Stichwort ‘Astrologie’.

↑ a b Annelies van Gijsen: Astrology I: Introduction. In: Dictionary of Gnosis and Western Esotericism, Hrsg. Wouter J. Hanegraaff, Leiden 2006, S. 109 f.

↑ Gertrud I. Hürlimann: Astrologie: Ein methodisch aufgebautes Lehrbuch, Oesch Verlag Zürich 2002, 10. Aufl., Seite 18f, ISBN 3-0350-1501-5

↑ Beispiel einer Horoskopberechnung, Autorin ist die Astrologin Gertrud Hürlimann, abgerufen am 9. Dezember 2018.

↑ Fritz Riemann: Lebenshilfe Astrologie – Gedanken und Erfahrungen, dtv Deutscher Taschenbuch Verlag 2005 (20. Aufl.), Seite 47, ISBN 3-423-34262-5

↑ Jürgen Hamel: Begriffe der Astrologie. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2010, S. 310, Stichwort ‘Individualastrologie’.

↑ Jürgen Hamel: Begriffe der Astrologie. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2010, S. 424, Stichwort ‘Mundanastrologie’.

↑ Bernhard Firgau: Praxisbuch Mundanastrologie. Chiron Verlag, Tübingen 2007. S. 13ff.

↑ Siehe beispielsweise
die Prognosenauswertung 2016 der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V., abgerufen am 15. Dezember 2018. Die Auswertung enthält u. a. mundanastrologische Prognosen.

↑ Andreas Hergovich: Die Psychologie der Astrologie. Verlag Hans Huber, Bern 2005, S. 74.

↑ James Herschel Holden: A History of Horoscopic Astrology. Tempe/ USA 2006, S. 65, S. 144 f., S. 158, S. 187 f., S. 261.

↑ Otto Schönberger, Eberhard Knobloch: Vettius Valens. Blütensträusse. Scripta Marcaturae Verlag, St. Katharinen, 2004. S. 328–329.

↑ William Lilly: Christliche Astrologie. Buch 1 und 2. Chiron Verlag, Tübingen 2007. S. 70–76.

↑ Akron: Das Astrologie-Handbuch. Charakteranalyse und Schicksalsdeutung. Hugendubel, München 1995. Einband-Innenseite vorne.

↑ Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. C.H.Beck Verlag, München 2003. S. 28.

↑ Jürgen Hamel: Begriffe der Astrologie. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2010, S. 380, Stichwort ‘Luanarhoroskop’.

↑ Kocku von Stuckrad: Geschichte der Astrologie. C.H.Beck Verlag, München 2003. S. 28.

↑ Alfred Witte: Das progressive Jahreshoroskop. „Astrologische Blätter“, Linser-Verlag, Leipzig, 6. Jahrgang, Heft 2, Mai 1924, Seite 38. Und in Alfred Witte: Der Mensch – eine Empfangsstation kosmischer Suggestionen. Ludwig Rudolph (Witte-Verlag), Hamburg 1975, Seite 97. ISBN 3-920807-11-1

↑ Carlson Shawn: A double-blind test of astrology. In: Nature. 318, Dezember 1985, S. 419–425. doi:10.1038/318419a0.

↑ Zu den wissenschaftlichen Überprüfungen von Geburtshoroskop-Deutungen siehe den Übersichtsartikel des Sozialwissenschaftlers und Astrologiekritikers Edgar Wunder in der populärwissenschaftlichen Zeitschrift Gehirn&Geist, 2008, Heft 3: Die Kunst der Sterndeuter. Abgerufen am 3. Dezember 2018.

↑ Andreas Hergovich, Die Psychologie der Astrologie, Verlag Hans Huber, Bern 2005, bietet einen umfangreichen und immer noch aktuellen Überblick zu den empirischen Forschungsbemühungen zwecks Überprüfung astrologischer Aussagen, speziell auch zu Geburtshoroskop-Deutungen, in deutscher Sprache.

↑ O. J. Mason, K. Budge: Schizotypy, self-referential thinking and the Barnum effect. In: Journal of behavior therapy and experimental psychiatry. Band 42, Nummer 2, Juni 2011, S. 145–148, ISSN 1873-7943. doi:10.1016/j.jbtep.2010.11.003. PMID 21315874.

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Produktionssparte Zierpflanzenbau: Beet- und Balkonpflanzen, hier Kultur von Impatiens Neu-Guinea-Hybriden im Gewächshaus

Unter Gartenbau, auch Hortikultur (von lateinisch hortus „Garten“ und lateinisch cultura „Bearbeitung, Pflege, Ackerbau“) genannt, werden alle Berufe zusammengefasst, die in irgendeiner Form mit der lebenden Pflanze zu tun haben und nicht zur klassischen Feldwirtschaft zählen.

Die gartenbauliche Pflanzenproduktion geschieht meist in umfriedeten Gärtnereien, der landwirtschaftliche Ackerbau dagegen auf Feldern in der freien Landschaft. Betriebswirtschaftlich unterscheidet sich der Gartenbau durch intensivere Kulturverfahren und den wesentlich höheren Flächenertrag von der Landwirtschaft. Durch den großmaßstäblichen Anbau von klassischen Gartenbaupflanzen (wie etwa Beerenobst, Heilpflanzen oder Zierblumen) und intensiven Anbau klassischer Feldfrüchte (etwa in der Entwicklung neuer Anbaukonzepte in der Dritten Welt) gibt es heute keine scharfe Unterscheidung der beiden Zweige der Agrarwirtschaften. Welche Pflanzen zum Feld- und welche zum Gartenbau gezählt werden, hängt auch mit den regionalen Wirtschaftsformen zusammen und ist weltweit unterschiedlich.

Der pflanzenbauliche Teil des Gartenbaus gehört wie die Landwirtschaft volkswirtschaftlich zur Urproduktion, die gärtnerische Verwendung der Pflanzen durch Floristen, Landschaftsgärtner und Friedhofsgärtner zählt zum Dienstleistungssektor der Volkswirtschaft.

Inhaltsverzeichnis

1 Gartenbau in Deutschland

1.1 Organisationen
1.2 Anbauflächen des Gartenbaus
1.3 Gemüsebau
1.4 Obstbau
1.5 Blumen- und Zierpflanzenbau

1.5.1 Friedhofsgärtnerei

1.6 Baumschulen

1.6.1 Allgemeines
1.6.2 Gütebestimmungen
1.6.3 Wirtschaftskraft der Baumschulen in Deutschland (Stand 2004)

1.7 Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau
1.8 Der Markt für gartenbauliche Produkte
1.9 Der Markt für Obst und Gemüse
1.10 Eine Übersicht über die Vermarktung gartenbaulicher Erzeugnisse
1.11 Erwerbsgartenbau

2 Gartenbau in Österreich

2.1 Struktur
2.2 Fachsparten

2.2.1 Blumen- und Zierpflanzenbau
2.2.2 Baumschule
2.2.3 Gemüsebau

2.3 Organisationen
2.4 Ausbildung

3 Gartenbau in der Entwicklungszusammenarbeit
4 Geschichte
5 Literatur
6 Siehe auch
7 Einzelnachweise
8 Weblinks

Gartenbau in Deutschland

Der Gartenbau erzielt in Deutschland auf etwa 1 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche 10 % des Wirtschaftsvolumens der gesamten Landwirtschaft. Die Haus- und Kleingartenfläche übertrifft die Anbaufläche des Erwerbsgartenbaus in Deutschland um ein Vielfaches. In den Niederlanden macht der Gartenbau und die anhängigen Branchen und Dienstleistungen ca. 18 % des Bruttosozialproduktes aus.

Im Jahr 2003 betrug der Produktionswert der gartenbaulichen Dienstleistungen in Deutschland 5,2 Mrd. Euro. Dabei fielen auf den Bereich Garten- und Landschaftsbau 77 % und die Friedhofsgärtnereien erwirtschafteten die übrigen 23 %.

2003 erzeugten Garten- und Obstbauprodukte einen Produktionswert in Höhe von 4,6 Mrd. Euro. Den stärksten Anteil wiesen die Schnittblumen und Zierpflanzen auf. Gefolgt von Gemüse, Baumschulerzeugnissen und Obst.

Das Deutsche Gartenbaumuseum in Erfurt zeigt die historische Entwicklung des Gartenbaus in Mitteleuropa. Es befindet sich auf dem Gelände der traditionsreichen Erfurter Gartenbauausstellung, so ist die Stadt insgesamt stark durch den Gartenbau geprägt. Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau hat hier seinen Sitz, zudem bietet die Fachhochschule Erfurt den Studiengang Gartenbau an.

Organisationen

Unterschieden werden können die Organisationen des Gartenbaus in Hobby- und Erwerbsgartenbauverbände.

Erwerbsgartenbau:
Die wichtigsten Berufsverbände für den Erwerbsgartenbau in Deutschland sind der Zentralverband Gartenbau (ZVG), der einen Großteil der Erwerbsverbände des Gartenbaus vereinigt und der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL).

Auf europäischer Ebene ist der ZVG dem Comité des organisations professionnelles agricoles (COPA) angeschlossen. International ist der Berufsstand durch die Association Internationale des Producteurs de l’Horticulture/ International Organization of Horticultural Producers (AIPH)vertreten.

Der Gärtnernachwuchs wird auf Bundesebene durch die Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner (AdJ) repräsentiert. Auf europäischer Ebene gibt es den Jugendverband Communautè Europèenne des Jeunes de L’Horticulture/ European Community of Young Horticulturists (CEJH).

Daneben gibt eine Reihe von weiteren Arbeitskreisen, Interessengemeinschaften und Gesellschaften zu Spezialthemen innerhalb der Branche.

Auch gibt es eine Reihe von Forschungs- und Fachbehörden, die auf Bundes- und Länderebene existieren. Häufig ist dabei der Gartenbau den Landwirtschaftsressorts zugeordnet.

Drei Universitäten und sechs Fachhochschulen/Hochschulen für angewandte Wissenschaft in Deutschland bieten den Studiengang Gartenbau an. Bis zur Umsetzung des Bologna-Prozesses schlossen diese Studiengänge mit den akademischen Graden Dipl.-Ing. (FH) an Fachhochschulen und mit dem Dipl.-Ing. agr. bzw. Dipl.-Ing. univ. an Universitäten ab. Beide Hochschultypen bieten nun im Zuge der Umsetzung des Bologna-Prozesses Bachelor- und Masterstudiengänge an.

Auf Landesebene existieren Beratungsorganisationen des Staates (Offizialberatung), wie z. B. Landwirtschaftskammern im Norden Deutschlands oder Landwirtschaftsverwaltungen im Süden. Angegliedert an diese berufsständischen oder staatlich getragenen Einrichtungen sind häufig Fachschulen. An diesen Fachschulen können Abschlüsse als Meister (einjährige Ausbildung) oder Techniker (zweijährige Ausbildung) im Produktionsgartenbau (Gemüsebau, Obstbau, Zierpflanzenbau, Staudengärtnerei oder Baumschule, Friedhofsgärtnerei) oder im Garten- und Landschaftsbau absolviert werden. Nach einer Promotion kann der Dr. rer. hort. erworben werden – auch andere Titel sind üblich.

Anbauflächen des Gartenbaus

Seit der Wiedervereinigung beträgt die Fläche der Bundesrepublik Deutschland 357.000 km²; davon sind rund 55 % Landwirtschaftsfläche, 30 % Waldfläche und 10 % Siedlungs- und Verkehrsfläche. Die Böden variieren von leichten Sandböden über fruchtbare Löß- und Lehmböden zu schweren Marsch- und Tonböden. Deutschland liegt in einer gemäßigten Klimazone. Der maritime Einfluss des Golfstromes nimmt nach Osten hin ab, was bewirkt, dass die Niederschläge sinken und die Einstrahlung und Temperaturamplitude zwischen Sommer und Winter zunehmen. Diese Bedingungen erlauben es, ein breites Sortimentsspektrum anzubauen. Für die Anbaugebiete ist aber auch die Spät- und Frühfrostgefahr, ausreichende Vegetationsdauer, Stand der technischen Mittel (Gewächshaus) und Verbrauchernähe ausschlaggebend.

Anbaustruktur im Gartenbau 2003

Deutsche Gartenbaubetriebe nutzen rund 1,3 % der gesamten landwirtschaftlich bewirtschafteten Fläche. Im Jahr 2003 erreichte die gartenbaulich genutzte Fläche eine Größe von 2.245 km².

Für die Produktion von Zierpflanzen und Schnittblumen verwendete man eine Gesamtfläche von 95,45 km². Die restliche Fläche wurde für Baumschulen, Obstanlagen und private Gärten genutzt.

An der Produktion sind neben den Haupterwerbsbetrieben landwirtschaftliche Betriebe und Nebenerwerbs-Gartenbaubetriebe beteiligt. Die Gesamtzahl, der an der Produktion teilnehmenden Betriebe verringerte sich seit 1961 um etwa 2/3. Der Grund für diese Entwicklung ist die Konzentration und Spezialisierung der Haupterwerbsbetriebe und der starke Konkurrenzdruck, dem die kleineren Betriebe nicht mehr gewachsen sind.
Während die Anzahl der Betriebe schrumpft, nimmt die Flächengröße der einzelnen Betriebe zu, was dazu führte, dass 1994 die gleiche Fläche bewirtschaftet wurde wie 1961.
Die Unterglasflächen nahmen zunächst in den 60er Jahren stark zu. Doch wegen der starken Erhöhungen der Energiepreise und des verschärften Wettbewerbs hat sich die Entwicklung verlangsamt.
Die Anzahl der Arbeitskräfte hat sich unter anderem wegen der starken Rationalisierung und Mechanisierung verringert.

Gemüsebau

In Deutschland umfasst die Gesamtfläche der Gemüseproduktion rund 1006 km². Damit wird im Gemüseanbau derzeit ein Selbstversorgungsgrad von fast 40 % erreicht, wobei der durchschnittliche Deutsche im Jahr knapp 94 kg Gemüse verzehrt, Tendenz steigend. Die Erlöse des bundesweiten Gemüsebaus betragen jährlich etwa 1,3 Milliarden Euro.

Anbauflächen der wichtigsten Gemüsearten im Freiland. Nicht beschriftet sind die Balken für Weißkohl (oben) und Spargel (unten). (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Freilandanbau:

Trotz seines sehr kurzen Angebotszeitraumes im Frühjahr stellt der Spargel mit über 150 km² Anbaufläche den Schwerpunkt des Freilandanbaus dar, gefolgt von Möhren, Weiß- und Blumenkohl. Die Produktionsflächen der weiteren Gemüsearten wie Spinat, Gurken oder Kopfsalat liegen jeweils deutlich unter 50 km².

Regional betrachtet sind die meisten Gemüseanbaubetriebe in Nordrhein-Westfalen zu finden. Die gesamte Niederrheinebene zeichnet sich durch mildes Klima und sehr gute Böden aus, besonders die Produktion für den Frischmarkt wird dort in großem Umfang betrieben. Ein weiteres Zentrum des deutschen Gemüsebaus befindet sich in der Vorderpfalz, wo aufgrund leichter, schnell erwärmbarer Böden und günstiger Klimabedingungen der Anbau von Frühgemüse sehr verbreitet ist.
Um Hannover und Braunschweig ist das größte Spargelanbaugebiet Deutschlands angesiedelt, die Region Dithmarschen in Schleswig-Holstein ist für ihren großräumigen Kohlanbau bekannt.

Anbauflächen der wichtigsten Gemüsearten unter Glas (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Unter-Glas-Anbau:

Viele Gemüsearten müssen aufgrund der Klimaverhältnisse in Deutschland grundsätzlich oder zumindest außerhalb der Saison in Gewächshäusern angebaut werden. Dies gilt besonders für wärmebedürftige Arten wie Tomaten oder Gurken, aber auch Feld- und Kopfsalat werden häufig unter Glas angebaut. Der Gewächshausanbau im Winter rentiert sich allerdings nicht, da das Strahlungsangebot zwischen November und Januar nicht ausreicht, um eine Produktion ohne zusätzliche Beheizung zu gewährleisten. Die größte Unter-Glas-Fläche wird in Baden-Württemberg mit 459 ha bewirtschaftet, gefolgt von Bayern (257 ha).

Obstbau

Die deutschen Obstanbaugebiete umfassen mit knapp 69.000 ha über 30 % der gesamten gartenbaulichen Produktionsfläche. Im Durchschnitt verzehrt jeder Bundesbürger etwa 100 kg Frischobst jährlich, wobei der Verbrauch in den letzten Jahren aufgrund gestiegenen Gesundheitsbewusstseins der Konsumenten stark zugenommen hat. Die unterschiedlichen Klima- und Bodenansprüche der Obstarten erfordern eine genau überlegte Standortwahl, weswegen sich der erwerbsmäßige Anbau von Frischobst innerhalb der Bundesrepublik auf einige günstige Gebiete konzentriert. Die größte zusammenhängende Obstbaufläche Deutschlands befindet sich in Niedersachsen an der Elbe. Dort im Alten Land herrschen mit einer Jahresmitteltemperatur von 7,5 °C und einer Niederschlagsrate von mehr als 700 mm/J optimale Klimabedingungen für den Anbau von Äpfeln, Kirschen und Beerenobst, auch die dort vorherrschenden Flussmarschböden sind bestens für diese Arten geeignet.

Obstanbaufläche für den Verkaufsanbau

Mit über 31.000 ha Anbaufläche liegt der Apfel weit vor allen anderen heimischen Obstarten. Er stellt keine hohen Temperaturansprüche (7,5 °C Jahresmittel), dafür verlangt er eine ausreichende und gleichmäßige Wasserversorgung und humusreiche, gut durchlüftete Böden. Die bedeutendsten Apfelanbaugebiete sind das Alte Land in Niedersachsen, die Obstregion Bodensee und das Gebiet um Meckenheim in Nordrhein-Westfalen.

In ihren Ansprüchen den Äpfeln sehr ähnlich, jedoch empfindlicher gegen Spätfröste sind Süß- und Sauerkirschen. Sie werden vorwiegend in Hessen in der Nähe von Kassel und um Wiesbaden aber auch im Alten Land produziert.

Der Anbau von Tafel- und Edelbirnen ist in Deutschland regional stark begrenzt, da Birnen ein mildes Weinbauklima verlangen (Jahresmitteltemperatur mindestens 9–9,5 °C) und aufgrund ihrer sehr frühen Blütezeit extrem spätfrostgefährdet sind. Sie werden deshalb fast ausschließlich in einigen Teilen Baden-Württembergs angebaut, z. B. in der Obstregion Neckar und in der Oberrheinebene, die mit 10 °C Jahresdurchschnittstemperatur bundesweit das wärmste Anbaugebiet ist.

Die Temperaturansprüche der Pflaumen und Zwetschen sind wie bei Äpfeln und Kirschen nicht besonders hoch, sie bevorzugen ebenfalls nährstoffreiche Böden mit gutem Wasserspeichervermögen und werden unter anderem in der Obstregion Neckar in Baden-Württemberg produziert.

Baumobst überwiegt deutlich vor Erdbeeren und Strauchbeerenobst mit nur 11 % bzw. 4 % der Anbauflächen

Beim Beerenobst sind vor allem Erdbeeren mit über 13.000 ha Anbaufläche sehr verbreitet. Sie können unter Flachabdeckungen schon sehr frühzeitig kultiviert werden und stellen außer einer ausreichenden Wasserversorgung keine besonderen Anforderungen. Erdbeeren werden verstärkt in Niedersachsen um Oldenburg, in Schleswig-Holstein bei Lübeck und in Mecklenburg-Vorpommern produziert.

Der Anbau von Strauchbeerenobst ist in fast allen Anbaugebieten in kleinerem Umfang vertreten, da die meisten Arten eine große Anbaubreite aufweisen. Ausgenommen sind Kulturheidelbeeren, da diese einen sehr niedrigen pH-Wert verlangen und damit eine sehr sorgfältige Düngung voraussetzen. Sie werden z. B. in der Lüneburger Heide kultiviert.

Blumen- und Zierpflanzenbau

Vor allem in Gewächshäusern aber auch im Freiland wird von deutschen Zierpflanzengärtnern ein breites Sortiment an grünen und blühenden Topfpflanzen, Grünpflanzen, Beet- und Balkonpflanzen sowie Schnittblumen kultiviert. Durch den Wechsel der Pflanzen ins Gewächshaus können mit der sog. Treiberei den Kunden bereits wesentlich vor der eigentlichen Vegetationsperiode blühende bzw. vorgetriebene Pflanzen angeboten werden (z. B. Christrosen, Frühblüher, Fliederzweige).[1]

Bei den Zierpflanzenbaubetrieben muss unterschieden werden zwischen Produktionsbetrieben mit indirektem Absatz. Diese produzieren ein bis mehrere Arten und Sorten und verkaufen ihre Pflanzen an Wiederverkäufer wie Versteigerungen, Großmärkte, Gartencenter, Baumärkte, den Lebensmitteleinzelhandel oder an Einzelhandelgärtnereien. Produktionsbetriebe sind aufgrund ihrer Spezialisierung oft stark mechanisiert und automatisiert.

Die zweite Gruppe sind so genannte Endverkaufsbetriebe mit einem Direktabsatz an Kunden. Sie produzieren zum Teil eine große Vielfalt an Pflanzen und verkaufen diese an Privatkunden. Das Sortiment wird ergänzt durch Zukauf. Dazu zählen Hartwaren wie Terrakotta, aber auch Stauden, Gehölze, Obstbäume, Gemüsejungpflanzen und Kräuter. Die Beratung und der Verkauf stehen wegen des direkten Kontaktes zum Kunden im Vordergrund. Viele Gartenbaubetriebe sind historisch gewachsen und bedienen beide Schienen – Produktion für den Großhandel und Endverkauf.

Zierpflanzen werden in ganz Deutschland angebaut. Regionale Schwerpunkte des Zierpflanzenbaues gibt es nicht. Während in Nordrhein-Westfalen eher Produktionsbetriebe vorherrschen, die Gartencenter und Versteigerungen beliefern, findet man in Bayern noch sehr viele Endverkaufsbetriebe.

Rangliste der verwendeten Pflanzenarten nach Einsatzgebiet in Deutschland

In der Gartenbauerhebung des statistischen Bundesamtes wurden zuletzt 5882 Zierpflanzenbaubetriebe in Deutschland gezählt. Dort arbeiteten zuletzt rund 41.000 Menschen.

Friedhofsgärtnerei

In Deutschland gibt es auf rund 32.000 Friedhöfen rund 35 Millionen Gräber. Etwa 18 % der Gräber werden von Gärtnern gepflegt. Sie übernehmen die Planung, die Anlage und wie oben erläutert die Pflege. Dabei gilt es, Kundenwünsche und gärtnerische Richtlinien für die Grabgestaltung umzusetzen. Es kommt bei der Grabanlage und der jahreszeitlichen Wechselbepflanzung auf eine standortgerechte Auswahl des Pflanzensortiments an. Viele Bürger schließen einen Dauergrabpflege-Vertrag ab und geben die Verantwortung in die Hände der Friedhofsgärtner.

Ende 2004 bestanden zirka 265.000 Verträge mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 16,2 Jahren. Um den Kunden die Gewähr zu leisten, dass die Verträge erfüllt werden, überwachen regionale Treuhandanstalten die Arbeit der Friedhofsgärtner. Friedhofsgärtner übernehmen immer mehr die allgemeine Grünpflege auf den Friedhöfen.

Baumschulen

Allgemeines

In den Baumschulen wachsen viele Millionen Nadel- und Laubgehölze pro Jahr heran. Viele Baumschulen haben sich auf eine bestimmte Art bzw. auf eine bestimmte Kultivierung spezialisiert. So sind viele verschiedene Baumschulen entstanden, die in ihrem Sortiment ein Spektrum von über 200.000 verschiedenen Artikeln vermarkten. Je nach Spezialisierung der Baumschule werden so Gehölze produziert, die dann entweder als Sämling oder als mehrjähriger Allee- oder Parkbaum verkauft werden. Hierbei gibt es die Möglichkeit sich auf verschiedene Laubgehölze oder Nadelgehölze zu konzentrieren, die dann als Blüten- oder Ziergehölz für Parkanlagen, öffentliche Anlagen und private Gärten genutzt werden. Des Weiteren werden in speziellen Baumschulen Obstgehölze herangezüchtet. Hierbei kann es sich um Kern-, Stein-, Beerenobst oder um Nüsse handeln. Eine andere Art von Baumschulen konzentriert sich auf Wildgehölze, die zur Renaturierung und zur Begrünung von Straßenrändern und Flüssen ihre Pflanzen züchten und vermarkten.
Baumschulen, die Forstgehölze als Produktionsschwerpunkt haben, dienen der Holzproduktion oder einer nachhaltigen Forstwirtschaft.

Die Produktion innerhalb der Baumschule folgt dem Leitbild einer umweltschonenden Produktion. Es sollen hochwertige Produkte erzeugt werden und dabei umweltschonend mit der Natur und den Ressourcen umgegangen werden. Deshalb ist es wichtig den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu senken und biologische und mechanische Pflanzenschutzmaßnahmen zu etablieren. Es ist die Aufgabe der Baumschule, gesunde und möglichst widerstandsfähige Gehölze an den Verbraucher weiterzugeben, damit Probleme an den neuen Standorten möglichst gering gehalten werden.

Innerhalb einer Baumschule sind folgende Tätigkeiten zu erbringen:

Bodenbearbeitung / Vermehrung / Topfen / Wässern / Züchtung / Pflanzarbeiten / Düngen / Schnittmaßnahmen / Sortieren / Roden / Pflanzenschutz / Lagerung / Beratung / Vermarktung / Verkauf / Transport / Versand / Schulung / Buchführung

Es werden verschiedene Vermehrungsmethoden angewandt, damit eine qualitativ hochwertige Pflanze produziert werden und später vermarktet werden kann.

Im Bund deutscher Baumschulen (BdB) sind die bedeutendsten Baumschulunternehmen organisiert. Die ungefähr 1400 BdB-Betriebe ziehen jährlich Millionen Laub- und Nadelgehölze heran, die dann speziell nach ihrem Verwendungsbereich vermarktet werden.

Gütebestimmungen

In Deutschland wird die Gehölzqualität durch die „Gütebestimmung für Baumschulpflanzen“ gewährleistet. Die Trägerschaft „Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V.“ erarbeiten dabei die Gütebestimmungen. Diese Gütebestimmungen werden ständig aktualisiert. Dabei müssen verschiedene Normen und Vorschriften eingehalten werden. In verschiedenen Sichtungsgärten im gesamten Bundesgebiet koordiniert das Bundessortenamt eine Gehölzsichtung, um verschiedene Gehölze in unterschiedlichen Klimagebieten zu beobachten und speziell Neuheiten sowohl für die Produktion, als auch für die spätere Verwendung zu bewerten.

Um dem Kunden eine gute Qualität zu gewährleisten, vergibt der „Bund deutscher Baumschulen“ an seine Mitgliedsfirmen geschützte Qualitätszeichen, um geprüfte Baumschulprodukte zu kennzeichnen. Die Kunden können dann von gesunden und gut wachsenden Pflanzen ausgehen, die auf ihre Sortenechtheit und Sortenreinheit getestet wurden.
Um dieses geschützte Qualitätszeichen zu erhalten und zu bewahren, werden die Baumschulen / -produkte in regelmäßigen Abständen auf Qualität ihrer Produkte geprüft und können sich dann „Deutsche Markenbaumschule“ nennen. Alle Betriebe die zum Bund deutscher Baumschulen gehören, erfüllen die Anforderungen des Verbandes in Qualität und Produktion.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal gibt es speziell für Rosen. Das Qualitätssiegel ADR-Rose kann eine Rose erhalten, wenn sie nach einem Prüfverfahren positiv in Hinblick auf Gesundheit, Blüte, Duft, Blühverhalten und Wuchs abschneidet. Diese Prüfung kann dabei über Jahre andauern, um alle zu beachtenden Faktoren zu ermitteln.
100 verschiedene Rosen dürfen mittlerweile dieses Qualitätszeichen tragen.

Wirtschaftskraft der Baumschulen in Deutschland (Stand 2004)

Von 3398 Baumschulunternehmen in Deutschland (2004) waren 2400 Vollerwerbsbetriebe.
Die Gesamtproduktionsfläche betrug 25.520 Hektar, davon:

Obstgehölze 1049 Hektar
Ziergehölze 11310 Hektar
Forstpflanzen 2519 Hektar
Nadelbaumgehölze für Weihnachtsbaumkulturen 2537 Hektar
Rosen 570 Hektar
Sonstige Kulturen 7535 Hektar

Die Baumschulbetriebe zählten zusammen 32.500 Beschäftigte und 1.729 Auszubildende. Die Produktionsleistung entsprach einem Gesamtproduktionswert von 1,3 Mrd. €; der jährliche Produktionsumfang betrug:

Obstgehölze: 29.506.000 Pflanzen
Ziergehölze: 241.556.000 Pflanzen
Forstgehölze: 770.652.000 Pflanzen

Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau

Der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, in der Branche meist kurz GaLaBau genannt, befasst sich im Gegensatz zu allen anderen hier behandelten Arten des Gartenbaus nicht mit der Pflanzenproduktion, sondern mit dem Bau, der Umgestaltung und der Pflege von Grün- bzw. Freianlagen.

Der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau errichtet und pflegt unter anderem:

die Außenanlagen von Wohngebäuden, öffentlichen Gebäuden (Krankenhäuser, Schulen, Kirchen, etc.) und von Industrie- und Gewerbebauten; inklusive Dach- und Fassadenbegrünungen,
sonstige öffentliche und private Grünflächen, wie Gärten, Parkanlagen, Friedhöfe, Freizeit- und Sportplätze (Spielplätze, Freizeitanlagen, Grüngürtelbereiche, Tennis- und Fußballplätze, kombinierte Sportanlagen, Golfanlagen, etc.), Straßen- und Wege-Begleitgrün, Teichanlagen und Bachläufe.

Neben Neuanlagen und Umgestaltungen sind GaLaBau-Betriebe speziell auch für Baumpflege, Maßnahmen für Natur- und Umweltschutz, Landschaftspflege und gelegentlich für den Winterdienst im Straßenraum zuständig.

Auftragsstruktur des Garten- Landschaftsbaus 2003 (Quelle: Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau)

Im GaLaBau sind Fachverbände (z. B. in Deutschland der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau) entstanden, um mit verbandseigenen Zeichen auf eine gute Qualität aufmerksam zu machen. Aufgrund schwerer werdender Rahmenbedingungen und dem steigenden Wettbewerbsdruck wird es immer schwieriger, sich als Einzelunternehmen zu behaupten. Die größte Anzahl an Aufträgen der GaLaBau-Betriebe kommt aus dem privaten Bereich. Die Projekte der öffentlichen Hand weisen dafür allerdings oft eine größere Bausumme auf als die der Privaten.

Der Markt für gartenbauliche Produkte

Im Gartenbau unterscheidet man die Erzeuger-, Großhandel, Zwischenhandel und Einzelhandelsstufe. Circa 6,7 Mrd. Euro wurden 2009 in Deutschland, gemessen an den Einzelhandelspreisen, auf dem Markt für Schnittblumen und Zierpflanzen ausgegeben. Weitere 1,9 Mrd. Euro wurden im Markt für Stauden, Zier und Obstgehölze umgesetzt (Quelle: AMI GmbH).

Deutschland belegt weltweit einen Spitzenplatz beim Verbrauch von grünen Erzeugnissen. Das Inlandsvolumen, auf der Basis des Erzeugerpreises, liegt bei rund 2,9 Mrd. Euro.
Zirka 36 % aller auf dem deutschen Markt verkauften Schnittblumen und Zierpflanzen kommen aus heimischer Produktion. Der größere Teil aber wird aus den Niederlanden importiert. Ein kleinerer Teil stammt aus zahlreichen anderen Ländern. Diese Länder übernehmen die Deckung des Marktes in den Wintermonaten, wenn die äußeren Einflüsse eine rentable heimische Produktion in Frage stellen. Es werden Schnittblumen aus „Israel, Ecuador, Kolumbien, Kenia und weiteren Ländern eingeführt, die nicht der Europäischen Union angehören.“.

In Deutschland besitzen gartenbauliche Produkte einen hohen Stellenwert. Diese Wertschätzung spiegelt sich auch in der beachtlichen Steigerung der Pro-Kopf Ausgaben für Schnittblumen und Zierpflanzen. In den letzten 25 Jahren gab es eine Zuwachsrate von 44 % auf 84 Euro pro Einwohner. Jährlich gibt der durchschnittliche Bundesbürger 14 Euro für Baumschulprodukte (ohne Forstgehölze) aus. Im Jahr 2004 besuchten 69 % der Bundesbürger ein Blumenfachgeschäft, eine Gärtnerei, eine Baumschule oder ein Gartencenter. „Dies ergab die Untersuchung der privaten Ausgaben für Blumen und Pflanzen von 10.000 repräsentativ ausgewählten Personen, welche die Gesellschaft für Konsumforschung im Auftrag der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft jährlich durchführt.“

Der Markt für Obst und Gemüse

Obst und Gemüse sind unerlässliche Bestandteile unserer Nahrung. Ernährungswissenschaftler fordern einen größeren Anteil an Obst und Gemüse in unserer Nahrung ein. Der verstärkte Verzehr von Obst und Gemüse reduziert das Risiko an verschieden Leiden, wie Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen zu erkranken. Seit Beginn der neunziger Jahre ist in der Bundesrepublik ein steigender Pro-Kopf-Verbrauch an Obst und Gemüse festzustellen. Der jährliche Verbrauch allein von Gemüse liegt bei 99,6 kg je Einwohner (Stand: April 2018)[2]. Das liegt aber immer noch unter der Menge, die Ernährungswissenschaftler fordern.

Im Vergleich zu anderen Ländern Europas liegt Deutschland mit seinem Verbrauch an Obst und Gemüse auf einem hinteren Rang.

„Der Selbstversorgungsgrad, d. h. der Anteil der Inlandserzeugung am Gesamtverbrauch, ist abhängig von der Erntemenge und unterliegt daher jährlichen Schwankungen.“ Etwa 18 % des verbrauchten Obstes, einschließlich tropischer Früchte werden in Deutschland produziert. Dazu zählen nicht die Erträge aus Streuobstbeständen, aus Haus- und Kleingärten. In der Gemüseproduktion liegt der Selbstversorgungsgrad sehr viel höher, bei 40 %. Daraus ergibt sich, dass zur Ergänzung unserer heimischen Produktion ein Gros aus dem Ausland eingeführt wird. Zirka 4,3 Millionen Tonnen Frischgemüse und Gemüse für den Konservenmarkt werden in Deutschland jährlich importiert. Diese Lieferungen belaufen sich auf einen Wert von circa 4,0 Mrd. Euro. Die wichtigsten Lieferanten für Frischgemüse sind die Niederlande, Spanien und Italien. Eine Festsetzung gemeinschaftlicher und internationaler Vermarktungsordnungen für Obst- und Gemüseprodukte sichert Marktdurchsichtigkeit und fairen Handel. Dies gilt für den Binnenmarkt genauso, wie für den Handel mit dem Ausland.

Eine Übersicht über die Vermarktung gartenbaulicher Erzeugnisse

Seit längerem ist eine immer stärkere Konzentration der Märkte für Obst und Gemüse auf immer weniger Einkaufszentralen des Lebensmittelhandels zu beobachten. Heutzutage vertreiben zirka 90 % der Produzenten ihre Produkte auf diese Weise. Auch bei Topfpflanzen und Schnittblumen ergibt sich eine verstärkte Absatzkonzentration auf den Sortimentshandel, Baumärkte und Einzelhandelsketten. Im Straßenhandel und im Markthandel gingen Marktanteile verloren. Bisher halten sie aber noch die Hälfte des Marktes auf der Einzelhandelsstufe. An Bedeutung haben Baumärkte und Gartencenter auch für den Absatz von Baumschulprodukten gewonnen.

Um einen Gegenpol gegenüber den umsatzstarken Marktpartnern zu bilden und um eine große Anzahl mit gleich bleibender Qualität zu einem bestimmten Zeitpunkt zu liefern, bedarf es einer Bündelung der Kleinbetriebe mit entsprechender Koordination und Information. Leistungsfähige Erzeugerorganisationen sind die Antwort auf die Ballung auf der Einzelhandelsstufe und die Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit inländischer Erzeuger gegenüber dem wachsenden Importangebot.

Die Bundesregierung hat diese Entwicklung erkannt und fördert vorhandene Erzeugerorganisationen und deren Bildung. Nach den Regelungen der Gemeinsamen europäischen Marktorganisation für Obst und Gemüse werden insbesondere folgende von den Erzeugerorganisationen durchgeführte Maßnahmen gefördert:

Verbesserung der Qualität der Erzeugnisse,
Einführung umweltgerechter Wirtschaftsweisen,
Verbesserung der Marktstellung der Erzeugerorganisationen (z. B. Marketing)
Bündelung des Angebots (z. B. Verbesserung der angebotsseitigen Marktposition)

Auch Einzelhandelsgärtnereien schließen sich in Erzeugerorganisationen zusammen, um somit eine bessere Marktstellung zu erhalten.

Erwerbsgartenbau

Kultur von Impatiens Neu-Guinea-Hybriden im Gewächshaus

Man unterscheidet im deutschen Erwerbsgartenbau heute folgende Sparten:

Produktionsgartenbau:
Blumen- und Zierpflanzenbau
Baumschule
Obstbau
Staudenbau
Gemüsebau inklusive gärtnerische Sonderkulturen (Heilpflanzen-, Gewürzpflanzen- und Pilzanbau)
Handels- und Dienstleistungsgartenbau:
gärtnerischer Einzelhandel (Gartenfachgeschäft, Blumenladen), Gartencenter, Samenhandlungen und Großhandel
Garten- Landschafts- und Sportplatzbau
Friedhofsgärtnerei

Die früher eigenständige Sparte „Samenbau und Pflanzenzüchtung“ wurde inzwischen in die einzelnen Produktionsgartenbausparten integriert. Die Floristik wird zum Handwerk gezählt.

Gartenbau in Österreich

In Österreich zählen die Produktion von Pflanzen und Gemüse im Gewächshaus und das Baumschulwesen zum Gartenbau. Im Gegensatz zu anderen Ländern gehört Obstbau in Österreich nicht zum Gartenbau. Im Vergleich zur restlichen Landwirtschaft sind die Kulturverfahren intensiver und die Flächenerträge höher. Die Produkte des Gartenbaus zählen zu den landwirtschaftlichen Urprodukten.

Struktur

Gartenbau ist in Österreich eine sehr klein strukturierte Branche, die in von 1982 bis 2010 einem stetigen Wandel unterlag. Während sich die Betriebszahl dramatisch um 36 % reduzierte, ging die gärtnerisch genutzte Fläche weniger stark zurück (−14 %). Von diesem Strukturwandel sind jedoch nicht alle Bundesländer in Österreich gleich betroffen. Im österreichischen Gartenbau sind ca. 9.700 Personen beschäftigt. Davon sind 7.000 Personen familienfremd. Jährlich stehen 750 Lehrlinge in einem Ausbildungsverhältnis.

Anzahl der Gartenbaubetriebe von 1982–2010

Bundesland
2010
2004
1998
1992
1982

Burgenland
74
38
54
74
75

Kärnten
76
83
97
131
147

Niederösterreich
346
356
483
576
574

Oberösterreich
206
169
234
251
264

Salzburg
45
58
84
94
102

Steiermark
270
234
311
377
321

Tirol
78
96
124
123
123

Vorarlberg
56
52
71
84
64

Wien
263
347
439
541
579

Österreich gesamt
1.440
1.444
1.897
2.251
2.249

Gartenbauliche Fläche in ha von 1982–2010

Bundesland
2010
2004
1998
1992
1982

Burgenland
119,84
65,70
42,91
63,50
52,29

Kärnten
56,06
73,95
92,27
151,06
125,30

Niederösterreich
515,58
545,97
670,74
734,51
720,71

Oberösterreich
584,02
500,28
658,57
631,74
471,65

Salzburg
51,89
82,09
92,91
79,99
61,56

Steiermark
361,00
241,91
320,45
328,64
271,05

Tirol
31,23
44,21
78,16
80,89
76,59

Vorarlberg
40,54
48,49
92,82
65,70
42,63

Wien
383,84
568,71
677,78
759,91
666,25

Österreich gesamt
2.144,01
2.171,31
2.726,61
2.895,94
2.488,03

Fachsparten

Blumen- und Zierpflanzenbau

Verkaufsgewächshaus mit Beet- und Balkonblumen

Zierpflanzengärtner produzieren ein- und mehrjährige Pflanzen und Schnittblumen im Gewächshaus und im Freiland. 2010 gab es 730 Gärtnereien mit der überwiegenden Produktionsrichtung Blumen und Zierpflanzen. Damit sank die Anzahl der Betriebe von in sechs Jahren um 15 %. Die Betriebe bewirtschaften eine Fläche von 400 ha (-32 ha gegenüber 2004). Zierpflanzengärtner finden sich gleichermaßen in allen neun Bundesländern.

Etwa 50 % der Betriebe sind ausschließlich Produktionsbetriebe, die als landwirtschaftliche Betriebe von der Landwirtschaftskammer vertreten werden. Die andere Hälfte sind Produktionsbetriebe mit gärtnerischem Gewerbe in den Bereichen Gartengestaltung, Grünraumpflege, Friedhofsgärtnerei und Blumenbinderei (Floristik), die zusätzlich von der Wirtschaftskammer vertreten werden.

Man unterscheidet zwischen Produktionsbetrieben, die ihre Ware an Handelsketten, den (Blumen-)Handel, über Großmärkte oder über Erzeugerorganisationen vermarkten und Endverkaufsbetrieben, die die Pflanzen direkt an den Endkunden verkaufen. Die Zuordnung der Betriebe ist nicht immer eindeutig, da oft beide Schienen bedient werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern herrscht in Österreich der Endverkaufsbetrieb vor. Mehr als 80 % der Betriebe vermarkten ihre Ware ausschließlich oder zumindest teilweise direkt an den Endverbraucher. Der Vertrieb von Produktionsbetrieben über Erzeugerorganisationen ist bedeutungslos und über den Großmarkt verkaufen fast nur Betriebe in Wien und dem angrenzenden Niederösterreich. Große Produktionsbetriebe in Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und Wien verkaufen oft direkt an Handelsketten oder an Endverkaufsgärtnereien.

Der Produktionsschwerpunkt liegt bei den Zierpflanzengärtnern bei den Topfpflanzen und dort im Speziellen bei den Beet- und Balkonblumen. Obwohl die Nachfrage nach Beet- und Balkonblumen vielfältiger geworden ist, bilden Pelargonien und Begonien noch immer die wichtigsten Pflanzengruppen. Im Frühjahr und im Herbst zählen Violen und Primeln zu den Hauptprodukten der Gärtner und im Winter Weihnachtssterne und Topfchrysanthemen. Die Bedeutung der Produktion von Topfkräutern und Gemüsejungpflanzen ist steigend.

Schnittblumen und Schnittgrün werden in Österreich nur in geringem Umfang – meistens für die betriebseigene Binderei – produziert. Gärtnereien, die sich auf die Produktion von Schnittblumen spezialisiert haben, sind in Österreich selten geworden. Die Hauptkulturen sind im Freiland Schnittsträucher, Schnittgrün, Rosen, Trockenblumen und Dahlien und in Gewächshäusern liegt der Schwerpunkt auf Tulpen, Rosen, Chrysanthemen, Gerbera und Narzissen.

Blumen und Zierpflanzen werden in Österreich konventionell produziert. Biologische Produktion und integrierte Produktion sind unbedeutend. Der Einsatz von Nützlingen ist stark steigend.

In Österreich gibt es darüber hinaus den dreijährigen Lehrberuf Friedhofs- und Ziergärtner/in, welcher eigens auf die spezifischen Anforderungen der Friedhofsgärtnerei ausgelegt ist.[3]

Baumschule

Baumschulware im Verkauf

Baumschulen produzieren mehrjährige Pflanzen zur Zier- und Nutzverwendung. 2010 gab es 285 Betriebe mit 1.184,62 ha (+ 60 Betriebe und +75,6 ha gegenüber 2004) in Österreich. Die Kombination Produktionsbetrieb mit Gartengestaltung spielt eine große Rolle und wird von ca. 50 % der Betriebe ausgeübt. Baumschulen vermarkten ihre Produkte hauptsächlich direkt an den Endverbraucher (über 90 %) bzw. direkt an Gartengestalter und Gärtnereien (ca. 50 %) oder Handelsketten (unter 10 %). Alle anderen Vermarktungsmöglichkeiten haben keine Bedeutung. Die Kombination aus mehreren Vermarktungsschienen ist üblich.

Das Angebot der Produktion umfasst Nadelgehölze, Laubgehölze, Obstgehölze; Alleebäume und Rosen. Stauden werden üblicherweise von spezialisierten Staudengärtnereien produziert und von den Baumschulen zugekauft bzw. gehandelt. Ähnlich wie im Zierpflanzenbau produzieren Baumschulen hauptsächlich konventionell.

Gemüsebau

Tomatenproduktion im Glashaus

In Österreich wird zwischen der Produktion von gärtnerischem Gemüse im geschützten Anbau und Feldgemüse im Freiland unterschieden. 2010 existierten 399 gärtnerische Gemüsebaubetriebe, die eine Fläche von 560 ha bewirtschafteten. Der Großteil dieser Betriebe befindet sich in Wien und dem angrenzten Niederösterreich, der Steiermark und im Burgenland. In den anderen Bundesländern hat gärtnerischer Gemüsebau wenig Bedeutung. Die Gärtnereien sind fast ausschließlich Produktionsbetriebe. Produktionsbetriebe mit gärtnerischem Gewerbe finden sich kaum. Gärtnerisches Gemüse wird hauptsächlich über Erzeugerorganisationen, an den Einzelhandel oder direkt an den Endkunden vermarktet. Der Absatz direkt an Handelsketten über Großmärkte oder an die Verarbeitungsindustrie spielt eine untergeordnete Rolle. Die Kombination aus mehreren Absatzstrukturen ist auch möglich.

Der Schwerpunkt der Produktion liegt bei Tomaten (lose und Rispentomaten), Salatgurken, Paprika (grün und bunt) Radieschen, Häuptelsalat und Feldsalat. Um das Gemüse über Erzeugerorganisationen vermarkten zu können, produzieren Gemüsegärtner nach den Richtlinien des AMA-Gütesiegels, das die integrierte Produktion als Grundlage hat. Der Einsatz von Nützlingen ist weit verbreitet.

Organisationen

Gartenbautreibende sind Pflichtmitglieder der Landwirtschaftskammer, die gesetzlich dazu verpflichtet ist, die Interessen der Gärtner zu vertreten. Neben dieser gesetzlichen Interessenvertretung existiert eine Vielzahl an freiwilligen Organisationen, deren Hauptaufgaben Interessenvertretung, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung darstellen.

Bundesverband der Österreichischen Gärtner: Dachorganisation der freiwilligen Interessenvertretungen und Gartenbauorganisationen
Blumenmarketing Austria: Plattform von acht gärtnerischen Landesverbänden für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit
Bund Österreichischer Baumschul- und Staudengärtner: freiwillige, österreichweite Interessenvertretung von Baumschulisten und Staudengärtnern
Die Burgenländischen Gärtner: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern im Burgenland
Arbeitsgemeinschaft Blütenzauber Burgenland: Werbegemeinschaft der burgenländischen Gärtner
Die Kärntner Gärtner: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern in Kärnten
Fördergemeinschaft Garten: Werbegemeinschaft der Kärntner Gärtner
Gärtnervereinigung Niederösterreich: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern in Niederösterreich
Die OÖ Gärtner: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern in Oberösterreich
Blumenmarketing Oberösterreich: Werbegemeinschaft der oberösterreichischen Gärtner
Die Salzburger Gärtner und Gemüsebauern: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern in Salzburg
Die Steirischen Gärtner und Baumschulen: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern in der Steiermark
Werbegemeinschaft Blumenschmuck Gärtner: steirische Werbegemeinschaft
Die Tiroler Gärtner: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern in Tirol
Die Vorarlberger Gärtner: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern in Vorarlberg
Werbegemeinschaft der Vorarlberger Gärtner und Floristen: gemeinsame Werbegemeinschaft der Gärtner und Floristen in Vorarlberg
Die Wiener Gärtner – Gartenbauvereinigung Wien: freiwillige Interessenvertretung von Gärtnern in Wien
Arbeitsgemeinschaft der Wiener Gärtnerinnen: Verein von Gärtnerinnen aus Wien, Niederösterreich und Burgenland
Baumschulgruppe Süd-Ost: Verein von Baumschulen aus Süd- und Ostösterreich
Baum & Strauch: Verein von 15 Baumschulbetrieben

Ausbildung

In Österreich gibt es mehrere Möglichkeiten eine Ausbildung im Gartenbau zu absolvieren.

Lehre: Nach Abschluss der allgemeinen Schulbildung kann die Lehre in einer Gärtnerei begonnen werden. Sie dauert drei Jahre und beinhaltet den Besuch der Berufsschule. Die Ausbildung schließt mit der Facharbeiterprüfung ab. Nach drei Jahren Praxis kann der Meisterkurs und die Meisterprüfung gemacht werden.
Gartenbauliche Fachschule: Die Ausbildung zum Gartenbaufacharbeiter dauert in gartenbaulichen Fachschulen vier Jahre und beinhaltet ein 14-montiges Praktikum. Die Gartenbauschule Langenlois, die Fachschule für Gartenbau Ritzlhof und die Landwirtschaftliche Fachschule Ehrental bieten die Ausbildung an. Im Anschluss kann nach ausreichender Praxis der Meisterkurs besucht werden bzw. besteht die Möglichkeit den Aufbaulehrgang in der HBLFA Schönbrunn zu besuchen und die Reife- und Diplomprüfung abzulegen.
Gärtnerische Handelsschule: Die Ausbildung wird gemeinsam von der Gartenbauschule Großwilfersdorf und der Landwirtschaftlichen Fachschule Grottenhof-Hardt angeboten. Die Ausbildung dauert drei Jahre, wobei das erste Jahr in der Gartenbauschule und die anderen beiden Jahre in der Landwirtschaftlichen Fachschule absolviert werden. Nach dem Schulabschluss muss eine einjährige, einschlägige gartenbauliche Praxis nachgewiesen werden, um die Berechtigung des Gärtnerfacharbeiters zu erhalten.
Höhere Lehranstalt für Gartenbau: Die Ausbildung an der HBLFA Schönbrunn dauert fünf Jahre und schließt mit Matura ab. Der Abschluss ersetzt die Lehr- und Facharbeiterprüfung. Nach drei Jahren Berufspraxis kann die Standesbezeichnung Ingenieur beantragt werden.

Gartenbau in der Entwicklungszusammenarbeit

Verschiedene Entwicklungshilfeorganisationen fördern Gartenbau in Entwicklungsländern, um die dort auftretende Mangelernährung zu bekämpfen.[4]

Geschichte

Gartenbau ist seit dem Beginn des Neolithikums nachgewiesen und geht vermutlich dem eigentlichen Feldbau voraus. Für Mitteleuropa nimmt Amy Bogaard für die Linearbandkeramische Kultur Gartenbau an.[5] In Deutschland wurde der Gartenbau durch den Landwirt Stephan Gugenmus (1740–1778) intensiviert.

Literatur

Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Zugehörigkeit der von Land- und Forstwirten hergestellten Produkte zur land- und forstwirtschaftlichen Urproduktion (Urprodukteverordnung), BGBl. II Nr. 410/2008
Adams, C.R.; K.M. Bamfort; & M.P. Early (2012). Principles of Horticulture. Routledge. 6th ed. ISBN 978-0-08-096957-2
AID Infodienst (Hrsg.): Berufsbildung im Gartenbau. 15. veränderte Neuauflage, Bonn 2008, ISBN 978-3-8308-0769-8
Statistik Austria, Gartenbauerhebung 2010
Statistik Austria, Gartenbauerhebung 2004
Statistik Austria, Gartenbauerhebung 1998
Statistik Austria, Gartenbauerhebung 1992
Statistik Austria, Gartenbauerhebung 1982

Siehe auch

Gartenarchitektur
Garten
Gartencenter
Gärtner
Gemeinschaftsgarten
Guerilla Gardening
Kleingarten
Liber de cultura hortorum

Einzelnachweise

↑ Seipel, Holger.: Fachkunde für Gärtner/-innen. 10., aktualisierte und überarb. Aufl. Büchner, Hamburg 2018, ISBN 978-3-582-04155-5. 

↑ Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG): Gemüsebau

↑ Berufsinfo auf wko.at

↑ Hans-Heinrich Bass, Klaus von Freyhold und Cordula Weisskoeppel: Wasser ernten, Bäume schützen: Ernährungssicherung im Sahel, Bremen 2013 (PDF; 2,9 MB).

↑ Amy Bogaard, Neolithic farming in Central Europe: an archaeobotanical study of crop husbandry practices. Routledge, London 2004.

Weblinks

 Commons: Horticulture – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Gartenbau – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Gartenbauerhebung Statistik Austria
Landwirtschaftskammer
Grüner Bericht 2011
Bundesverband der Österreichischen Gärtner
Bund Österreichischer Baumschul- und Staudengärtner
Johann Sigismund Elsholtz: Neu angelegter Garten=Baw (sic!), Frankfurt und Leipzig 1690, historische Darstellung des Gartenbaus
Ausführliche Geschichte des Gartenbaus
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4019294-5 (AKS) | LCCN: sh85062204

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Kategorien: GartenbauLandwirtschaft

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Dieser Artikel behandelt die Zähne der Mundhöhle; weitere Bedeutungen unter Zahn (Begriffsklärung).

Mittlere obere Schneidezähne
Unterer linker Prämolar und Molar
Unterer Weisheitszahn

Zähne sind Hartgebilde in der Mundhöhle von Wirbeltieren. Mit den Zähnen wird Nahrung ergriffen, zerkleinert und zermahlen. Sie haben sich bei den Wirbeltieren nach dem Form-Funktionsprinzip entwickelt. Beim Menschen kommen als Funktionen noch die Lautbildung (insbesondere der Dentallaute) und soziale Funktionen hinzu.

Inhaltsverzeichnis

1 Etymologie
2 Entwicklungsgeschichte
3 Echte und unechte Zähne
4 Zahnarten
5 Aufbau des Zahns

5.1 Zahnschmelz (Enamelum)
5.2 Zahnbein (Dentin)
5.3 Zahnmark (Pulpa)
5.4 Wurzelzement (Cementum)

6 Zahnbefestigung
7 Zahnentstehung und -wechsel
8 Menschliches Gebiss

8.1 Zahnbezeichnungen

9 Zahnmerkmale

9.1 Kieferorthopädische Merkmale

10 Erkrankungen und wichtige Behandlungsformen
11 Zahnanomalien

11.1 Folgen

12 Künstliche Zähne
13 Siehe auch
14 Literatur
15 Quellen
16 Weblinks
17 Einzelnachweise

Etymologie

Das Wort Zahn stammt über mittelhochdeutsch zan(t) von althochdeutsch zan(d) und gehört wie lateinisch dens zur indogermanischen Wortwurzel (e)don/dnt-[1] (urgerm. *tanþ-, *tunþ-, lat. dens‚ griech. ὀδούς (odoús), ved. dánt- etc. ‘Zahn’, aus indogerman. *h1dont-, *h1dṇt-, Partizip Aktiv zu *h1ed- ‘essen’[2]).

Entwicklungsgeschichte

Entwicklungsgeschichtlich sind Zähne ektodermale Hartgebilde[3] (Derivate der Außenhaut, die in den Mund gewandert sind), die durch Induktion des darunterliegenden Mesenchym der Neuralleiste entstehen.[4] Dabei liefert das Ektoderm den harten Schmelz, das Mesenchym die restlichen Bestandteile der Zähne wie Dentin, Zement, und den Zahnhalteapparat. In ihrer Gesamtheit bezeichnet man sie als Gebiss. Sie treten erstmals bei den Kiefermäulern (Fische und Landwirbeltiere) auf. Sie entwickelten sich aus den einfachen Hautzähnen vorzeitlicher Fische. Die Schuppenzähne verschmolzen zu Hartgebilden mit basaler Knochenmasse, Dentinkrone und innerer Pulpahöhle. Bei den Säugetieren (Mammalia) stellen sie den modifizierten Rest der ektodermalen Exoskeletts stammesgeschichtlich älterer Wirbeltiere dar.[5] Primär zahnlos sind die Kieferlosen (Agnatha), die bis auf die Neunaugen und Schleimaale ausgestorben sind. Sekundär zahnlos geworden sind die Schildkröten, Vögel und die Ursäuger (Monotremata, eierlegende Säugetiere). Säugetiere nutzen im Gegensatz zu sonstigen Wirbeltieren (Fische, Amphibien, Vögel) die Zähne nicht nur zum Greifen, sondern auch zum Zerkleinern (Kauen) der Nahrung.

Echte und unechte Zähne

Querschnitt durch den fossilen, wurzellosen Stoßzahn eines Mammuts

Im Tierreich unterscheidet man echte und unechte Zähne.

Die echten Zähne bestehen aus Schmelz (Enamelum), Dentin und Zement sowie der Pulpa (Zahnmark). Sie werden auch Dentinzähne genannt, weil das Dentin den Hauptbestandteil bildet (siehe heterodontes Gebiss).
Bei den unechten Zähnen fehlen die Hartsubstanzen Schmelz, Dentin und Zement. Es handelt sich meist um Hornzähne, wie sie zum Beispiel im Schlund und in der Speiseröhre der Lederschildkröten zu finden sind. Primitive wurzellose Zähne kommen bei Fischen, Amphibien und Reptilien vor und stellen den Grundtyp der Zähne dar. Sie können die Form von leicht zugespitzten, konischen Kegel-Zähnen haben, die bei Haien kantig oder mehrzackig, bei Fischen zu Pflasterzähnen, bei Schlangen zu Giftzähnen umgebildet sein können (siehe homodontes Gebiss).

Vulgo wird mit „unechte Zähne“ auch Zahnersatz verschiedenster Art beim Menschen umschrieben.

Zahnarten

Nach dem Zeitpunkt des Durchbruchs, der Größe und der Form unterscheidet man bei Säugetieren:

Milchzähne (Dentes decidui – lat. wörtlich: abfallende) und
Bleibende Zähne (Dentes permanentes – fortdauernde) nach dem Zahnwechsel.

Nach der Stellung im Gebiss unterscheidet man:

Schneidezähne (Dentes incisivi, Incisivi – einschneidende),
Eckzähne (Dentes canini, Canini – hündische),
Vormahlzähne (Dentes praemolares, Prämolaren) und
Mahlzähne (Dentes molares, Molaren).

Schneide- und Eckzähne bilden beim Menschen die sogenannten Frontzähne – 3 je Quadrant, Vormahl- und Mahlzähne die 5 Backenzähne.

Bei den anderen Klassen finden sich zahlreiche weitere Formen von Zähnen, wie die Sägezahngebisse der Haie oder „Raspel“-Zahn-Gebisse bei blutsaugenden Neunaugen.

Nach der Kronenhöhe werden bei Säugetieren nieder- bis hochkronige Zähne unterschieden. Zähne mit hoher Krone werden weiter in solche mit sich spät schließender Wurzel und wurzellose Zähne mit sich gar nicht schließender Wurzel und unbegrenztem Wachstum unterteilt.
Nachwachsende Zähne finden sich auch bei Fischen, Amphibien und Reptilien.

Aufbau des Zahns

1. Zahn 2. Zahnschmelz 3. Dentin (Zahnbein) 4. Pulpencavum mit Pulpa 5. Kronenpulpa 6. Wurzelpulpa 7. Wurzelzement 8. Zahnkrone 9. Höcker 10. Fissur 11. Zahnhals 12. Zahnwurzel 13. Bifurkation 14. Wurzelspitze 15. Foramen apicale 16. Sulcus gingivae 17. Zahnhalteapparat 18. Zahnfleisch: 19. oral oder vestibulär 20. marginal 21. alveolar 22. Wurzelhaut mit Sharpey-Fasern 23. Alveolarknochen (Die feine gelbe Linie ist die Lamina dura). 24. Gefäße und Nerven: 25. Pulpa 26. Parodontium 27. Canalis mandibulae.

Jeder (echte) Zahn besteht aus der Zahnkrone (Corona dentis), dem Zahnhals (Cervix dentis, seltener: Collum dentis) und der Zahnwurzel (Radix dentis) und ist aus mehreren Schichten aufgebaut. Bei einem gesunden Zahn sieht man nur den Zahnschmelz, der wie eine Glasur das innen liegende Zahnbein (Dentin) bedeckt. Das Dentin wiederum umschließt das Zahnmark (Pulpa). Die Wurzel wird bis zum Zahnhals von Zahnzement (Cementum) und Wurzelhaut umschlossen.

Zahnschmelz (Enamelum)

Hauptartikel: Zahnschmelz

Der Zahnschmelz (Latein: Enamelum) ist die härteste Substanz des menschlichen Körpers mit einer Vickershärte von 250 bis 550 und einer Druckfestigkeit von 300 bis 450 MPa. Sein Elastizitätsmodul beträgt 50.000–85.000 MPa (Körber, 1995).[6] Der Zahnschmelz wird von schmelzbildenden Zellen, den Adamantoblasten (auch Ameloblasten genannt), gebildet. Er besteht zu 95 Prozent aus Hydroxylapatit (Ca5(PO4)3 OH), einem kristallinen Material, dessen Hauptanteile Calcium und Phosphat sind. Der Zahnschmelz ist für wasserlösliche Stoffe geringfügig durchlässig, zum Beispiel für seine Bestandteile Calcium und Phosphat, sowie für Fluoride. Mit Hilfe von Fluoriden wird das Hydroxylapatit in das härtere Fluorapatit (Ca5(PO4)3(F)) umgewandelt. Deshalb werden diese zur Härtung des Zahnschmelzes in Zahnpasten verwendet. Hingegen können Säuren dem Zahn schaden, weil sie aus dem Zahnschmelz das Calcium und Phosphat herauslösen und ihn damit aufweichen (siehe Karies).

Zahnbein (Dentin)

Hauptartikel: Dentin

Unter dem Zahnschmelz liegt das Zahnbein. Es stellt die Hauptmasse des Zahnes dar. Die Hartsubstanz des Dentins besteht wie beim Zahnschmelz aus Calcium und Phosphat, allerdings nur zu zwei Dritteln, der Rest ist Eiweiß und Wasser, weshalb Dentin weicher und anfälliger gegen Karies ist als der Zahnschmelz. Das Dentin ist schmerzempfindlich. Hitze-, Kälte- und Berührungsreize führen zu Flüssigkeitsbewegungen in den Dentinkanälchen (die im Bereich des Zahnhalses bis an die Oberfläche reichen können). Dies reizt die Tomes’schen Fasern, Zellfortsätze der Odontoblasten (dentinbildende Zellen). Die Odontoblasten stehen mit freien Nervenendigungen in Verbindung, die den Reiz als Schmerzempfindung ans Zentralnervensystem weiterleiten.

Das Dentin ist wesentlich elastischer als der Zahnschmelz (Elastizitätsmodul 15.000–20.000 MPa), da es über einen deutlich höheren Anteil an organischer Substanz verfügt. Die Vickershärte beträgt beim Zahnbein 60–70 und die Druckfestigkeit liegt bei 200–350 MPa (Körber, 1995).[6]

Zahnmark (Pulpa)

Hauptartikel: Zahnpulpa

Das Dentin umschließt wiederum den inneren Teil des Zahns, die Pulpa (Zahnmark), das von Blutgefäßen und Nervenfasern durchzogen wird und den Zahn ernährt. Die Nervenfasern der Oberkieferzähne entstammen dem Nervus infraorbitalis, die der Unterkieferzähne dem Nervus alveolaris inferior. Der Zahn besitzt kein Lymphabflussystem – mit ein Grund dafür, dass eine Pulpitis („Zahnnerventzündung“) nicht wieder abheilen kann.

Wurzelzement (Cementum)

Hauptartikel: Wurzelzement

Im Wurzelbereich wird das Dentin vom Wurzelzement (neutr.), (Latein: Cementum, seltener: Substantia ossea dentis) bedeckt, der dritten Zahnhartsubstanz neben dem Zahnschmelz und dem Dentin. Das Wurzelzement, das Wurzeldentin als dünne Schicht umschließend, ist im Bereich der Zahnwurzel die äußere Hülle des Zahnes und „mauert“ diese im Kiefer ein. Doch hat die Verbindung zum Kieferknochen, in dem jeder Zahn in seinem Zahnfach (Alveole) aufgehängt ist, eine gewisse Elastizität (siehe Zahnhalteapparat).

Unter dem Elektronenmikroskop wird die poröse Oberflächenstruktur der Zahnwurzel sichtbar. Feinste Nervenausläufer überziehen die poröse Oberfläche der Wurzel. Von diesen Nervenausläufern geht die Temperatur- und Berührungssensibilität bei zurückgebildetem Zahnfleisch aus.

Das Wurzelzement ist in seiner Struktur wie auch Härte dem menschlichen Knochen ähnlich (Druckfestigkeit 15 kg/mm², Zugfestigkeit 10 kg/mm²).[7] Er gehört bereits zum Zahnhalteapparat, da an ihm die parodontalen Fasern ansetzen, die die Zähne in der Alveole beweglich verankern (Hellwig u. a., 1999b).[6]

Zahnbefestigung

Pfeile markieren exemplarisch eine helle Linie, die Lamina dura

Als Wurzelhaut (Syn.: Periodontium) wird das Bindegewebe des Zahnhalteapparates bezeichnet. Diese Sharpey-Fasern, zum Periost gehörende Kollagen-Faserbündel, die in der Knochengrundsubstanz befestigt sind, bilden die Verbindung zum Wurzelzement des Zahnes. An ihnen ist der Zahn federnd befestigt und überbrückt den wenige Zehntel Millimeter breiten Spalt (Periodontalspalt) zwischen dem Zahnzement der Zahnwurzel und der knöchernen Wand des Zahnfachs (Alveole), der Lamina dura. Am Zahnhals wird der Periodontalspalt durch den supraalveolären Faserapparat (frühere Bezeichnung: Ligamentum circulare) abgedichtet.

Zahnentstehung und -wechsel

Hauptartikel: Entwicklung der Zähne und Dentition

Der Zahnschmelz entsteht aus dem Ektoderm, der Rest des Zahnes und der Zahnhalteapparat aus dem Mesoderm. In der 5. Entwicklungswoche kommt es (beim Menschen) zur Proliferation des Ektoderms, das in die Tiefe wächst und dort die Zahnleiste bildet. Ektodermale und Mesodermale Wechselwirkungen führen dazu, dass sich aus dem Ektoderm die Anlagen der epithelialen Schmelzorgane und in unmittelbarer Nachbarschaft aus dem Mesenchym die Anlage der Zahnpapille bilden.[8] Die erste Anlage eines Zahns wird als Zahnknospe bezeichnet.

Die Theriodontia („Tierzähner“) sind Landwirbeltiere aus der Gruppe der Therapsiden („säugetierähnliche Reptilien“). Zu ihnen gehören drei höher entwickelte, vor allem carnivore Gruppen. Aus einer von ihnen, den Cynodontia, gingen schließlich die Säugetiere hervor.

Bei den meisten Säugetieren gibt es einen einmaligen Zahnwechsel (Diphyodontie). Zunächst werden Milchzähne angelegt (lacteale Dentition), die später durch die „zweiten“ oder bleibenden Zähne (permanente Dentition) ersetzt werden. Die Molaren (große Backenzähne) haben keine Milchzahnvorgänger, sie entstehen nur im bleibenden Gebiss.

Bei Fischen, Amphibien und Reptilien können die Zähne zeitlebens immer wieder durch neue ersetzt werden (Polyphyodontie). Bekannt sind hierfür z. B. die Zebrabärblinge und das „Revolvergebiss“ der Haie.

Menschliches Gebiss

Die bleibenden Zähne beim Menschen. Rechter Unterkieferast

Der Mensch verfügt normalerweise über insgesamt 32 bleibende Zähne (inklusive der Weisheitszähne), jedoch können auch einzelne oder mehrere Zähne nicht angelegt sein: Hypodontie. Seltener liegt eine Überzahl von Zähnen vor: Hyperdontie. Das Milchgebiss umfasst 20 Milchzähne, jeweils 5 pro Quadrant. Alle Zähne im menschlichen Gebiss sind Zähne mit Zahnwurzel. Schneide- und Eckzähne bilden dabei die Frontzähne, Vormahl- und Mahlzähne die Seitenzähne (umgangssprachlich: Backenzähne).

Zahnbezeichnungen

Hauptartikel: Zahnschema
Menschliches Gebiss (Computergrafik) – Sicht horizontal von außen + vertikal von innen

Die Zähne des Menschen werden in der Zahnheilkunde durch verschiedene Zahnschemata eindeutig bezeichnet. International durchgesetzt hat sich seit 1970 das FDI-Schema der Fédération Dentaire Internationale. Jeder Zahn erhält eine Bezeichnung, die aus zwei Ziffern besteht. Die erste Ziffer bezeichnet den Quadranten, in dem sich der Zahn befindet. Die zweite Ziffer ist die Durchnummerierung der Zähne von der Mitte aus nach hinten.

Zahnmerkmale

Menschliche Zähne haben eindeutige Zahnmerkmale. Diese machen es möglich, nur anhand der Zahnform zu bestimmen, welche Position der Zahn im Gebiss eingenommen hat.

Anhand des Winkelmerkmals, des Krümmungsmerkmals sowie des Wurzelmerkmals ist bestimmbar, ob der Zahn zur rechten oder linken Kieferhälfte gehört.
Die Kronenflucht gibt Auskunft darüber, ob der Zahn zum Unter- oder zum Oberkiefer gehört.
Daneben gibt es einmal das Zahnhalsmerkmal, das von vestibulär beurteilt wird. Hierbei ist der apikalste Punkt des labialen Zahnhalses nach distal verschoben. Dieses Merkmal tritt bei Frontzähnen, insbesondere bei den beiden mittleren Schneidezähnen auf. Ferner weisen die unteren Frontzähne distal im Wurzelbereich oftmals eine Eindellung, das Furchenmerkmal auf. Durch diese Konkavität lassen sich die unteren Schneidezähne der entsprechenden Seite zuordnen.[9]

Eine perfekte Okklusion definiert Andrews durch 6 „Schlüssel“:[10]

Molarenrelation: Der distobukkale Höcker des oberen ersten Molaren (Sechsjahrmolar) hat Kontakt mit dem mesiobukkalen Höcker des unteren zweiten Molaren und der mesiobukkale Höcker des oberen ersten Molaren okkludiert mit der Fossa zwischen dem mesialen (zur Mitte hin; „vorne“) und mittleren bukkalen Höcker des unteren ersten Molaren. Der mesiopalatinale Höcker des oberen ersten Molaren hat Kontakt mit der zentralen Fossa des unteren ersten Molaren.
Kronenangulation (mesiodistale Angulation): Die Zähne sind mit ihrer Wurzel nach distal (nach hinten gelegen) geneigt.
Kroneninklination (bukkolingualer Torque): Die Schneidezähne besitzen einen vestibulären Kronentorque, die oberen Eckzähne, Prämolaren und Molaren einen konstanten palatinalen Kronentorque und die unteren Eckzähne, Prämolaren und Molaren einen von anterior nach posterior ansteigenden lingualen Kronentorque.[11]
Fehlende Zahnrotationen.
Enge Kontaktpunkte zwischen den Zähnen.
Die Okklusionskurve aller Zähne ist flach beziehungsweise besitzt nur eine leichte Spee-Kurve.

Kieferorthopädische Merkmale

Bei den Werten, die in erster, zweiter und dritter Ordnung in Straight-Wire-Brackets einprogrammiert sind, handelt es sich um statistische Durchschnittswerte. Andrews verwendete für deren Ermittlung folgende Bezugsgrößen:[12]

Die Längsachse der klinischen Krone: Diese bezeichnet bei allen Zähnen, mit Ausnahme der Molaren, die an der Vestibulärfläche am weitesten vorstehende Leiste. Bei den Molaren bildet die mesiobukkale Furche die Kronenlängsachse.
Den Längsachsenpunkt (long-axis-point, LA-Punkt)/Fazialachsenpunkt (FA-Punkt): Der LA-Punkt beziehungsweise FA-Punkt bezeichnet die Mitte der Kronenlängsachse zwischen Gingiva und Schneidekante beziehungsweise den Höckerspitzen.

Nach Andrews sollen der Mittelpunkt der Bracketbasis auf dem LA-Punkt und die Bracketflügel parallel zur Kronenlängsachse positioniert werden.

Erkrankungen und wichtige Behandlungsformen

Die Zahnmedizin (Stomatologie) beschäftigt sich mit den Erkrankungen der Zähne und deren Therapie beim Menschen. Erkrankungen des Zahnhalteapparats sind Gegenstand der Parodontologie. Entzündungen, die von den Zähnen ausgehen bezeichnet man als odontogene Infektionen.

Die häufigste Krankheit der Zähne und des Menschen überhaupt ist die Zahnkaries (Zahnfäule). In Deutschland ist nur ca. ein Prozent der Erwachsenen kariesfrei, hat also naturgesunde Zähne.[13] Die Bemühungen mittels Gruppenprophylaxe und Individualprophylaxe führen zu immer besserer Zahngesundheit, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, die mittels des DMFT-Index gemessen wird. Auch Erkrankungen des Zahnhalteapparats (siehe Zahnfleisch, Parodontitis) sind häufig. Ein seltenes Krankheitsbild ist die Tuberkulose der Zähne, bei der es durch zumeist bronchogene Streuung zu Entwicklung von tuberkulösen Zahngranulomen kommen kann. Orale, meist übersehene Befunde finden sich bei 1,4 % der an Tuberkulose Erkrankten[14]

Seit Jahrtausenden gehören Zahnfüllungen (vulgo „Plomben“), vereinzelte Zahnkronen und Kiefer-Operationen zur Gesundheitspflege von Kulturvölkern.

Wenn durch notwendig gewordene Extraktionen größere Zahnlücken entstehen, wird häufig eine Zahnprothese („dritte Zähne“) oder eine Brücke eingesetzt. Seit den 1990er-Jahren besteht auch die Möglichkeit, Zahnimplantate einzusetzen, die der Befestigung von Zahnersatz dienen.

Wachsende Bedeutung hat auch die Mundhygiene, die von Zahnärzten zur Gesunderhaltung des Gebisses angeboten wird. Durch regelmäßige Zahnpflege kann vielen Erkrankungen vorgebeugt werden.

Zahnanomalien

Unter einer Zahnanomalie versteht man die Missbildung von Zähnen. Die häufigste Form ist der Dens invaginatus, der auch als Dens in dente bezeichnet wird. Es handelt sich um eine entwicklungsbedingte Störung, die aus einer Einstülpung des Schmelzepithels resultiert, welche vor Beginn der Mineralisation des Zahnes erfolgt.[15] Ausgehend vom Foramen caecum oder der Höckerspitze wird das Schmelzepithel unterschiedlich tief eingestülpt.[16]

Die Invagination kommt sowohl im Milchgebiss, als auch im bleibenden Gebiss vor. Am häufigsten ist der laterale obere Schneidezahn (Zahn 12 oder Zahn 22) betroffen.

Die Anomalie des Dens invaginatus wird überwiegend nach der Klassifikation von Oehlers vorgenommen.[17]

I. Typ: Die Schmelzeinstülpung endet als blinder Sack in der Zahnkrone.
I. I. Typ: Die Invagination reicht bis in die Zahnwurzel und kann gelegentlich mit der Pulpa kommunizieren.
I. I. I. Typ: Die Invagination endet als zweites Foramen apikale (Eintrittsöffnung der Pulpa am Ende der Zahnwurzel) im Periapikalgewebe oder lateral davon im Parodontalligament.[18]

Sehr selten kann es zur Taurodontie kommen.

Folgen

Im Vordergrund stehen ästhetische Beeinträchtigungen, insbesondere beim Vorkommen eines Dens invaginatus im Frontzahnbereich. Funktionell kann ein solcher Zahn durch die Prädilektionsstelle an der Einstülpung für kariöse Läsionen anfälliger sein. Auf Grund der größeren Ausdehnung des Zahnes kann es zu Durchbruchsstörungen kommen. Systemisch hat diese Anomalie keine weiteren Folgen.

Künstliche Zähne

Farbskala zur Auswahl einer normierten Zahnfarbe für künstliche Zähne

Im Altertum versuchte man Zahnlosigkeit beim Menschen durch Prothesenzähne aus Knochen, Elfenbein, Holz, Kieselsteinen, tierischen oder menschlichen Zähnen zu therapieren.[19] Keramikzähne wurden zur Jahrhundertwende des 18./19. Jahrhunderts entwickelt und hielten sich als Zahnersatz bis 1933, als durch Otto Röhm das Plexiglas (PMMA) erfunden wurde. Seitdem wurden die Kunststoffzähne weiter entwickelt und bestehen aus PMMA oder Komposite. Die industriell verarbeiteten Kunststoffe versuchen bei der Herstellung der Zähne zahlreichen Kriterien gerecht zu werden. Dazu gehören:

Form
Größe
Farbe
Charakterisierung der Farbe
Transluzenz
Abrasionsfestigkeit
Bruchfestigkeit
Okklusionsfläche
Befestigung im Prothesenkunststoff

Im weitesten Sinne gehören zu den künstlichen Zähnen auch künstliche Zahnkronen.

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, auf denen künstliche Zahnkronen oder Prothesenzähne befestigt werden.

Siehe auch

 Portal: Zahnmedizin – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Zahnmedizin
Lumineffekt
Otodentales Syndrom
Ontogenetische Entwicklung der Zähne
Zahnformel
Zahnschema
Zahnaufhellung
Zahnblei
Zahnspange

Literatur

Placido Micheloni: Il mondo dei denti e la sua storia. I–II, Rom 1976/77.
Franz-Viktor Salomon: Zähne. In: Franz-Viktor Salomon u. a. (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. Enke-Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-8304-1007-7, S. 251–264.

Quellen

Detaillierte Grafik des menschlichen Zahnes
Zahnwissen-Lexikon
Die Rolle der Zähne in der Paläontologie von Elke Gröning, Alfred K. Schuster. GeoMuseum der Technischen Universität Clausthal

Weblinks

 Commons: Zähne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Zahn – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Gesunde Zähne – kindergesundheit-info.de: unabhängiges Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Einzelnachweise

↑ Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Aufl., hrsg. von Walther Mitzka, De Gruyter, Berlin/ New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 872.

↑ Dagmar Wodtko u. a.: Nomina im Indogermanischen Lexikon. Winter, Heidelberg 2008, S. 210.

↑ Rüdiger Wehner, Walter Gehring: Zoologie. 23. Auflage. Thieme Verlag, 1995.

↑ Keith L. Moore, E. Lütjen-Drecoll: Embryologie. 3. Auflage. Schattauer Verlag 1990. (Deutsche Übersetzung von The developing Human, Clinically oriented Embryology. 4. Auflage. W. B. Saunders, 1988)

↑ Milton Hildebrand, George E. Goslow: Vergleichende Anatomie der Wirbeltiere. Springer Verlag, 2004, ISBN 3-540-00757-1. (Deutsche Übersetzung von Analysis of Vertebrate Structure. 5. Auflage. John Wiley & Sons)

↑ a b c Jörg Bark: Quantifizierung der Dentin-Abrasion am menschlichen Zahn. (PDF; 2,2 MB) Dissertation. LMU, 2006.

Chemie und Morphologie des Knochens. (PDF; 186 kB) Dissertation. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 2003.

↑ A. Benninghoff, D. Drenckhahn (Hrsg.): Anatomie – Makroskopische Anatomie, Histologie, Embryologie, Zellbiologie. 17., durchgesehene Auflage. Band 1, Urban & Fischer, München/ Jena 2008, S. 607f.

↑ J. R. Strube, M. Stern: Curriculum Prothetik. Band I, Quintessenz Verlag, 2011, ISBN 978-3-86867-026-4, S. 32–33.

↑ L. F. Andrews: The six keys to normal occlusion. In: Am J Orthod. 62, 1972, S. 296–309.

↑ Ärzteverlag, Durchbruchmodus im Wechselgebiss (Memento des Originals vom 9. April 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aerzteverlag.de (PDF; 215 kB)

↑ L. F. Andrews: The straight-wire appliance. Explained and compared. In: J Clin Orthod. 10, 1976, S. 174–195.

↑ 35 Kariesfreie in einem Boot (Memento vom 27. Februar 2009 im Internet Archive)

↑ Ravikran Orgole: Textbook of Oral Medicine, Oral Diagnosis and Oral Radiology, Elsevier Health Sciences, 2014, S. 215

↑ S. K. Kannan, T. P. N. Bharadwaj: Dens in dente (Dens invaginatus). Report of two unilateral and one bilateral case. In: Indian J Dent Res. 14, 2003, S. 125–129.

↑ M. Hülsmann: Dens invaginatus: aetiology, classification, prevalence, diagnosis and treatment considerations. In: Int Endodont J. 30, 1997, S. 79–90.

↑ F. A. C. Oehlers: Dens invaginatus (dilated composite odontome), I: variation of the invagination process and associated anterior crown forms and pathogenesis. In: Oral Surg Oral Med Oral Pathol. 10, 1957, S. 1204–1218.

↑ A. Hintze: Endodontische Behandlung eines Dens invaginatus vom Typ II. (PDF; 111 kB).

↑ R. L. Engelmeier: The history and development of posterior denture teeth – introduction, part I. In: J Prosthodont. 12, 2003, S. 219–226.

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4190486-2 (AKS)

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Dieser Artikel behandelt das Gebäude, die soziale Gruppe und das Ordnungsmodell. Eine Übersicht zu anderen Bedeutungen des Wortes „Haus“ ist unter Haus (Begriffsklärung) zu finden.

Haus in Nordrhein-Westfalen

Haus ist ein Wort, das verschiedene Bedeutungsebenen entwickelt hat:

Haus als Gebäude, in dem Menschen leben oder arbeiten, d. h. ein Wohngebäude oder Geschäftsgebäude,
Haus als soziale Gruppe von Beziehungen, Interaktionen und Zugehörigkeiten,
Haus als Deutungs- und Ordnungsmodell bzw. Ideal mit rechtlich-institutioneller Einbindung und kommunikativer Praxis.[1]

Inhaltsverzeichnis

1 Etymologie

1.1 Namenkunde

2 Haus als Gebäude: Wohnen und Arbeiten
3 Haus als soziale Gruppe
4 Haus als Deutungs- und Ordnungsmodell: rechtlich, institutionell, kommunikativ
5 Literatur
6 Weblinks
7 Einzelnachweise

Etymologie

Das Begriffskonzept „Haus“ hat eine sehr lange Geschichte mit etlichen Bedeutungswandlungen:[2]. Es steht nicht nur für ein physisches Gebäude, sondern zugleich für die sich historisch wandelnde Ordnung einer sozialen Gruppe, d. h. einer Figuration.[3] Beide Bedeutungsinhalte sind deshalb nur sehr bedingt voneinander abgrenzbar – ähnlich wie bei den analogen antiken Begriffskonzepten oikos (griechische Antike) und domus (römische Antike).[4][5]

Das proto-germanische *husa-, im Althochdeutsch hûs heißt „bedeckend“. Es wurzelt in einer sehr alten Form der indogermanischen Grundbedeutung *kuH- bzw. *kudh-to für „abdeckend“, dessen Wurzel auf *keudh zurückgeführt wird. Der ursprüngliche Zusammenhang steht in Verbindung mit Leder oder Haut als Abdeckung für zeltähnliche Gerüste, die im paleolithischen Europa (z. B. in der Siedlung Gönnersdorf) als Unterkunft üblich waren. Es könnte sich daher auch um einen vorindogermanischen Begriff handeln, dessen genauer Weg zum *husa noch einige Fragestellungen aufwirft.[6]
Zu finden ist es u. a. auch in der samischem Kote (nordsamisch goahti oder lulesamisch gåetie), das wiederum dem deutschen und schwedischem Begriff Kate nahe steht. In der weiteren indogermanischen Entwicklung wird es dem s-Stamm zugeordnet, sodass sich daraus das sanskr. sku „bedecken“, das griech. σκευη skeu „Leder-Kleidung, Leder-Rüstung“, σκυτος skytos „Haut, Leder“ oder lat. scûtum der ursprünglich lederbezogene „Schild“ sowie über Abdeckungen von Stroh und Heuschober wiederum zum Begriff Scheune führte. Auf ähnlich verschlungenen Wegen kam es über ein mittelalterliches Kleidungsstück genannt Cotte wieder als Kutte in die deutsche Sprache.[7] Das deutsche Schluss-«s» wird als „Rest eines Mittel oder Werkzeuge andeutenden Suffixes“[2] gedeutet, und hûs steht daher dem althochdeutschen hût nahe, das sich zu den Worten Hütte, (Ob-)Hut/hüten, und Haut ausdifferenziert, und wohl auch dem Hut zugrunde liegt.[8] Erhalten ist diese Bedeutung auch im Gehäuse.

Das Wort bezeichnet in der Folge neben „Gebäude“ zunehmend auch „Wohnstätte“ (vgl. hausen „wohnen“), „Wohnung“ im Sinne Gemach, oder die „Haushaltung“ und das „Gut des Hauses“ (den Hausrat) sowie den Hausstaat, also die „Ehe“[9] und die „Familie“.[10]

Der Begriff erweitert sich folglich auf:

den angestammten Wohnsitz (in „zuhause sein“, „nach Hause kommen“, „Heim“) schon im 6. Jahrhundert,[11] ein Wortsinn, der im 17. Jh. in die Nähe des Begriffs Heimat gerückt ist.[12] Das entspricht schon dem etwa gleich alten -heim in Ortsnamen.
den (ständigen) Wohnsitz („Zuhause“, „daheim“) schon im 9. Jahrhundert[13][14]
die Burg etwa im 12. Jahrhundert[15]
die Familie des Burgherrn, das Adelsgeschlecht[16][17]
weitere spezielle öffentliche Gebäude und deren Personal: Deputiertenversammlungen (Oberhaus, Unterhaus, Hohes Haus), Zunfthaus u. a. oder nur die Menschen darin: Haus für das „Theaterpublikum“[18] oder in Handelshaus[19]
sowie schon got. gudhûs „Gotteshaus“ als Übersetzung des lateinischen templum „Heiliger Bezirk“, das römische Konzept der Hausgötter (siehe Penaten) ersetzend

Mittelhochdeutsch steht verbreitet ausschließlich hûs im sächlichen Geschlecht, plur. hûs und hiuser,[10] neuhochdeutsch diphthongiert das lange «û» im Bairischen zu haus, hauß, von wo es Eingang in die Hochsprache findet, während niederländisch huys, huis bildet, englisch house, die skandinavischen Sprachen behalten hus. Im Hochdeutschen ist es auch apokopiert (Verlust der mittelhochdeutschen Substantivendung «-e»), in „zu Hause“, „im Hause“ hat sich aber ein Rest erhalten. Dieser entspricht der alten Lokativendung, die im Deutschen mit dem Dativ zusammenfällt und bei bestimmten feststehenden Wendungen auch heute noch nicht antiquiert wirkt (vgl. „im Stande, im Bilde, im Grunde, im Zuge“).

Ein traditionelles kurdisches Steinhaus.

Als eigenständiger Begriff[2][20] wird Haus vor allem für Gebäude mit Wohnfunktion gebraucht: „Haus ist ein Gebäude, das Menschen zum Wohnen, als Unterkunft und Beschäftigung dient.“[2] Umgangssprachlich wird das Wort synonym zu Gebäude – ohne Kontext der Nutzung – verwendet (wie in Hochhaus). Haus wird im Deutschen mit verschiedenen Begriffen zur Bezeichnung unterschiedlicher Gebäudetypen oder dem Verwendungszweck verknüpft, zum Beispiel Wohnhaus, Bauernhaus, Parkhaus, Rathaus, Kaufhaus, Krankenhaus, Waisenhaus, Amtshaus, Elefantenhaus, Baumhaus, Gartenhaus etc.

Namenkunde

Orte mit der Namensendung -haus/e/n[21] sind typisch für Siedlungsgründungen im Zuge der fränkischen Landnahme, die im späten 5. bis 7. Jahrhundert stattfand, und den anschließenden Erweiterungen des Frankenreiches auf Bayern, und später Österreich und Sachsen bis zum 9. Jahrhundert, wo sie aber deutlich seltener sind. Namen dieser Art finden sich aber auch in wesentlich späteren Sprachschichten.

Der Name ist im gesamten deutschen Sprachgebiet verbreitet und findet sich auch im Niederländischen und Norwegischen.

Namensvarianten:

Haus
Hausen/-hausen – kann alt sein, und bis ins 5., 6. Jahrhundert zurückgehen, aber bis in die Neuzeit produktiv
Hus(e/n) bzw. -hus(e/n) , meist alt, diese machten die neuhochdeutsche Diphthongierung «u» →«au» nicht mit, und sind im Alemannischen und Niederdeutschen verbreitet, selten Sekundärbildung im Dialekt
Häus(e)l(n) bzw. als Endung, im Oberdeutsch (etwa in Neuhäus(e)l) – meist eine Bildung weniger hohen Alters, sie stehen auch primär zu Haus und Häuser im heutigen Sinne, nicht im fränkisch-bajuwarischen Siedlungskontext, wie Familiennamen auf -häusler zeigen
-house, engl., -house(n), frz., häufig auch für Frankophonierung vormals deutscher Ortsnamen im Sprachgrenzgebiet
huis, huys, nld.

Entsprechungen

Villa, urspr. lat., siehe auch Weiler
Casa ist eine weitere romanische Entsprechung

Haus als Gebäude: Wohnen und Arbeiten

„Hängende Häuser“ in der spanischen Provinz Cuenca

Zugrunde liegt dem Begriff in den namenkundlichen Aspekten immer die Bedeutung „festes Gebäude“, in Abgrenzung zu provisorischen und „windigen“ Bauten. So steht im § 297 des Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches 1812:

„Eben so gehören zu den unbeweglichen Sachen diejenigen,
welche auf Grund und Boden in der Absicht aufgeführt werden, daß sie
stets darauf bleiben sollen, als: Häuser und andere Gebäude …“

Insbesondere äußert sich das in der mittelalterlichen Rechtswendung Haus und Rauch[17] für das heizbare Gebäude, so erhalten in zweierlei Sinne:

im Hammerhaus eines Sensenwerks, Krafthaus (Industrie), Haus als das Taggebäude eines Bergwerks[22], Sudhaus einer Saline, in der bäuerlichen Architektur Backhaus für den „freistehenden Backofen“, Badhaus für die mittelalterliche Sauna des Bauern (das später per Dekret in das Brechelbad für den Flachsanbau umgewandelt wird)
in „Haus“ für das Vorhaus, Flur, was darauf zurückgeht, dass vor der Entwicklung des Kamins (Rauchhaus), aber auch bei vorhandenem Kamin die zentrale Feuerstelle des Hauses im Eingangsbereich angesiedelt ist, und die Räume nur davon abgetrennte Verschläge. Die feste Bauweise der Innenwände („Zimmer“ zu Zimmerei des Blockhauses) entwickelt sich erst später, und in dieser Bauweise sind weiterhin nur Feuerstelle und Rauchfang in Stein „fest“ gebaut. Selbst im gemauerten Haus wird der raumseitige Back- oder Kachelofen anfangs aus dem Flur geheizt.[23] Heute stehen dafür die Redewendungen Haus und Herd oder übertragener Heim und Herd.

Häuser unterscheiden sich nach ihrem Haustyp (z. B. Reihenhaus, Hochhaus, Mehrfamilienhaus, Einfamilienhaus) und häufig auch nach ihrem Energiestandard (z. B. Passivhaus, Niedrigenergiehaus).

Haus als soziale Gruppe

Das Wort Haus bezeichnet in der Vormoderne und teilweise bis heute nicht nur das Gebäude, sondern auch die soziale Gruppe bzw. Figuration der Menschen, die darin zusammen wohnen und arbeiten.[24] Im Mittelalter und bis in die frühe Neuzeit war das Haus die zentrale Institution sozialer Ordnung – mit dem Hausvater als Muntherr auf der Basis der väterlichen Munt bzw. Muntgewalt über Frau, Kinder und Gesinde.

Haus als Deutungs- und Ordnungsmodell: rechtlich, institutionell, kommunikativ

Das Wort Haus, ursprünglich „Schutz“ (wie Gehäuse), dann „Wohnstatt“ (in hausen), heute „Wohngebäude“ ist schon in den Frühzeiten des Schrifttums auch als Rechtsbegriff üblich. Die im Haus (griech. oikia) lebende Gesellschaft ist – entsprechend Aristoteles – auch als alteuropäisches Familienmodell[25] auffassbar.

Das Hausrecht[26] ist ein weltweit übliches Konzept, dass die rechtliche Hoheitsgewalt (die Hausgewalt) über sein Eigentum und Besitz dem Hausherren zusteht, in Unterscheidung zum Kommunalrecht. Das Hausrecht umfasst die Hausgerichtsbarkeit und die Schirmgewalt (das Recht zur Verteidigung). Es ist schon im römischen Recht verankert und findet in der deutschsprachigen Rechtsauffassung auch im germanischen Recht Stütze.

Aus dem Hochmittelalter, als der Hausbegriff auf den Adel übergeht, erhält er sich als Hausgesetz, das sind Rechtsakte, die den Hausstand (die Familie, das Haus) und das nicht entlehnte territoriale Eigentum (die Hausmacht) betreffen.
Beim Übergang auf öffentliche Gebäude geht das Konzept auf die Hausordnung (Regelwerk, das Haus betreffend) über
Der Hausfrieden (Unverletzlichkeit), ähnlich dem historischen Gartenfrieden als besonders schützenswertes Gut, heute ein Grundrecht[11]
Die Hausruhe (Störungsfreiheit)
Das Recht auf Hausverbot (das Recht, „die Tür zu weisen“)
„Hausrecht“ in umgangssprachlichen Sinne als das Privileg, sich bei jemand anderem „wie zuhause“ zu fühlen, geht darauf zurück.

Haus und Hof[27] heißt schon ab dem 12. Jh., spätestens ab dem 15. Jh. auch im rechtlichen Sinne „Wohnhaus und Länderbesitz“,[2] ist also kein Hendiadyoin (Beschreibung mit gleichem), sondern alliterierende Floskel. So findet sich 1227:

„sal sweren, dat he sines huses noch houes nicht ne wete“

– [Er] soll schwören, dass er nicht sein Haus noch Hof betritt[28]

Etwa Ende des 14. Jh. heißt es:

„im an eigen und an hofen … mit … eigen, do meint er acker und huz; daz heissen wir legende eigen; domete daz er spricht hofen, do meint er steende eigen, alzo husere“

– „Ihm an Eigen und an Höfen“ – mit „Eigen“ meint er „Acker und Haus“, das nennen wir liegendes Gut, sagt er „Höfe“, meint er stehendes Gut, also „Häuser“[29]

„Haus“ und „Hof“ tauschen in der Sprachgeschichte ihre Bedeutung in Bezug auf die Liegenschaft aus: Hier steht huz noch für Grundstück, den früheren Begriff Hof, „Acker und Hof“ für Grund und Boden, (Bau-)Grundstück und Flurstück, und hofen, husere für das heutige Haus als Bebauung. Während ursprünglich „Hof“ die Wohnstätte als Konzept bezeichnet, Haus nur die konkreten baulichen Maßnahmen, ist heute Haus das Abstraktum („zuhause“), und Hof nur untergeordneter baulicher Raum (Innenhof, Vorhof).[12][30]

Weitere stehende Wendungen sind:

Haus und Habe steht für Immobilien (Liegenschaft) und Mobilien (Hausrat).
Haus und Herberge für „das Dach über dem Kopf“ und „Unterkunft bieten“, entsprechend dem heutigen Logis in „Kost und Logis“.
Haus und Zehr für Kost und Logis

Literatur

Joachim Eibach, Inken Schmidt-Voges (Hrsg.): Das Haus in der Geschichte Europas. Ein Handbuch. Berlin 2015, ISBN 978-3-11-035898-8.

Weblinks

 Commons: Häuser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Haus – Zitate
 Wiktionary: Haus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
wikihouse.cc/: Open Source Construction Set. 18. Oktober 2011; Bericht dazu: Ruth Rach: Ein Haus zum Ausdrucken. Deutschlandfunk, Corso, 13. Oktober 2011, abgerufen am 18. Oktober 2011
Das Haus als Aushängeschild der Gesellschaft. (Memento vom 11. Februar 2013 im Webarchiv archive.is) Interview mit Platenkamp von der WWU Münster

Einzelnachweise

↑ Inken Schmidt-Voges: Das Haus in der Vormoderne. In: Joachim Eibach, Inken Schmidt-Voges (Hrsg.): Das Haus in der Geschichte Europas. Ein Handbuch. Berlin 2015, S. 1–18.

↑ a b c d e HAUS, n. domus. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Hirzel, Leipzig 1854–1961 (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).

↑ Désirée Waterstradt: Prozess-Soziologie der Elternschaft. Nationsbildung, Figurationsideale und generative Machtarchitektur in Deutschland. Münster 2015.

↑ Andreas Gestrich, Jens-Uwe Krause, Michael Mitterauer: Geschichte der Familie (= Kröners Taschenausgabe. Band 376). Kröner, Stuttgart 2003, ISBN 3-520-37601-6.

↑ Joachim Eibach, Inken Schmidt-Voges (Hrsg.): Das Haus in der Geschichte Europas. Ein Handbuch. Berlin 2015.

↑ Guus Kroonen: Etymological Dictionary of Proto-Germanic. (= Leiden Indo-European etymological dictionary series. 11). Brill, Leiden 2013, ISBN 978-90-04-18340-7, S. 260.

Duden Etymologie – Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. 2. Auflage. Dudenverlag, 1989.

HUT, m. pileus. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Hirzel, Leipzig 1854–1961 (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).

↑ DRW: 1Haus. V. Hausgemeinschaft. zu Haus fangen, kommen: heiraten

↑ a b HÛS, stn. haus, wohnung. In: Georg Friedrich Benecke, Wilhelm Müller, Friedrich Zarncke: Mittelhochdeutsches Wörterbuch. Leipzig 1854–1866. (Nachdruck: S. Hirzel, Stuttgart 1990)

↑ a b DRW: 1Haus. I3f als Stätte von Sicherheit und Frieden.

↑ a b Grimm: HAUS II7)

↑ DRW: 1Haus. III (ständiger) Wohnsitz.

↑ Grimm: HAUS II5)

↑ DRW: 1Haus. I2c eine Burg als ein festes Haus.

↑ Grimm: HAUS II9c)

↑ a b DRW: 1Haus. VI Haushaltung, Hauswirtschaft, Hausvermögen.

↑ Grimm: HAUS II2d)

↑ Grimm: HAUS II2f)

↑ Eintrag 1Haus. In: Deutsches Rechtswörterbuch (DRW), Heidelberger Akademie der Wissenschaften (drw-www.adw.uni-heidelberg.de)

↑ Konrad Kunze: dtv-Atlas Namenkunde. (= dtv-Band. 2490). 1. Auflage. dtv, 1998, ISBN 3-423-03266-9, S. 91.

↑ Grimm: HAUS II2c)

↑ Grimm: HAUS II3)

↑ Inken Schmidt-Voges: Das Haus in der Vormoderne. In: Joachim Eibach, Inken Schmidt-Voges (Hrsg.): Das Haus in der Geschichte Europas. Ein Handbuch. Berlin 2015, S. 1–18.

↑ Paul-Ludwig Weinacht: Aktualität von Klassikern des politischen Denkens. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. 24, 2005, S. 475.

↑ H. Beck, H. Steuer: Haus und Hof in ur- und frühgeschichtlicher Zeit. Göttingen 1997.

↑ E.-W. Böckenförde: Haus und Hof – die Gefährdung. In: Kultur des Eigentums. (= Bibliothek des Eigentums. Band 3). Springer, 2006, ISBN 3-540-33951-5.

↑ Hänselmann: Ottonisches Stadtrecht. In: Urkundenbuch der Stadt Braunschweig. Zitiert nach: DRW: 1Haus. III 1 (ständiger) Wohnsitz. allgemein.

Glosse. In: Das Sächsische Weichbildrecht. Zitiert nach: DRW: 1Haus. I 3 a Einordnung.

HOF, m. area, villa, aula. 3). In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Hirzel, Leipzig 1854–1961 (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).

Normdaten (Sachbegriff):  | | Anmerkung: GND 4023693-6 “nur für Wohngebäude”

Abgerufen von „https://de..org/w/index.php?title=Haus&oldid=185803265“
Kategorien: Bauform (Wohngebäude)SiedlungsgeographieRechtsgeschichteSiedlungsnameGeographie des Mittelalters

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Marketing Marketing als Unternehmensfunktion Vielfalt der Marketing-Definitionen Historische Entwicklung Akademische Einordnung und Teilbereiche des Marketings Marketing-Mix Marketingkonzept Duales Führungskonzept Corporate Identity Marketingthemen im Überblick Navigationsmenü aus Leverkusen

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Der Begriff Marketing oder (deutsch) Absatzwirtschaft bezeichnet zum einen den Unternehmensbereich, dessen Aufgabe (Funktion) es ist, Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten (zum Verkauf anbieten in einer Weise, dass Käufer dieses Angebot als wünschenswert wahrnehmen); zum anderen beschreibt dieser Begriff ein Konzept der ganzheitlichen, marktorientierten Unternehmensführung zur Befriedigung der Bedürfnisse und Erwartungen von Kunden und anderen Interessengruppen (Stakeholder). Damit entwickelt sich das Marketingverständnis von einer operativen Technik zur Beeinflussung der Kaufentscheidung (Marketing-Mix-Instrumente) hin zu einer Führungskonzeption, die andere Funktionen wie zum Beispiel Beschaffung, Produktion, Verwaltung und Personal mit einschließt.[1]

Inhaltsverzeichnis

1 Marketing als Unternehmensfunktion
2 Vielfalt der Marketing-Definitionen

2.1 Aktivitätsorientierte Definition
2.2 Beziehungsorientierte Definition
2.3 Führungsorientierte Definition
2.4 Integrative Marketingdefinition
2.5 Alternative Marketingdefinitionen und deren Entstehungsprozess

3 Historische Entwicklung
4 Akademische Einordnung und Teilbereiche des Marketings
5 Marketing-Mix
6 Marketingkonzept
7 Duales Führungskonzept
8 Corporate Identity

8.1 Innenwirkung
8.2 Außenwirkung

9 Marketingthemen im Überblick

9.1 Geläufige Erweiterung um wichtige benachbarte Funktionen
9.2 Marketingausrichtungen
9.3 Neuere Forschungsrichtungen

10 Siehe auch
11 Literatur
12 Weblinks
13 Einzelnachweise

Marketing als Unternehmensfunktion

Abbildung: Marketing im Zusammenhang mit den anderen Unternehmensfunktionen

In der Betriebswirtschaftslehre ist das Marketing ein Teil des unternehmerischen Gesamtprozesses. Dies beginnt mit der Planung eines Konzeptes, worauf der Einkauf von Rohstoffen und Vorprodukten (Vorleistungen) folgt, führt weiter zur Produktion (Erstellung von Gütern oder Dienstleistungen) und endet mit der Vermarktung (Marketing bzw. Vertrieb) der erstellten betrieblichen Leistungen. Hinzu kommen unterstützende Prozesse wie zum Beispiel Innovation, Finanzierung, Verwaltung oder Personalwirtschaft. Die Teilprozesse werden auch als betriebliche oder unternehmerische Funktionen bezeichnet. Damit alle Prozesse möglichst reibungslos funktionieren, bedarf es der Managementfunktionen. Dazu gehören Planung (einschließlich Zielsetzung), Organisation, Führung und Kontrolle (Erfolgs- und Fortschrittskontrolle) im Hinblick auf die Zielsetzung.[2] Den Marketingprozess selbst kann man als Marketingplan darstellen: (1) Erkennen von Chancen durch die Markt-, Kunden- und Wettbewerbsanalyse einschließlich Marktforschung, (2) Festlegung von Zielen, die sicherstellen, dass die investierten Mittel zurückfließen, (3) Auswahl geeigneter Strategien zur Zielerreichung, (4) Umsetzung der Strategie mit dem Marketing-Mix und schließlich (5) Erfolgskontrolle des gesamten Prozesses und aller getroffenen Entscheidungen. Das Thema Marketing bekam in der Wissenschaft und in der Praxis eine große Bedeutung mit dem Wandel von der kriegsbedingten Mangelwirtschaft (Nachfrage ist größer als das Angebot) hin zur sogenannten Überflussgesellschaft (Angebot ist größer als die Nachfrage) seit Mitte der 1950er Jahre. Dieser Trend war von einem verstärkten Wettbewerb um Kunden begleitet und wurde durch die beiden Ölkrisen der 1970er Jahre verstärkt. Beispielsweise erfolgte im Jahr 1969 die Gründung des ersten Marketinglehrstuhls (Heribert Meffert) in Deutschland. Seither gilt das Marketing als zentraler Erfolgsfaktor für die langfristige „Überlebensfähigkeit“ von Unternehmen im Wettbewerb (Dominanz der Marketingfunktion).[3] Die nebenstehende Grafik soll den Zusammenhang zwischen Marketing und den anderen Unternehmensfunktionen veranschaulichen.

Vielfalt der Marketing-Definitionen

Zielgruppengenaues Marketing vor einem Fleischereifachgeschäft in Marburg

Marketing wird je nach Betrachtungsperspektive unterschiedlich definiert. Christian Homburg und Harley Krohmer führen bei der Bestimmung des Marketingbegriffs die drei zentralen historischen Marketingdefinitionen zu einer integrativen Marketingdefinition zusammen:

Aktivitätsorientierte Definition

Eine aktivitätsorientierte Marketingdefinition versteht Marketing im Kern als ein Bündel marktgerichteter Unternehmensaktivitäten. Allgemeiner gefasst kann man in diesem Zusammenhang Marketing als einen Prozess der Planung und Durchführung des Konzeptes, des Preismanagements, der Werbeaktivitäten und des Vertriebs von Ideen, Gütern und Dienstleistungen, mit dem Zweck einen Austausch zu erreichen, der die Wünsche von Individuen und Organisationen befriedigt, bezeichnen. Die aktivitätsorientierte Definition entstand in den 1970er Jahren und wurde sehr stark durch die Entwicklung und Betonung des Marketing-Mix geprägt.

Beziehungsorientierte Definition

Die beziehungsorientierte Marketingdefinition legt den Schwerpunkt auf die Zielsetzung des Marketings, Kundenbeziehungen aufzubauen, zu erhalten und zu stärken, und zwar mithilfe von gegenseitigem Austausch und der Erfüllung von Versprechen (und somit dem Aufbau von Vertrauen). Die beziehungsorientierte Definition ersetzt jedoch keineswegs die aktivitätsorientierte Definition, sondern wirkt in Ergänzung zu ihr. Entstanden ist sie Ende der 1980er Jahre im Zusammenhang mit Relationship Marketing, die damals die Fokussierung auf die einzelnen Transaktionen mit dem Kunden zugunsten der Fokussierung auf die nachhaltigen Beziehungen mit dem Kunden ablöste.

Führungsorientierte Definition

Die führungsorientierte Marketingdefinition sieht Marketing als „bewusst marktorientierte Führung des gesamten Unternehmens [oder auch als] marktorientiertes Entscheidungsverhalten in der Unternehmung“ (.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}Meffert, 2000). Wichtig sind bei dieser Definition insbesondere die unternehmensinternen Rahmenbedingungen, die die Ausrichtung der Unternehmensaktivitäten am Markt maßgeblich prägen; somit beinhaltet diese Definition sowohl das Konzept des Marketing-Mix, Aspekte der Marktimplementierung, den Gedanken der marktorientierten Unternehmensführung und des Relationship Marketing, was erklärt, wieso diese Definition als Ergänzung zu den beiden erstgenannten gesehen wird. Entwickelt wurde die führungsorientierte Definition in den 1980er Jahren, wonach sie jedoch erst in den 1990er Jahren eine wissenschaftliche Durchdringung erfahren hat.

Integrative Marketingdefinition

Die integrative Marketingdefinition von Homburg/Krohmer sieht Marketing als ein Konzept, das im Wesentlichen zwei Facetten hat, eine unternehmensinterne und eine unternehmensexterne:

Die unternehmensexterne Facette sieht dabei Marketing als die Konzeption und Durchführung marktbezogener Aktivitäten eines Anbieters bezüglich (potenzieller) Nachfrager seiner Produkte. Solche marktbezogenen Aktivitäten beinhalten in diesem Kontext sowohl die systematische Informationsgewinnung über Marktgegebenheiten als auch die Gestaltung des Marketing-Mix.
Für die unternehmensinterne Facette wiederum besteht Marketing aus der Schaffung der Voraussetzungen im Unternehmen für die Durchführung der marktbezogenen Aktivitäten. Dies beinhaltet insbesondere die Führung des Unternehmens nach der Leitidee der Marktorientierung.

Beide Ansatzpunkte des Marketings zielen hierbei auf die optimale Gestaltung von Kundenbeziehungen im Sinne der Ziele des Unternehmens ab.

Alternative Marketingdefinitionen und deren Entstehungsprozess

Philip Kotler, amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Professor für Marketing an der Kellogg School of Management der Northwestern University, definiert Marketing wie folgt:

„Marketing ist ein Prozess im Wirtschafts- und Sozialgefüge, durch den Einzelpersonen und Gruppen ihre Bedürfnisse und Wünsche befriedigen, indem sie Produkte und andere Dinge von Wert erstellen, anbieten und miteinander austauschen.“

Eine über die funktionale Perspektive hinausgehende Definition versteht darunter die kunden- und marktorientierte Unternehmensführung zur Erreichung der Unternehmensziele.

„Marketing ist die konzeptionelle, bewusst marktorientierte Unternehmensführung, die sämtliche Unternehmensaktivitäten an den Bedürfnissen gegenwärtiger und potentieller Kunden ausrichtet, um die Unternehmensziele zu erreichen.“[4]

In neueren Publikationen wird Marketing beispielsweise als Management komparativer Konkurrenzvorteile unter Nutzung der Marketinginstrumente verstanden.

2004 ist die American Marketing Association (AMA) dazu übergegangen, ihre 20 Jahre alte Definition zu modernisieren und vom Postulat einer unidirektionalen Promotion zum dialogorientierten Begriff des Kundenbeziehungsmanagements zu wechseln. Im Hinblick auf die neu hervorgehobene Konsumentenzentrierung wurden nicht nur die Interessen des Unternehmens, sondern die Interessen sämtlicher Stakeholder als Ziel des Marketingprozesses fokussiert. Damit zieht in die allgemeine Lehrmeinung der von den Investitionsgüteranbietern propagierte übergreifende Ansatz ein. So wird Marketing als „organisierende Funktion und Prozessbündel gesehen, um Werte auf eine Art und Weise für Kunden und Kundenbeziehungen zu schaffen, kommunizieren und bereitzustellen, sodass die Organisation und ihre Stakeholder davon profitieren“. Eine neuere Definition der AMA vom Oktober 2007 lautet: “Marketing is the activity, set of institutions, and processes for creating, communicating, delivering, and exchanging offerings that have value for customers, clients, partners, and society at large.”

Viele Marketingwissenschaftler sehen Marketing als eine im Kern unternehmerische Denkhaltung. Demnach kann „Marketing als Ausdruck eines marktorientierten unternehmerischen Denkstils gesehen werden, der sich durch schöpferische, systematische und zuweilen auch aggressive Note auszeichnet.“[5]

In der Vision des Deutschen Marketing-Verbandes wird Marketing „als eine marktorientierte Unternehmensführung verstanden, die alle relevanten Unternehmensaktivitäten auf die Wünsche und Bedürfnisse von Anspruchsgruppen ausrichtet.[6]“

Einem aktiven Marketing kommt besonders bei Käufermärkten, d. h. Märkte mit einem deutlichen Angebotsüberhang, mit der Bedingung Angebot zu Nachfrage im Gegensatz zur Orientierung an früher verfolgten rein unternehmensinternen Zielen und Gegebenheiten wie Produktionskapazitäten eine erhöhte Bedeutung zu.

Den Besonderheiten des Handels entsprechend hat Schenk für das Handelsmarketing einen über die bloße Kundenorientierung hinausgehenden Vier-Märkte-Ansatz entwickelt: „Für das Handelsmarketing sind die Handelsbetriebe Subjekte eigener Marketingstrategien und -taktiken, und zwar nicht nur in der Ausrichtung auf Absatzmärkte, sondern auf alle vier Märkte des Handelsbetriebs (Absatzmarkt, Beschaffungsmarkt, Konkurrenzmarkt, interner Markt).[7]“

Auch außerhalb der Unternehmenswelt nutzen mittlerweile Non-Profit-Organisationen („Non-Profit-Marketing“) Marketingtechniken. Letztlich erscheint eine exakte Definition oder Abgrenzung des Marketing-Begriffs für die BWL nicht notwendig, solange es einen grundlegenden Konsens über die wichtigsten Aufgaben des Marketing in Literatur und Praxis gibt.[8]

Historische Entwicklung

Der Begriff „Marketing“ wurde erstmals zwischen 1905 und 1920 an US-amerikanischen Universitäten verwendet. In Deutschland organisierte Ludwig Erhard 1935 im Namen der Nürnberger Handelshochschule, als wissenschaftlicher Assistent von Wilhelm Vershofen, das erste Marketing-Seminar Deutschlands. Damals als „Absatzwirtschaftlicher Kurs“ bezeichnet, war dies ein Grundstein für den NAA e. V. (Nürnberger Akademie für Absatzwirtschaft) und den GfK e. V. Aus diesen entstanden später die NAA GmbH und die Gesellschaft für Konsumforschung.

Eine Ausnahme bildet die Untersuchung von Stackelbergs aus dem Jahre 1939: Im Gegensatz zur damals vorherrschenden Preistheorie, die von Preis und Menge als alleinige Aktionsparameter von Unternehmungen ausgeht, berücksichtigte er erstmals Qualitätsvariationen und Vertriebspolitik. Die Geburtsstunde des Marketings kam in Deutschland mit der Erfindung des Backpulvers 1893 durch Oetker. Durch Massenwerbung wurde dem Privatkunden erstmals ein Produkt angeboten, das ihm eine Arbeitserleichterung verschaffte – von dem er aber bis dahin nicht gewusst hatte, dass er es überhaupt brauchte. Da die Weiterentwicklung durch Erfindungen neuer Produktvarianten weiter voranschritt, reicht der Erfolg des Angebots bis in die Gegenwart hinein. Auf universitärer Ebene entwickelte sich Marketing Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre durch den Aufbau des ersten Instituts für Marketing durch Heribert Meffert an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster (Westfalen).

Die Einführung des heutigen Marketingbegriffes wurde vom Wandel der Absatzmärkte begleitet, weg vom Verkäufermarkt, in dem der Verkäufer aufgrund des Mangels an Gütern und Dienstleistungen Preise und Konditionen weitgehend bestimmen kann, hin zu einem Käufermarkt, in dem die Vielzahl an Wettbewerbern immer mehr Kunden die Wahl ermöglicht, ob sie das Angebot überhaupt annehmen.

Manfred Bruhn beschreibt, insbesondere für Deutschland, folgende Entwicklungsstufen des Marketings:[9]

Produktionsorientierung in den 1950ern (reine Produktion; aufgrund enormer Nachfrage in der Nachkriegszeit)
Verkaufsorientierung in den 1960ern (von der Produktion zum Vertrieb)
Marktorientierung in den 1970ern (Marktsegmentierung; Spezialisierung auf einzelne Bedürfnisse)
Wettbewerbsorientierung in den 1980ern (Betonung von Alleinstellungsmerkmalen)
Umfeldorientierung in den 1990ern (Reaktion auf ökologische, politische, technologische oder gesellschaftliche Veränderungen)
Dialogorientierung ab 2000 (interaktive Ausrichtung der Kommunikation durch Internet, E-Mails)
Netzwerkorientierung ab 2010 (Web 2.0, soziale Netzwerke, Word-of-Mouth)

Eine ähnliche Einteilung nehmen Jean-Paul Thommen und Ann-Kristin Achleitner für die (weltweite) historische Entwicklung vor:[10]

Customer Relationship Managements
Marktorientierung
Produktionsorientierung
Umweltorientierung
Verkaufsorientierung

Akademische Einordnung und Teilbereiche des Marketings

Akademisch ist das Marketing im Bereich der speziellen BWL anzusiedeln, wobei der Marketingteilbereich Marketing-Management z. B. an der Universität Hamburg auch als Absatz bezeichnet wird und zur allgemeinen BWL gehört.

Marketing-Management (Marketingmanagement) bzw. Absatz als Teilbereich der ABWL
Sales Management
Social Networks and Marketing Communication
Psychologische Theorien im Marketing
Empirische Forschungsmethoden / Angewandte empirische Forschungsmethoden
E-Business
Medienmanagement

Interdisziplinarität findet besonders in Kombination mit (Teildisziplinen aus) Psychologie, Medienwissenschaft und Mathematik statt.

Marketing-Mix

Hauptartikel: Marketing-Mix

Der Marketing-Mix gilt als die einfachste und zugleich wirksamste Kombination von „Werkzeugen“ oder „Instrumenten“ zur praktischen Umsetzung von Marketingplänen in Unternehmen oder Non-Profit-Organisationen. Diese Tatsachen erklären die große Beliebtheit des Marketing-Mix in Theorie und Praxis.[11] Im Jahr 1964 schlug Neil Borden zwölf Instrumente vor. Diese hat dann Jerome McCarthy zu vier Gruppen, den berühmten vier Ps, zusammengefasst. Es sind:

Product (Produktpolitik)
Price (Preispolitik)
Promotion (Kommunikationspolitik)
Place (Distributions- bzw. Vertriebspolitik)

Die wichtigste Aufgabe der Produktpolitik ist es, die konkreten Produktmerkmale wie zum Beispiel Qualität, Service, Technik-Niveau (im Bereich des Marketing meist „Technologie“ genannt), Design und Zuverlässigkeit so zu gestalten, dass diese in der subjektiven Wahrnehmung der Zielgruppe attraktiv erscheinen. Dazu muss die Preispolitik herausfinden, welchen Preis die Kunden bereit sind, für diese Produktmerkmale zu zahlen. Es geht also bei diesen beiden Instrumenten des Marketing-Mix um das in den Augen der Kunden im Vergleich zum Wettbewerb attraktivste Preis-Leistungs-Verhältnis. Zur Preispolitik gehört auch die Gestaltung der Liefer- und Zahlungsbedingungen (Rabatte, Boni, Skonti, Preisnachlässe etc.). Die wichtigste Aufgabe der Kommunikationspolitik ist es, die Kunden über das eigene Angebot zu informieren und deren Kaufentscheidung zu beeinflussen. Dies erfolgt im Rahmen des sogenannten Kommunikationsmix. Dieses ist so zu gestalten, dass es die angestrebte Wirkung (Information und Überzeugung) mit möglichst geringen Kosten erzielt. Bei der Distributionspolitik geht es um die effiziente Gestaltung aller Aktivitäten auf dem Weg eines Produktes oder einer Dienstleistung vom Anbieter zum Kunden oder Anwender.[12] Dabei unterscheidet man zwischen einer logistischen (Transport und Lagerhaltung) sowie einer akquisitorischen (Gewinnung und Bindung von Kunden) Distribution. Nach zeitgemäßem Marketingverständnis spricht man nicht mehr von Distributions-, sondern von Vertriebspolitik.[13] Die primäre Aufgabe der Vertriebspolitik ist die effiziente Gestaltung der Vertriebsstrategie und des Vertriebsprozesses einschließlich Auswahl und Qualifizierung des Personals zur Förderung der Vertriebskompetenz.[14]

Marketingkonzept

Angesichts des rasanten sozialen und kulturellen Wandels soll ein Marketingkonzept nach Philip Kotler eine Antwort auf die Frage geben, welcher Philosophie das Marketing eines Unternehmens folgen soll.[15] Das Marketingkonzept der Unternehmensführung entstand nach Kotler in den 1950er Jahren. Demnach ist der Unternehmenserfolg in erster Linie von der Markt- und Kundenorientierung abhängig. Bei den historisch vorausgegangenen Perioden der Preis- und Produktorientierung ging es in erster Linie um die kostengünstige Massenfertigung preisgünstiger Produkte, die sich in einer Mangelwirtschaft, bei der die Nachfrage größer ist als das Angebot, quasi von selbst verkauften. Dagegen gilt in einer sogenannten Überflussgesellschaft (Angebot ist größer als die Nachfrage):

“The marketing concept holds that the key to achieving organizational goals is being more effective than competitors in creating, delivering, and communicating superior customer value to your chosen target markets.”

„Das Marketingkonzept erhebt den Anspruch, dass es der Schlüssel zum Erreichen von Unternehmenszielen ist, effektiver als Mitbewerber in der Produktion, Lieferung und Kommunikation des eigenen Angebotes gegenüber den ausgewählten Zielmärkten zu sein.“

– Philip Kotler[15]

Und das sei nur möglich durch einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem sämtliche Unternehmensfunktionen auf das Ziel der Markt- und Kundenorientierung ausgerichtet werden (ganzheitliches Marketingkonzept). Die weitere Entwicklung eines Marketingkonzeptes führt zum Relationship Marketing, dessen primäres Ziel darin besteht, über langfristige und feste Kundenbeziehungen eine Markenprägung aufzubauen.[15]

Duales Führungskonzept

Unterschiedliche Auffassungen gibt es darüber, an welcher Stelle einer betrieblichen Struktur der Unternehmensbereich Marketing zu sehen ist. Das so genannte duale Führungskonzept zeigt, dass Marketing zwei grundlegende Funktionen hat:

neben anderen Funktionen wie zum Beispiel Einkauf und Produktion auf einer hierarchischen Stufe,
in der Unternehmensleitung

Das Marketing ist also nicht nur einer von vielen Unternehmenszweigen. Marketing als marktorientierte Unternehmensführung kommt im Zeitalter der Globalisierung höhere Bedeutung zu.

Es existieren mehrere Interpretationen des Marketing-Begriffs. So kann Marketing als gleichberechtigte Linieninstanz verstanden werden, die die Planung, Koordination und Kontrolle aller auf die Absatzmärkte gerichteten Unternehmensaktivitäten beinhaltet.

Marketing kann auch als Unternehmensphilosophie interpretiert werden. Dabei beinhaltet Marketing die bewusst marktorientierte Führung des gesamten Unternehmens. Diese Interpretation weitet die Marktorientierung auf alle Personen und Funktionen aus, die den Erfolg eines Unternehmens auf dem Absatzmarkt beeinflussen.

Die gleichzeitige Betrachtung beider Interpretationen, d. h. Marketing als gleichberechtigte Linieninstanz und als Unternehmensphilosophie, wird auch als „duales Führungskonzept“ bezeichnet.

Corporate Identity

Eine bedeutende Fragestellung im strategischen Marketing ist: Wie präsentiert sich ein Unternehmen als Ganzes gegenüber der Außenwelt und nach innen gegenüber den Mitarbeitern? Dazu wurde in den 80er Jahren das Konzept der Unternehmensidentität entwickelt. Die Corporate Identity (CI, Unternehmensidentität) mit ihren drei Teilaspekten Corporate Communication (CC), Corporate Design (CD) und Corporate Behaviour (CB) entwickelt systematisch ein einheitliches, prägnantes Erscheinungsbild des Unternehmens mit Außen- und Innenwirkung.

Innenwirkung

Mitarbeiter identifizieren sich mit ihrem Unternehmen. Es entsteht ein Wir-Gefühl: der Mitarbeiter eines Fahrzeugherstellers fährt idealerweise ein Auto seines Unternehmens und kein Konkurrenzprodukt.

Außenwirkung

Das Unternehmen wird nach außen einheitlich präsentiert. Dazu gehören operativ die Geschäftsausstattung mit Logo, Farbgebung, Typografie und Layoutvorgaben (Corporate Design) sowie eine strategisch als geschlossen wahrnehmbare Kommunikationspolitik, mit der die anderen Elemente des Marketing-Mix den Marktteilnehmern zugänglich gemacht werden.

Die kommunizierte Zusammengehörigkeit (Corporate Behaviour), die im Zusammenhang mit den anderen Bestandteilen der CI eine schlüssige und widerspruchsfreie Ausrichtung der Verhaltensweisen einer Organisation nach innen und außen darstellt, führt zu einer eindeutigen und unverwechselbaren Marktpräsenz. Wenn die CI stimmig ist, erscheint das Unternehmen glaubwürdiger.

Siehe auch: Werbung und Kommunikationspolitik

Marketingthemen im Überblick

Geläufige Erweiterung um wichtige benachbarte Funktionen

Marktforschung und Meinungsforschung
Engpasskonzentrierte Strategie[16]
Balanced Scorecard
Qualitätsmanagement
Controlling in der Spezialisierungsform Marketingcontrolling / Markttest (Controlling)
Brand Management (Markenführung)
Mitarbeitermanagement, Ausstattung- und Prozesspolitik im Dienstleistungsbereich

Marketingausrichtungen

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen dem auf den Vertrieb der erstellten Leistungen bezogenen Absatzmarketing und dem Beschaffungsmarketing, das sich gezielt mit den auf Lieferanten bzw. Zulieferer gerichteten Aktivitäten befasst.

Den Besonderheiten der Handelsunternehmen, die (nach Schenk) typischerweise vier Märkte gestalten – Absatz-, Beschaffungs-, Konkurrenz- und interne Märkte[17] –, widmet sich das Handelsmarketing als eigenständiger Forschungszweig. Entsprechend tritt für Handelsunternehmen an die Stelle des ursprünglich industriellen Konzepts der marktorientierten Unternehmensführung das Konzept der an vier Märkten orientierten Unternehmensführung.

Zu den vielfältigen Marketingausrichtungen zählen u. a.:

Handelsmarketing (eigenständiges Marketing von Handelsunternehmen)
Dienstleistungsmarketing
Direktmarketing
Sensorisches Marketing
Geomarketing
Ethno-Marketing
Gender-Marketing
Interactive Branding
Investitionsgütermarketing (B2B Business-to-Business)
Konsumgütermarketing (B2C Business-to-Consumer)
Local Branding
Stadtmarketing
Gesundheitsmarketing
Guerilla-Marketing
Eventmarketing
Visual Marketing
Social Marketing
Technologiemarketing
Online-Marketing
Produktplatzierung
Push-Pull-Strategie

Daneben existieren spezielle Ausrichtungen, die nicht direkt den klassischen Marketingausrichtungen zugeordnet werden, da sie nicht direkt einer Leistungserstellung und -vermarktung zuzuordnen sind:

Marketing nach innen (im Rahmen der Corporate Identity)
Non-Profit-Marketing (Politikmarketing)

Neuere Forschungsrichtungen

Consumer Neuroscience verbindet Theorien der Neurowissenschaften mit Marktforschung.
Verzahnung der Neuen Institutionenökonomie mit verhaltenswissenschaftlichen Ansätzen.

Siehe auch

Diversity Marketing
Fachkaufmann für Marketing
Kommunikationswirt
Marketinggesellschaft
Marketingkooperation
Medienmarketing, Immobilienmarketing, Kirchenmarketing
Strategische Marketing-Planung
Vertriebsprozess
Marketingprozess

Literatur

Mirko Düssel: Handbuch Marketingpraxis – Von der Analyse zur Strategie, Ausarbeitung der Taktik, Steuerung und Umsetzung in der Praxis. Cornelsen, Berlin 2006, ISBN 978-3-589-23664-0
Franz-Rudolf Esch, Andreas Herrmann, Henrik Sattler: Marketing – Eine managementorientierte Einführung. 2. Auflage. Vahlen Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8006-3488-0.
Otto Walter Haseloff: Marketing für Innovationen. Ausbreitung, Akzeptierung und strategische Durchsetzung des Neuen in Wirtschaft und Gesellschaft. Verlag Auditorium, Saveso 1989, ISBN 3-905120-13-5
Christian Homburg, Harley Krohmer: Marketingmanagement. 2. Auflage. Gabler Verlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-8349-0289-4.
Philip Kotler, Kevin Lane Keller, Friedhelm Bliemel: Marketing-Management – Strategien für wertschaffendes Handeln. 12. Auflage. Pearson Studium, München 2007, ISBN 978-3-8273-7229-1.
Heribert Meffert, Christoph Burmann, Manfred Kirchgeorg: Marketing. 10. Auflage. Gabler Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-409-69018-8.
Florian Kraus: Der Transfer der Marktorientierung über Hierarchieebenen – Eine empirische Mehrebenenuntersuchung. Gabler Verlag, Wiesbaden 2008.
Philip Kotler, Gary Armstrong, Veronica Wong, John Saunders: Grundlagen des Marketing. 5. Auflage. Pearson Studium, München 2010, ISBN 978-3-86894-014-5.

Weblinks

 Wiktionary: Marketing – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Marketing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Marketing – Zitate

Einzelnachweise

↑ Meffert entwickelt diese Definition aus 15 verschiedenen Vorschlägen als Synthese. H. Meffert u. a.: Marketing. 10. Auflage, Wiesbaden 2008, S. 10 ff.

↑ H. Schierenbeck: Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre. 17. Auflage. München 2008, S. 231 ff.

↑ W. Pelz: Strategisches und Operatives Marketing. Norderstedt 2004, S. 3 ff.

↑ Peter Runia, Frank Wahl, Olaf Geyer, Christian Thewißen: Marketing. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2005, S. 4.

↑ Vgl. Nieschlag, Dichtl, Hörschgen (1985); zitiert von Peter Winkelmann.

Wir über uns. Deutscher Marketingverband; abgerufen am 12. Dezember 2008; zitiert nach Franz-Rudolf Esch.

↑ Hans-Otto Schenk: Marktwirtschaftslehre des Handels. Wiesbaden 1991, S. 201.

↑ Rainer Olbrich: Marketing: Eine Einführung in die marktorientierte Unternehmensführung. 2. Auflage. Springer, 2009, ISBN 3-540-23577-9, S. 12.

↑ Manfred Bruhn: Integrierte Unternehmens- und Markenkommunikation: Strategische Planung und operative Umsetzung. 5. Auflage. Schäffer Pöschel, ISBN 978-3-7910-2878-1, S. 5–7.

↑ Jean-Paul Thommen, Ann-Kristin Achleitner: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. 6. Auflage. Gabler, Wiesbaden 2009, S. 131–132.

↑ B.P. Shapiro: Rejuvenatin the Marketing Mix. In: Harvard Business Review, September-October 1985, S. 4

↑ W. Pelz: Strategisches und Operatives Marketing, Ein Leitfaden zur Erstellung eines professionellen Marketing-Plans. Norderstedt 2004, S. 80 ff.

↑ C. Homburg, H. Krohmer: Marketingmanagement. 3. Auflage. Wiesbaden 2009, S. 829.

↑ P. Kotler, K. Keller: Marketing Management. 13. Auflage. Prentice-Hall, Upper Saddle River 2009, S. 415 f. und 556 f.

↑ a b c P. Kotler, K.L. Keller: Marketing Management. 13th edition. Upper Saddle NJ 2009, S. 18 f.

↑ Herbert Gross: Die Chancen ändern sich. Düsseldorf / Wien 1976.

↑ Hans-Otto Schenk: Marktwirtschaftslehre des Handels. Wiesbaden 1991, S. 199–210.

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4037589-4 (AKS)

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Kategorien: MarketingArbeits- und OrganisationspsychologieMarktpsychologieCorporate Identity

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Der Procurator aus Jost Ammans Ständebuch (1568)
Anwälte aus der Sicht von Honoré Daumier

Rechtsanwalt (in der Schweiz je nach Kanton auch Advokat, Fürsprecher und Fürsprech genannt; von germ. rehta, althochdeutsch reht: „richten“, anawalt: „Gewalt“) ist eine Berufsbezeichnung für einen juristischen Beistand. Er gehört mit den Patentanwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern und (teilweise) den Notaren zu den rechts- und wirtschaftsberatenden Freien Berufen. Mit allen Fragen rund um den Beruf des Rechtsanwalts befasst sich – seit 1988 in Deutschland auch institutionell – das Anwaltsrecht. Von einem „Titularanwalt“ spricht man bei zugelassenen Rechtsanwälten, die keine Mandate übernehmen. Sie führen die Berufsbezeichnung häufig aus Imagegründen oder um Mitglied in einem Rechtsanwaltsversorgungswerk werden zu können und dort Altersversorgungsansprüche zu erwerben. Außerdem gestattet § 17 Absatz 2 der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) der zuständigen Rechtsanwaltskammer, einem Anwalt, der wegen hohen Alters oder Gebrechen auf die Zulassung verzichtet, die Erlaubnis zu erteilen, sich weiterhin Rechtsanwalt zu nennen.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte

1.1 Sachsenspiegel, Schwabenspiegel
1.2 Neuzeit

2 Aufgaben
3 Rechtsanwältinnen
4 Zulassung, Einstiegsgehälter und Mitgliederstatistik
5 Berufsrecht
6 Fachanwalt
7 Anwaltsnotar
8 Anwaltsmediator
9 Syndikus
10 Vergütung
11 Einkommen

11.1 Angestellte Vollzeit-Rechtsanwälte
11.2 Selbstständige Vollzeit-Rechtsanwälte

12 Sozietäten und andere Berufsausübungsgemeinschaften
13 Deutscher Anwaltverein
14 Anwaltshaftung
15 Ausländische Rechtsanwälte in Deutschland
16 Siehe auch
17 Literatur
18 Weblinks
19 Einzelnachweise

Geschichte

Lysias (ca. * 445 – † 380 v. Chr.), bekannter griechischer Logograph

Im antiken Athen hatte eine Prozesspartei ihre Sache vor Gericht mit zwei Plädoyers zu vertreten. Es war dabei einem Freund oder Verwandten gestattet, eine dieser Parteien als „Fürsprech“ oder Synegor (altgriechisch συνήγορος synēgoros) zu unterstützen. Wer professionelle Hilfe suchte, konnte den Fall einem Logographen schildern. Der Logograph verfasste dann eine Rede, welche die Prozesspartei auswendig lernte und vor Gericht vortrug. Die Logographen unterschieden sich von den Synegoren dadurch, dass sich ihre Aufgabe auf das Verfassen des Plädoyers beschränkte und sie gegen Entlohnung tätig wurden, was den Synegoren verboten war. Rechtsanwälte im heutigen Sinne gab es nicht.[1]
Der Rhetorik kam im demokratischen Athen des vierten Jahrhunderts v. Chr. eine herausragende Bedeutung zu, insbesondere in der Volksversammlung und bei den Gerichten, die mit durch Los bestimmten Laienrichtern besetzt waren. Es gab zahlreiche Rhetoriklehrer, und Rhetorikhandbücher kamen auf. Der griechische Philosoph Aristoteles unterschied Rhetorik in drei Gattungen:

Gerichtsrede (gr. γένος δικανικόν (génos dikanikón), lat. genus iudiciale)
Beratungsrede; politische Entscheidungsrede (gr. γένος συμβουλευτικόν (génos symbouleutikón), lat. genus deliberativum)
Lob- und Festrede (gr. γένος ἐπιδεικτικόν (génos epideiktikón), lat. genus demonstrativum oder genus laudativum)

Er definierte Rhetorik als „Fähigkeit, bei jeder Sache das möglicherweise Überzeugende (pithanon) zu betrachten“. An den zeitgenössischen Rhetoriklehrern kritisierte schon Aristoteles, dass sie die Argumentation vernachlässigten und ausschließlich auf Emotionserregung abzielten, etwa durch Verhaltensweisen wie Jammern oder Mitbringen der Familie zur Gerichtsverhandlung, wodurch ein sachbezogenes Urteil der Richter verhindert werde.[2] Ein eindrucksvolles Zeugnis, wie Rhetorik und juristische Argumente aber auch zusammenspielen konnten, findet sich in den Reden von Demosthenes[3] und Aischines[4] im Prozessbericht zu Über den Ehrenkranz.

Da es nicht jedem lag, die richtigen Worte bei Gericht zu finden, kam es später aber zu Berufsrednern die auch bei Gericht sprechen durften, deren Rechtskenntnis aber zweitrangig war. Vielmehr mussten sie zur Beeinflussung der Entscheidung des Richters nur allgemein die Kunst der Rhetorik beherrschen.

Der römische Kaiser Augustus verlieh einzelnen Juristen das Recht Rechtsgutachten oder Responsien zu erteilen. Es kann angenommen werden, dass diese mit höchsten Weihen versehenen Gutachten Urteilscharakter aufwiesen und den entsprechenden Juristen daher eine sehr große beinahe legislative Kompetenz zustand. Zum ersten Mal wurden Juristen zu einer anerkannten und geschützten, staatlich kontrollierten sozial einheitlich organisierten Berufsgruppe. Vorher als reine Privatpersonen frei davon, konnte der Princeps nun auch eingreifen und regulieren.[5] Bei Schwurgerichten, vor denen mit der Popularklage jeder Bürger anklagen konnte, war es dem Angeklagten erlaubt Advocati (ähnlich Anwälten aber nicht Advokaten) für sich auftreten zu lassen.[6] Als Tätigkeitsbereich kam neben den Beisitzern bei Gericht (Assessores) und der Tätigkeit des Respondierjuristen, die Tätigkeit des Redners vor Gericht in Betracht. Diese Advocati waren wohl von anderer Qualität als die reinen Respondierjuristen. Während letztere sicherlich Theoretiker[7] und Spezialisten waren, waren die Advocati oftmals ganz pragmatische Verteidiger ihres Auftraggebers. Oftmals waren es nur geschulte Redner mit wiederum ihrerseits rechtlicher Beratung oder einer eher geringen juristischen Bildung. Diese wurden, weil sie das in der römischen Spätzeit altertümliche Kleidungsstück der Toga zu tragen hatten, nicht nur Advocati, sondern auch Togati (mit der Toga Bekleidete) genannt.[8]
Ob diese nun Redner waren, oder eine Fachausbildung hatten, kann nur gemutmaßt werden. Eine Verordnung des Kaiser Leo aus dem Jahre 460 n. Chr. verfügte zwar eine Ausbildung zum Juristen als Voraussetzung für derartige Tätigkeiten, bezog sich aber anscheinend nur auf das höchste Gericht.[9]

Über die historischen Anfänge der Anwaltschaft in Deutschland ist wenig bekannt.

Sachsenspiegel, Schwabenspiegel

Einiges lässt sich dem Sachsenspiegel entnehmen. Dieser wurde um 1220–1233 durch Eike von Repgow verfasst.[10] Eike von Repgow betont, dass die Sachsen einige Regelungen gegen das Besatzungsrecht Karls des Großen durchsetzen konnten. Daher galten viele Regelungen des Sachsenspiegels nicht erst seit 800, sondern auch schon in den vorchristlichen Jahrhunderten. Im Landrecht des Sachsenspiegels zerstreut sind einige Regelungen zu finden, welche die germanischen Wurzeln anwaltlicher Tätigkeit erkennen lassen. Es handelt sich um den Vorspreke. In einigen Schweizer Kantonen hat sich die Berufsbezeichnung als Fürsprecher erhalten. Es ging aber ursprünglich weniger darum, für einen anderen Fürsprache einzulegen, als für ihn vorzusprechen. Prozessuale Formalien hatten damals ähnliche, wenn nicht größere Bedeutung als heute. Jeder freie Mann hatte das Recht, seine Sache vor Gericht selbst zu vertreten. Wenn er sich versprach, war der Fehler nicht mehr zu heilen. Deshalb bestand die Möglichkeit, einen anderen statt seiner selbst sprechen zu lassen. Der Fürsprecher musste männlich sein. Er durfte nicht Geistlicher, rechts- oder prozessunfähig sein bzw. sich in Reichsacht befinden. Der Richter war verpflichtet, die Partei zu befragen, ob sie die Worte ihres Fürsprechers gegen sich gelten lassen wollte. Diese konnte bestätigen, verneinen oder um Bedenkzeit bitten. Wenn eine Partei die Worte ihres Fürsprechers nicht bestätigte, durften diese keine Berücksichtigung finden. Jeder gerichtsfähige Mann war verpflichtet, das Amt eines Fürsprechers zu übernehmen, wenn der Richter ihn dazu bestimmte. Ausnahmen galten für benannte Fälle einer Interessenkollision. Bei Sexualdelikten hatte der Richter für einen Vormund der Geschädigten als Prozessvertreter zu sorgen, wenn kein Mitglied ihrer Sippe zur Verfügung stand.

Der Sachsenspiegel besagt nicht ausdrücklich, dass es seinerzeit Leute gab, die regelmäßig als Fürsprecher tätig wurden und dafür Geld erhielten. Es gibt aber zwei Indizien dafür. Wenn beide Parteien denselben Mann als Fürsprecher für sich begehrten, lag die Entscheidung beim Richter. Entweder musste der Fürsprecher gerichtsbekannt oder vermögend sein oder dem Richter Bürgen für die Geldbußen stellen, die gegen ihn persönlich verhängt werden konnten, bevor er tätig werden durfte. Selbst bei Familienbanden erscheint zweifelhaft, ob man für den Prozess eines anderen selbst haften wollte. Dieses Haftungsrisiko wird sich der Fürsprecher angemessen bezahlt haben lassen.

In Art. 87 des Schwabenspiegels waren bereits seit dem Spätmittelalter wesentliche Punkte des anwaltlichen Berufsrechts geregelt. Der Fürsprecher sollte nur den vertreten, der seiner Überzeugung nach recht hatte. Half er seiner Partei bei einem Prozessbetrug, hatte er persönlich an den Richter und die geschädigte Partei hohe Strafen zu zahlen. Der Richter konnte den Fürsprecher beauftragen, eine arme Partei unentgeltlich zu vertreten. Schließlich waren auch schon die anwaltliche Schweigepflicht und das Verbot, widerstreitende Interessen zu vertreten, bekannt.

Neuzeit

Englischer Barrister in Robe (um 1900)
Französischer Rechtsanwalt in Robe (um 1910)

Mit der Rezeption des römischen Rechts seit dem Hochmittelalter in Europa wurde das Gerichtsverfahren professionalisiert und es entstanden dazu Funktionen, die mit ausgebildeten Juristen besetzt waren. Hierbei bildete sich ein Berufsstand professioneller Juristen heraus, die eine Partei in der Verhandlung vor dem Gericht vertraten, die sogenannten Prokuratoren. Daneben gab es andere Anwälte, die den Kontakt mit dem Rechtssuchenden pflegten, die Mandanten berieten und sie auch in außergerichtlichen Geschäften rechtlich betreuten, die sogenannten Advocaten. Die Advocaten bereiteten den Rechtsstreit juristisch vor und lieferten dem Prokurator die schriftliche Aufbereitung. Diese Trennung zwischen Advokaten und Prokuratoren gab es allerdings in manchen Ländern nur vor den höchsten Gerichten.

In Deutschland kannte man diese Zweiteilung in den süddeutschen Gebieten, die ursprünglich einmal unter römischer Verwaltung gestanden hatten. Im Landrecht des Schwabenspiegels, dessen erste Aufzeichnung um 1275 erfolgte, wurde zwischen dem Fürsprecher, der vor Gericht vertrat, und dem Ratgeber unterschieden. Beide konnten für ihre Tätigkeit Geld verlangen. Bei dem Fürsprecher bestand ähnlich wie heute ein Verbot, ein Erfolgshonorar zu vereinbaren. Seine Reisekosten konnte er aber gesondert ersetzt verlangen. Im Gegensatz dazu war für den Ratgeber geregelt, dass er für schlechten Rat keinen Lohn erhielt und ggf. für einen daraus entstandenen Schaden haftete. Hieraus dürfte sich das Sprichwort Guter Rat ist teuer entwickelt haben. Da die Regelungen des Sachsenspiegels und der daran anknüpfende Schwabenspiegel für Gerichtsverfahren galten, die vom König selbst oder unter Königsbann gehalten wurden, beschränkte sich die Aufspaltung der anwaltlichen Aufgaben später auf die Verfahren vor dem Reichshofrat oder dem Reichskammergericht.

Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Zweiteilung der Anwaltschaft in Kontinentaleuropa immer weiter gelockert und mit den Rechtsreformen der napoleonischen Zeit weitgehend beseitigt, sodass im Laufe des 19. Jahrhunderts das Berufsbild eines einheitlich tätigen Rechtsanwaltes entstand. Zunächst wurden in Preußen zur Zeit König Friedrichs II. die Advocaten als “Hof- und Assistenzräte” zu Staatsbeamten. Ab 1780 wurden für den Bereich der freiwilligen Gerichtsbarkeit, der Zwangsvollstreckung und Konkurs und für das Notariatswesen “Justizkommissare” eingeführt. 1793 schaffte Preußen die Assistenzräte wieder ab und machte die Justizkommissare 1849 sprachlich zu “Rechtsanwälten” die zunächst aber noch Staatsbeamte blieben, bis die Rechtsanwaltsordnung (RAO) von 1878 die Rechtsanwaltschaft zu einem freien, vom Staat unabhängigen Beruf werden ließ. Das 20. Jahrhundert war gekennzeichnet durch eine zunehmende Spezialisierung der Rechtsanwaltschaft, die sich mit der Einführung weiterer Fachanwaltschaften im 21. Jahrhundert fortsetzte.[11]

Das zweigeteilte System gibt es heute noch in Spanien, wo auch die traditionellen Bezeichnungen „Advokat“ (abogado) und „Prokurator“ (procurador) fortbestehen, sowie in den durch die Rechtstradition des Common Law geprägten Rechtssystemen in England, Wales und anderen Ländern des Commonwealth, wo die prozessanwaltlichen Prokuratoren „Barrister“ und die außergerichtlichen Advokaten „Solicitor“ heißen.

Aufgaben

Rechtsanwälte haben die Aufgabe, ihrem Auftraggeber mit rechtsstaatlichen Mitteln zu seinem Recht zu verhelfen. Zu diesem Zweck können sie jedermann beraten oder vertreten, soweit sie nicht zuvor in derselben Angelegenheit die Gegenseite beraten bzw. vertreten haben oder andere Vertretungsverbote – z. B. eine zur Neutralität verpflichtende vorherige Tätigkeit als Notar oder Mediator – bestehen. Die parteiliche Interessenvertretung ist das berufsprägende Merkmal der Rechtsanwälte.

Im Rahmen der Beratung wird der Mandant über die Rechtslage, seine Erfolgschancen, die Möglichkeiten einer Beweissicherung und die anfallenden Kosten sowie das Kostenrisiko informiert.

Jedermann kann sich in jedem Verfahren vor Behörden oder Gerichten durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen. In einem Strafprozess oder einem Bußgeldverfahren wird der Rechtsanwalt als Verteidiger tätig. Im Zivilprozess besteht bei den Landgerichten, Oberlandesgerichten und dem Bundesgerichtshof die Verpflichtung, sich durch einen Rechtsanwalt vertreten zu lassen. Gleiches gilt bei anderen Verfahrensarten für die höheren Instanzen. Der Sinn dieses sogenannten Anwaltszwangs liegt darin die höheren Instanzen der Gerichtsbarkeit zu entlasten, da Sachverhaltsaufklärungsarbeiten und rechtliche Voreinschätzungen vor Klageerhebung und während des Prozesses durch die Rechtsanwälte erfolgen sollen.

Das zum 1. Juli 2008 in Kraft getretene Rechtsdienstleistungsgesetz löste das bis dahin geltende Rechtsberatungsgesetz ab. Die außergerichtliche Rechtsberatung ist in größerem Umfang für Nicht-Anwälte geöffnet worden. Für den Kernbereich rechtlicher Dienstleistungen, d. h. vor allem die Vertretung vor Gericht, gilt das Anwaltsmonopol im Wesentlichen weiterhin.

Die Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) führt die allgemeinen Aufgaben des Rechtsanwalts nicht abschließend auf. § 1 der BRAO definiert den Rechtsanwalt als „unabhängiges Organ der Rechtspflege“. § 3 BRAO führt aus: „Der Rechtsanwalt ist der unabhängige Berater und Vertreter in allen Rechtsangelegenheiten.“ Konkreter nennen §§ 48, 49 und 49a BRAO die Pflichten zur Prozessvertretung im Zivilprozess unter bestimmten Bedingungen, zur Pflichtverteidigung und zur Beratungshilfe. Die Berufsordnung für Rechtsanwälte (BORA) nennt in § 1 Absatz 3 folgende Aufgaben des Rechtsanwalts: „… seine Mandanten vor Rechtsverlusten zu schützen, rechtsgestaltend, konfliktvermeidend und streitschlichtend zu begleiten, vor Fehlentscheidungen der Gerichte und Behörden zu bewahren und gegen verfassungswidrige Beeinträchtigung und staatliche Machtüberschreitung zu sichern.“ Die Unabhängigkeit der Rechtsanwälte und der Schutz vor ungerechtfertigter Verfolgung wegen ihrer rechtmäßigen Berufsausübung wird auch durch internationale Standards gesichert, wie z. B. die Empfehlung des Europarats zur freien Ausübung des Anwaltsberufs oder die UN Grundprinzipien betreffend die Rolle von Rechtsanwälten.

Abstrakt können Sinn und Aufgaben der anwaltlichen Tätigkeit wie folgt aufgegliedert werden:

Rechtsgestaltung (Kompliziertere, aber für die Wirtschaft bedeutende Rechtsgeschäfte würden ohne anwaltliche Hilfe in der Vertragsgestaltung oftmals unterlassen werden. Umstritten ist hingegen die Einbeziehung von Anwälten durch Ministerien für die Erarbeitung von Gesetzentwürfen)
Rechtssuchende über Ansprüche und Gegenansprüche aufzuklären und Beweise zu sichern
außergerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen (durch anwaltliche Aufforderungsschreiben, Vertragsstrafen). Vertragsstrafen und die Kostentragungspflicht des Anspruchgegners leisten dabei auch einen Beitrag zur Prävention vor zukünftigen Rechtsverstößen
Entlastung der Justiz durch Abraten von der Klageerhebung bei mangelnder Erfolgsaussicht (Filterfunktion für die Gerichte), außergerichtliche Streitbeilegung durch Abschluss von außergerichtlichen Vergleichen (damit auch zum Rechtsfrieden beizutragen), Mediation (in diesen Fällen wird der Anwalt als Mediator und nicht als Vertreter einer Partei tätig)
Verfahrenshilfe für die Prozesse vor den Gerichten zu leisten (Sachverhaltsklärung und Ordnen der Darlegungen, Rechtsausführungen)
Kontrolle der Rechtsprechung unterer Instanzen auf Rechtmäßigkeit, ggf. mit der Folge Rechtsmittel einzulegen
Prozesshandlungen vorzunehmen (zum Beispiel: Einreden zu erheben, Vergleiche abzuschließen, Rechtsmittel einzulegen)
durch Mitarbeit in den berufsständischen Organisationen, Beiträge in Fachzeitschriften oder Kommentaren zur Fortbildung der Rechtsauslegung, insbesondere der Rechtsprechung, und zur Gesetzgebung beizutragen.

Nach groben Schätzungen besteht die anwaltliche Arbeit an Mandaten zu 80 % aus Sachverhaltsaufklärung und zu 20 % aus daran anschließender Rechtsanwendung.[12]

Rechtsanwältinnen

Zur deutschen Anwaltschaft zählen im Jahr 2012 51.585 Rechtsanwältinnen. Sie stellen 32,56 % der Anwaltschaft.[13] Frauen wurde erstmals in Deutschland durch das Gesetz über die Zulassung der Frauen zu den Ämtern und Berufen der Rechtspflege vom 11. Juli 1922 (RGBl. 1922, 573) erlaubt, die Befähigung zum Richteramt und damit die Voraussetzung zur Zulassung zur Rechtsanwaltschaft zu erwerben. Als erste Frau Deutschlands ließ das Bayerische Staatsministerium der Justiz am 7. Dezember 1922 die Assessorin Fräulein Dr. Maria Otto zur Rechtsanwaltschaft zu.

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Zuvor war es Frauen weit mehr als 1000 Jahre verboten gewesen, in eigener Sache oder als Fürsprecher für andere vor Gericht aufzutreten. Das Verbot findet sich in den römischen Digesten, dem Sachsen- und dem Schwabenspiegel. Es wird damit begründet, dass eine Römerin Calpurnia/Calefornia sich vor Gericht sehr ungebührlich benommen, nämlich dem Kaiser mit deftigen Worten den nackten Hintern präsentiert habe. Da Calpurnius ein römisches Adelsgeschlecht war und Calpurnia u. a. die dritte Frau von Gaius Julius Caesar hieß, scheint das Vertretungsverbot schon aus der Frühzeit der römischen Kaiserzeit zu stammen.

Mit Urteil vom 29. Januar 1887 (BGE 13 I 1) hatte das Schweizerische Bundesgericht das Begehren von Emilie Kempin (geborene Spyri) abgelehnt, sie zur Parteienvertretung vor den Zürcher Gerichten zuzulassen. PD Dr. iur. Emilie Kempin-Spyri[14] hatte als erste Schweizerin Rechtswissenschaft studiert und sich als erste Frau im gesamten deutschsprachigen Raum (an der Universität Zürich) habilitiert. Sie berief sich vor Bundesgericht auf den allgemeinen Gleichheitsartikel der Bundesverfassung. Das Bundesgericht bezeichnet ihre Auslegung des Verfassungsartikels und ihre Forderung nach Gleichstellung als „ebenso neu als kühn“.

Nachdem verschiedene Kantone (unter anderem Zürich, St. Gallen, Basel-Stadt, Genf und Neuenburg) Frauen als Rechtsanwältinnen zugelassen hatten, änderte das Bundesgericht seine Meinung im Urteil vom 24. Februar 1923 (BGE 49 I 14). Dr. iur. Dora Roeder war im Kanton Freiburg die Tätigkeit als Rechtsanwältin verwehrt worden, weil sie als Frau nicht Aktivbürger war (d. h. weil sie wie alle Frauen damals weder stimm- noch wahlberechtigt war). Das Bundesgericht bezeichnete es als unzulässige Einschränkung der von der Verfassung garantierten Wirtschaftsfreiheit, Frauen nicht zum Anwaltsberuf zuzulassen. Es führte aus, der Kanton Freiburg habe einzig Vorurteile und überholte Vorstellungen für den Ausschluss der Frauen aus der Advokatur vorgebracht. Frauen könnten die intellektuellen und moralischen Freiheiten, die es für den Beruf des Anwalts brauche, unterdessen nicht mehr generell abgesprochen werden.

Im Jahr 2017 zählt der Schweizerische Anwaltsverband 10.165 Mitglieder, davon sind 2.956 Frauen (29,08 %).[15]

Zulassung, Einstiegsgehälter und Mitgliederstatistik

Voraussetzung für die Zulassung als Rechtsanwalt ist (in Deutschland) die Befähigung zum Richteramt, also die Ausbildung zum Volljuristen. Eine Ausnahme gilt nach dem Einigungsvertrag für solche Juristen, die in der DDR als „Diplom-Jurist“ als Rechtsanwalt tätig waren. Sie durften weiter als Rechtsanwälte arbeiten, auch ohne Volljuristen zu sein. In der Schweiz müssen die Juristen nach Abschluss des Hochschulstudiums eine Anwaltsprüfung absolvieren, welche von Kanton zu Kanton verschieden geregelt ist.

Anwälte werden von der Rechtsanwaltskammer, in deren Bezirk sie sich niederlassen wollen, zugelassen und dort auch in das Rechtsanwaltsverzeichnis eingetragen. Zugelassene Rechtsanwälte müssen den Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung für Rechtsanwälte (Vermögensschadenhaftpflichtversicherung) für Beratungsfehler sowie das Vorhandensein von Kanzleiräumen am Ort der anwaltlichen Zulassung nachweisen. Im Diensteid vor der Rechtsanwaltskammer müssen sich Rechtsanwälte verpflichten, die verfassungsmäßige Ordnung zu wahren und die Pflichten eines Rechtsanwalts gewissenhaft zu erfüllen (§ 12a BRAO). Die Zulassung kann von der zuständigen Rechtsanwaltskammer entzogen werden, insbesondere bei Überschuldung (Vermögensverfall) und groben Berufsrechtsverstößen.

Für Juristen aus dem EU-Ausland, aus einem Vertragsstaat des Europäischen Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz kann die Zulassung nach einer dreijährigen Tätigkeit in Deutschland und im deutschen Recht erfolgen. Bei kürzerer Tätigkeit im deutschen Recht erfolgt sie aufgrund einer speziellen Eignungsprüfung. Die Einzelheiten ergeben sich aus dem Gesetz über die Tätigkeit europäischer Rechtsanwälte in Deutschland (EuRAG).

Anwälte aus Drittstaaten können sich nach Maßgabe des (§ 206 BRAO) in Deutschland niederlassen, allerdings nur zu Rechtsfragen ihres Heimatstaates oder des Völkerrechts beraten.

Verhältnis zugelassener Anwälte/Einwohner Deutschland von 1991 bis 2008[16][17]

Es gab in der Anzahl der Anwälte einen langjährigen Trend einer Verdopplung der Anzahl der Zulassungszahlen der Rechtsanwaltschaft in einem Zeitraum von 12 Jahren,[18] was auch als „Anwaltsschwemme“ bezeichnet wurde. Im Jahr 2011 kamen auf einen zugelassen Anwalt nur noch 525 Einwohner, was statistisch gesehen zu einer entsprechenden Umsatzeinbuße führte.[19] Zum Vergleich hierzu bezogen auf das Jahr 2006: USA: 270, Italien: 454, England: 490, Schweiz: 1.032, Österreich: 1.751, Russland und GUS: 7.520, Vietnam: 24.824.[20] Da es in Deutschland für Anwälte – im Gegensatz zu Notaren – keine Zulassungsbeschränkung gibt, waren die Berufsaussichten für Junganwälte ohne zusätzliche Qualifikationen bzw. während der Ausbildung in Kanzleien gewonnener Berufserfahrungen je nach der Examensnote teils ungünstig. Allerdings können höchst qualifizierte Berufsanfänger (z. B. zwei Prädikatsexamina, Promotion, zusätzlicher Abschluss im ausländischen Recht) in Großkanzleien Anfangsjahresgehälter von 100.000 bis 140.000 € erreichen.[21]

Seit der Jahrtausendwende kam es in Deutschland zu einem Rückgang der Zuwachsraten und auch des absoluten Zuwachses. 2016 gab es erstmals einen – sehr geringen – Rückgang (0,2 %) auf eine Zahl von 164.406 Rechtsanwälten.[22]

Berufsrecht

Der Rechtsanwalt übt einen freien Beruf aus, kein Gewerbe. Für ihn gilt anwaltliches Berufsrecht,[23] welches gesetzlich durch die Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) und das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt ist. Der Beruf des Rechtsanwalts ist in Deutschland ein klassischer Kammerberuf; alle Rechtsanwälte sind Pflichtmitglieder der örtlich für sie zuständigen Rechtsanwaltskammer. Die Rechtsanwaltskammern sind u. a. für die Einhaltung des Berufsrechts zuständig. Als Dachorganisation besteht die Bundesrechtsanwaltskammer,[24] bei der die Satzungsversammlung eingerichtet ist. Diese gestaltet das Berufsrecht im Wege der Selbstverwaltung[25] durch die Berufsordnung (BORA) und die Fachanwaltsordnung (FAO) weiter aus.

Die deutsche Rechtsordnung sieht den Rechtsanwalt als „unabhängiges Organ der Rechtspflege“ (§ 1 BRAO). Diese „Organformel“ wurde erstmals vom Ehrengerichtshof für Rechtsanwälte in einer Entscheidung vom 25. Mai 1883 gebraucht.[26] Inhaltlich bedeutet dies, dass der Anwalt nicht nur seinem Mandanten verpflichtet ist, sondern auch der Rechtsordnung; allerdings gehen die Interessen des Mandanten im Rahmen der Gesetze vor. Er ist so ein dem Richter und Staatsanwalt gleichgeordnetes Organ der Rechtspflege. Der Anwalt darf deshalb vor Gericht nicht bewusst die Unwahrheit vortragen. Er darf auch nicht tätig werden, wenn er wegen desselben Streitgegenstands bereits die Gegenpartei vertritt oder vertreten hat. Das Verhältnis zwischen Rechtsanwalt und Mandant ist verfassungsrechtlich geschützt: Der Anwalt und seine Mitarbeiter unterliegen nicht nur der Schweigepflicht, es besteht auch gegenüber allen Gerichten, Staatsanwaltschaften und der Polizei ein Aussageverweigerungsrecht über das, was der Mandant seinem Anwalt anvertraut hat. Die Handakten des Anwalts können weder durchgesehen noch beschlagnahmt werden.

Fachanwalt

Ein Rechtsanwalt, der in einem bestimmten Rechtsgebiet über besondere theoretische und praktische Erfahrungen verfügt, kann von der für ihn zuständigen Rechtsanwaltskammer die Erlaubnis zum Führen des Titels „Fachanwalt für …“ erhalten. Die Einzelheiten der Zulassung als Fachanwalt regelt die Fachanwaltsordnung (FAO). Derzeit gibt es Fachanwaltschaften für: Agrarrecht, Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Bau- und Architektenrecht, Erbrecht, Familienrecht, gewerblichen Rechtsschutz, Handels- und Gesellschaftsrecht, Informationstechnologierecht, Insolvenzrecht, internationales Wirtschaftsrecht, Medizinrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Migrationsrecht, Sozialrecht, Steuerrecht, Strafrecht, Transport- und Speditionsrecht, Urheber- und Medienrecht, Vergaberecht, Verkehrsrecht, Versicherungsrecht sowie Verwaltungsrecht.

Zuletzt beschloss die Satzungsversammlung im November 2015 die Einführung des Fachanwaltstitels für Migrationsrecht.[27]

Jeder Fachanwalt hat jährlich gegenüber seiner zuständigen Rechtsanwaltskammer den Nachweis zu führen, dass er sich in seinem Fachgebiet fortgebildet oder wissenschaftlich publiziert hat.

Die Zahl der Fachanwälte ist per 1. Januar 2017 auf 53.866 gestiegen.[28]

Anwaltsnotar

Durch staatliche Bestellung kann ein Rechtsanwalt in Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und – mit Ausnahmen – in Nordrhein-Westfalen[29] eine Zulassung als Notar im Nebenberuf (Anwaltsnotar) (§ 3 Abs. 2 Bundesnotarordnung) erhalten. Wird er in einer Angelegenheit als Notar tätig, beurkundet er z. B. einen Kaufvertrag oder ein Testament, muss er neutral die Interessen aller Beteiligten wahrnehmen und darf in dieser Sache weder vorher noch hinterher als Rechtsanwalt tätig sein. Er erhält dann auch keine Gebühren als Rechtsanwalt, sondern die meist geringeren Gebühren als Notar.

In anderen Bundesländern werden Notare im Hauptberuf vom Staat bestellt, die dann nicht parallel als Rechtsanwalt tätig sein dürfen (sogenanntes: „Nur-Notariat“).

Das Bewerbungsverfahren für Anwaltsnotare nach der Bundesnotarordnung wurde im Jahr 2009 neu geregelt. Vorausgegangen waren unter anderem die Müdener Thesen.

Anwaltsmediator

Der entsprechend fortgebildete Rechtsanwalt (§ 5 Mediationsgesetz und § 7a Berufsordnung für Rechtsanwälte) darf als anwaltlicher Mediator auch Mediationen durchführen. In diesen Fällen führt er unabhängig, neutral und allparteilich durch ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren zur außergerichtlichen Beilegung eines Konfliktes (§ 1 und 2 Absatz 3, Satz 1 Mediationsgesetz). Der anwaltliche Mediator darf nicht in Fällen tätig werden, wenn er in derselben Sache zuvor für eine Partei tätig gewesen ist (§ 3 Absatz 2 Mediationsgesetz). Er darf auch nicht während oder nach der Mediation für eine Partei in derselben Sache tätig werden.

Anwälte können auch als Parteivertreter ihre Mandanten in Mediationsverfahren begleiten. In diesen Fällen wird der Anwalt nicht als Mediator tätig. Eine Ausbildung als Mediator ist für den Parteianwalt in der Mediation aber sehr hilfreich. Parteianwälte sind insbesondere in den Phasen 4 bis 6 (Sammlung von Lösungsansätzen, Bewertung und Konkretisierung, Abschlussvereinbarung) sehr hilfreich, da der Mediator wegen seiner Allparteilichkeit einen Rechtsrat grundsätzlich vermeiden muss.

Die Gebühren des anwaltlichen Mediators werden in der Regel durch Stundensätze in Höhe von 125 bis 400 Euro (je nach der Bedeutung der Sache und der Zahl der beteiligten Parteien) vereinbart. Möglich ist auch, eine zusätzliche Einigungsgebühr nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz vorzusehen, wenn die Mediation zu einer Abschlussvereinbarung führt.

Syndikus

Ein Syndikus (auch: Syndikusanwalt) ist ein Rechtsanwalt, der bei einem Unternehmen angestellt ist. Weil er gegenüber seinem Arbeitgeber an Weisungen gebunden ist, darf er diesen nicht wie ein Rechtsanwalt vor Gericht vertreten (§ 46 Bundesrechtsanwaltsordnung).

Vergütung

Die Vergütung des Rechtsanwaltes ist gesetzlich geregelt im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG), das am 1. Juli 2004 die Bundesgebührenordnung für Rechtsanwälte (BRAGO) abgelöst hat. Die Höhe der Vergütung bestimmt sich nach dem Vergütungsverzeichnis (Anlage 1 zum RVG). Daneben ist eine individuelle Gebührenvereinbarung zwischen Anwalt und Mandant möglich und seit 1. Juli 2006 für die außergerichtliche Tätigkeit sogar die Regel (§ 34 RVG). Davon zu unterscheiden ist die Vergütungsvereinbarung nach § 3a RVG, die anstelle der gesetzlichen Gebührentatbestände und -beträge des RVG vereinbart werden darf, beispielsweise eine Abrechnung der anwaltlichen Tätigkeit auf Stundenbasis.

Ein Erfolgshonorar in Form eines Anteilshonorars (quota litis) war – anders als in den USA – in Deutschland grundsätzlich unstatthaft.[30] Davon hat der Gesetzgeber nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Ausnahmen zulassen müssen. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts muss eine erfolgsbasierte Vergütung zulässig sein, wenn sie besonderen Umständen in der Person des Auftraggebers Rechnung trägt, die diesen sonst davon abhielten, seine Rechte zu verfolgen.[31] Das Gesetz zur Neuregelung des Verbots der Vereinbarung von Erfolgshonoraren vom 12. Juni 2008 trat zum 1. Juli 2008 in Kraft.[32] Es hat einen neuen § 4a RVG geschaffen, der unter sehr engen Voraussetzungen ein Erfolgshonorar für zulässig erklärt.

Auftraggebern, der zum Aufbringen der Anwaltsgebühren finanziell nicht in der Lage ist, haben die Möglichkeit, staatliche Beratungshilfe sowie Prozesskostenhilfe zu beantragen. Diese umfasst die Regelvergütung und kann nicht durch Vereinbarung überschritten werden (§ 44, § 50 Abs. 2, § 3a Abs. 3 RVG).

Einkommen

Nach Angaben der Bundesrechtsanwaltskammer, weicht das durchschnittliche Bruttoeinkommen von angestellten Vollzeit-Rechtsanwälten erheblich von dem durchschnittlichen persönlichen Jahresüberschuss selbstständiger Vollzeit-Rechtsanwälte ab (Stand: 2013).[33]

Angestellte Vollzeit-Rechtsanwälte

Die durchschnittlichen Bruttoeinkommen angestellter Vollzeit-Rechtsanwälte unterscheiden sich nach der Kanzleiform. Während das durchschnittliche Bruttoeinkommen angestellter Vollzeit-Rechtsanwälte in Einzelkanzleien 43.000 Euro beträgt, liegt dieser Wert in Sozietäten bei 69.000 Euro. Dabei sind die westdeutschen Bruttoeinkommen durchschnittlich höher als die entsprechenden Bruttoeinkommen in Ostdeutschland (Stand: 2013).[34]

Selbstständige Vollzeit-Rechtsanwälte

Der durchschnittliche persönliche Jahresüberschuss selbstständiger Vollzeit-Rechtsanwälte ohne Notariat liegt bundesweit bei 89.000 Euro, bei selbstständigen Vollzeit-Rechtsanwälten mit Notariat (Anwaltsnotare) liegt dieser Wert hingegen bei durchschnittlich 148.000 Euro (Stand: 2013).[35]

In Vollzeit tätige selbstständige Rechtsanwälte ohne Spezialisierung erwirtschafteten im Jahr 2013 bundesweit einen persönlichen Überschuss von 46.000 Euro. Hingegen erzielten Vollzeit-Rechtsanwälte, die spezialisiert waren, jedoch keinen Fachanwaltstitel trugen, einen persönlichen Überschuss von 80.000 Euro. Bei Fachanwälten lag der persönliche Jahresüberschuss dagegen bei 102.000 Euro.[36]

Die Durchschnittswerte des persönlichen Jahresüberschusses je Partner (nach Kanzleiform)[37] können aus der folgenden Tabelle abgelesen werden:

Kanzleiform

Durchschnittlicher Jahresüberschuss je Partner (Stand: 2013)

Einzelanwalt (Bundesgebiet)
61.000 Euro

Einzelanwalt (Westdeutschland)
69.000 Euro

Einzelanwalt (Ostdeutschland)
46.000 Euro

Lokale Sozietät (Bundesgebiet)
107.000 Euro

Lokale Sozietät (Westdeutschland)
113.000 Euro

Lokale Sozietät (Ostdeutschland)
83.000 Euro

Überörtliche Sozietät (Bundesgebiet)
168.000 Euro

Überörtliche Sozietät (Westdeutschland)
190.000 Euro

Überörtliche Sozietät (Ostdeutschland)
110.000 Euro

Sozietäten und andere Berufsausübungsgemeinschaften

Rechtsanwälte können sowohl allein als auch mit weiteren Rechtsanwälten zusammen tätig sein.

Bei den sogenannten Bürogemeinschaften bleibt jeder der Rechtsanwälte eigenständig und teilt nur das Büro mit seinen Kollegen.

Gebräuchlicher ist aber der Zusammenschluss von Anwälten zu Berufsausübungsgemeinschaften, landläufig allgemein Sozietäten genannt. Anwälte einer Sozietät, die Sozien, treten unter einer gemeinsamen Bezeichnung nach außen auf. In den allermeisten Fällen sind diese Sozietäten rechtlich als Gesellschaft bürgerlichen Rechts organisiert. Sozietäten, die neben den auf dem Briefbogen aufgeführten Sozien auch noch weitere als Angestellte tätige Anwälte haben können, sind meist in Form einer Partnerschaftsgesellschaft oder (seltener) einer Kapitalgesellschaft organisiert. Häufig gibt es Sozietäten, die an verschiedenen Orten vertreten sind (überörtliche Sozietäten). Es gibt auch in Deutschland Sozietäten, die einige Hundert Sozien haben. Hierbei handelt es sich zumeist um internationale Sozietäten, deren deutsche Partner sich mit englischen oder amerikanischen Kanzleien in einem Anwaltsnetzwerk zusammengeschlossen haben. Durch die Globalisierung hat es sich ergeben, dass die größten deutschen Anwaltskanzleien heute entweder von britischen oder amerikanischen Kanzleien beherrscht werden.

Untersagt ist, dass eine Rechtsanwaltsgesellschaft sich ihrerseits an einer anderen Sozietät beteiligt (vgl. § 59c Abs. 2 BRAO).

Deutscher Anwaltverein

Der Deutsche Anwaltverein wurde im Jahre 1871 in Bamberg als Interessenvertretung der deutschen Rechtsanwälte gegründet. Nach der staatlich verordneten förmlichen Auflösung des Vereins im Jahre 1934 erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg eine Wiedergründung des DAV.

Es sind seitdem nicht mehr die einzelnen Anwälte Mitglieder des DAV, sondern die örtlichen Anwaltvereine. Rund 250 örtliche Anwaltvereine sind im DAV organisiert, die zusammen über 67.000 Rechtsanwälte als Mitglieder haben. Im Gegensatz zu den Rechtsanwaltskammern ist die Mitgliedschaft in den Anwaltvereinen freiwillig.

Der DAV betreibt unter anderem eine kostenlose Anwaltauskunft, über die sich Ratsuchende für eine Vielzahl von Rechtsgebieten Anwälte in Wohnortnähe benennen lassen können.[38]

Anwaltshaftung

Man unterscheidet die Anwaltshaftung gegenüber dem Mandanten bei Pflichtverletzungen aus dem Anwaltsvertrag und die Haftung gegenüber Nichtmandanten, d. h. Drittschädigung durch anwaltliche Fehlleistung. In beiden Fällen ist der Rechtsanwalt zu Schadensersatz verpflichtet. Der Schadensersatzanspruch gegenüber dem Rechtsanwalt verjährt innerhalb der sogenannten regelmäßigen Verjährungsfrist von drei Jahren zum Jahresende (§§ 195, 199 BGB). Die Frist beginnt mit Kenntnis oder grobfahrlässiger Unkenntnis des Anspruchs zu laufen.

Der Rechtsanwalt ist verpflichtet, eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung mit einer Versicherungssumme von mindestens 250.000 EUR pro Versicherungsfall abzuschließen (§ 51 BRAO).

Ausländische Rechtsanwälte in Deutschland

Das Gesetz über die Tätigkeit europäischer Rechtsanwälte in Deutschland regelt ergänzend zur Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) für europäische Rechtsanwälte die Berufsausübung und die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft in Deutschland. Bei grenzüberschreitender Tätigkeit sind außerdem die Berufsregeln der Rechtsanwälte der Europäischen Union des Rats der Anwaltschaften der Europäischen Gemeinschaft (CCBE) zu beachten.

Rechtsanwälte aus dem nichteuropäischen Ausland können sich in Deutschland nach Maßgabe des § 206 BRAO niederlassen.

Zur Erleichterung der Suche nach einem Rechtsanwalt in der Europäischen Union wurde ab dem 8. Dezember 2014 auf der E-Justice-Plattform der Europäischen Union eine Suchfunktion eröffnet: „Wie finde ich einen Rechtsanwalt?“ (engl.: „Find a lawyer“). Diese Suchfunktion wurde gemeinsam vom Rat der Europäischen Anwaltschaften (CCBE) und der EU-Kommission entwickelt. Bislang können Rechtsanwälte aus 17 Unionsmitgliedstaaten, nach Stadt, Postleitzahl, Name, sowie Fachanwaltstiteln („zusätzliche Berufsbezeichnung“) oder Sprachkenntnisse gesucht und gefunden werden.[39]

Siehe auch

Strafverteidiger
Amtsanwalt
Rechtsberatung
Staatsanwalt
Syndikusanwalt, Of counsel, Winkeladvokat
Pactum de palmario
Anwaltschaft in der Schweiz
Rechtsagent (niedere Anwaltschaft)

Literatur

deutsch

Christian Booß: Im goldenen Käfig. Zwischen SED, Staatssicherheit, Justizministerium und Mandant − die DDR-Anwälte im politischen Prozess. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017, ISBN 978-3-525-35125-3.
Gerhard Commichau, Thomas Fresemann: Anwalts-Gesetze. DeutscherAnwaltVerlag, Bonn 1997, ISBN 3-87389-321-5.
Deutscher Anwaltverein und Institut für Juristische Weiterbildung an der Fernuniversität in Hagen (Hrsg.): DAV-Anwaltausbildung. Band 2: Die theoretische Ausbildung. Deutscher Anwaltverlag, Bonn 2005, ISBN 3-8240-0749-5, S. 11 ff. (Kapitel „Der Rechtsanwalt in der Gesellschaft“, „Eine kleine Geschichte der deutschen Anwaltschaft“, „Die Anwaltschaft aus soziologischer Sicht“)
Deutscher Juristinnenbund (Hrsg.): Juristinnen in Deutschland, Eine Dokumentation (1900–1989). 2. Auflage. J. Schweitzer Verlag, Frankfurt 1989.
Gerhard Hartstang: Der deutsche Rechtsanwalt. Rechtsstellung und Funktion in Vergangenheit und Gegenwart. C. F. Müller, Heidelberg 1986, ISBN 3-8114-1186-1. (veraltet)
Wolfgang Hartung, Volker Römermann: Anwaltliches Berufsrecht. 2. Auflage. Verlag C.H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57797-0.
Kai von Lewinski: Grundriss des Anwaltlichen Berufsrechts. 3. Auflage. Nomos-Verlag, Baden-Baden 2012, ISBN 978-3-8329-7833-4.
Fritz Ostler: Die deutschen Rechtsanwälte 1871–1971. Juristischer Verlag W. Ellinghaus & Co, Essen 1971.
Michael Streck: Beruf: Anwalt/Anwältin. C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47140-4.
Dieter Trimborn von Landenberg (Hrsg.): Erfolgreich starten als Rechtsanwalt. Deutscher Anwaltverlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-8240-1240-4
Joachim Wagner (Journalist): Vorsicht Rechtsanwalt. Ein Berufsstand zwischen Mammon und Moral. Verlag C.H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-66683-4.
Karl Welker (Hrsg.): Vom Ursprung der anwaltlichen Selbstverwaltung. Justus Möser und die Advokatur. Göttingen 2007.
Uwe Wesel: Risiko Rechtsanwalt. Blessing, München 2001, ISBN 3-89667-065-4.

englisch

James C. Foster: The Ideology of Apolitical Politics: The Elite Lawyer’s Response to the Legitimation Crisis in American Capitalism: 1870–1920. Associated Faculty Press, 1987.
Robert Granfield: Making Elite Lawyers: Visions of Law at Harvard and Beyond (Critical Social Thought), Routledge, 1992.
Duncan Kennedy: Legal Education and the Reproduction of Hierarchy. New York University Press, 2004.
Elizabeth Mertz: The Language of Law School: Learning to „Think Like a Lawyer“. Oxford University Press, 2007.
Jean Stefancic, Richard Delgado: How Lawyers Lose Their Way: A Profession Fails Its Creative Minds. Duke UP, 2005.

Weblinks

 Wiktionary: Rechtsanwalt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Rechtsanwalt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Europäische Union

EU-weite Rechtsanwaltssuche auf dem europäischen E-Justice Portal

Deutschland:

Text der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO)
Text der Fachanwaltsordnung (FAO) (PDF-Datei; 181 kB)
Text der Bundesnotarordnung
Website der Bundesrechtsanwaltskammer
Anwaltsverzeichnis des Deutschen Anwaltvereins e.V.
Bundesweites Amtliches Anwaltsverzeichnis der Bundesrechtsanwaltskammer

Liechtenstein:

Liechtensteinische Rechtsanwaltskammer
Rechtsanwaltsgesetz (RAG)

Österreich:

Österreichischer Rechtsanwaltskammertag
Informationen zum Berufsbild Rechtsanwalt/-anwältin sowie Informationen zu Aus- und Weiterbildung im Berufslexikon des Arbeitsmarktservice Österreich (AMS)

Schweiz:

Schweizerischer Anwaltsverband
Anwaltsgesetz, BGFA

Einzelnachweise

↑ Thietz-Bartram: Der Sokrates-Prozess: Ein Justizirrtum?

↑ Aristoteles: Rhetorik I 2, 1355b26 f.

↑ Dem 18

↑ Aisch 3

↑ Kunkel, Herkunft und sozial Stellung der römischen Juristen. 2. Auflage. Wien 1967, S. 41.

↑ Kunkel/Schermaier, Römische Rechtsgeschichte, 13. Auflage. Köln 2001, S. 186.

↑ Kunkel/Schermaier, Römische Rechtsgeschichte. S. 73.

↑ Kunkel/Schermaier, Römische Rechtsgeschichte. S. 186.

↑ Kunkel/Schermaier, Römische Rechtsgeschichte. S. 146.

Mirror of the Saxons. In: World Digital Library. Abgerufen am 13. August 2013. 

↑ Hanns Prütting, Anwalt und Gericht im Zusammenspiel seit 1850, Anwaltsblatt 12/2018, Seite 662–664

↑ Kilian in: Anwaltsblatt 5/2015, S. 398.

↑ BRAK-Mitteilungen der Bundesrechtsanwaltskammer 3/2012 im Juni 2012.

↑ Siehe zu Emilie Kempin-Spyri: http://www.gleichstellung.uzh.ch/de/politik/kempin-spyri.html

↑ https://www.sav-fsa.ch/de/portrait/wer-wir-sind.html.

Genesis-Online – Datenbank des Statistischen Bundesamtes Deutschland: Code 12411-0001 „Bevölkerung: Deutschland, Stichtag“ (Code in Suche eingeben!) (abgerufen am 1. Oktober 2009)

Archiv – Statistiken der Bundesrechtsanwaltskammer. Abgerufen am 27. November 2017. 

↑ Matthias Kilian, René Dreske (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Anwaltschaft 2015/2016. Deutscher Anwaltverlag & Institut der Anwaltschaft, 2015, ISBN 978-3-8240-5432-9, S. 24 ff. 

Entwicklung der Zahl zugelassener Rechtsanwälte von 1950 bis 2010. Abgerufen am 27. November 2017 (PDF). 

↑ Heussen, Die Anwaltsdichte in der Schweiz, Österreich und Deutschland im Verhältnis zu anderen Staaten – Ein internationaler Vergleich. In: Anwaltspraxis 2006, 392, 396 bgfa.ch.

↑ Einstiegsgehälter: Der 100.000-Euro-Köder (Memento vom 8. Dezember 2006 im Internet Archive)

Zahl der Anwälte sinkt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30. Mai 2017, S. 17.

↑ brak.de

Bundesrechtsanwaltskammer. Abgerufen am 27. November 2017. 

↑ Ekkehart Schäfer: Unabhängig und frei. Die anwaltliche Selbstverwaltung. Berlin, 2009

↑ Gerhard Wolf: Ein neuer Historikerstreit? – Zur Entstehung der „Organformel“, in: JuS 1991, S. 976.

Neuer Fachanwalt für Migrationsrecht, Pressemitteilung der Bundesrechtsanwaltskammer vom 9. November 2015, abgerufen am 15. März 2018.

↑ Bundesrechtsanwaltskammer, Statistik Entwicklung der Fachanwaltschaften seit 1960 (PDF; 44,1 kB)

↑ Ausnahme: Gebiete des rheinischen Rechts (OLG-Bezirk Köln und OLG-Bezirk Düsseldorf mit Ausnahme des rechtsrheinischen Gebietes des LG-Bezirks Duisburg und des AG-Bezirks Emmerich).

↑ Siehe § 49 b Absatz 2 der Bundesrechtsanwaltsordnung in der Fassung vom 2. September 1994 (Bundesgesetzblatt I Seite 2278) und § 49 b Absatz 2 Satz 1 der Bundesrechtsanwaltsordnung in der Fassung vom 5. Mai 2004 (Bundesgesetzblatt I Seite 718)

↑ BVerfG Beschluss vom 12. Dezember 2006, 1 BvR 2576/04

↑ Bundesgesetzblatt I Seite 1000ff

Statistisches Berichtssystem für Rechtsanwälte. In: bundesrechtsanwaltskammer.de, abgerufen am 25. April 2018.

Durchschnittliches Bruttoeinkommen der angestellten Vollzeit-Rechtsanwälte. In: bundesrechtsanwaltskammer.de, abgerufen am 25. April 2018.

Durchschnittlicher persönlicher Überschuss mit oder ohne Notariat im Jahresvergleich. In: bundesrechtsanwaltskammer.de, abgerufen am 25. April 2018.

Durchschnittlicher persönlicher Überschuss nach Spezialisierung im Jahresvergleich. In: bundesrechtsanwaltskammer.de, abgerufen am 25. April 2018.

Durchschnittlicher persönlicher Überschuss nach Kanzleiform im Jahresvergleich. In: bundesrechtsanwaltskammer.de, abgerufen am 25. April 2018.

↑ Deutscher Anwaltverein: Deutsche Anwaltauskunft

↑ EU-weite Anwaltssuche.

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Hof steht für:

Hof (Architektur), ein Platz, der zu einem Gebäudekomplex gehört
Bauernhof, ein bäuerlicher Kleinbetrieb und dessen Architekturtypen
Gehöft, eine Kleinsiedlung oder ein bäuerliches Anwesen
Hofstelle, ein Gebäude eines landwirtschaftlichen Betriebes mit Wohnteil
Hof (Höfeordnung), ein landwirtschaftlicher Betrieb im Sinne der Höfeordnung einiger deutscher Länder
Hofstaat, der Sitz einer Adelsfamilie, meist eines regierenden Fürsten oder Herrschers, bzw. die Gesamtheit des höfischen Gefolges

sowie:

in der Medizin einen verändert anmutenden Bereich im Umfeld entzündeten Gewebes, siehe Entzündung
in der Anatomie den Warzenhof (areola) der Brustwarze
in der Mikrobiologie einen hämolytisch geklärten Bereich um eine Gruppe von Bakterien auf Blutagar
in der Ophthalmologie die bei einem Glaukom um Lichtquellen herum wahrgenommenen regenbogenfarbenen Ringe, siehe Donders-Ring
in der Astronomie ein Lichtkranz um Sonne oder Mond, siehe Korona (Atmosphärische Optik)

Hof ist der Name folgender geographischer Objekte:

ein häufiger Namensbestandteil mittelalterlicher Namen, siehe Hof (Ortsname)
zahlreiche Gemeinden und Orte, siehe Liste der Orte namens Hof

Hof ist der Familienname folgender Personen:

Anni Geiger-Hof (1897–1995), deutsche Schriftstellerin
Erich Hof (1936–1995), österreichischer Fußballspieler
Frank Hof (* 1962), deutscher Regisseur
Gert Hof (1951–2012), deutscher Künstler (Installationen, Regisseur)
Hans-Joachim Hof (* 1975), deutscher Informatiker und Professor
Jasper van’t Hof (* 1947), niederländischer Jazz-Pianist
Jennifer Hof (* 1991), deutsches Mannequin und Fotomodell
Marjolijn Hof (* 1956), niederländische Kinder- und Jugendbuchautorin
Natalie Hof (* 1986), deutsche Pokerspielerin
Nikolaus Hof, deutscher Musiker
Norbert Hof (* 1944), österreichischer Fußballspieler
Otto Hof (1902–1980), deutscher evangelischer Theologe
Robert Van’t Hof (* 1959), US-amerikanischer Tennisspieler
Tobias Hof (* 1979), deutscher Historiker
Willy Hof (1880–1956), deutscher Industrieller und Verkehrsplaner
Wim Hof (* 1959), niederländischer Rekordhalter im Ertragen extremer Kälte

HOF ist die Abkürzung für:

chemische Formel für Hypofluorige Säure
Histograms of the oriented of optical flow, ein Verfahren zur Merkmalsgewinnung in der Bildverarbeitung

HoF steht für:

Hall of Fame, Ruhmeshalle
House of Finance, Einrichtung an der Goethe-Universität Frankfurt
Institut für Hochschulforschung Wittenberg, eine der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angeschlossene Einrichtung

Siehe auch:

Höfe
Hoof
Hooff
Hoff
Am Hof, Im Hof
Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel mit Hof beginnt
Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel Hof enthält
 Wiktionary: Hof – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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Beisetzung eines Wolhyniendeutschen
rekonstruierte Hausbestattung in Chirokitia (Zypern)

Eine Bestattung (auch Beisetzung, Beerdigung oder Begräbnis) ist die Verbringung des Leichnams oder der Asche eines Verstorbenen (ggf. auch Tieres) an einen festen, endgültig bestimmten Ort in der Erde oder die Ausbringung der Asche in die Natur. Eine Bestattung schließt in der Regel eine religiöse oder weltliche Trauerzeremonie ein.

Inhaltsverzeichnis

1 Begriff

1.1 Begriffsgeschichte und umgangssprachlicher Gebrauch
1.2 Regionale Ausdrücke

2 Geschichte

2.1 Vorgeschichte
2.2 Altertum
2.3 Mittelalter

3 Gesetzliche Bestimmungen

3.1 Bestattungspflicht
3.2 Bestattungsgesetze und Friedhofsordnungen

3.2.1 Deutschland
3.2.2 Österreich

3.3 Kostentragungspflicht der Hinterbliebenen
3.4 Störung von Bestattungsfeiern

4 Arten der Bestattung

4.1 Erdbestattung
4.2 Feuerbestattung (Kremation)
4.3 Flussbestattung
4.4 Öko-Bestattungen

4.4.1 Alkalische Hydrolyse
4.4.2 Neptune Memorial Reef
4.4.3 Promession

4.5 Anonyme Bestattung
4.6 Himmelsbestattung
4.7 Alternativen zur Bestattung

4.7.1 Kryonik
4.7.2 Körperspende

5 Bestattungsvorgang
6 Bedeutung von Ritualen und Trauerbewältigung
7 Weltanschauliche und religiöse Gestaltungsformen

7.1 Weltliche Bestattung
7.2 Christliche Bestattung
7.3 Islamische Bestattung

7.3.1 Islamische Regeln
7.3.2 Unbegrenzte Liegefrist
7.3.3 Tagesgenaue Bestattung
7.3.4 Sarglose Bestattung

7.4 Jüdische Bestattung
7.5 Hinduismus
7.6 Buddhismus

8 Kosten einer Bestattung
9 Siehe auch
10 Literatur
11 Weblinks
12 Einzelnachweise

Begriff

Begriffsgeschichte und umgangssprachlicher Gebrauch

Blumenschmuck bei einer englischen Bestattung

Beisetzung und Bestattung werden umgangssprachlich häufig gleichgesetzt. Die Beisetzung im eigentlichen Sinne ist das Setzen der Urne, während Beerdigung und Begräbnis sich auf das Einbringen in die Erde beziehen.

Sprachgeschichtlich ist der Begriff Beisetzen seit dem 15. Jahrhundert belegt und wesentlich älter als der Begriff Bestattung, denn die Grundbedeutung „etwas neben anderes hinzusetzen, hinzufügen“ geht der speziellen Bedeutung „begraben, bestatten“ um etwa 200 Jahre voraus. Die heutige Bedeutung der Bestattung kam erst im 17. Jahrhundert auf und bedeutet „den sterblichen Überresten eine Statt gebend“. Der Begriff bestatten war allerdings im Mittelhochdeutschen schon seit dem 12. Jahrhundert im anderen Sinne eines „an die Statt bringen“, „anstatten“ oder „ausstatten“ bekannt.

Die heute etwas umgangssprachlich profane Bezeichnung des Begrabens hat sich gesellschaftlich nicht durchsetzen können, war früher wesentlich weiter verbreitet und ist beispielsweise im christlichen Glaubensbekenntnis („gestorben und begraben“) zu finden. Das Substantiv von begraben, das Begräbnis, stellt noch heute eine populäre Sprachform dar.

Der Begriff Beerdigung leitet sich von der seit Jahrtausenden im Judentum, Christentum und Islam gebotenen Bestattungsform her: Der Leichnam wird „der Erde anvertraut, damit er wieder zu Erde werde, davon er genommen ist“.[1] Deswegen wird vor allem der Begriff Beerdigung für eine religiös motivierte Erdbestattung verwendet, ist sprachlich aber gleichbedeutend.

Regionale Ausdrücke

Im bayerischen, österreichischen[2] sowie im südfränkischen Sprachraum, im Odenwald und im Meißenischen[3] ist „Leich(e)“ für die Zeremonie des Begräbnisses in Benutzung, eingeschlossen die Nachfeier. Daraus erklärt sich die Bezeichnung „Leichenschmaus“. Diese Feier steht in Ergänzung zur vorherigen Erinnerung, mit einer Rede über den Toten. Das anschließende besinnliche Beisammensein dient der geselligen Erinnerung an das Leben des Verstorbenen und der Trauerbewältigung für die Hinterbliebenen.

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In welchem süddeutschen Raum wird statt Begräbnis allgemein Gruftbestattung verwendet, dass ja eine spezielle Form der Bestattung darstellt. –K@rl 08:29, 22. Jun. 2015 (CEST)

Bevorzugt im Süden des deutschsprachigen Raums ist nach Art und Weise die Bezeichnung Gruftbestattung üblich. In Niederbayern und Teilen Oberbayerns wird Beisetzung für die Überführung des Sargs in die Totenkapelle und Beerdigung für den Transport des Sarges zum und ins Grab genutzt, der meist zwei Tage später erfolgt.

Regional sind auch weitere Bezeichnungen für die Bestattung üblich. So ist veraltend und in Österreich auch Begängnis üblich, im Meißnischen östlich von Leipzig wird sie Begrabe benannt.[4]

Geschichte

In diesem Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen: Hier fehlt noch vieles an Geschichte: Etruskischer Totenkult, Römisches Reich, Bestattungen in der Neuzeit, etc. Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.

Vorgeschichte

Die ersten (vermutlich) bewusst vorgenommenen Bestattungen fanden in den Höhlen von Qafzeh und Skhul in Israel statt und sind 90.000 bis 120.000 Jahre alt. Gelegentliche Bestattungen werden für den Neandertaler ab ca. 70.000 vor unserer Zeitrechnung diskutiert (Shanidar).[5] Bestattungen sind ein Indiz für erste metaphysische Vorstellungen.

In der akeramischen Jungsteinzeit kam es im Mittelmeerraum auch zu sogenannten Hausbestattungen, bei denen der Verstorbene unterhalb des Fußbodens der noch kleinen Wohngebäude beigesetzt wurde (so zum Beispiel in Chirokitia auf Zypern).

Tacitus schreibt über die Germanen: „Bei den Leichenbegängnissen gibt es kein Gepränge; nur darauf halten sie, dass die Leiber ausgezeichneter Männer mit bestimmten Holzsorten verbrannt werden. Den Scheiterhaufen bedecken sie weder mit Gewändern noch mit Wohlgerüchen; jedem wird seine Rüstung, manchen auch ihr Pferd ins Feuer mitgegeben. Das Grab baut sich aus Rasen auf. Denkmäler zu Ehren der Verstorbenen hoch und mühsam aufzutürmen verwerfen sie als für diese drückend. Wehklagen und Tränen legen sie rasch wieder ab, Schmerz und Betrübnis nur langsam. Für Frauen gilt das Trauern als angebracht, für Männer das Gedenken.“

Altertum

Ägypten

Besondere Verfahren entwickelten sich im alten Ägypten, wobei sich die Bestattungsriten im Jahrtausendverlauf veränderten[6] so wurden anfangs die Toten in flachen Erdgruben mit wenig Beigaben bestattet, später entwickelte sich die Bestattung in Särgen und Sarkophagen und es wurden spezielle Grabbeigaben gefertigt. Die Totenhäuser, anfangs und für niedere Beamte als Mastabas wurden unter anderem für Pharaonen zu den aufwendigen Pyramiden entwickelt.[7] Die Vorstellung von der Reise ins Jenseits bestimmte den Aufwand für die Toten, also für die Ahnen.

Griechische Antike

Im antiken Griechenland war es Brauch, dem Toten zwei Münzen auf die Augen zu legen. Sie sollten Charon als Bezahlung dienen, um die Seele des Verstorbenen sicher ins Reich der Toten zu überführen. Die Leiche wurde anschließend verbrannt.

Römische Provinzen

Die Bestattungen in den Provinzen sind zwischen Brand- und Körperbestattung zu unterscheiden, wobei die Brandbestattung in der Kaiserzeit vorherrschend war.[8] Die Bestattungsorte dabei können sehr unterschiedlich sein. Außerhalb von städtischen Siedlungen gab es sogenannte Gräberstraßen, die jedoch der Elite vorbehalten waren. Andere Bestattungen waren meist auf Bestattungsplätzen außerhalb von Siedlungen untergebracht. Im Grunde galt die Regel, dass Erwachsene immer außerhalb der Stadt begraben werden mussten, bei Kindern wurde da jedoch zum Teil eine Ausnahme gemacht.[9]

In den Gräbern findet man Ess- und Trinkgeschirr, Werkzeuge, Kleidungsreste. Seltener befinden sich dabei auch Münzen, Lampen, Öle und Salben sowie sogenannte Totenstatuen. Typische Beigaben für Frauen konnten auch Schmuck, Schmuckkästchen, Spiegel oder Kämme sein. Bei männlichen Bestattungen wurden teils Waffen gefunden, da diese jedoch unter römischer Herrschaft als Staatseigentum galten, ist dies sehr selten.[10]

Mittelalter

Das Christentum lehnte die Leichenverbrennung zugunsten der Erdbestattung ab, da auch Jesus nach seiner Kreuzigung in einem Felsengrab beigesetzt worden war. Die Totenklage wurde unter dem Eindruck des Glaubens an die Auferweckung der Toten durch Psalmengesang, Lesung und Gebet ersetzt. Die Sorge für Sterbende und Tote wurde zur Liebespflicht der Angehörigen und der ganzen Gemeinde.[11]

Bis zur ersten Welle der Friedhofsverlegungen im Verlauf des 16. Jahrhunderts fanden Bestattungen größtenteils auf Kirchhöfen statt, die die Kirchen umgaben, vereinzelt in privilegierten Grabstätten direkt in der Kirche. Die Bestattung in größtmöglicher Nähe zum Altar galt als erstrebenswert.

Es wurde ursprünglich kein ästhetischer Anspruch an die Gestaltung der Gräber oder Kirchhöfe erhoben, die liturgischen Handlungen orientierten sich an der nahe gelegenen Kirche als kultischem Zentrum. Die zuerst nur Geistlichen vorbehaltene privilegierte Grabstätte direkt in der Kirche entwickelte sich trotz mehrfacher Verbote zum käuflichen Statussymbol für die weltlichen Oberschichten.[12]

Gesetzliche Bestimmungen

Heute bestimmen eine Reihe von gesetzlichen, hygienischen und in vielen Ländern religiöse Vorschriften, wie Bestattungen durchgeführt werden müssen.

Bestattungspflicht

In Deutschland gilt Bestattungspflicht für Verstorbene und tot Geborene, nicht jedoch bei einer Fehlgeburt, für einen Fetus unter 500 Gramm.

Bestattungsgesetze und Friedhofsordnungen

Deutschland

In Deutschland ist das Bestattungswesen durch das Bestattungsrecht (in Form von Landesbestimmungen) gesetzlich geregelt, dazu gehören Bestattungsgesetze, Friedhofsgesetze, Leichenverordnungen. Kommunal oder auch durch die Religionsgemeinschaft werden diese Vorschriften in Friedhofsordnungen umgesetzt. Aus diesen Regelungen geht insbesondere hervor, dass Verstorbene auf den dafür vorgesehenen öffentlichen Friedhöfen beigesetzt werden müssen. Es können Einschränkungen zum Kreis der zu Bestattenden getroffen sein. Alternative Bestattungsformen wie die Beisetzung in einem Friedwald stellen dagegen noch Ausnahmen dar.

Es ist jedem Bestattungsunternehmer in Deutschland möglich, Begräbnisse im gesamten Bundesgebiet durchzuführen. Durch die Kommerzialisierung des Gewerbes kann es durch interne Regelungen zum Gebietsschutz kommen. Örtlich kann vom Gewerbeamt eine Neugründung eingeschränkt sein, wenn der „Bedarf“ bereits gedeckt ist. Der zur Totenfürsorge Berechtigte kann den Bestatter frei wählen. Für den Bestattungspflichtigen ist es in den meisten Fällen sinnvoll, ein Unternehmen aus der Nähe zu beauftragen. Preisvergleiche und Vertrauenswürdigkeit sind Auswahlkriterien. Eine vorhandene Bestattungsvorsorge durch den Verstorbenen hat bei der Wahl unbedingten Vorrang.

Weil die gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland und Österreich die Ausfolgung einer Aschenurne an die Hinterbliebenen in der Regel nicht zulassen, in der Schweiz oder den Niederlanden aber schon, hat sich ein Geschäftszweig des Bestattungswesens in deutschen Nachbarländern auf die Überführung Verstorbener aus Deutschland, deren Kremation und die diskrete formlose Übergabe der Urne an die Angehörigen spezialisiert.[13][14] Im Gegenzug haben sich in einigen Bundesländern, z. B. Bayern, die Bestattungsgesetze in den letzten Jahrzehnten etwas liberalisiert (siehe Bestattungsarten).

Österreich

Leichen- und Bestattungsgesetze sind in Österreich Angelegenheit der Landesgesetzgebung und variieren von Bundesland zu Bundesland. Die Webseite des Bundeskanzleramtes führt die jeweils gültige Fassung.[15] In Österreich werden die Friedhofsordnungen von den Friedhofsverwaltungen erlassen. Diese können in der Hand einer Glaubensgemeinschaft oder der Kommune liegen. Erst in den letzten Jahren wurde das Bestattungswesen dahingehend liberalisiert, dass jeder, der über den Befähigungsnachweis für das Gewerbe verfügt, ein Bestattungsunternehmen eröffnen kann. Bis 2002 war für die Erlangung einer Konzession der Nachweis des Bedarfs nötig. Durch diese Zugangsbeschränkung war der freie Wettbewerb unterbunden. Der Wegfall dieser sogenannten Bedarfsprüfung nützte überregional tätigen Unternehmen, meinen Kritiker, welche mit finanzstarken Investoren versuchten, alteingesessene Bestatter „auszusitzen“. Derartige Entwicklungen seien in Kärnten und der Steiermark zu beobachten.

Kostentragungspflicht der Hinterbliebenen

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Die Pflicht zur Veranlassung der Bestattung eines Verstorbenen (Bestattungspflicht) ist in den Bestattungsgesetzen der Länder öffentlich-rechtlich nach bestimmten Rangfolgen geregelt, wobei es Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt. Gibt es keine Bestattungspflichtigen oder übernehmen diese innerhalb der knappen Fristen der Bestattungsgesetze die Bestattung nicht, so veranlasst die örtliche Ordnungsbehörde (zumeist das Ordnungsamt) eine Bestattung und lässt sich die Kosten von etwaigen später festgestellten Angehörigen erstatten (sog. Ersatzvornahmegebühr).

Die Kostentragungspflicht der Bestattung beinhaltet die zivilrechtliche Verpflichtung, die Kosten endgültig zu tragen oder dem zu ersetzen, der die Bestattung veranlasst hat. Wichtigste Fälle sind die Kostentragungspflicht des Erben gemäß § 1968 BGB und die Kostentragungspflicht desjenigen, der dem Verstorbenen gegenüber unterhaltspflichtig war (§ 1615, § 1615m BGB). Für den Fall, dass eine andere Person für den Tod des Verstorbenen verantwortlich war, sind Erbe und Unterhaltspflichtiger berechtigt, von dieser Person die Bestattungskosten zurückzuverlangen (§ 844 BGB). Eine verschuldensunabhängige Sonderregelung für tödliche Unfälle im Straßenverkehr enthält das Straßenverkehrsgesetz (§ 10 StVG).

Seit 2004 zahlen Krankenkassen kein Sterbegeld zur Deckung der Bestattungskosten mehr. Beim Tod der Empfänger von Renten nach dem Bundesversorgungsgesetz wird unter bestimmten Voraussetzungen ein Bestattungsgeld gewährt. Kann demjenigen, der endgültig zur Tragung der Kosten einer Bestattung verpflichtet ist, die Kostentragung aus persönlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht zugemutet werden, so hat er Anspruch auf Übernahme der notwendigen Kosten der Bestattung durch das Sozialamt (§ 74 SGB XII). Örtlich zuständig ist dabei (abweichend von der üblichen Weise) das Sozialamt des Sterbeortes (§ 98 Abs. 2 SGB XII). Im Jahre 2010 kamen die Sozialämter in 22.651 Fällen für die Bestattungskosten auf; die Zahl lag um 64 % über derjenigen des Jahres 2006 (Statistisches Bundesamt).

Wird das Erbe ausgeschlagen, sind zwar zivilrechtlich keine Bestattungskosten zu zahlen, die öffentlich-rechtliche Bestattungspflicht bleibt davon unberührt. Gegebenenfalls bleibt der Erbe also im Rahmen der durch das Bestattungsgesetz geregelten Totenfürsorge dennoch bestattungspflichtig und muss (zumindest vorläufig) die Kosten tragen.

Störung von Bestattungsfeiern

Die Bestattung erfolgt typischerweise in einer rituellen Form. Es ist in Deutschland – ebenso in Österreich – verboten, Bestattungsfeiern zu stören. In Deutschland liegt der Strafrahmen hierfür bei Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, in Österreich bei Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Monaten. Rechtsgrundlage in Deutschland ist § 167a StGB, in Österreich § 191 StGB.

Arten der Bestattung

Die Bestattungskultur in Deutschland und in Europa ist schon seit einigen Jahrzehnten tiefen Veränderungen unterworfen. Traditionelle Bestattungsformen weichen immer mehr individualisierten und pluralisierten Formen der Beisetzung mit verschiedensten Kombinationen neuer und überkommener Rituale.[16]

Grundsätzlich rechtlich möglich sind in Deutschland, jedoch nicht in jedem Bundesland, folgende Bestattungsarten:[17]

Almwiesenbestattung
Anonyme Bestattung
Diamantbestattung
Eisbestattung
Erdbestattung
Felsbestattung
Feuerbestattung
Flugbestattung
Gruftbestattung
Körperspende
Luftbestattung
Naturbestattung
Öko-Bestattung
Seebestattung
Weltraumbestattung
Wiesenbestattung
vergrößern und Informationen zum Bild anzeigenSchematische Darstellung von in Europa und Asien üblichen Bestattungsarten

Der besondere Prozessablauf des Einäscherns wird Feuerbestattung genannt. Einige Formen der Beisetzung werden nach den besonderen Orten benannt: Seebestattung, Flussbestattung, Baumbestattung, Luftbestattung.

Erdbestattung

Grab mit Blumenschmuck nach einer Beerdigung

Die Sargbestattung des Leichnams erfolgt typischerweise in der Erde eines Friedhofs oder einer dementsprechenden vorbereiteten Fläche. Die Beisetzung erfolgt dabei in einem

Einzelgrab, als Wahlgrab oder in Reihenfolge als Reihengrab in jeweils gesonderten Stätten oder einem
Gemeinschaftsgrab, üblicherweise bei Familien, indem mehrere Bestattungsfälle über einen längeren Zeitraum an derselben Stelle erfolgen.
In Krisenzeiten werden notfalls mehrere Leichname in einem Massengrab beigesetzt, hierbei wird keine Trennung der Bestattungsfälle vorgenommen.
Je nach Region oder Kulturkreis, oder aber für besonders würdige Bestattungen wird der Sarg in einem ummauerten Grab (Gruft) oder in einem Mausoleum beigesetzt.
Bis in die frühe Neuzeit wurden gesellschaftliche Außenseiter, darunter Exkommunizierte und Suizidenten, entwürdigenden Formen einer Sonderbestattung unterworfen. Häufig wurden sie ohne jede Zeremonie und unter diskriminierenden Maßnahmen beigesetzt oder verscharrt (Eselsbegräbnis).

Feuerbestattung (Kremation)

Urnenwand

Bei der Feuerbestattung wird der Leichnam im Krematorium verbrannt. Die Trauerfeier kann vor der Einäscherung am Sarg oder nach der Einäscherung an der Urne zelebriert werden. Nach der Kremation erfolgt die Beisetzung der Asche mit oder ohne Urne in verschiedenen Formen:

in der Erde, gewöhnlich auf einem umgrenzten, dafür vorgesehenen Friedhof
im Wurzelbereich von Bäumen oder auf Bergwiesen, für diese in jüngster Zeit üblicher gewordene Form werden schnell abbaubare Urnen benutzt. Solche Naturbestattungen sollen den Kreislauf zu neuem Leben symbolisieren
in einer Urnenwand (Kolumbarium) oder in Nischen der Friedhofsmauer können Urnen eingestellt werden, eine schon bisher im mediterranen Raum vorherrschende Bestattungsform, die zunehmend in Nutzung kommt
ohne eine Überurne, direkt aus der Aschekapsel, erfolgt das Verstreuen der Asche auf einer ausgewiesenen Aschestreuwiese als anonyme Bestattung, auf See oder aus einem Ballon.

Sonderformen der Nutzung eines Teils der Asche in der Nachfolge einer Feuerbestattung sind die Umformung etwaigen amorphen Kohlenstoffs der Asche zum Diamanten als Erinnerungsstück. In exklusiven Fällen wird ein geringer Teil der Asche mit Raketen in den Weltraum befördert und dort der Ewigkeit übergeben, während der Hauptteil in der üblichen Form bestattet wird.

Um eine Bestattungspflicht der Asche symbolisch zu umgehen gibt es auch die Möglichkeit, einen (geringen) Anteil der Asche aus der Feuerbestattung gesondert in Miniurnen den Nachkommen zu überlassen.

Nach Angaben von „Aeternitas“ (Frühjahr 2011) werden immer mehr der Toten in Deutschland eingeäschert. Die Feuerbestattung ist im Norden und Osten weiter verbreitet als im Süden, wo die Bestattung im Sarg noch stark vertreten ist. Jedoch liegt auch in den katholisch geprägten Regionen Deutschlands die Feuerbestattung ungefähr gleichauf mit der Erdbestattung.[18] Für 2008 bis 2011 lag der Anteil der Einäscherungen etwa bei 55 % in Deutschland, noch Ende der 1990er Jahre bei einem Drittel. Im Osten Deutschlands liegt der Anteil der Einäscherungen bereits über 80 Prozent. Im Übrigen ist bekannt, dass der jeweilige Anteil der Urnenbestattungen von Region zu Region stark schwankt. Die Zahl der Feuerbestattungen in München lag 1990 bei 37 Prozent und 2009 bei 58 Prozent.[19] In Berlin stiegen die Anteile vom Jahr 1965 zum Jahr 1990 im Westteil von 45,1 % auf 65,1 % und im Ostteil von 53,3 % auf 72,6 %.[20]

Flussbestattung

Eine Sonderform der Bestattung stellt die Bestattung auf beziehungsweise in einem Fluss nach vorheriger Kremation dar. In Deutschland ist diese Form der Bestattung gesetzlich nicht erlaubt.[21] Die Bundesländer regulieren in jeweiligen Landesgesetzen die erlaubten Bestattungsformen, und alle deutschen Länder gehen davon aus, dass eine Flussbestattung in Deutschland (zumindest noch) nicht zur historisch gewachsenen hiesigen Bestattungskultur passt. In Indien werden die Verstorbenen traditionell öffentlich kremiert und anschließend dem Ganges übergeben.[22]

Wer in Deutschland eine Flussbestattung wünscht, wird in der Regel kremiert und dann in den Niederlanden, zum Beispiel in Maas, Waal oder Ijssel, oder in der Schweiz beigesetzt. Im Unterschied zur Seebestattung ist für die Angehörigen hier eher ein Ort der Trauer gegeben als auf hoher See. Hinterbliebene können leichter zur Stelle der Beisetzung gelangen und dort von einem Boot aus oder am Ufer die räumliche Nähe zum Verstorbenen suchen. Eine Flussbestattung muss daher nicht einen gänzlich anonymen Charakter haben.

Die deutsche Gesetzgebung in den Ländern hat dieser Entwicklung bislang noch keine Rechnung getragen, sodass eine Flussbestattung bislang nur in den angrenzenden Ländern der Niederlande, Belgien und der Schweiz[23] möglich ist. Deutsche Bestatter bieten hier bereits oft entsprechende Dienstleistungen an.[24]

Öko-Bestattungen

Alternativ zu den bisherigen Bestattungsformen gewinnt der Gedanke des Naturschutzes an Einfluss. Der Trend zur „Öko-Bestattung“ findet ausgehend von den USA Verbreitung, und zwar einerseits als, andererseits in der „Unterwasserbestattung“. Diese neuen Entwicklungen werden durch den Flächenverbrauch herkömmlicher Methoden gefördert, wobei Umweltfreundlichkeit nicht durchgehend beachtet wird.

Der „Green Burial Council“ (dessen Mitglied auch die „Neptune Society“) setzt sich für eine „Neue Ethik“ bei Bestattungen ein, worunter beispielsweise giftfreie Sarglackierung, biologisch abbaubare Urnen und die Umwelt wenig belastende Bestattungsformen verstanden werden.[25]

Alkalische Hydrolyse

Im Falle der Alkalischen Hydrolyse (Resomation) wird der Verstorbene in einem Edelstahltank in Kalilauge bei 170 °C eingelegt. Der Leichnam einschließlich des Sargs löst sich innerhalb von zwei bis drei Stunden völlig auf. Dadurch entsteht eine weitgehend rückstandsfreie und sterile Flüssigkeit, die in einer Abwasserreinigungsanlage nachbehandelt wird. Verbleibende Knochen werden gemahlen und in einer Urne übergeben. Diese Methode aus der Tierkadaver-Beseitigung wurde von den Schotten Sandy Sullivan und Craig Sinclair für eine ethisch-humane Form in einem Start-Up-Unternehmen umgesetzt.[25] Diese flüssige „Bio-Kremierung“ soll 85 Prozent weniger Energie gegenüber einer Feuerbestattung verbrauchen, erzeugt keine Toxine und Furane und verringert den Flächenverbrauch gegenüber der Erdbestattung. Belastbare Ökobilanzen liegen nicht vor. Das Verfahren ist in Kanada, Großbritannien und Australien zugelassen. In den USA ist es in acht Bundesstaaten zugelassen, in 17 laufen Zulassungsverfahren.[25]

Neptune Memorial Reef

„The Neptun Society“ schuf an der Küste Floridas das Neptune Memorial Reef – aus der, nach der Feuerbestattung, erhaltenen Asche (Phosphate, Carbonate) wurde ein Unterwasserbau erschaffen. Dieses Riff gilt als umweltfreundlich, da es Korallen und Meerestieren einen neuen Lebensraum bietet,[26] und diese „Öko“-Methode wird bereits aktiv eingesetzt.

Promession

Promession ist eine Form des Wasserentzuges durch Schockfrosten und anschließende Kompostierung, um die mineralischen Bestandteile abzusondern. Zu diesem Zwecke hat die schwedische Biologin Susanne Wiigh-Mäsak mit ihrem Gatten Peter die Firma „Promessa Organic AB“ gegründet. In diesem Verfahren sollen Verstorbene zunächst anderthalb Wochen bei −18 °C gekühlt werden, anschließend kommt der Leichnam bei −196 °C in flüssigen Stickstoff. Dadurch sollen die etwa 70 % Wasser des Körpers entzogen werden und der Körper versprödet, sodass er durch Rütteln zu etwa 30 Kilogramm Pulver zerfällt. Restliches Wasser wird dann im Vakuum entzogen. Ein geruchloses Pulver soll im kompostierbaren Sarg aus Mais- oder Kartoffelstärke beigesetzt werden und ist innerhalb von zwölf Monaten zu Humus zersetzt und so wieder im Naturkreislauf. Der so verkürzte Prozess der Verwesung (die bei einer Erdbestattung auch weit länger als 20 Jahre dauern kann: Wachsleiche) bringt eine Verringerung des Flächenverbrauchs mit sich. Die Umsetzung dieser Bestattungsform ist jedoch noch nicht über die Ankündigung hinausgekommen. Ein britischer Lizenznehmer ist wieder zurückgetreten: „Die Entwicklung ist in der Konzeptphase stecken geblieben“.[25]

Anonyme Bestattung

Namensstelen an einem Gemeinschaftsgrab, Friedhof Stuhr-Moordeich

Die anonyme Bestattung als Bestattungsform einer namenlosen Bestattung ist die meist kostengünstigste Bestattungsart. Sie kann dem Schutz der Grabstätte oder der Angehörigen dienen oder vermeiden, dass eine Stätte zum unerwünschten Wallfahrtsort wird. Im öffentlichen Sprachgebrauch bezeichnet die anonyme Bestattung oft eine Bestattung, bei der weder ihr Ort noch Zeitpunkt öffentlich bekannt ist. Nichtidentifizierbare Verstorbene werden ebenfalls anonym bestattet, beispielsweise Kriegs- oder Katastrophenopfer oder Anschauungsobjekte der Anatomie und Pathologie oder aus Lehrsammlungen.

In jüngster Zeit wird der Begriff “anonyme Bestattung” auch auf Sarg- oder Urnenbegräbnisse in Gemeinschaftsgräbern ausgedehnt, wenn zum Beispiel kein Geld zum Erwerb einer individuellen Grabstätte hinterlassen wurde bzw. keine Hinterbliebenen vorhanden sind, die sich der Grabpflege widmen können. Bisweilen können der Name und die Lebensdaten des Verstorbenen gegen eine Gebühr auf einer Namenstafel eingetragen werden, so dass die Bezeichnung “namenlose Bestattung” im strengen Sinn nicht mehr zutrifft. Durch die sozioökonomische Entwicklung und die zunehmende Säkularisierung der Bevölkerung wird die “namenlose Beisetzung” in einem Gemeinschaftsgrab in manchen Gemeinden zur vorherrschenden Bestattungsform.[27]

Himmelsbestattung

Himmelsbestattung ist eine religiös begründete und von den Naturbedingungen definierte Form der Bestattung. Sie spielt in fernöstlichen Regionen noch eine gewisse Rolle. Bei den Parsen erfolgte die Bestattung auf den Türmen des Schweigens, wo die Leichname dem Fraß durch Greifvögel ausgesetzt waren und nur Skelette verblieben.

Alternativen zur Bestattung

Kryonik

Kryostase ist die Konservierung bei tiefen Temperaturen (unter −125 °C), um in der Zukunft eine Wiederbelebung zu ermöglichen. Von Anhängern der Kryonik wird die Meinung vertreten, dass die Todeskriterien der heutigen Medizin fehlerhaft seien. Es seien oft keine körperlichen Veränderungen eingetreten, die ein Weiterleben grundsätzlich ausschließen. Vielmehr unterstellen die Anhänger, dass lediglich mit heutigen medizinischen Mitteln nicht behandelbare Komplikationen vorliegen, und nur deren fehlende Behandlungsmöglichkeit führe zu einer endgültigen Vernichtung des betroffenen Menschen.

Die Anhänger der Kryonik konservieren deshalb Menschen und hoffen, dass in Zukunft die Möglichkeit bestehen wird, nach heutiger Definition Tote zu behandeln und ohne weitere Eingriffe am Leben zu erhalten. Beispielsweise hat sich das früher angewandte Kriterium des Herztodes nach Einführung von Herz-Lungen-Maschinen als unzureichend erwiesen und wurde durch das Kriterium des Gehirntods ersetzt. Deshalb halten Kryoniker einen Menschen erst dann für tot, wenn sich das Gehirn so weit zersetzt hat, dass die darin gespeicherten Informationen endgültig verloren sind und aus prinzipiellen Gründen auch mit fortschrittlichster Technologie nicht wiederherzustellen sind. Dieser „informationstheoretische Tod“ soll unter Normalbedingungen erst einige Stunden nach dem klinischen Tod eintreten.

Körperspende

Die Übergabe der Leiche an die Anatomie zu Forschungs- oder Präparationszwecken oder für die Hilfe von bedürftigen Kranken ist eine Möglichkeit der weiteren Vorgehensweise. Eventuell verbliebene Reste werden von den begünstigten Institutionen anschließend bestattet.
In neuerer Zeit verlangen, auch vor dem Hintergrund der gestiegenen Kosten, die meisten Institute, die Körperspenden annehmen, dass die Bestattungskosten vorab vom Körperspender aufgebracht werden.

Das Präparieren einer Leiche zu wissenschaftlichen oder medizinischen Zwecken ist keine Bestattung, da der Tote vorher als „(verstorbenes) Lebewesen“ entwidmet wird, symbolisch also von der Seele befreit ist.

Bestattungsvorgang

Die Leichenschau ist die amtliche Feststellung des Todes.
Die Bestattung beginnt mit der Abschiednahme vom Toten. Dies kann durch verschiedene Handlungen, wie Aufbahrung (zu Hause, in einer Aufbahrungshalle oder Kirche), Leichenwaschung, Ankleiden, Einsargen begleitet sein.
Der nächste Schritt der Bestattung ist meist eine würdig gestaltete, ritualisierte Zeremonie zur Erinnerung an den Verstorbenen. Diese kann als Gottesdienst in Kirche oder Kapelle (Kirchliche Bestattung) oder in weltlicher Form als Totenfeier (Weltliche Trauerfeier) – zum Beispiel in einer Feierhalle – stattfinden. Hierbei wird mittels Musik oder Redner die Erinnerung an den Verstorbenen wahrgenommen. In manchen Fällen gibt es gesonderte Bestattungsformen, zum Beispiel das Begräbnis mit militärischen Ehren.
Die Bestattung wird oft am Ort der Aufbewahrung – das „Aufnehmen“ – in der Erde oder in einer Gruft einem Grabhaus oder einem Mausoleum – fortgesetzt. Das Herablassen des Sarges in die Gruft ist die (eigentliche) Beerdigung oder das Begräbnis. Ist die Gruft, die den Sarg aufnahm, geschlossen, spricht man vom Grab.
Direkt beim Einsetzen des Sarges oder nach dem Begräbnis folgt mitunter die Zeremonie der Beileidserklärung von Anwesenden gegenüber den engsten Angehörigen des Verstorbenen.

Bei einer Feuerbestattung kann die Abschiednahme vor oder nach dem Kremieren stattfinden. Vom Verstorbenen verbleiben im Weiteren nur die mineralischen Anteile, dies ist keine Beerdigung im engeren Sinne. Beim Beisetzen der Urne kann die Grabrede mit einer „Urnenfeier“ folgen.

Bedeutung von Ritualen und Trauerbewältigung

Das Ritual der Bestattung dient vorrangig der Trauerbewältigung der Angehörigen. In unterschiedlichen Kulturkreisen gibt es dafür eigene Formen. Ein Teil dieser Bewältigung ist die Trauerrede oder gemeinsames Essen mit den Trauernden im Anschluss an die Beerdigung. Je nach der Vorstellung über ein Weiterbestehen, Wiederaufleben oder Vergänglichkeit nach dem körperlichen Tod ergeben sich unterschiedliche Bestattungsgewohnheiten oder Bestattungsvorschriften.

Die Abschiednahme am offenen Sarg kann in verschiedenen Formen erfolgen. In Deutschland ist dies in Schauräumen möglich, aber oft wird die Zustimmung des lokalen Gesundheitsamtes gefordert. Die Begleitung im offenen Sarg bis zur Gruft ist hier nicht möglich. In Russland, in Großbritannien und in den USA bei ausgewählten Glaubensgemeinschaften ist es erlaubt oder sogar üblich. Die Hintragung zum Grab im offenen Sarg (Armenien) oder mit einem Sargfenster über dem Kopf (etwa in Mexiko) sind kulturbedingte Varianten.

Die Bestattung ist abgeschlossen, sobald das benannte Ritual endet. Nachfolgende Vorgänge gehören nicht mehr zur Bestattung. Das Aufstellen von Grabmalen in unterschiedlicher Ausführung, mit Aufschriften und das Anlegen von Grabanlagen gehören nicht zur Bestattung. Kommt es wegen der Umsiedlung der Nachkommen, Friedhofsschließungen oder aus anderen Gründen zur Umbettung, so können die Bestattungsriten wiederholt werden, wenn die Vorstellung einer Wiederbestattung besteht.

Weltanschauliche und religiöse Gestaltungsformen

In Deutschland finden nach Schätzungen des Bundesverbands Deutscher Bestatter von 800.000 Bestattungen jährlich rund 500.000 als christliche Bestattungen statt, jeweils zur Hälfte katholisch und evangelisch, 250.000 werden von freien Trauerrednern gestaltet, die restlichen sind anonym oder ohne professionelle Begleitung.[28]

Weltliche Bestattung

Hauptartikel: Weltliche Trauerfeier

Falls der Verstorbene keiner Religionsgemeinschaft angehört hat oder eine religiöse Feier zur Bestattung nicht gewünscht wird, kann im Rahmen der Bestattung eine weltliche Trauerfeier stattfinden, die meist von einem freien Trauerredner oder einem Redner einer Weltanschauungsgemeinschaft geleitet wird.

Christliche Bestattung

Aufgebahrter Sarg in einer Kapelle, Schweden
Hauptartikel: Kirchliche Bestattung

Angehörige von christlichen Religionsgemeinschaften werden nach ihrem Tode üblicherweise auf Friedhöfen im Rahmen einer kirchlichen Bestattung beigesetzt.

Die Bestattungsfeier besteht traditionell aus drei Teilen: der Aussegnung oder Eröffnung im Trauerhaus, dem Gottesdienst in der Kirche oder Kapelle, der Beisetzung am Grab. Vielfach beschränkt sich die kirchliche Trauerfeier heute jedoch auf die beiden letzteren Teile.

Wesentlicher Bestandteil der kirchlichen Bestattung ist die Verkündigung der Auferstehungshoffnung. Die Erinnerung an das Leben des Verstorbenen wird eingebettet in die gottesdienstlichen Formen von Gebet, Lied und Segen.

Islamische Bestattung

Hauptartikel: Islamische Bestattung

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Im Islam gibt es genaue Regeln für die Begleitung beim Sterben.[29] Die Gebete, die rituelle Waschung des Leichnams und die Beerdigung sind im Ablauf festgeschrieben. Der oder die Sterbende soll in ruhiger, respektvoller Weise an das Glaubensbekenntnis erinnert werden: »Es gibt keine Gottheit außer Allah, Mohammed ist sein Prophet.« Der Leichnam einer Frau soll von Frauen, der eines Mannes von Männern gewaschen werden. Anschließend wird er in Leinentücher gewickelt. In diesen Tüchern, also ohne Sarg, soll er ins Grab gelegt werden. Rechtsseitig oder auf dem Rücken liegend geht die Blickrichtung nach Mekka. Die Bestattung soll unverzüglich, möglichst noch am Sterbetag, erfolgen.[30] Die Achtung vor dem Toten erfordert die Bestattung vor allen anderen Geschäften. Am Grab soll jede Geschäftigkeit unterbleiben, die Totenruhe sowie die Vermeidung von Personenkult haben Vorrang. Nahezu jede Form des Grabschmucks und der Grabpflege haben zu unterbleiben. Für gläubige Muslime ist die Erdbestattung die einzig mögliche Bestattungsform. Die Feuerbestattung ist im Islam nicht zugelassen.

Die Bestattungsriten erklären sich aus Zeit der Verkündung des Koran, als die arabischen Völker als Hirten und Nomaden in Steppen- und Wüstengebieten lebten. In Deutschland kollidieren die islamischen Bestattungsbräuche mit den rechtlichen, meist staatlichen Regeln einer Gesellschaft mit christlicher Tradition.

Die erste Generation muslimischer Migranten hatte noch starke Bindungen zu ihrer Heimat. Seit den 1970er Jahren sind Erwachsene aus der geschlossenen islamischen Kultur nach Deutschland gezogen. Den Widersprüchen zwischen islamischer Tradition und deutschem Friedhofsrecht ausweichend ließen die Angehörigen in der Regel den Leichnam überführen. Im Heimatland wurde der Tote traditionell begraben. Mit der zunehmenden Zahl muslimischer Migranten in Deutschland entstand der Wunsch nach einer Bestattung in Deutschland. Dennoch bestanden die muslimischen Regeln für die Bestattung. Ab Ende der 1990er Jahre entstanden islamische Gräberfelder auf deutschen Friedhöfen.

Islamische Regeln

Grundsätzlich ist die abweichende islamische Tradition bei Bestattungen im deutschsprachigen Raum zu beachten.
Die Bestattung sollte am Todestag stattfinden können.
Der Friedhof benötigt einen Raum für die rituelle Waschung.
Das Gräberfeld muss ermöglichen, dass der Tote mit dem Gesicht nach Mekka (Qibla) weist. Der Winkel ist auf den Bruchteil des Grades, also auf Minuten genau, einzuhalten.
Die Grabstätte muss sich in „jungfräulicher“ Erde befinden, in der noch keine andere Bestattung stattgefunden hat.
Es wird ohne Sarg nur im leinenen Leichentuch bestattet.
Weitere Vorschriften aus der Tradition sind zwischen Schiiten und Sunniten unterschiedlich.
Es ist ein „ewiges Ruherecht“ vorzusehen.
Grabschmuck oder Grabpflege sind nicht üblich.

Unbegrenzte Liegefrist

Die auf deutschen Friedhöfen geltenden Ruhefristen stehen den islamischen Regeln entgegen. Das Nutzungsende könnte auf Antrag (nur jeweils) verlängert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass von Beginn an verlängerbare Grabstellen gewählt werden. Eine strenge „ewige Nutzung“ ist so nicht gewährleistet. Die Religionsvorschriften schreiben zwar die ewige Ruhe nur symbolisch vor. Es darf aber keine Fläche sein, die zukünftig nicht mehr pietätsbefangen wäre, also in sonstiger Form genutzt wird. Auf islamischen Grabfeldern sollte ausgeschlossen sein, dass je andere Nutzungen stattfinden.

Tagesgenaue Bestattung

Das islamische Gebot, noch am Sterbetag zu bestatten, widerspricht der gesetzlichen, also unabhängig vom Friedhof bestehenden, Vorschrift, nach dem Tod eine Wartezeit bis zur Bestattung einzuhalten, in der Regel mindestens 48 Stunden.

Sarglose Bestattung

Nach deutschen Bestattungsgesetzen besteht neben dem Friedhofszwang eine Sargpflicht für Erdbestattungen. Dies kollidiert manchmal mit religiösen Vorschriften der zu Bestattenden. Meist wird in der Praxis der Leichnam bis unmittelbar ans Grab in einem Sarg transportiert, dann ohne Sarg, nur in den Leichentüchern, ins Grab gelegt, so in NRW oder Hessen. Prinzipiell sind Einzelgenehmigungen aus religiösen Gründen von der jeweils zuständigen Behörde, meist dem Gesundheitsamt, möglich.

Das Land Berlin lockert mit dem „Gesetz zur Integration und Partizipation“ das Bestattungsgesetz durch die Abschaffung der Sargpflicht. Diese Regelung ist an keine bestimmte Religion gebunden. Voraussetzung ist aber, dass auf dem Friedhof ein Grabfeld für die sarglose Bestattung ausgewiesen wird. Die Entscheidung über die Ausweisung entsprechender Grabfelder liegt in der Zuständigkeit der jeweiligen Friedhofsträger. § 18 des Berliner Bestattungsgesetzes soll dahingehend geändert werden: „abweichend von der Pflicht…, in einem Sarg zu bestatten, können Leichen aus religiösen Gründen auf vom Friedhofsträger bestimmten Grabfeldern in einem Leichentuch ohne Sarg erdbestattet werden“.[31] Auch Baden-Württemberg hat den Sargzwang für die Beisetzung aufgehoben, nicht aber für den Transport des Leichnams.

Gesonderte Bestattungsunternehmen sind in der Lage, islamischen Grundsätzen zu folgen. Sie verfügen oft über die notwendigen Einzelgenehmigungen. Sind besondere Grabfelder für islamische Bestattungen geschaffen, kann man davon ausgehen, dass die Einhaltung der Bestattungsregeln möglich ist. Andernfalls ist der Leichnam schnellstmöglich (per Flug) in seine Heimat bzw. ein islamisches Land zu transportieren, damit er noch am gleichen Tage in die Erde gebettet werden kann.

Jüdische Bestattung

Hauptartikel: Jüdische Bestattung und Jüdischer Friedhof

Da der Tote im Grab bis zur leiblichen Auferstehung am jüngsten Tage ruht, ist Erdbestattung vorgeschrieben. Diese muss so schnell wie möglich nach dem Tode erfolgen, da die Seele erst dann aus der ewigen Ruhe aufsteigen kann. Mit dem Tod sind alle Juden wieder gleich, die Kleider sind weiß und der Sarg ist außerhalb Israels eine einfache Holzkiste. Das weiße Totengewand nennt sich Sargenes oder Kittel[32]. Um die Gleichheit aller im Tod deutlich zu machen, darf der Sarg nicht mit Silber oder sonstigem Schmuck verziert werden. In der heiligen Erde Israels werden die Toten im Leinengewand beigesetzt, außerhalb Israels wird symbolisch eine kleine Menge der heiligen israelischen Erde oder ein Stein aus Israel in den Sarg mitgegeben.[33] Weder mit Musik noch mit Blumen wird die Beerdigung herausgehoben. Gewaschen und bekleidet wird der Tote durch die heilige Bruderschaft, die Chewra Kadischa. Für die Begräbnisriten ist ein Minjan erforderlich. Beim Begräbnis werden Psalmen zitiert und im Kaddisch-Gebet die Herrlichkeit HaSchems (Name Gottes, wie er für das Gebet verwendet wird, da er weder geschrieben noch unnütz ausgesprochen werden darf) beschworen. Die Trauergäste werfen Erde auf den Sarg, Männer stehen am Grab, dahinter die Frauen. Männer tragen eine Kippa.[34] Die Trauernden werden in der sozialen Gemeinschaft gehalten, es erfolgen gemeinsame Essen und es wird Trost gespendet. Für die Einhaltung der Vorschriften gibt es gesonderte jüdische Friedhöfe; auf vielen städtischen Friedhöfen gibt es besondere jüdische Grabfelder, um die ewige Ruhe zu ermöglichen. Die Hinterbliebenen sollen nach der Beerdigung eine siebentägige Trauerwoche (Schiv’a) einhalten.

Hinduismus

Unter diesem Begriff wird eine Reihe unterschiedlicher religiöser Vorstellungen und Rituale verstanden und so sind die Bestattungsregeln nach Tradition, Familie und Kaste unterschiedlich. Einheitlich ist, dass der Tod die Wiedereinkehr in den Kreislauf der Wiedergeburt ist. Der Sterbende soll nicht allein gelassen sein, durch ein Mantra soll seine Seele möglichst rein gehalten werden. Der Körper des Toten wird gewaschen und es wird ein Totengebet gesprochen. Die Leichen der Verstorbenen werden eigentlich öffentlich verbrannt, was nach dem Bestattungsrecht in Mitteleuropa nicht möglich ist. Hindus werden immer kremiert, die Verbrennung wird in Europa im Krematorium durchgeführt. Die Totenvorbereitung erfolgt im Krematorium, was eine gesonderte Abteilung erfordert. Hindus werden oft nach Indien überführt, um sich traditionsgerecht bestatten zu lassen.

Buddhismus

Der Ritus erfordert, dass der Tote zunächst im Hause aufgebahrt wird, auch wenn er im Krankenhaus verstorben ist. Hier erfolgt die Abschiednahme durch Nachkommen und Trauergäste in gemeinsamen Gesängen und Liedern, wie dem Herz-Sutra. Die Abschiedsfeier im Hause erfordert meist eine besondere behördliche Genehmigung. Die Anwesenheit buddhistischer Mönche bei der heimatlichen Abschiedszeremonie mit Gebeten und Ritualen wird deshalb in Mitteleuropa oft in nahe gelegene Klöster verlegt. Aber auch die Trauerhalle eines Friedhofes ist grundsätzlich geeignet. Der Tote wird verbrannt und die Asche wird beerdigt, also im Wortsinn der Erde übergeben.[35]

Kosten einer Bestattung

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Die Belege für die angegebenen Kosten usw. sind zT fast 10 Jahre alt oder fehlen ganz. Stiftung-Warentest-Daten von 2004 dürften heute nicht mehr valide sein.

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Die bei einer Bestattung von den Hinterbliebenen zu erstattenden Kosten verteilen sich auf folgende Leistungen

Gebühren und Fremdleistungen
Bestattungsgrundgebühr
Grabnutzungsgebühr
Einrichtung oder Verlängerung des Nutzungsrechtes
Kremierung und Urnenbeisetzung
Benutzung der Friedhofseinrichtungen
Gebühren für Behörden und Kirche
Aufbewahrungsgebühren
Sonstige Kosten
Überführungskosten
Sarg oder Urne
Blumenschmuck
Trauerdrucksachen
Redner, Träger, musikalische Umrahmung
ärztlicher Leichenschauschein
private Kosten
Trauerkleidung
Leichenschmaus
Nachfolgekosten, diese können über die Ruhezeit jährlich oder als Gesamtsumme mit der Bestattung anfallen.
Grabpflege durch den Nutzungsberechtigten für die gesamte Ruhezeit oder als Dauerpflege durch einen Friedhofsgärtner
Grabstein vom Steinmetz
Erstellen des Fundamentes, Beschriftung
Grabeinfassung
Entfernen des Grabmals nach Ende der Ruhezeit
Umbettung im Zuge persönlicher Ortsveränderungen.

Für eine nach derzeitigem Verständnis als „würdig“ anzusehende Erdbestattung werden in Deutschland ab 1800 Euro bis weit über 10.000 Euro aufgewandt. Die Gebühren des Friedhofsträgers für die Grabstelle sind in Statuten und Verordnungen festgeschrieben. Bei den Gebühren sollte beachtet werden, dass teilweise jährliche Gebühren, an anderer Stelle aber eine Gesamtsumme für die Nutzungsdauer gebildet ist.

Die einmaligen Nebenkosten beim Bestatter können dabei stark schwanken, Bestattungsunternehmen sind Wirtschaftsunternehmen. Durch Paketpreise oder Individualberatung ergeben sich höchst unterschiedliche Kalkulationen. Die Kosten für den Bestatter, der alle Formalitäten erledigt, können zwischen 700 und 5000 € liegen.

Ist eine einfache Urnenbestattung ohne Sargfeier geplant, so genügt oft ein preiswerter Verbrennungssarg für knapp 100 Euro. Die ersparten Kosten, statt über 1000 Euro für einen teuren Eichensarg, können für andere Ausgaben eingesetzt werden, etwa die Trauerfeier. Der Blumenschmuck einer Urnengemeinschaftsanlage muss wegen der kleineren Fläche bescheidener sein als bei der Bestattung in einem Familiengrab, einer Doppel- oder Dreifachwahlstelle.

Bestattungsunternehmen sind vielfach wegen ihrer geschäftlichen Praxis kritisiert worden.[36]

Die Stiftung Warentest veröffentlichte im November 2004 die Ergebnisse einer Untersuchung, in die „elf Anbieter, die in mindestens einer Stadt ab 500.000 (West) bzw. 450.000 (Ost) Einwohnern und mit insgesamt mindestens zehn Geschäftsadressen in den ‚Gelben Seiten‘ bzw. im Internet vertreten waren“, außerdem „eine Gruppe von neun Berliner Bestattern ohne Filialnetz sowie neun Bestatter, die ihr Angebot über das Internet … vermarkten“ einbezogen wurden. Vor allem die hohen Preisunterschiede für die gleiche Leistung bei verschiedenen Anbietern fielen dabei auf; sie betrugen für eine einfache Erdbestattung zwischen 499 und 1570 Euro für die Bestatterleistung. Die meisten Bestatter gingen im Test auf den Wunsch nach einer möglichst preisgünstigen Bestattung nicht ein, sondern erstellten ein sehr viel umfangreicheres Angebot. Kein untersuchtes Unternehmen schnitt bei der Kostentransparenz besser als „befriedigend“ ab, zwei große Bestatter sogar nur mit „mangelhaft“. „Detaillierte Kostenvoranschläge sind in der Branche nicht selbstverständlich.“ Preise werden dem Test zufolge nur sehr selten öffentlich gemacht.[37]

Um Kosten zu sparen, weichen Hinterbliebene zunehmend auf Discounter im Internet aus. Aber auch hier haben Verbraucherschützer vor überhöhten Kosten gewarnt. In einem DPA-Bericht hieß es im Jahr 2005, nur wer sich mit dem Basisangebot eines solchen Bestatters zufriedengebe, könne Kosten sparen.[38]

Durch Eigenleistungen können Angehörige die Bestattungskosten um einige hundert Euro senken. Hält ein Angehöriger des Verstorbenen die Trauerrede, können bis zu 400 Euro eingespart werden. Auch die musikalische Gestaltung der Trauerfeier kann von einem Familienmitglied oder Freund übernommen werden. Die Kosten für einen Musiker entfallen damit ebenfalls. Grundsätzlich können Angehörige bei fast allen Bestatterleistungen mithelfen. Durch Eigenleistungen können Angehörige nicht nur Kosten sparen, sondern auch einen persönlicheren Abschied gestalten, der bei der Trauerbewältigung hilft. Sind Eigenleistungen gewünscht, können diese mit dem Bestatter besprochen werden.

Besondere Bestattungswünsche verursachen mitunter höhere Kosten. Für eine Baumbestattung sind leicht abbaubare Urnen nötig, die es in sehr anspruchsvoller und dekorativer Ausführung gibt. Für Wiesen-, Seebestattungen, Ballonbestattungen oder die sogenannten Diamantbestattungen bieten Bestatter oft Festpreise, da sie nur Wiederverkäufer sind. Für eine „kryonische Aufbewahrung“ (also das Einfrieren) entstehen Kosten bis zu 200.000 Dollar.

Kostengünstig ist eine Körperspende, da die oben aufgeführten Gebühren vom Anatomischen Institut ganz oder teilweise beglichen werden.

Auch wenn Krankenhäuser und Pflegeheime Verträge mit Bestattungsunternehmen zur Überführung auf den Friedhof haben, steht dem Angehörigen das Recht der freien Wahl des Bestatters zu. Wenn der Hinterbliebene nicht ausdrücklich zugestimmt hat, muss er in der Regel die Abholung vom Heim durch den „Vertragsbestatter“ nicht bezahlen.[39]

Bei der Erbschaftsteuer können für Nachlassverbindlichkeiten (darunter auch Bestattungskosten) pauschal 10.300 Euro abgezogen werden, ein höherer Betrag ist gegen Nachweis möglich. Die Pauschale wird jedoch aufgeteilt, wenn mehrere Erben die Kosten gemeinsam tragen. Die Höhe richtet sich in diesem Fall nach dem Erbanteil. Sollte die Erbschaft für die Kosten nicht ausreichen, können außergewöhnliche Belastungen entstehen.

Siehe auch

Akademisches Leichenbegängnis
Bestattungspflicht
Herzbestattung
Kinderbegräbnis
Museum für Sepulkralkultur
Tierbestattung
Trauerzug

Literatur

Dominic Akyel: Die Ökonomisierung der Pietät. Der Wandel des Bestattungsmarkts in Deutschland. Campus, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-593-39878-5.
Philippe Ariès: Geschichte des Todes. 11. Auflage, Hanser, München/Wien 2005
Thorsten Benkel, Matthias Meitzler: Sinnbilder und Abschiedsgesten. Soziale Elemente der Bestattungskultur. Hamburg 2013, ISBN 978-3-8300-6177-9
Claudia Denk, John Ziesemer (Hrsg.): Der bürgerliche Tod: Städtische Bestattungskultur von der Aufklärung bis zum frühen 20. Jahrhundert. Verlag Schnell & Steiner, März 2007, ISBN 978-3-7954-1946-2.
Wolfgang Fauth: Bestattung. In: Der kleine Pauly. Band 1 (1979), Sp. 873–876.
Heinzpeter Hempelmann u. a. Hrsg.: Handbuch Bestattung: Impulse für eine milieusensible kirchliche Praxis, Neukirchener Verlagsgesellschaft, Neukirchen-Vluyn 2015, ISBN 978-3-7887-2967-7.
Martin Illi: Wohin die Toten gingen. Begräbnis und Kirchhof in der vorindustriellen Stadt, Zürich 1992
Kenneth V. Iserson: Death to Dust: What Happens to Dead Bodies?. Tucson, AZ: Galen Press, Ltd. 1994.
Magdalena Köster: Den letzten Abschied selbst gestalten – alternative Bestattungsformen. Christoph Links Verlag, Berlin 2012.
Otto Langer: Über Totenbestattung im 16. Jahrhundert, vornehmlich in Zwickau, in: Neues Archiv für Sächsische Geschichte und Altertumskunde 28 (1907), S. 1–16.
Reiner Sörries (Bearb.): Großes Lexikon der Bestattungs- und Friedhofskultur. Wörterbuch zur Sepulkralkultur. Hrsg. vom Zentralinstitut für Sepulkralkultur Kassel, Fachhochschul-Verlag, Frankfurt (Main) (In Verbindung mit Joachim Diefenbach.)
1. Volkskundlich-kulturgeschichtlicher Teil: von Abdankung bis Zweitbestattung. 2002, ISBN 3-87815-173-X.
2. Archäologisch-kunstgeschichtlicher Teil: von Abfallgrube bis Zwölftafelgesetz. 2005, ISBN 3-87815-182-9 (Unter Mitwirkung von Stefanie Knöll).
3. Praktisch-aktueller Teil: von Abfallbeseitigung bis Zwei-Felder-Wirtschaft; Praxis und Gegenwart. 2010, ISBN 978-3-940087-67-6 (Mit einem Beitrag von Barbara Happe).
Christine Rädlinger: Der verwaltete Tod. Eine Entwicklungsgeschichte des Münchner Bestattungswesens. Buchendorfer Verlag, München 1996, ISBN 3-927984-59-0.

Weblinks

 Commons: Bestattung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Bestattung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

↑ 2. Schöpfungsbericht: 1 Mose 3, 19 (auch 2, 7)

↑ Österreichisches Wörterbuch: Leich, Beispiel: A schöne Leich [1], abgerufen am 14. April 2014

↑ Wörterbuch der sächsischen Sprache: Das war aber eine schöne Leiche.

↑ Gunter Bergmann: Kleines sächsisches Wörterbuch. Bibliographisches Institut, Leipzig 1989. Westliches Elbeelstergebiet und Westosterländisch: „zur Begrabe geht mer nich in bloßen Koppe“.

↑ Robert H. Gargett: Grave Shortcomings: The Evidence for Neandertal Burial. Current Anthropology 30/2, 1989, S. 157–190.

↑ Wolfram Grajetzki: Burial Customs in Ancient Egypt: Life in Death for Rich and Poor

↑ siehe dazu
Burial Customs (Memento vom 16. April 2014 im Internet Archive)(Ägyptisches Bestattungsbrauchtum in der Entwicklung, englisch)

↑ M. Altjohann, H. v. Hesberg: Gräber. In: Thomas Fischer (Hrsg.): Die Römischen Provinzen. Eine Einführung in ihre Archäologie. Theiss, Stuttgart 2001, ISBN 978-3-8062-1591-5, S. 195–203. 

↑ H. v. Hesberg: Gräber. In: Thomas Fischer (Hrsg.): Die Römischen Provinzen. Eine Einführung in ihre Archäologie. Theiss, Stuttgart 2001, ISBN 978-3-8062-1591-5, S. 200–201. 

↑ L. Berger/S. Martin-Kilcher: Gräber und Bestattungssitten. Hrsg.: Schweizerische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie der Schweiz. Band 5, Die römische Epoche. Basel 1976, S. 153–162. 

↑ Reiner Kaczynski: Sterbe- und Begräbnisliturgie. In: Bruno Kleinheyer, Emmanuel von Severus, Reiner Kaczynski: Sakramentliche Feiern II. Regensburg 1984, ISBN 3-7917-0940-2 (Gottesdienst der Kirche: Handbuch der Liturgiewissenschaft Teil 8), S. 193–232, hier S. 206ff.

↑ Sven Friedrich Cordes: Die Bestattung im Mittelalter (Online-Fassung) aus: Cordes: „Ich will ja niemandem zur Last fallen!“ Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Ökonomisierung im Bestattungswesen. GRIN Verlag GmbH, München 2012.

↑ Harald Martenstein: Über deutsche Asche, in ZEITmagazin Nr. 29/2013 vom 11. Juli 2013, auch online in [2]

↑ Judith Liere: Ruhe billig! in Die Zeit Nr. 33/2012 vom 16. August 2012, auch online in [3]

↑ Bundeskanzleramt Österreich zu Leichen- und Bestattungsgesetzen in Österreich

↑ Thomas Klie (Hrsg.): Performanzen des Todes: Neue Bestattungskultur und kirchliche Wahrnehmung, Kohlhammer-Verlag 2008.

↑ vgl. http://www.bestatterfinden.de/index.php abgerufen am 14. April 2014

↑ Die Daten stammen aus dem Zeitraum von 2008 bis 2011., Webseite aktualisiert 1. März 2011, abgerufen 22. Januar 2013

↑ tz.de: Münchner Friedhöfe: Immer mehr Gräber bleiben leer, abgerufen am 20. März 2014

↑ Auswirkungen der Teilung der Stadt auf das Friedhofswesen (PDF-Datei; 3,66 MB)

↑ https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_detail_text?anw_nr=6&vd_id=10236&menu=1&sg=0&keyword=bestattungsgesetz

↑ Vgl.: Michael v. Brück, Ewiges Leben und Wiedergeburt – Sterben, Tod und Jenseitshoffnung in europäischen und asiatischen Kulturen, Herder Verlag 2012

↑ [4] Ruhe im Rhein – umstritten, aber legal (Tagesanzeiger, 29. November 2011)

↑ http://www1.wdr.de/fernsehen/aks/themen/bestattungen100.html

↑ a b c d VDI nachrichten 18. Januar 2013: Emissionsarm auf die letzte Reise. Seite 3

↑ VDZB (Hrsg.): Bestattung Heft August 2008. Bonn 2008. ISSN 1613-4850

↑ Zahlenangaben zum Friedhof Moordeich in Stuhr bei Bremen, abgerufen am 18. August 2018

↑ Heidi Friedrich: Braucht es die Kirche für den perfekten Abschied? In: Berliner Zeitung, 3./4. November 2018, S. B 7.

↑ Islamische Bestattungsriten

↑ Klaus Dirschauer: Die islamische Bestattung und die Bräuche der Trauer. In: Mit Worten begraben: Traueransprachen entwerfen und gestalten. Donat Verlag, Bremen 2012, S. 101–112

↑ Pressemitteilung des Beauftragten des Senats für Integration und Migration vom 6. August 2010: Geplante Regeln zur sarglosen Bestattung gelten nicht nur für Muslime

↑ aus dem Jiddischen; Kaufmann Kohler, Judah David Eisenstein: Sargenes. In: Isidore Singer (Hrsg.): Jewish Encyclopedia. Funk and Wagnalls, New York 1901–1906..

↑ dradio

↑ Klaus Dirschauer: Das jüdische Begräbnis. In: Mit Worten begraben: Traueransprachen entwerfen und gestalten, Donat Verlag, Bremen 2012, S. 91–99

↑ Tod im Buddhismus

↑ Michael Schomers: Todsichere Geschäfte. Wie Bestatter, Behörden und Versicherungen Hinterbliebene ausnehmen. Aktualisierte Ausgabe. Ullstein, Berlin 2009, ISBN 978-3-548-37241-9 (Ullstein 37241). Peter Waldbauer: Die Bestattungsmafia. Wie mit dem Tod Geschäfte gemacht werden. Herbig, München 2007, ISBN 978-3-7766-2530-1.

Bestattungen: Die teuren Toten. In: test. November 2004, S. 14–19 (abgerufen über test.de am 9. Dezember 2012).

Bestattungen: Billig per Internet. In: stern.de (dpa). 17. März 2005. Abgerufen am 10. Dezember 2012.

Veröffentlichung der Bestatterinnung. In: Berliner Zeitung, 14. November 2008

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4006054-8 (AKS)

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Konstruktion oder konstruieren (von lateinisch con „zusammen mit“, und struere „bauen“) steht für:

Konstruieren (Technik)
Baukonstruktion, im Bauwesen das Gefüge von Bauteilen bei einem Bauwerk oder Gebäude
Konstruktion (Grammatik), in der Grammatik eine symbolische Einheit
Konstruktion (Zeitschrift), eine Fachzeitschrift

Siehe auch:

Konstruktion mit Zirkel und Lineal (klassisches Problem der Geometrie)
Konstruierte Sprache (neu entwickelt, künstlich)
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Konstruktionismus (Lerntheorie, betont die Bedeutung des aktiven Handelns für den Lernprozess)
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Konstruktivismus (Begriffsklärung)
Konstrukt (nicht empirisch erkennbarer Sachverhalt innerhalb einer wissenschaftlichen Theorie)
Construction
 Wiktionary: Konstruktion – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: konstruieren – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Qualitätsmanagement Einsatz Historische Entwicklung Modelle und Standards Bewertung Struktur Navigationsmenü aus Mönchengladbach

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Qualitätsmanagement (QM) bezeichnet alle organisatorischen Maßnahmen, die der Verbesserung der Prozessqualität, der Leistungen und damit den Produkten jeglicher Art dienen. Der Begriff Leistungen umfasst im QM die Dienstleistungen, geht aber über den üblichen Begriff hinaus und betrifft vor allem die innerorganisatorischen Leistungen. Qualitätsmanagement ist eine Kernaufgabe des Managements. In Branchen wie der Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie, Medizintechnik, Teilen der Gesundheitsversorgung, der medizinischen Rehabilitation oder der Arznei- und Lebensmittelherstellung ist ein Qualitätsmanagementsystem vorgeschrieben.

Bereits seit etwa 1900 wurden verschiedene Modelle zur Standardisierung des Qualitätsmanagements entwickelt.

Inhaltsverzeichnis

1 Einsatz
2 Historische Entwicklung
3 Modelle und Standards

3.1 EFQM und ISO 9001
3.2 Spezielle Modelle

4 Bewertung

4.1 Kritik

5 Struktur

5.1 Management
5.2 Regelkreis des Qualitätsmanagements

6 Literatur
7 Einzelnachweise

Einsatz

Die Wirtschaftswissenschaften sehen Qualitätsmanagement als Teilbereich des funktionalen Managements, mit dem Ziel, die Effektivität und Effizienz einer Arbeit (Arbeitsqualität) oder von Geschäftsprozessen zu erhöhen. Dabei sind materielle und zeitliche Vorgaben zu berücksichtigen sowie die Qualität von Produkt oder Dienstleistung zu erhalten oder weiterzuentwickeln.

Inhalte sind etwa die Optimierung von Kommunikationsstrukturen, professionelle Lösungsstrategien, die Erhaltung oder Steigerung der Zufriedenheit von Kunden oder Klienten sowie der Motivation der Belegschaft, die Standardisierungen bestimmter Handlungs- und Arbeitsprozesse, Normen für Produkte oder Leistungen, Dokumentationen, Berufliche Weiterbildung, Ausstattung und Gestaltung von Arbeitsräumen.

Bei der Gestaltung von Arbeitsabläufen in Organisationen soll Qualitätsmanagement sicherstellen, dass Qualitätsbelange den zugewiesenen Platz einnehmen. Qualität bezieht sich dabei sowohl auf die vermarkteten Produkte und Dienstleistungen, als auch auf die internen Prozesse der Organisation und ist definiert als das Maß, in dem das betrachtete Produkt oder der betrachtete Prozess den Anforderungen genügt. Diese Anforderungen können explizit definiert sein, sie können aber auch implizit vorausgesetzt werden (Erwartungen).

Qualitätsmanagement führt somit nicht zwangsläufig zu einem höherwertigen Ergebnis, sondern zielt auf die Sicherstellung der vorgegebenen Qualität. Auch der Herstellungsprozess eines Billigprodukts kann einem vollständigen Qualitätsmanagement unterliegen. Qualitätszertifizierungen etwa nach ISO sagen somit nichts über die Produktqualität aus, wie teilweise durch Werbung suggeriert, sondern nur über das Qualitätsmanagement im Herstellungsprozess.

Historische Entwicklung

Zeit

Schlagwort

Beschreibung

Vorreiter

um 1900
Qualitätskontrolle
Aussortieren von fehlerhaften Produkten

Ford, Taylor

um 1930
Qualitätsprüfung
Steuerung basierend auf Statistiken

Walter A. Shewhart z. B. Regelkarten

um 1960
Qualitätsmaßnahmen im ganzen Unternehmen
Vorbeugende Maßnahmen

Genichi Taguchi, W.E. Deming

um 1964
Null-Fehler-Programm des US-Verteidigungsministeriums
Ziel der Perfektion

Philip B. Crosby

um 1985
Null-Fehlerstrategie
Six Sigma

General Electric, Motorola

1988
EFQM-Modell
neun ganzheitliche Kriterien

EFQM

um 1990
umfassendes Qualitätskonzept
Integration von Teilkonzepten

Ishikawa 5-Why Six-Sigma

1995
Total-Quality-Management
Qualität als Systemziel

W.E. Deming, Malcolm Baldrige KVP kontinuierlicher Verbesserungs-Prozess

Modelle und Standards

Es gibt eine Reihe von Qualitätsmanagementnormen, welche als Rahmen oder auch als verpflichtende Vorgabe für die Etablierung eines Qualitätsmanagementsystems herangezogen werden. Die Nutzung der verschiedenen Qualitätsstandards zeigt starke regionale und branchenspezifische Unterschiede. Vor allem asiatische und angelsächsische Hersteller, insbesondere in der Industrie, haben Qualitätsmanagementmethoden eingeführt.

EFQM und ISO 9001

Die bekanntesten Qualitätsmanagementmodelle sind das EFQM-Modell (Enterprise Quality Feedback Management) sowie die ISO 9001, die beide Schnittmengen in der Prozessorientierung haben.

Das EFQM-Modell ist europäisch ausgerichtet und ermöglicht ebenso ein Zertifikat durch einen Auditor – wie das der EN ISO 9001. Es ist im Gegensatz zur ISO 9001:2015 ein Wettbewerbsmodell, welches nicht auf die Erfüllung von Vorgaben, sondern auf die Selbstverantwortung in der Bewertung abzielt. Zentrales Anliegen des EFQM-Modells ist die stetige Verbesserung mittels Innovation und Lernen in allen Unternehmensteilen und in Zusammenarbeit mit anderen EFQM-Anwendern. Es orientiert sich laufend an weltbesten Umsetzungen, so dass es für ein Unternehmen nie möglich ist, die Maximalpunktzahl zu erreichen. Es besteht somit im Vergleich zur ISO 9001:2008 eine größere Motivation für weitere Verbesserungen. EFQM lässt sich nicht nur auf Wirtschaftsunternehmen, sondern auch auf Dienstleistungs- und soziale Einrichtungen anwenden. Die Revision ISO 9001:2015 folgt dem Ansatz des EFQM-Modells in Bezug auf ständige Verbesserung sowie Risikomanagement sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene.

Spezielle Modelle

Neuere Qualitätsstandards wie IATF 16949:2016 orientieren sich stärker an den schon lange bekannten und fundierten Methoden der Begründer des industriellen Qualitätsgedankens (W. Edwards Deming, Walter A. Shewhart).
Für den öffentlichen Sektor wurde in Europa das auf EFQM aufbauende CAF (Common Assessment Framework)-Modell entwickelt.
Für Organisationen mit Entwicklungsaufgaben (interne IT-Abteilungen, Auto-Entwicklung, Maschinen-Entwicklung) gibt es das Capability Maturity Model Integration (CMMI) als ein spezialisiertes Prozessmodell. Durch die spezifische Ausrichtung auf Entwicklungsorganisationen kann CMMI detaillierter auf einzelne Prozessaspekte eingehen.
In der Produktion werden statistische Mittel verwendet, um den Herstellungsprozess zu überwachen. Zu den darauf aufbauenden Qualitätsstrategien gehört auch Six Sigma.
Im Projektmanagement werden ebenfalls eigene Qualitätsmanagementverfahren eingesetzt, siehe Qualitätsmanagement im Projektmanagement.
Speziell für Architektur- und Ingenieurbüros wurde in Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland 2007 das QualitätsZertifikat Planer am Bau („QZ Planer am Bau“ ist eingetragene Wortmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt) entwickelt.
Die strengsten Zertifizierungen sind jene der Automobilindustrie, wie die IATF16949:2016 oder deren Vorgänger QS-9000 und VDA 6.1.
Eigene Standards sind vorgesehen in der Medizin und der Medizintechnik, wie unter Qualitätsmanagement in der Medizin beschrieben, sowie
im Weiterbildungsbereich,
in der Luft- und Raumfahrt und
in Kernkraftwerken.

Bewertung

Viele Qualitätsmanagementmodelle unternehmen den Versuch, die Prozesse objektiv bewertbar zu machen. Dabei sind zwei grundlegend verschiedene Ansätze zu unterscheiden:

a) Zertifizierbare Normen mit definierten Mindestanforderungen an ein wirksames Qualitätsmanagementsystem, beispielsweise die EN ISO 9001, die durch Audits bewertet werden.

b) Selbstbewertung des eigenen Qualitätsmanagementsystems und Benchmarking zwischen Wettbewerbern um einen Qualitätspreis, beispielsweise den EFQM Excellence Award der European Foundation for Quality Management (Wirtschaft), den Speyerer Qualitätswettbewerb (für den öffentlichen Sektor) oder den Ludwig-Erhard-Preis, der deutsche Preis nach den Regeln des EFQM mit hohem politischen Ansehen, innerhalb dessen die Wirksamkeit der im Wettbewerb stehenden Qualitätsmanagementsysteme miteinander verglichen werden.

Siehe auch: Bewertung (Qualitätsmanagement)

Kritik

Kritisch wird häufig kommentiert, dass nur extern auditierte und zertifizierte Qualitätsmanagementmodelle objektiven Kriterien standhalten, da bei einer Selbstbewertung oftmals zugunsten der eigenen Situation bewertet wird. Von Auditoren ausgestellte Zertifikate, beispielsweise die drei möglichen Zertifikate der EFQM, legen daher einen Schwerpunkt auf externe Audits anstelle von Selbstbewertungen.

Siehe auch: Evaluation und Qualitätsmanagement

Die Sozialwissenschaftlerin Bettina Warzecha vertritt den Standpunkt, dass sich komplexe Arbeitsabläufe nicht durch Kennzahlen abbilden lassen: Es sei ein Mythos, dass industrielle Prozesse mittels Qualitätsmanagement beherrschbar seien.[1][2]

Der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler Paul Reinbacher qualifiziert Qualitätsmanagement als Kitsch, da es Komfortzonen schaffe, in denen Erwartungen erfüllt, aber keine neuen Impulse generiert werden. In diesem Sinne sei Qualitätsmanagement tendenziell konservativ statt innovativ.[3]
Auch ein funktionierendes QM-System gibt keinen Aufschluss darüber ob die Produkte oder Dienstleistungen dem allgemeinen Qualitätsverständnis entsprechen und somit von hoher Qualität sind.

Struktur

Qualitätsmanagement ist ein selbstreferenzieller Prozess, das heißt, die Verfahren zur Verbesserung des jeweiligen Gegenstands lassen sich auch auf den Qualitätsmanagementprozess selbst anwenden.

Management

Im QM als Managementaufgabe werden festgelegt:

Qualitätspolitik
Ziele
Verantwortungen

Dabei liegt es im Interesse des Managements, eindeutige Beschreibungen niederzulegen, andernfalls kann es persönlich für die durch das Produkt eingetretenen Schäden zur Verantwortung gezogen werden.

Die DIN EN ISO 9001:2015 sieht eine in regelmäßigen Abständen durchzuführende Be

Bewertung des Qualitätsmanagementsystems Norm durch die oberste Leitung, also die Geschäftsführung vor. Es werden keine einzelnen Personen bewertet, sondern nur das System. Ferner wird davon abgeraten, die Bewertung des QMS durch den eigenen Qualitätsmanagementbeauftragten (QMB) durchzuführen, denn eine Selbst-Bewertung macht wenig Sinn.

In den Vorgaben der Norm wird gefordert, dass die Bewertung in „regelmäßigen Abständen“ stattfinden soll, in der Praxis wird die Bewertung im Jahresrhythmus vorgenommen. In der Bewertung des Qualitätsmanagementsystems wird der Frage nachgegangen, ob das QMS in Leistung und Wirksamkeit den aktuellen Ansprüchen gerecht wird oder eine Anpassung nach Kapitel 9.3.2 der ISO-Norm empfehlenswert ist. Inhaltlich gilt es, Rückschlüsse auf die Kundenzufriedenheit zu ziehen, oder ob es Veränderungen der internen und externen Anspruchsgruppen für das Unternehmen bedarf, sowie ein Resümee über Leistungen externer Anbieter und Ergebnisse von Überwachungen und Messungen.
Die Ergebnisse der Bewertung fließen in die aktuellen und die folgenden Auditberichte ein.[4]

Regelkreis des Qualitätsmanagements

Großer Wert wird auf die kontinuierliche Verbesserung der Prozesse gelegt. Erfahrungen daraus fließen wieder zurück in die Planung, so dass ein Regelkreis (Demingkreis) entsteht:[5]

Qualitätsplanung – es wird ein Ist-Zustand ermittelt und die Rahmenbedingungen für das Qualitätsmanagement festgelegt. Danach werden Konzepte und Abläufe erarbeitet.
Qualitätslenkung – die in der Planphase gewonnenen Ergebnisse werden umgesetzt (QFD, FMEA).
Qualitätssicherung – Auswerten qualitativer und quantitativer Qualitätsinformationen (Kosten-Nutzen-Betrachtungen, Überprüfen von gemachten Annahmen).
Qualitätsgewinn – aus vorheriger Phase gewonnene Informationen werden für Strukturverbesserungsmaßnahmen und Prozessoptimierung eingesetzt. Erfolge und Ergebnisse werden kommuniziert.

Literatur

Holger Brüggemann, Peik Bremer: Grundlagen Qualitätsmanagement. Von den Werkzeugen über Methoden zum TQM. Wiesbaden: Springer 2012, ISBN 978-3-8348-1309-1.
Franz J. Brunner, Karl W. Wagner: Qualitätsmanagement. Leitfaden für Studium und Praxis. München, Wien: Hanser 2011, ISBN 978-3-446-42516-3.
Hermann J. Thomann, Thomas Träger (Hrsg.): Qualitätsmanagement in Dienstleistungsunternehmen. Aktuelles Praxishandbuch TÜV Media, Köln 2018, ISBN 978-3-8249-0473-0.
Günter Göbel, Knut Marhold, E. Rüdiger Weng: QM FIBEL – Erfolgreiches QualitätsManagement für Architekten und Ingenieure. IWW-Institut für Wirtschaftspublizistik GmbH & Co. KG, Würzburg, 2. Aufl. 2014, ISBN 978-3-89212-048-3.
Uli Greßler, Rainer Göppel: Qualitätsmanagement. Eine Einführung. Bildungsverlag EINS, Troisdorf, ISBN 3-8237-4795-9.
Gerd F. Kamiske (Hrsg.): Bausteine des innovativen Qualitätsmanagement. Hanser, München/Wien 1997, ISBN 3-446-18990-4.
MQ – Management und Qualität / Das Magazin für integrierte Managementsysteme, Ausgabe Deutschland, Organ von TÜV Cert, TÜV Media, Köln, ISSN 1862-2623.
Tilo Pfeifer, Robert Schmitt (Hrsg.): Masing Handbuch Qualitätsmanagement, Carl Hanser Fachbuchverlag, München; Wien, 6. überarbeitete Auflage 2014, ISBN 978-3-446-43431-8
Dieter Pfister, Lucien Schoppig: Identifikation als Erfolgsfaktor im modernen Qualitätsmanagement, Basel 1994, ISBN 3-906430-53-7.
Armin Töpfer, Hartmut Mehdorn: Total Quality Management. 3. Auflage, Luchterhand, Berlin 1994, ISBN 3-472-01759-7.
Karl W. Wagner: Qualitätsmanagement für KMU. Hanser, München 2005, ISBN 3-446-40229-2.
Ernest Wallmüller: Ganzheitliches Qualitätsmanagement in der Informationsverarbeitung. München, Wien: Hanser 1994 ISBN 3-446-17101-0.
Herbert Schnauber, Armin Schuster (Hrsg.): Erfolgsfaktor Qualität. Einsatz und Nutzen des EFQM-Excellence-Modells. Symposion Publishing GmbH, Düsseldorf 2012, ISBN 978-3-86329-420-5
Robert Schmitt, Tilo Pfeifer: Qualitätsmanagement. Strategien – Methoden – Techniken. Hanser Verlag, München, 5. Auflage 2015, ISBN 978-3-446-43432-5.

Einzelnachweise

↑ http://www.brandeins.de/archiv/2010/qualitaet/ungesunde-ordnung/ Interview mit der Sozialwissenschaftlerin Bettina Warzecha: Ungesunde Ordnung, brand eins (Wirtschaftsmagazin) 12. Jahrgang, Heft 10 vom Oktober 2010, S. 120–124.

↑ Bettina Warzecha: Problem Qualitätsmanagement – Prozessorientierung, Beherrschbarkeit und Null-Fehler-Abläufe als moderne Mythen, Verlag für Planung und Organisation, 2009, 163 Seiten, ISBN 978-3-00-028012-2.

↑ Paul Reinbacher: Qualitätsmanagement? Kitsch! In: The European. Das Debatten-Magazin. 12. Oktober 2015.

Die Managementbewertung im Qualitätsmanagement. concept-pro.de, abgerufen am 15. November 2018. 

↑ Schmitt, Robert; Pfeifer, Tilo; Reißiger, Wolf: Qualitätsgerechte Organisationsstrukturen. In: Schmitt, Robert; Pfeifer, Tilo (Hrsg.): Masing Handbuch Qualitätsmanagement. 5. Auflage. Hanser, München 2007, ISBN 978-3-446-40752-7, S. 54. 

Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4219057-5 (AKS)

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Kategorien: QualitätsmanagementKonfigurationsmanagementPlanung und Organisation

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Dieser Artikel behandelt den Gedenkstein für Verstorbene. Siehe auch Burg Grabštejn (Grafenstein)

Abklatsch einer Grabplatte im Kloster Dobbertin (1371)

Grabsteine (veraltet auch Leichensteine) sind bearbeitete, meistens beschriftete massive Natursteine, die auf Friedhöfen in der Regel am Kopfende eines Grabes freistehend aufgestellt sind. Dabei gehört meistens je ein Grabstein zu einem Grab. Grabsteine dienen in den meisten Kulturen und allen großen Religionen zum Totengedenken sowie zur oberirdischen Kennzeichnung einer Grabstelle. Heutige Grabsteine weisen im Regelfall die Namen und Lebensdaten der Verstorbenen auf, ein Kreuz oder andere Symbole, und manchmal kleine Bilder oder einen Grabspruch. Die Gestaltung kann durch eine Friedhofsordnung geregelt sein. In alpinen Regionen sind statt Grabsteinen auch Grabkreuze üblich oder früher Totenbretter.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte
2 Grabsteine in verschiedenen Kulturen
3 Grabsteinarten
4 Gestaltungsvorschriften

4.1 Grundformen der Grabsteine
4.2 Standfestigkeit

5 Grabsteine als genealogische Quelle
6 Import von Grabsteinen und Kinderarbeit
7 Auswahl von Grabsteinausgestaltungen
8 Gestaltungsentwicklung
9 Andere Wortnutzung
10 Sonstiges
11 Siehe auch
12 Literatur
13 Weblinks
14 Einzelnachweise

Geschichte

Grabplatten auf dem Fußboden der Kirche St. Gommarus in Enkhuizendes (17. und 18. Jahrhundert)

In der Antike wurden außerhalb von griechischen, griechisch-römischen und römischen Städten ganze Gräberstraßen angelegt (Athen, Pompeji, Via Appia bei Rom), die neben kleinen Baulichkeiten, Tempeln und Monumenten mit zahlreichen Grabsteinen (Stelen) besetzt waren. Römische Grabsteine mit Inschriften und Reliefdarstellungen fanden sich überall dort, wohin sich die römische Herrschaft und Kolonisation erstreckte.

Die Christen übernahmen die römische Sitte, Grabsteine und Steinsarkophage vor den Toren der Stadt zu errichten. Mit der aus der Reliquientranslation in die Kirchengebäude einhergehenden Suche nach dem fürbittenden Beistand der Heiligen entwickelte sich der Brauch, den geistlichen und weltlichen Adel, später auch wohlhabende, um die Kirche verdiente Bürger in Gewölben unter dem Fußboden der Kirchen, Kapellen und Kreuzgänge zu bestatten. Als äußeres Zeichen des Bestattungsortes wurden oberhalb des Fußbodens Grabplatten mit Inschriften und den Reliefbildnissen der Verstorbenen eingelassen. Diese Grabplatten wurden entweder aus Marmor, Sand-, Kalkstein, Granit, Schiefer oder auch Metall (Messing, Bronze) gefertigt. Als der Fußboden der Kirchen nicht mehr ausreichte, wurden die Grabplatten an den Wänden und Pfeilern der Kirchenschiffe und Kapellen aufrecht stehend befestigt. Im weiteren Verlauf wurden auch die in den Fußboden eingelassenen Grabplatten aufgerichtet, um sie vor der Zerstörung durch den Abrieb der Fußtritte zu schützen. Andere Gemeindemitglieder wurden außerhalb der Kirche im unmittelbar angrenzenden Terrain (Kirchhof) bestattet. Hier wurden ebenfalls Grabsteine errichtet, die oft an den Kirchenmauern befestigt wurden. Seit dem 18. Jahrhundert setzten sich aufrecht stehende Stelen durch. Im Zeitraum vom 17. zum 19. Jahrhundert wurden Grabsteine in manchen Regionen mit langen biographischen Inschriften versehen. Sie werden deshalb mitunter als „redende“ oder „sprechende“ Steine bezeichnet.[1][2]

Da Grabsteine aus Granit und anderen Gesteinen teuer waren, wurden vielfach Grabmäler oder Kreuze aus Holz verwendet, die jedoch aufgrund der geringeren Haltbarkeit oft vergangen sind. Vielerorts werden in neuerer Zeit Holzkreuze als provisorische Kennzeichnung des Grabes – bis zum Setzen des endgültigen Grabsteins – benutzt. In Süddeutschland und der Alpenregion finden sich häufig Grabkreuze aus Schmiedeeisen, im 19. Jahrhundert waren zeitweise Kreuze aus Gusseisen beliebt. Auf den friesischen Inseln verwendeten die Walfänger Walknochen, insbesondere auf Vlieland sind solche „Grabsteine“ noch erhalten geblieben.

Neben Grabsteinen, die die tatsächliche Ruhestätte eines Verstorbenen markieren findet man seltener auch solche, die lediglich an eine anderswo bestattete Person erinnern. So gibt es auf Familiengrabstätten Inschriften oder gesonderte Tafeln zur Erinnerung an Angehörige, die nicht im Familiengrab beerdigt werden konnten, weil sie z. B. im Krieg gefallen sind und auf einem Soldatenfriedhof bestattet wurden.

Früher wurden alte Grabsteine oft auch für andere Funktionen, wie etwa Treppenstufen wiederverwendet. Die Weiterverwendung zeitgenössischer Grabsteine nach Ablauf der Grabnutzungsrechte ist stark umstritten. Teilweise werden vor einer Weiterverwendung für profane Zwecke die Inschriften unkenntlich gemacht, da es von den Angehörigen der verstorbenen Person meist als pietätlos empfunden wird, wenn sie den wiederverwendeten Grabstein in einem anderen Zusammenhang antreffen. 2017 berichteten Medien über einen solchen Fall, bei dem ein Grabstein mit Inschrift in einem Vergnügungspark als Bestandteil der Dekoration eines “Geisterhauses” aufgestellt und dort zufällig von Angehörigen entdeckt worden war[3].

Viele Friedhofssatzungen enthalten die Bestimmung, dass nach Ablauf der Ruhefrist die Angehörigen eines Verstorbenen den Grabstein innerhalb einer bestimmten Frist entfernen können. Verzichten sie darauf, geht das Eigentum an dem Grabstein auf die Friedhofsverwaltung über. Diese kann den Stein dann entsorgen oder anderweitig verwenden. Letzteres geschieht wegen der verhältnismäßig hohen Kosten für einen sorgfältigen Abbau jedoch nur selten (siehe unten), Ausnahmen sind künstlerisch oder historisch wertvolle Grabsteine, die dann an anderer Stelle aufgestellt werden.

Grabsteine in verschiedenen Kulturen

Christliche Traditionen
Bei Gräbern in christlichen Kulturen werden meist der Name des Verstorbenen und das Geburts- und Todesdatum (oder nur das Jahr) angegeben. Insbesondere in katholischen Ländern sind Bilder der Verstorbenen üblich. Grabsteine werden oft mit biblischer Ornamentik versehen, im evangelischen Raum sind auch Bibelsprüche auf folgende Äußerung Luthers hin üblich.

„Wenn man auch sonst die Gräber wollte ehren, wäre es fein, an die Wände, wo sie da sind, Sprüche aus der Schrift darüber zu malen oder zu schreiben, dass sie vor Augen wären, denen, so zur Leiche oder auf den Kirchhof gingen.[4]“

Jüdische Grabsteine
Sie heißen Mazevot und sind oft mit Symbolen versehen (zum Beispiel Segnende Priesterhände, Levitenkanne, Schofar), die auf die Bedeutung des Toten im Leben hinweisen sollen. Oft ist die Inschrift auf einer Seite hebräisch, auf der anderen in der Landessprache. Es ist üblich, dass die Hinterbliebenen bei einem Besuch des Grabes einen (dauerhaften) Kieselstein auf den Grabstein des Toten legen. Dafür sind (lebende, also verderbende) Blumen oder Pflanzen nicht im Gebrauch.
Osmanischer Grabstein (Istanbul, 19. Jahrhundert)
Grabsteine im Islam
Es kann ein Grab nach der Beisetzung mit einem Grabstein versehen werden, der den Namen und das Alter des Verstorbenen (sowohl nach dem Lunarkalender des Islams, als auch nach gregorianisch geprägten Solarkalender), die Namen des Vaters oder der Mutter, Blumenornamentik, Bilder der Verstorbenen, schriftliche Verweise auf ihre Todesursachen, Koranversen und Hadithen beinhalten kann. Hier gibt es teilweise Unterschiede, je nach Ethnie und Land, oder nach Gesichtspunkten wie wirtschaftlicher, politischer und sozialer Status des Verstorbenen.
Gräber in Japan
Es wird üblicherweise der Grabstein mit Grab der Familie xy beschriftet, die einzelnen beigesetzten Familienmitglieder werden, wenn überhaupt, nur auf der Rückseite aufgelistet. Die Familienzugehörigkeit wird patrilinear bestimmt. Bräuche und Pflege variieren, jedoch besuchen viele Familienangehörige die Gräber ihrer Familie zum Anlass des Obon-Festes.

Grabsteinarten

Ein Grabstein kann verschiedene Formen haben.

Stehender Grabstein
Der stehende Grabstein ist die weitestverbreitete Variante des Grabsteins. Er bietet durch seine große, gut einsehbare Fläche viel Raum für Schriften und Verzierungen. Der Vorteil eines stehenden im Vergleich zu einem liegenden Grabstein ist die höhere Resistenz gegenüber Erdabsenkungen. Durch das zuvor gesetzte Fundament und die damit verbundene Standfestigkeit muss der Steinmetz auch nach langer Zeit nicht nachbessern. Somit werden eventuell anfallende, nachträgliche Kosten vermieden.
Liegender Grabstein
Der liegende Grabstein eignet sich für Sarg- und gleichgut für Urnengräber. Im Gegensatz zum stehenden Grabstein existieren beim liegenden Grabstein Varianten mit und ohne Fundament. Im zweiten Fall legt der Steinmetz das Grabmal ohne vorherige Fundamentierung auf das Grab und kann es durch einen Keil auf der Rückseite leicht anschrägen. So ist der Schriftzug auf dem Stein von oben gut lesbar. Die Installation des liegenden Grabsteins ist günstiger als die des stehenden Grabsteins, da bei diesem eine Fundamentierung durch den Steinmetz erforderlich wäre. Durch diesen Aspekt ist der liegende Grabstein anfälliger gegenüber Erdabsenkungen und ein Steinmetz muss ihn nachträglich richten, wodurch weitere Kosten entstehen können. Des Weiteren ist der liegende Grabstein aufgrund seiner waagerechten Ausrichtung und Nähe zum Boden anfälliger gegenüber Schmutz und Witterungsbedingungen. Daher bedarf er regelmäßiger Pflege und Säuberung, um die Grabanlage in einem ansprechenden Zustand zu erhalten.
Wiesenstein
Der Wiesenstein ist eine kleine Grabplatte, die ein Steinmetz ebenerdig in den Erdboden einarbeitet. Die Grabpflege ist einfach, da der Grabinhaber lediglich umliegendes Gras regelmäßig entfernen und Schmutz auf der Grabplatte beseitigen sollte. Weitere Pflanzarbeiten entfallen. Aufgrund der Größe und Pflege dieser Art der Grabanlage ist der Wiesenstein eine kostengünstige Alternative im Vergleich zu stehenden oder liegenden Grabsteinen mit Einfassung. Ob und in welcher Weise ein Wiesengrab angelegt werden darf, ist durch die Friedhofsordnung bestimmt, die vor bestimmten Maßnahmen eingesehen werden sollte.

Stehende und liegende Grabsteine können mit oder ohne Einfassung eingerichtet werden. Teilweise verlangen Friedhofsordnungen jedoch eine Einfassung. Auf die Einfassung kann entweder eine Abdeckung in verschiedenen Formen (halboffen oder geschlossen) angebracht werden.

Gestaltungsvorschriften

Größe und Aussehen von Grabsteinen unterliegen in Deutschland der jeweiligen Friedhofsordnung. Grabsteine werden aus Natursteinen aus aller Welt hergestellt. Die Friedhofsordnungen liegen in der Gestaltungshoheit von Kommunen oder Kirchen. Die Vorschriften befassen sich unter anderem mit der Farbe und Oberflächenbearbeitung des Grabsteins, mit eingravierten Schriftbuchstaben oder aufgesetzten Buchstaben aus Bronze oder Aluminium. Manche Friedhofssatzungen machen auch Vorgaben hinsichtlich des Inhalts der Inschriften, so sind manchmal nur Name und Lebensdaten der Verstorbenen gestattet oder es werden “anstößige” Inschriften verboten.

Grundformen der Grabsteine

Breitstein (meist für Doppelgrabstellen): Breite des Steins zirka 1,20 m und mehr, Höhe unterschiedlich ab 1,00 m
Reihenstein (meist für Einzelgrabstellen): Breite des Steins zirka 0,80 m, Höhe ab 0,80 m
Stele (meist für Einzelgrabstellen): hoher, freistehender Pfeiler
Urnenstein (Einzelgrabstelle oder Sammelgräber): Höhe meist unter 0,60 m und quaderförmig
Kissenstein oder Liegestein (meist für Einzelgrabstellen): rechteckige bis quadratische Form (Größe variabel zirka 0,50 × 0,50 m), zirka 0,15 bis 0,20 m hoch

Daneben bieten sogenannte Gestaltungsfelder (eigenständige Grabfelder auf Friedhöfen) die Möglichkeit, nach den Vorstellungen der Hinterbliebenen frei gestaltete Grabsteine aufzustellen. Steinmaterial und Bearbeitung sind frei wählbar, die Größe der Steine wird durch die Grabfläche begrenzt.

Grundsätzlich gilt aber meist, dass von jedem Grabstein zunächst ein Entwurf eingereicht und von der Friedhofsverwaltung genehmigt werden muss. Ausnahmen gelten meist nur bei Gräbern, für die ohnehin eine einheitliche Gestaltung vorgegeben wurde.

Standfestigkeit

Stehende Grabsteine, die höher als 0,50 m sind, werden in regelmäßigen Zeitabständen – meist nach der Frostperiode – zur Sicherung der Verkehrssicherheit einer Standfestigkeitsprüfung unterzogen. Ein Beauftragter der Friedhofsverwaltung prüft von Hand, ob der Stein noch fest mit dem Sockel und dem Fundament verankert ist. Ein komplexeres Prüfverfahren erfolgt mit mechanischen Geräten, die eine gleichbleibende Last gegen den Stein aufbringen. Dabei wird das „unkontrollierte Rütteln von Hand“ vermieden, durch das möglicherweise Steine gelöst werden können.

Grabsteine als genealogische Quelle

Der Verein für Computergenealogie e.V. dokumentiert die Grabsteine und veröffentlicht sie im Rahmen des GenWiki.[5] Bis Ende 2017 wurden Grabsteine auf über 4.400 Friedhöfen erfasst.[6] Während weitergehende personenbezogene Daten der Standesämter in Deutschland erst 30 Jahre nach dem Tod eines Probanden abgefragt werden können, sind Grabsteine sofort nach Aufstellung zugänglich und unterliegen keinen datenschutzrechtlichen Vorschriften. Andererseits werden Grabsteine heute häufig unmittelbar nach Ende der Ruhefrist entfernt, sodass die fotografische Dokumentation nicht nur die Daten sichert, sondern in Zukunft wohl auch eine wichtige Quelle für die Grabkultur werden wird.

Import von Grabsteinen und Kinderarbeit

Ein erheblicher Anteil der in Deutschland verwendeten Grabsteine und der zur Grabmalherstellung benutzten Steinblöcke wird aus Indien importiert.[7] 2016 stammte mindestens jeder dritte in Deutschland aufgestellte Grabstein aus Indien.[8] Mit einem Anteil von etwa einem Drittel an der Gesamtausfuhr ist Deutschland der größte Abnehmer indischer Grabmale. Lange war der Grabmalsektor mit dem Vorwurf konfrontiert worden, die Grabsteine würden häufig mit Hilfe von Kinderarbeit hergestellt, was gegen das Übereinkommen 182 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) verstößt. Die indische Regierung geht für die Provinz Rajasthan von insgesamt etwa 300.000 tätigen Kindern aus, die in Minen arbeiten. Insgesamt stünden 60 % der beschäftigten Kinder in Schuldknechtschaft.[9] Verschiedene Kommunen und Gemeinden in Deutschland änderten nach Kenntnis dieser Umstände ihre Friedhofssatzungen. So werden Grabsteine nur zugelassen, wenn sie als nicht aus Kinderarbeit stammend zertifiziert sind, wie sie von der 2005 unter Beteiligung von Misereor gegründeten Organisation Xertifix oder von der Unternehmensberatung WiN=WiN–Agentur für globale Verantwortung durch das Siegel Fair Stone vergeben werden.[10] Inzwischen wurden diese Satzungen verschiedentlich verboten. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg erklärte die Satzung von Stuttgart, die Kinderarbeit verhindern sollte, 2015 für ungültig und stellte fest, es „gebe einfach kein staatlich anerkanntes Zertifikat für solche Grabsteine“. Kurz davor hatte der Verwaltungsgerichtshof schon die Satzung der Stadt Kehl für unwirksam erklärt. Bereits 2013 hatte das Bundesarbeitsgericht eine ähnliche Satzung der Stadt Nürnberg für unwirksam erklärt.[11]

Durch den Direktimport von Steinmaterial liegen die Preise kundengefordert so niedrig, dass die Aufarbeitung von exklusiven Altgrabmalen zu teuer ist. Es entstehen für den fachgerechten Abbau eines alten Grabsteins, den Transport, das Entfernen alter Inschriften und auch evtl. sonstige notwendige Veränderungen am Stein (wenn beispielsweise durch das Abschleifen einer Inschrift die Proportionen des Steins insgesamt verändert werden müssen um wieder ein harmonisches Gesamtbild zu erreichen) erhebliche (Lohn-) Kosten, die deutlich über dem Preis für einen neuen Stein liegen. Daher wird die Aufarbeitung alter Grabsteine zur Neuverwendung heute meist nur noch dann durchgeführt, wenn sie einen besonderen künstlerischen oder ideellen Wert haben.[12]

Auswahl von Grabsteinausgestaltungen

Sprechende Grabsteine (Amrum), 1754

Grabstein von Marlene Dietrich in Berlin-Friedenau

Segnende Hände auf einem jüdischen Grabstein

Moderne Grabmalgestaltung

Grabmal aus Glas mit Marmorschrift

Historische Grabsteine in Japan

Gestaltungsentwicklung

In früheren Zeiten war neben den Daten des Verstorbenen, der Verwandtschaftsbezug der Verstorbenen in Familiengräbern, Informationen über Herkunft, Beruf, Tätigkeit, Funktionen gelegentlich ein in oft ovale Keramik gebranntes Porträt üblich. Einige alte Grabmale tragen einen Leit- oder Sinnspruch, manche figurale Ausgestaltung, wie Symbole aus dem Bereich des Glaubens, aber auch aus dem Leben. Beispielhaft seien die mit den Köpfen unten gekreuzten Hämmer des – beendeten – Bergbaus genannt. Eine neue Tendenz ist die stärkere Individualisierung von Grabsteingestaltungen, die persönliche Lebensbezüge darstellen oder sehr nüchtern originelle Sprüche wie: Das war alles. Oder: Nur tiefergelegt. Diese Strömung ist auffallend stark in deutschen Metropolen, auch am Wiener Zentralfriedhof stärker, sonst weniger verbreitet.[13]

Auf Grund der Veränderung in der aktuellen Sepulkralkultur, die zunehmend auch im Internet ihren Ausdruck findet (online-Friedhöfe und online-Gedenkseiten), entstand die Idee, die tatsächliche Grabstätte, mit einem virtuellen, internetbasierten ‘Trauerraum’ – der von den Angehörigen eigenständigen gestaltet werden kann – zu verbinden. So wurde bereits 2012 ein erster QR-Grabstein mit 2d-Barcode auf einem Friedhof in Deutschland aufgestellt, der durch die Verwendung einer probaten Scantechnik, das Abrufen digitaler Inhalte mit mobilen Endgeräten und Smartphones am Grabmal ermöglichte. Der QR-Code, der reliefartig direkt in den Naturstein eingearbeitet wurde, war als eigenständiges Gestaltungselement zu werten. Ein Verbot durch den Friedhofsträger war somit nicht möglich.

Andere Wortnutzung

In der Schweiz ist Grabstein eine sehr gebräuchliche, umgangssprachliche Bezeichnung für die militärische Erkennungsmarke.

Sonstiges

Im August 2013 gab es in Duisburg eine kurze Kontroverse um die Frage, ob ein von einer Hells Angels-Gruppe für einen verstorbenen 17-Jährigen gestifteter Grabstein, der einen als „81 Affa“ codierten Slogan des Rockerclubs enthält, akzeptiert wird. Obwohl laut Friedhofsordnung nur christliche Symbole und Daten des Verstorbenen enthalten sein dürften, war der Entwurf des Steins versehentlich nicht beanstandet worden und so durfte der bereits gesetzte Stein aus Rücksicht auf die trauernde Mutter in diesem Einzelfall stehen bleiben.[14]

Das Sozialgericht Mainz (Urteil, Az. S 11 SO 33/15 vom 19. Juni 2018) hat einer Klägerin einen Betrag von 1.856,40 € für einen Grabstein zugesprochen. Zur Begründung führte es aus, dass zu den vom Sozialamt bei Mittellosen zu übernehmenden Bestattungskosten (§ 74 Sozialgesetzbuch XII) auch die Kosten eines einfachen Grabsteins gehörten.

Siehe auch

QR-Grabstein
Restitutionsstein

Literatur

Ursula Wolkewitz: Die gravierten Messinggrabplatten des 13. und 14.Jahrhunderts im Bereich der norddeutschen Hanse – ihre Herkunft und ihre Bedeutung: Erinnern – Mahnen – Belehren. kassel university press 2015.

Weblinks

 Commons: Grabsteine – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Grabstein – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Grabstein-Projekt

Einzelnachweise

↑ Walter Lüden: Redende Steine. Grabsteine auf der Insel Föhr. Hamburg 1984

↑ Wolfgang Runge: Sprechende Steine. Grabstelen im Oldenburger Land von 1600 bis 1800. Oldenburg 1979.

↑ https://www.stern.de/panorama/gesellschaft/bayern–13-jaehrige-entdeckt-im-freizeitpark-den-grabstein-ihres-opas-7782624.html

↑ WA 35, 479 ff.

↑ http://grabsteine.genealogy.net

↑ http://wiki-de.genealogy.net/Grabstein

Herkunft von Natursteinen, Archivlink (Memento des Originals vom 30. Juni 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.xertifix.de

↑ Björn Stephan: Die Kindergräber. Süddeutsche Zeitung Magazin Nr. 9, 4. März 2016, S. 12–19.

Government of India, Ministry of Labour and Employment: Report of the national commission on labour, Chapter VII: Unorganised sector, Archivlink (Memento des Originals vom 10. April 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/labour.nic.in

↑ Einige Steinproduzenten und Importeure weisen Berichte über Kinderarbeit an Grabsteinen als falsch zurück und verweisen auf die Steinbrüche, in denen Pflastersteine hergestellt werden. Sie strengten daher mehrere Klagen gegen die Organisation XertifiX und die Stadt München an, schlossen sich Siegeln wie Rugmark und Fairtrade an und gründeten eigene Hilfswerke.

↑ http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.grabsteine-aus-kinderarbeit-stuttgarter-verbot-nichtig.27c7a439-d6da-4732-ba58-a7e5c6906b6c.html

↑ Auskunft eines Steinmetzfachbetriebes in der Region Mittelrhein.

↑ http://wien.orf.at/news/stories/2630450/ Zentralfriedhof folgt Facebook-Trend, ORF.at vom 1. März 2014

↑ Hells-Angels-Grabstein in Duisburg darf bleiben

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4157987-2 (AKS)

Abgerufen von „https://de..org/w/index.php?title=Grabstein&oldid=186050820“
Kategorie: GrabmalVersteckte Kategorie: Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2018-04

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Handwerker ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zu weiteren Bedeutungen der beiden Begriffe Handwerker und Handwerk siehe Handwerker (Begriffsklärung). Vergleiche auch Handwerck bzw. Hand werk.

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Das Deutsche Handwerkszeichen, bis 1994 offizielles Symbol des Handwerks
Schmiede-Vorführung
Schreiner-Arbeit an einem Windfang
Historisches Handwerk: Böttcherei oder Fassbinderei

Als Handwerk (von mittelhochdeutsch hant-werc, eine Lehnübersetzung zu lateinisch opus manuum und altgriechisch χειρουργία cheirurgía „Handarbeit“) werden zahlreiche gewerbliche Tätigkeiten bezeichnet, die Produkte meist auf Bestellung fertigen oder Dienstleistungen auf Nachfrage erbringen. Der Begriff bezeichnet auch den gesamten Berufsstand. Die handwerkliche Tätigkeit steht der industriellen Massenproduktion gegenüber. Das handwerkliche Gewerbe wird in Deutschland verbindlich durch die Handwerksordnung geregelt.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte

1.1 Antike
1.2 Mittelalter
1.3 Frühe Neuzeit
1.4 Handwerksgeschichte in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert

2 Merkmale des Handwerks als spezieller Wirtschaftsbereich

2.1 Deutschland

2.1.1 Tätigkeitsfelder
2.1.2 Betriebe und Beschäftigte
2.1.3 Personalstruktur und -entwicklung
2.1.4 Unternehmensgründung
2.1.5 Perspektiven
2.1.6 Organisationsstruktur

3 Zitate
4 Siehe auch
5 Literatur
6 Weblinks
7 Einzelnachweise

Geschichte

Antike

Im Griechenland der klassischen Zeit war die Handwerkskunst (téchnai banausikaí, daher auch unser heutiges Wort „Banause“) insbesondere in den größeren Poleis nicht besonders hoch angesehen. So schrieb Xenophon in seinem Werk Oikonomikós (4, 2-3):

„Denn gerade die so genannten handwerklichen Berufe sind verrufen und werden aus gutem Grund in den Städten besonders verachtet. Sie schädigen nämlich die Körper der Arbeiter und Aufseher, indem sie diese zwingen, zu sitzen und unter einem Dach zu arbeiten; manche nötigen sie sogar dazu, den ganzen Tag vor dem Feuer zuzubringen. Sind die Körper aber erst verweichlicht (wörtlich: verweiblicht, d. h. mit der hellen Hautfarbe der im Haus Tätigen), werden auch die Seelen anfälliger für Krankheiten. Auch gewähren die so genannten handwerklichen Berufe die geringste freie Zeit, sich noch um Freunde oder die Stadt zu kümmern, so dass solche Leute unbrauchbar zu sein scheinen für geselligen Umgang und zur Verteidigung des Vaterlandes. Folglich ist es in einigen Städten, besonders aber in denen, die als kriegstüchtig gelten, auch keinem Bürger erlaubt, in handwerklichen Berufen zu arbeiten.“

Seine Hauptargumente gegen das Handwerk sind die Tätigkeiten im Inneren einer Werkstatt, was er mit Tätigkeiten einer Frau innerhalb des Hauses gleichsetzt. Das Ausüben eines Handwerks disqualifiziert also den Handwerker für den Kriegsdienst; er kann also seine Polis nicht verteidigen. Außerdem bleibe nach Xenophon bei einem Handwerk keine Freizeit übrig, die man für Freunde oder sonstige Tätigkeiten für die Polis aufbringen könnte.

Platon hingegen sieht in seinem Werk Politeia (601c–602a) den Handwerker in zu starker Abhängigkeit von dem Konsumenten:

„Nun aber bezieht sich doch die Qualität und die Schönheit und die richtige Beschaffenheit eines jeden Gerätes und Gegenstandes sowie Lebewesens auf nichts anderes als auf den Gebrauch, wozu eben ein jedes hergestellt oder von Natur aus hervorgebracht ist.“ – „Notwendig also ist auch der Gebrauchende immer der Erfahrenste und er muss dem Herstellenden Bericht erstatten, wie sich das, was er gebraucht, gut oder schlecht zeigt im Gebrauch. Wie der Flötenspieler dem Flötenmacher Bescheid geben muss bezüglich der Flöten, welche ihm gute Dienste leisten beim Flöten, und ihm angeben muss, wie er sie machen soll, dieser aber muss Folge leisten.“ – „Natürlich.“ – „Der eine also als Wissender gibt an, was gute und schlechte Flöten sind, der andere aber stellt sie her als Glaubender?“ – „Ja.“ – „Von demselben Gerät also hat der Herstellende einen richtigen Glauben, wie es schön sei oder schlecht, weil er mit dem Wissenden umgeht und genötigt wird, auf diesen Wissenden zu hören; die Wissenschaft davon aber hat der Gebrauchende.“

Aufgrund dieser Abhängigkeit kann der Handwerker für Platon nicht im eigentlichen Sinne „frei“ sein, bekommt also einen sklavenähnlichen Status.

Schließlich geht Aristoteles in seinem Buch Politik (1328b–1329a) sogar so weit zu sagen, dass eine Polis nur dann glücklich sein kann, wenn keiner ihrer Bürger ein Handwerk ausüben muss:

„Da wir nun nach der besten Verfassung fragen, also derjenigen, bei der die Stadt am glücklichsten ist, und da wir vorhin feststellten, dass die Glückseligkeit ohne Tugend nicht bestehen kann, so ist klar, dass in der am besten verwalteten Stadt, deren Bürger also schlechthin und nicht nur unter bestimmten Voraussetzungen gerecht sind, diese weder das Leben von Handwerkern noch von Kaufleuten führen dürfen. Denn ein solches Leben ist unedel und widerspricht der Tugend.“

Dennoch kann von keiner allgemeinen Verachtung des Handwerks gesprochen werden. So erkannte Xenophon in seinem Werk Kyrupädie die Vorteile der Spezialisierung und der Arbeitsteilung (VIII 2, 6–7):

„Denn ebenso wie die verschiedenen Handwerkskünste in den großen Städten am höchsten entwickelt sind, sind auf dieselbe Weise auch beim König die Speisen besonders gut zubereitet. In den kleinen Städten fertigen dieselben Leute ein Bett, eine Tür, einen Pflug, einen Tisch, und oft baut auch ebenderselbe Mann Häuser und ist zufrieden, wenn er so nur genügend Arbeit findet, um sich zu ernähren. Nun ist es aber unmöglich, dass ein Mensch, der vieles macht, alles gut macht. In den großen Städten aber genügt jedem auch ein Handwerk, um sich zu ernähren, da viele einer jeden Sache bedürfen. Oft genügt auch weniger als ein ganzes Handwerk: Z. B. fertigt der eine Schuhe für Männer, der andere für Frauen. Es gibt auch Orte, wo einer allein davon lebt, Schuhe zu reparieren, ein anderer davon, sie zuzuschneiden, wieder ein anderer nur davon, dass er die Oberleder zusammennäht, und schließlich einer, der nichts von alldem tut, sondern diese Teile zusammenfügt. Es ist nun aber zwingend, dass der, der auf einem kleinen Gebiet arbeitet, seine Arbeit am besten kann.“

Mittelalter

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Im weitgehend bäuerlich geprägten Frühmittelalter spielten die sich später spezialisierenden Handwerkstätigkeiten wie die Verarbeitung von Nahrungsmitteln, die Herstellung von Textilien oder das Fertigen von Geräten und Bauten aus Holz noch eine verschwindend geringe Rolle gegenüber der häuslichen Eigenproduktion. Spezielle Arbeitstechniken, wie Bronzeguss, Malerei und Bildhauerei, waren an Klöster gebunden. Erst im Hochmittelalter und mit der Städtebildung erhielten urbane Zentren ihre antike Bedeutung zurück. Die hergestellten Waren wurden auf Märkten feilgeboten oder in Werkstätten und Läden ausgestellt und verkauft. Eine Ausnahmerolle spielten Baumeister und Steinhauer, die, von einer (Kirchen-)Bauhütte zur nächsten ziehend, über territoriale Grenzen hinweg Fertigkeiten, Innovationen und Stilentwicklungen verbreiteten.

Wichtige handwerkliche Berufe waren Schmied oder Töpfer, deren Tätigkeiten schon damals eine umfangreichere Ausrüstung erforderten. Mit der kulturellen Entwicklung des städtischen Lebens ging eine Diversifizierung der Textilherstellung und Lederverarbeitung einher, Goldschmiede, Möbeltischler oder Zinngießer brachten kunsthandwerkliche Sonderleistungen hervor. Einzelne Gewerke der städtischen Handwerkerschaft schlossen sich bis gegen Ende des Mittelalters zu selbstverwalteten Zünften zusammen. Neben ihnen gab es nur wenige freie Gewerbe und einzelne, vom Zunftzwang befreite Freimeister, aber zahlreiche heimlich in Vorstädten und auf Dachböden arbeitende Handwerker, die von den entsprechenden Zunftmeistern verfolgt wurden. Die politische Machtteilhabe der Handwerker an den sich entwickelnden städtischen Gremien war im deutschsprachigen Raum sehr unterschiedlich, doch überwogen solche kommunalen Verfassungen, in denen grundbesitzende und handeltreibende Familien das Sagen hatten.

Aus dem Mittelalter stammt das deutsche Sprichwort Handwerk hat goldenen Boden, dessen Spruch vollständig lautet Handwerk hat goldenen Boden, sprach der Weber, da schien ihm die Sonne in den leeren Brotbeutel. Der Spruch war sarkastisch auf die Armut vieler, kleiner Handwerksmeister, insbesondere der Weber, gemünzt.[1]

Eine ausführlichere Darstellung zur Geschichte der Organisationsformen und sozialen Strukturen des Handwerks bis zur Gewerbefreiheit, auch zu den Arbeitsverhältnissen außerhalb der Zunftbindungen, findet sich unter dem Stichwort Zunft.

Frühe Neuzeit

Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert nahmen die berufsständischen Regelungen, zum Beispiel zur Lehrzeit, zum Lehrgeld, dem Gesellenstück, der Walz oder der Meister­prüfung mit dem Ansteigen der Komplexität der Berufskonzepte und der fortschreitenden Spezialisierung weiter zu. Die zeitgenössische Ständeliteratur verzeichnete die wichtigsten Handwerke, Verrichtungen, Arbeitsgegenstände und Arbeitsmittel. Wandernde Gesellen erlernten, überlieferten und verbreiteten unterschiedliche Arbeitstechniken. Zudem erfolgte durch die Walz ein gewisser Arbeitsmarktausgleich. Arbeitszeugnisse der Handwerker waren häufig kalligraphisch kunstvoll ausgestaltete Handwerkskundschaften. Handwerk hatte sprichwörtlich einen goldenen Boden.[2] Berufswahl erfolgte zumeist standesgemäß nach der Ständeordnung. Frauen, Juden, unehelich geborenen Menschen und Nachkömmlingen von sogenannten Ehrlosen (zum Beispiel Henkerskinder) blieb der Zugang zu traditionellen Handwerken häufig verwehrt. In zünftischen Handwerksbetrieben spielten die Meistersfrauen – wie dies anhand des Schreinerhandwerks in Basel gezeigt wurde – allerdings eine wichtige Rolle, indem sie in praktisch allen Produktionsvorgängen einschließlich Materialbeschaffung und Absatz beteiligt waren, und Witwen durften sogar vielfach einen Handwerksbetrieb in eigener Regie leiten.[3]
Entsprechend der wirtschaftlichen Bedürfnisse, der Entwicklung bestimmter Technologien und dem Zeitgeschmack blühten zusätzlich zu den traditionellen Handwerksberufen wie Fleischer oder Goldschmied neue Berufe wie zum Beispiel Buchdrucker, Kupferstecher, Orgelbauer oder Perücken­macher auf.

Handwerksgeschichte in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert

Angeregt durch die Französische Revolution und die dann einsetzende Industrialisierung setzte sich im Europa des 19. Jahrhunderts schließlich langsam die Gewerbefreiheit durch, die jedem Bürger das Recht zubilligte, ein Handwerk eigener Wahl ausüben zu dürfen.

Am 2. November 1810 wurde die Gewerbefreiheit in Preußen eingeführt, später, am 21. Juni 1869, wurde die Gewerbefreiheit per Reichsgesetz weiter ausgedehnt. Jeder Bürger war nun berechtigt, einen Handwerksbetrieb zu gründen. 1897 und 1908 wurde die Gewerbeordnung schließlich novelliert; sie wird heute allgemein als Fundament des dualen Systems der Berufsausbildung betrachtet.

Insbesondere seitens der Handwerksmeister waren Bemühungen, die Gewerbefreiheit wieder zu beschränken, ersichtlich. So wurde 1897 ein Handwerksgesetz verabschiedet, das eine Handwerkskammer legitimierte und der alle Handwerker beizutreten hatten. 1908 wurde der „kleine Befähigungsnachweis“ erlassen, der für die Ausbildung von Lehrlingen wieder den Meisterbrief erforderlich machte. Den Abschluss der Bewegung stellte die Handwerksordnung von 1935 mit der Wiedereinführung des großen Befähigungsnachweises dar, mit dem selbst für die Ausübung eines Handwerkes wieder der Meisterbrief verlangt wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der amerikanischen Besatzungszone – nun nach US-Vorbild – eine fast schrankenlose Gewerbefreiheit eingeführt. Die vorgeschriebene Mitgliedschaft in den Kammern und Innungen (sogenanntes Institut der fakultativen Zwangsinnung) wurde nun zur freiwilligen Angelegenheit. Ab 10. Januar 1949 genügte eine Postkarte, um ein Gewerbe anzumelden – der Meisterzwang entfiel. Wieder setzte ein Gründungsboom ein. Allein in München wurden im ersten Jahr der Gewerbefreiheit soviele Gewerbe angemeldet, wie vorher insgesamt bestanden hatten.

Diese Freiheit wurde jedoch 1953 mit Verabschiedung der Handwerksordnung wieder eingeschränkt. Für 94 handwerkliche Berufe wurde abermals bundesweit die Meisterpflicht eingeführt. Federführend waren dabei die Bundestagsabgeordneten Richard Stücklen (CSU) und Hans Dirscherl (FDP).

Diese Notwendigkeit des Meisterbriefes wurde unter anderem mit besonderer Gefahrengeneigtheit und hohen Anforderungen an den Verbraucherschutz sowie die dafür nötige fundierte Berufsausbildung gerechtfertigt. Handwerkliche Selbständigkeit ohne Meisterbrief wurde somit als ordnungswidrige Schwarzarbeit strafrechtlich verfolgt.

2003/2004 beschloss der Bundestag eine Novellierung dieser Regelung: In der Handwerksrechtsnovelle wurde die Gewerbefreiheit in 53 Handwerksberufen (aufgeführt in der Anlage B der Handwerksordnung) wieder eingeführt. Für diese Berufsstände reicht nunmehr der kleine Befähigungsnachweis. Die übrigen 41 Handwerke (enthalten in der Anlage A der Handwerksordnung) behalten den Zwang zum großen Befähigungsnachweis, es sollen aber Alternativen zum Meisterbrief geschaffen werden.

Merkmale des Handwerks als spezieller Wirtschaftsbereich

Das Handwerk ist ein heterogener (also vielseitiger) Wirtschaftsbereich. Die Varianten reichen vom Industriezulieferbetrieb bis zum Handwerker im konsumnahen Umfeld, vom mittelständischen Unternehmen mit hunderten Mitarbeitern bis zum Kleinstbetrieb. Handwerksunternehmen sind aufgrund ihrer Größe und ihres Leistungsspektrums sowohl auf dem Absatz- als auch auf dem Arbeitsmarkt weitgehend lokal beziehungsweise regional orientiert. Viele Bereiche der Handwerkswirtschaft stehen in unmittelbarer Konkurrenz zur industriellen Fertigung und zur Schwarzarbeit. Letztere macht mittlerweile, mit steigender Tendenz, über 15 % des Bruttoinlandproduktes in Deutschland aus.

Deutschland

Tätigkeitsfelder

Die Handwerksbetriebe sind nach der Handwerksordnung in 41 zulassungspflichtigen, 53 zulassungsfreien und 57 handwerksähnlichen Gewerben tätig. Handwerk definiert sich über die in der Handwerksordnung ausgewiesenen Bereiche (Positivliste). Handwerk beschränkt sich hierdurch überwiegend auf Märkte, deren Expansionschancen in der wissensbasierten Ökonomie teilweise als begrenzt gelten. 43,4 % der Betriebe aus Anlage A sind im Bereich Metall/Elektro, 25,8 % im Bau- und Ausbaugewerbe, 15,6 % im Gesundheits-, Körperpflege oder Reinigungsgewerbe, 7,2 % im Bereich Holz, 6,7 % in den Nahrungsmittelgewerben, 1 % in der Handwerksgruppe Glas-, Papier-, Keramik- und sonstige Gewerbe und weniger als 1 % in der Bekleidungs-, Textil- und Lederbranche.

Ein eigenes Thema bzw. Tätigkeitsfeld ist der weit verbreitete Handwerker-Pfusch, womit zum einen die Schwarzarbeit oder das Arbeiten von Personen ohne fachliche Grundlage (die den legal Tätigen also ins Handwerk pfuschen) gemeint sind, zum anderen jede mangelhafte Ausführung eines Handwerks, auch Murks genannt. Laut Gewährleistungspflicht wird dann ein Nachbessern oder ein anderer Leistungsausgleich fällig. Der Streit darum beschäftigt vermehrt Gerichte, sodass eigene Gütestellen zur Regelung so genannter Bagatellfälle eingerichtet wurden; siehe auch Handwerkerehre.

Betriebe und Beschäftigte

Durchschnittlicher Bruttostundenverdienst in einigen Handwerksberufen in Deutschland (2003 bis 2005)

In rund 887.000 Betrieben arbeiten knapp 5 Millionen Menschen, fast 500.000 Auszubildende werden im Handwerk ausgebildet. Somit sind zurzeit noch 12,8 % aller Erwerbstätigen und rund 31 % aller Auszubildenden in Deutschland im Handwerk tätig. Handwerksunternehmen sind überwiegend Kleinbetriebe. Eine handwerksbezogene Auswertung des IAB-Betriebspanels 2003 belegt, dass 50 % der Betriebe weniger als fünf Mitarbeiter und 94 % weniger als 20 Mitarbeiter haben. Etwa 20 % der Handwerker arbeiteten 2003 in Betrieben mit weniger als fünf Mitarbeitern, 35 % in Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern. Die größte Gruppe der Handwerker (45 %) war somit in Betrieben mit fünf bis 20 Mitarbeitern tätig. Die durchschnittliche Betriebsgröße war 2003 im Handwerk mit 7,6 Beschäftigten nur halb so groß wie in der Gesamtwirtschaft. Im Jahr 2009 erreichte der Umsatz im Handwerk rund 488 Milliarden Euro. Seit mit der Novellierung der Handwerksordnung 2004 in vielen Gewerken der Meisterbrief als Voraussetzung für die Gründung entfiel, ist die Zahl der Handwerksbetriebe deutlich gestiegen, von 846.588 im Jahre 2003 auf 975.000 im Jahre 2009.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Handwerks erschließt sich allerdings nicht nur aus der Anzahl der Betriebe, der dort beschäftigten Erwerbspersonen und deren Wertschöpfung. Darüber hinaus hat das Handwerk eine besondere regionalpolitische Bedeutung: Die Handwerksbetriebe sind über die Fläche verteilt und tragen Wachstum und Beschäftigung auch in die ländliche Region. Gerade in strukturschwachen Regionen ist die Verfügbarkeit von Handwerksleistungen wiederum ein wichtiger Standortfaktor: Für Standortentscheidungen von Unternehmen ist nicht selten die ortsnahe Verfügbarkeit von Handwerksleistungen (Zulieferer, Dienstleister, Instandhaltung) ein wichtiger Faktor. Für die privaten Haushalte ist die ortsnahe Versorgung mit Leistungen des Handwerks (z. B. Lebensmittel, Kfz-Werkstätten etc.) ein Faktor, der Lebensqualität und Attraktivität der Region vermittelt.

Personalstruktur und -entwicklung

Die persönliche Qualifikation der Mitarbeiter ist der entscheidende Erfolgsfaktor für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks.

Der Facharbeiter­anteil lag 2003 im Handwerk bei knapp 40 %. Ungelernte Arbeiter machten einen Anteil von nur 18 % aus. Angestellte waren im Handwerk mit 17 % in der Personalstruktur im Vergleich zur Gesamtwirtschaft (35 %) seltener vertreten.
Der Frauenanteil lag 2003 mit knapp 33 % erheblich unter dem gesamtwirtschaftlichen Schnitt von 43,3 %.
Im Jahr 2003 waren rund 25 % der Beschäftigten im Handwerk in nicht-standardisierten Arbeitsverhältnissen (zum Beispiel Teilzeitbeschäftigung) beschäftigt.
Mitarbeiter von Kleinbetrieben nehmen stark unterproportional an externen Weiterbildungsmaßnahmen teil (70,6 % der Großbetriebe greifen auf Angebote privater Weiterbildungsträger zurück, aber nur 16,2 % der Kleinbetriebe).
Die Löhne im Handwerk sind rund 25 % geringer als in der Industrie. Die Kluft zwischen Handwerk und Industrie beträgt für Facharbeiter bzw. Gesellen fast 1.000 Euro pro Monat.[4]

Unternehmensgründung

Die Gründungsquote im Handwerk betrug im Jahre 2001 etwa 4,7 % (gegenüber zirka 12 % in der Gesamtwirtschaft). Allerdings weisen deutsche Handwerksunternehmen eine überdurchschnittliche Lebenserwartung auf. Dies ist vor allem auf die gute Vorbereitung der „gründungsbereiten“ Jungunternehmer wegen des Meisterbriefes (großer Befähigungsnachweis) und auf die umfangreiche Gründungsberatung der Handwerkskammern zurückzuführen.

Perspektiven

Briefmarke 1968
Handwerk, Tradition und Fortschritt

Folgende Entwicklungstrends sind für die Zukunft der Handwerksbetriebe in Deutschland – und Europa – maßgeblich:

Die demographische Entwicklung wird viele Absatzmärkte des Handwerks verändern; hier bestehen sowohl Risiken (Verlust von Kunden) als auch Chancen (Angebot besonderer Leistungen für ältere Kunden). Gleichzeitig wird es für das Handwerk zunehmend schwieriger, im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte Personal im notwendigen Umfang und mit der notwendigen Qualifikation zu gewinnen.
Die Innovationsfähigkeit des Handwerks ist gegenüber der Industrie deutlich schwächer ausgeprägt. Handwerkliche Innovationen beziehen sich – im Gegensatz zu industriellen – besonders auf unternehmens- und anwendungsbezogene neue Entwicklungen, Lösungen und Verfahren.[5]
Auch der internationale Wettbewerb wird sich zunehmend auf das Handwerk auswirken; hier bestehen ebenfalls sowohl Risiken als auch Chancen.

Vor dem Hintergrund dieser Trends – die die verschiedenen Gewerke in unterschiedlichem Maße betreffen – gewinnt die berufliche Aus- und Weiterbildung stärker denn je an Bedeutung. Nur mit hochwertig ausgebildetem Personal kann das Handwerk die Herausforderungen der Zukunft meistern und Zukunftschancen nutzen. Ein attraktives Aus- und Weiterbildungsangebot ist außerdem auch notwendig, um qualifizierte Berufseinsteiger für das Handwerk zu gewinnen.

Untersuchungen zur Zukunft des Handwerks haben Chancen und Risiken dieses speziellen Wirtschaftsbereiches mit folgenden Ergebnissen analysiert.

Viele Handwerksunternehmen können als KMU sehr flexibel und dynamisch im Wettbewerb agieren.
Sie sind allerdings häufig auch überproportional von ungenügenden Finanzierungsmöglichkeiten, Fachkräftemangel, fehlenden Erfahrungen und Ressourcen auf dem Gebiet der Außenwirtschaft und Kooperation sowie mangelnder Teilhabe an Forschung und Entwicklung betroffen.
Im Handwerk fallen traditionell niedrige Qualifikationserwartungen und gefordertes hohes Kompetenzprofil der Mitarbeiter zur Bewältigung komplexer Aufgaben immer weiter auseinander.
Das Handwerk bietet hervorragende Identifizierungsmöglichkeiten. Handwerk steht für Regionalität, Herkunft, Authentizität, Handbearbeitung, Transparenz über Materialien, Inhalte und Verarbeitungsweisen. Handwerksunternehmen setzen in der Regel weniger auf Wachstum als auf Qualität und Balance.
Handwerk in Deutschland leistet innovative Beiträge zu Produktentwicklungen. Eine Studie der Prognos AG untersucht die Innovationsbeiträge des Handwerks.
Handwerker liefern unter engem Kundenkontakt und Berücksichtigung der Kundenwünsche anspruchsvolle und individuelle Lösungen.
Handwerker reparieren, tauschen aus und restaurieren. Sie setzen in ökologischer und ökonomischer Notwendigkeit vermehrt auf Erhalt des Bestehenden.
Das Handwerk ist im Umschwung begriffen: Betriebe, die innovative, kreative und komplexe Leistungen anbieten, erfahren Aufschwung, wohingegen Low-Tech-Betriebe vermehrt mit wirtschaftlichem Abschwung rechnen.
Wegen explodierender Rohstoff- und Energiepreise erfahren Recycling, Energieeffizienz, minimierter Materialeinsatz und Reparaturen als Geschäftsfelder im Handwerk weitere Bedeutung.
Die Generation 35 plus fordert zukunftsweisende Handwerkerleistungen. Insbesondere Frauen, die zu 80 % über die Verteilung verfügbaren Einkommens der Haushalte entscheiden, sollten als Hauptzielgruppe gelten.
(Ältere) Kunden begnügen sich nicht allein mit qualitativ hochwertigen Handwerkerleistungen; sie erwarten kraft Wertewandels mehr an Spaß und Unterhaltung durch Produkte und Leistungen.
Erfolgreiche Gestaltung von Unternehmenskooperationen für handwerkliche KMU wird, auch in Anbetracht vieler Fehlgriffe, zur Überlebensfrage. Kooperativität verspricht, angestrebte Produktivität überproportional zu steigern.
Handwerk aus Deutschland hat international einen ausgezeichnet Ruf. Handwerkliche Unternehmen finden zunehmend Märkte in den europäischen Nachbarländern, etwa in Großbritannien, Polen, den Niederlanden und Norwegen, nachdem dort strukturelle Defizite zu einem Defizit vergleichbarer handwerklicher Qualifikationen geführt haben.
Das Handwerk ist traditionell an einer Berufsausbildung interessiert. Daher hat das Handwerk auch Interesse, dass nur gut ausbildete Handwerker (idealerweise Meister) einen Handwerksbetrieb führen dürfen. Allerdings wurden bei Novellierungen der Handwerksordnung auch Gewerke ohne Meisterabschluss zur Gründung eines Handwerksbetriebes zugelassen. Das Handwerk hat dabei durchaus ein Interesse eine gründliche, meist dreijährige Ausbildung in einem Beruf durchzuführen.
Derzeit gibt es eine heftige Diskussion über die Einordnung der (handwerklichen) Berufe in einen deutschen Qualifikationsrahmen. Letztlich geht es um die Zuordnung (handwerklicher) Berufe zu schulischen Abschlüssen und um die Durchlässigkeit und Chancengerechtigkeit beim Zugang zu den Hochschulen auch für Menschen mit einer Berufsausbildung und einem Meisterabschluss.

In allen Bundesländern, qualifizieren sich Handwerksmeister zugleich mit der Meisterprüfung bzw. der Prüfung zum Gestalter im Handwerk zur Berechtigung, an einer Hochschule ein Fach ihrer Wahl zu studieren. In Bayern haben Handwerksmeister seit dem Wintersemester 2009/2010 die Hochschulzugangsberechtigung; 387 Handwerksmeister haben sich im Wintersemester 2009/2010 an den bayerischen Universitäten eingeschrieben. Handwerksgesellen erwerben die Fachhochschulreife.

Daneben besteht eine Möglichkeit zur Weiterbildung für Handwerker zum „Gestalter im Handwerk“, wo unter anderem Kurse in Zeichnen und Darstellungstechniken, Grundlagen der Gestaltung, Farbgestaltung, Entwurf, Gestaltung, Projektentwicklung, Materialkunde, Werktechnik und Modellbau, Typografie und Layout, Fotografie und Dokumentation, Kunst- und Designgeschichte, Präsentation und Designmanagement belegt werden müssen. Die Prüfung findet in Form einer umfangreichen Projektarbeit statt. Die Akademien für Gestaltung in Deutschland sind dem Bildungsangebot ihrer jeweiligen Handwerkskammern angeschlossen und bieten den einjährigen Vollzeitkurs oder den berufsbegleitenden 2-jährigen Kurs an. Diverse Fördermodelle unterstützen Handwerker dabei.

Organisationsstruktur

Das Handwerk ist in Deutschland wie folgt organisiert:

Jeder zulassungspflichtige Handwerksbetrieb, die zulassungsfreien sowie handwerksähnliche Handwerke sind Pflichtmitglied in der regional zuständigen Handwerkskammer (vergleichbar der Industrie- und Handelskammer oder Rechtsanwaltskammer). Die Kammern bilden auf Ebene der Bundesländer regionale Kammertage und auf Bundesebene den Deutschen Handwerkskammertag als Spitzenorganisation der Handwerkskammern in Deutschland.

Ferner sind viele Handwerksbetriebe in Innungen freiwillig organisiert. Diese Innungen eines Kreises bilden auf regionaler Ebene die Kreishandwerkerschaften. Innungen desselben oder sich fachlich nahestehender Handwerke eines oder mehrerer Bundesländer können sich zu Landesfach- beziehungsweise Landesinnungsverbänden zusammenschließen. Diese Verbände können sich auf Landesebene zu regionalen handwerkeübergreifenden Regionalvereinigungen als landesweite Arbeitgeberverbände (oft Unternehmer- oder Gesamtverband bezeichnet) zusammenschließen. Auf Bundesebene bilden sie die Bundesinnungsverbände bzw. Zentralfachverbände, welche sich im Unternehmerverband Deutsches Handwerk (UDH) als Spitzenorganisation der Arbeitgeber im Handwerk Deutschlands zusammengeschlossen haben.

In den Bundesländern bilden die regionalen Kammertage mit den Unternehmer- bzw. Gesamtverbänden die regionalen Handwerkstage als Vertretung des Handwerks auf Länderebene.

Die 53 Handwerkskammern und 36 Zentralfachverbände bilden mit weiteren bedeutenden Einrichtungen des Handwerks den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH).

Der ZDH ist Mitglied der UEAPME, der Europäischen Union des Handwerks und der Klein- und Mittelbetriebe mit Sitz in Brüssel.

Weitere Organisationen des Handwerks sind z. B. die Junioren des Handwerks welche speziell die Interessen junger Handwerksmeister/innen und Führungskräfte vertreten, sowie der Arbeitskreis Unternehmerfrauen im Handwerk als Vertretung der im Handwerk tätigen Unternehmerinnen und in Leitungspositionen im Handwerk arbeitenden Frauen.

Die folgende Grafik gibt einen Überblick der deutschen Handwerksorganisation:

Zitate

Richard Sennett: „Etwas selbst dann richtig zu tun, wenn man dafür vielleicht gar nichts dafür bekommt, das ist wahrer Handwerksgeist. Und wie ich meine, vermag nur solch ein uneigennütziges Gefühl des Engagements und der Verpflichtung die Menschen emotional zu erheben. Anderenfalls unterliegen sie im Kampf ums Überleben.“[6]

„Eine umfassende Definition [für eine handwerkliche Einstellung (im weiteren Sinn)] könnte lauten: etwas um seiner selbst willen gut machen. In allen Bereichen handwerklicher Einstellung spielen Disziplin und Selbstkritik eine wichtige Rolle. Man orientiert sich an gewissen Standards, und im Idealfall wird das Streben nach Qualität zum Selbstzweck.“[7]

Siehe auch

Handwerkerehre
Handwerksmeister
Der Letzte seines Standes? (eine Doku-Fernsehreihe des BR über seltene Handwerke)
Kunsthandwerk (Kunstgewerbe)
Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke
Artigiano in Fiera

Literatur

Jürgen Dispan: Regionale Strukturen und Beschäftigungsperspektiven im Handwerk. Regionalanalyse, Entwicklungstrends, Herausforderungen, regionalpolitische Handlungsfelder, Umsetzungsansätze in der Region Stuttgart. IMU-Institut, Stuttgart 2003, ISBN 3-934859-05-4 (Schriftenreihe Verband Region Stuttgart, Heft 20). 
Rainer S. Elkar unter Mitarbeit von Katrin Keller und Helmuth Schneider: Handwerk – Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Theiss Verlag, Darmstadt 2014. 224 Seiten. ISBN 978-3-8062-2783-3.
Wolfgang Herzog: WissensQuick: Zukunft Lehre im Handwerk. Warum eine Lehre im Handwerk beste Zukunftschancen hat. Ein Plädoyer eines erfahrenen Handwerksmeisters. Edition Aumann, Coburg 2011. 87 Seiten. ISBN 978-3-942230-75-9.
Peter John: Handwerk im Spannungsfeld zwischen Zunftordnung und Gewerbefreiheit – Entwicklung und Politik der Selbstverwaltungsorganisationen des deutschen Handwerks bis 1933 Bund-Verlag Köln 1987.
Arnd Kluge: Die Zünfte. Steiner, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-515-09093-3. 
Thomas Schindler, Carsten Sobik, Sonja Windmüller (Hrsg.): Handwerk. Anthropologisch, historisch, volkskundlich (= Hessische Blätter für Volks- und Kulturforschuing N.F. 51). Jonas, Marburg 2017. ISBN 978-3-894-45543-9
Knut Schulz (Hrsg.): Handwerk in Europa. Vom Spätmittelalter bis zur Frühen Neuzeit (= Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien 41). Oldenbourg, München 1999, ISBN 978-3-486-56395-5 (Volltext als PDF)
Knut Schulz: Handwerk, Zünfte und Gewerbe. Mittelalter und Renaissance. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2010, ISBN 978-3-534-20590-5. 
Richard Sennett: Handwerk Berlin-Verlag, Berlin 2008 ISBN 3-8270-0033-5 (soziologisch, siehe z. B. Zitate)
Rezension: Thomas Macho in NZZ, 24. Januar 2008
Jendrik Scholz: Krise des korporatistischen Arrangements und gewerkschaftliche Revitalisierungsansätze im Handwerk, in: Schmalz, Stefan; Dörre, Klaus (Hrsg.): Comeback der Gewerkschaften? Neue Machtressourcen, innovative Praktiken, internationale Perspektiven, Frankfurt am Main 2013, S. 199–212, Campus-Verlag, ISBN 978-3-593-39891-4[8]
Jendrik Scholz: Regionale Strukturpolitik am Beispiel Trier und Luxemburg – Entwicklung von Methoden, Instrumenten, Referenzprozessen und politischen Handlungsempfehlungen zur Förderung des Technologie- und Innovationstransfers im Handwerk, in: Verwaltung & Management – Zeitschrift für allgemeine Verwaltung, Jahrgang 15, Heft 3/2009, S. 163–167[9]

Weblinks

 Commons: Handwerk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Neuer Schauplatz der Künste und Handwerke – Quellen und Volltexte
 Wikisource: Handwerk – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Handwerk – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Handwerk – Zitate
 Wikiquote: Handwerker – Zitate
Zentralverband des deutschen Handwerks e. V.
Statistisches Bundesamt (Destatis): Daten und Aufsätze zum Thema „Handwerk“

Einzelnachweise

↑ Fritz Westphal: Die Schrift und das historische Handwerk. In: Die deutsche Schrift (Hrsg.): Bund für deutsche Schrift und Sprache e.V. Nr. 3/2016. Bund für deutsche Schrift, 2016, ISSN 0012-0693, Handwerk hat goldenen Boden, S. 11, Sp. links. 

↑ Johan Agricola: Sibenhundert und funffzig Deutscher Sprüchwörter …Wittenberg 1582; Nachdruck Lutherstätten und Museen der Lutherstadt Eisleben: Wir mussen die Spruchwörter erretten … Halle und Zürich 1996, ISBN 3-929330-55-5.

↑ Stefan Hess, Wolfgang Loescher: Möbel in Basel. Kunst und Handwerk der Schreiner bis 1798. Basel 2012, ISBN 978-3-85616-545-1.

↑ Scholz, Jendrik: Krise des korporatistischen Arrangements und gewerkschaftliche Revitalisierungsansätze im Handwerk, in: Schmalz, Stefan; Dörre, Klaus (Hrsg.): Comeback der Gewerkschaften? Neue Machtressourcen, innovative Praktiken, internationale Perspektiven, Frankfurt am Main 2013, S. 202–203.

↑ Scholz, Jendrik: Regionale Strukturpolitik am Beispiel Trier und Luxemburg – Entwicklung von Methoden, Instrumenten, Referenzprozessen und politischen Handlungsempfehlungen zur Förderung des Technologie- und Innovationstransfers im Handwerk, in: Verwaltung & Management – Zeitschrift für allgemeine Verwaltung, Jahrgang 15, Heft 3/2009, S. 163–167.

↑ Sennett, Richard: Die Kultur des neuen Kapitalismus. Berlin Verlag, Berlin 2005, S. 155.

↑ Sennett, Richard: Die Kultur des neuen Kapitalismus. Berlin Verlag, Berlin 2005, S. 84.

↑ Scholz, Jendrik: „Krise des korporatistischen Arrangements und gewerkschaftliche Revitalisierungsansätze im Handwerk“ auf nbn-resolving.de.

↑ [1].

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4023299-2 (AKS)

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Haarverlängerung mit Echthaar

Haarverlängerung ist eine Bezeichnung für verschiedene Methoden, das Eigenhaar am Kopf durch fremde Echt- oder Kunsthaarsträhnen kräftiger und länger erscheinen zu lassen. Der englische Fachbegriff lautet Hair Extensions. In Deutschland wird diese Dienstleistung aufgrund handwerkskammerlicher Bestimmungen hauptsächlich von Friseuren angeboten. In einigen Bundesländern erteilen Handwerkskammern jedoch auch berufsfremden Personen „Ausnahmebewilligungen beschränkt auf Haarverlängerung“.[1]

Inhaltsverzeichnis

1 Haararten

1.1 Echthaar
1.2 Synthetikhaar

2 Arbeitsweise

2.1 Dauer
2.2 Methoden

2.2.1 Einzelsträhnen
2.2.2 Tressen
2.2.3 Ethnische Methoden
2.2.4 Weitere Methoden

3 Siehe auch
4 Literatur
5 Einzelnachweise
6 Weblinks

Haararten

Premiumhaar

Echthaar

Am besten geeignet ist unbehandeltes, europäisches Schnitthaar.[2] Weil diese aber in zu geringer Menge und Qualität verfügbar ist, wird häufig Schnitthaar aus Indien[3] verwendet, das durch Vorbehandlung dem europäischen Haar farblich angepasst wird. Zuerst wird das Haar gebleicht, damit es die ursprüngliche Farbe verliert, anschließend folgt die Färbung mit gewöhnlicher Textilfarbe – somit verwäscht sich die Farbe nicht. Das indische Haar ist aufgrund der genetischen Verwandtschaft der Konsistenz des europäischen Haares am ähnlichsten. Der Grund dafür ist der elliptische Querschnitt, der sehr ähnlich dem des europäischen Haares ist. Aus Indien stammen große Mengen an Haar, da dort traditionell hinduistische Pilger ihr Haar als Opfergabe darbringen. Dieses Haar wird häufig auch „Tempelhaar“ genannt, da diese rituelle Opferung des Haares zumeist an Tempeln stattfindet.

Die Anforderungen an das Echthaar sind groß, soll es eine hohe Qualität haben: Zum einen sollte die Ausrichtung erhalten bleiben, sodass alle Haarspitzen und alle Haarwurzeln zusammen sind. Mit der richtigen Ausrichtung bleibt auch die Schuppenschicht der Haare erhalten, wodurch die Haare natürlich geschützt werden und so länger haltbar sind. Zum anderen sollte die natürliche Haarfarbe weitestgehend erhalten bleiben, damit ein Haar nicht zu viele Farbschichten aufweist und das Haar generell eine höhere Qualität besitzt. Solch hochwertiges Haar wird auch Remi-Haar (oder auch Remy-Haar) genannt. In der Haarindustrie wird auch das letzte Haar verarbeitet: Selbst minderwertiges oder bei der Herstellung von hochwertigem Zweithaar ausgekämmtes Haar wird weiterverwertet. Dieses ist dann qualitativ minderwertig und wird auch dementsprechend gekennzeichnet. Bei diesem Haar wird die Schuppenschicht in einem Säurebad abgezogen, damit das Haar nicht verfilzt oder nach dem Bürsten wie toupiert aussieht. Indische Frauen färben ihr Haar nicht mit den uns bekannten Haarfarben, in denen Oxidantien, wie Wasserstoffperoxid, enthalten sind, sondern benutzen zumeist Henna Färbungen, die aus Pflanzenfarben bestehen. Diese greifen das Haar zwar nicht so sehr an, sind aber schwer aufzuhellen, weshalb so gefärbtes Haar ebenfalls als minderwertig einzustufen ist.

Synthetikhaar

Synthetisch hergestelltes Haar ist herstellungsbedingt kostengünstiger und wird daher für preiswertere Arbeiten verwendet. Beim Synthetikhaar werden zwei Haararten unterschieden: das Kunsthaar und das Kanekalon Fiber Haar. Beide Arten werden komplett synthetisch hergestellt, unterscheiden sich aber in ihren Merkmalen. Während Kanekalon Fiber Haar sehr hochwertig ist und sowohl gewaschen, geföhnt, gelockt als auch geglättet werden kann ohne zu verschmoren, ist dies mit Kunsthaar nicht möglich. Dieses kann nicht einmal mit Wasser gewaschen werden – dazu wird ein Trockenshampoo benötigt. Zudem verfilzt Kunsthaar sehr schnell. Synthetikhaar kann generell nicht gefärbt werden.

Arbeitsweise

Mediendatei abspielen Fremdhaar-Befestigung (Film)

Bei einer Haarverlängerung wird fremdes Haar (Kunsthaar oder Echthaar) in das eigene Haar mittels verschiedener Methoden integriert. Es gibt warme Methoden, bei denen in irgendeiner Form Hitze verwendet wird, und kalte (auch mechanische) Methoden. Bei den kalten Methoden erfolgt die Befestigung durch Kunststoff-Verbindungen, Metall-Verbindungen, Clips, Klebestreifen oder durch Einflechten oder Einnähen. Eine weitere Möglichkeit ist die Einarbeitung von Tressen, bei der reihenweise gearbeitet wird. Die Befestigung findet vor allem am Hinterkopf statt, damit genügend Eigenhaar vom Oberkopf über die Verbindungsstellen fällt.
Beim Anmodellieren mit Wärme werden Wärmezange, Hot Pod, Hot Gun, Shrinkies (Schrumpfschläuche), Wachs, thermoplastischer Kunststoff oder eine Silikonbasis bei etwa 190–200 °C benutzt, bei Ultraschall werden Bondings auf molekularer Ebene kurzzeitig erwärmt[4]. Auch Luftdruck- oder Laserbehandlungen gehören zu den warmen Methoden einer Haarverlängerung.
Häufig hört man den Begriff „Keratin“ in Verbindung mit Haarverlängerungen und Bondings. Der Begriff ist aber so nicht richtig, denn bei der Klebeverbindung bei Bondings handelt es sich um einen thermoplastischen Kunststoff, nicht um Keratin. Der Begriff wird verwendet, um Kunden zu suggerieren, dass es sich bei dem Kleber um einen Stoff handelt, der auch im menschlichen Haar vorkommt.

Dauer

Die Haltbarkeit einer Haarverlängerung variiert sehr stark und ist abhängig von der verwendeten Methode, der Qualität des eingearbeiteten Haares und dem Haarwuchs der Trägerin oder des Trägers. Durchschnittlich wächst das menschliche Haar etwa einen Zentimeter pro Monat. Während kostengünstiges Zweithaar in der Regel nur einmal getragen werden kann, ist es möglich hochwertiges – unabhängig von der Methode – neu aufzubereiten und nochmals zu tragen. Haarverlängerungen, die mit warmen Methoden oder der Microring-Methode durchgeführt wurden, können etwa drei Monate getragen werden. Bei guter Qualität und abhängig von den Frisurgewohnheiten können die Extensions sogar bis zu sechs Monaten in den Haare bleiben. Wichtig ist nur, dass die Bondings halten und sich die Verbindungsstellen gut abdecken lassen.
Bei vielen Methoden der Haarverlängerung, wie Wefts und Tressen, geschieht dies durch „hochsetzen“ der Verlängerungen. Nach etwa vier bis sechs Wochen sind die Haare so lang gewachsen, dass die Verbindungsstellen wieder sichtbar sind, daher werden die Extensions entfernt und wieder weiter oben in das Kopfhaar eingesetzt. Je nach Haartyp fallen nach etwa sechs Monaten meist so viele Eigenhaare durch den normalen Haarausfall (bis 100 Haare pro Tag) aus, dass die Eigenhaarsträhne im Verhältnis zur Zweithaarsträhne so dünn geworden ist, dass diese nicht mehr gehalten werden kann und herunterfällt[5]. Sie fällt hier nicht einfach heraus, sondern kämmt sich meist heraus, indem sie an den Borsten des Kamms hängen bleibt und sich dann einfach herausziehen lässt.
Die Haltbarkeit der Extensions kann sich aber auch drastisch verkürzen, wenn die Haare nicht richtig gepflegt werden. Inhaltsstoffe von vielen Pflegemitteln sind für die Verbindungen der Haarverlängerungen nicht geeignet. Dies sind beispielsweise Alkohol und Öle. Alkohol und Öl greifen die Verbindungsstellen der Bondings an und machen diese brüchig oder klebrig. Daher empfiehlt es sich auf Pflegemittel, die Öl oder Alkohol enthalten komplett zu verzichten oder das Mittel nur in Längen und Spitzen anzuwenden, sodass die Bondings bei der Pflege ausgespart werden.
Viele Friseure und Hersteller werben mit einer Tragedauer von mehr als sechs Monaten, bis die Haarverlängerung entfernt oder erneuert werden muss. Diese Zahl ist unrealistisch, da die Bondings sich dann schon fast auf Kinnhöhe befänden und nicht mehr verdeckt werden könnten. Eine gute Pflege vorausgesetzt, ist das Verfilzen von Zweithaar nicht zu erwarten, es muss lediglich vor dem Austrocknen bewahrt werden. Für das Bürsten der Haare mit Extensions werden spezielle Bürsten verwendet, die flexible Borsten haben und so das Bonding aussparen. Die Einarbeitung der Strähnen oder Tressen dauert je nach angewandter Methode und verwendeter Haarmenge unterschiedlich lang. Im Durchschnitt kann man von einer Einarbeitungszeit von zwei bis vier Stunden ausgehen.

Methoden

Geflochtene Farbsträhnen

Grundsätzlich können die vielen verschiedenen Methoden zur Haarverlängerung in zwei Gruppen unterteilt werden, in die warme und kalte oder mechanische Methode.
Bei der warmen Methode wird Wärme – in irgendeiner Form – verwendet, um das Eigenhaar mit den einzuarbeitenden Haarsträhnen zu verbinden. Bei Laser- oder Ultraschallmethoden beispielsweise kommt keine direkte Hitze zum Einsatz, die Methoden zählen aber dennoch zu den warmen Methoden. Als Verbindungsstoff wird meist ein thermoplastischer Kunststoff verwendet. Das Lösen der Verbindung geschieht mittels vergilbten Alkohol, welcher die Klebestellen wieder auflöst.
Bei der kalten Methode werden die Eigenhaare mit den Haarsträhnen durch Metall- oder Kunststoffhülsen rein mechanisch verbunden. Die Verbindung ist rasch hergestellt und hält sehr fest. Das Lösen der Verbindung ist oft sehr einfach, da nur die Hülsen entfernt werden müssen und keine Kleberrückstände am Haar verbleiben. Jedoch sind diese Hülsen, im Gegensatz zu thermoplastischen Klebstoffen, hart und können speziell beim Liegen als störend empfunden werden. Eine weitere Besonderheit der Hülsen ist, dass sie im Innern mit einer Gummierung oder Silikon ausgestattet sind, damit die Eigenhaare nicht vom blanken Metall abgedrückt werden und an dieser Stelle brechen könnten. Es gibt bei beiden Methoden – warm und kalt – wiederum Praktiken bei denen einzelne Strähnen mit wenigen Millimetern Durchmesser verarbeitet werden und Methoden, die ganze Haar-Tressen von mehreren Zentimetern Breite verarbeiten.

Einzelsträhnen

Bei den folgenden Methoden werden nur einzelne Haarsträhnen verwendet, die in ihrer Breite und Fülle ungefähr gleich sind. Kalte und warme Methoden sind hier vermischt.

Tape Extensions System

Bei dieser Methode werden zwei Tapes mit je einer Strähne an einer Strähne des eigenen Haares angebracht. Ein Tape wird unterhalb der Eigenhaarsträhne platziert, das andere wird passgenau oberhalb der Eigenhaarsträhne auf das untere Tape geklebt. Aus diesem Vorgehen leitet sich auch der Begriff der Sandwich-Methode ab, da das Eigenhaar zwischen den beiden Tapes und den daran befestigten Extensions liegt. Das Tape Extensions System ist im Vergleich zu anderen Methoden besonders schonend zum Eigenhaar und verursacht weder beim Einsetzen der Extensions noch beim herausnehmen der Haarverlängerung oder Haarverdichtung Haarbruch. Auch ein Säuberungsschnitt ist nicht notwendig. Mit dem Tape Extensions System können vollständige Haarverlängerungen und Haarverdichtungen in unter einer Stunde erfolgen. Als Erfinder des Tape Extensions Systems gilt Günter Alex, Gründer und einer von zwei Geschäftsführern der deutschen hairtalk GmbH, der die Methode 2005 entwickelte und etablierte.[6]

Bonding Methode
Bei der Bonding Methode wird das Haar in einzelnen Strähnen verarbeitet und mithilfe der Keratinplättchen eingeschweißt. Die einzelnen Haarbündel fassen je nach Methode mehrere hundert Haare. Die einzelnen Haare einer Strähne sind am oberen Rand miteinander verbunden. Diese Verbindungsstellen nennt man Bondings. Sie dienen der Verbindung mit dem Eigenhaar und bestehen aus einem thermoplastischen Polymer, das mittels einer Wärmezange erwärmt wird. Das Material der Verbindungsstelle wird dadurch zähflüssig (wie Honig) und kann um das Eigenhaar gedreht werden. Das Bonding-Material härtet danach sofort wieder aus. Die entstehenden Verbindungsstellen sind rund. Es handelt sich hierbei um eine warme Methode.
Air Pressure Superbond
Bei dieser Verarbeitungsmethode werden die Strähnen nicht einzeln, sondern in Sets von bis zu zehn Stück verarbeitet. Die Strähnen sind auf einer Folie aufgebracht, die per Luftdruck auf das Eigenhaar gedrückt wird. Die dabei entstehenden Verbindungsstellen sind flach. Die Airpressure-Methode wird nur von Great Lengths angeboten.
High Speed Selector (Dual Power)
Bei dieser Methode werden alle Strähnen einzeln von Hand eingearbeitet. Die Verbindungsstellen auf den Haarsträhnen (Bondings) bestehen aus einem thermoelastischen Polymer das mit Hilfe einer Wärmezange erwärmt wird. Das Material der Verbindungsstelle wird dadurch zähflüssig und kann um das Eigenhaar gedreht werden. Das Bonding-Material härtet danach sofort wieder aus. Die entstehenden Verbindungsstellen sind rund.
Laserbeamer XP
Mit dem vollautomatisch arbeitenden Gerät werden bis zu acht einzelne Strähnen gleichzeitig eingearbeitet. Die Verbindungsstellen aus einem thermoplastischen Polymer werden in einem Arbeitsgang nacheinander erhitzt, mit dem Eigenhaar verbunden und zum schnellen Aushärten abgekühlt. Die entstehenden Verbindungsstellen sind flach und sehr schmal. Die Laserbeamer-XP-Methode gibt es exklusiv nur vom Hersteller Hairdreams. Hier handelt es sich ebenfalls um eine warme Methode.
Easyhair
Doppelt kunststoffbeschichtete Metallhülsen aus Reinstkupfer (Durchmesser 1,5 mm, 8 mm lang) in verschiedenen Farben werden in patentiertem Verfahren doppelt gefaltet, dadurch sind diese extrem klein und dünnwandig. Diese kalte Methode zählt zu jenen mit den kleinsten Verbindungsstellen. Durch die Spezialbeschichtung ist dieses Verfahren sehr haarschonend und lange haltbar. Das System wurde vom österreichischen Unternehmen Blond & Braun entwickelt und wird weltweit vertrieben. Auch die entsprechenden Echthaare (Euromischhaar) werden vom Unternehmen selbst gefertigt und zugeliefert. In den USA wird das Produkt unter dem Label eurolocs verkauft.
Microring
Kleine Metallringe (ca. 3 mm breit, Durchmesser 2–4 mm), die mit einer Kunststoffschicht überzogen sind, die der Haarfarbe entspricht. Die Rundbondings am Ende der Extensions werden am Haaransatz, mithilfe einer Nadel, in diese Ringe eingeführt, dann werden die Ringe mit einer Zange kurz fest zusammengedrückt und geben so über mehrere Monate Halt. Microrings werden für mechanische beziehungsweise kalte Methoden verwendet.
Loop Extensions
Die Loop-Extensions-Methode funktioniert ähnlich wie die Microring-Methode. Hierbei ist aber keine Nadel notwendig, da sich an der Zweithaarsträhne eine Schlaufe befindet, über welche das Eigenhaar in der Hälfte der zu angebrachten Strähnenmenge durchgezogen wird. Anschließend wird auch hier der Ring mit einer speziellen flachen zip&go Zange fest zusammengedrückt.
Eurolocks
Methode wie bei Microring, nur sind die Eurolocks bis zu 1 cm lang und durch die größere Oberfläche auch etwas haltbarer als die Microrings, können aber auch z. B. beim Liegen durch die Größe als störend empfunden werden.
Shrinkies
Hier werden die Rundbondings am Ende der Extensions am Haaransatz in rund 1 cm lange durchsichtige Schrumpfschläuche (Shrinkies) gesteckt. Diese werden bei 80–120 °C mit dem Connector erwärmt, bis sich die Shrinkies so weit zusammengezogen haben, dass sie über mehrere Monate Halt geben. Diese Methode zählt zu den warmen Methoden.
Ultraschall
Obwohl beim Ultraschall keine direkte Hitze verwendet wird, handelt es sich hierbei um eine warme Methode. Die Ultraschallwellen verändern die Moleküle des thermoplastischen Kunststoffs und somit die Konsistenz dessen. So wird das Zweithaar fest mit dem Eigenhaar verbunden. Durch erneute Ultraschallbehandlungen können die Verbindungsstücke, welche Eigenhaar und Echthaar zusammenhalten, wieder gelöst werden.
Brasilianische Methode
Eigenhaarsträhnen werden mit Fremdhaarsträhnen mit einem elastischen Nähfaden oder elastischem Polymer umwickelt. Vorteil für das Haar ist die fehlende Hitzeeinwirkung, stabiler Halt, Verwendung von etwas günstigerem hochwertigem Schnitthaar und punktuell variierbare Strähnenlänge sowie -dicke. Preis hierfür ist die relativ lange Einarbeitungszeit.[7]
Hot Pod Methode
Bei der warmen Hot Pod Methode werden keine vorgefertigt zusammenhängenden Haarverlängerungen verwendet, sondern lose Haare. Eine kleine Menge der Haare wird jeweils zu einer Strähne zusammengenommen und in den sogenannten Hot Pod getaucht. Im Hot Pod wird thermoplastischer Kunststoff in Form von Granulat zum Schmelzen gebracht. Die honigartige Masse hält nicht nur die losen Haare der Haarverlängerung zusammen, sondern dient auch als Halteverbindung mit dem Echthaar. Diese Methode war eine der ersten Methoden auf dem Markt der Haarverlängerungen und wurde zunehmend von der Bonding Methode abgelöst, da die Arbeit durch das fertige Bonding einfacher ist. Die Hot Pod Methode ist dennoch aktuell.
Hot Gun Methode
Die Hot Gun Methode ist der Hot Pod Methode sehr ähnlich. Der einzige Unterschied ist, dass es bei der Hot Gun Methode keinen Topf mit flüssigem Kunststoff gibt, sondern die Hot Gun. Diese funktioniert wie eine Heißklebepistole: Der Kunststoff wird in Form eines Sticks in die Pistole gegeben und darin geschmolzen. Die lose Zweithaarsträhne wird dann mit dem flüssigen Kunststoff aus der Öffnung benetzt und dann auf dem Eigenhaar angebracht.

Tressen

Bei den nun folgenden Methoden werden ganze Haartressen verarbeitet, die deutlich breiter sind als die einzelnen Haarsträhnen. Kalte und warme Methoden sind hier ebenfalls vermischt.

Clip Extensions
Die so genannten Clip-in Extensions sind eine besonders schnelle Art, um sich die Haare zu verlängern. Sie werden einfach im Haar festgeklemmt. Die Clips sind jeweils farblich an die Haarfarbe angepasst, sodass diese nicht auffallen. Profis toupieren die Ansätze des Eigenhaares vor dem Anbringen der Extensions, damit die Haarverlängerung besser und länger hält. Es gibt sie entweder aus Echthaar oder aus Synthetikhaar. Sie sind in vielen Farbvariationen erhältlich, lassen sich (als Echthaar) färben, schneiden, toupieren und in Locken legen und sind dabei schonend für das Eigenhaar.
Skin Weft
(Klebemethode) Hier werden Haare, die auf ein feines PU-Band genäht sind, mittels Klebestreifen (Tapes) am Kopf befestigt. Diese Methode ist gut selbstständig einbaubar und schädigt das Haar nicht. Es ist gerade für Personen von Vorteil, die lichtes oder dünnes Deckhaar haben, da die Skin Wefts am Oberkopf bei richtigem Einbau nicht erkennbar sind.
Tressen
Diese sind ähnlich wie Skin Wefts, haben jedoch einen maschinentressierten Rand, der etwas dicker ist als bei den Skin Wefts. Jedoch eignen Sie sich hervorragend um mehr Volumen auf dem Kopf zu erreichen. Sie sind aber am Oberkopf bei lichtem Deckhaar leichter zu erkennen, falls der Einbau nicht ideal verlaufen ist. Aus Tressen können sogar selbst maßgeschneiderte Clip In Sets zusammengestellt werden, die sich dann wie Microrings anbringen lassen. Dazu müssen sie nur auf die gewünschte Länge geschnitten und auf einem Clip angenäht werden.
Weaving
Bei dieser Methode werden Echthaartressen dauerhaft am Eigenhaar befestigt. Meist wird ein eng an der Kopfhaut geflochtener Zopf als Basis verwendet und die Tressen dann mit einem speziellen Garn an dem geflochtenen Zopf, dem sogenannten Cornrow, angenäht. Dies passiert dann je nach Eigenhaarfülle in mehreren Partien untereinander.

Ethnische Methoden

Die folgenden Methoden eignen sich auch für das Haar afrikanischstämmiger Träger und sind z. B. bei Afroamerikanerinnen populär, die sich nicht nur längeres, sondern auch glatteres, leichter frisierbares Haar wünschen. Häufig wird auch farbiges Fremdhaar verwendet. Alle folgenden Methoden basieren eher auf Handarbeit als auf modernen industriellen Befestigungstechniken. Wenn das Fremdhaar durchgeflochten wird, werden die Enden häufig mit kochendem Wasser versiegelt.

Invisible Braids und Micro Braids
Bei dieser Technik wird ein sehr feiner Strang Kunst- oder Echthaar mit einem ebenfalls extrem dünnen Eigenhaarstrang dreisträngig von Hand verflochten. Der dem Eigenhaar hinzugefügte Strang wird abschließend verknotet. Bei Invisible Braids ist die Flechtstrecke nur etwa 2½ cm lang.[8] Bei Micro Braids ist sie deutlich länger.[9]
Tree Braids
Bei dieser Methode wird Fremdhaar ohne weitere Befestigungsmittel in feine Cornrows eingeflochten.[10] Gemeinhin sind diese Zöpfe auch als Rasta Zöpfe bekannt.
Senegalese Twists
Bei diesen Techniken wird das Fremdhaar gemeinsam mit dem Eigenhaar in zwei Strängen (mit gleicher Drehrichtung) so gezwirnt, dass die beiden Stränge sich wie eine Kordel fest umeinander drehen.[11] Wenn die Stränge nur hauchdünn sind, spricht man von Micro Twists. Diese fallen natürlicher und sind länger haltbar, erfordern aber weitaus mehr Arbeit als Senegalese Twists. Beide Techniken werden oft auch nur mit dem Eigenhaar ausgeführt.

Weitere Methoden

Clip In Ponytail
Dabei handelt es sich um mehrere Haarsträhnen die zu einem Zopf an einem Gummiband gebunden sind. Diese Art der Haarverlängerung nutzen Frauen mit mittellangem Haar, um einen Zopf tragen zu können.
Lose Strähnen
Diese sind oft intensiv gefärbt und werden als Akzente zusammen mit dem eigenen Haar zu Zöpfen geflochten.
Dread Locks
Bei Dread Locks wird das Eigenhaar absichtlich vom Ansatz bis hin zur Spitze verfilzt. Häufig werden hier auch Echthaar oder Kunsthaar mit eingearbeitet, damit die Dreads noch dicker werden. Für die allgemeine Verarbeitung gibt es mehrere Methoden und Möglichkeiten.

Siehe auch

Haarverdichtung
Perücke

Literatur

Brigitte Baumgartner: Gestalten für Friseure, Planung und Gestaltung von Frisuren. Stam, Köln u. a. 2006, ISBN 3823701444

Einzelnachweise

Haarverlängerung? Wer zahlt kann es. In: HairWeb. Juan Lopez, Maria Gehring, 11. Dezember 2012, abgerufen am 29. Dezember 2012. 

↑ verschiedene Autoren: Haut und Haar, Friseurfachkunde, Europa-Lehrmittel, Nourney Vollmer GmbH & Co. KG; 4. Auflage 2008, ISBN 978-3-8085-6584-1, Seite 115 f.

Woher stammt das Echthaar für Haarverlängerungen

Gutachten fürs Ultraschall-Haarverlängerungssystem. Great Lengths Haarvertriebs GmbH, abgerufen am 30. Dezember 2012 (Gutachten der Prüf- und Zertifizierstelle für Medizintechnik, Technische Universität Graz, vom 20. November 2000, auch als PDF). 

↑ Haarverlängerung – Befestigung & Pflege

↑ Traummähne. In: Madame.de. (madame.de [abgerufen am 23. Oktober 2018]). 

Brasilianische Haarverlängerungsmethode. Abgerufen am 23. Oktober 2013. 

↑ What are invisible braids?; Invisible Braids Youtube-Video; Invisible Braids Youtube-Video

↑ What are Micro Braids?; Invisible Braids (Memento des Originals vom 9. September 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.natural-hair-care-info.com (über den Unterschied zwischen Invisible Braids und Micro Braids); Micro Braids Youtube-Video

↑ What is Tree Braiding?

↑ Senegalese Twists Tutorial Youtube-Video

Weblinks

Adrian Geiges, Christine Mortag, Antje Wewer: Das Rapunzel-Prinzip. In: Stern. stern.de, 11. April 2006, abgerufen am 30. Dezember 2012. 

Abgerufen von „https://de..org/w/index.php?title=Haarverlängerung&oldid=186555826“
Kategorie: HaarVersteckte Kategorien: Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2018-04Wikipedia:Artikel mit Video

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Büro (Begriffsklärung) aufgeführt.

Ein typisches Büro

Ein Büro (auch Schreibstube, Kontor, Geschäftszimmer, Amtszimmer, Lernzimmer; Lehnwort vom französischen Bureau) ist ein Raum, in dem vorwiegend Verwaltungstätigkeiten wie Schreiben, Lesen, Rechnen und Besprechen ausgeübt werden. Bei Behörden und Rechtsanwälten wird es heute meist als Kanzlei bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

1 Allgemein
2 Etymologie
3 Andere Wortverwendung
4 Weblinks
5 Einzelnachweise

Allgemein

Je nach Aufgabe dient ein Büro einer einzelnen Person oder vielen Personen (Großraumbüro) als Arbeitsraum. Zur Ausstattung eines Büros gehören Büromöbel wie zum Beispiel Schreibtische, Schränke und/oder Regale sowie Kommunikationsmittel wie Telefon und Faxgerät. Seit etwa Mitte der 1980er Jahre sind in den meisten Büros auch Computer zu finden, die sowohl zur Bearbeitung der Akten wie auch zur Kommunikation dienen. Die ersten Büros wurden schon Ende der 1970er Jahre mit Computern ausgestattet.

Dem Wandel der Büroarbeit durch den Abbau von Bürokratie und die Entwicklungen der Informations- und Kommunikationstechnologie tragen neue Bürokonzepte Rechnung.

Die Digitalisierung ermöglicht eine Taktung und Transparenz der Büroarbeit, und dadurch wiederum eine genauere Vorgabe und Überprüfung der Arbeitsleistung. Einer Studie von ISF München zufolge werden „geistige Tätigkeiten strukturiert und die Arbeitsprozesse im Büro unabhängig vom individuellen Geschick des Einzelnen organisiert“. Die Bürowelt verändere sich mit der Digitalisierung auf eine radikale Weise, die mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert vergleichbar sei.[1] Durch die Digitalisierung entstehen zudem neue Formen des Arbeitens (oft gesammelt unter dem Begriff “New Work”), was wiederum neue Herausforderungen für die Bürogestaltung mit sich bringt[2].

Eine Studie, die dem Weltwirtschaftsforum 2016 vorgelegt und ins Zentrum der dortigen Diskussion gestellt wurde, sagte voraus, dass durch die Automatisierung fünf Millionen Arbeitsplätze in den folgenden fünf Jahren überflüssig würden; dies betreffe vor allem die Büroarbeit. Diese Sichtweise ist jedoch umstritten.[3]

Etymologie

Das Wort Büro leitet sich aus dem französischen bureau ab, das sich wiederum aus dem altfranzösischen bure, burel ableitet, was ins Deutsche übersetzt so viel wie „grober Wollstoff“ bedeutet, mit dem Schreibtische oder -pulte zu späterer Zeit bespannt waren. Dieser altfranzösische Begriff hat seinen Ursprung im Lateinischen: Dort bedeutet das Wort burra nämlich „zottiges Gewand“. Der Zusammenhang zum Schreibtisch liegt in der Bedeutungsentwicklung von „Tuch“ über „mit Tuch bedeckter Tisch“ zu „Schreibtisch“ und schließlich zu „Raum mit Schreibtisch“, der heutigen Bedeutung. Ursprünglich war im deutschsprachigen Raum die französische Schreibweise das Bureau bzw. im Plural die Bureaux in Gebrauch. Im heutigen Französisch und in einigen anderen Sprachen bezeichnet das Wort Büro sowohl das Möbel als auch den Raum, im Deutschen jedoch nur noch den Raum.

Andere Wortverwendung

Büro ist auch Bezeichnung einer Behörde oder eines Gremiums, zum Beispiel das Federal Bureau of Investigation (FBI) in den USA, das Bureau International des Poids et des Mesures (BIPM) in Paris oder das Büro zur Koordinierung der Befrachtung von Seeschiffen in Moskau.

Weblinks

 Wiktionary: Büro – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Offices – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Bildschirm- und Büroarbeitsplätze, Themenseite der VBG
Deutsches Netzwerk Büro

Einzelnachweise

Der Büroalltag wird zur Akkordarbeit. www.sueddeutsche.de, 15. Dezember 2016, abgerufen am 18. Dezember 2016. 

↑ Umfrage: Fast 30 Prozent nicht zufrieden mit Arbeitsumgebung | Murmann Magazin. In: Murmann Magazin. 15. Juni 2018 (murmann-magazin.de [abgerufen am 14. August 2018]). 

Weltwirtschaftsforum: Davos diskutiert Folgen der Digitalisierung. Der Tagesspiegel, 20. Januar 2016, abgerufen am 18. Dezember 2016. 

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4008807-8 (AKS)

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Kategorien: BüroTyp von Innenräumen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Aquarium (Begriffsklärung) aufgeführt.

Ein 100-Liter-Süßwasseraquarium

Das Aquarium (von lateinisch aquarius „zum Wasser gehörig“; substantiviertes Neutrum aquarium: speziell „Wasserbehälter“)[1] ist die am weitesten verbreitete Art des Vivariums. Meist handelt es sich bei Aquarien um Gefäße aus Glas oder durchsichtigem Kunststoff, die mit Wasser befüllt werden. Unter Verwendung von Fischen und wirbellosen Tieren wie Weichtieren oder auch Krebsen sowie Aquarienpflanzen und Bodenmaterialien, meist Kies oder Sand, stellt der Aquarianer eine Unterwasserwelt her und erhält sie am Leben. Auf Wassertiere spezialisierte Zoos (auch Aquazoos genannt) bezeichnen sich ebenfalls als Aquarien.

Früher nannte man den Kellerraum in Apotheken, der zur Aufbewahrung flüssiger Arzneistoffe in Flaschen, Fässern usw. bestimmt war, „Aquarium“. In England wurde der Begriff „Aquarium“ dann verwendet, um die in den Glashäusern zur Pflege von Wasserpflanzen (aber nicht Wassertieren) aufgestellten Bassins zu bezeichnen. Der moderne Begriff des Aquariums wurde im 19. Jahrhundert üblich.

Personen, die ein Aquarium pflegen, werden als Aquarianer bezeichnet.

Mit Aquaristik bezeichnet man Tätigkeiten, die mit dem Betrieb eines Aquariums und der Pflege der darin gehaltenen Lebewesen verbunden sind. Die Aquaristik gliedert sich in die Süßwasseraquaristik und die Meerwasseraquaristik. Diese Unterscheidung richtet sich nach dem Salzgehalt (Salinität) des verwendeten Wassers. Der Salzgehalt in einem Brackwasseraquarium liegt zwischen dem eines Süßwasser- und dem eines Salzwasseraquariums.

Einfaches Zimmeraquarium (80 × 40 × 30 cm, 96 l)
Aufwändigeres Zimmeraquarium (240 l)
Aquarienpflanzen spielen eine wichtige Rolle im Aquarium. Sie dienen als Schutz für Aquarienbewohner, als Ablaichstelle und bereichern das Aquarienwasser mit Sauerstoff; Echinodorus bleheri und Limnophila sessiliflora

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte des Aquariums

1.1 Ursprünge
1.2 Der Beginn der Aquaristik in Europa
1.3 Entwicklungen bis heute

2 Klassifikation von Aquarien

2.1 Klassifikation nach Wasserbedingungen
2.2 Klassifikation nach Temperatur
2.3 Klassifikation nach Besatz

3 Aquariengröße
4 Bestandteile eines Aquariums

4.1 Filter, Beleuchtung und Heizung

4.1.1 Filter
4.1.2 Heizung
4.1.3 Beleuchtung

4.2 Weitere Ausrüstungsgegenstände
4.3 Leitungswasser und Aquariumwasser
4.4 Bodengrund
4.5 Dekorationsmaterial im Aquarium

5 Energiebedarf und Energieeinsparung

5.1 Verbraucher
5.2 Energieverluste

6 Lebewesen im Aquarium

6.1 Aquarienpflanzen
6.2 Fische
6.3 Wirbellose und Amphibien
6.4 Im Aquarium unerwünschte Lebewesen

6.4.1 Algen
6.4.2 Maßnahmen gegen Algen
6.4.3 Schnecken und Planarien
6.4.4 Bakterien

7 Chemie im Aquarium

7.1 pH-Wert
7.2 Carbonat- und Gesamthärte (Säurekapazität und Härte)
7.3 Leitwert
7.4 Salzgehalt und Redoxpotential
7.5 Stickstoffumwandlung im Aquarium
7.6 Weitere für das Aquarium relevante chemische Stoffe

8 Wirtschaft, Wissenschaft, Natur- und Tierschutz

8.1 Herkunft der im Aquarium gepflegten Lebewesen
8.2 Tierschutz-Aspekte
8.3 Zucht und Erhaltungszuchten
8.4 Wissenschaft und Aquaristik
8.5 Wirtschaftsfaktor Aquaristik

9 Öffentliche Schauaquarien
10 Literatur

10.1 Fachzeitschriften

11 Weblinks
12 Einzelnachweise

Geschichte des Aquariums

Ursprünge

Künstlich angelegter Fischteich mit Tilapien auf einer Wandmalerei der Grabkapelle des Nebamun, um 1400 v. Chr.

Die Haltung von Fischen in einer künstlichen Umgebung hat eine weit zurückreichende Vergangenheit. Bereits die Sumerer hielten gefangene Fische in Teichen, bevor sie sie für Mahlzeiten zubereiteten. Ähnliches ist aus dem alten Ägypten bekannt. Für alle Tempelgärten von der frühdynastischen Zeit bis zum Neuen Reich gilt, dass sie mit rechteckigen Wasserbassins ausgestattet waren, die als Einkonsonantenzeichen auch in die Hieroglyphenschrift eingingen. Auch in den häufig relativ kleinen ägyptischen Hausgärten hatten künstlich angelegte Teiche und Becken eine zentrale Rolle inne. Auf einem altägyptischen Gartenmodell, das sich heute im Metropolitan Museum in New York befindet, nimmt das von Maulbeerfeigen umrahmte Wasserbecken fast die ganze Gartenfläche ein. Aufgrund von Abbildungen, die man in der Ausgrabungsstätte Oxyrhynchus gefunden hat, weiß man, dass in solchen Becken Fische gehalten wurden.

Ähnlich alt ist die Haltung von Fischen in China. Die gezielte Züchtung von Karpfen begann vermutlich vor rund 2500 Jahren; das älteste Buch zur Fischzucht datiert in die Zeit von 770 bis 476 v. Chr. Während der Song-Dynastie (960–1216 n. Chr.) begann die Domestikation des Goldfisches aus der Silberkarausche, ab dem frühen 16. Jahrhundert ist belegt, dass Goldfische in großen Keramikgefäßen auch in Häusern gehalten wurden. 1596 erschien das erste Buch zum Thema Aquarium von Chang Chi’en-te mit dem Titel „Chu sha yü p’u“, auf Deutsch „Traktat über die Goldfische“.

Die ersten Hinweise auf die Haltung von Nutzfischen im antiken Rom stammen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.[2] Zunächst waren es Süßwasserbecken, in denen Bauern Fische zum Verzehr zogen. Zu Anfang des 1. Jahrhunderts v. Chr. begann die kommerzielle Zucht von marinen Fischen in Meerwasserbecken von Angehörigen der Oberschicht. Schon bald wurden Fische darin vor allem zur Zierde gehalten. Die Meerwasserbecken erreichten in der Folge immer größere Ausmaße und nahmen im 1. Jahrhundert n. Chr. weite Abschnitte der mittelitalienischen Westküste ein. Ihr Betrieb entwickelte sich seit der Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. zu einem Statussymbol einer elitären Oberschicht. Für etwa einhundert Jahre wurde Fischhaltung ein integraler Bestandteil gehobener römischer Lebensweise, nicht selten mit Hang zur Verschwendung. In der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. forderte die neue flavische Dynastie Bescheidenheit und Sparsamkeit. Nachfolgend verlor die Fischhaltung als Mode rasch an Bedeutung.[2]

Der Beginn der Aquaristik in Europa

Der genaue Zeitpunkt, zu dem erstmals Lebewesen in durchsichtigen Behältern gepflegt wurden, lässt sich nicht genau bestimmen. Der englische Tagebuchschreiber Samuel Pepys notierte 1665 in seinen Aufzeichnungen, dass er in London Fische gesehen habe, die in einem Wasserglas am Leben gehalten wurden. Am wahrscheinlichsten handelte es sich um Goldfische. Genannt werden auch Paradiesfische, die durch die Handelsbeziehungen der East India Company aus Kanton, wo sie in Gartenteichen gehalten wurden, nach London gelangten. Zunächst waren es vor allem naturwissenschaftliche Forscher, die Lebewesen in Behältern hielten, um daran ihre Untersuchungen vorzunehmen. Der britische Chemiker Joseph Priestley beispielsweise, der 1774 gleichzeitig mit dem in Schweden arbeitenden Stralsunder Carl Wilhelm Scheele den Sauerstoff entdeckte, nahm weitergehende Untersuchungen zum Sauerstoff an Wasserpflanzen vor, die er in seinem Labor hielt.

Emil Adolf Roßmäßler, „Vater der deutschen Aquaristik“
Salonaquarium von 1856

Auf der Weltausstellung 1851 in London wurden erstmals Aquarien einer breiten Öffentlichkeit gezeigt. Die Scheiben dieser Aquarien wurden wie bei einem Ward’schen Kasten von einem gusseisernen Rahmen zusammengehalten.

Den Begriff „Aquarium“ prägte allerdings der englische Naturforscher Philip Henry Gosse in seiner 1853 erschienenen Veröffentlichung „A Naturalist’s Rambles on the Devonshire Coast“. Das Buch fand in der britischen Öffentlichkeit sehr großen Anklang. Ein Jahr später erschien sein Buch „The Aquarium: an Unveiling of the Wonders of the Deep Sea“. Es kam in Mode, Lebewesen zumindest kurzfristig in kleinen Glasbehältern zu pflegen, um sie besser studieren zu können. In Deutschland war es vor allem der Naturforscher, Pädagoge und Schriftsteller Emil Adolf Roßmäßler, der mit verschiedenen Artikeln dieses Hobby in Deutschland populär machte. Er wird daher scherzhaft auch als „Vater der deutschen Aquaristik“ bezeichnet. 1854 erschien von ihm in der damals populären Familienzeitschrift Die Gartenlaube der Artikel Der Ocean auf dem Tisch. Ähnlich wie Gosse stellte er hier die Pflege von Seewassertieren vor. Roßmäßler verfolgte mit der Veröffentlichung das Ziel, die Naturwissenschaft im Volk bekannt und populär zu machen. Ihm wurde allerdings bald klar, dass dies durch ein Süßwasseraquarium einfacher zu erzielen war. Deswegen folgte in der Gartenlaube sehr bald der Artikel Der See im Glase, der zu so viel Rückfragen zu dieser Form der Tierhaltung führte, dass er 1857 sein Buch Das Süßwasseraquarium veröffentlichte. Roßmäßler gab darin konkrete Hinweise, wie ein solches Aquarium einzurichten und zu pflegen sei. Neben dem Goldfisch empfahl er vor allem die Elritze und den Schlammpeitzger.

Roßmäßlers Veröffentlichungen folgten eine Vielzahl von weiteren Aquarienbüchern und -zeitschriften. Aquarienvereine wurden in ganz Deutschland gegründet. Es wurde modern, in den Wintergärten der Gründerzeitvillen ein sogenanntes Salonaquarium oder ein Goldfischglas aufzustellen.

Hier leben die Tiere genauso wie in der Freiheit – anders als die in Käfigen gefangenen Vögel, Reptilien und Insekten. Durch nichts gehemmt und eingeengt, zeigen sie sich dem Beobachter in ihrer ganzen Naturwüchsigkeit, in ihrer vollen Natürlichkeit. (zit. n. Horst & Kipper, S. 12) hieß es in einem 1880 veröffentlichten Aquarienbuch.

Aus heutiger Sicht ist diese euphorische Sicht nicht zutreffend. Man hatte zur damaligen Zeit wenig Wissen über die Bedürfnisse der gehälterten Lebewesen oder die im Aquarium ablaufenden Prozesse. Aquarien wurden damals teilweise noch mit Kerzen geheizt, die unter dem Aquarium aufgestellt wurden. Im Herbst starben die Pfleglinge sehr häufig, weil es dem Wasser an Sauerstoff mangelte und man nicht in der Lage war, für eine ausreichende Beleuchtung der Aquarien zu sorgen.

Kontroverse gesellschaftliche Diskussionen entstanden bezüglich der Fragen, ob innerhalb der Aquaristik auch Frauen Fische züchten dürften und ob nur einheimische Arten oder auch „Exoten“ gehalten werden sollten.

Entwicklungen bis heute

Die Weiterentwicklung der Aquaristik während der letzten einhundert Jahre ist vor allem auf das Verständnis zurückzuführen, dass ein Aquarium in der Regel ohne entsprechende technische und chemische Unterstützung keinen Lebensraum für Fische und Pflanzen bieten kann. Der Schwerpunkt der technischen Weiterentwicklung lag dabei vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ausschlaggebend war neben einem zunehmenden Wissen über die biologischen und chemischen Vorgänge in einem Aquarium die Verfügbarkeit von Materialien für den Bau immer ausgefeilterer Aquarienfilter, verbesserter Beleuchtungssysteme und kleinerer Pumpen sowie eine ausreichende Kaufkraft eines genügend großen Anteils der Bevölkerung, der bereit war, in dieses Hobby zu investieren und solche Produkte nachzufragen. Auch in den Communitys findet das Thema zusehends seine Verbreitung.

Hammerkoralle (Euphyllia paraancora) – Großpolypige, langsam wachsende Steinkorallen können in Meerwasser-Aquarien gewaltige Größen erreichen.

Aquarien können aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sein. Bis Ende der 1960er Jahre waren die meisten Aquarien Rahmenaquarien, bei denen Glasscheiben in Metallrahmen eingekittet und z. B. mit Bitumen abgedichtet wurden, oder Vollglasaquarien bis etwa 20 Liter Fassungsvermögen. Eine entscheidende Konstruktionsänderung kam erst mit der Entwicklung der Silikonkleber, welche die früheren Metallrahmen überflüssig machten. Damit waren rahmenlose Aquarien in den verschiedensten Größen und Formen möglich. Die typischen Aquarien der 1960er und 1970er Jahre waren meist an den Seiten mit Holz verkleidet. Damit sollte sichergestellt werden, dass sich das Aquarium harmonisch in die Wohnung einfügte. In dieser Zeit wurde zunehmend auch Wert auf eine harmonische Pflanzenvielfalt im Becken gelegt, so dass das holländische Pflanzenaquarium entstand.

Für die Aquarien gibt es verschiedene Möglichkeiten und Methoden zur Temperatureinstellung. Gebräuchlich sind Kontaktthermometer, elektronische Regeleinrichtungen und manuelle Temperatureinstellung. Heute haben die in Aquarien verwendeten Stabheizungen Messsonden, die eine gradgenaue Einstellung ermöglichen, ohne dass Zusatzgeräte erforderlich sind. Elektronische Einrichtungen erlauben teilweise auch eine zeit- oder tageslichtgesteuerte Temperaturführung entsprechend den täglichen Temperaturschwankungen in den Ursprungsgebieten der Fische. Eine allmähliche Erhöhung der Wassertemperatur, wie sie notwendig ist, um bei einigen Labyrinthfischen die Laichbereitschaft auszulösen, ist mit elektronischen Reglern relativ einfach zu erzielen. Anstelle von in das Becken gehängten Stabheizungen gibt es auch verschiedene Arten von Bodenheizungen. In großen Aquarien findet man oft eine direkte Erwärmung über Heizspiralen, die über die Zentralheizung gesteuert werden.

Auch die Meerwasseraquaristik, die lange Zeit nur von erfahrenen Aquarianern betrieben wurde, ist heute einfacher zu realisieren. Sie gilt jedoch immer noch als anspruchsvoller und auch kostenintensiver als die Süßwasseraquaristik. In der Praxis haben sich nationale Vorlieben herausgebildet. In Deutschland und wohl auch in vielen anderen Ländern werden Riffaquarien vor allem nach dem Berliner System betrieben; viele französische Meerwasseraquarianer nutzen das Jaubert-System und aus Nordamerika kommt neuerdings die Deep Sand Methode, die ein enormes Wachstum von Steinkorallen bei geringem Technikeinsatz möglich macht. Zeovith-Methode oder Algenrefugium sind weitere Pflegemöglichkeiten in der Meerwasseraquaristik. Es lässt sich allerdings keines von ihnen als das „beste“ System bezeichnen. Klassische Filter wie in der Süßwasseraquaristik haben sich nicht durchgesetzt.

Beispiel eines Naturaquariums im Stil von Takashi Amano
Aquascape im Iwagumi-Stil

In der Süßwasseraquaristik galt Takashi Amano als einer der einflussreichsten Aquarianer. Er machte das sogenannte Naturaquarium populär, bei dem Landschaftsbilder der Natur nachgebildet werden und das von der japanischen Gartenkunst maßgeblich beeinflusst ist. Es handelt sich dabei keineswegs um Biotop-Aquarien, bei denen ein Lebensraum exakt nachgebildet wird. Ziel ist es vielmehr, ästhetische Landschaften als Kontemplationsobjekte mit den Mitteln der Aquaristik zu gestalten. Vorbilder aus Natur und Phantasie werden dabei ins Aquarium übertragen. Dabei kombinierte Amano Pflanzen, die aus unterschiedlichen Kontinenten stammen, und vergesellschaftete Lebewesen, deren Lebensräume sich in der freien Natur nicht überschneiden.

In eine ähnliche Richtung geht auch ein neuerer Trend der Gestaltung von Aquarien, der sich Aquascaping nennt. Hier steht die ansprechende Gestaltung einer Wasserwelt, etwa mit Pflanzen, im Vordergrund. Häufig werden nur sehr kleine Fische oder Wirbellose eingesetzt, zum Teil wird auch vollständig auf die Verwendung von Tieren verzichtet.

Zunehmend findet sich heutzutage eine Vielfalt von sogenannten „Designaquarien“. Diese Becken haben Säulen- oder Pyramidenform, oder es werden Wandaquarien in Form eines Bildes oder einer Halbkugel mit zu geringem Volumen angeboten, die zur Haltung von Fischen nicht geeignet sind (siehe Goldfischglas). Designer erfinden Beckeneinrichtungen, wie z. B. aus Chromelementen oder Plastikschläuchen, die ebenso unter den Aspekt der Tierquälerei fallen. Die neueste Entwicklung der Aquarienform ist das Bonsai-Aquarium. Hier wird ähnlich einem Paludarium Wert auf einen Landteil gelegt, der mit Wurzeln, Wasserfällen, Moos und kleinen Solitärpflanzen gestaltet ist. Das Becken dieses Aquarientyps hat eine halbierte Front- und abgeschrägte Seitenscheiben.

Klassifikation von Aquarien

Süßwasseraquarien können nach einer Reihe sehr unterschiedlicher Kriterien klassifiziert werden. Ein wichtiges Gliederungsmerkmal ist heutzutage die Klassifizierung des Wassers anhand der darin gelösten Inhaltsstoffe. Sie sind entscheidend dafür, welchen Lebewesen im Aquarium geeignete Bedingungen geboten werden können. Früher wurde mehr Wert auf die Unterscheidung Kalt- oder Warmwasseraquarium gelegt.

Klassifikation nach Wasserbedingungen

Amazonasbecken mit Diskusfischen (Symphysodon discus) und Roten Neonfischen (Paracheirodon axelrodi)

Aquarien werden zuerst vor allem nach dem Salzgehalt des Wassers unterschieden. Meereswasseraquarien haben den höchsten Anteil an gelöstem Salz im Wasser. In ihnen werden Lebensbedingungen simuliert, wie sie in Ozeanen vorkommen. Der Salzgehalt liegt bei 3,4 Prozent (34 g/l). Bei Süßwasseraquarien beträgt der Anteil des Salzes im Wasser weniger als 0,6 Prozent. Nachgeahmt werden die Lebensbedingungen in einem See oder Fluss. Dieser Typus von Aquarium ist der in der Aquaristik am meisten verbreitete. Brackwasseraquarien sind dagegen ein verhältnismäßig wenig verbreiteter Aquarientyp. Sie bilden die Lebensbedingungen der Mündungsgebiete großer Flüsse oder Mangrovenküsten nach. Der Salzgehalt liegt zwischen den Werten für ein Salz- und Süßwasseraquarium.

Viele tropische Gewässer, aus denen im Aquarium gepflegte Lebewesen stammen, haben salzarmes und sehr weiches Wasser. Bezeichnungen wie Amazonasbecken oder Schwarzwasseraquarium weisen auf Süßwasseraquarien hin, die diese Lebensbedingungen simulieren; während in einem Schwarzwasserbecken jedoch Arten unterschiedlichster Herkunft gepflegt werden, die diese Haltungsbedingungen fordern, werden in einem Amazonasbecken gezielt nur solche Pflanzen, Fische und Wirbellose gehalten, die ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet im Amazonas haben. Sogenannte Malawibecken oder Ostafrikaaquarien beherbergen meist Fische der ostafrikanischen Grabenseen mit höherem Salzgehalt. Aquarien für heimische Kaltwasserfische weisen ebenfalls oft härteres Wasser als diejenigen für tropische Fische auf; der Begriff „Hartwasserbecken“ ist jedoch unüblich.

Einen spezifischen Typ des Aquariums stellt das sogenannte Altwasseraquarium dar. Hier wird auf einen regelmäßigen Teilwasserwechsel verzichtet und lediglich das verdunstete Wasser mit Regen- oder destilliertem Wasser aufgefüllt. Notwendig dafür ist ein relativ geringer Fischbesatz, damit Bakterien (in Filter, Boden und Biofilmen) sowie Pflanzen die Möglichkeit haben, die anfallenden Stoffwechselprodukte umzuwandeln.[3]

Klassifikation nach Temperatur

Goldfisch – eine der Arten, die im Kaltwasseraquarium gepflegt werden kann

Bei den meisten Aquarien handelt es sich um tropische Süßwasseraquarien, bei denen eine Wassertemperatur zwischen 22 und 28 °C konstant gehalten wird. Temperaturen über 28 °C sind meist nur in Aquarien mit extrem wärmeliebenden Fischen wie etwa Diskusfischen oder Harnischwelsen vorzufinden. Temperaturschwankungen beschränken sich (wenn überhaupt) auf einen Tag-Nacht-Rhythmus oder einen geringfügigen Anstieg oder Abfall der Temperatur zur Laichzeit. Es gibt keine genaue Grenze, ab welcher Wassertemperatur ein Aquarium zu den Kaltwasseraquarien zählt. Allgemein werden so oft Aquarien bezeichnet, die nicht über eine Heizung verfügen und Zimmertemperatur aufweisen. Je nach Standort des Aquariums kann es sogar notwendig sein, mit einem Kühlaggregat oder Raumkühlung dafür zu sorgen, dass an heißen Sommertagen die Wassertemperatur nicht über ein für die gepflegten Lebewesen erträgliches Maß hinaus steigt. Größere Schwankungen der Temperatur im Jahreslauf sind charakteristisch für klassische Kaltwasseraquarien. In ihnen werden häufig Fischarten gehalten, die auch in den Gewässern Mitteleuropas heimisch sind. Dies sind beispielsweise Orfen, Moderlieschen, Steinbeißer, Mühlkoppe und der Dreistachlige Stichling. Auch der Goldfisch und der aus Nordamerika stammende Scheibenbarsch zählen zu den Fischen, die sich bei nicht zu hohen Temperaturen wohlfühlen. In den letzten Jahrzehnten haben vermehrt Fische aus den Subtropen und topographisch hochgelegenen Regionen der Tropen Einzug in die Kaltwasseraquaristik gefunden, z. B. verschiedene Grundeln und Hochlandkärpflinge.

Klassifikation nach Besatz

Die in Mitteleuropa heimische Groppe benötigt ein Strömungsbecken

Die meisten Aquarianer beginnen mit einem sogenannten Gesellschaftsaquarium, in dem mehrere Fisch- und wirbellose Arten gepflegt werden, die dieselben Bedingungen an die Wasserwerte stellen. Bei einigen Fischarten spielen nicht nur die Wasserwerte eine Rolle. So benötigen die als Mbuna bezeichneten endemischen Buntbarscharten des Malawisees Felsenaufbauten, die ihnen Höhlen und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Die meisten Pflanzen dagegen werden von diesen Fischen gefressen. Die Felsenbecken, in denen diese Fischarten gepflegt werden, benötigen in der Regel eine besonders gute Filterung, da hier der Schadstoffabbau nicht durch Aquarienpflanzen unterstützt wird. Ähnlich wie im Felsenbecken ist auch das Strömungsbecken ein Aquarientyp, in dem spezifische Umweltbedingungen vorherrschen. Hier werden Fische vergesellschaftet, die für ihr Wohlbefinden eine hohe Fließgeschwindigkeit des Wassers benötigen. Erzielt wird dies, indem eine starke Kreiselpumpe ihre Ausströmungsöffnung auf der einen Seite des Beckens hat, ihre Einsaugöffnung aber auf die andere Seite des Beckens verlegt ist. Strömungsbecken, in denen Bachläufe simuliert werden und in denen unter anderem Bachforellen gezeigt werden, sind regelmäßig in großen öffentlichen Schauaquarien zu sehen.

Artaquarien sind vor allem bei erfahreneren Aquarianern verbreitet, die gezielt eine Art pflegen und gegebenenfalls züchten möchten, die besondere Halteanforderungen stellt. Ein Beispiel für eine solche Fischart ist die Australische Wüstengrundel, die sich am wohlsten fühlt, wenn während der Nacht die Wassertemperatur im Aquarium stark abfällt. Nur wenige andere Fischarten kämen über längere Zeit mit diesen starken Temperaturschwankungen zurecht. Andere Arten eignen sich wegen ihrer Aggressivität gegenüber anderen Fischen nicht für eine Haltung im Gesellschaftsbecken. So neigen die im Süßwasser- beziehungsweise im Brackwasseraquarium haltbaren Vertreter der Kugelfische wie Assel-, Zwerg- und Palembang-Kugelfisch dazu, die Flossen anderer Fische zu zupfen. Zumindest die ersten zwei Arten lassen sich unter Umständen gemeinsam mit sehr wendigen Fischarten halten, empfehlenswerter für sie ist jedoch ein Artaquarium.

Biotop-Aquarien sind Aquarien, in denen ein in der freien Natur vorkommender Lebensraum möglichst exakt nachgebildet wird. In solchen Aquarien werden nur Fische aus derselben Region vergesellschaftet. Klassischer Weise nachgebildete Biotope sind ein Bachlauf im Amazonasbecken, ein Sauerwasserteich im Amazonasbecken, ein mittelamerikanischer Küstenbach, ein westafrikanischer Flusslauf, ein Tanganjikasee-Biotop, eine Felsküste im Malawisee, ein südostasiatischer Bachlauf, ein südostasiatischer Bewässerungskanal, eine südostasiatische Flussmündung (Brackwasser) sowie ein Flusslauf in Australien/Neuguinea.

Im Japanischen Naturaquarium und im Holländischen Pflanzenaquarium haben Aquarienpflanzen gegenüber den Fischarten eine mindestens ebenbürtige Rolle inne. Gelegentlich wird in Holländischen Pflanzenaquarien völlig auf die Haltung von Fischen verzichtet. Für beide Aquarientypen ist eine Düngung mit CO2 die Regel, um ein optimales Pflanzenwachstum sicherzustellen. Häufig finden sich Aquariengestaltungen, die auf einer Kombination von Merkmalen aus dem Repertoire japanischer, holländischer und deutscher Einrichtungskonzepte beruhen.[4]

Aquariengröße

Tangwaldaquarium des Monterey Bay Aquariums
Europas größtes mobiles Aquarium
Die Schauseite

Die kleinsten im Handel erhältlichen Aquarien haben einen Wasserinhalt von 4,5 Liter. Aquarien mit einer Füllmenge von unter 54 l werden auch als Nano-Aquarien bezeichnet. Sie sind ab ca. 30 l in ganz speziellen Fällen für bestimmte Fische geeignet. In ihnen werden allerdings meistens Garnelen oder andere Wirbellose gepflegt und – falls es sich dabei um Meerwasser handelt – auch Weichkorallen, Krustenanemonen, winzige Krebstiere oder Stachelhäuter. Bei solch kleinen Aquarien ist eine sehr genaue Kontrolle der Wasserwerte und eine sehr sorgfältige Konzeption wichtig.

Noch kleiner sind die sogenannten Ecospheres, die jedoch nach Ansicht vieler Aquarianer nicht unter den Begriff Aquarium fallen. Bei ihnen handelt es sich um einen geschlossenen Glaskörper, in dem eine tote Koralle, Grünalge und die Garnelenart Halocaridina rubra vergesellschaftet sind. Diese Garnele ist so genügsam, dass sie in diesen Kugeln ohne zusätzliche Fütterung bis zu zwei Jahre überlebt (normale Lebenserwartung 10–20 Jahre). Ein Eingreifen oder eine Fütterung durch den Aquarianer ist nicht möglich. Aus diesem Grund lehnen viele Aquarianer diese Form der Aquaristik ab.

Die am meisten verkauften Aquarien mit den Maßen 60 × 30 × 30 cm fassen dagegen 54 Liter Wasser. Diese Aquarien gelten gleichfalls als kleine Aquarien, wenn auch darin eine Reihe von Fischarten gepflegt werden kann. In Aquarien dieser geringen Größe wirken sich Pflegefehler (wie insbesondere zu hoher Besatz bzw. ausbleibender Teilwasserwechsel oder falsche Fütterung) sehr viel schneller und drastischer aus als in größeren Aquarien. Eine durch Pflegefehler verursachte schnelle Änderung des pH-Werts kann zum Tod der darin gepflegten Lebewesen führen. Aquarien, die mehr als 100 Liter fassen, gelten daher als weniger anspruchsvoll in der Pflege und sind geeigneter für die in der Aquaristik gängigen Fischarten. Daher sind sie für weniger erfahrene Aquarianer eine sinnvolle Größe. Vorgefertigte Aquarien werden vom Fachhandel bis zu etwa 700 Litern Volumen angeboten. Maßgefertigte Aquarien können auch bei Privathaltern diese Größe deutlich übersteigen. Dabei muss jedoch das erhebliche Gewicht eines solchen Aquariums und seine Auswirkung auf die Statik eines Hauses berücksichtigt werden.

Die größten Aquarien finden sich in öffentlichen Schauaquarien. Mehrere Schauaquarien, wie beispielsweise das Shedd Aquarium, das Monterey Bay Aquarium und das Okinawa Churaumi Aquarium haben Aquarien, die 7,5 Mio. Liter Wasser fassen.

Das größte mobile Aquarium Europas fasst etwa 60.000 Liter Wasser und wird im Rahmen von Kongressen oder Ausstellungen gezeigt, kann aber auch von privaten Veranstaltern gemietet werden. Mobile Aquarien sind nicht nur wegen der wechselnden Wasserqualität an den einzelnen Einsatzorten schwierig zu versorgen, sondern auch, weil jeweils ein absolut planer und tragfähiger Untergrund vorhanden sein muss, damit die zentimeterdicken Scheiben nicht reißen.

Bestandteile eines Aquariums

Ein einfacher Glaskasten reicht als Behausung für aquatische Lebewesen in den seltensten Fällen aus. Um die Umwelt am Herkunftsort der Organismen zumindest so gut nachzubilden, dass sie gut gedeihen und sich eventuell sogar fortpflanzen, wird in der Aquaristik heute in großem Umfang Aquarientechnik eingesetzt.[5][6][7]

Filter, Beleuchtung und Heizung

Filter

Schematische Darstellung eines Außenfiltersystems im Aquarium
Einfache Zeichnung/Darstellung eines Innenfilters
Schematische Darstellung eines Mattenfilters
Einfache Zeichnung/Darstellung eines Huckepackfilter/Rucksackfilters

Zur Aufrechterhaltung geeigneter Lebensbedingungen wird meist ein Filter verwendet (In einem „eingefahrenen“ und mit ausreichend Pflanzen bestückten Aquarium ist ein Filter nicht unbedingt nötig[8]). Bei der Haltung der meisten Fischarten ist eine Heizung und eine Beleuchtung nötig. Zusätzlich werden meist Teilwasserwechsel empfohlen.

Filter haben im Aquarium die Funktion, Schwebeteilchen, Futter- und Pflanzenreste sowie gelöste Verbindungen aus dem Wasser zu entfernen oder in ungiftige Stoffe umzubauen. Der Aquariumfilter in Süßwasseraquarien kann dabei als Innen- oder Außenfilter ausgeführt sein. Innenfilter sind die am häufigsten verwendete Filterform, ihr Einsatz ist jedoch meist auf kleinere Aquarien beschränkt. Eine der einfachsten Filterformen ist dabei der Hamburger Mattenfilter. Außenfilter werden heute meist als sogenannte Topffilter betrieben; daneben existieren auch Sandfilter oder Rieselfilter, die aber viel Raum beanspruchen. Eine spezielle Art eines Innenfilters ist der Bodenfilter. Dabei wird der Kies vom Bodengrund als Filter verwendet. Solche Filtersysteme sind in Deutschland unüblich und vor allem in Großbritannien und Nordamerika anzutreffen.

Der Abbau von Schadstoffen erfolgt durch Mikroorganismen nach dem Prinzip der Nitrifikation. Die Mikroorganismen sind in einem neuen Filter allerdings noch nicht in ausreichender Anzahl am Filtersubstrat vorhanden. Neu eingerichtete Aquarien werden daher über mehrere Wochen ohne Fischbesatz betrieben, damit sich diese Mikroorganismen etablieren können. Dieser Prozess kann durch den Einsatz sog. Filterstarter beschleunigt werden. Aktivkohlefilter hingegen entziehen dem Wasser auf physikalische Weise (Adsorption) Schadstoffe; ihre Aufnahmekapazität ist begrenzt, weswegen die Aktivkohle regelmäßig erneuert werden muss.

Filtermaterialien: Torfkügelchen, um den pH-Wert des Wassers zu senken, Tonröhren und sogenannte „Biobälle“ zur biologischen Filterung, im Hintergrund Schaumstoff

In einem Meerwasseraquarium wird die Filterung über einen Eiweißabschäumer erzielt. Dies ist möglich, weil Meerwasser eine andere Oberflächenspannung hat als Süßwasser. Gelöste organische Verbindungen, hauptsächlich Eiweiße, aber auch Fette und Öle, sammeln sich an der Grenzfläche zwischen Luft und Wasser an. Durch die Erzeugung von feinen Blasen entsteht ein mehr oder weniger feiner Schaum, der zusammen mit den Verschmutzungen aus dem Aquarium entfernt werden kann. Dieser Vorgang lässt sich auch an der Küste beobachten, wenn die Meeresbrandung Schaum produziert, der sich in Form von Flocken am Strand sammelt.

Heizung

Bei der Heizung ist heute eine Stabheizung mit Thermostatregelung am gebräuchlichsten. Eine Bodenheizung, bei der entweder eine Heizmatte auf die Bodenscheibe gelegt oder ein Heizkabel im Bodengrund untergebracht wird, ist bei der Aufstellung in beheizten Räumen nicht nötig. Ein Vorteil der Bodenheizung soll eine Zirkulation des Wassers durch den Bodengrund sein. Ein Nachteil ist, neben dem höheren Anschaffungspreis, dass (anders als bei der Stabheizung) ein einfacher Austausch bei einem Defekt nicht möglich ist. Früher wurden Heizmatten auch häufig unterhalb des Aquariums zwischen Bodenscheibe und Schrankplatte verlegt. Diese Art der Bodenheizung hat den Vorteil, dass keinerlei stromführende Teile innerhalb des Aquariums liegen und den Nachteil, dass ein starker Wärmeverlust auftritt, da die Wärme der Heizmatte erst durch die isolierende Bodenscheibe gelangen muss. Die Gefahr eines elektrischen Schlages wird jedoch auch bei den internen Heizmatten bzw. -kabel gebannt, indem die gängigen Heizkabelsysteme mit ungefährlicher Niederspannung arbeiten.

Einige Außenfilter haben auch eine integrierte Heizung, so dass erwärmtes Wasser in das Becken fließt; eine bessere Temperierung bis in die letzten Winkel des Aquariums ist die Folge. Auch hier gilt als Nachteil, dass bei einem solchen Kombigerät das gesamte Gerät ausgetauscht werden muss, wenn entweder die Heizung oder der Filter defekt ist. Bei einem Ausfall des Filters mit integrierter Heizung überleben die Aquarienfische normalerweise die sich verschlechternde Wasserqualität mehrere Tage, aber nicht unbedingt den Temperatursturz.

Zur Haltung von Tieren aus sehr kühlen Gewässern gibt es kompakte Kühlgeräte, die in den Außenfilter-Kreislauf eingebunden werden oder eine eigene Pumpe besitzen.

Beleuchtung

Zur Beleuchtung werden häufig Leuchtstoffröhren eingesetzt. Die Verbreitung von Quecksilberdampflampen, auch „HQL-Lampen“ genannt, ist rückläufig, da Halogenmetalldampflampen, auch „HQI-Brenner“ genannt, bei gleicher Leistung eine höhere Lichtausbeute bieten. Für Becken über 50 cm Höhe sind HQI-Brenner empfohlen, da die Lichtstärke mit zunehmender Tiefe schnell abnimmt. Einen besonderen Reiz versprühen diese beiden letzteren Leuchtmittel durch ihren punktförmigen Lichtaustritt (anders als bei der langgestreckten Leuchtstoffröhre). Dies führt insbesondere bei einer stärkeren Oberflächenbewegung des Wassers zur sogenannten Kaustik, wie man sie vom Tauchen kennt.

Zudem verstärkt eine stark bewegte Wasseroberfläche den Lichtverlust um etwa die Hälfte im Gegensatz zu weitgehend ruhigem Wasserspiegel, der nur um die 20 % Lichtverlust bewirkt.[9]

Speziell auf die Aquaristik abgestimmte Leuchtstoffröhren ermöglichen die Simulation verschiedener Lichtverhältnisse (z. B. natürliches Tageslicht, Tropensonne, Beleuchtung mit erhöhtem Blauanteil zur Simulation einer Meereswassertiefe). Durch die Auswahl der Beleuchtungs-Spektralfarben wird sowohl das Wachstum von Wasserpflanzen (erwünscht) und Algen (meist unerwünscht) beeinflusst. Röhren mit erhöhtem Rot- und Blauanteil werden gezielt zur Verstärkung der Sichtbarkeit der roten, orangen und blauen Farbtöne von Fischen und Korallen eingesetzt, fördern aber auch das Algenwachstum. Am häufigsten werden Beleuchtungen mit Vollspektrum eingesetzt, die dem Sonnenlicht ähnliche Farbverhältnisse schaffen.

Der Einsatz von elektronischen Beleuchtungssteuerungen ermöglicht die zeitgesteuerte Einstellung verschiedener Lichtstimmungen (Farbe, Helligkeit) und Simulation von Sonnenauf- und -untergängen. Im Regelfall ist aber die Steuerung der Beleuchtung über eine einfache Zeitschaltuhr ausreichend. Wenn Fische gehalten werden, ist lediglich ein Tag-Nacht-Wechsel notwendig. Wasserpflanzen benötigen eine Beleuchtungsdauer von 8 bis 12 Stunden, die durch eine Beleuchtungspause unterbrochen werden kann.

Die Aquarienbeleuchtung wird häufig in die Aquarienabdeckung integriert. Sie muss den dort herrschenden Feuchtraumbedingungen widerstehen und eine Gefährdung durch elektrischen Stromschlag bei Arbeiten am Aquarium ausschließen. Um unnötige und erhebliche Energieverluste durch Verdunstung zu vermeiden, wird im Allgemeinen eine Aquarienabdeckung verwendet, falls das Aquarium nicht offen (mit der Möglichkeit herauswachsender Sumpfpflanzen) betrieben wird.

Aus ästhetischen Gesichtspunkten, aber auch zur Beobachtung des Verhaltens nachtaktiver Tiere werden auch Moonlight-Beleuchtungen eingesetzt, die nach Abschaltung der Hauptbeleuchtung ein schwaches bläuliches Mondlicht simulieren. Diese Effektbeleuchtungen werden mit LEDs oder Kaltkathodenröhren geringer Leistung realisiert. Die Wirkung auf das nächtliche Verhalten der Fische ist umstritten. Einerseits ist eine absolute Finsternis unnatürlich und kann Stress bei den Tieren auslösen, andererseits kann zu helles „Mondlicht“ verhindern, dass die Tiere zur Ruhe kommen. Vereinzelt wird von verbessertem Laichverhalten unter Moonlight-Beleuchtung berichtet.

Mittlerweile können LED-Röhren T8-Leuchtstoffröhren einigermaßen gut ersetzen. Bei T8-Leuchtstoffröhren ist ein Austausch durch T5-LED-Röhren nur bedingt empfehlenswert, da der Röhrendurchmesser gegenüber T8 entscheidend geringer ist und dadurch nicht sehr viel Fläche für Kühlkörper innerhalb der LED-Röhre zur Verfügung steht, sodass die Gesamtleistung der T5-Röhren stark begrenzt ist. Außerdem muss man beachten, dass es LED-Austauschröhren gibt, die weiterhin mit dem Trafo der Leuchtstofflampe betrieben werden, bei denen nur der Starter durch eine Brücke ersetzt werden muss. Bei diesen „Retrofit-Röhren“ muss man bedenken, dass die Effizienz nicht an die Röhren herankommt, die man direkt mit 230 V betreibt, also an der Fassung vorher die Verkabelung geändert werden muss, bei der der alte Trafo komplett aus dem Stromkreislauf ausgeschlossen wird. Etabliert haben sich auch aus diesem Grund fertig verkabelte LED-Leuchtbalken, die mit dem ursprünglichen Leuchtbalken- und Leuchtstoffröhrendesign nicht mehr viel gemeinsam haben, sich dafür aber gut in Abdeckungen integrieren lassen ohne dabei elektrische Änderungsarbeiten vornehmen zu müssen.

Wasserpflanzen benötigen für ihre Photosynthese zwar das gesamte Lichtspektrum, verwerten aber vor allem den roten (um 700 nm) und den blauen (um 450 nm) Spektralbereich. Weiße Leuchtdioden emittieren auch in diesem Spektralbereich.

Weitere Ausrüstungsgegenstände

Ein Thermometer ist notwendig, um die Wassertemperatur gelegentlich zu überprüfen. Erhältlich sind auch Thermofolien, die von außen an einer Stelle des Aquarienglases aufgeklebt werden. Diese Thermometer, die die Temperatur durch eine unterschiedliche Färbung der Schrift anzeigen sind weniger präzise.

Mit einem Kescher oder einer Fischfangglocke werden Fische oder auch frei schwimmende Pflanzenbestandteile aus dem Wasser herausgefischt. Eine Fischfangglocke ist dabei besonders geeignet, wenn die Fische sehr empfindlich sind oder man Jungfischschwärme fangen möchte. Schlauch und Eimer sind nötig, um einen Wasserwechsel vornehmen zu können. Ein Mulmsauger ist behilflich, um Mulm aus dem Aquarium zu entfernen. Sinnvoll bei längerer Abwesenheit ist ein Futterautomat, der über einen längeren Zeitraum regelmäßig Futter in das Aquarium abgibt. Mit ihm wird die Versorgung der Fische während eines Urlaubs sichergestellt. Zur Pflege der Aquarienpflanzen können eine langstielige Pflanzpinzette, eine Schere oder ein scharfes Messer sowie die Hände[10] benutzt werden. Um lebendgebärende Fische im Aquarium nach dem Ablaichen daran zu hindern, ihren Nachwuchs zu fressen, wird häufig ein Ablaichkasten verwendet.

Für die Bestimmung der Wasserwerte werden zum Teil elektronische Geräte angeboten. Es gibt aber auch einfach anzuwendende Tauch- und Tropftests. Bei Tauchtests werden Teststicks kurz ins Aquariumwasser getaucht. Anhand einer Farbskala kann dann der zu bestimmende Wert gemessen werden. Im Handel erhältlich sind dabei Tauchtests, die gleichzeitig Nitrit, Nitrat, die Gesamthärte, die Karbonathärte und den pH-Wert bestimmen. Wegen ihrer Ungenauigkeit werden sie von Aquarianern gelegentlich kritisiert. Das im Wasser gelöste Kohlenstoffdioxid lässt sich am einfachsten mit einem CO2-Dauertest schätzen. Auch die Tropftests messen die im Wasser enthaltenen Stoffe mit einer Farbskala. Dabei wird eine bestimmte Anzahl einer Testlösung auf meist fünf oder zehn Milliliter Aquariumwasser gegeben. Für die meisten Aquarianer sind die Tropftests hinreichend genau.

Leitungswasser und Aquariumwasser

Hobbyaquarianer entscheiden sich häufig für einen Besatz mit Lebewesen, die mit den Wasserbedingungen zurechtkommen, die das jeweilige Leitungswasser bietet. Sofern die Wasserwerte des Aquariums auch beim Leitungswasser vorliegen, kann dann ein Aquarium nach einem Teilwasserwechsel direkt mit entsprechend temperiertem Leitungswasser aufgefüllt werden. Viele Aquarianer behandeln das Wasser jedoch mit einem Wasseraufbereiter, um die darin befindlichen Schwermetalle zu binden und eventuell vorhandenes Chlor zu neutralisieren. Nur bei sehr stark mit Schwermetallen oder Herbiziden belastetem Wasser ist eine Filterung mit einem Aktivkohle-Filter notwendig. Die beim biologischen Stickstoffkreislauf entstehenden Nitrate können bei Bedarf mit einem Nitratfilter entzogen werden.

Generell lässt sich Leitungswasser so verändern, dass jeder gewünschte Wasserwert erreicht werden kann. So kann sehr hartes Leitungswasser durch eine Umkehrosmose oder durch einen Mischbettfilter auf den gewünschten niedrigeren Härtegrad gebracht werden. Brackwasser- oder Salzwasserbedingungen werden durch die Hinzufügung von speziellen Salzmischungen erzielt.

Bodengrund

Die meisten Aquarien haben einen Bodengrund, welcher aus Kies oder Sand ohne nennenswerten Kalkgehalt besteht. Geeignet für Aquarien ist vor allem Quarzkies oder Quarzsand, der keine chemischen Einflüsse auf die Wasserqualität hat. Kalkhaltige Gesteine härten das Wasser auf.[11]

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Kies wird am häufigsten als Bodengrund verwendet. Ihn gibt es in unterschiedlichen Korngrößen. Empfehlenswert sind rund geschliffene Steine, damit Fische mit empfindlichen Barteln sich daran nicht verletzen können. Auch empfehlenswert ist, wenn die Kieshöhe vorne geringer ist als hinten. So rutschen Pflanzenreste etc. nach vorne. Dies ist ein Vorteil, da man die Pflanzenreste leicht entfernen kann. Die Kiesgröße ist abhängig von den zu pflegenden Lebewesen. Generell besteht die Gefahr, dass bei zu großer Kiesgröße Futterreste in die Steinlücken fallen, dort für die Fische nicht erreichbar sind und in den Lücken verfaulen, was die Wasserwerte negativ beeinflusst. Kleine Kiesgrößen mit einem Durchmesser von etwa einem Millimeter sind beispielsweise bei Süßwassergarnelen notwendig. Die Tiere sind dann in der Lage, die einzelnen Steine mit ihren Beinen umzudrehen und nach Algenaufwuchs abzusuchen. Aquarianer, die Wert auf gutes Pflanzenwachstum legen, bringen unterhalb der Kiesschicht manchmal organisches Material (spezielle Aquarienpflanzerde, Blumenerde, Gartenerde oder Schafskot)[12] ein, um die Pflanzen ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Andere Aquarianer verzichten darauf, da bodenwühlende Schnecken diese Pflanzerde nach oben wühlen können. Stattdessen bringen sie Düngekugeln oder -Stäbchen direkt unterhalb oder in der Umgebung der Pflanzen in den Kies ein. Die Färbung des Kieses ist zu einem großen Teil eine ästhetische Entscheidung. Fische, die in Aquarien mit sehr hellem Kies als Bodengrund gehalten werden, wirken jedoch blasser. Bei Fischarten, die aus schattigen Lebensräumen stammen, kann ein zu heller Bodengrund ein scheueres Verhalten auslösen.

Sand ist bei einigen wenigen Fischarten als Bodengrund notwendig, um ihrer wühlenden Versteckweise entgegenzukommen. Sinnvollerweise sollte er keinen zu hohen Feinstanteil aufweisen, um Wassertrübungen und Verbacken zu verhindern. Eine einkörnige Sieblinie ist hilfreich. Damit sich bodenlebende und gründelnde Fische nicht verletzen, sollten die Sandkörner abgerundet und nicht scharfkantig sein.

Dekorationsmaterial im Aquarium

Die Partnergrundel (Amblyeleortis guttata) sollte nur paarweise und zusammen mit den Knallkrebsen Alpheus bellulus oder A. ochrostiatus gehalten werden.

Aquarien werden häufig mit Steinen, leeren Muschelschalen und Moorkienwurzeln dekoriert. Die Verwendung dieses Dekorationsmaterials dient nicht nur der ästhetischen Befriedigung des Aquarienbesitzers, sondern ist für die im Aquarium gepflegten Lebewesen häufig auch notwendig. So sind beispielsweise viele Cichliden Höhlenbrüter und legen ihren Laich nur an der Oberdecke einer Steinhöhle ab. Welse raspeln das Holz der Moorkienwurzeln ab und Garnelen der Gattung Caridina suchen bevorzugt darauf nach kleinem Algenaufwuchs. Einige Fischarten wie der Tanganjika-Schneckenbarsch sind darauf angewiesen, dass ihr Aquarium ihnen leere Schnecken- oder Muschelschalen als Rückzugsmöglichkeit anbietet. Und letztlich bilden, ähnlich wie Wasserpflanzen, solche Dekorationsgegenstände die Markierung von Reviergrenzen für territoriale Arten.

Bei der Auswahl des Dekorationsmaterials ist unbedingt darauf zu achten, dass es auch bei langer Wässerung keine giftigen Stoffe an das Aquarienwasser abgibt oder die Wasserwerte für die gepflegten Arten ungünstig verändert. Ungeeignete Steine können z. B. Mineralsalze, Eisen oder Kalk abgeben.

Energiebedarf und Energieeinsparung

Verbraucher

Energie wird in erster Linie für das Beheizen, die Beleuchtung und die Wasseraufbereitung aufgebracht.

In der folgenden Energiebetrachtung soll ein Standardaquarium (200 Liter) von 100 cm × 40 cm × 50 cm (L × B × H) mit Abdeckung dienen.

Leistungsaufnahme der Verbraucher

Verbraucher
Leistung [W]
Dauer [h]
Arbeit [kWh/Jahr]
Anteil [%]

Pumpe

10

24

87,6

20

Heizung

100

3

109,5

25

Licht

64

10

233,6

55

In Summe macht das einen Jahresverbrauch von 430 kWh, was etwa ein Viertel eines Singlehaushalts (etwa 1800 kWh) ausmacht. Überschlägig kann man von etwa 2 kWh pro Jahr pro Liter ausgehen.

Energieverluste

Wärmeverlust

Mit 47 % ist die Heizung des Aquariums der energieaufwändigste Verbraucher. Dabei sind zwei wesentliche Faktoren ausschlaggebend:

Wärmeverlust durch Wärmeleitung des Glases:

Wichtig bei dieser Betrachtung sind die Oberfläche, die zum Wärmeaustausch zur Verfügung steht, die Temperaturdifferenz des Wassers zur umgebenden Raumluft und der Wärmedurchgangskoeffizient oder U-Wert. Der Wärmedurchgang findet annäherungsweise am Deckel und den Seitenwänden statt, der Boden ist in der Regel schon etwas gedämmt und soll in der Betrachtung vernachlässigt werden. Eine Temperaturdifferenz von 5 K (25 °C Wassertemperatur und 20 °C Raumtemperatur) wird angenommen.

Wärmeverlust durch Wärmeleitung

Material
U-Wert[W/(m²K)]
Fläche [m²]
Delta T [K]
Leistung [W]

Glas 1 cm ohne Isolierung

7

1,1

5

38,5

Glas mit 3 cm WLG 035 Isolierung

1

1,1

5

5,5

Eine hohe Temperaturdifferenz wie auch eine große Wärmeaustauschfläche sorgen für hohe Energieverluste.

Wärmeverlust durch Verdunstung

Verdunstung, auch Evaporation genannt, entzieht dem Wasser permanent Energie, die wie bei dem oben genannten Wärmedurchgang durch Heizen nachgeführt werden muss. Nun kann durch Anbringen einer Aquarienabdeckung der Luft- und damit Feuchtigkeitsaustausch deutlich reduziert werden. Die mit Wasser gesättigte Luft unterhalb der Abdeckung kann keine weitere Feuchtigkeit aufnehmen und unterdrückt damit die Verdunstung. Allerdings wird und soll eine Abdeckung nicht luftdicht sein, weshalb nach wie vor Verdunstung stattfinden wird, aber in deutlich eingeschränktem Umfang.

Folgende Beispielrechnung macht das deutlich. Pro Quadratmeter Wasseroberfläche kann unter der Annahme von natürlich konvektivem Luftaustausch ohne Aquarienabdeckung ein Wasserverlust durch Verdunstung von etwa 5–6 Litern pro Tag angenommen werden. Mit Deckel reduziert sich das auf 1–2 Liter pro Tag. Bei einer Wassertemperatur von 25 °C gehen etwa 2441 kJ pro kg Wasser verloren (entspricht 0,684 kWh pro Tag pro Liter Wasser).

Wärmeverlust durch Verdunstung

Verlustleistung [W/m²]

ohne Abdeckung

155

mit Abdeckung

42

Lichtausbeute

Anhängig vom verwendeten Leuchtmittel ist die Energieeffizienz entsprechend gut (s. Beleuchtung). In dem betrachteten Fall macht das Licht einen Energieanteil von 38 % aus. Der Einsatz von LED-Leuchten würde den Energiebedarf bei gleicher Lichtleistung auf etwa 90 % reduzieren (ca. 20 Watt). Es ist auch zu berücksichtigen, dass bauartbedingt die Wärmequelle fehlt.

Gesamtenergieverluste

In der Praxis kommt es sehr stark auf die Größe des Aquariums und die verwendete Technik an. Der Hauptanteil der Energieverluste entsteht durch die auszugleichenden Wärmeverluste und die Beleuchtung. Bei einem Aquarium mit 500 Litern Inhalt (brutto) werden Energieverbrauchswerte von ca. 2–3 kWh/Tag gemessen.

Lebewesen im Aquarium

Aquarienpflanzen

Indischer Wasserfreund
Krause Wasserähre

Als Aquarienpflanzen werden die Pflanzen bezeichnet, die in den unterschiedlichen Aquarientypen leben können. Es handelt sich dabei um Wasserpflanzen, die auch in ihrem natürlichen Lebensraum stets submers („unter Wasser“) wachsen, oder um emers („über Wasser“) wachsende Sumpfpflanzen, die zumindest über einen gewissen Zeitraum auch unter natürlichen Lebensbedingungen submers leben.

In der frühen Aquaristik haben Aquarienpflanzen keine Rolle gespielt. Das Goldfischglas, das heute als Tierquälerei abgelehnt wird, kam ohne pflanzliches Zutun aus. Im 20. Jahrhundert hat sich jedoch die Einsicht durchgesetzt, dass ein gut funktionierendes Aquarium auch einen ausreichend hohen Pflanzenbestand benötigt. Aquarien ohne Bepflanzung, beispielsweise manche Cichlidenbecken bzw. Felsenbecken, stellen eine Ausnahme dar. Optimal gedeihende Pflanzen können im Aquarium das Wasser qualitativ verbessern, indem sie Schadstoffe wie zuviel Phosphat, zuviel Nitrat und zuviel Ammonium abbauen bzw. aufnehmen. Mit dem „Abernten“ von Aquarienpflanzen werden dann solche Schadstoffe ebenso wie Schwermetalle und andere Giftstoffe aus dem Aquarium entfernt.[13] Den von den im Aquarium gehaltenen Lebewesen zur Atmung genutzten Sauerstoff produzieren die Aquarienpflanzen mittels Photosynthese während der Beleuchtungsphase des Aquariums. Pflanzen reduzieren außerdem das im Aquarium unerwünschte Algenwachstum, indem sie den Algen bei gutem Wuchs Nährstoffe entziehen. Fische sind für ihr Wohlbefinden meist auf Pflanzen angewiesen. Sie benötigen sie als Verstecke, als Sauerstoffproduzent, als Reviergrenze innerhalb eines Aquariums und als Ablaichplatz. In den Naturaquarien, wie sie von dem einflussreichen Aquarianer Takashi Amano propagiert wurden, sowie den Holländischen Pflanzenaquarien kommt den Pflanzen sogar eine Hauptrolle zu.

Nach Schätzungen der Aquarienpflanzenexpertin Christel Kasselmann werden zwischen 100 und 150 Pflanzenarten als Aquarienpflanzen angeboten. Lediglich 30 Arten davon sind echte Wasserpflanzen.

Brasilianisches Tausendblatt

Bei der Aquariengestaltung unterscheidet man Schwimmpflanzen, Vordergrundpflanzen[14] und Solitärpflanzen.[15] Als Schwimmpflanzen können in Aquarien sowohl solche Pflanzen eingesetzt werden, die grundsätzlich an der Oberfläche treiben, als auch Pflanzen, die in der Lage sind, die notwendigen Nährstoffe über die Wassersäule aufzunehmen und deswegen nicht im Boden verwurzelt sein müssen. Die Anzahl der Aquarienpflanzen, die ausreichend klein bleiben, um als Vordergrundpflanze verwendet zu werden, ist nicht sehr groß. In größeren Aquarien können dafür auch Pflanzen mit einer Wuchshöhe verwendet werden, die in kleinen Aquarien im Vordergrund störend wären. Viele Aquarianer pflanzen eine große Pflanze als optischen Höhepunkt in ihr Aquarium. Die Pflanze sollte keinesfalls in der Mitte des Aquariums stehen, da dies optisch ungünstig ist. Empfehlenswerter ist, die Pflanze rechts oder links von der Mitte einzupflanzen (Goldener Schnitt). Als Solitärpflanzen werden besonders häufig Pflanzen aus der Gattung der Schwertpflanzen angeboten, deren Zuchtsorten häufig rotbraune oder auffällig gefleckte Blätter haben.

Die für Holländische Pflanzenaquarien typischen Pflanzenstraßen werden mit Pflanzen wie Bachburgel, Kardinalslobelie und Mooskugeln erzielt. Besitzer von diesen Aquarien bemühen sich häufig um die Kultur besonders anspruchsvoller Aquarienpflanzen wie Zungenblatt, Cognacpflanze, Wasserhaar und Tausendblatt. Im Japanischen Naturaquarium spielen besonders häufig kleinwüchsige und zierliche Arten eine Rolle, die im Vordergrund gepflanzt werden. Dazu zählen das Teichlebermoos, das Zungenblatt und die Nadelsimse. Häufig werden in diesen Aquarientypen auch Pflanzen wie beispielsweise der Javafarn auf Steine oder Wurzeln aufgebunden. In Aquarien mit Fischen, die zarte Pflanzen fressen, hat sich insbesondere das Zwergspeerblatt bewährt, dessen harte Blätter von kaum einer Fischart geschädigt werden.

Kohlendioxid (CO2), das die Pflanzen für ihr Wachstum benötigen, ist im Wasser nur in geringem Maße gelöst und stammt etwa aus der bakteriellen Zersetzung organischen Materials wie absterbenden Pflanzenteilen oder übriggebliebenem Fischfutter.[16] Der Bedarf an Kohlendioxid ist je nach Pflanzenart unterschiedlich. Es gibt eine Reihe von Aquarienpflanzen, wie beispielsweise die Dichtblättrige Wasserpest, der Indische Wasserfreund und der Indische Wasserstern, deren CO2-Bedarf ohne zusätzlich Zufuhr sichergestellt werden kann. Alle drei Pflanzenarten werden neben einer ganzen Reihe ebenfalls geeignert Aquarienpflanzen für ein neu eingerichtetes Aquarium besonders häufig empfohlen. Da sie gut anwachsen und schnellwüchsig sind, entziehen sie in der Anfangsphase eines Aquariums, in der die Gefahr eines übermäßigen Algenwachstums besonders hoch ist, den Algen effektiv die Nahrungsgrundlage.

Sehr viele Aquarienpflanzen benötigen für ein gutes Gedeihen einen höheren Kohlendioxidgehalt im Wasser. Diese Pflanzen sind auf eine Kohlenstoffdioxid-Düngung angewiesen, die einen CO2-Gehalt von mindestens 20 mg/l erreichen sollte. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Möglichkeiten, diese Düngung zu erzielen. Dies reicht von einer auf der alkoholischen Gärung (Hefegärung) basierenden Gärungsanlage über im Aquarienwasser Kohlendioxid freisetzende Chemikalien bis zum (ggf. computergesteuerten) Druckgasflaschensystem.[17]

Starke Oberflächenbewegung des Wassers und die Verwendung von Ausströmersteinen (Sprudelsteinen) treibt in starkem Maße das im Wasser gelöste Kohlenstoffdioxid aus. Im Glauben, mehr Sauerstoff für die Fische ins Wasser zu bringen, wird also durch Membranpumpen und plätschernde Filtereinläufe das Gegenteil erreicht: Das im Wasser gelöste Kohlenstoffdioxid wird verstärkt über die Wasseroberfläche an die Luft abgegeben und den Wasserpflanzen als Lebensgrundlage entzogen, die darauf mit vermindertem Wachstum reagieren, weniger Sauerstoff erzeugen und den Algen mehr Nährstoffe überlassen. Kohlenstoffdioxid-reiches Aquarienwasser ist deshalb entgegen landläufiger Anfängermeinung nicht sauerstoffärmer, sondern sauerstoffreicher.

Bei der Bestückung des Aquariums ist zu berücksichtigen, dass es Aquarienpflanzen mit höheren Pflegeansprüchen, zum Teil Problempflanzen, gibt, die höhere Anforderungen an ihre Haltung (zum Beispiel stark lichtbedürftige Pflanzen, extreme Anforderungen an die Wasserhärte, hohe Ansprüche an die Konzentration der Wasserinhaltsstoffe, spezielle Temperaturbedingungen)[18] und solche mit geringeren Pflegeansprüchen, die auch ohne zusätzliche Kohlenstoffdioxid-Düngung gedeihen und sich besonders für die Erstbepflanzung eines Aquariums eignen.[19]

Nahezu alle im Handel angebotenen Aquarienpflanzen stammen aus Gärtnereien, die sich auf die Zucht von Aquarienpflanzen spezialisiert haben. Vor allem aus der Gattung der Schwertpflanzen werden immer wieder neue Varietäten herangezogen, die sich vor allem durch interessante rot bis rotbräunlich gesprenkelte Blattfarben auszeichnen.

Aquarienpflanzen können sich im Aquarium auch vermehren (etwa durch Ausläufer, an denen Ableger entstehen, oder durch Selbstverzweigung der Sprossachsen) bzw. vermehrt werden (etwa durch Rhizomteilung oder durch Verwenden von an gekürzten Stängelpflanzen ausgetriebenen Jungpflanzen; eine Vermehrung über Blüten und Samenansätze wird lediglich bei Seerosengewächsen praktiziert).[20]

Auf überschüssiges Pflanzenwachstum kann mit Abzupfen von Blättern oder Kürzen von Stängeln reagiert werden.[21]

Fische

Der Diskus gilt vielen Aquarianern immer noch als der „König der Fische“
Blaue Kongosalmler werden meist in einem tropischen Gesellschaftsbecken gepflegt
Siamesischer Kampffisch, Männchen – sie wurden in Europa erstmals 1893 in Frankreich nachgezüchtet

Die ersten in europäischen Aquarien gehaltenen Fischarten stammten meist aus heimischen Küsten- und Binnengewässern. Zu den wenigen fremdländischen Aquarienfischen, die bereits sehr frühzeitig in der aquaristischen Literatur genannt wurden, zählt der Goldfisch. Einer der ersten auffällig gefärbten Tropenfische, die gezielt und regelmäßig importiert wurden, war der Paradiesfisch. Für ihn ist belegt, dass er 1876 erstmals in Deutschland gehalten wurde. Diese Art zählte zu den wenigen Fischen, die den langen Transport aus Asien überstehen konnten. Paradiesfische sind nicht nur auf die Kiemenatmung angewiesen, sondern sind als Labyrinthfische auch in der Lage, über ihr sogenanntes Labyrinthorgan atmosphärischen Sauerstoff zu atmen.

Aufgrund der Nachfrage in Europa folgten sehr schnell weitere Fischarten, die aus Regionen wie Manaus in Brasilien, Bangkok in Thailand oder Jakarta importiert wurden. Meist handelte es sich wie beim Paradiesfisch um Labyrinthfische. Aufgrund des langwierigen Transports setzten sich jedoch in der Aquaristik anfangs nur solche Fischarten durch, die nachgezüchtet werden konnten. Die Mehrzahl der heute im Handel erhältlichen Fische stammt aus Nachzuchten. Wildfänge werden jedoch nach wie vor regelmäßig angeboten, da einige Fischarten nach wie vor in Gefangenschaft nicht nachzüchtbar sind oder ihr Fang wirtschaftlicher ist als die Zucht. Über Wildfänge werden außerdem bis heute neue Arten in die Aquaristik eingeführt. Das gilt insbesondere für Panzerwelse, Buntbarsche und Salmler.

Wie viele andere Hobbys unterliegt auch die Beschäftigung mit der Haltung von Lebewesen in Aquarien Trends und Moden. In der Süßwasseraquaristik gilt der Diskus vielen Aquarianern immer noch als der „König der Fische“. Ebenfalls sehr beliebt ist die Haltung von Skalaren und der sogenannten Mbunas. Viele Aquarianer halten außerdem Welse, wobei eine starke Nachfrage insbesondere nach solchen Arten besteht, die wie der Großkopf-Bratpfannenwels oder der Blauer Antennenwels eine ausgefallene Körperform haben. Bei einigen neu eingeführten Welsarten wie dem sehr auffallend gefärbten Zebrawels drückt sich diese Nachfrage auch in einem im Vergleich zu anderen Fischarten hohen Preis aus.

Nach ihrer Nahrungsweise können Fische in fischfressende Piscivoren, insektenfressende Insektivoren, pflanzenfressende Herbivoren und Planktonfresser unterteilt werden. Meist lässt schon die Stellung des Fischmauls darauf schließen, welche Nahrungsnische die jeweilige Art nutzt. Fische mit oberständigem Maul sind in der Regel an der Wasseroberfläche fressende Fische. Ein unterständiges Maul ist meist bei Bodenfischen zu finden, die in Mulm oder auf steinigem Untergrund nach Nahrung suchen oder Algenaufwuchs abraspeln.

Zur Fütterung der Fische bietet die Tierfutterindustrie heute ein großes Spektrum an Zierfischfutter an. Trockenfutter, das in Flocken-, Granulat- oder als Futtertabletten angeboten wird, gibt es in unterschiedlichen Zusammensetzungen, um den unterschiedlichen Nahrungsanforderungen der einzelnen Fischarten gerecht zu werden. Nicht alle Fischarten nehmen jedoch Trockenfutter an. Wasserflöhe, Mückenlarven, Bachflohkrebse und andere aquatische Kleintiere dienen vor allem der Fütterung von überwiegend räuberisch lebenden Fischarten. Diese Futtertiere werden lebend, getrocknet, gefriergetrocknet oder tiefgefroren („Frostfutter“) angeboten. Arten wie z. B. Schützenfische sind zwingend auf Lebendfutter angewiesen. Lebendfutter wie Grindalwürmer und Salinenkrebse können selbst herangezogen werden. Der Handel bietet aber eine Reihe von Futtertieren an.

Wirbellose und Amphibien

Apfelschnecke, die mit ihrem Sipho Luft holt

Vor allem in den letzten Jahren hat in der Süßwasseraquaristik die gezielte Haltung von Wirbellosen zugenommen. In der Meerwasseraquaristik wird sie schon länger praktiziert.

Turmdeckel- und Posthornschnecken sind schon seit längerer Zeit in Aquarien zu finden. Insbesondere die grabenden Turmdeckelschnecken belüften den Bodengrund und verwerten organische Pflanzenstoffe. Obwohl sie damit ein gesundes Pflanzenwachstum sicherstellen, waren sie in der Aquaristik immer eher „Beitiere“. Der Handel bietet daneben immer mehr an auffallend gefärbten oder geformten Schnecken wie die unterschiedlichen Arten der Apfelschnecken oder die Zebrarennschnecke an. Wegen ihres hohen Stoffwechsels müssen sie bei der maximal im Aquarium haltbaren Tierzahl mit eingerechnet werden. Die Mindestkantenlänge für eine Apfelschnecke beträgt 60 cm.

Seit einigen Jahren werden auch vermehrt Süßwasser- und Felsengarnelen im Süßwasseraquarium gehalten. Ihre Popularität ist vor allem auf den japanischen Fotografen und Aquarianer Takashi Amano zurückzuführen, der in seinen Aquarien Yamatonuma-Garnelen zur Algenkontrolle einsetzte. Dies hat zu einer vermehrten Einführung anderer Garnelenarten geführt.

Im Handel angeboten werden außerdem einige Krebsarten. In der Süßwasseraquaristik sind es vor allem Flusskrebsarten, die zur Fauna Australiens oder Nordamerikas gehören. Diese in ihrem Habitus einem Hummer ähnlichen Krebsarten werden vorwiegend in Farmen für Speisezwecke gezüchtet. In den Zoofachhandel gelangen vor allem blau gefärbte Exemplare wie der Yabbi, der Marron und der Red Claw Hummer. Alle drei Arten benötigen sehr große Aquarien, können nur mit großen Fischen vergesellschaftet werden und vergreifen sich auch an den Aquarienpflanzen. Beliebt ist deshalb auch der im Vergleich dazu winzige Orange Zwergflusskrebs. Krabben dagegen werden selten in reinen Aquarien gepflegt; sie benötigen bis auf wenige Ausnahmen für ihr Wohlbefinden auch immer einen ausreichend großen Landteil und werden daher in Aquaterrarien gehalten.

Seltene Pfleglinge im Aquarium sind Amphibien. Zu den häufiger im Aquarium gepflegten Arten zählen Krallenfrösche, Zwergkrallenfrösche, der Japanische Feuerbauchmolch, der Axolotl sowie die Schwimmwühle.

Im Aquarium unerwünschte Lebewesen

Algen

Guppy – sie zählen zu den Fischen, die Algenaufwuchs fressen
Muschelblumen entziehen dem Wasser Nährstoffe und reduzieren dadurch das Algenwachstum
Die Yamatonuma-Garnele wird gleichfalls zur Algenbekämpfung im Aquarium gepflegt

Algensporen sind nur wenige Mikrometer groß. Sie werden beim Um- und Einsetzen von Fischen und Pflanzen sowie beim Wasserwechsel mit eingeschleppt. Vermehren sie sich explosionsartig, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Stickstoffumwandlung im Aquarium nicht ausreichend gut funktioniert.

Zu den Rotalgen zählen die sogenannten Bart-, Pinsel- und Pelzalgen. Sie sind von einer schmutzig grünen bis schwärzlichen Farbe. Die namensgebende Rotfärbung ist dann sichtbar, wenn man die Algenfäden in Alkohol legt. Rotalgen werden von einer Reihe von Fischarten gefressen. Kieselalgen treten unter anderem dann auf, wenn ein Aquarium nur unzureichend beleuchtet ist und der Sauerstoffgehalt wegen der dann geringen Assimilationsleistung der Aquarienpflanzen zu niedrig ist. Diese Algen, die einen schmierig-bräunlichen Belag auf Steinen und Wurzeln bilden, verschwinden, wenn die Lichtverhältnisse im Aquarium verbessert werden. Grünalgen stellen dagegen ähnlich hohe Ansprüche an das Wasser wie die Aquarienpflanzen. Sie sind von grüner bis hellgrüner Farbe und wachsen je nach Art watteartig, fadenförmig oder büschelartig und lassen sich einfach mit der Hand oder einer Pinzette entfernen.

Besonders in der Startphase eines Aquariums können sich sogenannte Blaualgen (Cyanobakterien) stark vermehren, die einen meist blaugrünen, gelegentlich auch schwärzlich-purpurnen oder bräunlichen Überzug über Pflanzen und Steinen bilden. Blaualgen wachsen sehr schnell und können Pflanzen, die noch nicht gut angewachsen sind, unter sich ersticken. Eine mechanische Entfernung ist zwar sinnvoll, allerdings können selbst aus kleinsten Rückständen wieder große Mengen nachwachsen.

Maßnahmen gegen Algen

Einem übermäßigen Wachstum von Algen in der Einlaufphase eines Aquariums kann vorgebeugt werden, indem man mehrere Wochen wartet, bevor das Aquarium das erste Mal mit Fischen und Wirbellosen besetzt wird. In dieser Zeit wird das Aquarium etwa zehn Stunden am Tag beleuchtet, und auch der Filter läuft bereits ständig. Gleichzeitig wird das Aquarium sehr dicht mit schnellwüchsigen Pflanzen bepflanzt. Die Pflanzen entziehen den Algen die für ihr explosionsartiges Wachstum nötigen Nährstoffe, und im Filter können sich in dieser Zeit die Mikroorganismen ansiedeln, die für den Umbau von Ammonium, Phosphat und Nitrit notwendig sind. Neue Filter können mit speziellen Bakterienkulturen aus dem Fachhandel beimpft werden, um die biologische Aktivität anzuregen. Bei eingefahrenen Filtern sollten niemals alle Filtermedien gleichzeitig gewechselt/gereinigt werden, damit die angesiedelten Bakterienkulturen nicht vollständig vernichtet werden. Wenn man bereits ein Aquarium hat, kann man einen Teil des Frischwassers im neuen Aquarium durch Aquarienwasser ersetzen und etwas Filterschlamm des eingefahrenen Filters in den Filter des neuen Beckens geben. Das hilft in der Einlaufphase, schneller ein neues Gleichgewicht zu bilden. Besonders Anfänger verwechseln gutgemeinte „Sterilität“ mit der biologischen Sauberkeit, die weniger durch mechanische Filterung und „frisches“ Wasser, als durch aktive Mikroorganismen im Bodengrund und den grobporigen Filtermedien erzeugt wird.

Die Mehrzahl der Aquarienpflanzen sind Sumpfpflanzen, die in Wassergärtnereien emers herangezogen werden. Sie brauchen daher einige Tage, um sich auf das Aquarienmilieu umzustellen. Zu den empfohlenen Pflanzen, die auch bei vorheriger emerser Kultur sehr schnell anwachsen, zählen Indischer Wasserfreund und Wasserstern. Dichtblättrige Wasserpest ist ebenfalls sehr gut geeignet; sie wird submers kultiviert, benötigt aber eine starke Beleuchtung. Sie kann sowohl flutend als auch verwurzelt wachsen; fast immer flutend sind die einheimischen Hornblätter, die auch zu einer Nährstoffreduktion im Aquarium beitragen. Gleiches gilt für Schwimmpflanzen wie die Muschelblumen sowie Wasserlinsen.

Eine Reihe von Fischarten frisst Algen. Als hervorragender Algenvertilger gelten die Siamesische Rüsselbarbe und die Schönflossige Rüsselbarbe. Auch Ohrgitterwelse und Antennen-Harnischwelse werden unter anderem wegen dieser Eigenschaft im Aquarium gepflegt. Die auch von Anfängern häufig gehaltenen Guppys sowie Spitzmaulkärpflinge, zu dem die Zuchtform Black Molly gehört, sind Fische, die bedingt Algenaufwuchs fressen. Eine bestehende Algenplage lässt sich durch Algen fressende Fische kaum bekämpfen, da diese Tiere vorwiegend junge, zarte Algen abweiden. Schnecken sind trotz ihres Rufes als Algenvernichter wenig geeignet, da sie sich selbst durch starke Vermehrung zur Plage entwickeln können und durch ihre Stoffwechselprodukte selbst zur Düngung beitragen. Darüber hinaus sind es Süßwassergarnelen, die wirkungsvoll gegen den Algenaufwuchs vorgehen. Der Handel bietet auch chemische Mittel gegen Algenwuchs an. Diese Mittel schädigen allerdings – wenn auch, da Pflanzen eine geringere effektive Oberfläche als Algen aufweisen, mit Wochen oder sogar Monaten Verzögerung[22] – auch die Pflanzen.

Fädige Grünalgen (Fadenalgen), die oft in der Einfahrphase eines Aquariums auftreten, können täglich abgesammelt werden und verschwinden dann meist wieder.[23]

Gegen Schwebealgen können UV-Lampen in den Wasserkreislauf eines Außenfilters installiert werden.

Bei einem Befall des Aquariums mit Cyanobakterien können nach einem etwa 50%igem Wasserwechsel Lichtabschaltung und Verdunkelung für acht Tage helfen.[24]

Schnecken und Planarien

Obwohl Schnecken eine wichtige Funktion im Aquarium innehaben, können sich einige Arten sehr schnell vermehren und im Aquarium überhandnehmen. Zur Plage werden sie oft dann, wenn Fische zu reichlich gefüttert werden, so dass die Schnecken ein sehr großes Nahrungsangebot finden. Sie können über spezielle Schneckenfallen entfernt werden. Auch einige Fischarten fressen junge Schnecken, wobei man jedoch anmerken muss, dass die oft empfohlenen schneckenfressenden Fische besondere Anforderungen stellen, die in vielen Aquarien nicht zu verwirklichen sind (so können z. B. Prachtschmerlen durchaus bis zu 30 cm lang werden, bedürfen mehrerer Artgenossen und benötigen ein Aquarium mit einer Mindestkantenlänge von 150 cm).

Planarien treten gleichfalls gelegentlich in Aquarien auf. Es handelt sich um bis zu mehrere Millimeter große Würmchen, die auf Scheiben und Einrichtungsgegenständen herumkriechen. Während sie erwachsenen Fischen nicht gefährlich werden, können sie jedoch den Fischlaich fressen. Planarien vermehren sich vor allem dann stark, wenn im Aquarium Futterreste und organische Abfallstoffe reichlich vorhanden sind. Chemische Mittel, die Planarien behandeln, lassen auch Schnecken und gegebenenfalls Pflanzen eingehen. Hilfreich kann es sein, wenn das Aquarium für mehrere Tage eine Wassertemperatur von mindestens 35 Grad Celsius aufweist. In dieser Zeit müssen die Fische und „erwünschte“ Wirbellose in einem Ersatzaquarium gepflegt werden.

Bakterien

In einer Folge der Sendung „Abenteuer Diagnose“ wird darauf hingewiesen, dass Aquarien Reservoirs für gefährliche Bakterien sein können.[25]

Chemie im Aquarium

pH-Wert

Der Skalar benötigt für sein Wohlbefinden einen pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5.

Der pH-Wert gilt in der Aquaristik als wichtiger „Wasserwert“. Er drückt das Verhältnis zwischen sauren und alkalischen Inhaltsstoffen des Wassers aus; genauer gesagt das Verhältnis von Wasserstoffionen und Hydroxidionen. Herrscht eine Überzahl an Wasserstoffionen, so spricht man von einer Säure, überwiegen die Hydroxidionen, so spricht man von einer Base. Lebewesen haben einen unterschiedlich großen Toleranzbereich für den pH-Wert und können außerhalb von diesem nicht längerfristig überleben. Die Überprüfung, ob eine Tierart in einem Aquarium geeignete Überlebensbedingungen findet, orientiert sich unter anderem am pH-Wert.

Der pH-Wert wird auf einer logarithmischen Skala mit Werten zwischen 1 und 14 gemessen. Wasserwerte im Aquarium liegen zwischen 4,5 und 9,5, wobei beides Extremwerte darstellen. Ein pH-Wert von sieben gilt als „neutral“, d. h. weder als alkalisch (basisch, pH-Wert > 7) noch als sauer (pH-Wert < 7). Logarithmisch bedeutet dabei, dass Wasser mit einem pH-Wert von sechs bereits 10-mal mehr Säuren als solches mit einem pH-Wert von 7 enthält. Wasser mit einem pH-Wert von fünf enthält bereits 100-mal mehr Säuren als solches mit einem Wert von 7. Sogenannte Schwarzwasseraquarien, in denen südamerikanische Fische wie etwa Skalare oder der häufig gehaltene Rote Neon gut gedeihen, haben beispielsweise pH-Werte im Bereich von 5,5 bis 6,5.

Die meisten Wasserpflanzen gedeihen am besten in Wasser mit einem pH-Wert zwischen 6,2 und 7,2[26] da bei diesen Werten in aller Regel auch der für das Pflanzenwachstum wichtige Kohlensäuregehalt höher ist. In Wasser mit einem pH-Wert über 7 fühlen sich vor allem ostafrikanische Buntbarsche wohl.

Um den pH-Wert zu messen gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1. pH-Teststreifen oder Indikatorpapier: Die zu messende Lösung wird auf einen solchen Teststreifen bzw. das Indikatorpapier getropft oder der Teststreifen wird ins zu untersuchende Wasser eingetaucht. Die Verfärbung wird mit einer Tabelle verglichen und somit der pH-Wert ermittelt. Dies ist eine einfache und schnelle Möglichkeit den pH-Wert zu messen, sie ist jedoch relativ ungenau.

2. pH-Tropfentest: Bei dieser Messmethode werden in eine bestimmte Menge einer zu messenden Lösung Tropfen einer Reagenz gegeben, die einen Indikator enthält, und die Verfärbung wird ebenfalls mit einer Tabelle verglichen. Diese Messmethode nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch und ist in der Regel auch etwas teurer, aber dafür auch wesentlich genauer als die Messung mit Indikatorpapier.

3. elektronisches Messgerät: Hier wird in die zu messende Lösung eine Elektrode getaucht und ein elektronisches Anzeigegerät ermittelt aus verschiedenen Faktoren einen pH-Wert. Der Vorteil dieser Messmethode ist, dass die Lösung auch verfärbt oder anderweitig verunreinigt sein kann.

Carbonat- und Gesamthärte (Säurekapazität und Härte)

Die Karbonathärte (KH) bezeichnet die Menge an Carbonat- und Hydrogencarbonat-Ionen. Damit diese Anionen als Carbonathärtebildner fungieren können, muss eine entsprechende Anzahl von Calcium- und Magnesium-Kationen vorhanden sein. Die Carbonathärte stellt im Wasser einen Säurepuffer dar, der eine starke und schnelle Veränderung des pH-Wertes verhindert. Die Carbonathärte wird deshalb als Säurekapazität (Säurebindungsvermögen bis pH 4,3)[27] bezeichnet. Wasser mit einem niedrigen KH-Wert hat im Allgemeinen einen niedrigen pH-Wert, während Wasser mit einem hohen KH-Wert normalerweise alkalisch ist.

Die Gesamthärte (GH), auch Härte genannt, bezeichnet die Summe aller im Wasser gelösten Ionen der Erdalkalimetalle. Zu diesen zählen neben Magnesium und Calcium (ca. 80 %) unter anderem Strontium und Barium. In der Aquaristik spielt die Gesamthärte meist eine geringere Rolle als die Carbonathärte. Normalerweise ist die Karbonathärte geringer als die Gesamthärte.

Statt der neueren Bezeichnungen Säurekapazität und Härte werden in der Aquaristik meist die etablierten Begriffe Karbonathärte und Gesamthärte verwendet. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass eine Säurekapazität von 1 mmol/l einer Karbonathärte von 2,8° dH entspricht und eine Härte von 1 mmol/l einer Gesamthärte von 5,6° dH.[28]

Leitwert

Der Leitwert (fälschlich für die bei 25 °C gemessene Elektrische Leitfähigkeit in µS/cm[29]), hängt von der Summe aller gelösten Salze im Wasser ab. Je mehr Salze im Wasser gelöst sind, desto besser ist die Leitfähigkeit. Vollentsalztes Wasser leitet kaum noch Strom (eine geringe Leitfähigkeit ist durch die Eigendissoziation immer gegeben).

Der Leitwert spielt insbesondere dann eine Rolle, wenn Weichwasserfische gezüchtet werden sollen.

Salzgehalt und Redoxpotential

Eine Bestimmung des Salzgehaltes und des Redoxpotentials wird nur für Brackwasser- und Meereswasseraquarien benötigt.

Die Dichte des Salzgehaltes wird mit einem Aräometer gemessen. Süßwasser hat bei einer Temperatur von 4 Grad Celsius ein spezifisches Gewicht von 1,0. Tropisches Meereswasser, also das Meerwasser, das normalerweise in einem Meerwasseraquarium nachgebildet wird, hat dagegen bei dieser Temperatur wegen der gelösten Salze und Spurenelemente ein spezifisches Gewicht zwischen 1,020 und 1,027. Brackwasser liegt zwischen diesen beiden Werten. Die in der Aquaristik verwendeten Aräometer sind auf 24 Grad Celsius geeicht.

Das Redoxpotential sagt aus, wie hoch das Wasser mit organischen Substanzen belastet ist und welchen Gehalt an Sauerstoff es aufweist. Hohe Werte deuten auf einen hohen Sauerstoffgehalt und einen geringen Gehalt an organischen Stoffen hin. Gemessen wird das Redoxpotiential mit elektronischen Messgeräten. Bei der Ermittlung der Werte müssen auch der pH-Wert sowie die Wassertemperatur berücksichtigt werden.

Stickstoffumwandlung im Aquarium

Stickstoffkreislauf im Aquarium

Stickstoff wird von Pflanzen als Nährstoff benötigt. Als Stickstoffquellen stehen den Aquarienpflanzen Ammonium (NH4) und Nitrat (NO3) zur Verfügung. Weitere Stickstoffverbindungen im Aquarienwasser sind Harnstoff sowie die für Fische giftigen Problemstoffe Nitrit und Ammoniak. Durch Bakterien können Nitrit und Ammoniak in ungiftiges Nitrat umgewandelt werden, wobei man von Stickstoffumwandlung oder Nitrifikation spricht.[30]

Diese Stickstoffumwandlung, die durch Pflanzen und Mikroorganismen im Aquarium (und im Aquariumfilter) stattfindet, wird gelegentlich auch als Stickstoffkreislauf bezeichnet. Bei den wenigsten Aquarien liegt jedoch tatsächlich ein Kreislauf vor, bei dem keine Eingriffe mehr notwendig sind. Die Lebewesen im Aquarium sind in der Regel auf Futter angewiesen. Zur Nitratreduzierung kommen unter anderem regelmäßige Teilwasserwechsel zur Anwendung.

Über die Kiemen und aus dem Urin der im Aquarium gepflegten Lebewesen sowie dem unverbrauchten Futter wird zunächst das giftige Ammoniak freigesetzt. In nicht zu alkalischem Wasser liegt diese Stickstoffverbindung überwiegend als Ammonium vor. Dieses ist für die Fische und Wirbellosen des Aquariums weniger schädlich. Für Pflanzen stellt es sogar einen Dünger dar. Lediglich bei hohen pH-Werten und Temperaturen überwiegt Ammoniak. Für Fische stellt Ammoniak ein starkes Gift dar. Ist Ammoniak im Wasser hoch konzentriert, sind diese nicht mehr in der Lage, über die Kiemen Ammoniak abzuatmen.

Das Ammonium, das von den Pflanzen nicht als Nährstoff verbraucht wird, wird von Mikroorganismen wie z. B. Nitrosomonas-Bakterien, die sowohl im Aquarium als auch im Filter vorhanden sind, in Nitrit abgebaut. Nitrit ist wie Ammoniak für Fische giftig und bereits ab Werten von 1 Milligramm pro Liter tödlich. Ein plötzliches Hin- und Herschießen der Fische im Aquarium, apathisches Verhalten oder hektisches Atmen weisen auf eine mögliche Vergiftung durch Nitrit hin. Nitrit wird allerdings durch z. B. Nitrobacter-Bakterien in der nächsten Stufe zu Nitrat umgewandelt. Dieser Prozess, bei dem unter Verbrauch von Sauerstoff Ammonium zu Nitrat umgewandelt wird, wird als Nitrifikation bezeichnet. Nitrat ist für Fische nicht giftig, kann aber bei hohen Konzentrationen den Aquarienpflanzen schaden. Er sollte gering gehalten werden, um eine (teilweise) Denitrifikation (s. u.) im Aquarium oder Körper des Fisches zu vermeiden, die letztlich wieder Nitrit freisetzen würde. Nitrat wird daher durch den regelmäßigen Teilwasserwechsel aus dem Aquarienwasser entfernt. Neben der Nitrifikation findet noch ein weiter Prozess statt, bei dem von Mikroorganismen Nitrat als Ersatz für Sauerstoff veratmet wird. Diesen anaerob ablaufenden Prozess bezeichnet man als Denitrifikation. Er findet in den meisten Aquarien kaum statt. Für die Entfernung von Nitrat kann bei Bedarf z. B. ein spezieller Nitratfilter eingesetzt werden.

Bei zu niedrigem Nitratgehalt des Wassers (unter etwa 0,5 mg/l) können Pflanzen allerdings – ebenso wie bei zu hohem Gehalt – Schaden nehmen. Ein Nitratmangel kann bei Aquarianpflanzen ähnliche Symptome hervorrufen wie ein Eisenmangel.[31]

Weitere für das Aquarium relevante chemische Stoffe

Kohlenstoff: Pflanzenbaustoff, aufgenommen aus Kohlenstoffdioxid. Manche Aquarienpflanzen, insbesondere Schwertpflanzen, können (wenn zu wenig Kohlenstoffdioxid im Wasser vorhanden ist) Kohlenstoff auch aus Hydrogencarbonationen gewinnen. Bei diesem Biogene Entkalkung genannten Vorgang kommt es zur krustenartigen Ablagerung von dabei als „Abfallstoff“ entstehendem Kalk auf den photosynthetisch aktiven Blättern.[32]
Eisen: Aquarienpflanzen können bei Eisenmangel (weniger als 0,1 bis 0,3 mg/l) ebenso wie bei Nitratmangel eine Chlorose (gelblich-weiße Verfärbung junger Blätter) entwickeln, die auf einer gestörten Chlorophyllbildung beruht. Bei Düngung mit Eisenpräparaten ist insbesondere bezüglich der Dosierung zwischen chelatiertem und nichtchelatiertem Eisen (etwa in Form von Eisencitrat) zu unterscheiden.[33]
Kupfer; sowohl Spurenelement als auch (ab 0,5, zum Teil schon ab 0,1 mg/l im Aquariumwasser) Pflanzengift[34]
Phosphat: Pflanzennährstoff, dessen Konzentration im Wasser (für bepflanzte Aquarien etwa 0,2 bis 0,7 mg/l) durch Zugabe von mehr Fischfutter und/oder Natriumhydrogenphosphat (Na2HPO4 oder NaH2PO4) erhöht werden kann.[35]
Zink: Pflanzennährstoff, der in Spurenelementdüngern enthalten ist und in einer Konzentration zwischen 0,002 und 0,02 mg/l im Aquarienwasser vorhanden sein sollte. Ab 0,05 mg/l zeigen sich bei vielen Pflanzen ähnliche phytotoxische Schadbilder wie sie durch ein Zuviel an Kupfer entstehen.[36]
Weitere Spurenelemente: Kalium (0,5 bis 30 mg/l[37]), Magnesium und Mangan.

Wirtschaft, Wissenschaft, Natur- und Tierschutz

Herkunft der im Aquarium gepflegten Lebewesen

Die meisten regelmäßig im Zoofachhandel angebotenen Süßwasserfische stammen aus Nachzuchten. Geschätzt wird, dass es jährlich 300 Millionen Zierfische sind, die für den Aquarienhandel herangezogen werden.

Gezüchtet werden die Fische vor allem in Südostasien. Zuchtstationen befinden sich vor allem im Umland von Hongkong, Singapur und Bangkok sowie in geringerem Umfang auf Sri Lanka, Japan und Taiwan. Darüber hinaus gibt es große Zierfischzuchten in Nord- und Südamerika, in einigen südafrikanischen Ländern sowie Israel und Tschechien. Zuchtanlagen für Meerwasserfische sind vor allem seit der Mitte der 1990er Jahre entstanden.

Für den Flugzeugtransport in die Importländer werden die Fische in der Regel in Beutel verpackt, die zu einem Drittel mit Wasser und zu zwei Drittel mit Luft oder Sauerstoff gefüllt sind. Luft wird bei Arten wie Labyrinthfischen und Panzerwelsen verwendet, da diese auch atmosphärische Luft atmen. Für sie wäre reiner Sauerstoff tödlich. Gelegentlich wird dem Wasser auch ein Betäubungsmittel beigegeben, damit der Stoffwechsel der Fische nicht zu hoch ist und das Wasser nicht zu sehr belastet wird. Zierfischexporteure lassen außerdem ihre Fische vor dem Transport einige Tage fasten, um die Wasserbelastung niedrig zu halten. Die Beutel werden dann in Styroporboxen verpackt und an ihre Bestimmungsorte geflogen. Einer der großen Frachtflughäfen, an denen viele Zierfische ankommen, ist der Frankfurter Flughafen. Importeure sind in der Regel Großhändler, die die Fische zunächst in Quarantänebecken halten und in der Regel erst nach sieben bis 14 Tagen in den Verkauf geben.

Wild gefangener Piranha

Nach wie vor werden außerdem weltweit Fische, Pflanzen und Wirbellose aus der freien Natur für den Tier- und Pflanzenexport entnommen. Vor allem in Ländern mit einem niedrigen Pro-Kopf-Einkommen kann dies in ländlichen Regionen für Bevölkerungsteile eine wesentliche Einkommensquelle darstellen. Regelmäßig importiert werden vor allem Fische, die gar nicht oder nur sehr schwer nachzuzüchten sind. Darüber hinaus besteht eine große Nachfrage nach aquaristischen Neuheiten. Die Zahl der Wildfänge wird auf 30 Millionen pro Jahr geschätzt.

Die negativen Auswirkungen der Sammlung von Fischen und Pflanzen werden immer wieder kritisch diskutiert. Als Kritikpunkte werden unter anderem angeführt, dass beim Wildfang von Riff-Fischen Korallenriffe zerstört, sehr viele andere Tierarten als Beifang entnommen und Artbestände so stark geplündert werden, dass Populationen im ursprünglichen Verbreitungsgebiet zusammenbrechen. Sammelexpeditionen sind langwierig, kostspielig und nicht immer erfolgreich. Der Transport zu den Exportzentren kann für die Tiere sehr belastend sein. Viele Aquarianer halten deshalb nur Fische aus Nachzuchten. Unter US-Aquarianern, die sich auf die Meerwasseraquaristik spezialisiert hatten, gaben in einer 1997 durchgeführten Umfrage zwei Drittel der Befragten an, dass sie lieber Fische aus Nachzuchten kaufen würden als Wildfänge. 80 Prozent der Befragten gaben außerdem an, dass nur solche Fische in den Handel gelangen sollten, bei denen entweder durch Fangquoten der Fortbestand der Art vor Ort sichergestellt ist oder die direkt aus Nachzuchten stammten.

Tierschutz-Aspekte

Beim Betreiben der Aquaristik (ob professionell wie in Zoos, Zuchtanstalten oder in der Wissenschaft oder amateurhaft als Freizeitbetätigung) muss beachtet werden, dass Fische Lebewesen sind, auf deren Haltung das Tierschutzrecht[38] Anwendung findet.

Eine möglichst artgerechte Haltung von Fischarten im Aquarium setzt wie jede Haltung von Lebewesen ein ausreichendes Wissen voraus. Viele Aquarianer investieren viel Zeit und Geld, um ihren Fischen oder Wirbellosen gute Bedingungen zu bieten. Eine Reihe von Aquarianern halten auch bewusst nur solche Tiere, die nachzüchtbar sind, und unternehmen zum Teil große Anstrengungen, um seltenere Fischarten nachzuzüchten.

Ist kein ausreichendes Wissen vorhanden, können in einem Aquarium sehr schnell Bedingungen entstehen, die als Tierquälerei angesehen werden können. Typische Haltefehler sind:

ein zu hoher Besatz an Fischen und Wirbellosen. Es gibt unterschiedliche Faustregeln, die maximale Besatzgröße im Aquarium zu berechnen. Als Anhaltspunkt kann gelten, dass pro Zentimeter Fisch zwei Liter Wasser im Aquarium notwendig sind. (bezieht sich auf die Länge der ausgewachsenen Tiere)
die Vergesellschaftung von Tierarten, die untereinander unverträglich sind,
die Haltung von Tierarten bei Wasserwerten, die außerhalb des Spektrums liegen, bei denen sie sich wohlfühlen. Auch eine zu starke Fütterung kann dazu beitragen, dass sich Wasserwerte im Aquarium verschlechtern und ein für die Fische erträgliches Maß übersteigen. Nicht durchgeführte Teilwasserwechsel führen gleichfalls meist zu schlechten Wasserwerten (s. jedoch Altwasseraquaristik).
die Einzelhaltung von Schwarmfischen
die Gruppenhaltung von Fischen und Wirbellosen mit territorialem Verhalten in nicht ausreichend großen Becken, so dass die Tiere ein stark aggressives Verhalten untereinander zeigen.
die Haltung von Fischen in nicht der Fischgröße entsprechenden Becken.
Das Silberflossenblatt wird häufig als Süßwasserfisch angeboten, benötigt jedoch Brackwasser für sein Wohlbefinden

Im besten Fall reagieren die Fische auf diese Haltefehler mit verzögertem Wachstum und verringerter Farbpracht. Häufiger gehen die Fische allerdings zugrunde, wobei sich das Sterben über mehrere Monate hinziehen kann.

Die Qualität der Beratung in Zoofachhandlungen ist stark personenabhängig und reicht von hoher fachlicher Kompetenz bis hin zum reinen Verkaufsverhalten. Bei einigen Arten werden Zuchtformen angeboten, die aus Sicht einer sehr großen Zahl von Aquarianern Qualzuchten darstellen. Dies sind beispielsweise Goldfische mit teleskopartig vergrößerten Augen oder so stark vergrößerten Flossen, dass ein artgerechtes Verhalten den Tieren nicht mehr möglich ist. Regelmäßig werden außerdem Arten angeboten, die sehr spezielle Halteanforderungen stellen, die die wenigsten Aquarianer erfüllen können. So wird beispielsweise das Silberflossenblatt regelmäßig als Süßwasserfisch angeboten, obwohl der Fisch im ausgewachsenen Zustand ein 1.400-Liter-Aquarium mit Brackwasserbedingungen benötigt.

Zucht und Erhaltungszuchten

Die Vermehrung ihrer Fische ist für viele Aquarianer von großem Interesse. Bei nicht lebendgebärenden Fischen, insbesondere Frei- und Bodenlaichern im Aquarium wird dabei ein Laichrost verwendet.

Eine Reihe von Fischarten, Wirbellosen als auch Wasserpflanzen sind vom Aussterben bedroht oder gelten als in der freien Natur bereits ausgestorben. Tropische Lebewesen haben zum Teil nur sehr kleine Verbreitungsgebiete. So ist der südamerikanische Villavicencio-Zwergbuntbarsch nur in wenigen Gewässern in der Nähe der kolumbianischen Stadt Villavicencio am Fuße der Anden gefunden worden und ist durch Biotopzerstörung bedroht. Endlers Guppy aus der Familie der Lebendgebärenden Zahnkarpfen stammt aus einer einzigen Süßwasser-Lagune im Nordosten Venezuelas. Er gilt in der freien Natur als ausgestorben; als Aquarienfisch wird er jedoch sowohl von Privatpersonen als auch öffentlichen Zoos wie beispielsweise dem Kölner Zoo gezüchtet. Dies gilt auch für eine ganze Reihe anderer Arten. Die Fachzeitschrift Aquarium Live veröffentlichte beispielsweise in ihrer Ausgabe vom April/Mai 2006 einen Aufruf von Peter Finke, sich an der Erhaltungszucht der Gattung Parosphromenus zu beteiligen. Diese Fische gehören zu den am meisten bedrohten Labyrinthfischen, da ihr Lebensraum durch Waldabholzung bedroht ist. Die in sehr sauren, fast mineralstofffreien Urwaldbächen Südostasiens lebenden Fische sind allerdings in ihrer Haltung sehr anspruchsvoll und werden äußerst selten im Zoofachhandel angeboten. Es existiert aber ein Arbeitskreis, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Aussterben dieser Fischgattung zumindest in Aquarien aufzuhalten.

Erhaltungszuchten sind jedoch nicht einfach durchzuführen. In Gefangenschaft gezüchtete Fische können sich sehr schnell in Körperform und Färbung deutlich von denen in freier Natur lebenden Artgenossen unterscheiden.

Wissenschaft und Aquaristik

In Aquarien gehaltene Lebewesen haben immer wieder eine Rolle in den Naturwissenschaften gespielt. Das gilt von den Sauerstoffforschungen von Priestley anhand von Wasserpflanzen im 18. Jahrhundert über die Beobachtungen von Konrad Lorenz über Territorialverhalten am Beispiel des Stichlings im frühen 20. Jahrhundert bis zu den Untersuchungen über Auswirkungen von in Wasser gelösten Schadstoffen heute. Die Aquaristik führt auch dazu, dass Tier- und Pflanzenarten eingeführt werden, die bislang noch nicht wissenschaftlich beschrieben wurden. Für einige Fischfamilien, bei denen die Anzahl der neu entdeckten Arten die Geschwindigkeit übersteigt, mit der diese eingeordnet werden, behelfen sich Aquarianer mit Code-Systemen. So werden beispielsweise noch nicht klassifizierte Harnisch-Welse mit L-Nummern bezeichnet. Die Rückwirkung des mit der Aquaristik verbundenen kommerziellen Interesse auf die Forschung lässt sich auch an einer gänzlich anderen Familie zeigen: Wissenschaftliche Untersuchungen bei im Süßwasser lebenden Garnelen konzentrierten sich vor wenigen Jahren noch auf die für den menschlichen Verzehr in Shrimp-Farmen gezüchteten Felsengarnelen. Erst seitdem es eine Nachfrage für in Aquarien haltbare Arten gibt, hat sich hier die Forschung auch auf die zahlreichen anderen Garnelenarten ausgedehnt.

Wirtschaftsfaktor Aquaristik

Geschätzt wird, dass von einhundert deutschen Haushalten etwa vier bis sechs mindestens ein Aquarium pflegen. Etwa 40 Prozent der Aquarianer besitzen mehr als ein Aquarium. Der Industrieverband Heimtierbedarf veranschlagte den Umsatz mit Aquarienbedarf für 2003 mit 189 Millionen Euro. Damit geben Aquarienbesitzer für ihr Hobby mehr aus als Hunde- oder Katzenbesitzer; nicht in dieser Zahl enthalten ist der Umsatz von Wassertieren und -pflanzen. 2003 wurden für mehr als 20 Millionen Euro Zierfische von Großhändlern importiert. Da die Einzelverkaufspreise im Zoofachhandel deutlich über den Importpreisen im Großhandel liegen, wird der jährliche Umsatz auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt.

Öffentliche Schauaquarien

Viele Zoos zeigen auf ihrem Gelände auch Aquarien, wie das Aquarium im Zoologischen Garten Berlin, der eines der ältesten Aquarien in Deutschland besitzt. Der Aquazoo Düsseldorf, der gleichzeitig Naturkundemuseum ist, bemüht sich in seiner Ausstellung, die Adaption von Tieren an ihren Lebensraum deutlich zu machen. Die Sammlung ist nach pädagogischen Aspekten aufgebaut.

Zu den zahlreichen öffentlichen Schauaquarien gehören auch das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund, das Ozeaneum Stralsund und das Seewasseraquarium in Wilhelmshaven. Weitere Beispiele sind das Oceanário de Lisboa in Lissabon, das anlässlich der Weltausstellung 1998 errichtet wurde und das als das zweitgrößte Meerwasseraquarium der Welt gilt, oder das 2001 eröffnete Oceanium im Zoo von Rotterdam, Diergaarde Blijdorp.

Am 29. März 2014 wurde das mit 48750 m³ Gesamtinhalt größte Aquarium der Welt, das Chimelong Ocean Kingdom eröffnet. Es liegt auf der chinesischen Insel Hengqin unmittelbar westlich von Macau und 70 km südwestlich von Hongkong in der Provinz Guangdong. Es enthält 19 Becken, wurde mit 1,5 Mrd. € Kosten errichtet und setzt 5 Weltrekorde: Größte Acrylglasscheibe (B × H 39,6 m × 8,3 m) als größte Aquariumsscheibe, größte Aquariums-Unterwasserkuppel, größtes Einzelbecken.[39][40]

Das mit Stand von 2008 noch größte Aquarium der Welt, das Georgia Aquarium, befindet sich in Atlanta, USA. Die Becken fassen mehr als 30 Millionen Liter Wasser. Über 500 verschiedene Spezies, gesamthaft rund 120000 Meeresbewohner, finden Platz in diesem künstlichen Riff. Als Hauptattraktion gelten zwei Walhaie.
Wegen der Haltung solcher Meerestiere werden diese Aquarien häufig kritisiert. Besonders häufig steht die US-amerikanische Sea-World-Kette mit ihren Delphin- und Orca-Shows in der Kritik, da bezweifelt wird, dass derart großen Meerestieren eine artgerechte Haltung geboten werden kann. Die ebenfalls kommerzielle britische Kette Sea Life Centre verfolgte zumindest in Deutschland ein anderes Konzept und arbeitete bis 2006 mit Greenpeace zusammen. Greenpeace nutzte die Räumlichkeiten für eigene Ausstellungen. Die Sea Life Centre zeigten dafür keine Hochseehaie, tropische Fischarten und bedrohte Arten. Diese Verpflichtung verhinderte allerdings auch, dass sich die Sea Life Centre an Erhaltungszuchten beteiligen.

Schauaquarien in kleinerem Maßstab betreiben auch einige Aquarienvereine, die in Deutschland überwiegend im Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde e. V. organisiert sind. Andere europäische Vereine haben sich überwiegend in der European Aquarium and Terrarium Association[41] zusammengeschlossen.

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Literatur

Geschichte des Aquariums

Bernd Brunner: Wie das Meer nach Hause kam – Die Erfindung des Aquariums. Transit Verlag, Berlin 2003. (Überarbeitete und erweiterte Ausgabe Verlag Klaus Wagenbach. Berlin 2011.)
engl.: Bernd Brunner: The Ocean at Home – An Illustrated History of the Aquarium. Princeton Architectural Press, New York 2005. (Überarbeitete und erweiterte Ausgabe Reaktion Books. London 2011.)
Mareike Vennen: Das Aquarium: Praktiken, Techniken und Medien der Wissensproduktion (1840-1910), Wallstein 2018 (erhielt den Förderpreis Opus Primum)

Aquarien einrichten

Takashi Amano: Das große Buch der Naturaquarien. bede Verlag, Ruhmannsfelden 1998, ISBN 3-931792-80-3.
Kaspar Horst und Horst E. Kipper: Das optimale Aquarium – Leitfaden zur Einrichtung und Pflege des Süßwasser-Aquariums. Ad aquadocumenta Verlag, Bielefeld 1992, ISBN 3-925916-15-6.
Christel Kasselmann: Pflanzenaquarien gestalten. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-440-08518-X.
Petra Kölle: 300 Fragen zum Aquarium. Gräfe und Unzer, München 2005, ISBN 3-7742-7369-3.
Gina Sandford: Aquarium – Handbuch für Süßwasser- und Meerwasseraquarien. Dorling Kindersley, Stamberg 2004, ISBN 3-8310-0553-2.
Claus Schäfer: Grundkurs Aquaristik. Eugen Ulmer, Stuttgart 1998, ISBN 3-8001-7378-6.
Rüdiger Latka, Das Riffaquarium Praxis für Neueinsteiger. Rüdiger Latka Verlag, 2005, ISBN 3-9810570-0-7.

Lebewesen im Aquarium

Hans A. Baensch, Rüdiger Riehl: Aquarien-Atlas. Band 1–6. Mergus, Melle 1982–2004; Neuauflage ebenda 2006, ISBN 3-88244-177-1.
Hans Gonella: Krebse, Krabben und Garnelen im Süßwasseraquarium. bede-Verlag, Ruhmannsfelden 1999, ISBN 3-931792-87-0.
Bernd Greger: Pflanzen im Süßwasseraquarium. Birgit Schmettkamp, Bornheim 1998, ISBN 3-928819-16-X.
Kaspar Horst: Pflanzen im Aquarium. Ulmer, Stuttgart 1986, ISBN 3-8001-7159-7.
Christel Kasselmann: Aquarienpflanzen. 2. Auflage. Ulmer, Stuttgart 1999, ISBN 3-8001-7454-5.
Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. Tetra-Verlag, Berlin-Velten 2009, ISBN 978-3-89745-190-2.
Ulrich Schliewen: Aquarienfische von A bis Z. Gräfe und Unzer, München 2006, ISBN 3-7742-5694-2.
Diana Walstad: Das bepflanzte Aquarium. Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage. 3. Auflage. Tetra-Verlag, Berlin-Velten 2013. ISBN 978-3-89745-199-5.
Uwe Werner: Ausgefallene Aquarienpfleglinge. Landbuch, Hannover 1993, ISBN 3-7842-0495-3.

Lexika

Hans Frey: Das Aquarium von A bis Z. 1. Auflage. 1957. (14. Auflage. Melsungen/ Basel/ Wien 1976, ISBN 3-7888-0013-5)
Claus Schaefer, Torsten Schröer (Hrsg.): Das große Lexikon der Aquaristik. Eugen Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-7497-9.

Fachzeitschriften

DATZ – Die Aquarienzeitschrift. Natur und Tier, Münster. ISSN 0723-4066 (elektr. Ressource 2003 ff.)
Amazonas – Süßwasseraquaristik-Fachmagazin. Natur und Tier, Münster 1.2005,1ff. ISSN 1861-2202
Aquaristik-Fachmagazin. Tetra, Berlin. ISSN 1437-4854
Aquaristik – Aktuelle Süßwasserpraxis. Dähne, Ettlingen. ISSN 0947-6512
VDA-aktuell – Verbandszeitschrift des VDA. VDA, Sparneck, ISSN 1863-4648
Aqua Terra Austria – Magazin des Österreichischen Verbandes für Vivaristik und Ökologie

Weblinks

 Wiktionary: Aquarium – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Aquarium – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Aquarium – Quellen und Volltexte
Aquarium-Magazin (OAM) – kostenloses PDF-Aquaristik-Magazin
Ausführliche Erläuterungen zur Messung der Wasserwerte. In: scienceblogs.de
http://www.vda-online.de Verband deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde e. V.
http://www.aqua4you.de Aquaristik-Online-Magazin – Einführung in das Thema, inkl. Fischdatenbank
http://www.drta-archiv.de/ Archiv wichtiger Themen der deutschen Aquaristik-Newsgroup
/ Meerwasser-Lexikon – das Lexikon über Meerwassertiere
Aquarienpflanzen Datenbank bei www.flowgrow.de

Einzelnachweise

↑ Karl Ernst Georges: Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. 8., verbesserte und vermehrte Auflage, Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1913–1918. 1918, abgerufen am 6. November 2017. 

↑ a b Elena Nikulina, Ulrich Schmölcke: Fischhaltung im antiken Rom und ihr Ansehenswandel im Licht der politischen Situation. In: Schriften des naturwissenschaftlichen Vereins für Schleswig-Holstein. Band 70, Dezember 2008, S. 36–55 (uni-kiel.de [PDF; abgerufen am 10. November 2010]). 

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 72 f.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 100–105.

↑ Hanns-Jürgen Krause: Aquarientechnik, Handbuch. 4. Auflage. Verlag Bede, 1999, ISBN 3-927997-10-2.

↑ Martin Sander: Aquarientechnik in Süß- und Seewasser. Verlag Eugen Ulmer, 1998, ISBN 3-8001-7341-7.

↑ Claus Schaefer, Andreas Raschke: Taschenatlas Aquarientechnik. Technik, Einrichtung, Pflege. Verlag Eugen Ulmer, 2005, ISBN 3-8001-4675-4.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 72 f.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 73 f.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 75–77.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 14.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 14.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 61 und 75 f.

↑ Vordergrundpflanzen (Auswahl): Nadelsimse, Zwergspeerblatt, Zwergschwertpflanze, Bolivianische Schwertpflanze, Horizontale Schwertpflanze.

↑ Solitärpflanzen (Auswahl): Blehers Schwertpflanze, Herzblättrige Schwertpflanze, Grisebachs Schwertpflanze, Horizontale Schwertpflanze, Gewelltblättrige Schwertpflanze, Osiris-Schwertpflanze, Rispige Schwertpflanze.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 66.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 66–68.

↑ Aquarienpflanzen mit höheren Pflegeansprüchen (Auswahl): Amerikanischer Wassernabel, Nadelsimse, einige Wasserähren, Wasserkelche der Cryptocoryne-cordata-Gruppe, die Schwertpflanze Echinodorus gabrielii .mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}Rataj, das Pfeifenwurzgewächs Tonina fluviatilis Aubl., manche Nesaea-Arten (Weiderichgewächse mit geringer Nitrattoleranz), vor allem Nesaea pedicellata, die Binse Juncus repens Michx..

↑ Aquarienpflanzen mit geringeren Pflegeansprüchen (Auswahl): Kleines und Großes Fettblatt, Dichtblättrige Wasserpest, einige Wasserfreunde, einige Schwertpflanzen, Flutendes Pfeilkraut, Javafarn, Gewellte Wasserähre, Falscher Wasserfreund.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 76–84.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 75–78.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. Tetra-Verlag, Berlin-Velten 2009, ISBN 978-3-89745-190-2, S. 85 f.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 85.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 86.

Dokumentation Abenteuer: Diagnose 6 – Dicker Hals. In: youtube.com. Weltrettungsforum, 10. Mai 2015, abgerufen am 29. August 2016. 

↑ Christel Kasselmann: Aquarienpflanzen. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1999, S. 60.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 19–24.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 19 f.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 24 f.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 60–62.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 60–62 und 91.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 66 und 90.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 56–60 und 91.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 56 und 91 f.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 63–65.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 91 f.

↑ Hans-Georg Kramer: Pflanzenaquaristik á la Kramer. 2009, S. 62 f.

↑ Tierschutzgesetz.

↑ Für die Fische: Größtes Aquarium der Welt. In: Kleinezeitung.at, Printausgabe vom 7. Juni 2014, S. 8 f.

↑ Kevin Lynch: China’s Hengqin Ocean Kingdom confirmed as world’s largest aquarium as attraction sets five world records. In: guinnessworldrecords.com, 31. März 2014, abgerufen am 7. Juni 2014.

↑ European Aquarium and Terrarium Association

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Dämmstoff Geschichte Bauphysikalische Eigenschaften Aspekte bei der Dämmstoffwahl Gebräuchliche Dämmstoffe Wärmedämmstoffe im Vergleich Qualität Wärme- und Trittschalldämmung unter Estrich Industrieller Einsatz Normen Navigationsmenü aus Regensburg

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Absatz der wichtigsten Dämmstoffe in Deutschland in Mio m3 pro Jahr (1989–2011)
Nachbau einer bronzezeitlichen Hauswand
Steinwolle innerhalb einer Leichtbauwand in Kanada
Glasfaser
Expandiertes Polystyrol (EPS) unter dem Mikroskop
Celotex Thermax Schaumplatte mit Aluminium-Kaschierung
Schaumgummi als Dämmung im Schott in einem Schiff
Wand- und Rohrdämmung im Hochbau in Kanada

Ein Dämmstoff ist ein Baustoff, der vorzugsweise zur Wärme- und/oder Schalldämmung herangezogen wird. Wärmedämmstoffe sind Materialien mit geringer Wärmeleitfähigkeit und reduzieren Wärme- oder Kälteverluste. Schalldämmstoffe weisen eine geringe dynamische Steifigkeit auf und dienen der Reduzierung von Luft- oder Trittschall. Wärme- und Schalldämmstoffe werden in der Bauwirtschaft, im Anlagenbau, bei der Herstellung von Kühl- oder Gefrierschränken u. ä. eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte
2 Bauphysikalische Eigenschaften

2.1 Wärmeleitfähigkeit
2.2 Dynamische Steifigkeit
2.3 Rohdichte
2.4 Wasserdampfdiffusionswiderstand
2.5 Spezifische Wärmekapazität
2.6 Kapillarität

3 Aspekte bei der Dämmstoffwahl

3.1 Anwendungsgebiete nach DIN 4108-10
3.2 Produkteigenschaft nach DIN 4108-10
3.3 Zusammendrückbarkeit CP und dynamische Steifigkeit SD

4 Gebräuchliche Dämmstoffe
5 Wärmedämmstoffe im Vergleich
6 Qualität
7 Wärme- und Trittschalldämmung unter Estrich

7.1 Dämmplatten unter Estrich ohne Schallschutzanforderung (DEO)
7.2 Dämmplatten unter Estrich mit Schallschutzanforderung (DES)

8 Industrieller Einsatz
9 Normen
10 Siehe auch
11 Weblinks
12 Einzelnachweise

Geschichte

Die klimatischen Verhältnisse in den nördlichen und südlichen Breitengraden zwingen den Menschen seit jeher, sich mit dem Thema Wärmedämmung zu beschäftigen. Seit Jahrtausenden nutzt der Mensch das Prinzip der geringen Wärmeleitfähigkeit ruhender Luftschichten für den Wärmeschutz. Schon in der Bronzezeit wurden in waldreichen Gebieten schilf- oder strohgedeckte Blockhäuser gebaut, die einen guten Wärmeschutz hatten. Erstaunlich ist, dass sogar die Wände in der Bronzezeit schon zweischalig gebaut wurden. Mit zwei lehmbeworfenen Flechtwänden, deren Zwischenraum mit trockenem Gras gefüllt wurde, erreichte man hervorragende Dämmwerte, die erst mit der Wärmeschutzverordnung von 1995 wieder erreicht wurden. Bis in die heutigen baukonstruktiven Maßnahmen – wie zweischaliges Mauerwerk – wurde das Prinzip der ruhenden Luftschichten immer wieder aufgenommen.

Der Einsatz von Dämmstoffen kam Anfang des 20. Jahrhunderts in den Fokus durch Kühlhäuser, die mit der Entwicklung der Kältetechnik möglich wurden. Als erste Dämmstoffe nutzte man Kork, Glaswolle und Vulkanfiber. Der bauliche Wärmeschutz gewann an Bedeutung

durch die Möglichkeiten, Decken, Wände und die Gebäudehülle auf das statisch erforderliche Maß zu beschränken
durch die steigenden Anforderungen an Wohnkomfort bzw. Feuchteschutz.

Man verwendete vor allem Holzwolle, Kork, Flachsfaser, Baum- und Schafwolle, Leichtbaustoffe auf der Basis von Bims oder Schlacke (Metallurgie) und mineralische Fasern. Zu Beginn der 1940er Jahre wurden dann die ersten Kunst(harz)schäume industriell hergestellt.[1]
Heute werden Dämmstoffe für eine Vielzahl von Sanierungsmaßnahmen, von High-Tech-Materialien über bewährte Klassiker bis hin zu zahlreichen Naturdämmstoffen, eingesetzt. Jedes Material hat Stärken in bestimmten Anwendungsbereichen. Eine ausführliche Beratung im Baustoffhandel klärt, welcher Dämmstoff für die geplante Dämmung in Frage kommt.

Die 1937 eingeführte „DIN 4106 – Richtlinien für die Mauerdicken der Wohnungsbauten und statisch ähnlicher Bauten“ definierte erstmals die Grundlagen für die Anforderungen an Wanddicken nach Klimazonen. Die ersten Mindestanforderungen für den Wärmeschutz im Hochbau entstanden 1952 mit der „DIN 4108 – Richtlinien für den Wärmeschutz im Hochbau“. Weitere Impulse für die Entwicklung und den Einsatz von Dämmstoffen kamen als Folge der Ölkrise durch die 1. Wärmeschutzverordnung 1977. Mittlerweile gilt die Energie-Einspar-Verordnung (EnEV).[2]

Bauphysikalische Eigenschaften

Die wichtigsten bauphysikalischen Eigenschaften von Dämmstoffen sind:

Wärmeleitfähigkeit

Die Wärmeleitfähigkeit gibt den Wärmestrom an, der bei einer Temperaturdifferenz von 1 K durch einen Stoff mit der Schichtdicke von 1 m geht. Je geringer der Wert ist, desto besser ist die Dämmwirkung des Materials.
Ein schlechter Wärmeleiter ist Luft, welche deswegen Hauptbestandteil der meisten Dämmstoffe ist. Je mehr Lufteinschlüsse in einem Stoff enthalten sind und je kleiner diese sind, desto eingeschränkter ist die Bewegungsmöglichkeit der Luftmoleküle und desto besser ist die Dämmleistung des Materials.[3] Bei Wärmedämmstoffen im Bauwesen wird neben der Wärmeleitfähigkeit teilweise auch die Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG) angegeben.

Dynamische Steifigkeit

Die dynamische Steifigkeit kennzeichnet das Federungsvermögen eines Dämmstoffs. Die schalldämmende Wirkung ist umso besser, je geringer der Wert ist. Leichte Dämmstoffe mit einem hohen Luftanteil sind hierbei im Vorteil. Die dynamische Steifigkeit ist dickenabhängig: Je dicker der Dämmstoff, desto geringer die dynamische Steifigkeit.

Rohdichte

Die Rohdichte und der Dämm- bzw. Leitwert eines Dämmstoffs stehen in einem engen Zusammenhang, im Allgemeinen gilt:
Je geringer die Rohdichte des Dämmstoffs, desto höher ist sein Wärme-Dämmwert. In der Regel ist die Rohdichte für die Materialauswahl nicht relevant. Aus statischen Gründen kann diese aber im Einzelfall wichtig sein.[4] Für die Schalldämmung ist es oft umgekehrt; auch beim sommerlichen Wärmeschutz ist eine größere Rohdichte von Vorteil.

Wasserdampfdiffusionswiderstand

Der Wasserdampfdiffusionswiderstand gibt an, in welchem Maß der Dämmstoff von Wasserdampf durchdrungen werden kann. Dies ist (neben seiner Eigenschaft, Feuchte aufnehmen bzw. abweisen zu können) wichtig für den Einsatzort des Dämmstoffs. Dampfdichte Konstruktionen sind in Bereichen mit hohem Dampfdruck, also z. B. in Bädern und im Erdreich notwendig, während diffusionsoffene Dämmstoffe in der Nähe von organischen Materialien zu deren Schutz beitragen können. So kann bei diffusionsoffenen Dächern die eindringende Feuchte wieder abgegeben werden, während bei dampfdichten Dächern die Gefahr besteht, dass sich die Feuchte in der Holzkonstruktion anreichert und so langfristig zu deren Zerstörung beitragen kann.

Spezifische Wärmekapazität

Je höher die spezifische Wärmekapazität eines Dämmstoffs, desto besser eignet er sich, um beim Dachgeschoßausbau die Erhitzung der Innenräume durch die Sonneneinstrahlung im Sommer gering zu halten (sogenannter “sommerlicher Wärmeschutz”).
Ebenso verringern derartige Dämmstoffe die Verschmutzung von Fassaden mit WDVS durch Algenwachstum, da sie in der Nacht weniger stark auskühlen, so dass sich weniger Tauwasser bildet.[5]

Kapillarität

Besonders bei kritischen Anwendungsfällen, bei denen mit der Bildung von Tauwasser im Dämmstoff oder in angrenzenden Schichten zu rechnen ist, spielt die Kapillarität der Materialien eine herausragende Rolle, um den Transport der Feuchtigkeit zur Verdunstung an die Oberfläche der Bauteile sicherzustellen.

Viele Schadensfälle haben gezeigt, dass die Ausbildung einer dauerhaft funktionsfähigen Dampfsperre unter üblichen Baustellenbedingungen oft nicht zuverlässig möglich ist.
Bei der Ausführung einer Innendämmung ohne Dampfbremse ist von einer Tauwasserbildung im Wandaufbau sogar planmäßig auszugehen. Daher kommen hierfür nur Dämmstoffe infrage, die in der Lage sind, in flüssigem Zustand vorliegende Feuchtigkeit an die Wandoberfläche zu leiten.

Übliche Dämmstoffe aus Polystyrol (Styropor) und Mineralfaser eignen sich nicht, da diese keine aktiven Kapillaren besitzen.[6]

Bei Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen kann im Regelfall von einer ausreichenden Kapillarität ausgegangen werden, soweit kein allzu hoher Kunstharzanteil vorliegt, der den Kapillartransport behindert.

Auch wurden mineralische Dämmstoffe entwickelt, die sich für die Innendämmung eignen. Diese werden meist als Calciumsilikat-, Mineralschaum- oder mineralische Innen-Dämmplatte bezeichnet. Diese Dämmstoffe unterscheiden sich von Mineralfaser-Dämmstoffen dadurch, dass sie eine Porenstruktur besitzen.

Um eine durchgehende Kapillarität zu erreichen, ist darauf zu achten, dass im Wandaufbau keine kapillarbrechenden Schichten vorhanden sind. Es dürfen also keine Folien oder Materialien mit allzu hohen Kunstharzanteilen verwendet werden. Auch Luftschichten verhindern natürlich den Kapillartransport. Um bestehende Unebenheiten weitgehend hohlraumfrei auszugleichen, werden die Dämmstoffe mit der Wandfläche meist durch mineralische Kalk- oder Lehmmörtel verklebt.

Bei der Innendämmung von unebenen Wandoberflächen in historischen Gebäuden ist darauf zu achten, dass die Kapillarität nicht durch eingeschlossene Lufträume unterbrochen wird. Meist wird die Wandoberfläche zunächst durch einen Wandputz mit hoher Durchlässigkeit, wie etwa Luftkalkputz und insbesondere auch Lehmputz, geschlichtet. Alternativ können spezielle Holzfaserdämmplatten verwendet werden, die einseitig eine weiche Faserschicht besitzen und durch Verschraubung mit dem Untergrund hohlraumfrei an die Wandoberfläche angepresst werden können oder die Ausbildung von Hohlräumen, die mit schüttbaren Zellulose- oder Holzfaserflocken ausgefüllt werden.[7]

Kapillare Baustoffe haben generell den Vorteil, dass bei unplanmäßigem, lokalem Feuchtigkeitseintrag etwa durch Rohrbrüche, verstopfte Abflüsse oder Undichtigkeit der Dachhaut, die Flüssigkeit zügig in Wänden und Decken auf eine große Fläche verteilt wird, um schnell Abtrocknen zu können. Voraussetzung ist natürlich wieder, dass in den Bauteilen keine sperrenden Schichten wie Folien oder Kunststoffschäume enthalten sind. Auch Holzwerkstoffplatten leiten die Feuchtigkeit nur sehr langsam ab.[8]
[9]

Aspekte bei der Dämmstoffwahl

Verschiedene Dämmstoffe stehen im Wettbewerb zueinander, mit Merkmalen wie

Wärmedurchgang/ Wärmeleitfähigkeit
Dynamische Steifigkeit
Rohstoffe
Lieferform (lose oder gebundene Dämmstoffe)
Preis
Wärmespeicherkapazität
Wasseraufnahmefähigkeit
Wasserdampfdiffusionswiderstand
Rohdichte
Verfügbarkeit
Lebensdauer und Haltbarkeit (Spannungsrisse, Durchnässung, Verschimmelung usw.)
Umweltverträglichkeit:
Energieaufwand bzw. CO2-Emissionen bei der Herstellung und beim Transport von der Produktion bis zur Baustelle
Abgabe von Schadstoffen
Probleme bei der Entsorgung von Resten oder Abbruchmassen
Verhalten im Brandfall
Brennbarkeit
Emission von giftigen Stoffen im Brandfall
Entsorgung von Abbrand

Dämmstoffe werden zunächst technisch-wirtschaftlich und dann gegebenenfalls biologisch und ökologisch seit langem diskutiert. Die Baustoffindustrie gerät dabei oft in die Kritik, weil sie nach Meinung von Kritikern Argumente für eigene Zwecke nutzt, die das eigene Produkt unterstützen oder oft ignorieren, ablehnen oder in Frage stellen würde, wenn sie die Wettbewerbsposition schwächen.

So untersucht die Baubiologie den Einfluss von Dämmstoffen auf das Raumklima und die Wohngesundheit, bspw. die Lungengängigkeit von Faserpartikeln.

Die Bauökologie diskutiert die Energiebilanz oder die Ökobilanz von Dämmstoffen, also wie lange der Dämmstoff eingesetzt werden muss, um die Energie einzusparen, die bei seiner Herstellung aufgewendet werden musste.

Anwendungsgebiete nach DIN 4108-10

Naturdämmstoffblock aus Hanffasern
Zellulosedämmung
Kombination von Dämmstoffen (Polystyrol/Steinwolle)

Dach, Decke

DAD – Außendämmung von Dach oder Decke, witterungsgeschützt, unter Deckung
DAA – Außendämmung von Dach oder Decke, witterungsgeschützt, unter Abdichtung
DUK – Außendämmung eines Umkehrdaches, der Bewitterung ausgesetzt
DZ – Zwischensparrendämmung
DI – unterseitige Innendämmung der Decke oder des Daches, abgehängte Decke
DEO – Innendämmung unter Estrich ohne Schallschutzanforderungen
DES – Innendämmung unter Estrich mit Schallschutzanforderungen

Wand

WAB – Außendämmung der Wand hinter Bekleidung
WAA – Außendämmung der Wand hinter Abdichtung
WAP – Außendämmung der Wand unter Putz
WZ – Dämmung von zweischaligen Wänden
WH – Dämmung von Holzrahmen- und Holztafelbauweise
WI – Innendämmung der Wand
WTH – Dämmung zwischen Haustrennwänden
WTR – Dämmung von Raumtrennwänden

Perimeter

PW – Außenliegende Wärmedämmung (Perimeterdämmung) von Wänden gegen Erdreich (außerhalb Abdichtung)
PB – Außenliegende Wärmedämmung unter Bodenplatten gegen Erdreich (außerhalb Abdichtung)[10]

Produkteigenschaft nach DIN 4108-10

Druckbelastbarkeit

dk – keine Druckbelastbarkeit, z. B. Zwischensparrendämmung, Hohlraumdämmung
dg – geringe Druckbelastbarkeit, z. B. unter Estrich im Wohn- und Bürobereich
dm – mittlere Druckbelastbarkeit, z. B. unter Estrich, nicht genutzte Dachflächen mit Abdichtung
dh – hohe Druckbelastbarkeit, z. B. Terrassen, genutzte Dachflächen
ds – sehr hohe Druckbelastbarkeit, z. B. Industrieböden, Parkdeck
dx – extrem hohe Druckbelastbarkeit, z. B. hoch belastete Industrieböden, Parkdeck

Wasseraufnahme

wk – keine Anforderungen, z. B. Innendämmung
wf – keine Beeinträchtigung bei Wasseraufnahme durch flüssiges Wasser, z. B. Außendämmung Wand
wd – keine Beeinträchtigung bei Wasseraufnahme durch flüssiges Wasser und/oder Diffusion, z. B. Perimeterdämmung, Umkehrdach

Zugfestigkeit

zk – keine Anforderungen, z. B. Hohlraumdämmung
zg – geringe Zugfestigkeit, z. B. Außendämmung Wand hinter Bekleidung
zh – hohe Zugfestigkeit, z. B. Außendämmung Wand unter Putz

Schalltechnische Eigenschaften

sk – keine schalltechnischen Anforderungen
sh – hohe Zusammendrückbarkeit von z. B. 5 mm, z. B. Haustrennwand
sm – mittlere Zusammendrückbarkeit von z. B. 3 mm, z. B. Trittschalldämmung unter schwimmenden Estrich, Haustrennwand
sg – geringe Zusammendrückbarkeit von z. B. 2 mm, z. B. Trittschalldämmung unter schwimmenden Estrich, Haustrennwand

Verformung

tk – keine Anforderungen, z. B. Innendämmung zwischen aussteifenden Profilen
tf – Dimensionsstabilität unter Feuchte und Temperatur, z. B. Außendämmung der Wand unter Putz
tl – Dimensionsstabilität unter Last und Temperatur, z. B. Dach mit Abdichtung[10]

Zusammendrückbarkeit CP und dynamische Steifigkeit SD

Die EN 13162 sieht vier Stufen der Zusammendrückbarkeit von 2 bis 5 mm vor, die mit CP (für engl. compressibility) bezeichnet werden.

Die DIN 4108-10 ordnet der Stufe CP2 eine Nutzlast von 5 kPa, CP3 4 kPa, CP4 3 kPa und CP5 2 kPa zu. Es gelten jedoch die Angaben des Herstellers, falls diese hiervor abweichen.

Für Holzfaserdämmplatten (WF) mit Kurzzeichen sh un sg nennt die DIN 4108-10 allgemein eine dynamische Steifigkeit SD von 50 MN/m³.
Für Blähperlite (EPB) wird bei Kurzzeichen sm bzw. CP3 die Steifigkeit SD mit 30 MN/m³ sowie bei sg bzw. CP2 mit 50 MN/m³ angegeben.
Für expandiertes Polystyrol (EPS) wird bei Kurzzeichen sh bzw. CP5 sowie bei sm bzw. CP3 die Steifigkeit SD mit 30 MN/m³ und bei sg bzw. CP2 mit 50 MN/m³ angegeben.
Für Mineralwolle (MW) wird bei Kurzzeichen sh bzw. CP5 die Steifigkeit SD mit 25 MN/m³, bei sm bzw. CP3 mit 40 MN/m³ und bei sg bzw. CP2 mit 50 MN/m³ angegeben.[11]

Bei Nutzlasten (nach DIN 1055) über 5 kN/m² sind Dämmstoffe der Stufe CP2 zu verwenden, bei denen zusätzlich das Kriechverhalten geprüft wurde.
Die DIN 18560-2 trifft folgende Festlegungen:

unter schwimmenden Estrichen mit Verkehrslasten von 3 kN/m² Flächenlast bzw. 2 kN Einzellast sind Dämmstoffe mit einer Zusammendrückbarkeit von 3 mm zu verwenden,
bei Heizestrichen sowie bei Verwendung von Kunststein-, Naturstein- oder keramischen Belägen darf die Zusammendrückbarkeit der Dämmschicht 5 mm nicht überschreiten,
bei Gussasphaltestrich darf die Zusammendrückbarkeit der Dämmschicht höchstens 3 mm betragen,
auch bei mehrlagigen Dämmschichten muss die Zusammendrückbarkeit insgesamt innerhalb der genannten Werte liegen.

Bislang wurde in der DIN 18560 für Nutzlasten die Einheit kPa verwendet. Der numerische Zahlenwert entspricht den jetzt in der Einheit kN angegebenen Werten, so dass eine Umrechnung entfällt.[12]

Gebräuchliche Dämmstoffe

(International gebräuchliche Abkürzungen in Klammern)

geschäumte Kunststoffe, meist als Hartschaumplatten; PUR und PIR auch als Ortschaum
Polystyrol
expandiert (EPS) – Polystyrolkügelchen sind nach der Expansion meist noch erkennbar; umgangssprachlich bekannt als Styropor
extrudiert (XPS) – mit glatter, einheitlicher Oberfläche; oft hellblau oder rosa; mit Stufenfalz erhältlich
Polyurethan (PUR)
Polyisocyanurat (PIR)
Phenolharz (PF)
Polyethylen
geschäumte Elastomere auf Basis von Neopren-Kautschuk, EPDM oder ähnlichen gummiartigen Basismaterialien,
mineralische Fasern wie Mineralwolle (MW), Glaswolle oder Hochtemperaturwolle,
mineralische Schäume wie Bimsstein, Thermosit (nicht mehr auf dem Markt), Blähton, Blähglimmer, Blähperlite (EPB), Kalziumsilikat-Platten, geschäumtes Glas (siehe Schaumglas (CG), Blähglas) oder Aerogel-Platten und -Vliese,
pflanzliche Rohstoffe wie Holzfaser (WF), Holzwolle (WW; zement- oder magnesitgebunden, z. B. Heraklith), Kokosfaser, Hanffaser, Flachsfaser, Kapok, expandierter Kork (ICB), Rohrkolben, Schilfrohr(-Matten), See- oder Wiesengras,
tierische Fasern wie Schafwolle,
Recyclingmaterial wie Zellulose (aus Altpapier).

Je nach Materialeigenschaften sind diese Dämmstoffe als Platten – teilweise mit Nut und Feder oder Stufenfalz –, in gerollter Form, als Bahnen bzw. Matten, steif oder halbsteif, häufig auch als Vliesstoffe im Handel.

Lose Dämmstoffe werden als Schüttdämmstoffe lose aufgebracht, als Einblasdämmstoffe in bestehende oder eigens konstruierte Hohlräume eingebracht oder feucht auf senkrechte Wände oder an Decken aufgespritzt. Verwendet werden häufig organische Stoffe, wie Styroporkugeln, Zellulose- und Holzfaserflocken, Ceralith aus Roggen, Kork, Flachs- oder Hanfschäben und mineralische Materialien, wie Blähglas, Blähton, Perlite oder Steinwolleflocken.

Eine weitere Anwendungsform sind Dämmstoffe, die erst beim Aufbringen an der Baustelle aufgeschäumt werden, wie Polyurethanschaum (PU-Schaum). Dieser wird zum einen als Montageschaum zum Ausfüllen von Hohlräumen und Spalten verwendet – beispielsweise beim Einbau von Fenstern –, zum anderen auch als Wanddämmstoff in Gebäuden und Fahrzeugen aufgebracht.

Vakuumdämmplatten bestehen aus in Folie verpackten Dämmstoffen, die nach der Befüllung evakuiert werden. Dadurch lässt sich die Dicke bei gleichem Wärmewiderstand auf 10 bis 20 % reduzieren.

Wärmedämmstoffe im Vergleich

Dämmstoff

Rohdichte
[kg/m³]

Wärmeleit-
fähigkeit λR* [W/(m·K)]

Preis-
spektrum
[€/m²][13]

Schadstoff-
abgabe
bei Nutzung

Schadstoffabgabe
entlang Produktlebenslinie

Primär-
energie-
inhalt

Brandverhalten**
Baustoffklasse nach DIN 4102-1

Aerogelmatte10
150
0,015–0,017

nein
nein
gering
A1/A2 B oder E

Blähglasschüttung
270–1100
0,040–0,060

nein
nein
hoch
A1

Blähglimmerschüttung (Vermiculit)
70–150
0,070

nein
nein
mittel
A

Blähperlitschüttung
90
0,039–0,050[14]

nein
nein
mittel
A

Blähtonschüttung
300
0,160

nein
nein
mittel
A

Calciumsilikat-Platte
300
0,065

nein
nein
?
A1

Flachsfaser
?
0,040[15]
34,5015
nein
nein
gering
B2

Glasschaumgranulat
130–170
0,070–0,090

nein
?
?
A1

Hanffaserdämmplatte12
28–100
0,040
30,0015
nein
nein
gering
B2

Holzfaserdämmplatte
130–270
0,037–0,050
weich 29,5015
fest 41,00
nein
nein1
gering ?
B

Holzwolle-Leichtbauplatte
360
0,090

nein
nein
gering
B

Isocyanat-Spritzschaum13
6,57
0,037

?
?
?
E

Kokosfasermatte bzw. -platte
75–125
0,045

nein
nein
gering
B

Korkplatte und Granulat
120–200
0,045
Granulat 45,5015
nein3
nein3
gering
B

Magnesiumoxidzement-Ortschaum11
33
0,037

nein
nein
?
A1

Mineralschaumdämmplatte
350
0,045

nein
nein
mittel
A1

Mineralwolleplatte (Glas-, Steinwolle)
80
0,032–0,040
Glaswolle 16,5015
möglich2
ja12
mittel
A

Polyesterfaservlies
15–30
0,035–0,040

nein
?
?
B1

Polystyrolplatte
15–30
0,030
EPS 12,5015
ja4
ja4
hoch
B1

Polyurethanplatte
30
0,025

möglich5
ja5
hoch
B

Porenbeton
200–700
0,080–0,210

nein
nein
?
A1

Resolhartschaum9
>35
0,022–0,025

?
?
?
B1

Rohrkolbenplatte14
220–320
0,048–0,060

nein
nein
gering
B

Schafwollefilz
20–120
0,040

nein7
nein7
gering
B

Schaumglasplatte und Granulat
100–165
0,040–0,052

nein6
nein
mittel
A1

Schilfrohrplatte
190–225
0,060

nein
nein
gering
B

Strohplatte
500
0,110

nein
nein
gering
B

Strohballen8
100
0,045

nein
nein
gering
B2

Vakuumdämmplatte
180–210
0,003–0,008

nein
nein
gering ?
B2

Zellstoffdämmung
35–60
0,040

nein
nein
gering
B2

Zellstoffverbundelement (Wellpappe)
195
0,040

nein
nein
gering
B2

Zelluloseflocken (Recycling)
35–70
0,040
Schüttung 10,50
Einblas 17,5015
nein
nein1
sehr gering
B

Dämmstoff

Rohdichte
[kg/m³]

Wärmeleit-
fähigkeit λR* [W/(m·K)]

Preis-
spektrum
[€/m²][13]

Schadstoff-
abgabe
bei Nutzung

Schadstoffabgabe
entlang Produktlebenslinie

Primär-
energie-
inhalt

Brandverhalten**
Baustoffklasse nach DIN 4102-1

1 Ggf. Atemschutz bei der Verarbeitung zum Schutz gegen Faserfreisetzung erforderlich.
2 Fasern kritischer Geometrie und niedriger Biolöslichkeit können im Tierversuch krebserzeugend sein. Eine Freisetzung der Fasern ist möglich. Seit 1. Juni 2000 darf in der Bundesrepublik Deutschland Mineralwolle nur noch verkauft oder weitergegeben werden, wenn sie frei von Krebsverdacht ist.
3 Bei schlechten Qualitäten bzw. bei Verwendung von Chemikalien Emissionen möglich.
4 Aus Polystyrol kann aber auch unter Umständen monomeres unvernetztes Styrol aber auch das Treibmittel Pentan[16] ausgasen. Bei der Herstellung und im Brandfall Freisetzung giftiger Chemikalien.
5 Bei Gebrauch Abgabe von Reaktionsprodukten der Isocyanate nicht auszuschließen. Bei der Herstellung und im Brandfall Freisetzung giftiger Chemikalien.
6 Bei Verletzung der Poren Freisetzung von geringen Mengen Schwefelwasserstoff.
7 Pestizidrückstände möglich. Verwendung von Mottenschutzmitteln möglich.
8 Wärmedämmleitwert-Überprüfung: Zertifikat der MA39/Wien vom April 2000
9 Produktinformation Kooltherm K3 Fußboden-Dämmplatte
10 Produktinformation Spaceloft; Produktinformation Sto-Aevero Innendämmplatte
11 Produktinformation Air Krete, US-Patent 4731389
12 Produktinformation Thermo-Hanf Premium; Produktinformation Capatect Hanffaserdämmplatte
13 Produktinformation Icynen LD-C-50
14 Produktinformation typha platte
15 jeweils in entsprechender Stärke zum Erreichen eines U-Werts von 0,20 W/(m²·K)[17]
* Index R = nach Norm ermittelter Rechenwert
** Baustoffklasse nach DIN 4102-1: A1 = nicht brennbar; A2 = nicht brennbar mit brennbaren Anteilen; B1 = schwer entflammbar; B2 = normal entflammbar

Beim Vergleich der Kosten sollte beachtet werden, dass sich die Preise von vielen nachwachsenden Dämmstoffen noch verringern, da dieser Markt noch in der Entwicklung begriffen ist und das Angebot wächst.
Die in der Tabelle genannten Preise von 2013 werden von manchen Anbietern schon deutlich unterboten.

2016 kosten Mineralfaserdämmstoffe durchschnittlich 30 % und Holzfaserdämmstoffe 70 % mehr als solche aus Polystyrol (Styropor).[18] Die höheren Materialkosten relativieren sich deutlich, wenn man berücksichtigt, dass die Kosten für die Montage der Dämmung im Allgemeinen ein Mehrfaches der reinen Materialkosten betragen und dass Baukonstruktionen im Normalfall sehr langlebig sind.

Das Verhalten im Brandfall spielt insbesondere dann eine Rolle, wenn brennbare Dämmstoffe nicht durch feuerbeständige Bekleidungen vor Entzündung geschützt sind. So müssen oberhalb von Fassadenöffnungen besondere Vorkehrungen getroffen werden, um zu verhindern, dass bei einem Wohnungsbrand herausschlagende Flammen Polystyrol-Dämmplatten einer WDVS-Fassade entflammen. Auch sollte beispielsweise durch geschlossene Dachkästen verhindert werden, dass Dämmbahnen aus Holzfasern von einer Feuerwerksrakete entzündet werden.

Qualität

In Deutschland mussten Dämmstoffe früher entweder nach gültigen Normen (z. B. DIN) oder nach genehmigten Herstellervorschriften hergestellt werden. Dabei wurde die Einhaltung dieser Normen bzw. Vorschriften und die Materialqualität (z. B. Rohdichte) von der Bundesanstalt für Materialprüfung bzw. einer von ihr beauftragten Prüfstelle überwacht (Güteüberwachung). Dämmstoffe mussten daher auf Verpackung oder Material ein Prüfzeichen aufweisen (Ü-Zeichen).

Dies hat sich heute im Zuge der europäischen Harmonisierung und Deregulierung geändert.

Teilweise sind die Hersteller bei der alten Überwachung geblieben und nennen sie jetzt Gütesicherung; teilweise haben Herstellerverbände eigene Güte- oder Qualitätskriterien veröffentlicht. Deshalb sollte beim Kauf von Dämmmaterialien auf den Nachweis versprochener Eigenschaften geachtet werden.[19]

Wärme- und Trittschalldämmung unter Estrich

Verwendet werden Dämmstoffe mit der Kennzeichnung DEO „ohne Schallschutzanforderung“ und DES „mit Schallschutzanforderung“, alternativ auch Flachdachdämmplatten DAA oder Perimeterdämmungen PB.

Die DIN 4108-10 sieht zur Trittschalldämmung Dämmstoffe aus Mineralwolle (MW), expandiertem Polystyrol-Hartschaum (EPS), Blähperlite (EPB) und Holzfasern (WF) vor.

Bei der Angabe der Dicke von Polystyrol-Dämmstoffplatten wird von den Herstellern häufig das Maß der Zusammendrückbarkeit mit einem Bindestrich angehangen. In der Gruppe mit der Kurzbezeichnung sm sind beispielsweise die Dicken 15-2, 20-2 sowie 25-2 (bei 3 kPa Nutzlast) verfügbar.

Dämmplatten unter Estrich ohne Schallschutzanforderung (DEO)

Beispiel Kennzeichnung – EPS 035 DEO dh, CS(10)150 DLT(2)5[20] (frühere Bezeichnung: PS 20 SE, WLG 035 …)

Expandierte Polystyrol-Wärmedämmplatte (EPS) der Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG) 035 (Rechenwert λ = 0,035 W/(m·K) mit einer Druckspannung bei 10 % Stauchung von 150 kPa und einer Verformung bei definierter Druck- und Temperaturbeanspruchung (40 kPa, 70 °C) von 5 %.

Druckspannungen bei 10 % Stauchung bewegen sich meist im Bereich von 100 bis 200 kPa. Die früher verwendeten Kurzbezeichnungen für das Raumgewicht PS 20 und PS 30 entsprachen einer Druckspannung von 150 bzw. 200 kPa.[21]

Dämmplatten unter Estrich mit Schallschutzanforderung (DES)

Beispiel Kennzeichnung – EPS 035 DES sh, SD30 CP5[20] (frühere Bezeichnung: PS 20 SE, WLG 035 …)

Expandierte Polystyrol-Wärmedämmplatte (EPS) der Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG) 035 (Rechenwert λ = 0,035 W/(m·K) mit einer dynamischen Steifigkeit von 30 MN/m³ und einer Zusammendrückbarkeit von 5 mm.

Die dynamische Steifigkeit (üblich sind 9–70 MN/m³) ist entscheidend für die Bestimmung des Trittschallverbesserungmaßes des Fußbodenaufbaus. Je geringer die dynamische Steifigkeit der Dämmschicht, desto besser die Trittschalldämmung des schwimmenden Estrichs. Rechenwerte für Trittschalldämmstoffe aus Polystyrol und Mineralfasern werden im Beiblatt 1 der DIN 4109 genannt. Bei anderen Dämmstoffen ist das Trittschallverbesserungsmaß vom Produkthersteller durch eine Eignungsprüfung oder im Rahmen einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (abZ) zu ermitteln. Bei erhöhten Anforderungen (Schallschutzstufen (SSt) II und III der VDI 4100) sollten Dämmstoffe mit einer dynamischen Steifigkeit s‘ von 10 MN/m³ verwendet werden.

Industrieller Einsatz

Viele industrielle Prozesse laufen bei Temperaturen bis 1800 °C ab. Teil einer effizienten Steuerung dieser energieintensiven Prozesse ist eine Kombination von Feuerfestprodukten für den direkten Kontakt und von Dämmstoffen für die umhüllende thermische Kapselung. Neben traditionellen, feuerfesten Steinen und Massen (feuerfester Werkstoff), sind in den letzten Jahrzehnten eine Reihe von wärmedämmenden Produkten wie Feuerleichtsteine und Hochtemperaturwolle entwickelt worden.

Normen

DIN 4108-10 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 10: Anwendungsbezogene Anforderungen an Wärmedämmstoffe – Werkmäßig hergestellte Wärmedämmstoffe.
EN 13162 Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmäßig hergestellte Produkte aus Mineralwolle (MW) – Spezifikation.
EN 13163 Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmäßig hergestellte Produkte aus expandiertem Polystyrol (EPS) – Spezifikation.
EN 13164 Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmäßig hergestellte Produkte aus extrudiertem Polystyrolschaum (XPS) – Spezifikation.
EN 13165 Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmäßig hergestellte Produkte aus Polyurethan-Hartschaum (PU) – Spezifikation.
EN 13166 Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmäßig hergestellte Produkte aus Phenolharzschaum (PF) – Spezifikation.
EN 13167 Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmäßig hergestellte Produkte aus Schaumglas (CG) – Spezifikation.
EN 13168 Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmäßig hergestellte Produkte aus Holzwolle (WW) – Spezifikation.
EN 13169 Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmäßig hergestellte Produkte aus Blähperlit (EPB) – Spezifikation.
EN 13170 Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmäßig hergestellte Produkte aus expandiertem Kork (ICB) – Spezifikation.
EN 13171 Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmäßig hergestellte Produkte aus Holzfasern (WF) – Spezifikation.
ÖNORM B 6000 Werkmäßig hergestellte Dämmstoffe für den Wärme- und/oder Schallschutz im Hochbau – Produktarten, Leistungsanforderungen und Verwendungsbestimmungen.
ÖNORM B 6001 An der Verwendungsstelle hergestellte Dämmstoffe für den Wärme- und/oder Schallschutz im Hochbau – Produktarten, Leistungsanforderungen und Verwendungsbestimmungen.

Siehe auch

Wärmedämmung
Wärmedämmverbundsystem

Weblinks

 Commons: Dämmstoffe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Der Wärmeleitfähigkeitskoeffizient λ, ChemgaPedia
Broschüre Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und Fachagentur nachwachsende Rohstoffe e. V., pdf-Datei, abgerufen im Februar 2016
Leitfaden ökologischer Dämmstoffe (PDF; 863 kB), NABU
Broschüre Dämmstoffe im Überblick, sanier.de
U-Wert berechnen
Broschüre Ausbauen und Gestalten mit nachwachsenden Rohstoffen, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und Fachagentur nachwachsende Rohstoffe e. V., PDF-Datei, 2016

Einzelnachweise

↑ Michael Stahr, Jürgen Weber, Friedhelm Hensen, Hilmar Kolbmüller, Uwe Wild: Bausanierung. Hrsg.: Michael Stahr. Vieweg+Teubner Verlag, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-8348-8144-1, S. 629 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 3. Januar 2017]). 

↑ baunetzwissen.de (Memento des Originals vom 7. November 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.baunetzwissen.de

↑ A. Drewer, H. Paschko, K. Paschko, M. Patschke: Wärmedämmstoffe: Kompass zur Auswahl und Anwendung. Verlagsgesellschaft Müller, 2013, ISBN 978-3-481-03094-0, S. 120, 136.

↑ A. Drewer, H. Paschko, K. Paschko, M. Patschke: Wärmedämmstoffe: Kompass zur Auswahl und Anwendung. Verlagsgesellschaft Müller, 2013, ISBN 978-3-481-03094-0, S. 120.


Broschüre Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, Umweltzentrum Tübingen, nicht datiert; abgerufen im September 2016

↑ An Trittschalldämmplatten aus Mineralfasern kann beispielsweise beobachtet werden, dass aufgespritztes Wasser über einen längeren Zeitraum als feuchter Fleck zu erkennen ist, ohne dass sich die Feuchtigkeit im Material verteilt oder verdunstet.

↑ Artikel Fachwerkwände mit Innendämmung auf Heiz-Tipp.de; abgerufen im September 2016

↑ E. U. Köhnke, ö.b.u.v. Sachverständiger für den Holzhausbau: Schuld ist immer der andere – Wie kommt Feuchtigkeit in eine Geschosstrenndecke? In: Die neue Quadriga 4/2012, S. 44 ff

↑ Matthias G. Bumann: Sorption – Eine Betrachtung zum Thema „Feuchte im Bauteil Außenwand“ (PDF; 965 kB). Diese Abhandlung ist kritisch zu lesen. Nicht alle Aussagen scheinen schlüssig belegt zu sein.

↑ a b
Skript Einteilung und Eigenschaften von Dämmstoffen, Waermedaemstoffe.com; abgerufen im September 2016

↑ Egbert Müller, Dämmschichten unter Estrichen (Wärme- und Schallschutz), Technische Informationen des Bundesverbands Estrich und Belag e.V., Januar 2011; abgerufen im Oktober 2016

↑ Mineralwolle-Dämmstoffe – Technische Info Nr. 2 / 2004 für Architekten, Planer und Bauherrn, Quo Vadis Fußboden e.V.; abgerufen im Oktober 2016

↑ a b
Preisgruppen auf der Seite U-Wert.net; abgerufen im September 2016

http://aerodaemmtechnik.eu/produkte/aero-ball/. Abgerufen am 24. April 2018. 


Tabelle Vergleich der wichtigsten Dämmstoffe auf Waermedaemmstoffe.com, abgerufen im September 2016

↑ Pentan in expandiertem Styrol XPS, biomess Ingenieurbüro, abgerufen am 31. Dezember 2017


Preisvergleich in der Broschüre Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen@1@2Vorlage:Toter Link/mediathek.fnr.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Stand 2013, abgerufen im September 2016

↑ Angaben in der Radiosendung „Marktplatz – Wärmedämmung, Klima und Geldbeutel schonen“ vom Deutschlandfunk am 19. Mai 2016

↑ Label-Suche. Die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. (Bundesverband). Abgerufen am 16. März 2019.

↑ a b Broschüre ISOVER EPS – Normung und Kennzeichnung für Dämmstoffe aus EPS-Hartschaum (Memento des Originals vom 19. März 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.isover.de, Saint-Gobain Rigips GmbH; abgerufen im Oktober 2016

↑ EPS-Dämmstoffe – Technische Info Nr. 1 / 2003 für Architekten, Planer und Bauherrn, Quo Vadis Fußboden e.V.; abgerufen im Oktober 2016

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Automate (Beiname), eine Epiklese der Göttin Aphrodite in Ephesos
Automate (Gattung), eine Gattung der Knallkrebse
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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Orgelbau Arbeitsbild Ausbildung und Situation des Berufs Navigationsmenü aus Wuppertal

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Entwurf eines Prospektes von Johann Georg Dirr

Der Orgelbauer befasst sich mit dem Entwurf, der Konstruktion, der Herstellung und der Klanggestaltung von Orgeln. Zusätzlich besteht seine Aufgabe darin, bestehende Orgeln zu pflegen, zu reparieren, zu renovieren, zu restaurieren und zu rekonstruieren. Neben dem eigentlichen Orgelbau ist die Orgelpflege, Stimmung und Intonation das Hauptbetätigungsfeld des Orgelbauers.

Der Orgelbau wurde, gemeinsam mit der Orgelmusik, 2014 als eine von 27 Kulturformen und Handwerkstechniken in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland[1] sowie im Dezember 2017 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.[2][3]

Inhaltsverzeichnis

1 Arbeitsbild
2 Ausbildung und Situation des Berufs
3 Siehe auch
4 Literatur
5 Weblinks
6 Einzelnachweise

Arbeitsbild

Orgelbauer beim Vorintonieren (1966)

Für den Bau einer Orgel erhält der Orgelbauer oftmals Vorgaben vom Auftraggeber (meist Kirchgemeinden, Organisten und Orgelsachverständige) oder entwickelt eigene Lösungen und Vorschläge. Diese enthalten vor allem die Disposition. Für räumliche, technische und klangliche Gegebenheiten muss der Orgelbauer Lösungen finden, die den finanziellen und musikalischen Vorgaben entsprechen. Danach muss er die Orgel bis in jedes Detail konstruieren. Dazu sind einige theoretische Voraussetzungen nötig, die speziell für den Orgelbau erworben werden müssen, darunter die Mensurierung von Orgelpfeifen. Neben dem Wissen über die verschiedenen Materialien (Hölzer, Metalle, Filze, Leder u. a.) müssen aber auch Kenntnisse im Bereich der Statik, Aerodynamik, Mechanik und Elektronik vorhanden sein.

Die praktischen Fähigkeiten, die der Orgelbauer nun benötigt, schließen den Bau des Pfeifenwerks, aller Bestandteile der technischen Anlage und des Gehäuses einer Orgel mit ein. Nicht jeder Orgelbauer muss dabei in jedem Arbeitsbereich ein Spezialist sein. In einer Orgelbauwerkstatt arbeiten meist für jeden Bereich andere Orgelbauer. Mit manchen Arbeiten werden auch regelmäßig externe Firmen oder Orgelbauer beauftragt, zum Beispiel dem Metallguss, dem Pfeifenbau oder mit Sonderanfertigungen selten benötigter Teile.

Nach der Anfertigung aller Bestandteile der Baugruppen einer Orgel und der Vorintonation des Pfeifenwerks erfolgt meist ein Teil- oder Gesamtaufbau der Orgel in der Werkstatt. Anschließend wird das Instrument wieder zerlegt, die Bestandteile werden zum Bestimmungsort transportiert. Dort wird die Orgel endgültig aufgebaut. Abschließend werden die Pfeifen intoniert und gestimmt.

Regelmäßige Wartungsarbeiten vor Ort umfassen die Stimmung des Pfeifenwerks und die Regulierung der Traktur. Auch muss der Orgelbauer kleinere und größere Reparaturen durchführen, die auf Grund von Verschleiß, unvorhergesehenen Einwirkungen oder unsachgerechter Behandlung (hier ist vor allem das falsche Raumklima zu nennen) notwendig sind.

Bei einer Revison einer Orgel wird das Pfeifenwerk ausgebaut, alle Baugruppen einer Orgel werden gründlich gereinigt und wenn nötig instand gesetzt. Im Zuge einer Überholung werden ggf. auch kleinere Umbauten, Veränderungen oder Erweiterungen an einzelnen Baugruppen mit vorgenommen.

Bei einer Orgelrestaurierung wird eine Orgel in einen vorherigen bzw. ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Dabei müssen die einzelnen Teile des Instrumentes in Material und Ausführung möglichst schonend restauriert oder originalgetreu rekonstruiert werden.

Spieltischbau. Aufnahme aus dem Jahr 1966

Ausbildung und Situation des Berufs

Mit dem Begriff Orgelbauer bzw. Orgelbaumeister wird ein Handwerksberuf in der Musikinstrumentenherstellung bezeichnet. In Deutschland trägt er die vollständige Bezeichnung Orgel- und Harmoniumbauer, in der Schweiz Musikinstrumentenbauer EFZ mit Fachrichtung Orgelbau. Die Ausbildung eines Orgelbauers erfolgt in Deutschland einerseits in einer Orgelbauwerkstätte und andererseits an der Bundesfachschule für Instrumentenbau in Ludwigsburg. Dort werden auch regelmäßig Kurse für angehende Meister angeboten, die ihre Prüfung vor der Handwerkskammer Stuttgart ablegen.

1990 gab es im gesamten deutschen Orgelbau noch ca. 300 Orgelbauwerkstätten mit rund 2500 Beschäftigten. Im Jahr 2018 sind es durch viele Ein-Mann-Betriebe zwar ca. 400 Orgelbaubetriebe, jedoch nur noch 1800 Mitarbeiter. Es gibt etwa 50 Firmen mit 10–60 Mitarbeitern und etwa 60 Firmen mit 5–9 Mitarbeitern, alle anderen haben nur 1–4 Mitarbeiter. Zu erwarten ist, dass sich die Anzahl der Beschäftigten im Orgelbau auf Grund der sich verschlechternden finanziellen Situation der katholischen und evangelischen Kirchen erheblich verringern wird.[4][5]

Siehe auch

Erklärungen für Fachbegriffe rund um die Orgel siehe Orgel-Glossar
Liste von Orgelbauern
Bund Deutscher Orgelbaumeister
International Society of Organbuilders

Literatur

Wolfgang Adelung: Einführung in den Orgelbau. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 1991, ISBN 3-7651-0279-2
Hans Klotz: Das Buch von der Orgel. Bärenreiter Verlag, 2012 (14. Auflage), ISBN 3-7618-0826-7
Johann Gottlob Töpfer: Lehrbuch der Orgelbaukunst. Weimar 1855 (Digitalisat 1. Teil, 2. Teil, Atlas) (Digitalisat SLUB – Text) (Digitalisat SLUB – Atlas)

Weblinks

 Commons: Orgelbauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Orgelbauer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Text der Orgelbauerausbildungsverordnung vom 11. Februar 2019 (BGBl. I S. 92)
Orgel- und Harmoniumbauer/in – Orgelbau. Informationen zum Beruf. Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 26. Dezember 2012. 
Wissenswertes. Zum Beruf von Orgelbauer und Zinnpfeifenmacher. Gesellschaft Schweizerischer Orgelbaufirmen, abgerufen am 26. Dezember 2012 (Berufsinformationen am Seitenende). 
„Eine Orgel wird gebaut“, Beitrag aus der Sendung mit der Maus (Video)
Wissen macht Ah! Reportageauftag für Ralph: Pfeifenbau. KI.KA von ARD und ZDF, abgerufen am 26. Dezember 2012 (Video). 

Einzelnachweise

27 Kulturformen ins deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Pressemitteilung. Kultusministerkonferenz, 12. Dezember 2014, archiviert vom Original am 7. Juli 2015; abgerufen am 12. Dezember 2014. 

Deutscher Orgelbau ist Unesco-Kulturerbe. Spiegel Online, 7. Dezember 2017, abgerufen am selben Tage.

Organ craftsmanship and music. Information hierzu auf der Website der UNESCO, abgerufen am 7. Dezember 2017. (englisch)

↑ Martin Kares: Die Situation des Orgelbaus in Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts. In: Die Orgel zwischen Gestern und Morgen. Walcker-Stiftung für orgelwissenschaftliche Forschung, 2011, S. 14–15, abgerufen am 1. Oktober 2012 (PDF; 1,5 MB, Bericht über das zehnte Colloquium der Walcker-Stiftung für orgelwissenschaftliche Forschung 23.–25. September 2003 in Siegen). 

↑ Roland Eberlein: Orgelneubauten sind selten geworden. In: Blog Orgelwelt aktuell. Walcker-Stiftung für orgelwissenschaftliche Forschung, 16. Januar 2014, abgerufen am 25. Dezember 2014 (PDF). 

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4043847-8 (AKS)

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Kategorien: OrgelbauerOrgelbauImmaterielles Kulturerbe (Deutschland)Repräsentatives immaterielles Kulturerbe

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Elektro Anmerkungen zum Begriff Genres Weitere Stilrichtungen und Dachbezeichnungen Navigationsmenü aus Hannover

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Elektro ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum Roboter siehe Elektro (Roboter).

Im Bereich elektronische Musik gehören die deutschen Vertreter Kraftwerk, Tangerine Dream, Karlheinz Stockhausen und Klaus Schulze zu den weltweiten Pionieren.

Der Begriff Electro (auch: Elektro oder Elektromusik) bezeichnet verschiedene Musikstile, deren gemeinsames Hauptmerkmal die Umsetzung von Kompositionen auf überwiegend rein elektronischer Basis ist und die primär Elektronische Tanzmusik der Popularkultur umfassen.

Inhaltsverzeichnis

1 Anmerkungen zum Begriff

1.1 Geschichte

2 Genres
3 Weitere Stilrichtungen und Dachbezeichnungen

Anmerkungen zum Begriff

Die Bezeichnung Electro bzw. Elektro hat sich bei den meisten einschlägigen Stilrichtungen unabhängig voneinander durchgesetzt, um sich von traditionell instrumentierten Musikgenres abzugrenzen und das hierbei dominierende Element der elektronischen Klangerzeugung (Einsatz von Synthesizern und Drumcomputern) zu betonen. Der gemeinsame Nenner einiger dieser Electro-Stile liegt sehr oft darin, dass sich die hiermit verbundenen Projekte von der Musik der deutschen Band Kraftwerk inspiriert fühlten.

Die Schreibvarianten Electro und Elektro (mit c oder k) können differenzieren zwischen Electro – meist in Zusammenhang mit den Musikstilen Electro Funk und Electro – und Elektro – hauptsächlich als Dachbegriff für Stile, die im Post-Industrial- und EBM-Umfeld entstanden sind. Gelegentlich bezieht sich Elektro auch auf den Electro Pop oder auf Lounge-Musik. Es gibt also keine dogmatische Handhabung der Electro-Begriffe. Umgangssprachlich wird mit den Bezeichnungen Electro und Elektro hin und wieder auch Techno– oder House-Musik verbunden, auch wenn dies terminologisch nicht korrekt ist, da Techno wie House zwar mit dem Electro-Genre verwandt, inzwischen aber eigene Musik-Genres sind und keine Unterkategorien mehr darstellen.

Geschichte

Kraftwerk verbanden als einige der ersten Künstler Tanzbarkeit mit elektronischen Sounds und waren hierdurch in der ersten Hälfte der 1970er Jahre Trendsetter ihrer Zeit und unzähligen Künstlern musikalisches Vorbild. In den frühen 1980er Jahren entstand durch den Einfluss des Kraftwerk-Albums Trans Europa Express in den USA der Electro Funk. Ein halbes Jahrzehnt später setzte, inspiriert durch das Kraftwerk-Album Electric Café / Technopop die Entwicklung des Electro Pop ein. Dieser nahm hauptsächlich in Europa seinen Ausgangspunkt und führte insbesondere die melodische Seite der elektronischen Musik weiter. In dieser Zeit entstand der Begriff „Electro“, durch den sich der damals „neue“ Musikstil von der traditionellen elektronischen Musik abgrenzen konnte.
In den britischen TV-Dokumentationen Kraftwerk und die elektronische Revolution (in Deutschland im Originalton auch auf DVD erschienen) und The Krautrock Divide wird die Entwicklung hin zu Electro bzw. zur Elektromusik nachvollziehbar beschrieben. Auch im Rahmen der Radiosendung Sounds vom Synthesizer gibt es eine Hörfunkdokumentation, die auf das Musikgenre eingeht.

Genres

Stile und Oberbegriffe mit der Bezeichnung Electro:

Electro (Musikstil), eine in den 1980er Jahren unter Einsatz von Sound- und Rhythmusschemata der Musik von Kraftwerk entstandene Form der elektronischen Tanzmusik (Künstler sind hierbei z. B. Anthony Rother, I-F).
Electro (Sammelbezeichnung), ein Dachbegriff für Stilformen, die ab dem Ende der 1980er Jahre im EBM- und Post-Industrial-Umfeld entstanden sind.

Stile mit der Bezeichnung Electro (gel. auch Elektro) als Kurzwort:

Electro Funk, eine von Synthesizern und Vocodern geprägte Variante der Funk-Musik, partiell unter Einfluss der Hip-Hop-Kultur.
Electroclash, eine Kreuzung zwischen Punk-Ästhetik und Electro Pop bzw. Minimal Electro der frühen 1980er Jahre.
Electro Pop, ein Ende der 1970er Jahre entstandener Stil der Popmusik.
Electro Punk, eine verschwommene Bezeichnung für:
eine frühe Punk-beeinflusste Form des Minimal Electro (z. B. DAF, DIN A Testbild)
eine Variante des Hardcore Techno (Techno-Punk) unter Einfluss von Japanoise (z. B. Atari Teenage Riot)
einen Teilstil bzw. eine Zweitbezeichnung des Electroclash (u. a. Peaches)

Weitere Stilrichtungen und Dachbezeichnungen

Dark Electro
Electro House

Electro Wave
Electro-Industrial

Electronic Body Music
Electronica

Hardcore Electro
Minimal Electro

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Kategorie: Stil der elektronischen Musik

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Treppenbau Wortgebrauch Funktionen Geschichte Begriffe im Treppenbau Typologie Tragsysteme Normen und Vorschriften Sonstiges Film Navigationsmenü aus Fürth

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Dieser Artikel behandelt den aus Stufen bestehenden Auf- oder Abgang. Zum Roman des Autors Thomas Wiedling aus dem Jahr 2006 siehe Die Treppe.

historische Treppe aus Naturstein

Eine Treppe (süddt. und österr. Stiege) ist ein aus Stufen gebildeter Auf- oder Abgang, der es ermöglicht, Höhenunterschiede bequem und trittsicher zu überwinden. Eine Treppe besteht aus mindestens drei aufeinander folgenden Stufen.[1] Häufig sind auch Kombinationen aus Treppenläufen und Treppenabsätzen sowie, für die sichere Benutzung, Geländer als Absturzsicherung und ein Handlauf zum Festhalten.

Inhaltsverzeichnis

1 Wortgebrauch
2 Funktionen
3 Geschichte

3.1 Urzeit
3.2 Frühe Hochkulturen
3.3 Bronzezeit
3.4 Antike
3.5 Mittelalter
3.6 Neuzeit
3.7 Moderne
3.8 Barrierefreiheit
3.9 Die Treppe in der Kunst

4 Begriffe im Treppenbau
5 Typologie

5.1 Treppen nach Lage und Funktion

5.1.1 Außenraum
5.1.2 Innenraum
5.1.3 Spezielle Treppen

5.2 Treppen nach Form

5.2.1 Übersicht
5.2.2 Gradläufige Treppen
5.2.3 Gewendelte Treppen
5.2.4 Bildergalerie

5.3 Treppen nach Material

5.3.1 Mauerwerk
5.3.2 Stahlbeton
5.3.3 Holz
5.3.4 Gusseisen
5.3.5 Stahl
5.3.6 Glas
5.3.7 Bildergalerie

5.4 Treppen nach Konstruktion

5.4.1 Freitragende Treppen
5.4.2 Balkentreppen
5.4.3 Wangentreppen
5.4.4 Andere Konstruktionsarten
5.4.5 Bildergalerie

6 Tragsysteme
7 Normen und Vorschriften

7.1 DIN 18065

7.1.1 Baurechtlich notwendige Treppen

7.2 ASR A2.3
7.3 BGI/GUV-I 561 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)
7.4 Beleuchtungsstärke

8 Sonstiges
9 Literatur
10 Film
11 Siehe auch
12 Weblinks
13 Einzelnachweise

Wortgebrauch

In Süddeutschland und Österreich wird im Allgemeinen der Ausdruck Stiege für die Treppe verwendet. Als Treppe wird zumeist nur ein schmaler Holzaufstieg, aber auch eine Wendeltreppe bezeichnet. Andere umgangssprachliche Bezeichnungen von Treppen sind regional auch Steige oder Tritt, im südwestdeutschen, insbesondere alemannischen Sprachraum Staffel. In der Seeschifffahrt spricht man in diesem Zusammenhang auch von Niedergang, der, vom Deck aus gesehen, die tiefer gelegenen Räume im Rumpf des Schiffes erschließt. Die Wissenschaft, die sich mit der Erforschung der Treppen befasst, heißt Scalalogie (lat. scala: Treppe, Stufe).

Funktionen

Treppe als Aufenthaltsort

Treppen und Treppenanlagen sind ein fester und wichtiger Bestandteil der Formensprache der Architektur weltweit.
Die Funktion der Treppe ist nicht nur die des lotrechten Erschließungsbauteils, sie stellt auch ein wichtiges Gestaltungselement dar.

Außentreppen werden oft als Würdemotiv vor repräsentativen Gebäuden eingesetzt. Sie erhöhen das Gebäude, stellen es auf einen Sockel. Der Besucher wird beim Hinaufgehen erniedrigt, er steht niedriger als die Person, die am Ende der Treppe auf ihn wartet. Große Außentreppen sind als Aufenthaltsort beliebt, besonders bei Touristen (z. B. Basilique du Sacré-Cœur in Paris, Spanische Treppe in Rom).

Innentreppen weiten den Raum in die Vertikale und können so zu einem besonderen Blickfang werden. Sie sind wettergeschützt und oftmals aufwändiger gestaltet. In der Vergangenheit wurden Holzschnitzereien, Ornamente, Figurinen, verzierte Balustraden und Teppiche ergänzt, heute sind Treppen Objekte, die durch ihre Form, Materialität und Konstruktion auffallen. Besondere Innentreppen dienen dem Bauherren oder Besitzer auch als Statussymbol.

Geschichte

Urzeit

Einfache Treppe als Zugang eines Heiligen Hauses in Osttimor

Die Idee, durch Stufen Höhenunterschiede zu überwinden, kann auch bei Primaten beobachtet werden. An fast allen längerfristigen Siedlungsplätzen mit unterschiedlichen Höhenlagen können Treppen nachgewiesen werden. Funde von Baumstämmen mit stufenartigen Einkerbungen aus dem Neolithikum lassen auf eine Verwendung als Treppe schließen.

Frühe Hochkulturen

Zikkurat von Ur

Der früheste gestalterische Einsatz von Treppen ist in Göbekli Tepe 10.000 Jahre v. Chr. nachweisbar und findet einen ersten belegten Höhepunkt in der Anlage von Zikkurats in Mesopotamien 6.000 Jahre v. Chr. Neben der reinen Erschließungsfunktion hat die Treppe hier jene Symbolkraft (Übergang von einer Ebene zur anderen; Aufstieg; Zugang zum Transzendenten; Verbindung zwischen Himmel und Erde; Prozessionsweg), die fortan bei fast allen sakralen oder repräsentativen Bauten zum Tragen kommt.

Bronzezeit

Bronzezeitliche Stiege aus den Hallstätter Salzbergwerken
(etwa 1344 und 1343 v. Chr.)

Wohl die älteste erhaltene Holztreppe Europas datiert in die Bronzezeit.[2] Sie stammt aus dem prähistorischen Salzbergwerk von Hallstatt und ist komplett erhalten. Die Stiege wurde dendrochronologisch untersucht und konnte auf die Jahre 1344 und 1343 v. Chr. datiert werden. Die Treppenbreite von über 1 m erlaubte ein gleichzeitiges Benutzen in beiden Richtungen bzw. das Nebeneinandergehen von mehreren Menschen, wie es beim Tragen sehr schwerer Lasten erforderlich gewesen sein könnte. Die Stiege besteht prinzipiell aus drei Elementen: den beiden seitlichen Holmen, den Auftrittbrettern und den Distanzbrettern, die über und unter jedem Auftrittbrett in die seitlichen Holme eingelassen sind. Die beiden seitlichen Holme bilden die Wangen der Treppe. Sie bestehen aus Baumstämmen von 20 bis 35 cm Durchmesser. In diese ist je eine 6 cm breite und 8 cm tiefe Längsnut eingearbeitet. Die Auftrittbretter sind lediglich mit einem viereckigen Zapfen in den Wangen zu beiden Seiten in die Nut geschoben.

Die Treppe war durch diese Konstruktionsweise einfach zu bauen, zu transportieren und zu reparieren. Sie gehört zu jenen Spezialentwicklungen des bronzezeitlichen Bergbaus, die in dieser Form nur in Hallstatt belegt sind. Da der Bergdruck die erhaltene Stiege im Christian von Tuschwerk zu beschädigen drohte, war es notwendig, sie an ihrem Fundplatz abzubauen und umzusiedeln. Die Stiege wurde vor dem Abbau umfassend am Fundort dokumentiert. Dann wurde sie in über 60 Einzelteile zerlegt, wobei aufgrund der Enge des Bergwerks und der umgebenden Fundschichten die Stiegenwangen zersägt werden mussten. Die Teile wurden ins Naturhistorische Museum nach Wien gebracht, wo eine umfassende technische Aufnahme durchgeführt wurde. Darüber hinaus wurde sie unter anderem erneut dendrochronologisch untersucht und es wurde eine Computertomographie durchgeführt[3].
Da die Stiege für ihre Erhaltung sehr spezielle klimatische Bedingungen benötigt, wie sie im Hallstätter Salzberg herrschen, und sie zudem der Öffentlichkeit zugänglich sein sollte, wurde sie im Besucherbergwerk der Salzwelten Hallstatt neu aufgestellt. In einem eigens dafür angelegten Schauraum ist sie dort seit Frühjahr 2015 Teil der regulären Führungen. Zuvor war sie ausschließlich im Rahmen von Sonderführungen zu sehen.

Antike

Die Treppe als Würdemotiv: Beispiel Tempel Maison Carrée in Nimes

Auch in der Antike wurden Treppen in der sakralen und repräsentativen Architektur als Würdemotiv eingesetzt. Griechische und römische Tempel stehen in der Regel auf mehrstufigen Sockeln. Die Akropolis in Athen erstieg man über eine Abfolge von Treppen.

Hauptsächlich unter funktionellen Gesichtspunkten entstanden die imposanten, treppenförmig angelegten Sitzreihen der Theater der griechischen Antike wie zum Beispiel in Delphi, Ephesus, Epidauros und Athen wie auch der Theater der römischen Antike. Die Doppelfunktion des Auf- und Abweges und des Sitzens findet sich zudem noch bei den Stadien.

Mittelalter

Turmtreppe bei Caernarfon Castle, Wales (c1300)

Seit dem Mittelalter baute man zunehmend mehrgeschossig, wodurch der Treppe eine immer größere Bedeutung zukam. Das betraf besonders Bürger- und Handelshäuser, die im Spätmittelalter sogar mehrgeschossige Dachstühle als Lagerräume hatten.

Neuzeit

Im Barock wurden Treppen und Treppenhäuser in Schlössern äußerst prunkvoll ausgestattet und dienten zu Repräsentationszwecken. Beispiel: Treppenhaus von Balthasar Neumann in der Residenz in Würzburg.

Dabei lassen sich bisweilen auch bautechnische Kuriositäten finden, zum Beispiel im Schloss Hartenfels in Torgau ist die außen angebrachte Wendeltreppe, der sogenannte Wendelstein, der einzige Zugang zu dem nächsten Geschoss für die gesamte Schlossanlage. Ähnlich exponiert ist der Wendelstein auf der Albrechtsburg in Meißen. Dort ist er allerdings nicht der einzige Zugang zu den oberen Geschossen.

Mit der Erweiterung der Bauaufgaben auf repräsentative öffentliche Gebäude wurde dieses Motiv auch für Theater, Rathäuser und so weiter übernommen.

Moderne

In der Moderne übernahm der Aufzug besonders bei Hochhäusern teilweise die Aufgaben der repräsentativen Vertikalerschließung.

Barrierefreiheit

Um allen Menschen eine uneingeschränkte Nutzung von Gebäuden zu ermöglichen, muss heute ein barrierefreier Zugang zu öffentlichen Gebäuden gegeben sein. Das bedeutet, dass der Eingang neben der Treppe auch über eine Rampe oder einen Aufzug möglich sein muss, damit auch Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer Zugang haben.

Die Treppe in der Kunst

Häufig wird die Treppe auch in der Kunst thematisiert, beispielsweise in den Werken von M. C. Escher und Giovanni Battista Piranesi. Auch in der Literatur schlägt sich das nieder, so beschreibt der ehemalige schwedische Modearzt Axel Munthe in seiner Autobiographie Das Buch von San Michele seinen Wohnort Anacapri auf der Insel Capri, wo seine Villa San Michele steht. Diese wie den oben gelegene Ortsteil Anacapri erreichte man zu seiner Zeit von Marina Grande aus über die links neben der Kirche von San Costanzo beginnende Treppe Scala Fenicia mit ihren über 500 Stufen. Die dort befindliche Serpentinenstraße gab es zu seiner Zeit nicht, so dass diese Treppe die einzige Verbindung von dem unten gelegenen Capri zu dem oben gelegenen Anacapri war. Die Potemkinsche Treppe (früher Richelieu-Treppe) in Odessa wurde durch eine Schlüsselszene in Sergei Eisensteins Film „Panzerkreuzer Potemkin“ berühmt.

Begriffe im Treppenbau

(1) Treppenabsatz oder Treppenpodest

(2) Zwischenpodest

(3) unterer Treppenlauf

(4) oberer Treppenlauf

(5) Treppenloch: Ausschnitt für die Treppe in der Geschossdecke oder in einer Balkenlage

(6) Treppengeländer und Handlauf

(7) Treppenauge: Lichte Öffnung oder Luftraum, von Treppenläufen und Absätzen umschlossen und oft über mehrere Stockwerke durchgehend. Umgangssprachlich auch Treppenloch genannt.

(8) Austritt

(9) Antritt

(10) Lauflinie / Gehlinie: Mittellinie des Treppenlaufs, bei gewendelten Treppen meist dezentriert. Die Lauflinie beginnt nach DIN 1356 (Bauzeichnungen) stets „unten“ mit einem Kreis und endet mit einem Pfeil „oben“. Abstand der Gehlinie vom Handlauf meist etwa 45 cm, Freitreppen werden auf Grund ihrer
Breite auch unabhängig vom Handlauf begangen.

(a) Setzstufe (vertikal)

(b) Vorderkante (VK) Antritt

(c) Trittstufe (horizontal)

(d)

(e) Auftrittsbreite: die horizontale Fläche, die in sich aus der Vorderkante der Trittstufe und der Vorderkante der nächsten Trittstufe ergibt. Ein Überstand der Trittstufe über die Setzstufe bleibt unberücksichtigt. Siehe Treppensteigung.

(f) Untertritt (Unterschneidung)

(g) Trittfläche (Auftritt + Untertritt (Unterschneidung))

(h)

(i)

(j) Steigung (Stufenhöhe), siehe Treppensteigung

(k) Treppenbelag

Treppengeometrie
lichte Durchgangshöhe: senkrechte Höhe über der gedachten Linie zwischen den Stufenvorderkanten bis Unterkante Decke bzw. Unterkante des darüberliegenden Treppenlaufes/Bauteils
Treppenhöhe: Differenz zwischen den Fertighöhen (Oberkante Fertigfußboden)
Steigungsmaß: Das Steigungsmaß oder Steigungsverhältnis gibt das Verhältnis zwischen Stufenhöhe und Auftritt der Treppenstufen und damit der Treppe an. Es wird angegeben als Verhältnis der Maße in cm zueinander (17/29) oder als Verhältniszahl (1:1,7). Für die Wahl des richtigen Steigungsverhältnisses wurden verschiedene Regeln entwickelt, siehe Treppensteigung. Anschlussbauteile
Anschlussbauteile
Treppensockel = Verkleidung der Fugen zwischen Treppe und Wand
Sockelleiste (a) = Leiste, die die Fuge zwischen Fußboden, Treppenstufe, Absatz oder Wandwange und Wandputz verdeckt. Auf den Absätzen und Wandwangen sind das lange Leisten. Bei Treppen ohne Wandwange sind es treppenartig angebrachte kurze Stufenleisten und Setzstufenleisten. Anstelle der Stufen und Setzstufenleisten können sogenannte Bischofsmützen eingebaut werden.
Bischofsmütze (b) = Verkleidung mit einer der Treppenneigung entsprechenden schrägen oberen Kante. Die Kanten sind durch unterschiedliche weitere kurze Kanten miteinander verbunden, so dass die Form einer Bischofsmütze entsteht.

Typologie

Treppen nach Lage und Funktion

Außenraum

Außentreppen sind alle Treppen außerhalb von Gebäuden. Da sie der Witterung ausgesetzt sind, ist besonders bei den Materialien auf Witterungsbeständigkeit zu achten. Des Weiteren ist zu beachten, dass die Treppenstufen zur Stufenkante hin geneigt sein sollten, damit Regenwasser schnell abfließen kann und Pfützen- und Eisbildung vermieden wird. Wegen der besonderen Rutschgefahr bei Regen müssen die Stufenkanten und Auftritte besonders rutschfest sein oder ausgestattet werden. Die Steigung von Außentreppen ist im Allgemeinen niedriger als bei Innentreppen. Gebräuchliche Steigungsverhältnisse sind (16/31), (15/33), (14/35) und (12/39).
Freitreppen befinden sich außerhalb des Gebäudes, aber an das Gebäude angebaut und sind nicht überdeckt. Diese Treppen führen meist zu einem Gebäudezugang.
Unter dem Begriff Gartentreppe sind alle Treppen im Garten zusammengefasst. Sie haben meist große Auftrittsbreiten und niedrige Stufenhöhen. Sie dienen zur Überwindung von Höhenunterschieden im Garten oder führen auf eine Terrasse oder zum Eingang auf der Gartenseite eines Gebäudes. Außer in Parks und Schlossgärten sind diese Treppen meist in einfacher Konstruktion.
Die Eingangstreppe führt direkt zum Eingang. Sie kann sowohl eine Freitreppe als auch eine überdachte Treppe sein. Je nach Gebäudetyp kann es sich dabei um sehr einfache Treppen als auch um reich verzierte aufwändige Repräsentationstreppen handeln. Wenn die Platzverhältnisse sehr beengt sind, kann die Eingangstreppe auch in das Gebäude eingezogen sein.
Die Hintertreppe hat einen Ausgang an der Hinterseite eines Gebäudes. Sie dient meistens als Zugang für Personal und Lieferanten. Ihre Ausführung ist meist sehr einfach. Oft führt die Hintertreppe auch in den Keller.
Die Monumentaltreppe zeichnet sich dadurch aus, dass sie entweder extrem breite Treppenstufen hat oder dass sie enorm viele Treppenstufen besitzt – meist ohne Absätze. Beispiele sind: Die Monumentaltreppe „La Scala“ in Caltagirone, Sizilien, mit 142 Stufen. Die Monumentaltreppe in Mihintale, Sri Lanka, aus vier Treppenabsätzen bestehend mit insgesamt 1.840 Stufen.

Außentreppe in Wuppertal (Vogelsauer Treppe)

Freitreppe (Potemkinsche Treppe) in Odessa

Freitreppe zur Palamidi-Festung in Nafplio

Innenraum

Als Innentreppe bezeichnet man alle Treppen, die sich im Innenraum eines Gebäudes befinden.
Eine Geschosstreppe verbindet zwei verschiedene Geschosse.
Eine Kellertreppe führt vom Hauseingang oder vom untersten ausgebauten Geschoss zum Keller und ist oft steiler als die Treppen zu den oberen Stockwerken. Bei älteren Gebäuden ist diese Treppe oft auf tragendem Baugrund ohne tragende Unterkonstruktion aufgebaut und führt oft durch einen sogenannten Kellerhals in einen Gewölbekeller.
Dachbodentreppen oder kurz Bodentreppen sind Treppen, die zum Dachboden, also zu Räumen im Dachraum führen, welche nicht ständig bewohnt werden. Meist werden einfache Treppenkonstruktionen verwendet (siehe Veränderbare Treppen), es kommen aber auch komfortablere Treppen zum Einsatz.
Als Ausgleichtreppe bezeichnet man die Treppen, die zum Ausgleich von Höhenunterschieden innerhalb eines Geschosses benötigt werden. Eine Differenztreppe ist eine Treppe mit nur wenigen Stufen, die geringe Höhendifferenzen miteinander verbindet.
Fluchttreppe
Das heutige deutsche Bauordnungsrecht unterscheidet notwendige Treppen, die zwingend vorhanden sein müssen und an die Auflagen geknüpft sind, sowie ggf. zusätzlich vorhandene nichtnotwendige Treppen, an die weniger strenge Auflagen geknüpft sind.
Eine Geheimtreppe ist eine der Öffentlichkeit nicht zugängliche Treppe. Es gibt sie häufig in alten Burgen und Schlössern. Sie dienten entweder der Fluchtmöglichkeit oder waren dafür ausgelegt, unerkannt in Gasträume zu kommen, um dort zu spionieren. Der Zugang zu diesen Treppen erfolgte oft über geheime unsichtbare Türen, sogenannte Tapetentüren.

Spezielle Treppen

Es gibt eine Vielzahl von besonderen Treppentypen für spezielle Anwendungsfälle. Diese sind in der Liste spezieller Treppen zusammengefasst.

Treppen nach Form

Übersicht

Treppen gibt es in unzähligen Formen. Als Draufsicht lässt sich die Form im Grundriss eines Gebäudes darstellen. Der Schnitt liefert in der Regel die dazugehörigen Angaben zur Konstruktion und zum Steigungsmaß. Man kann Treppenformen aufgrund der Anzahl (einläufig, zweiläufig..) oder der Geometrie (gradläufig, gewendelt, geschwungen) ihrer Treppenläufe unterscheiden. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über einige Grundtypen.

Einläufige Treppen

(a) gerade

(b) gerade mit viertelgewendeltem Austritt

(c) gerade mit Viertelpodest am Austritt

(d) gerade mit viertelgewendeltem Antritt

(e) gerade mit Viertelpodest am Antritt

(f) gerade mit viertelgewendeltem Antritt und Austritt

(g) gerade mit zwei Viertelpodesten

(h) halbgewendelt

(i) viertelgewendelt

Zweiläufige Treppen

(j) gerade mit Zwischenpodest

(k) gewendelte U-Treppe mit verzogenen Stufen an keilförmiger Zwischenpodeststufe

(l) U-Treppe mit Halbpodest

(m) Winkeltreppe mit Viertelpodest

Dreiläufige Treppen

(n) dreiläufige U-Treppe S-Form mit zwei Viertelpodesten

(o und p) dreiläufige T-Treppe mit Viertelpodest

(q) dreiläufige U-Treppe mit zwei Viertelpodesten

(r) und (s) dreiläufige E-Treppe mit Halbpodest

Treppe gewendelt und mehrläufig repräsentativ

(t) einläufige Kreisbogentreppe

(u) einläufige Wendeltreppe mit Massivspindel

(v) einläufige Wendeltreppe mit Treppenauge bzw. Hohlspindel

(w) zweiläufige doppelte Wendeltreppe

(x) mehrläufige repräsentative Treppe mit mehreren Zwischenpodesten

Treppe in Y und S Form, Berliner Treppe

(y) Y-Treppe einläufig beginnend und zweiläufig endend

(z) Y-Treppe zweiläufig beginnend und einläufig endend

(α) einläufige S-förmige gerade Treppe mit zwei Viertelwendelungen

(β) Berliner Treppe

(λ) einläufige S-förmige Treppe

Pyramiden und Kegeltreppen

(δ) Pyramidentreppe positiv

(ε) Pyramidentreppe negativ

(φ) Pyramidentreppe auf 8eck-Grundriss positiv

(γ) Pyramidentreppe auf 8eck-Grundriss negativ

(η) Kegeltreppe positiv

(ι) Kegeltreppe negativ

Gradläufige Treppen

Gradläufige Treppen sind Treppen, deren Treppenläufe gerade sind, also in keiner Form gewendelt. Alle Stufen haben dieselbe Form und Auftrittsbreite. Richtungsänderungen werden durch Treppenabsätze erreicht. Das ist die einfachste und am weitesten verbreitete Form einer Treppe.

Sehr steile geradläufige Treppen mit halbseitigen Trittstufen bezeichnet man als Raumspartreppe oder Sambatreppe.

Sind in einem Gebäude die Treppenläufe zu den Geschossen ohne Richtungsänderung hintereinander angeordnet, so spricht man auch von einer Himmelstreppe. Der Hintergrund ist, dass man bei der Anordnung eines Fensters am obersten Ende den Eindruck hat, „in den Himmel“ zu steigen. Bei Freitreppen mit ähnlichem Effekt spricht man auch von Himmelsleiter.

Als Scherentreppe bezeichnet man gradläufige Treppen, die über mehrere Geschosse ineinander verschränkt sind. Sie entsprechen in der Funktion einer doppelläufigen Wendeltreppe, also einer Doppelhelix, sind aber im Grundriss orthogonal.

Gewendelte Treppen

Als gewendelte Treppe (von Wendel = schraubenförmige Struktur) bezeichnet man alle Treppen, die nicht gradläufig sind. Die Treppenstufen haben durch Biegungen des Treppenlaufs unterschiedlich große Auftritte, sehr schmal am Treppenauge, sehr breit an der Außenwand des Treppenhauses. Die Lauflinie wählt der jeweilige Benutzer selbst.

Biegt der Treppenlauf um 90° ab, spricht man von viertelgewendelt, macht er eine 180° Biegung, spricht man von halbgewendelt. Bei allen höheren Winkeln spricht man von einer Wendeltreppe.

Siehe auch Liste antiker Wendeltreppen

Bildergalerie

Gradläufige Treppe mit zwei Treppenabsätzen

Gewendelte Treppe

Spindeltreppe in Spanien

Treppen nach Material

Folgende Treppentypen sind vor Allem aufgrund ihrer Materialien unterscheidbar. Die aufgeführten Konstruktionen sind in der Regel spezifisch für dieses Material.

Mauerwerk

Eine gemauerte Treppe hat immer eine Wand an den Seiten. Auf die Wände wird ein Gewölbe in Treppenneigung gemauert, auf das die Stufen gemauert werden.

Stahlbeton

Diese kann eine Oberfläche aus allen als Bodenbelag geeigneten Stoffen haben. Die Massivtreppe kann ein vor Ort gegossenes Bauteil wie auch ein an den Einbauort geliefertes Fertigbauteil sein. Auch Kombinationen aus Fertigteil und Ortbeton sind möglich.

Bei der Laufplattentreppe handelt es sich um eine schräge Platte, auf der die Trittstufen als prismenförmige Blöcke direkt aufgebracht sind. Meist sind das Stahlbeton-Massivtreppen oder Stahlbeton-Fertigteiltreppen. Diese Treppen können unmittelbar nach dem Einbau genutzt werden.
Eine Belagtreppe ist eine Rohtreppe, meist eine Stahlbetontreppe, auf die ein geeigneter Belag als Nutzschicht aufgebracht wird.

Holz

Treppen aus Holz werden seit der Frühgeschichte verwendet. Zuerst waren es Baumstämme, bei denen die Äste wie die Sprossen einer Leiter benutzt wurden, dann einfache Konstruktionen wie der sogenannte Steigbaum, der auf der ganzen Welt zu finden war. Aus diesem wurde die Einholm-Sägezahntreppe mit aufgesattelten Stufen entwickelt. Zwischen diesen einfachen Konstruktionen und modernen Holztreppen gibt es unzählige Variationen.

Üblich sind Balkentreppen, bei denen die Trittstufen auf einem Balken aufliegen, der auch Holm genannt wird. Bei einer aufgesattelten Treppe liegen die Trittstufen auf Tragholmen, die sägezahnförmig ausgeschnitten sind, daher wird diese Konstruktion auch „Sägezahntreppe“ genannt.

Bei Wangentreppen werden die Holzstufen in der seitlich laufenden Treppenwange verankert. Man spricht von einstemmen oder einschieben. Die Holzstufen werden in passende Stemmlöcher oder Nuten eingeschoben. Die Stufen werden mit der Wange verleimt und/oder verschraubt. Alternativ kann die Nut auch als Schwalbenschwanznut ausgebildet sein. Man unterscheidet zwischen halb und voll gestemmten Treppen. Bei der halb gestemmten Treppe entfällt die Setzstufe. Setzstufen können die Treppe nach unten abschließen, alternativ werden Bretter in eine durchgehende Nut in den Wangen eingesetzt, die dann eine weitgehend glatte Untersicht ergeben.

Möglich sind auch Bolzentreppen, bei denen jede Holzstufe mit der vorherigen und nächsten Stufe mit verspannten Bolzen verbunden ist.

Beim Faltwerk sind die einzelnen Trittstufen kraftschlüssig mit den Setzstufen verbunden und wandseitig mit Stahlbolzen befestigt.

Die handwerkliche Holztreppe wird vom Tischler oder Zimmerer gefertigt.

Gusseisen

Gusseiserne Treppen waren zu Beginn der industriellen Fertigung sehr beliebt. Heute findet man gusseiserne Treppen überwiegend als dekorative Spindeltreppen.

Stahl

Bei der Stahltreppe sind die tragenden Teile wie Treppenwangen oder Treppenholme aus Profilstahl oder aus Stahlrohr gefertigt. Die Stufen können gefertigt sein aus Metall (Gitterroste oder Riffelbleche), Naturstein, Beton, Holz, Panzerglas oder einem Materialmix (z. B. estrichverfüllte Wannenstufen aus Blech). Die Treppengeländer und Handläufe können ebenfalls aus Stahl gefertigt sein. Stahltreppen im Außenbereich werden in der Regel durch Feuerverzinken vor Korrosion geschützt.

Häufig findet man Stahltreppen im Industrie- und Gewerbebau und Not- oder Feuertreppen. Stahl ermöglicht relativ filigrane Konstruktionen.
Manche Treppen werden (z. B. wegen der hochwertigen Anmutung) aus rostfreiem Edelstahl statt aus verzinktem Stahl gebaut.

Glas

Seit in der Glasforschung Verbundgläser mit hoher Tragfähigkeit entwickelt wurden, experimentieren Architekten mit Glas als Material für Treppen. Als Stufenmaterial ist Glas inzwischen weit verbreitet, meist ist das Tragwerk der Treppe aus Stahl. Inzwischen gibt es weltweit jedoch auch einige Treppen, die ganz aus Glas sind. Aufgrund der hohen Kosten sind das allerdings Ausnahmen, die nur bei sehr hochwertigen Innenarchitekturen (zum Beispiel für Nobelboutiquen) zum Einsatz kommen.

Bildergalerie

Stahlbetontreppe

Holztreppe

Gusseiserne Treppe

Feuerverzinkte Stahltreppe eines Aussichtsturms (Klausenturm, von unten nach oben fotografiert)

Glastreppe

Treppen nach Konstruktion

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man die Treppenläufe lagern kann.

Freitragende Treppen

Treppen mit Auflager oben und unten nennt man ‘freitragend’. Auch zweiläufige U-Treppen, bei denen das Zwischenpodest keinerlei Auflager hat, nennt man freitragend.

Faltwerktreppen werden aus einem treppenlaufbreiten Blechstreifen durch Hin-und-Her-Falten hergestellt. Als Material wird überwiegend Riffelblech verwendet; sie können auch aus Beton oder Holz bestehen. Faltwerktreppen aus Holz sind nicht gefaltet, sondern werden hergestellt, indem man mehrere Holzwerkstoffplatten miteinander verbindet. Das filigrane Aussehen erlangen Faltwerktreppen dadurch, dass die Setzstufe nicht die gesamte Trittstufe “unterfüttert”, sondern nur zu einem geringen Teil unter der Trittstufe angesetzt ist.
Bei einer Bolzentreppe, auch Tragbolzentreppe genannt, sind die Treppenstufen untereinander mit Tragbolzen biegesteif verbunden.

Balkentreppen

Bei Balkentreppen liegen die Trittstufen auf einem Träger auf, der auch Holm genannt wird. Der Träger besteht meist aus Holz, Brettschichtholz, Stahl oder Stahlbeton.

Einholmtreppen sind Treppen mit nur einem tragenden Balken aus Holz oder Stahl, auf dem die Stufen aufgesattelt sind. Die Trittstufen müssen kippsicher auf dem Holm befestigt sein, was durch Verstrebungen erreicht werden kann. Der Holm muss neben der Biegebelastung auch eine Drehbelastung aufnehmen können. Da der Holm meist in der Mitte der Treppe angeordnet ist, wird diese Konstruktion auch Mittelholmtreppe genannt. Die Zweiholmtreppe ist eine Treppe mit zwei tragenden Balken.

Werden die Stufen massiv ausgeführt, egal ob in Holz, Naturstein, Betonwerkstein oder Stahlbeton, so spricht man auch von einer Blockstufentreppe.

Wangentreppen

Eine Wange ist das tragende schrägliegende Bauteil links und rechts der Treppenstufe. Die linke Wange ist dabei die beim Treppaufgehen links liegende Wange. Als innere Wange, Freiwange oder Lichtwange wird die am Treppenauge liegende Wange bezeichnet. Die Wandwange liegt direkt an der Wand an oder ist mit einem Abstand von max. 6 cm von der Wandoberfläche abgerückt.

Eine Stufenwange hat keine über die gesamte Treppenlauflänge durchgehende schräge Ober- und Unterkante. Die Ober- und Unterkante der Stufenwange ist vielmehr in einem gleichmäßigen parallelen Abstand zu den Stufen und Setzstufen und hat somit ein stufenförmiges Aussehen.

Ein Krümmling oder Kröpfling ist die gebogene Verbindung von zwei die Richtung wechselnden Wangen oder Handläufen.

Den im Bild (Fig. 12. links) sichtbaren senkrechten Pfosten, an dem das Treppengeländer beginnt, nennt man Antrittpfosten. Er kann kunstvoll verziert sein, wird aber bei modernen Treppen eher nüchtern ausgeführt.

Die im Bild (Fig. 13. rechts) sichtbare senkrechte Holzsäule mit dem Abhängling gehört zu den Hängesäulen.

Andere Konstruktionsarten

Bei einer Kragstufentreppe sind die Stufen einseitig an bzw. in der Treppenhauswand als Kragarm befestigt. Die Treppenstufen sind meist Naturstein- oder Stahlbeton-Blockstufen.

Bei einer Abgehängten Treppe, auch als Harfentreppe bezeichnet, werden die Stufen an dünnen Seilen oder Stäben aus Edelstahl oder anderen geeigneten Materialien von der Decke abgehängt. Die Seile bzw. Stäbe sind meist zum Boden hin abgespannt. Diese Treppenart kann auch als Treppe mit tragendem Geländerholm ausgeführt werden. Hier übernimmt der bohlenförmige Holm, der zugleich auch als Handlauf genutzt wird, die anfallenden Kräfte der Abhängung. Das harfenähnliche Aussehen dieser Konstruktion gibt ihr den Namen.

Bei Schwebetreppen oder Schwebestufen werden die einzelnen Stufen kraftschlüssig mit der Wand verbunden und „schweben“ im Raum.

Bildergalerie

Freitragende Treppe am Hauptbahnhof Darmstadt

Zeichnung einer Wangentreppe

Eingespannte Treppenstufen

Teilweise hängende Konstruktion (Frank Lloyd Wrights Louis Penfield House)

Tragsysteme

Entsprechend der Vielzahl von Treppengeometrien ist eine Vielzahl von statischen Tragsystemen möglich. Für den Lastabtrag sind dabei als Vertikallasten neben dem Eigengewicht der Konstruktion die Verkehrslasten auf der Treppe zu berücksichtigen. Zusätzlich sind horizontale Lasten auf Geländer oder Holme und bei Treppen, die der Witterung ausgesetzt sind, Windlasten zu beachten.

Treppen mit selbsttragenden Stufen sind ein Tragsystem. Die Treppenstufen tragen dabei die Lasten als einfacher oder eingespannter Balken in Querrichtung ab. Die Lagerung bzw. Einspannung der einzelnen Stufen kann in Treppenhauswänden, Längsträgern oder einer Spindel erfolgen, die für den weiteren Lastabtrag sorgen. Die Längsträger sind bei Stahl- oder Holztreppen seitliche Wangenträger oder unten liegende Holmträger, bei Stahlbetontreppen massive Laufbalken. Die Treppenträger bestimmen die Steigung und können im Grundriss gekrümmt sein, sie tragen die Lasten in Längsrichtung nach oben und/oder unten ab. Als statisches System liegt ein räumlicher, evtl. gekrümmter, Balken vor.
Im Stahlbetonbau gibt es als zusätzliches wichtiges Tragsystem die Treppe mit gerader Lauflinie, bestehend aus den geneigten Laufplatten, die die Stufen tragen und etwaigen horizontalen Platten als Absätzen. Das statische System besteht jetzt nicht mehr aus einem räumlichen Balkensystem, sondern aus einzelnen Plattenelementen oder bei monolithischer Verbindung von Absatz und Lauf aus einem räumlich wirkenden Flächentragwerk, auch Faltwerk genannt. Der allgemeine Sonderfall des freitragenden, räumlich gekrümmten Treppenlaufes wird heute in der Statik mit der Methode der finiten Elemente berechnet.

Normen und Vorschriften

Die für den Treppenbau in Deutschland relevanten Normen und Vorschriften sind:

Bauordnungsrecht der Länder:
Bauordnungen (speziell Fünfter Abschnitt der Musterbauordnung: Rettungswege, Öffnungen, Umwehrungen)
soweit zutreffend: Versammlungsstättenverordnungen, Geschäfts- und Warenhausverordnungen, Krankenhausbauverordnungen, Industriebauverordnungen und Bestimmungen über Bau und Ausrüstung von Schulen und Kindertageseinrichtungen
DIN 18 065 Maßliche Anforderungen an Treppenbauwerke
DIN 18040-1 + DIN 18024-1: 2010-10 Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlage – Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude
Die DIN EN ISO 14122 „Ortsfeste Zugänge zu maschinellen Anlagen“ regelt in Teil 1 „Wahl eines ortsfesten Zugangs zwischen zwei Ebenen“ Treppen mit Neigungswinkeln (Steigungswinkel) von 20° bis 45°
Die DIN 24 531 „Roste als Stufen“ behandelt Trittstufen aus Gitterrosten
BGI/GUV-I 561, ‘Information Treppen’ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)[4] (ehemals BG-Information „Treppen“ BGI 561 bzw. “Merkblatt für Treppen” ZH 1/113)
Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung – ArbStättV) mit Arbeitsstätten-Regeln: ASR 12/1-3 „Schutz gegen Absturz und herabfallende Gegenstände“, ASR 17/1,2 „Verkehrswege“, ASR A2.3 „Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan“.
Arbeits-Sicherheits-Information “ASI 4.06 – Treppen”, Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe[5]

DIN 18065

Baurechtlich notwendige Treppen

Die jeweils 18. Stufe muss als Podest ausgebildet sein.
Die Steigung darf nicht mehr als 19 cm, der Auftritt nicht weniger als 26 und nicht mehr als 37 cm betragen (DIN 18065 Abs. 6 Tab. 1).

Bei Wohngebäuden mit nicht mehr als 2 Wohnungen gelten weniger strenge Regeln.

ASR A2.3

Die Arbeitsstättenrichtlinie ASR A2.3[6] nennt Mindestbreiten von Fluchtwegen, die insofern auch für Notwendigen Treppen gelten, welche in den Bereich der Richtlinie fallen.

BGI/GUV-I 561 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)

Der Abstand des Treppenlaufs und -podests von der Wand und/oder vom Geländer darf nicht mehr als 6 cm betragen.
Treppenabsätze vor oder hinter Treppen müssen eine Tiefe von 1 m bzw. von 1,5 m, falls die Tür in Richtung der Treppe aufschlägt, haben. Das gleiche Maß gilt für den Abstand der Treppe zur Tür.
Die Schrittmaßformel Auftritt + 2 × Steigung = 62 cm ± 3 cm gilt für Auftrittsbreiten von 26 bis 32 cm und Steigungen von 14 bis 19 cm.
Die Steigungen und Auftritte innerhalb von einer Geschoßtreppe dürfen nicht um mehr als 5 mm von den Sollmaßen abweichen. Von einer Stufe zu anderen darf ebenfalls keine größere Abweichung dieser Maße als 5 mm vorliegen.
Bei Freitreppen, Kindergärten und -krippen muss der Auftritt 30 bis 32 cm und die Steigung 14 bis 16 cm betragen. Bei Versammlungsstätten, Verwaltungsgebäude, Schulen, Horte gelten entsprechend 29 – 31 cm und 15 – 17 cm, sowie bei gewerblichen und sonstige Bauten 26 – 30 cm und 16 – 19 cm bzw. bei Steiltreppen und Zugängen zu maschinellen Anlagen 21 – 30 cm und 14 – 21 cm (bei Auftrittsbreiten von weniger als 24 cm ist durch Unterschneidung der Stufen eine Auftrittstiefe dieses Maßes herzustellen).
Wendeltreppen sind nicht als erster Fluchtweg zulässig. Als zweiter Fluchtweg sind sie zulässig, wenn eine Gefährdungsbeurteilung deren sichere Benutzung im Gefahrenfall erwarten lässt (siehe ASR A2.3). In Schulen und Kindertageseinrichtungen sind Spindeltreppen als notwendige Flucht- und Rettungswege nicht zulässig.
Die Lauflinie wird bei Wendeltreppen mit nutzbarer Laufbreite bis zu 100 cm in der Mitte der Laufbreite vorgesehen, bei breiteren Treppen im Abstand von etwa 50 cm vom schmalen Stufenende und bei Spindeltreppen in einem Abstand von etwa 4/10 der Laufbreite von der Handlaufseite.
Die nutzbare Treppenlaufbreite wird an der Innenseite von der Linie begrenzt, an welcher die Auftrittsbreite der Stufen 10 cm beträgt. Wenn die Treppe gleichzeitig in Auf- und Abwärtsrichtung begangen werden kann, ist die Laufbreite an dieser Linie auch baulich zu begrenzen. Die Auftrittsbreite darf an der Außenseite maximal 40 cm betragen. In Schulen und Kindertageseinrichtungen gilt innen mindestens 23 cm und in 1,25 m Entfernung maximal 40 cm.
Treppen in Betriebsanlagen, die häufiger und von einer größeren Zahl Personen begangen werden, sollten mit ihren Neigungswinkeln im Bereich zwischen 30° und 38° liegen. Dabei sollte die Breite der Treppe mindestens 60 cm betragen, vorzugsweise 80 cm. Hier gilt:
Abweichungen in der Steigung im Treppenverlauf dürfen maximal 15 % betragen.
Die Unterschneidung der Stufen muss wenigstens 1 cm betragen.
Die lichte Durchgangshöhe muss mindestens 230 cm betragen.
Bei Aufstiegshöhen von über 50 cm und seitlichem Spalt von mehr als 20 cm ist ein Geländer vorzusehen.
Die lotrechte Höhe des Handlaufs oberhalb der Antrittskante muss mindestens 90 cm und über dem Austrittspodest mindestens 110 cm betragen.
Flache Treppen (Stufenrampen) im Freien sollten Trittflächen mit Gefälle von ca. 2 % zur Trittkante hin besitzen. Stufen und Absätze werden nach der Schrittmaßformel bemessen. In Schulen sollen Fahrradrampen eine Neigung zwischen 10 % und maximal 25 % haben.
Kantenprofile sind grundsätzlich bündig mit der Stufenoberfläche zu verlegen.

Beleuchtungsstärke

In der Regel „Natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten“ (BGR 131) sowie der DIN EN 12464 „Beleuchtung von Arbeitsstätten“, Teil 1 „Arbeitsstätten in Innenräumen“ wird eine Nennbeleuchtungsstärke von wenigstens 150 Lux genannt.

Sonstiges

Die Architektur-Fakultät der Hochschule Regensburg besitzt bundesweit die einzige internationale Arbeitsstelle für Treppenforschung. Diese Hochschule erhielt auch den Nachlass des Scalalogie-Begründers Friedrich Mielke (1921–2018).

Literatur

Grundlagen, Allgemeines
Fritz Kreß: Der Treppen- und Geländerbauer. Otto Maier, Ravensburg 1929. Nachdruck: Ed. Libri Rari im Verl. Schäfer, Hanover 1988, ISBN 3-88746-213-0.
Willibald Mannes: Die Treppe. Zeitgemäße Beispiele in Holz, Stein und Stahl. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1994, ISBN 3-421-03061-8.
Christine-Ruth Hansmann: Treppen in der Architektur. Gestaltung, Entwicklung, Technik und Ausführung. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1993, ISBN 3-421-03051-0.
Willibald Mannes: Technik des Treppenbaus. 4. Auflage, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1984, ISBN 3-421-02543-6.
Friedrich Mielke: Handbuch der Treppenkunde. Verlag: Th. Schäfer, Hannover 1993, ISBN 3-88746-312-9.
Kultur und Geschichte
Ulrich Fromann: Von stolzen Stufen und Hintertreppen. Eine kleine Kulturgeschichte der Treppe. Berg-Sternberger See 1968.
Georg Hensel: Zwang und Freiheit der Stufen. Bemerkungen zur Dramaturgie der Treppe. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10. September 1983, S. BuZ6.
Friedrich Mielke, Jolanta Stranzenbach, Stanisław Klimek: Treppen in Breslau. Arbeitsstelle für Treppenforschung, Konstein 1990.
Scalalogia. Schriften zur internationalen Treppenforschung. Herausgegeben von der Gesellschaft für Treppenforschung, 18 Bände.
Hannes Böhringer: Lehne und Geländer. In: Sebastian Hackenschmidt (Hrsg.): Möbel als Medien. Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Dinge. Transcript, Bielefeld 2011, S. 229–231.
Arthur Engelbert: Die Treppe. Eine kulturgeschichtliche und medienkritische Studie. Königshausen & Neumann, Würzburg 2014, ISBN 978-3-8260-5525-6.
Entwurfsbeispiele
Wolfgang Diehl Scala: Moderne Treppen, Bruderverlag, ISBN 978-3-87104-169-3, 2008.
Thomas Drexel: Neue Treppen, Verlag Callwey, ISBN 3-7667-1387-6, 2000.
Eva Jiricna: Moderne Treppen, Deutsche Verlags-Anstalt, ISBN 3-421-03262-9, 2001.
Willibald Mannes: Schöne Treppen, Deutsche Verlags-Anstalt, ISBN 3-421-03015-4, 1999.
Willibald Mannes: Treppen-Skizzen, Deutsche Verlags-Anstalt, ISBN 3-421-02981-4, 1990.
Tieleman van der Horst: Treppen-Bau-Kunst (1793), Reprint der Ausgabe von 1763, Herder Verlag, Freiburg, ISBN 3-451-05339-X, 2003.
Norbert Stannek: Die Treppen des Bergischen Landes – Gestaltung und Technik, Ing.-Diss., RWTH Aachen, 1990.
Nach Material
Holz
Fritz Engelmann: Treppen in Holz, Bruderverlag, ISBN 3-87104-082-7, 1991, 3. Aufl.
Willibald Mannes: Der handwerkliche Holztreppenbau, Deutsche Verlags-Anstalt, ISBN 3-421-03028-6, 1992.
Bund Deutscher Zimmermeister und BHKH: Handwerkliche Holztreppen (Regelwerk Treppenbau), Copyright BDZ, BHKH, ISBN 3-930714-42-6.
Ursula Baus, Klaus Siegele: Holztreppen, Deutsche Verlags-Anstalt, ISBN 3-421-03291-2, 2001.
Walter Ehrmann, Wolfgang Nutsch, Dittmar Siebert: Holztechnik – Der Holztreppenbau, Verlag Europa-Lehrmittel, ISBN 978-3-8085-4105-0, 2008, 5. Aufl.
Ludwig Rödler: Der Holztreppenbau, Reprint Verlag:, Leipzig, ISBN 3-8262-1813-2, 4-2003.
Metall
Werner Klevenz: Einfache Treppenkonstruktionen aus Metall, Verlag Coleman
Ursula Baus, Klaus Siegele: Stahltreppen, Deutsche Verlags-Anstalt, ISBN 3-421-03170-3, 1998.
Diverse Materialien
Wolfgang Diehl: Neue Wege im Treppenbau. Holz – Stahl – Glas, Bruderverlag, ISBN 3-87104-095-9, 1995.
Karl Hartisch: Treppen in Stahl, Beton und Holz, Krämer Verlag, Stuttgart, ISBN 3-7828-1125-9, 1993.

Film

Treppenlandschaft NRW. Faszination auf Schritt und Tritt. Beitrag in der Reihe Bilderbuch. Regie: Antje Baumgarten, Produktion: WDR 2009, 45 Min.

Siehe auch

Liste bekannter Treppen – Liste berühmter und herausragender Treppen
Liste spezieller Treppen – Liste mit Treppen für spezielle Anwendungen
Treppenhaus, Treppenturm
Erschließung (Gebäude): Rolltreppe, Aufzugsanlage
Fluchttreppe
Fluchtweg
Stufenpyramide, Treppengiebel

Weblinks

 Commons: Treppen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Treppe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Stiege – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
http://www.scalalogie.de/ – Arbeitsstelle für Treppenforschung
http://www.baunetz.de/infoline/treppen/index.htm/ Treppeninfos von BauNetz Infoline
http://www.treppenbau.de/ Deutsches HolzTreppen Institut
http://www.treppen-magazin.de Das Fachmagazin für die Treppenbranche

Einzelnachweise

↑ DIN 18065 Gebäudetreppen – Begriffe, Messregeln, Hauptmaße, Ausgabe März 2015, Absatz 3.1 in Verbindung mit Absatz 3.5

↑ F. E. Barth, J. Reschreiter: Neufund einer bronzezeitlichen Holzstiege im Salzbergwerk Hallstatt, in: Archäologie Österreichs 16/1 (2005) S. 27ff.

↑ Details der Stiegenübersiedlung sind nachzulesen im Stiegenblog der Hallstatt-Forschung auf http://hallstatt-forschung.blogspot.co.at/

↑ Information Treppen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), abgerufen im Juni 2016

↑ Arbeits-Sicherheits-Information ASI 4.06 – Treppen, Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe

↑ ASR A2.3 “Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan” (PDF-Datei, 58 KB), abgerufen im Juni 2016

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4060816-5 (AKS)

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Kategorien: TreppenBauteil (Bauwesen)Erschließung (Gebäude)

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Das Waschen der Hände ist eine von zahlreichen hygienischen Maßnahmen im Alltag

Hygiene oder Gesundheitspflege ist „die bewusste Vermeidung aller der Gesundheit drohenden Gefahren und die Betätigung gesundheitsmehrender Handlungen“ (Max Rubner, 1911).[1] Auch gemäß Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezieht sich die Hygiene auf Bedingungen und Handlungen, die dazu dienen, die Gesundheit zu erhalten und die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.

Die medizinische Hygiene umfasst zahlreiche spezifische Anwendungen, die dem Erhalt der Gesundheit dienen, z. B. Reinhaltung der Umwelt, Sterilisation von Geräten, Handhygiene, Wasser und Hygiene und sichere Entsorgung von medizinischem Abfall.[2]

Die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie reduziert den Begriff auf „Erkennung, Behandlung und Prävention von Infektionskrankheiten.“[3]

Das Fachgebiet Hygiene stellt die „Lehre von der Verhütung von Krankheiten und der Erhaltung, Förderung und Festigung der Gesundheit“ dar.[4][5] Hygienefachpersonen werden als Hygieniker bezeichnet.

Hygiene im weiteren Sinne ist die „Gesamtheit aller Bestrebungen und Maßnahmen zur Verhütung von Krankheiten und Gesundheitsschäden“.[6] In diesem Sinne umfasst Hygiene auch Aspekte der Lufthygiene, Wasserhygiene[7] bzw. Trinkwasserhygiene, Lebensmittelhygiene, Arbeitshygiene, Bauhygiene,[8][9] Wohnhygiene[10] sowie religiöser Vorschriften.

Inhaltsverzeichnis

1 Etymologie
2 Geschichte

2.1 Lebenssituation im Mittelalter
2.2 Hygiene in der Medizin
2.3 Öffentliche Hygiene im 19. Jahrhundert

3 Hygienemaßnahmen
4 Kritik an moderner Hygiene
5 Euphemistische Verwendung des Begriffs
6 Siehe auch
7 Literatur
8 Weblinks
9 Einzelnachweise

Etymologie

Das Wort Hygiene stammt aus dem Griechischen: ὑγιεινή [τέχνη] hygieiné [téchne] bedeutet „der Gesundheit dienende [Kunst]“. Es ist von ὑγίεια hygíeia „Gesundheit“ abgeleitet – dem Wort, mit dem auch die griechische Göttin der Gesundheit, Hygieia, bezeichnet wird.

Der Zusammenhang mit der personifizierten Göttin ist seit dem 4. Jahrhundert vor Christus (bei Aristoteles) belegt und wurde im 2. Jahrhundert durch Galen systematisiert.[11]

Hygiene im engeren Sinn bezeichnet die Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Infektionskrankheiten, insbesondere Reinigung, Desinfektion und Sterilisation. In der Alltagssprache wird das Wort Hygiene auch fälschlicherweise an Stelle von Sauberkeit verwendet, doch umfasst sie nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Aufgabenkreis der Hygiene.

Die Arbeitshygiene befasst sich mit der Verhütung von Berufskrankheiten.

Geschichte

Hygienische Maßnahmen, darunter religiöse Gebote und Verbote sowie technische Bemühungen zur Versorgung mit sauberem Trinkwasser, sind weltweit und seit ältester Zeit nachweisbar.[12]

Lebenssituation im Mittelalter

Im Mittelalter war es in Europa noch üblich, die Notdurft auch auf der Straße zu verrichten, Nachttöpfe wurden auf den Straßen ausgeleert, Marktabfälle (Pflanzenreste, Schlachtabfälle, Schlachtblut) blieben auf den Straßen und Plätzen liegen, häuslicher Unrat und Mist aus den Ställen der städtischen Tierhaltung wurde auf den Straßen gelagert, Schweine, Hühner und andere Haustiere liefen auf den Straßen frei darin herum, Niederschlagswasser durchfeuchtete und verteilte alles, all dies führte dazu, dass der Straßenschmutz und damit zusammenhängende Geruchsbelästigungen und Krankheitsausbreitung[13] in den Städten überhandnahmen, wogegen Polizeiverordnungen erlassen wurden. Im späteren Mittelalter wurden dann neben städtischen Verordnungen zur Seuchenbekämpfung (vor allem nachdem der Schwarze Tod sich 1348 verbreitet hatte) bereits Verordnungen zur Reinhaltung von Straßen (so 1366 in Regensburg) oder zur Tötung von Tieren in Schlachthäusern (Augsburg, 1276) erlassen.[14] Erst die Einführung der Kanalisation, städtischer Schlachthäuser und von Pflasterungen konnten den Schmutz und damit zusammenhängende Seuchen[15] eindämmen.[16]

Hygiene in der Medizin

Die Hygiene in der Medizin betrifft das Verhalten des Fachpersonals im ambulanten Einsatz sowie in der klinischen Hygiene zur Abwehr von Neuerkrankungen. Thomas McKeown hat 1979 den Rückgang der Infektionskrankheiten der letzten 200 Jahre auf Hygiene, bessere Ernährung des Menschen, Immunität und andere unspezifische Maßnahmen zurückgeführt. Abseits der Industriestaaten hat sich das Muster der Erkrankungen nicht wesentlich verändert, trotz teilweiser Einführung von medikamentösen Behandlungsmethoden. So kann angenommen werden, dass ohne finanzielle und materielle Unterstützung der „Dritten Welt“ und ohne bessere Lebensbedingungen für den Großteil der Menschheit der Gefahr von Seuchen Vorschub geleistet wird.

Die Hygiene im Römischen Reich war verhältnismäßig weit entwickelt. Der römische Politiker und Universalgelehrte Marcus Terentius Varro ahnte, dass Krankheiten durch „kleine Tiere, welche für das Auge nicht sichtbar sind“ (aus heutiger Sicht Mikroorganismen) hervorgerufen werden.[17] Es war bekannt, dass Quarantäne die Verbreitung von Infektionskrankheiten verhindern konnte.

Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Sauberkeit und Desinfektion in der Medizin nicht als notwendig angesehen. So wurden die Operationsschürzen der Chirurgen praktisch nie gewaschen. Medizinische Instrumente wurden vor dem Gebrauch nicht gereinigt. Auch wurden nicht selten in Krankenhäusern die Wunden von verschiedenen Patienten nacheinander mit demselben Schwamm gereinigt.

Ignaz Semmelweis gelang in den 1840er Jahren erstmals der Nachweis, dass Desinfektion die Übertragung von Krankheiten eindämmen kann. Als Assistenzarzt in der Klinik für Geburtshilfe in Wien untersuchte er, warum in der einen Abteilung, in der Medizinstudenten arbeiteten, die Sterberate durch Kindbettfieber wesentlich höher war als in der zweiten Abteilung, in der Hebammenschülerinnen ausgebildet wurden. Er fand die Erklärung, als einer seiner Kollegen während einer Sektion von einem Studenten mit dem Skalpell verletzt wurde und wenige Tage später an Blutvergiftung verstarb, einer Krankheit mit ähnlichem Verlauf wie das Kindbettfieber. Semmelweis stellte fest, dass die an Leichensektionen beteiligten Mediziner Gefahr liefen, die Mütter bei der anschließenden Geburtshilfe zu infizieren. Da Hebammenschülerinnen keine Sektionen durchführen, kam diese Art der Infektion in der zweiten Krankenhausabteilung seltener vor. Das erklärte die dort niedrigere Sterblichkeit. Semmelweis wies seine Studenten daher an, sich vor der Untersuchung der Mütter die Hände mit Chlorkalk zu desinfizieren. Diese wirksame Maßnahme senkte die Sterberate von 12,3 % auf 1,3 %. Das Vorgehen stieß aber bei Ärzten wie Studenten auf Widerstand. Sie wollten nicht wahrhaben, dass sie selbst die Infektionen übertrugen, anstatt sie zu heilen.

Joseph Lister, ein schottischer Chirurg, verwendete erfolgreich Karbol zur Desinfektion von Wunden vor der Operation. Er war zunächst der Meinung, dass Infektionen durch Erreger in der Luft verursacht würden. Eine Zeit lang wurde deshalb während der Operation ein feiner Karbolnebel über dem Patienten versprüht, was wieder aufgegeben wurde, als man erkannte, dass Infektionen hauptsächlich von Händen und Gegenständen ausgingen, die in Kontakt mit den Wunden kamen.

Max von Pettenkofer hatte ab September 1865 den ersten deutschen Lehrstuhl für Hygiene inne und gilt als Vater der Hygiene als medizinisches Lehrfach. Als Teilgebiet war Hygiene an der Wiener Medizinischen Fakultät jedoch bereits ab 1805 Bestandteil der ärztlichen Ausbildung und auch an der Medizinischen Fakultät Würzburgs wurde das Fach bereits vor der Ernennung zum Nominalfach von dem Arzt und Chemiker Joseph von Scherer gelehrt.[18] Weitere bekannte Forscher auf dem Gebiet der Hygiene waren Johann Peter Frank, Robert Koch und Louis Pasteur. Ein Pionier der Hygiene im militärischen Bereich war Franz Ballner.

Aus der Hygiene hat sich im späten 19. Jahrhundert auch das Fach Sportmedizin entwickelt,[19] da dieselben humanbiologischen Kenntnisse auch in der Bewegungstherapie Verwendung fanden.[20]

Öffentliche Hygiene im 19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert war durch neue Erkenntnisse zur Prävention von Krankheiten und durch das Entstehen öffentlicher Gesundheitsfürsorge geprägt. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts erkannten Regierungen die Notwendigkeit zum systematischen Aufbau einer öffentlichen Gesundheitsfürsorge. Hatten sich die Maßnahmen hierzu in Westeuropa zunächst auf Quarantäneregelungen in Häfen zur Kontrolle und Ausgrenzung Kranker oder potenziell Kranker beschränkt, waren neue Maßnahmen auf den Ausbau infrastruktureller Einrichtungen gerichtet, wodurch Krankheiten der Nährboden entzogen werden sollte. Öffentliche Gesundheitsfürsorge wurde zur Aufgabe des Staates, während sie bis dahin privater und religiöser Initiative überlassen war.[21][22] Die neuen Prioritäten galten, ausgehend von Großbritannien, ab den 1830er Jahren der Beseitigung von Unrat und Abwässern in Städten und der Versorgung mit unschädlichem Trinkwasser. Die Begleiterscheinungen der Frühindustrialisierung wurden damit erkannt und schrittweise, wenn auch mit Widerstand, dagegen angegangen. Wasser musste zunächst als öffentliches Gut anerkannt werden. Erst auf dieser Grundlage konnte eine Wasserpolitik mit umfassenden rechtlichen Bestimmungen für das Eigentum und die Nutzung von Wasser entstehen. Private Besitzansprüche mussten aufgehoben werden, ein langwieriger und komplizierter Prozess, der sich in Westeuropa teilweise bis ins 20. Jahrhundert hinzog, so in Frankreich. Hinzukommen mussten adäquate Technologien in Form moderner Wasserversorgung. New York erhielt als erste Stadt 1842 ein umfassendes Röhrensystem, Aquädukte, Speicher und angebundene öffentliche Brunnen.

Der Wert technischer Wasserreinigung wurde eindrucksvoll bestätigt, seit 1849 bekannt war, dass Cholera durch Wasser übertragen wird. Dennoch dauerte es Jahrzehnte, so etwa in London bis 1868 und in München sogar bis 1881, bis sich das neue Wissen gegen einen vielfach radikalen Marktliberalismus durchgesetzt hatte und geeignete Maßnahmen ergriffen werden konnten. In London konnten um 1800 in der Themse noch Lachse gefischt und geschwommen werden, während um 1858 so starker Gestank aus dem Fluss aufstieg, dass das House of Commons mit Laken umhängt und die Sitzungen dort wegen des Gestanks abgebrochen werden mussten. Erst dieses Ereignis führte zur Beauftragung des Baus eines unterirdischen Kanalisationssystems zur Verbesserung der Stadthygiene.[23]

Außerhalb Westeuropas waren Städte teilweise schon deutlich früher für eine Verbesserung der Stadthygiene aktiv geworden. Das persische Isfahan wurde in Berichten vor der afghanischen Zerstörung 1722 für seine Wasserversorgung gerühmt. In Damaskus, einer Stadt mit damals 15000 Einwohnern, war 1872 jede Straße, jede Moschee, jedes öffentliche und private Haus im Überfluss mit Kanälen und Fontänen versorgt.[24] In Bombay wurde bereits 1859 eine öffentliche organisierte Wasserversorgung eingerichtet. In Kalkutta wurde 1865 ein Abwassersystem und 1869 eine Wasserfilterung gebaut. Dasselbe geschah in Shanghai 1883, allerdings dort durch private Investoren und nur für einige reiche Chinesen und dort lebenden Europäer. Die Chinesen verhielten sich zurückhaltend gegenüber den Erneuerungen.[25]

Hygienemaßnahmen

Medizinische Maßnahmen sind Sterilisation, Desinfektion und Quarantäne. Insbesondere im wirtschaftlichen Bereich sind Lebensmittel- und Wäschereihygiene gesetzlich geregelt. Zu den lokalen Hygienemaßnahmen gehören die Haushaltshygiene, die Lebensmittelhygiene und die klinische Hygiene. Zu den individuellen somatischen Hygienemaßnahmen zählen heute die Körper-, Mund-, Brust-, Anal- und Sexualhygiene.

In einer gemeinsamen Presseerklärung von deutschem Umweltbundesamt, Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin und Robert-Koch-Institut aus dem Jahr 2000 werden im Haushalt herkömmliche Reinigungsmittel für die Sicherung der Hygiene als ausreichend erachtet und der Einsatz von Produkten mit bakterizider, antibakterieller und antimikrobieller Wirkung abgelehnt.[26] Das gilt nicht für die klinische Hygiene.

In Bereichen mit erhöhter Infektionsgefahr dürfen laut den bundesdeutschen Unfallverhütungsvorschriften keine Uhren und kein Schmuck an Händen und Unterarmen getragen werden.[27]

Kritik an moderner Hygiene

Die moderne Hygiene und Medizin fokussiert auf die Gefahr bzw. Virulenz der Krankheitserreger. Das Fazit der 40-jährigen Forschungsarbeit des französischen Mediziners und Physiologen Claude Bernard lautete: Le germe n’est rien, le terrain est tout! („Der Keim ist nichts, das Milieu ist alles!“) Mit Keim (germ) ist hier ein mikrobieller Krankheitserreger gemeint, so wie auch heute noch in der Medizin der Ausdruck Keim gebraucht wird. Bernard brachte mit dieser Aussage zum Ausdruck, dass unabhängig von der Virulenz eines Krankheitserregers letztlich stets die jeweils vorhandene Stoffwechsel-, Wund- und Immunsituation des individuellen (menschlichen) Organismus über die vom Krankheitserreger ausgehende Gefahr entscheidet, entweder als Nährboden für die Vermehrung der Krankheitserreger (siehe Infektion) dient, oder aber eine Vermehrung derselben unmöglich macht. Im letzten Fall wären entweder nur die Kriterien einer Kontamination, nicht jedoch einer Infektion erfüllt (Kriterium Erregervermehrung im Organismus), oder aber es würde trotz des Auftretens einer Infektion eine Infektionskrankheit verhindert werden (siehe Stille Feiung). Hierbei spielt sowohl die individuelle Leistungsfähigkeit des Organismus als auch die ihm entgegengebrachte, unter anderem ärztliche, Hilfe (siehe z. B. Débridement, Tetanus) eine Rolle.

Wissenschaftliche Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen übertriebener Sauberkeit im häuslichen Umfeld und dem Auftreten von Allergien hin. Durch den verringerten Kontakt mit Krankheitserregern, besonders während der frühen Kindheit, tendiere das Immunsystem dazu, auf eigentlich harmlose Stoffe wie zum Beispiel Pollen oder Hausstaub zu reagieren.

Evolutionsforscher vermuten, dass der menschliche Körper darauf angewiesen ist, dass bestimmte Bakterien und auch Würmer in ihm oder seiner Umgebung leben.[28]

Euphemistische Verwendung des Begriffs

Der suggestive, euphemistische Begriff der „Rassenhygiene“ (Eugenik) legt nahe, dass eine (menschliche) „Rasse“ oder ein „Volkskörper“ durch wie auch immer geartete „hygienische“ Maßnahmen „rein“ gehalten (oder „bereinigt“) werden. Der Begriff bestimmte die Bevölkerungspolitik in der Zeit des Nationalsozialismus (siehe dazu Nationalsozialistische Rassenhygiene).

Siehe auch

Körperpflege
Monatshygiene
Krankenhaushygiene
Schlafhygiene
Psychohygiene
Sozialmedizin
Public Health
Sanitary Movement
Deutsches Hygiene-Museum
Internationale Hygiene-Ausstellung Dresden 1911

Literatur

T. McKeown: The role of medicine: Dream, mirage or nemesis? Blackwell, Oxford 1979
Christian Conrad: Krankenhaushygiene damals und heute – was hat sich geändert? Hygiene und Medizin 29(6), S. 204 ff. (2004), ISSN 0172-3790
M. Klade, U. Seebacher, M. Jaros: Potenzielle Gefährdung von Mensch und Umwelt durch Desinfektionsmittel in der Krankenhaushygiene: Eine vergleichende Bewertung. Krankenhaus Hygiene und Infektionsverhütung 24(1), S. 9–15 (2002), ISSN 0720-3373
A. Nassauer: Die neue Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention – Tradition und Fortschritt. Hygiene und Medizin (29(4), S. 113–115 (2004), ISSN 0172-3790
GMS Krankenhaushygiene Interdisziplinär. Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH). Online verfügbar unter:
GMS Krankenhaushygiene Interdisziplinär
Helmut Siefert: Hygiene. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 647 f.
W. Steuer, F. Schubert (Hrsg.): Leitfaden der Desinfektion, Sterilisation und Entwesung. B. Behrs, Hamburg, 8. Auflage 2007, ISBN 978-3-89947-351-3

Weblinks

 Wiktionary: Hygiene – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Hygiene – Zitate
 Wikisource: Pettenkofer: Was ist und was will „Gesundheitslehre“? – Quellen und Volltexte
Arbeitskreis Krankenhaus- und Praxishygiene” der AWMF mit allen Leitlinien zum Thema
Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité Berlin
Universitätsklinikum Essen – Krankenhaushygiene – Textsammlung zum Thema Hygiene (Menüeintrag: Skripte)
Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene
Deutsches Hygienemuseum in Dresden
Hygiene Hypothesis: Are We Too „Clean“ for Our Own Good? englischsprachige Seite (HealthLink)
Hygiene und Desinfektion in Haushalt und Klinik. FLUGS-Fachinformationsdienst am Helmholtz-Zentrum München, abgerufen am 22. August 2009 (PDF; 128 kB). 

Einzelnachweise

↑ Helmut Siefert: Hygiene. In: Enzyklopädie Medizingeschichte. 2005, S. 647.

Topics: Hygiene. In: Web-Site. WHO, abgerufen am 2. Dezember 2016. 

1906 – 2006 Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie Festschrift zum 100-jährigen Bestehen der DGHM, S. 8.

↑ Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg

↑ K.-O. Gundermann (Hrsg.): Lehrbuch der Hygiene : Umwelthygiene, Krankenhaushygiene, Individualhygiene, Sozialhygiene und öffentliches Gesundheitswesen, Epidemiologie. G. Fischer, Stuttgart ; New York 1991, ISBN 3-437-00593-6. 

↑ ausführliche Definition durch “Gesundheitsberichterstattung des Bundes”

Wasserhygiene. Abgerufen am 2. Dezember 2016. 

Institut für Bauhygiene. Abgerufen am 2. Dezember 2016. 

Abteilung Energietechnik und Bauhygiene – Stadt Zürich. In: www.stadt-zuerich.ch. Archiviert vom Original am 2. Dezember 2016; abgerufen am 2. Dezember 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stadt-zuerich.ch 

Bundesamt für Gesundheit – Wohnhygiene und Haushaltprodukte. In: www.bag.admin.ch. Abgerufen am 2. Dezember 2016. 

↑ Gundolf Keil: Hygieia. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. Walter de Gruyter, Berlin und New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 646 f.

↑ Helmut Siefert: Hygiene. 2005, S. 647.

↑ A. G. Varron: Hygiene im Mittelalter. In: Ciba-Zeitschrift. Band 7, Nr. 74, (Wehr/Baden) 1955, S. 2439–2468.

↑ Ralf Bröer: Medizinalgesetzgebung/Medizinrecht. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 942–950; hier: S. 948 f.

↑ Ernest Wickersheimer: Les Maladies épidémiques ou contagieuses (Peste, Lepre, Syphilis) et la Faculté de Médecine de Paris de 1399 à 1511. In: Bull. Soc. franc. d’ hist. de la méd. Band 13, Nr. 21, 1914.

↑ A.G.Varron: Hygiene in der mittelalterlichen Stadt

animalia quaedam minuta, quae non possunt oculi consequi et per aera intus in corpus per os ac nares perveniunt atque efficiunt difficilis morbos (Tiere, die so klein sind, dass die Augen sie nicht sehen können, und die durch die Luft in den Körper gelangen durch Mund und Nase und schwere Krankheiten verursachen.) – Verro: Rerum Rusticarum libri tres, lib. I, cap. 12.

↑ Heinz P. R. Seeliger: 100 Jahre Lehrstuhl für Hygiene in Würzburg. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 6, 1988, S. 129–139; hier: S. 130

↑ SCHMIDT, Ferdinand A.: Die körperliche Erziehung und die Leibesübungen in der Geschichte der Hygiene. Bogeng, G.A.E. (Hrsg.): Geschichte des Sports aller Völker und aller Zeiten. Leipzig: E. A. Seemann, 1926, S. 87.

↑ Arnd Krüger: Geschichte der Bewegungstherapie. In: Präventivmedizin. Springer Loseblatt Sammlung, Heidelberg 1999, 07.06, S. 1–22.

↑ Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts. C. H. Beck. 2 Auflage der Sonderausgabe 2016. ISBN 978-3-406-61481-1. S. 260

↑ Axel Hüntelmann: Hygiene im Namen des Staates. Das Reichsgesundheitsamt 1876–1933. Göttingen 2008.

↑ Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts. C. H. Beck. 2 Aufl. der Sonderausgabe 2016. ISBN 978-3-406-61481-1. S. 262

↑ Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts. C. H. Beck. 2 Aufl. der Sonderausgabe 2016. ISBN 978-3-406-61481-1. S. 263

↑ Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts. C. H. Beck. 2 Aufl. der Sonderausgabe 2016. ISBN 978-3-406-61481-1. S. 264

↑ Antibakterielle Reinigungsmittel im Haushalt nicht erforderlich Bundesinstitut für Risikobewertung 17/2000, 22. August 2000

↑ Jörg Braun: Tipps für die Stationsarbeit. In: Jörg Braun, Roland Preuss (Hrsg.): Klinikleitfaden Intensivmedizin. 9. Auflage. Elsevier, Urban & Fischer, München 2016, ISBN 978-3-437-23763-8, S. 1–28, hier: S. 13–15 (Hygiene auf der Intensivstation).

↑ Spiegel 40/2009

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4026331-9 (AKS)

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Ein Zauberkünstler, auch Illusionist oder Magier, ist ein Künstler der darstellenden Zauberkunst, der mit den Möglichkeiten wissenschaftlicher Erkenntnissen und Techniken scheinbar die physikalischen Naturgesetze aufzuheben vermag: Dinge erscheinen, verschwinden, verwandeln sich und können sogar schweben. Auch das vermeintliche “Gedankenlesen” gehört dazu.

Inhaltsverzeichnis

1 Bezeichnungen
2 Geschichte
3 Zauberkünstler und „echte“ Zauberer
4 Zaubererverbände
5 Meisterschaften
6 Bekannte Zauberkünstler
7 Literatur
8 Weblinks
9 Einzelnachweise

Bezeichnungen

Die alternative Bezeichnung „Magier“ kommt vom Namen zoroastrischer Priester, der Mager. Sie bezieht sich zunächst auf den Zauberer, der über tatsächliche oder vorgestellte magische Fähigkeiten verfügt. Zauberkünstler verwenden diese Eigenbezeichnung, um die vorgeführte Illusion psychologisch zu verstärken und in die Nähe des Übernatürlichen zu rücken. Weitere Alternativen sind Taschenspieler, Gaukler, Illusionisten sowie Entfesselungskünstler, Mentalisten etc.

Geschichte

Über Menschen, die sich durch Anwendung von Tricks als ernsthafte Zauberer ausgaben, finden sich in der Geschichte zahlreiche Belege, etwa über Tempelmagier, die ihre Klientel durch Wissensvorsprung über physikalische Gesetze wie etwa Aeolipile zu Opfern veranlassten. Viele spätere Zaubertricks haben einen kriminellen Ursprung wie Falschspiel, Taschendiebstahl, Vortäuschung spiritistischer Phänomene oder Fakirtricks. Jedoch wurde bereits auf hellenistischen Marktplätzen das klassische Kunststück des „Becherspiels“ beobachtet, das rein zu Unterhaltungszwecken diente. Das erste Buch, in dem konkrete Zauberkunststücke unter Ausnutzung naturwissenschaftlicher Kenntnisse und Tricks beschrieben werden, ist De viribus quantitatis („Die Kraft der Zahlen“) des mit Leonardo da Vinci befreundeten Franziskaners Luca Pacioli um 1500. Das Buch wurde jedoch nie verbreitet und geriet in der Universität von Bologna in Vergessenheit. Als erstes verbreitetes Buch mit Trickerklärungen gilt The Discoverie of Witchcraft von Reginald Scot (1584). Es diente der Volksaufklärung, da etwa während der Zeit der Hexenverfolgung in allem, was man nicht verstand, Teufelswerk erblickt wurde. Ein Anleitungsbuch für Taschenspielertricks mit dem Titel Hocus Pocus Iunior. The anatomie of Legerdemain erschien 1634 in London.

Erst im 18. Jahrhundert wurde für die bis dahin nur als „Taschenspiel“ bekannte Kunst der Begriff „Zauberei“ oder „Zauberkunst“ verwendet, der ursprünglich eine rein magische Bedeutung hatte. Das erste bekannte Zaubertheater eröffnete Joseph Pinetti Ende des 18. Jahrhunderts in Berlin. Die Zauberkunst erfuhr im 19. Jahrhundert eine Aufwertung, als Jean Eugène Robert-Houdin, John Henry Anderson und Alexander Heimbürger begannen, sie zeitgemäß und stilvoll wie die etablierten Künste zu präsentieren. Um 1900 hatten Zauberkünstler und sonstige Kuriositätenkünstler als Entertainer Konjunktur. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts reisten Zauberkünstler mit aufwändigen Illusionsshows („Goldenes Zeitalter der Zauberkunst“).

Zauberkünstler und „echte“ Zauberer

Ließen Zauberkünstler früher noch bisweilen offen, welcher Natur ihre „Wunder“ waren, so ist Derartiges heute die Ausnahme. Dennoch werden Zauberkunststücke von manchen Zeitgenossen als echte Zauberei interpretiert. Dazu regen insbesondere die sogenannten Mentalisten an, die zwar vorgeben, es ihrem Publikum zu überlassen, ob die Darbietung als Realität oder Illusion bewertet werden soll, aber in Wirklichkeit gerade mit diesem Aberglauben spielen und ihn dadurch nähren.

Traditionell fühlten sich prominente Zauberkünstler als Trickexperten dazu aufgerufen, Trickbetrüger auf dem Gebiet des scheinbar Übersinnlichen zu entlarven, so etwa John Henry Anderson, John Nevil Maskelyne, Houdini, Dunninger, Milbourne Christopher, James Randi, Derren Brown und Penn & Teller.

Zaubererverbände

Siehe auch: Liste der FISM-Mitglieder

Amateur- und Profizauberer sind sowohl national organisiert etwa im Magischen Zirkel von Deutschland, Magischen Klub Wien in Österreich, Magischen Ring der Schweiz, The Magic Circle im Vereinigten Königreich als auch international zum Beispiel in der Fédération Internationale des Sociétés Magiques oder der International Brotherhood of Magicians. Die Society of American Magicians wählt seit 1967 herausragende Zauberer aus aller Welt in eine Hall of Fame.[1]

Meisterschaften

In Deutschland finden alle drei Jahre, veranstaltet durch den Magischen Zirkel von Deutschland, die Deutschen Meisterschaften der Zauberkunst statt. Neben den Preisträgern in den Sparten wird seit 2008 auch der Titel Deutscher Meister der Zauberkunst vergeben. Jeweils im Folgejahr führt die internationale Dachorganisation Fédération Internationale des Sociétés Magiques mit den World Championships of Magic die Weltmeisterschaft durch. Auch dort wird neben den Spartensiegern mit dem Grand-Prix-Gewinner ein Gesamtweltmeister gekürt.

Bekannte Zauberkünstler

Liste der Weltmeister der Zauberkunst
Liste der Europameister der Zauberkunst
Deutscher Meister der Zauberkunst
Magier des Jahres und Schriftsteller des Jahres
Society of American Magicians Hall of Fame
Liste von Zauberkünstlern
Meisterschaft der Zauberkünstler in Österreich

Literatur

Alexander Adrion: Die Kunst zu zaubern. 1978. ISBN 978-3-7701-1064-3
Oliver Erens: Zauberei für Dummies. Wiley, Weinheim 2011. ISBN 978-3-527-70638-9
Felderer/Strouhal: Rare Künste. Zur Kultur- und Mediengeschichte der Zauberkunst.
Ricky Jay: Sauschlau & Feuerfest. Menschen, Tiere. Sensationen des Showbusiness. 1988. ISBN 978-3-921785-50-8
Natias Neutert: You Can Make Magic. Transl. by Doris Beer, 1982. ISBN 0-207-14843-0
James Randi: Conjuring. 1992. ISBN 978-0-312-09771-4
Jim Steinmeyer: Hiding the Elephant. How Magicians Invented The Impossible An Learned To Disappear. (1. Aufl. 2003), 2006. ISBN 978-3-211-33385-3
Gisela und Dietmar Winkler: Das große Hokuspokus. Aus dem Leben berühmter Magier. 1982. ISBN 978-3-362-00336-0
Wittus Witt: Zaubern und Verzaubern. 2008. ISBN 978-3-89089-862-9
Jochen Zmeck: Wunderwelt Magie. 1966. ISBN 978-3-8004-1017-0

Weblinks

Magicnook Magier-Kurzbiographien (englisch)
Kurzbiografien zahlreicher Zauberkünstler (deutsch)
„Magische Welt“: Fachzeitschrift für Zauberkunst
Lexikon der Zauberkunst: Zauber-Pedia

Einzelnachweise

↑ Website der Society of American Magicians, SAM Hall of Fame

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4190545-3 (AKS)

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Kategorien: ZauberkünstlerBeruf (Kleinkunst)

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(Konserven)dosen aus Aluminium oder Weißblech sind eine weit verbreitete Verpackungsform für Lebensmittel und Flüssigkeiten

Eine Verpackung bezeichnet im Allgemeinen die Hülle bzw. (die partielle oder vollständige) Umhüllung eines Objektes insbesondere zu dessen Schutz oder zur besseren Handhabung. Zugleich bezeichnet der Begriff auch den Vorgang des Verpackens bzw. das Verpacktwerdens.

Im Kontext von Handel und Produktion wird der Begriff auf die Verpackung von Produkten bezogen: Hier ist eine Verpackung (in der Kaufmannssprache auch Emballage genannt) die gezielt angebrachte, wieder möglichst ohne größeren Aufwand lösbare Umhüllung eines Produktes. Die Umhüllung kann partiell oder vollständig erfolgen. Es wird unterschieden zwischen der direkten Verpackung eines Produkts, der Primärverpackung, und der Umverpackung oder Sammelpackung, die auch unter dem Begriff Sekundärverpackung geführt wird.[1]

Der zu verpackende Gegenstand wird Packgut genannt, das fertig verpackte Produkt ist das Packstück. Mehrere Packstücke des gleichen Packgutes bilden eine Sammelpackung. Der Begriff Packung kann sowohl synonym für Verpackung als auch für die Gesamtheit aus Packgut mit Verpackung stehen. Als Wirtschaftszweig spricht man heute allgemeiner auch von Packaging, von den Materialwissenschaften über die Produktion bis zur Transportlogistik.

Bestimmte Produkte wie Schüttgüter, Flüssigkeiten oder Gase werden in jeweils für sie geeigneten Behältern verpackt (Tuben, Eimer, Flaschen, Kisten oder Dosen). Diese Produkte werden durch die Verpackung zu Stückgütern.

Viele Produkte, insbesondere Lebensmittel, können ohne eine geeignete Verpackung nicht gelagert, verteilt oder verkauft werden. Eine Verpackung bildet dabei unter anderem aus einer oder mehreren Produkteinheiten eine logistische Einheit (engl. Unit Load, siehe Glossar der Logistik) und unterstützt damit die jeweiligen Ablaufprozesse in Logistik und Handel.

Verpackungen und Verpackungssysteme gibt es als Mehrweg- und als Einwegversionen. Einwegverpackungen sind nur für den einmaligen Gebrauch hergestellt. Mehrwegverpackungen werden mehrfach benutzt, d. h. nach dem Transport / Verkauf / Gebrauch entleert und wieder neu befüllt. Eine Gruppe von Mehrwegsystemen sind Pfandsysteme.

Inhaltsverzeichnis

1 Arten von Verpackung

1.1 Geschenkverpackung
1.2 Verkaufsverpackung
1.3 Serviceverpackung
1.4 Umverpackung
1.5 Retail-Verpackung
1.6 Transportverpackung
1.7 Bulk

2 Funktionen von Verpackung

2.1 Schutz
2.2 Verbergen und Überraschungseffekt
2.3 Funktionen beim Verkauf und bei der Nutzung durch den Endverbraucher

2.3.1 Dosierung bzw. Entnahme
2.3.2 Kommunikation

2.3.2.1 Information
2.3.2.2 Werbung

2.3.3 Täuschung: Mogelverpackung
2.3.4 Rationalisierung
2.3.5 Schmuck, Sonderedition

2.4 Funktionen von Verpackungen in der Logistik

2.4.1 Lagerung
2.4.2 Transport
2.4.3 Zusatznutzen

2.4.3.1 Komfort
2.4.3.2 Weiterverwendung

2.5 Herstellung

3 Komponenten

3.1 Packmittel
3.2 Packhilfsmittel

4 Packstoffe
5 Wiederverwertung, Ökologie

5.1 Einweg
5.2 Mehrweg
5.3 Kompostierbar

6 Verpackungsindustrie

6.1 Papierindustrie
6.2 Lebensmittelverpackungen

7 Siehe auch
8 Weblinks
9 Literatur
10 Einzelnachweise

Arten von Verpackung

Geschenkverpackung

Geschenkverpackung von Panettone in Lugano an Weihnachten

Eine Geschenkverpackung wertet einen Gegenstand optisch auf, um dem Empfänger eines Geschenkes die durch den Schenkenden entgegengebrachte Wertschätzung auszudrücken. Bei Geschenkverpackungen kommen zumeist zusätzliche Verzierungen zum Einsatz. Die verwendeten Formen und Farben richten sich nach dem Anlass.
Ein wichtiges Moment ist bei Geschenkverpackungen zusätzlich häufig das bewusste Verhüllen des Geschenks, so dass der geschenkte Gegenstand noch im Verborgenen bleibt und so das Auspacken auch eine Überraschung mit sich bringt.

Verkaufsverpackung

Verkaufsverpackung einer MicroSD-Speicherkarte für den asiatischen Markt.

Eine Verkaufsverpackung unterstützt die Haltbarkeit einer Ware und dient ihrem Schutz auf dem Weg vom Handel bis zum Endverbraucher.
Darüber hinaus kann eine Verpackung durch ihre räumliche oder farbliche Gestaltung und als Trägerin informierender Aufschriften und Bilder zusätzliche Dienste leisten.

Serviceverpackung

Serviceverpackungen sind eine besondere Form der Verkaufsverpackung. Serviceverpackungen werden erst beim Verkaufsvorgang an den Endkunden (Verbraucher) in der Verkaufsstelle der Ware hinzugefügt.

Umverpackung

Die Umverpackung umschließt die Verkaufsverpackung als zweite Schicht ohne zusätzliche Schutzfunktionen. Beispiel dafür ist eine Faltschachtel um eine Zahnpastatube.

Retail-Verpackung

Historische Aufnahme – Verpackung von runden Nürnberger Lebkuchen in Kartons

Als Retail-Verpackung bezeichnet man eine Umverpackung, welche für den Einzelverkauf im Handel vorgesehen ist (Einzelhandelsversion). Retail-Verpackungen besitzen neben ihrer Schutzfunktion weitere Funktionen wie beispielsweise die Zur-Verfügung-Stellung einer Fläche für Informationen oder Werbebotschaften.

Transportverpackung

Transportverpackungen dienen ausschließlich dem Transport der Ware z. B. Transportpalette#Einwegpaletten, Stretchfolien und Umreifungsbänder.

Bulk

In einer Bulk– oder Original Equipment Manufacturer (OEM)-Verpackung (engl., zu Deutsch Erstausrüster-Verpackung) ist in der Regel ein einzelner Artikel als Teil einer größeren Verpackungseinheit ohne eine separate Umverpackung enthalten. Dabei handelt es sich um eine En-gros-Verpackung eines Herstellers von fertigen Komponenten oder Produkten, welche in dessen eigenen Fabriken produziert wurden, aber nicht von ihm selbst einzeln in den Handel gebracht werden, sondern in größeren Sammeleinheiten über Großhandelsstationen verteilt werden,

Funktionen von Verpackung

Schutz

Verpackung Leica-Kamera M3; 1954
Verpackung Leica-Kamera M8 2008; 2010

Eine Verpackung soll vornehmlich die Ware selbst vor Umwelteinflüssen, Beschädigung, Verunreinigung und (Mengen-)Verlust schützen. Daneben schützt sie auch die das Material handhabenden Menschen vor Verletzungen, z. B. bei scharfkantigen, spitzen oder giftigen Gegenständen. Weiterhin werden das Transportmittel, die Umwelt und die anderen Waren vor Beschädigungen etwa durch auslaufende Flüssigkeiten geschützt. Ein weiterer Aspekt ist die Konservierung von Lebensmitteln, zum Beispiel durch luftdichte oder -leere Verpackungen. Der Einsatz aseptischer Abfülltechniken, sterilen Befüllens, von Schutzgas- oder Vakuumverpackungen sind gängige Methoden.

Durch entsprechende Gestaltung der Verpackung (Verschlüsse, Versiegelung, Fertigpackungen) kann auch ein größerer Schutz vor Manipulationen und Diebstählen erreicht werden.

Verbergen und Überraschungseffekt

Gerade bei Geschenkverpackungen ist das bewusste Verhüllen des Geschenks eine wichtige Funktion, so dass der geschenkte Gegenstand noch im Verborgenen bleibt und so das Auspacken auch eine Überraschung mit sich bringt.

Funktionen beim Verkauf und bei der Nutzung durch den Endverbraucher

Dosierung bzw. Entnahme

Reinigungsmittel zur besseren Handhabbarkeit (Handling) mit einem Handgriff versehen. Kunststoffgebinde als Flasche ausgeformt und Deckel zur angemessenen Abmessung der Flüssigkeit benutzbar

Viele Packgüter werden mittels ihrer Verpackung für die beabsichtigte Endanwendung dosiert. Die Verpackung enthält oder ist selbst ein Hilfsmittel zum entsprechenden Dosieren (Deckel von Putzmittelflaschen; kleine Messbehälter in Waschmittelpulver-Kartons). Auch werden Lebensmittel häufig direkt aus einer Verpackung entnommen und konsumiert (Bierflasche, Schokoladenriegel, Eis).

Kommunikation

Die Entscheidung für eine bestimmte Verpackung dient heutzutage mehr denn je der möglichst schnellen und einfachen, erinnerbaren, nachhaltigen Identifikation eines Produktes auf dem Markt. Sie muss die sogenannte Persönlichkeit des Produktes und der betroffenen Marke vermitteln und dient vor allem auch der Abgrenzung zu Konkurrenzprodukten. Die Vermittlung eines Zusatznutzens (engl. Unique Selling Proposition) ist eine weitere wichtige Kommunikationsfunktion der Produktverpackung.

Information

Die Verpackung kennzeichnet das Produkt nach Art, Menge, Gewicht und Preis, informiert über Gefahrguthinweise, Verfallsdaten bzw. Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD) und Verwendungszweck, und ist zudem Träger von kodierten Daten (Barcodes). Beispielsweise ermöglicht der Aufdruck der European Article Number (EAN-Code) (engl., dt. Europäische Artikel-Nummer) ein rasches Einlesen an einer Scannerkasse.

Werbung

Durch die Verkaufsverpackung kann der Käufer ein Produkt erkennen, sei es am Namen, am verwendeten Firmenlogo oder an Farbe oder Form der Verpackung. Eine ansprechende Verkaufsverpackung kann den Verkauf und damit den Absatz eines Produktes fördern, steigert also den Erlös und bei einer entsprechend positiv ausgeführten Kalkulation auch den Gewinn des entsprechenden Verkäufers. Darüber hinaus kann sie neue Kunden gewinnen, was wiederum die erzielten Erlöse und damit unter Umständen auch wieder den Gewinn steigern kann. Eine Verkaufsverpackung vermittelt in der Regel den ersten und damit kaufentscheidenden Eindruck.

Täuschung: Mogelverpackung

Einen Sonderfall der Kombination von Produkt und Verpackung stellt die sogenannte Mogelpackung dar: hier wird durch die Aufmachung der Verpackung ein anderer, besserer oder größerer Nutzen des verpackten Produktes vorgetäuscht, als dieses in Wirklichkeit hergibt. Mogelverpackungen sind in Deutschland und vielen anderen Ländern gesetzlich verboten (Verbraucherschutz).

Rationalisierung

Moderne Selbstbedienungssysteme konnten erst durch den Einsatz neuartiger Verpackungsmethoden als Hilfsmittel zur Rationalisierung des Verkaufsvorganges ihren Aufschwung und nun vorherrschende Stellung erzielen.
So entfällt etwa an einer Fleischtheke das Wiegen und Abpacken der gewünschten Waren, wenn diese zuvor bereits an einem anderen Ort oder bei anderer Gelegenheit verpackt, gewogen und ausgezeichnet wurden und danach zur Selbstbedienung ausgelegt werden.

Schmuck, Sonderedition

Goldmünze in Schmuck- und zusätzlich für eine mögliche Präsentation geeigneter Verpackung (aufklappbare Kunststoffbox) mit Um-/Schutz- und Transportverpackung (Karton und Briefumschlag)

Eine Schmuckverpackung kann die Verkaufszahl des verpackten Produktes steigern durch eine attraktive und unter Umständen jeweils nur für eine bestimmte Zeit oder in begrenzter Stückzahl/Auflage hergestellte und erhältliche Aufmachung (Sonderedition).

Funktionen von Verpackungen in der Logistik

Lagerung

Historische Aufnahme von zwei Packerinnen in einem Nahrungsmittel herstellenden Betrieb, Erfurt (D);
Modernes Palettenregallager mit Palettenumschlagbereich; 2007

Jede Ware wird vom Zeitpunkt der Herstellung bis zu dem Zeitpunkt des Ge- oder Verbrauches in der Regel mehrmals ein- oder umgelagert. So ist eine Lagerung beim Hersteller, Importeur, im Groß- und Einzelhandel, beim Spediteur oder Lagerhalter sowie beim Verbraucher möglich. Mithilfe einer geeigneten Verpackung lässt sich so eine Ware oder ein Produkt leichter, sicherer und schneller lagern.

Transport

Ein Personal Computer in seiner Transport- und Versandverpackung mit Packhilfsmitteln (Kunststoffecken) als Schutz gegen Stöße von außen

Während des Transportes soll die Transportverpackung verhindern, dass eine Ware übermäßigen mechanischen Beanspruchungen (Vibrationen, Stöße) ausgesetzt ist. Dies kann durch einen mehrfachen Schutz (Karton, Transportpalette) erfolgen. Genormte Verpackungen führen zu einem geringeren Raumbedarf auf den Transportmitteln. Die Normung kann sogar so weit gehen, dass die Maße der Packmittel (etwa Paletten oder Gitterboxen) genau auf die Maße der Transportmittel abgestimmt werden, so zu einer optimalen Auslastung des Transportmittels führen sowie den Lade- und Entladevorgang beschleunigen. Diese Sachverhalte werden im DPR-Modell abgebildet.

Zusatznutzen

Komfort

Eine einfache Handhabung, die Stapelbarkeit auf Paletten und die Möglichkeit, eine Verpackung im Handel auf einfache Weise und möglichst geringem zusätzlichem Aufwand auszustellen, fasst man dabei mit dem Begriff der in der Verpackung enthaltenen Komfortleistung zusammen. Diese Leistung sowie eine unter Umständen zusätzlich beinhaltete Informations- und Verkaufsleistung einer Verpackung bezeichnet man auch als Convenience.

Weiterverwendung

Des Öfteren bieten Verkaufsverpackungen einen zusätzlichen Nutzen in Form ihrer möglichen Weiterverwendung nach dem Verbrauch oder der Entnahme des darin bisher enthaltenen Produktes. Dieser hat zur gekauften Ware selbst oft keinen Bezug. Beispiel ist ein Senfglas mit der Ausformung der Verpackung als Trinkglas. Solche Verpackungen sollen meist als Kaufanreiz fungieren, indem die Käufer ein bestimmtes Produkt bevorzugen, da sie die weitere Verwendung der Verpackung bereits im Auge haben. Dies kann als sog. „Upcycling“ bezeichnet werden.

Herstellung

Verpackungen können aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Die häufigsten sind Glas, Blech, Kunststoff und Karton. Kunststoff können als Formteile oder als Kunststofffolie auftreten. Bei der Herstellung einer festen Kunststoffverpackung gibt es zwei verschiedene Verfahren: das Spritzgießen und das Thermoformen. Kartonverpackungen (Kartonage) entstehen durch das Stanzverfahren.

Komponenten

Streckband am laufenden Meter

In der Verpackungstechnik werden zwei Komponenten unterschieden.

Packmittel

Das Packmittel ist der Hauptbestandteil einer Verpackung. Mit ihm wird das Packgut teilweise oder vollständig umschlossen oder zusammengefasst.

Packhilfsmittel

Das Packhilfsmittel dient vor allem dazu, eine Verpackung zu verschließen (etwa mit einem Klebeband) oder auszupolstern (etwa mit Schaumstoff, Papier, Luftpolstertaschen). So besteht etwa die Verpackung des Inhalts einer Flasche aus ihrem Flaschenkörper als Packmittel sowie ihrer Kappe, ausgeformt als Kronenkorken, Korken oder Schraubverschluss als Versiegelung ihrer Öffnung und dem Etikett als Packhilfsmittel.

Packstoffe

Die Materialien, aus denen eine Verpackung gebildet wird, heißen Packstoffe. Typische Verpackungsmaterialien sind Papier, Kunststoff, Holz, Metall (Weißblech, Aluminium) oder Glas. Verpackungen aus Wellpappe werden auch Kartonagen genannt.

Derzeit werden absolut dichte und chlorfreie Verpackungen für Lebensmittel und Medikamente aus Graphen erprobt. Dadurch wird die Herstellung von Verpackungen ohne die chlorhaltigen, gesundheitsschädlichen Polymere ermöglicht, zudem bleibt das Aroma von Lebensmittel in Graphen-Verpackungen komplett erhalten.[2]

Wiederverwertung, Ökologie

Verpackungen belasten durch Herstellung und Entsorgung die Umwelt. Verschiedene Verpackungen wurden deshalb schon häufig in einer Ökobilanz untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass es oftmals nicht sinnvoll ist, Verpackungen nur aufgrund ihres Materials zu beurteilen oder zu vergleichen. Vielmehr ist es notwendig, die Verpackung im Zusammenhang mit ihren Funktionen zu untersuchen und in der Ökobilanz auch zu berücksichtigen, dass unterschiedliche Verpackungen auch einen Einfluss auf Haltbarkeit oder Vertriebsverluste beim Produkt haben können.[3]

Bereits gebrauchte Verpackungen, ganz gleich, ob für die einmalige oder die mehrmalige Verwendung bestimmt, gelten in Deutschland grundsätzlich nicht als Müll, sondern als Wertstoff, dessen Entsorgung, Verwertung und Wiederverwendung in der Verpackungsverordnung geregelt ist.

Einweg

Einwegverpackungen aus privaten Haushalten, die mit dem Grünen Punkt gekennzeichnet sind, werden im Rahmen des sogenannten Dualen Systems Deutschland (DSD) einem Wertstoffkreislauf zugeführt.

Siehe auch: Recycling, Müllverbrennung und Müllvermeidung

Mehrweg

Mehrwegverpackungen nehmen im Allgemeinen an einem Leih- und Rückgabeverkehr teil und werden häufig gegen Pfand (schweizerisch: Depot) abgegeben. Die bekannteste Mehrwegverpackung ist die Mehrwegflasche. Seit 2003 gilt in Deutschland eine Pfandpflicht auch für in Einwegverpackungen angebotene Getränke.

Im Transportwesen werden normierte Mehrwegpaletten (z. B. Europoolpaletten) bei einer An- oder Auslieferung ausgetauscht.

Kompostierbar

Eine Alternative zu herkömmlichen, oft nicht mehr weiter verwendbaren und damit nach ihrem Gebrauch zu Abfall werdenden Packstoffen sind Verpackungen aus kompostierbaren Materialien. Sie werden aus biologisch abbaubaren Kunststoffen hergestellt und bestehen teilweise oder komplett aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Stärke, Cellulose oder Polymilchsäure. Diese Kunststoffe eignen sich als Verpackungsmaterialien für verschiedene Produkte, zum Beispiel für Lebensmittel.

Verpackungsindustrie

Die Branche ist stark fragmentiert, da die einzelnen Teilbranchen – Papier, Karton, Pappe (Wellpappe), Kunststoff, Metall (Weißblech), Behälterglas und Holz – sich teilweise deutlich voneinander unterscheiden.
Die Verpackungsindustrie in Deutschland konnte 1996 bis 2009 ihren Umsatz um rund 40 % steigern. Die Beschäftigtenzahl sank im gleichen Zeitraum auf 115.685.[4] Im Jahr 2012 betrug der Umsatz der Branche 29,7 Milliarden Euro, 2014 gab es 1144 Unternehmen mit 135.117 Mitarbeitern.[5]

Papierindustrie

Hauptartikel: Papierindustrie

Die Papierverpackungsindustrie erwirtschaftete 2014 etwa 46 % des Gesamtumsatzes der deutschen Verpackungsindustrie.[6]

2012 lagen die globalen Umsatzerlöse der Papierverpackungsindustrie bei 354,2 Milliarden US-Dollar.[7]
Zu den größten der Papierbranche gehörten zu dieser Zeit Kimberly-Clark, NewPage Corporation, International Paper, Svenska Cellulosa und Stora Enso, wobei die Produktpalette der genannten sich in der Regel nicht auf Verpackungen beschränkt.

Papier- und Folienhersteller sind im Industrieverband Papier- und Folienverpackung e.V.[8] organisiert. Als Netzwerk der Verpackungsindustrie bezeichnet sich das Deutsche Verpackungsinstitut dvi.[9] Eine Gesamtliste aller Branchenverbände findet sich auf der Website des DVI.[10]

Lebensmittelverpackungen

Einer der größten Industriezweige ist die Lebensmittelindustrie, die wesentlich auf Lebensmittelverpackungen aufbaut. Schätzungen von Euromonitor International zufolge besitzt diese Industrie einen Wert von 1,6 Billionen US-Dollar.[11]

Siehe auch

Kontraktpacker (Copacker)
Neuromarketing
Verpackungsfreier Laden
Verpackungstechnologe

Weblinks

 Commons: Packaging – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Verpackung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Deutsches Verpackungs-Museum

Literatur

Heinrich Martin: Transport- und Lagerlogistik. Vieweg, Braunschweig / Wiesbaden 2000, ISBN 3-528-24941-2
Thomas Krieg, Sylvia Walther (Illustrationen): Verpackt und zugeklebt. rokoko-Netzwerk für Kommunikation Dortmund im Auftrag von ratioform Verpackungen GmbH, Pliening-Landsham 2004, ISBN 3-00-013011-X
Harald Seeger: Praxisbuch Packaging. Wie Verpackungsdesign Produkte verkauft. mi-Wirtschaftsbuch, München 2009, ISBN 978-3-86880-010-4.
Gavin Ambrose, Paul Harris: This end up- kreatives Verpackungsdesign. Stiebner, München 2003, ISBN 978-3-8307-1287-9.
Günter Bleisch, Horst Goldhahn, Gerhard Schricker, Helmut Vogt: Lexikon Verpackungstechnik. Hamburg 2006, ISBN 978-3-89947-326-1

Einzelnachweise

↑ Günter Bleisch, Horst Goldhahn, Gerhard Schricker, Helmut Vogt: Lexikon Verpackungstechnik. Hamburg 2006, ISBN 978-3-89947-326-1.

↑ News zur Erprobung alternativer Verpackungsmaterialien. In: medewo.com, abgerufen am 4. Juli 2012.

Der Einfluss von Verpackungen auf den Lebenszyklus von Produkten. In: esu-services.ch

Branchenreport Verpackungsindustrie Deutschland. In: IG Metall. 2010, abgerufen am 2. Juni 2017. 

Branchendaten. Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) e.V., abgerufen am 1. August 2016 (Gemäß Karriereportal des Verbandes). 

↑ de.statista.com

↑ Global Forest, Paper & Packaging Industry Survey: 2013 edition – survey of 2012 results. PwC. 2013.

↑ ipv-verpackung.de

↑ verpackung.org Deutsches Verpackungsinstitut

↑ Links. In: verpackung.org

↑ The World’s Biggest Industry. forbes.com.

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4063118-7 (AKS)

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Kategorie: Verpackung

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EDV ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum enddiastolischen Volumen siehe Schlagvolumen.

Elektronische Datenverarbeitung (EDV) ist der Sammelbegriff für die Datenverarbeitung, d. h. die Erfassung und Bearbeitung von Daten, durch elektronisch rechnende Maschinen oder Computer.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte

1.1 Elektronische Maschine
1.2 RPG

2 Weblinks
3 Einzelnachweise

Geschichte

Elektronische Maschine

Am 5. Oktober 1959 stellte IBM den Transistorrechner IBM 1401 vor. Er wurde, wie hier im Film[1] (Paris 1960) zu sehen, positioniert unter dem Banner „electronic data processing“, deutsch elektronische Datenverarbeitung (EDV).

bei 0:46 Min. wird diese Maschine als Weiterentwickelung der (damals) tradierten Lochkartentechnik vorgestellt, links gezeigt wird die Tabelliermaschine,
bei 0:53 Min. links ein Lochkartenmischer, rechts ein Lochkartensortierer (den die IBM 1401 nicht ersetzen konnte, da sie selber stark Lochkartenorientiert war).
bei 03:39 Min. eine druckende Tabelliermaschine im Vergleich mit der Druckgeschwindigkeit eines Druckers der IBM 1401

RPG

Zeitgleich stellte IBM den Reportgenerator RPG vor.

„Um die große Anzahl der Umsteiger von Lochkartenmaschinen auf EDV-Systeme, insbesondere auf die IBM 1400-Serie zu unterstützen, entwickelte IBM den Report Program Generator (RPG). Dies ist eine Beschreibungssprache, mit der der Listenaufbau von Tabelliermaschinenanwendungen beschrieben werden konnte und einem Übersetzungsprogramm, das aus den abgelochten Beschreibungsformularen ein 1401-Programm erzeugte.“[2]

Hier wurde der Begriff elektronische Datenverarbeitung geboren. Er dokumentierte die Transformation damals real existierender elektromechanischer Datenverarbeitungsmaschinen (Tabelliermaschine, Lochkartenmischer und Co.) in die programmierte virtuelle Softwareumgebung eines Computers. Dies bot Vorteile:

Die langsame Rechnung insbesondere der Multiplikation/Division elektromechanischer Rechenwerke war Vergangenheit.
Eine 1401 bot beim Mietpreis zweier Tabelliermaschinen einen deutlichen Mehrwert (mehrfachen Durchsatz), ein Vorteil, den Banken und Versicherungen sowie der Mittelstand zu Nutzen wussten; die IBM 1401 wurde bis Produktionsende am 8. Februar 1971 über 12 000 Mal verkauft.
Noch heute finden sich per Reportgenerator (RPG) erarbeitete Lösungen und werden gepflegt.[3]

Weblinks

 Wikibooks: EDV – Lern- und Lehrmaterialien
 Wiktionary: EDV – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Sascha Kersken: Kompendium der Informationstechnik. EDV-Grundlagen, Programmierung, Mediengestaltung. Galileo Press, Bonn 2005, ISBN 3-89842-668-8.
Funktionsfähige frühe Lochkarten-EDV im Museum
Von Hollerith zu IBM – Die Geschichte der kommerziellen Datenverarbeitung
IBM-Lochkartensysteme
Heise-Newsticker: Heinz Nixdorf Museumsforum zeigt Hollerithmaschine
Thomas Watson Jr.: Von der Tabelliermaschine zu IBMs System/360.
Abkürzungen aus der EDV, IT und Technik

Einzelnachweise

IBM 1401 französische Präsentation mit englischen Untertiteln auf YouTube

↑ Günther Sander, Hans Spengler: Die Entwicklung der Datenverarbeitung von Hollerith Lochkartenmaschinen zu IBM Enterprise-Servern. Seite 39 PDF Selbstverlag, Böblingen 2006, ISBN 3-00-019690-0.

„Von Lochkarten zu Webservices: IBM i 7.3“ Heise online 12. April 2016

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Krankenpflege Definition des internationalen Pflegeverbandes Geschichte der Krankenpflege Aus-, Fort- und Weiterbildung Spezifische Belastungen Politischer Einfluss Ethik in der Krankenpflege Arbeitskämpfe in der Pflege Vertrauen in die Pflegenden und Berufsprestige Pflegefehler Navigationsmenü aus Düsseldorf

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Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland und Österreich dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Die Gesundheits- und Krankenpflege als Beruf umfasst die Versorgung und Betreuung von Menschen aller Altersgruppen. Insbesondere kranke, behinderte und sterbende Menschen werden in der Pflege versorgt und betreut, aber auch die Verhütung von Krankheiten und Gesunderhaltung gehören zu den Aufgaben der Pflege.

Krankenpflege hat zum Ziel als mitmenschliches Handeln sowohl eine möglichst selbstbestimmte Lebensgestaltung des Kranken wiederherzustellen als auch innerhalb einer Gesellschaft die Gesundheit aller Mitglieder zu erhalten.[1]

Während früher vor allem von Krankenpflege die Rede war, wird heute auch der Begriff Gesundheits- und Krankenpflege verwendet. Dieser neuen Wertepriorität entspricht die Berufsbezeichnung Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger, sowie Gesundheits- und Krankenpflegehelferin bzw. Gesundheits- und Krankenpflegehelfer in Deutschland und Österreich.

Inhaltsverzeichnis

1 Definition des internationalen Pflegeverbandes
2 Geschichte der Krankenpflege

2.1 Entwicklung bis zum Mittelalter
2.2 18. und 19. Jahrhundert
2.3 20. Jahrhundert
2.4 Museen zur Geschichte der Krankenpflege
2.5 Pflegeforschung

3 Aus-, Fort- und Weiterbildung

3.1 Deutschland
3.2 Österreich
3.3 Akademischer Weg in der Pflege
3.4 Ausbildung International und Nostrifikation
3.5 Weiterbildung in Österreich und Deutschland

4 Spezifische Belastungen
5 Politischer Einfluss

5.1 Pflege und die Politik in Österreich

6 Ethik in der Krankenpflege
7 Arbeitskämpfe in der Pflege
8 Vertrauen in die Pflegenden und Berufsprestige
9 Pflegefehler

9.1 Situation in Deutschland
9.2 Fehlinterpretationen durch Angehörige

10 Siehe auch
11 Literatur
12 Weblinks
13 Einzelnachweise

Definition des internationalen Pflegeverbandes

Der International Council of Nurses (ICN) definiert Pflege wie folgt (hier in deutscher Übersetzung):[2][3]

„Pflege umfasst die eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung, allein oder in Kooperation mit anderen Berufsangehörigen, von Menschen aller Altersgruppen, von Familien oder Lebensgemeinschaften, sowie von Gruppen und sozialen Gemeinschaften, ob krank oder gesund, in allen Lebenssituationen (Settings). Pflege schließt die Förderung der Gesundheit, Verhütung von Krankheiten und die Versorgung und Betreuung kranker, behinderter und sterbender Menschen ein. Weitere Schlüsselaufgaben der Pflege sind Wahrnehmung der Interessen und Bedürfnisse (Advocacy), Förderung einer sicheren Umgebung, Forschung, Mitwirkung in der Gestaltung der Gesundheitspolitik sowie im Management des Gesundheitswesens und in der Bildung.“

Diese Definition ist keine international gültige Richtlinie, sondern nur eine allgemeine Vorgabe. Die einzelnen Länder und deren Gesetzgeber sind für die genaue Berufsbeschreibung und das Tätigkeitsfeld zuständig.

Geschichte der Krankenpflege

Hauptartikel: Geschichte der Krankenpflege

Die Pflegegeschichte ist untrennbar mit Entwicklungen in anderen Fachbereichen wie der Medizin, der Sozialwissenschaft und der Theologie verbunden und ist über weite Strecken ihrer Entwicklung Teil deren Geschichte, insbesondere der Geschichte der Medizin.

Entwicklung bis zum Mittelalter

Die Rolle, die Funktion, das Selbstverständnis und das Bild der Pflege haben sich im Wandel der Zeit stark verändert. Die zunächst als Überlebensstrategie zur Existenzsicherung innerhalb des Familien- oder Stammesverbandes geleistete zwischenmenschliche Hilfe[4] wandelte sich in eine strukturierte und teilweise organisierte gesellschaftliche Aufgabe ärztlicher Assistenz in den archaischen Hochkulturen und der Antike, während die grundständige Pflege überwiegend von der Familie erbracht wurde.

Mit dem frühen Christentum setzt eine Neuorientierung ein, der die Pflege bis in die Neuzeit prägt: Das Ideal der tätigen Nächstenliebe, der Karitas. Diese Grundlage pflegerischen Handelns entwickelt sich im antiken Rom und verbreitet sich mit dem Christentum über ganz Europa. Im Mittelalter bildet die Karitas die Grundlage für zahlreiche Ordensgründungen, unter anderen auch die Beginen und die Orden der Barmherzigen Brüder, die sich der Kranken- und Armenpflege verschreiben.

18. und 19. Jahrhundert

Mit Beginn des 18. Jahrhunderts werden Forderungen nach einer Professionalisierung der Krankenpflege laut, erste von Ärzten initiierte Krankenpflegeschulen entstehen. Im 19. Jahrhundert bemüht sich Theodor Fliedner mit der Einrichtung der Diakonissenanstalt Kaiserswerth um eine Verbesserung der Ausbildung religiös motivierter Pflegekräfte. Florence Nightingale veröffentlicht die erste pflegetheoretische Schrift Notes on Nursing und reformiert mit dem Nightingaleschen System die konfessionell unabhängige Pflegeausbildung.

20. Jahrhundert

Eine japanische Krankenschwester im Manzanar War Relocation Center, Kalifornien, USA (1943)

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstehen eine Reihe von Pflegeverbänden und Berufsorganisationen, darunter das International Council of Nurses und der Agnes-Karll-Verband. Erste pflegewissenschaftliche Studiengänge werden 1910 in den Vereinigten Staaten eingeführt, die Pflegeforschung beginnt sich kurz darauf zu etablieren. Die beiden Weltkriege unterbrechen die Entwicklung der Pflege in Deutschland und Österreich, die Krankenpflege im Nationalsozialismus stellt dabei eines der dunkelsten Kapitel der Pflegegeschichte dar.

Nach 1950 findet in den angloamerikanischen Ländern eine rasante pflegetheoretische Weiterentwicklung statt, die wegweisenden konzeptionellen Pflegemodelle entstehen und die Pflege emanzipiert sich als eigenständiger akademischer Beruf. Zur gleichen Zeit finden in Deutschland und Österreich Bemühungen statt, die Pflegeausbildung dem internationalen Stand anzugleichen, die dreijährige Berufsausbildung wird eingeführt und es entwickeln sich eine Reihe von Fachweiterbildungen.

„Seitdem in den 1990er Jahren in Deutschland Pflegestudiengänge eingeführt wurden, professionalisiert sich die Pflege; man bemüht sich darum, ein gemeinsames Pflegeverständnis und ein gemeinsames Profil professioneller Pflege zu entwickeln und zu etablieren. Dass eigenständige Wissensbestände durch Pflegeforschung und Expertenstandards entwickelt werden, ist ein Zeichen der Emanzipation, aber auch der eigenständigen Profilierung der Pflege.“[5]

Museen zur Geschichte der Krankenpflege

Im Düsseldorfer Stadtteil Kaiserswerth mit seiner traditionsreichen Diakonissenanstalt gibt es in 15 Räumen des ehemaligen Schwesternkrankenhauses Tabea ein Pflegemuseum mit einer umfangreichen Sammlung zur Geschichte der Diakonie und der Krankenpflege.[6] Auch die Krankenhausmuseen in Bielefeld, Bremen, München und Nürnberg beachten dieses Thema.

Pflegeforschung

Nachdem die Pflege im 19. und 20. Jahrhundert zunehmend professionalisiert und akademisch verankert worden war, entstand insbesondere gegen Ende des 20. Jahrhunderts das Bedürfnis, die Entwicklung des Berufsbildes und die Veränderung der Rolle von Pflegekräften in der Gesellschaft zu verstehen. Pflegeforschung wird überwiegend von Laien, interessierten Pflegekräften und Wissenschaftlern betrieben, die nicht über eine geschichtswissenschaftliche Ausbildung verfügen. Weltweit führend ist die angloamerikanische Pflegeforschung, die mit anderen Fachbereichen zusammenarbeitet. In Europa haben vergleichbare Forschungsprojekte begonnen. Medizingeschichte und Pflegegeschichte sind heute Teil der Ausbildung von Pflegefachkräften aller Bereiche und werden im Rahmen der Berufskunde unterrichtet.[7]

Aus-, Fort- und Weiterbildung

Die berufliche Krankenpflege wird in Deutschland nach folgenden Qualifikationsebenen unterschieden:

Kurzzeitausbildung als Schwesternhelferin/Pflegediensthelfer
zweijährige Ausbildung als Krankenpflegehelfer(in)
in der Regel dreijährige berufsschulische Ausbildung als Gesundheitsfachberuf in der Gesundheits- und Krankenpflege oder mit anderen Schwerpunkten in der Altenpflege bzw. der Kinderkrankenpflege.
Universitäres Studium der Pflegewissenschaften

Deutschland

Hauptartikel: Gesundheits- und Krankenpfleger

Die Ausbildung in der Krankenpflege unterteilt sich zum einen in theoretischen und praktischen Unterricht und zum anderen in die praktische Ausbildung. In Deutschland findet der Unterricht in der Regel an Krankenpflegeschulen oder Berufsfachschulen statt, während die praktische Ausbildung in Teilen in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten absolviert wird. Dort hat nach der jeweiligen Ausbildungsordnung eine Praxisanleitung stattzufinden. Diese Ausbildungsstruktur ist der in der dualen Ausbildung von Handwerkern recht ähnlich, stellt jedoch einen eigenen Zweig innerhalb der Berufsbildung dar.

Die berufliche Grundausbildung ist in ihrer Funktion der Lehre oder dem Studium in anderen Berufen vergleichbar, Fort- und Weiterbildung bauen darauf auf. Umgangssprachlich werden diese Begriffe häufig als gleichbedeutend verwendet.

Der Männeranteil beträgt 14 %.[8]

Österreich

Hauptartikel: Krankenpflegediplom

In Österreich ist im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern die Reifeprüfung (Matura(A)/Abitur(D)) nicht Voraussetzung für eine Ausbildung im Krankenpflegeberuf. Die Ausbildung wurde 1997 einheitlich geregelt. Sie dauert für den Gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege drei Jahre und für Pflegehilfen ein Jahr.

Zu beiden Ausbildungsvarianten gehört eine praktische und theoretische Ausbildung, die einander im Laufe der Ausbildung immer wieder abwechseln. Die Abwechslung der Theorie- und Praxisblöcke bringt den Vorteil, schneller theoretisches Wissen in der Praxis umsetzen sowie praktische Erfahrungen in den Unterricht einbringen zu können.

Insbesondere für diplomierte Pflegekräfte wird in der Ausbildung darauf geachtet, ein breites Wissen aus medizinischen Grund- und Fachkenntnissen und dem Pflegewissen miteinander zu verbinden. Auf vernetztes Denken wird in der Ausbildung und der Berufsausübung besonders Wert gelegt. Die Ausbildung in der Krankenpflege wird mit einer Diplomprüfung abgeschlossen.

Innerhalb des Gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege können folgende Ausbildungen erworben werden:

Allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege
Kinder- und Jugendlichenpflege
Psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege

In die Schule für das psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflegediplom werden nur Schüler aufgenommen, die das 18. Lebensjahr erreicht haben.

Nach abgeschlossener Ausbildung als diplomiertes Krankenpflegepersonal können noch weitere Spezial- und Sonderausbildungen wie z. B. Intensiv- oder OP-Pflege, Pflege bei Nierenersatztherapie, Führungs- und Lehraufgaben absolviert werden. In Österreich ist jede Pflegekraft dazu verpflichtet, ihre Kenntnisse auf dem aktuellen Stand der Pflege zu halten und sich mit den aktuellen Erkenntnissen vertraut zu machen. Um dies in der Praxis kontrollieren zu können, muss jede Pflegekraft einen Aus- und Fortbildungsnachweis führen und im Laufe von 5 Jahren mindestens 40 Ausbildungsstunden nachweisen. Kommt eine Pflegekraft dieser Pflicht nicht nach, so kann ihr vorübergehend die Führung der Berufsbezeichnung untersagt oder diese entzogen werden.

Für weibliche Pflegekräfte gilt der Beruf als Schwerarbeit im Sinne der Schwerarbeitsverordnung und der dazu ergangenen Berufsliste.[9][10] Der gesamte Männeranteil beträgt 13 %, in der psychiatrischen Pflege 44 %.[11]

Akademischer Weg in der Pflege

Hauptartikel: Pflegewissenschaft

In allen skandinavischen Ländern ist Pfleger ein akademischer Beruf – dies gleichermaßen für die Alten- und die Krankenpflege.[12] In Schweden promovierte 1980 die erste Krankenschwester, und 1982 wurde die erste Krankenschwester zur Professorin berufen.[13] Auch in vielen anderen Staaten – nicht aber in Deutschland und Österreich – sind eine zwölfjährige Schulzeit sowie eine akademische Ausbildung Voraussetzung für die Aufnahme des Pflegeberufs.[14]

Während die Pflege im angelsächsischen Raum seit etwa 1920 neben der beruflichen auch eine akademische Tradition aufweisen kann, konnte sich die Pflegewissenschaft in den deutschsprachigen Ländern erst in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts etablieren. Inzwischen wird auch dort eine Reihe von Studiengängen (z. B. in Pflegepädagogik, Pflegemanagement oder Pflegewissenschaft) zumeist an Fachhochschulen angeboten.

Siehe auch: Virginia Henderson, Liliane Juchli, Monika Krohwinkel, Nancy Roper, Cicely Saunders

In Österreich berechtigt das Diplom zur Ablegung einer Berufsreifeprüfung[15] und damit zum Zugang zu einem Universitätsstudium.
Die Studiendauer beträgt acht Semester, und man schließt mit dem akademischen Grad Magistra/Magister der Philosophie ab.
In den Bakkalaureats- und Masterstudiengängen Gesundheits- und Pflegewissenschaft an der Medizinischen Universität Graz können nach sechs bzw. vier Semestern die Akademischen Grade Bachelor of Science (BSc) bzw. Master of Science (MSc) erworben werden.

Ausbildung International und Nostrifikation

In der Europäischen Union haben viele Länder in den 90er Jahren umfassende Ausbildungsreformen verwirklicht, die über EU-Standards hinausgehen. Der Bolognaprozess hat diese Entwicklungen verstärkt. Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung ist der Sekundarstufe II-Abschluss. Ausnahmen sind: Deutschland, Luxemburg und Österreich. Die Pflegeausbildungen finden an Fachhochschulen und Universitäten statt. Ausnahmen sind: Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Österreich. Die Mehrheit der Qualifikationsabschlüsse der akademischen Pflegeausbildungen in den EU-Ländern führen zum Bachelor und die in den jeweiligen Ländern erworbenen Abschlüsse werden weitgehend wechselseitig anerkannt. Eine Anerkennung europäischer Abschlüsse im amerikanischen Berufssystem (Nursing board certification) ist bislang nicht realisiert.

Weltweit findet die Pflegeausbildung an Hochschulen u. a. in folgenden Ländern statt: Norwegen, Island, Kanada, den USA, Mexiko, Brasilien, Australien, Neuseeland, den Philippinen, Südkorea und Japan.

Zur Berufsausbildung in verschiedenen Ländern siehe auch: Altenpfleger (D), Hebamme/Entbindungspfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger (D), Diplomierte/-r Gesundheits- und Krankenschwester/-pfleger (A), Krankenpflegehelfer (D), Krankenschwester/Krankenpfleger (historisch), Pflegefachfrau (CH).

Weiterbildung in Österreich und Deutschland

Weiterbildung in der Pflege hat das Ziel einer Zusatz-Qualifizierung, um sich beruflich weiterzuentwickeln oder um aufzusteigen. Die Weiterbildung dauert in der Regel zwei Jahre, endet im Gegensatz zu einer Fortbildung immer mit einer Prüfung (mündlich/schriftlich/praktisch) und führt zu einer neuen Berufsbezeichnung bzw. erweiterten Berufsbezeichnung.

Nach den Grundausbildungen in Krankenpflege (GuK) oder Kinderkrankenpflege (KGuK) etc. existieren als weiterführende Ausbildungsmöglichkeiten die sogenannten Fachweiterbildungen, z. B. „Geprüfte Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege“. Inzwischen gibt es für nahezu jede spezialisierte Richtung im Krankenhaus Fachweiterbildungen. Aber auch im ambulanten Bereich schreitet die Differenzierung voran. Die bekanntesten sind die für die Bereiche Kinderkrankenpflege, Onkologie, Chirurgie, Schmerztherapie, Anästhesie, Intensivpflege, Nephrologie und Psychiatrie. Exemplarisch wird die Fachweiterbildung für Psychiatrie dargestellt:

Zugangsvoraussetzungen sind die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zum/r Gesundheits- und Krankenpfleger/-in sowie der Nachweis über zwei Jahre Berufserfahrung in einer psychiatrischen Einrichtung. Die Weiterbildung selbst dauert zwei Jahre und findet berufsbegleitend statt. In diesen zwei Jahren muss man vier Bereiche in der Psychiatrie (z. B. Aufnahmestation, Institutsambulanz, Gerontopsychiatrie und stationäre Suchtbehandlung) absolviert haben. Die Bereiche können mit der jeweiligen Weiterbildungsstätte ausgehandelt werden. Für jeden Bereich bekommt man eine spezielle Aufgabe (Praxisberichte) von Seiten der Weiterbildungsstätte zur Bearbeitung gestellt (examensrelevant). Die Weiterbildung schließt mit mündlichen, schriftlichen und praktischen Prüfungen ab. Anschließend darf man je nach landesrechtlicher Ordnung den Titel „Fachkrankenschwester/-pfleger für Psychiatrie“ führen.

Neben diesen fachbereichsbezogenen Weiterbildungen gibt es noch weitere Möglichkeiten. Wer außerhalb der praktischen Pflege im Krankenhaus mit seiner Ausbildung weiterarbeiten möchte, kann sich z. B. zur Hygienefachkraft oder zum Case Manager fortbilden.

Weiterqualifizierungsmöglichkeit sind auch die akademischen Studiengänge der Pflegewissenschaft, Pflegepädagogik und des Pflegemanagers/Pflegewirtes. Tätigkeiten in Pflegeforschungseinrichtungen, Pflegedienstleitungen oder Ausbildungseinrichtungen (z. B. Krankenpflegeschulen) setzen immer häufiger ein abgeschlossenes Studium voraus.

Spezifische Belastungen

Die hohen ethischen Anforderungen und die in manchen Bereichen von Mangel und Kosteneffizienz geprägte Berufswirklichkeit erzeugen für viele in diesem Beruf eine schwer auszuhaltende Spannung. Das Ideal des Helfers führt oft dazu, dass Pflegepersonal materielle und organisatorische Mängel durch erhöhtes Engagement auszugleichen versucht. Langfristig führt dies aber zusammen mit einer oft hohen körperlichen Belastung z. B. der Wirbelsäule[16] nicht selten in eine Berufsunzufriedenheit und letztlich Berufsflucht.[17] Es wird vermutet, dass nur in wenigen anderen Berufen die Verweildauer ausgebildeter Kräfte im Beruf so gering ist, wie in Pflegeberufen, besonders in der Altenpflege.
Weitere Stressfaktoren und Belastungen sind vor allem der Umgang mit Sterbenden, onkologischen und geriatrischen Patienten. Häufig ist die Personalsituation auf geriatrischen Stationen nicht optimal.
In Österreich wurden weibliche Pflegekräfte in das Schwerarbeitergesetz einbezogen.

Die Bezahlung in den Pflegeberufen wird im Verhältnis zur physischen und psychischen Beanspruchung oft als eher gering empfunden; durch verschiedene Zulagen wird zwar das Arbeitseinkommen aufgebessert, meist wirken sich solche Zulagen aber später beim Rentenanspruch nicht aus.

Seit Jahren gibt es eine öffentliche Diskussion, ob die tägliche Belastung der in den Pflegeberufen Tätigen dauerhaft das zumutbare Maß überschreite und unter anderem zu Burnout führe.[18][19] Scheinbare oder wirkliche gravierende Pflegefehler sorgen gelegentlich als „Pflegeskandal“ für Schlagzeilen, in den meisten Fällen aber nicht für eine systematische Verbesserung der Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeitenden.

In der Tat kann übermäßig hohe Beanspruchung des Pflegepersonals erfahrungsgemäß zu Pflegefehlern führen. Ebenso kann der Verzicht auf eine (noch oder ergänzend) mögliche natürliche Nahrungsaufnahme zugunsten einer automatischen maschinellen Nahrungszufuhr wegen mangelnder Pflegekapazität die Frage nach einer menschenwürdigen Behandlung der Patienten auslösen.

Politischer Einfluss

Obwohl der Pflegeberuf der zahlenmäßig größte Beruf in jedem Gesundheitssystem ist, hat er in keinem Land eine starke politische Stellung. Seine Einflussmöglichkeiten sind gering. Die Hauptgründe:

Politischen Entscheidungsträgern mangelt es oft an Kompetenz und Nähe zu den Pflegenden. Daher werden deren Interessen nicht nachdrücklich genug unterstützt.
Politiker (insbesondere Finanzpolitiker) sind oft bestrebt, ausufernde Kosten in einem (vor allem aufgrund des medizinischen Fortschritts und der demografischen Alterung) ohnehin expandierenden Gesundheitswesen zu vermeiden, und betrachten bessere Verhältnisse im Pflegebereich in erster Linie als Kostenfaktor.
Pflegende engagieren sich zu wenig berufspolitisch in Gewerkschaften (BRD: ver.di) und Berufsverbänden (z. B. DBVA, DBfK). Der geringe Organisationsgrad der Arbeitnehmer in der Pflegebranche schwächt die Möglichkeit, Arbeitskämpfe zu organisisieren.
Private Kleinbetriebe sind nicht an Tarifvereinbarungen gebunden, wenn sie keinem Arbeitgeberverband angehören.
Pflegekammern sind dort, wo es sie gibt, nicht als Pressure Groups konzipiert, sondern nur beratend tätig.
Pflegende erhalten durch die Medien im Vergleich zu Ärzten deutlich weniger Aufmerksamkeit.

Pflege und die Politik in Österreich

Seit dem Lainz-Skandal, der die Bevölkerung in Österreich aufgrund der menschenverachtenden Elemente dieses Falles bewegt hat, wurde die Pflege immer wieder zum Wahlkampfthema, so etwa nach einem Vorfall im Wiener Otto-Wagner-Spital, bei dem behauptet wurde, dass Pflegepersonal die Patienten „bestrafe“.[20]

Weitere hitzig diskutierte Themen der letzten Jahre waren das Pflegegeld, die 24h-Pflege (die in Österreich aber nichts mit dem Berufsstand einer Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegeperson zu tun hat), sowie immer wieder Fälle von Patienten und Langzeitklienten, die tot oder unterkühlt aufgefunden wurden.
Anzumerken ist, dass in Österreich ein Patient nicht beliebig fixiert werden darf und dass es oft kein geschultes Sicherheitspersonal in Krankenhäusern gibt.

Ethik in der Krankenpflege

Hauptartikel: Medizinethik

Grundsätzlich gelten für die Krankenpflege die Regeln der Medizinethik, insbesondere in medizinischen Einrichtungen. Daneben gibt es aber den Pflegebereich, wo die Pflegenden selbstständig handeln müssen und können.
Die Überzeugung, dass es die Aufgabe jedes Einzelnen ebenso wie die der Gesellschaft sei, kranken Menschen zu helfen, ist ein zentraler Teil der Berufsethik in der Krankenpflege. Allerdings verlangt Krankenpflege nicht nur Mitgefühl und Engagement. Neben der Stärke, tiefe Krisen von Patienten mitzutragen und womöglich als erniedrigend empfundene Situationen (sowohl für Patienten als auch für Pflegende) möglichst würdig zu gestalten, bedarf es umfangreichen Fachwissens, um den Anforderungen des Berufs gerecht zu werden.
Allerdings wird durch den massiven Kostendruck im Gesundheitswesen auch das Arbeitsfeld Krankenpflege erheblich von Zeit-, Personal- und Geldmangel geprägt. Der Wettbewerbsdruck im Pflegesektor verschärfte sich mit Einführung des Pflegeversicherungsgesetzes am 1. April 1995 deutlich. Ein Markt, der bisher durch freigemeinnützige Pflegedienste dominiert war, wurde nun durch private ambulante Pflegedienste deutlich ergänzt. Fast zeitgleich wurden die finanziellen Förderungen der Bundesländer stark eingeschränkt, was zur weiteren Erhöhung des Kostendrucks führte.[21]

Vom Deutschen Pflegerat wurde im Jahr 2004 eine Rahmenberufsordnung veröffentlicht, in der die allgemeinen Grundsätze und Verhaltensregeln für professionell Pflegende in Deutschland festgeschrieben sind. Diese Rahmenberufsordnung löste die Berufsordnungen ab, die zuvor vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe sowie von der Arbeitsgemeinschaft deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen herausgegeben wurden.

Arbeitskämpfe in der Pflege

Die Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmer, die in der Pflege arbeiten, können von Gewerkschaften und Arbeitgebern autonom in Tarifverträgen geregelt werden (z. B. Höhe der Arbeitsentgelte, Arbeitszeiten, Urlaub). Das gilt auch für kirchliche Arbeitgeber, die sich allerdings fast ausnahmslos weigern, mit den Gewerkschaften überhaupt über Tarifverträge zu verhandeln. Im Rahmen einer Tarifauseinandersetzung stellt sich für die Gewerkschaft und ihre Mitglieder die Frage, ob es opportun ist, auch Pflegekräfte zu einem Streik zur Durchsetzung der tarifpolitischen Ziele aufzurufen bzw. sich an einem solchen Streik zu beteiligen.

Nach deutschem Recht sind Streiks grundsätzlich auch in der Pflege zulässig. Es muss allerdings gewährleistet sein, dass Leib und Leben der Patienten durch die Arbeitsniederlegung nicht in Gefahr gerät. Das bedeutet, dass in der Regel ein Notdienst bereitgehalten werden muss und dass für die Gesundheit der Patienten unerlässliche Pflegehandlungen nicht unterlassen werden dürfen. Soweit das Pflegepersonal in einem Betrieb arbeitet, der dem öffentlichen Dienst angehört und der damit in den Geltungsbereich der dort geltenden Tarifverträge fällt, können Kollegen in anderen Bereichen außerhalb der Pflege, wie z. B. Busfahrer, Müllwerker oder Bademeister des öffentlichen Dienstes für sie „mitstreiken“. Die erkämpfte Lohnerhöhung gilt danach für alle Gewerkschaftsmitglieder.

In Finnland gingen Pflegekräfte im Tarifstreit um mehr Gehalt 2007 einen anderen Weg. Sie hatten kollektiv angekündigt, ihre Arbeitsverhältnisse zu einem bestimmten Stichtag zu kündigen, wenn ihre Forderungen bis dahin nicht erfüllt worden sind.[22] Da Pflegekräfte auch in Finnland rar sind, erhoffte sich die Gewerkschaft, mit der Drohung der Massenkündigung so viel Druck auf die meist kommunalen Pflege-Arbeitgeber ausüben zu können, dass diese Zugeständnisse machen. Ihre Forderungen und auch ihre Drohung mit Massenkündigungen als Arbeitskampfmittel waren laut Umfragen in der finnischen Bevölkerung sehr populär, weil das Pflegepersonal wirklich als unterbezahlt gilt. Im November antwortete die Regierung darauf mit einem Notstandsgesetz und schließlich kam es zu einer Einigung.[23][24]

Vertrauen in die Pflegenden und Berufsprestige

Platz

Beruf

Vertrauen ist sehr/ziemlich hoch (%)

1.
Feuerwehrleute
97 %

2.
Pflegekräfte
96 %

3.
Apotheker
87 %

3.
Ärzte
87 %

Platz

Beruf

1.
Arzt

2.
Krankenschwester


10.
Apotheker

Tabelle 1

Tabelle 2

Eine Umfrage[25] in der Schweiz zum Vertrauen in verschiedene Berufe im Jahr 2003 führt in der Bewertungskategorien „Vertrauen sehr hoch“ bzw. „Vertrauen ziemlich hoch“ zu dem Ergebnis in Tabelle 1. Die in der Allensbacher Berufsprestige-Skala 2005[26] ist in Tabelle 2 dargestellt.

Die Umfrage von Reader’s Digest wurde 2006 wiederholt. Die Vertrauensrangliste (Durchschnitt Europa): 1. Feuerwehrleute 95 % sehr hohes oder ziemlich hohes Vertrauen. 2. Piloten 92 %. 3. Apotheker 89 %. 4. Krankenschwestern 86 %. 5. Ärzte 85 %.[27]

Pflegefehler

Hauptartikel: Pflegefehler

Pflegefehler sind in der Pflege schwerwiegende Ereignisse, bei denen es meist zu einer Verschlechterung der medizinischen Gesamtsituation kommt. Pflegefehler haben in den letzten Jahren anteilmäßig stetig abgenommen, Grund hierfür war die Professionalisierung.

Situation in Deutschland

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Willkürlich herausgegriffene Daten aus dem angb. Beleg in dem der Begriff “Pflegefehler” überhaupt nicht vorkommt.

In rund 10 % der stationären Einrichtungen in Deutschland wurden bei Prüfungen der Dokumentationen schwerwiegende Pflegefehler mit möglicherweise gesundheitlichen Schäden bei den Heimbewohnern festgestellt (2003: 17 %). Bei 34 Prozent der Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen gab es Defizite in der Ernährungs- und Flüssigkeitsversorgung (zumindest im Nachweis in den Dokumentationen).
Rund 5,7 % der ambulanten Einrichtungen weisen solche Pflegefehler auf (2003: 8,8 %), bei rund 30 % gab es mögliche Defizite in der Ernährungs- und Flüssigkeitsversorgung.[28]

Fehlinterpretationen durch Angehörige

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Hier fehlen definitiv die Nachweise. Klingt momentan nicht nach WP:POV.

Ein Problem, mit dem Pflegende zunehmend zu kämpfen haben, sind die Fehlinterpretationen durch Angehörige oder Dritte. Der Fehler liegt hier in alten Moral- und Wertevorstellungen, die auf Pflegepersonen noch teilweise angewandt werden, begründet. Besonders ältere Generationen sehen die Pflegeperson als eine dem Arzt unterstellte Dienende, die dem Patienten helfen soll.
Es kommt dadurch häufig zu Konflikten mit Angehörigen, deren Bild von Alten und Krankenpflege von dem veralteten Defizitmodell geprägt ist. Während für die pflegende Person der Erhalt oder das Erreichen der Selbstständigkeit im Vordergrund steht, meinen Angehörige oft, einen Pflegefehler zu erkennen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Pflegepersonen entweder überfordert sind, oder sich nicht ausreichend um die Pflegebedürftigen kümmern.

Siehe auch

 Portal: Pflege – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Pflege
Krankenpflegegesetz
Leistungserfassung von Pflegeleistungen (LEP)
Pflegediagnose
Pflegepersonal-Regelung (PPR)

Literatur

Manfred Engl: Beschäftigungskompass Gesundheits- und Krankenpfleger/in: Beschäftigungsmöglichkeiten und Alternativen. Aumann, 2011, ISBN 978-3-942230-01-8, S. A7ff
Friedhelm Henke, Grit Dietze: Pflegiothek: Fachwörter in der Pflege für die Aus-, Fort- und Weiterbildung. Cornelsen, Berlin 2007, ISBN 978-3-06-455161-9
Michael Coors, Tatjana Grützmann, Tim Peters (Hrsg.): Interkulturalität und Ethik. Der Umgang mit Fremdheit in Medizin und Pflege. (= Edition Ethik. Band 13). Edition Ruprecht, Göttingen 2014, ISBN 978-3-8469-0162-5
Carl Emil Gedicke: Handbuch der Krankenwartung. Zum Gebrauch für die Krankenwart-Schule der K. Berliner Charité-Heilanstalt, sowie zum Selbstunterricht. Berlin 1854. (Nachdruck: 1979 Antiqua, Lindau i. B. C. E. Gedicke, ISBN 3-88210-042-7 bzw. textkritische Ausgabe bei Mabuse, Frankfurt, ISBN 3-933050-73-1)
Josef N. Neumann: Krankenpflege. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 790–796.
Adriano Pierobon: Resilienzfördernde Personalführung in Pflegeunternehmen.Grin-Verlag, München 2015, ISBN 978-3-668-06363-1
Lucien Portenier, Alexander Bischoff, René Schwendimann, Anne-Rose Bath, Rebecca Spirig, Pierre Théraulaz: Pflege. In: Willy Oggier (Hrsg.): Gesundheitswesen Schweiz 2015–2017. 5. Auflage. Hogrefe, Bern 2015, ISBN 978-3-456-85441-0, S. 295–309
Elisabeth Rüedi: Die Pflege und das Pflegemanagement in ständigem Wandel. Geschichte der Krankenpflege im Inselspital 1954–2004 in Bern. Schweizerische Gesellschaft für Gesundheitspolitik SGGP, Zürich 2008, ISBN 978-3-85707-093-8
Eduard Seidler: Lebensplan und Gesundheitsführung. Franz Anton Mai und die medizinische Aufklärung in Mannheim. Boehringer, Mannheim 1975
Little Open Library of Nursing (LOLON): Suche über englischsprachige Open Access-Zeitschriften

Weblinks

admin.ch: Europäisches Übereinkommen vom 25. Oktober 1967 über die Ausbildung und den Unterricht von Krankenschwestern
bundesrecht.juris.de: Gesetz über die Berufe in der Krankenpflege (Krankenpflegegesetz (Deutschland) (KrPflG) 2004)
bundesgesundheitsministerium.de: Pflegeleistungs-Helfer (Digitaler Ratgeber für Pflegeleistungen)
ris.bka.gv.at: Österreichisches GuKG (Österreichisches Gesundheits- und Krankenpflege-Gesetz)
pflegewiki.de: Pflegewissen
Verbände
dbfk.de: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe
deutscher-pflegerat.de
icn.ch: International Council of Nurses („Internationaler Rat der Krankenschwestern“, englisch, französisch, spanisch)
oegkv.at: Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband
Wiktionary
 Wiktionary: Krankenpflege – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

↑ Josef N. Neumann: Krankenpflege. 2005, S. 791.

↑ Übersetzung des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) (PDF; 42 kB)

↑ Definition im Original (englisch) www.icn.ch

↑ Josef N. Neumann (2005), S. 790 f.

Sechster Altenbericht an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin, Juni 2010, S. 190.

↑ Eckart Roloff, Karin Henke-Wendt: Der weite Weg zur professionellen Pflege. (Das Pflegemuseum in Düsseldorf-Kaiserswerth) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 1: Norddeutschland. S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2015, S. 129–131.

↑ Beate Rennen-Allhoff: Handbuch Pflegewissenschaft. Juventa, 2000, ISBN 3-7799-0808-5, S. 31–33. 

↑ Pressemeldungd es Statistischen Bundesamts 2012 (PDF)

Schwerarbeitsverordnung, BGBl. II Nr. 104/2006. RIS, abgerufen am 12. November 2010. 

Gesamtliste der Berufsgruppen mit körperlicher Schwerarbeit. Österreichische Sozialversicherung, archiviert vom Original am 1. Februar 2012; abgerufen am 12. November 2010 (PDF; 54 kB).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sozialversicherung.at 

Jahrbuch der Gesundheitsstatistik 2008. Statistik Austria, 2009, S. 70, abgerufen am 23. Dezember 2015 (PDF, 6,2 MB). 

↑ Silke Bigalke: Pflegepersonal in Nordeuropa. Skandinavische Pfleger sind Akademiker. In: stuttgarter-zeitung.de. 24. Januar 2014, abgerufen am 28. Januar 2018. 

↑ Reiner Gatermann: Schweden: Wo aus Krankenschwestern Professorinnen werden. In: Deutsches Ärzteblatt 101(45), S. A-3006 / B-2541 / C-2425. 2004, abgerufen am 28. Januar 2018. 

↑ Burkhard Straßmann: Pflegekräfte: Schluss mit Schwester!. In: Die Zeit, Nr. 12/2014

↑ Krankenanstaltenverbund; Individuelles Diplomstudium Pflegewissenschaft

↑ F. Hofmann, M. Michaelis, M. Nübling, U. Stößel: Längsschnittstudie über 15 Jahre zu Wirbelsäulenbeschwerden im Pflegeberuf. In: Arbeitsmed.Sozialmed.Umweltmed. 41, 3, 2006, S. 157–158.

↑ Güntert Bernhard, Bennina Orendi, Urs Weyermann: Die Arbeitssituation des Pflegepersonals – Strategien zur Verbesserung. Ergebnisse einer Untersuchung im Auftrag der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern. Huber, Bern 1989, ISBN 3-456-81873-4.

↑ Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF, Hrsg.): Die Arbeitssituation im Pflegebereich im Kanton Bern. Untersuchung im Rahmen des Projekts „Verbesserung der Arbeitssituation im Pflegebereich (VAP)“. In: Kilian Künzi, Marianne Schär Moser (Bearb.): Synthesebericht. Selbstverlag, Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS) und Büro für arbeits- und organisationspsychologische Forschung und Beratung (büro a&o), beide Bern. 2002.

↑ Andreas Zimber, Siegfried Weyerer: Arbeitsbelastung in der Altenpflege. Verlag für angewandte Psychologie, Göttingen 1999, ISBN 3-8017-1210-9.

↑ Wiener Krankenanstaltenverbund; OWS – Vorwurf konnte nicht bestätigt werden

↑ Adriano Pierobon: Resilienzfördernde Personalführung in Pflegeunternehmen. Eine Handlungsanleitung. 2015, ISBN 978-3-668-06363-1, urn:nbn:de:101:1-20151027549. 

↑ André Anwar: Tausende Krankenschwestern drohten im Oktober mit Massenkündigung. In: Spiegel online. 29. Oktober 2007.

Regierung erlässt Notgesetz nach Massenkündigungen. In: NZZ. 14. November 2007.

↑ Die Kündigung von 12.800 Krankenschwestern konnte abgewendet werden. Deren Gewerkschaft hat am Montag ein Schlichtungsangebot angenommen. auf: NZZ online. 20. November 2007.

Reader’s Digest European Trusted Brands. 2003.

↑ ifd-allensbach.de (pdf) (PDF) abgerufen am 27. Mai 2017

↑ Quelle: presse@readersdigest.de

2. Bericht des MDS nach § 118 Abs. 4 SGB XI: Qualität in der ambulanten und stationären Pflege. Seite 66f (PDF; 5,4 MB) abgerufen am 26. Mai 2017

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4032813-2 (AKS)

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Physiotherapeuten bei der Arbeit an Patienten mit Störungen des Gleichgewichts und orthopädischen Problemen. Im Bild auch zu sehen: Beurteilung und Prüfung der Muskelfunktion und Muskelsteifigkeit, Gelenksbeweglichkeit, Prüfung des Gleichgewichts und Beurteilung des Gangbildes.
Physiotherapie-Ausbildung
Behandlung durch einen Physiotherapeuten

Physiotherapie (altgriechisch φύσις .mw-parser-output .Latn{font-family:”Akzidenz Grotesk”,”Arial”,”Avant Garde Gothic”,”Calibri”,”Futura”,”Geneva”,”Gill Sans”,”Helvetica”,”Lucida Grande”,”Lucida Sans Unicode”,”Lucida Grande”,”Stone Sans”,”Tahoma”,”Trebuchet”,”Univers”,”Verdana”}phýsis, deutsch ‚Natur‘, ‚Körper’ und θεραπεία therapeía, deutsch ‚Dienen‘, ‚Pflege‘, ‚Heilung‘, somit in etwa ‚das Wiederherstellen der natürlichen Funktion‘), früher auch Krankengymnastik, ist eine Form spezifischen Trainings und der äußerlichen Anwendung von Heilmitteln, mit der vor allem die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers wiederhergestellt, verbessert oder erhalten werden soll.

Die Behandlungen werden von Physiotherapeuten und in Teilbereichen von Masseuren und medizinischen Bademeistern durchgeführt. Physiotherapeut ist in Deutschland kein eigenständiger Heilberuf, sondern gehört zu den Gesundheitsfachberufen (früher Heilhilfsberufe). Die medizinische Notwendigkeit einer Behandlung wird ausschließlich durch Ärzte oder Heilpraktiker festgestellt und auf Rezept verordnet, außer bei präventiven Maßnahmen. Sporttherapeuten, -wissenschaftler und -lehrer erfüllen nicht die Zulassungsvoraussetzungen als Physiotherapeut und dürfen physiotherapeutische Heilmittel wie z. B. Krankengymnastik weder erbringen noch abrechnen.

Inhaltsverzeichnis

1 Ziel
2 Forschung
3 Synonyme und verwandte Bereiche
4 Geschichte

4.1 Altertum bis zur Neuzeit
4.2 Humanismus und Aufklärung
4.3 Industrialisierung und Moderne

5 Theoriebildung in Deutschland
6 Ausbildung
7 Siehe auch
8 Literatur
9 Weblinks
10 Einzelnachweise

Ziel

Die Physiotherapie orientiert sich bei der Behandlung an den Beschwerden und den Funktions-, Bewegungs- bzw. Aktivitätseinschränkungen des Patienten, die bei der physiotherapeutischen Untersuchung festgestellt werden. Sie nutzt sowohl diagnostische und auf clinical reasoning basierende, wie auch pädagogische und manuelle Kompetenzen des Therapeuten. Gegebenenfalls wird sie ergänzt durch natürliche physikalische Reize (z. B. Wärme, Kälte, Druck, Strahlung, Elektrizität) und fördert die Eigenaktivität (koordinierte Bewegung sowie die bewusste Wahrnehmung) des Patienten. Die Behandlung ist an die anatomischen und physiologischen, motivationalen und kognitiven Gegebenheiten des Patienten angepasst. Dabei zielt die Behandlung einerseits auf natürliche, physiologische Reaktionen des Organismus (z. B. motorisches Lernen, Muskelaufbau und Stoffwechselanregung), andererseits auf ein verbessertes Verständnis der Funktionsweise des Organismus (Dysfunktionen/Ressourcen) und auf eigenverantwortlichen Umgang mit dem eigenen Körper ab. Das Ziel ist die Wiederherstellung, Erhaltung oder Förderung der Gesundheit und dabei sehr häufig die Schmerzfreiheit bzw. -reduktion.

Forschung

Im englischen Sprachraum wird unter anderem die Pathokinesiologie/Kinesiopathologie als kennzeichnende Wissenschaft gesehen, der eine zentrale Rolle für die professionelle Identität der Physiotherapie[1] bzw. ihrer Abgrenzung zu anderen Berufen zukommt, welche sich im Gegensatz zu ihr nicht professionell mit dem menschlichen Bewegungssystem[2] auseinandersetzen.
Publikationen forschender Physiotherapeuten werden international in medizinischen bzw. naturwissenschaftlichen Fachzeitschriften publiziert, und sind dabei dem peer-review unterzogen.[3][4][5][6][7][8][9][10]

Konkrete Anwendung finden z. B. die Arbeiten einer US-amerikanischen Forschergruppe bei der Etablierung spezifischer Diagnosekategorien, zum Zweck der ursachenbezogenen und zielgerichteten Therapie von Schmerzsyndromen des menschlichen Bewegungssystems.[11]

Synonyme und verwandte Bereiche

Die englische Bezeichnung physical therapy ist nicht zu verwechseln mit dem Begriff „Physikalische Therapie“ im Deutschen. Physiotherapie und Physikalische Therapie werden teilweise als Synonyme bzw. gemeinsames Fachgebiet betrachtet; auch wird die Physiotherapie als Unterbereich der Physikalischen Therapie angesehen. Mit Blick auf finanzielle Abrechnungsmodalitäten sollen „Auf Intervention verschiedener Fachgruppen […] die Bereiche Physiotherapie und physikalische Therapie im nächsten Entwurf (der Diagnosis Related Groups) wieder getrennt [werden], damit auch z. B. eine physiotherapeutische Behandlung und eine Wärmeanwendung einzel