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Dieser Artikel erläutert den militärischen Begriff, zum heraldischen Begriff siehe Bewehrung (Heraldik).

Stich-, Hieb- und Schusswaffen
Die Zwille wurde als Spielgerät erdacht und später als Waffe benutzt; in den 1970er Jahren wurde sie in Deutschland als solche eingestuft.

Als Waffe werden in der Regel Gegenstände bezeichnet, die dazu bestimmt und geeignet sind, Lebewesen physisch (meist durch mechanische Einwirkung) infolge Verwundung oder Tod bzw. psychisch in ihrer Handlungsfähigkeit zu beeinträchtigen oder handlungsunfähig zu machen. Dazu zählen auch Mittel, die Gegenstände oder immaterielle Güter beschädigen, zerstören oder gebrauchsunfähig machen können.

Der Waffenbesitz und der Waffengebrauch sowie die Waffenwirtschaft (die Waffenherstellung und der Waffenhandel) werden unter anderem durch das Waffenrecht geregelt. Sportwaffen sind wegen ihres Gefährdungspotentials ebenfalls davon betroffen.

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

1.1 Allgemeine Definition
1.2 Abgrenzung

1.2.1 Potenziell gefährliche Gegenstände
1.2.2 Folter- und Hinrichtungsinstrument
1.2.3 Munition
1.2.4 Waffensystem

1.3 Übertragene Bedeutung
1.4 Juristische Definition in Deutschland

2 Waffenwirkung

2.1 Physische Wirkung
2.2 Psychische Wirkung

3 Zeichen von Macht und Reichtum
4 Geschichte

4.1 Urgeschichte
4.2 Altertum
4.3 Mittelalter
4.4 Frühe Neuzeit
4.5 19. Jahrhundert
4.6 20. Jahrhundert
4.7 21. Jahrhundert

5 Waffenkategorisierung
6 Waffengebiete

6.1 Gebrauchswaffen
6.2 Jagdwaffen
6.3 Kriegswaffen
6.4 Kult-, Prunk-, Zeremonial- und Statuswaffen
6.5 Nicht-tödliche Waffen
6.6 Sammlerwaffen
6.7 Schutzwaffen
6.8 Sportwaffen
6.9 Spielzeugwaffen
6.10 Dekorationswaffen
6.11 Film- und Theaterwaffen

7 Kulturelle Rezeption
8 Siehe auch
9 Literatur
10 Weblinks
11 Einzelnachweise

Definition

Allgemeine Definition

Die Definition des Waffenbegriffs hängt von kulturellen und technischen Ansichten ab und ist daher in verschiedenen Epochen und Ländern unterschiedlich.

Im Allgemeinen sind Waffen Mittel, die ein Lebewesen in einer Konfliktsituation seiner Handlungsfähigkeit und Unversehrtheit sowohl psychisch als auch physisch berauben können und deren Anwendung im Extremfall zum Tod des betroffenen Lebewesens führt. Die als Waffen eingesetzten Mittel können ebenso Güter beschädigen, zerstören oder in ihrer Gebrauchsfähigkeit einschränken. Waffen können weiterhin ein Mittel sein, um eine Person durch Zwang (z. B. Drohung mit einer Waffe) ihrer Entscheidungs- und Handlungsfreiheit zu berauben.

Aus soziologischer Sicht sind Waffen Gegenstände der materiellen Kultur, welche die Körperkraft bei Gewaltanwendungen umsetzen und/oder steigern bzw. ersetzen und so bei bestimmten Formen der Auseinandersetzung mit Jagdwild oder Gegnern der eigenen Spezies zu einem Vorteil führen sollen. Diese Definition entspricht weitestgehend dem allgemeinen Sprachgebrauch.

Im weiteren Sinne werden auch Gegenstände, die dem Schutz dienen als Waffen bezeichnet. Man spricht dann von passiven oder Schutzwaffen.

Der Begriff „Waffe“ ist auch im nicht-materiellen Sinn zu definieren. In der psychologischen Kriegführung können beispielsweise alle Mittel, die der Schädigung der Moral der gegnerischen Soldaten, aber auch der Zivilbevölkerung des Gegners dienen, als Waffe bezeichnet werden. Weiterhin können alle den Kriegs- und Kampfeinsatz unterstützenden Mittel der Information, Desinformation, Unterwanderung, Sabotage und Ausübung psychologischen Drucks auf Kombattanten als Einsatz von Waffen betrachtet werden.

Auch Computerprogramme können als Waffe dienen. Der Einsatz von Malware (Viren, Würmer, Trojaner und so weiter) als elektronischer Angriff auf Datenverarbeitungsanlagen dient der Zerstörung von Daten. Die direkte Wirkung betrifft nur immaterielle Güter, die Auswirkungen können je nach Angriffsziel (z. B. eine Kraftwerkssteuerung, ein Großlager, eine Produktionssteuerung einer Firma) jedoch immens sein. Dabei gilt der 2010 gegen das iranische Atomprogramm eingesetzte Computerwurm Stuxnet als die erste Cyberwaffe.[1]

Der Jäger bezeichnet die Hauer des Wildschweins insgesamt als „Waffen“ oder Gewaff, wobei die Zähne im Unterkiefer „Gewehre“ heißen; auch das Geweih und Gehörn eines Tieres kann als „Waffe“ oder „Spieß“ bezeichnet werden.

Abgrenzung

Potenziell gefährliche Gegenstände

Bei der Definition einer Waffe ist es ein wichtiges Kriterium, dass die ursprüngliche Bestimmung einer Waffe die Verletzung/Tötung von Lebewesen oder die Beschädigung/Zerstörung von Gütern ist. Viele Gegenstände können als Waffe verwendet werden, wurden aber zu einem anderen Zweck hergestellt. Beispielsweise ist ein Skalpell in der Regel für die medizinische Anwendung, ein Fahrzeug primär für Transport und Fortbewegung und ein Baseballschläger als Spielgerät konzipiert. Diese Mittel können jedoch zweckentfremdet zur Verletzung von Lebewesen oder Beschädigung von Gütern eingesetzt werden. Was eine Waffe ist, richtet sich demnach auch nach der Art des Gebrauchs oder der offensichtlich unmittelbar beabsichtigten Wirkung durch den Einsatz eines Gegenstandes.

Der kulturelle Hintergrund bei der Definition wird im Bereich von Messern offensichtlich. In den meisten Kulturen wird das Messer (z. B. Küchenmesser) nicht als Waffe angesehen, sondern als Werkzeug (hier: Küchengerät). Ein Schnitzmesser ist in erster Linie als Werkzeug zu sehen, welches der Holzbearbeitung dient. In einigen landwirtschaftlichen Regionen ist das Mitführen einer Machete üblich, in anderen Regionen wird das gleiche Verhalten als Bedrohung angesehen. Den Gebrauchsmessern stehen Messer mit einem Waffencharakter entgegen, wobei eine technische Abgrenzung in den meisten Fällen nicht möglich ist. Viele Staaten reglementieren den Besitz dieser Messer, wobei sich die Verbote an Messertypen, die bei Straftaten verwendet wurden, orientieren.

Ebenso sind Dreschflegel, Mistgabel oder Sense sicher als Werkzeuge der Landwirtschaft zu sehen, wurden in entsprechenden Konfliktsituationen (z. B. Deutscher Bauernkrieg) aber auch als Waffen zweckentfremdet.

Der juristische Begriff für in konkreten Situationen zweckentfremdete Gegenstände ist „Gefährliches Werkzeug“.

Folter- und Hinrichtungsinstrument

Waffen werden als Mittel im Kampf verstanden. Mittel, die allein Schmerzen oder den Tod eines wehrlosen Opfers herbeiführen sollen, werden als Folter- bzw. Hinrichtungsinstrument verstanden. Analog dazu sind Schlachtinstrumente, z. B. Schlachtschussapparate, gegenüber einer Jagdwaffe zu sehen.

Munition

Munition wird oft als der eigentliche Wirkungsträger im Zusammenhang mit einer Fernwaffe definiert. Diese Definition ist bei einfachen Waffen beziehungsweise Geschossen eindeutig: z. B. Bogen/Pfeil oder Feuerwaffe/Patrone. Bei zunehmendem Verhältnis der Technisierung zwischen dem Geschoss und dem Startgerät wird der Wirkungsträger als Waffe bezeichnet, z. B. bei einem Lenkflugkörper oder einer Kernwaffe.

Waffensystem

Militärisches Großgerät, vor allem bewaffnete Fahr- und Flugzeuge, wird als Waffensystem bezeichnet. Mindestens ein Teil des Waffensystems ist die eigentliche Waffe, z. B. Kanone eines Kampfpanzers.

Übertragene Bedeutung

Im militärischen Bereich werden auch verschiedene Einheiten als Waffe bezeichnet. So bezeichnet man die Infanterie als Hauptwaffe im Bodenkampf. In Deutschland werden die Luftstreitkräfte als Luftwaffe bezeichnet.

Im übertragenen Sinn werden als Waffen auch Ideen und andere nichtmaterielle Güter (Informationen) angesehen. Mit rhetorischen Strategien versuchen z. B. Politiker, ihre politischen Gegner in einem schlechten Licht dastehen zu lassen, hier ist auch schnell die Rede von „verbalen Angriffen“ und „Wortgefechten“, in denen das gesprochene Wort der verbalen Aggression dient. Der Begriff „Aggression“ setzt eine soziale Interaktion voraus, die einen Angreifer und ein Opfer kennt. Vom Angreifer wird angenommen, dass er in feindseliger Absicht vorgeht, eine negativ intendierte Handlung vollführt. Während beim Fluchen das Opfer in der Regel verschont bleibt, ist die Drohung eine Vorstufe der tätlichen Auseinandersetzung.[2] Gleichzeitig können Worte auch verletzend wirken. Sie wirken sich auf die psychische Lage des Opfers aus, z. B. auf das Selbstwertgefühl, Angstzustände und so weiter.

Die Kunst wird ebenfalls als Waffe bezeichnet und verwendet. Ob in Literatur oder Bildern, als Auftragsarbeit für Propagandazwecke oder als freie Kunst. So ist die Aussage von Friedrich Wolf „Kunst ist Waffe“ bekannt.[3]

„Nein, Malerei ist nicht dazu da, um Appartements zu schmücken. Sie ist eine Waffe zu Angriff und Verteidigung gegen den Feind.“

– Pablo Picasso

Juristische Definition in Deutschland

Das Waffengesetz (WaffG)[4] der Bundesrepublik Deutschland definiert den juristischen Waffenbegriff und regelt den Umgang mit Waffen. Hinzu kommt das Sprengstoffgesetz (SprengG)[5], das explosionsgefährliche Stoffe umfasst. Für militärische Zwecke konstruierte Waffen werden durch das Kriegswaffenkontrollgesetz (KrWaffKontrG)[6] reglementiert.

Weitere unter die allgemeine Definition einer Waffe fallende Mittel (z. B. Gift) besitzen eigene Gattungsbegriffe und Definitionen und finden z. B. im Strafgesetzbuch (StGB)[7] Erwähnung.

„Waffen sind
1. Schusswaffen oder ihnen gleichgestellte Gegenstände und
2. tragbare Gegenstände,

a) die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, insbesondere Hieb- und Stoßwaffen;
b) die, ohne dazu bestimmt zu sein, insbesondere wegen ihrer Beschaffenheit, Handhabung oder Wirkungsweise geeignet sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, und die in diesem Gesetz genannt sind.“

– § 1 Abs. 2 WaffG

„Die Begriffe der Waffen und Munition sowie die Einstufung von Gegenständen nach Absatz 2 Nr. 2 Buchstabe b als Waffen, die Begriffe der Arten des Umgangs und sonstige waffenrechtliche Begriffe sind in der Anlage 1 (Begriffsbestimmungen) zu diesem Gesetz näher geregelt.“

– § 1 Abs. 4 WaffG

„Gesundheitsschädliche Stoffe“, „Gift“ und „Gefährliches Werkzeug“ sind nicht näher definierte Begriffe der §§ 224, 314, 330a und 177 StGB.

In anderen europäischen Ländern (Österreich, Schweiz) ist die juristische Definition von Waffen ähnlich.

Waffenwirkung

Die physische Wirkung von Waffen bzw. ihrer Munition beruht auf verschiedenen physikalischen, biologischen und chemischen Wirkweisen.

Physische Wirkung

Bei durch kinetische Energie wirkenden Waffen gibt es zwei Prinzipien:

Energie großflächig übertragen: Die in einem Bewegungsablauf, z. B. beim Schwingen einer Keule, aufgenommene Bewegungsenergie wird bei Auftreffen auf einen Körper in kürzester Zeit großflächig abgegeben. Die Folgen sind schwere Prellungen und Knochenbrüche.
Energie konzentrieren: Die Spitze eines Messers, Speers oder Geschosses konzentriert die aufgewendete Kraft auf eine sehr kleine Fläche. Es tritt ein hoher Druck auf, denn Druck ist Kraft pro Fläche. Dadurch kann ein Ziel penetriert werden bzw. die Eindringtiefe erhöht sich (siehe Erstechen, Schussverletzung).

Bei konventionellen Bomben und Minen wird ein Sprengstoff zur Detonation gebracht. Diese extrem schnelle Verbrennung führt zur Bildung großer Mengen von Gasen, so dass eine Detonationswelle entsteht. Diese wirkt entweder direkt durch Lungenriss, Knalltrauma, Verbrennung oder indirekt durch kinetische Energie, wenn Bestandteile der Hülle mit hoher Geschwindigkeit in die Umgebung geschleudert werden.

Brandvorrichtungen aller Art wirken vor allem durch Verbrennungen oder durch den Entzug von Sauerstoff, was zur Erstickung führt.

Atom- oder Kernwaffen wirken gleichzeitig auf unterschiedliche Weise. Bei einer Kernwaffenexplosion wirken u. a. Detonationswelle, Wärmestrahlung, ionisierende Strahlung und elektromagnetischer Puls.

Biologische Waffen wirken durch Krankheitserreger und natürliche Toxine auf Lebewesen ein und bewirken Epidemien und Vergiftungen.

Chemische Waffen wirken in der Regel als Gifte gegen die Atemwege, das Blut, die Haut oder auf die Nerven (Nervengift). Einige Mittel werden auch als sogenanntes Tränengas eingesetzt. Herbizide wirken als chemische Waffen gegen Pflanzen (z. B. Agent Orange).

Elektroimpulswaffen arbeiten mit dem Prinzip eines kontrollierten elektrischen Schlags.

Energiewaffen nutzen das ganze elektromagnetische Spektrum, um gebündelt hohe Temperaturen, grelles Licht oder hohe Lautstärken zu erzeugen.

Psychische Wirkung

Waffen können eine Drohwirkung entfalten, auch ohne dass sie wirklich eingesetzt werden.

Auch Nachbildungen von Waffen, insbesondere in Originalgröße, können bei anderen Menschen Ängste auslösen oder sogar zu Polizeieinsätzen führen, bei denen die Polizei damit rechnen muss, scharfen Waffen gegenüberzustehen.[8] Unter Umständen reicht schon ein ausgestreckter Finger in der Tasche eines Kleidungsstücks, um in einem sensiblen Umfeld zu Gegenmaßnahmen im Rahmen der Putativnotwehr zu führen.

Zeichen von Macht und Reichtum

Karl der Große, gemalt 1513 von Albrecht Dürer

In verschiedenen Kulturen war und ist das Tragen von Waffen Ausdruck für die soziale, wirtschaftliche oder politische Stellung des Trägers. In der Bronzezeit und der Eisenzeit waren aus diesen Materialien gefertigte Waffen noch sehr teuer und die Waffen wurden an Schneide und Griff entsprechend verziert. Später wurden aufwendige Gravuren, Edelsteinschmuck, Silber und Gold oder Elfenbein eingebracht.

In Jemen ist das Tragen des reichlich verzierten Krumdolchs Jambia ein Symbol von Männlichkeit. Jungen bekommen diese Waffen als sichtbares Zeichen der beendeten Kindheit.[9]

Der Papst überreichte das Reichsschwert des Heiligen Römischen Reiches dem römisch-deutschen Kaiser bei dessen Krönung als Zeichen der weltlichen Macht, die er aus der Hand Gottes erhält. Beim anschließenden Auszug aus der Kirche wurde es dem neuen Kaiser vom Schwertführer mit der Spitze nach oben als Zeichen der weltlichen Macht und Gewalt vorangetragen.

Das ebenfalls zu den Herrschaftszeichen zählende Zepter ist eine aus Edelmetallen und Edelsteinen hergestellte Abwandlung des Streitkolbens.

Bis zur heutigen Zeit werden reich verzierte Waffen, z. B. bei Staatsbesuchen, als Geschenk überreicht.[10] Viele Jäger leisten sich ebenfalls häufig Jagdwaffen aus edlen Materialien (Wurzelholz), reich mit Gravuren verziert, die selbst als Großserienanfertigung noch mehrere zehntausend Euro kosten können. Zu besonderen Jubiläen liefern Waffenhersteller oft besondere Versionen oder besonders verzierte Waffen, welche hauptsächlich ästhetischen Ansprüchen genügen sollen und nicht unbedingt zum Gebrauch gedacht sind.

Geschichte

Die Geschichte der Waffen ist so alt wie die Menschheit selbst. Wie bei allen anderen Lebewesen, so bestand auch das Bedürfnis der Menschen darin, die eigene Existenz zu sichern. Dazu gehört die Versorgung mit Nahrung und der Schutz der Spezies. Als Omnivoren (Allesfresser) benutzen die Menschen sowohl Werkzeuge zur Jagd als auch zur Zubereitung von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln.

Neue Bearbeitungsmöglichkeiten, Materialien und Erfindungen führten in den letzten 2,5 Mio. Jahren zu einer stetigen Weiterentwicklung der Waffentechnik. Beeinflusst wurde diese Entwicklung nicht nur von technischen Änderungen, sondern auch auf kultureller Ebene. Jagdmethoden und Waffen änderten sich z. B. dadurch, dass zuerst in Gruppen, später auch alleine und seit der Bildung von Staaten dann in Europa nur noch durch Privilegierte gejagt wurde.

Kaum eine Industrie hat im Verlauf der Geschichte mehr Innovationen hervorgebracht als die Rüstungsindustrie, die hierfür schon sehr früh intensive Forschung auf den Gebieten der Chemie, Physik, Metallurgie, Materialkunde, Bearbeitungstechniken, Innen- und Außenballistik etc. betrieben hat. So gab es seit Beginn industrieller Waffenentwicklung schon die Wechselwirkung zwischen militärischen Erfordernissen an die Waffentechnik und der damit zusammenhängenden Forderungen an die Rüstungsindustrie und deren Entwicklungen, die „im Feld“ getestet und angewendet werden sollten.

Zu den modernen Waffen zählen unter anderem halbautomatische und automatische Waffen, Waffen-Großgerät und Waffensysteme sowie alle Formen von Kampfstoffen und Nuklearwaffen sowie nicht zuletzt funk- und lasergesteuerte Waffen.

Dem menschlichen Waffengebrauch kommt eine besondere Bedeutung in der Kulturevolution zu: Die geschichtliche Aufrüstungsspirale drängt Kollektive zu immer höheren Technik- und Kognitionsleistungen, da die Waffentechnik in Konfliktsituationen einen Selektionsdruck auf ganze Kulturen ausübt.[11]

Urgeschichte

Dolch aus Feuerstein

Schon in der Urgeschichte diente die Waffe dem körperlich oder zahlenmäßig unterlegenen Individuum bei der Nahrungsbeschaffung (Jagd auf Wild). Sie diente aber auch beim Angriff und der Verteidigung als Ausgleich körperlicher Unterlegenheit und damit zur Sicherung der individuellen Existenz.

In der Altsteinzeit (Altpaläolithikum) wurde vor ca. 2,5 Mio. Jahren zuerst Geröll benutzt, dem man durch Gegeneinanderschlagen eine Schneide verlieh (Oldowan). Vor 1,5 Mio. Jahren, im Acheuléen, kamen dann schon feiner bearbeitete Faustkeile zum Einsatz. Vor 400.000 Jahren bestand dann beiderseits des Ärmelkanals bereits eine Clactonien genannte Fertigung in größerem Umfang für Waffen aus Silex. Auch Pfeil und Bogen gab es bereits in der Altsteinzeit, wenngleich auch in etwas anderer Form als heute.

Mit den Aurignacien begann vor ca. 35.000 Jahren in Europa die jüngere Altsteinzeit (Jungpaläolithikum). Typische Waffen dieser Zeit sind lange, schmale Klingen (bis ca. 26 cm), die mit Meißel-Hammer-Technik gefertigt sind. Wenn sie einen stumpfen Rücken aufweisen, werden sie als Messer bezeichnet. In diesem Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte finden sich bereits häufig Geräte aus Knochen, Hornsubstanz (Geweihspitzen) und Elfenbein.

Altertum

Waffen aus der Bronzezeit

In der Bronzezeit kamen die ersten Metalle zum Einsatz. In dieser Zeit wurde das Schwert entwickelt, welches die erste Waffe für kriegerische Konflikte, also nicht für die Jagd, darstellt.

In der Antike wurde sehr viel Wert auf waffentechnische Entwicklungen gelegt. Das römische Kurzschwert Gladius, stilistisch von den Kelten übernommen, war beispielsweise schon eine fortschrittliche waffentechnische Entwicklung, gut ausbalanciert, mit Griffschutz und hölzerner, lederbezogener Scheide, und das als Massenprodukt im 1. Jahrhundert.

Bei allen Kulturvölkern dieser Zeit gab es auch schon Schutzwaffen in Form von Schilden, Helmen und Körperpanzerungen aus Holz, Metall und Leder sowie allen Kombinationen aus diesen Materialien. Im Altertum entstanden auch die ersten schweren Kriegsgeräte in Form von Sturmleitern und Belagerungstürmen, welche dem Angriff auf Befestigungen dienten, sowie Wurfmaschinen und Feldgeschütze, die in der Lage waren, Steine, brennende Strohballen und schwere Pfeile zu verschießen.

Waffen am Ende der Spätantike: zwei Spathae, Sax und Speerspitze (von links nach rechts)

Am Beginn der römischen Kaiserzeit war die Bewaffnung der Germanen im Gegensatz zum römischen Militär leicht und beinhaltete kaum Panzerungen oder Helme. Die wichtigsten Waffen waren Speer beziehungsweise Lanze und Schild. Römische Legionäre waren typischerweise einheitlich gepanzerte Fußkämpfer, die von teilweise berittenen Hilfstruppen unterstützt wurden. Die Ausrüstung der römischen Armee wandelte sich am Ende der Kaiserzeit. Der römische Gliederpanzer war in der Spätantike wieder gänzlich durch Kettenhemden beziehungsweise Schuppenpanzer ersetzt worden. Im 3. und 4. Jahrhundert übernahmen Germanen vermehrt typisch römische Ausrüstungsgegenstände. Außerdem erfuhr das römische Heer durch die Aufnahme zahlreicher germanischer Krieger eine starke Germanisierung, was letztendlich dazu führte, dass in der Spätantike die Waffen von ranghohen Germanenkriegern kaum mehr von denen römischer Soldaten unterschieden werden können.[12] Seit Ende der römischen Kaiserzeit wurde auch das lange Schwert, genannt Spatha in größerem Stil eingesetzt, während der Gladius zunehmend verdrängt wurde. Die Spatha wurde auch schwerer und zunehmend als Hiebwaffe gebraucht. Auch Pfeil und Bogen kamen in der Spätantike wieder verstärkt zum Einsatz. Ein besonderes Wurfbeil, die Franziska wurde im 5. und 6. Jahrhundert vor allem von fränkischen Kämpfern verwendet, verschwand aber ab 600 n. Chr. wieder aus der Bewaffnung. Seit dem fortgeschrittenen 5. Jahrhundert trat bei germanischen Völkern neben die Spatha vor allem der Sax als kurzes, einschneidiges Hiebschwert.[13]

Typische Schutzwaffen der Spätantike waren neben Rundschilden mit Eisenbuckel auch Kettenhemden und Helme. Bei den Helmen waren am Beginn der Epoche vor allem Kammhelme im römischen Militär verbreitet, die später zunehmend durch Spangenhelme, Bandhelme und ab dem 6. Jahrhundert durch Lamellenhelme ersetzt wurden. Diese Helme wurden zunehmend auch von Germanen verwendet. Typisch für die Epoche sind insbesondere gepanzerte Reiter wie Kataphrakten. Als typische Waffe führten sie die sehr lange Contuslanze, die beidhändig geführt wurde. Aber auch gepanzerte, berittene Bogenschützen, die zusätzlich über Lanzen und Schwerter verfügten, kamen insbesondere im oströmischen Heer zum Einsatz. Diese Einheiten wurden von Prokop als besonders schlagfertig gelobt, vor allem während des Gotenkriegs.[14]

Das Truppenaufgebot der Steppenvölker wie Sarmaten, Hunnen und Awaren bestand in erster Linie aus Reitereinheiten. Dabei waren gepanzerte Lanzenreiter für Sarmaten typisch, während die hunnischen Krieger in der Regel leicht bewaffnet waren und den Gegner mit Pfeilsalven zermürbten, die sie vom Pferd aus abfeuerten. Dabei galt insbesondere der hunnische Reflexbogen als „Wunderwaffe“. Gepanzerte Lanzenreiter wurden auch in den Heeren der Sassaniden und in Anlehnung an östliche Vorbilder zunehmend in der römischen Armee eingesetzt. Steigbügel wurden vermutlich von den Awaren erstmals in größerem Stil verwendet.[15] Auch bei den germanischen Völkern, insbesondere den Goten, hatten die Reiterkrieger, die etwa in der Schlacht bei Adrianopel entscheidend zum Sieg beitrugen, einen hohen Stellenwert. Diese Art der Kriegsführung hatten die Ostgoten von den Reitervölkern nördlich des Schwarzen Meeres übernommen.[14]

Insgesamt glichen sich die Heere der „Barbaren“ und das römische Heer in der Spätantike einander an. Die Schlagkraft des spätrömischen Heeres war allerdings immer noch hoch.

Mittelalter

Hauptartikel: Bewaffnung und Ausrüstung mittelalterlicher Fußsoldaten

Waren im frühen Mittelalter noch typische Waffenformen der Spätantike im Gebrauch, wandelten sich diese zu den hochmittelalterlichen Waffen. So entwickelte sich aus der römisch-germanischen Spatha das klassische Ritterschwert. Gleichsam wandelte sich der hölzerne Rundschild mit Eisenbuckel über ovale Formen zum dreieckigen Schild aus Holz oder Metall. Die Reiterlanze wurde im hohen Mittelalter unter den Arm geklemmt und – anders als der Wurfspeer – nicht mehr in der erhobenen Hand geführt. Im späten Mittelalter kamen Schwerttypen auf, die man beidhändig führte, z. B. Anderthalbhänder, sogenannte Lange Schwerter und schließlich Zweihänder. Aber auch spezialisierte Stangenwaffen wie die Hellebarde fanden immer weitere Verbreitung.

Katapult (Replikat)

Im Mittelalter wurden Waffen schon unter industriellen Bedingungen gefertigt. Geachtet wegen ihres kunstvollen Handwerks, zogen Waffenschmiede ähnlich wie Landsknechte von Dienstherr zu Dienstherr und verkauften ihre Leistungen. Teilweise führten Waffenschmiede dabei ihre Halbzeuge mit sich, die dann zu besonderen Waffen nach den Erfordernissen ihrer Abnehmer fertiggestellt wurden. In Vorbereitung von Feldzügen wurden Waffen in großen Mengen benötigt und von Waffenschmieden in Fertigungsketten hergestellt. So arbeiteten Verhüttung und Eisenerzeugung, Schmiede und Schleiferei Hand in Hand, hinzu kamen noch Holz und andere Materialien verarbeitende Gewerke hinzu. Die Entwicklung von Kriegsmaschinen und Belagerungsgeräten wie Katapulten und Schleudern wurde bis zur Verwendung des Schießpulvers weiter betrieben.

Auch die Entwicklung von Schutzwaffen wie Körperpanzerungen wurde bis zu einem gewissen Grad der Unsinnigkeit weiter betrieben; so gab es Rüstungen, die ihre Träger trotz guter Physis im Einsatz schlicht überforderten. Bei dem großen Bedarf an Soldaten und Waffen in dieser kriegerischen Epoche der Menschheit wurde auch gerne auf Bauern und Landarbeiter zur Auffüllung der Armeen zurückgegriffen und mangels ausreichender Bestände an Waffen – und zum Teil auch wegen der Unfähigkeit der einfachen Leute, mit diesen Waffen umzugehen – bewaffnete sich das Landvolk mit dem, was zur Verfügung stand; hölzerne Mistgabeln, Dreschflegel, Sensen, Knüppel, Beilen und Äxten.

Eine weitere Entwicklung fand in der Hauptsache bei den Bogenwaffen statt. Die Doppel- und Hornbogen, die sich noch im Altertum großer Beliebtheit erfreuten, wurden von gut durchdachten Konstruktionen mit höherer Federwirkung und damit besserer Energieausnutzung verdrängt. Armbrüste (der Begriff kommt von ‘Arcuballista’ und hat weder mit Arm noch mit Brust etwas zu tun) verschiedener Entwicklungsstufen eroberten sich wegen der hohen Durchschlagskraft einen vorderen Platz in der Beliebtheitsskala, weil sie in der Lage waren, Körperpanzerungen zu durchschlagen, aber vor allem, weil die Anlernzeit für einen Armbrustschützen wesentlich kürzer war als die für einen Langbogenschützen. Später wurden die Armbruste durch Feuerwaffen verdrängt.

Die Erfindung des Schwarzpulvers (Anfang des 13. Jahrhunderts) hielt sehr bald Einzug in die Waffenentwicklung. Recht früh wurden primitive Handrohre eingesetzt. Jedoch war die neue Technik noch schwer zu handhaben, so dass es noch einmal ein gutes Jahrhundert brauchte, um effiziente Feuerwaffen zu entwickeln und schließlich die Verdrängung bisher genutzter Waffen einzuleiten.

Frühe Neuzeit

Kanone auf Lafette

Mit dem Ende des Mittelalters änderte sich, bedingt durch die Weiterentwicklung der Feuerwaffen, auch die Art der Kriegsführung. Das Rittertum verschwand zugunsten neuer militärischer Strategien, die auf den neuen Waffen beruhten. Der Kampf Mann gegen Mann wurde nach und nach durch die Verwendung von Distanzwaffen überholt. Die Artillerie gewann auf dem offenen Schlachtfeld an Bedeutung. Die Vielzahl der verfügbaren mobilen und stationären Kanonen und Mörser in verschiedenen Kalibern und für die verschiedenen Einsatzzwecke war kaum überschaubar.

Die Waffenhersteller dieser Zeit und im Besonderen die Kanonengießer mussten wegen der schon zur Verfügung stehenden beträchtlichen Energien besondere Sorgfalt auf ihre Arbeit verwenden. So war es üblich, dass Kanonengießer beim ersten Schuss einer von ihnen gefertigten Kanone daneben standen, um so ihr Vertrauen in die Qualität ihrer Arbeit zu demonstrieren. In diese Zeit fällt auch die Entwicklung gezogener Läufe von Schusswaffen sowie die Entwicklung von Zündsystemen bei Handfeuerwaffen vom Luntenschloss zum Steinschloss.

Um die bis zur vermehrten Nutzung von Feuerwaffen üblichen Spieße gegen Kavallerie aber auch Infanterie im Nahkampf zu ersetzen, wurden die Schusswaffen mit einem Bajonett ausgestattet. Der Infanterist konnte damit im Karree dem Angriff der Kavallerie begegnen und diesen abwehren.

Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert änderte sich aber nicht nur der Einsatz von Waffen bei militärischen Konflikten, sondern auch bei persönlichen Auseinandersetzungen. Adlige und besser gestellte Bürgerliche verwendeten Blankwaffen bei Auseinandersetzungen, wohingegen Bauern und die ländliche Bevölkerung bei Auseinandersetzungen auf Gegenstände des täglichen Gebrauchs, z. B. Messer und Beile, zurückgriffen. Nach und nach änderte sich dieses Bild, und bei Duellen und anderen Auseinandersetzungen wurden vermehrt Schusswaffen eingesetzt, zunächst bei Adligen und Militärangehörigen, dann auch in studentischen Kreisen.

19. Jahrhundert

Repetiersystem M96

Mit dem 19. Jahrhundert begann das Zeitalter der modernen Waffen. Die waffentechnische Entwicklung schritt rasant voran und reichte von der Entwicklung der ersten Feuerwaffen mit Perkussionsschloss bis zur Einführung der ersten Hinterladergewehre, teilweise auch schon mit Magazin. Die leistungsfähigeren Gewehre änderten die Kriegsführung. So wurden beim Deutsch-Dänischen Krieg 1864 und dem Amerikanischen Bürgerkrieg 1861–1865 schon in Schützengräben gekämpft. Feuergeschwindigkeit, Reichweite und Präzision konnten enorm gesteigert werden. Beim Hinterladergewehr war das Laden im Liegen möglich, was zusammen mit dem neuartigen rauchschwachen Pulver die Tarnung erheblich verbesserte. Die Einführung des Maschinengewehrs Ende des 19. Jahrhunderts sollte die Kriegsführung noch massiver ändern.

Auch in der Seekriegsführung änderte sich vieles. Kämpften bei der Schlacht von Trafalgar 1805 noch Segelschiffe gegeneinander, so standen sich 1862 bei der Schlacht von Hampton Roads dampfgetriebene Panzerschiffe gegenüber. Die Kanonen dieser Panzerschiffe stammten jedoch noch aus der Zeit der hölzernen Segelschiffe, so dass keine Partei die Panzerung durchdringen konnte. Die nachfolgende Generation der Schiffsgeschütze wurde daraufhin entwickelt.

Auch in der Luft wurden die ersten Waffen eingeführt. Die Luftschiffertruppen des deutschen Kaiserreichs wurden bereits 1884 als Versuchsabteilung aufgestellt.

20. Jahrhundert

Thompson M1928

Das 20. Jahrhundert brachte vor allem durch die Einführung von Massenvernichtungswaffen (ABC-Waffen) einen großen Sprung in der technologischen Entwicklung von Waffen. Auch wenn bei den herkömmlichen Waffen viele Grundlagen bereits im 19. Jahrhundert gelegt wurden, so trieben weitere Kriege wie die beiden Weltkriege, der Korea- und Vietnamkrieg, der Kalte Krieg und der Zweite Golfkrieg viele entscheidende Entwicklungen weiter voran und perfektionierten sie. Dafür wurde die allgemeine technische Entwicklung in den Bereichen der Metallurgie, Materialbearbeitung, Elektrotechnik und Elektronik genutzt.

Die vielen Kriege des Jahrhunderts boten den Waffenentwicklern aller Industriestaaten eine geeignete Plattform, um ihre Erzeugnisse von den Militärs testen zu lassen. Nur so ist zu verstehen, dass die waffentechnische Entwicklung dieses Jahrhunderts vom Doppeldeckerflugzeug zu Weltraumwaffe, von der 4-kg-Bombe mit Aufschlagzünder bis zur Neutronenbombe und von der V2-Rakete bis zum GPS- und computergesteuerten Marschflugkörper ging.

21. Jahrhundert

Unbemannte, bewaffnete Drohne MQ-9
Armed Robotic Vehicle-Assault-Light, unbemanntes mit Panzerabwehrlenkwaffen und einem MG ausgerüstetes Roboterfahrzeug

Im militärischen Bereich steigt die Zahl der „asymmetrischen Kriege“ und stellt die Streitkräfte vor neue Herausforderungen. Stand bis Ende des 20. Jahrhunderts noch das „Gefecht der verbundenen Waffen“, also das Zusammenwirken verschiedener Waffen auf einem Gefechtsfeld, im Vordergrund, so gibt es nunmehr vermehrt Guerilla- und Bürgerkriege sowie terroristische Bedrohungen, welche den Schwerpunkt auf räumlich eng begrenzte Gebiete, den Häuserkampf und die Sicherung von Objekten legen.

Mit Programmen wie Future Force Warrior (USA), FIST (UK), FÉLIN (FRA) oder Infanterist der Zukunft (IdZ, Bundeswehr) versucht man, Soldaten in diesem neuen Umfeld nicht nur besser zu schützen, sondern auch mit neuen Waffen auszurüsten. Im Vordergrund stehen dabei kombinierte Waffen aus Gewehr und Granatwerfer sowie neue, noch wirksamere Munition. Waffen wie Blendwaffen, die zwar nicht tödlich sind, aber zur Erblindung oder zu übermässig großem Leid führen können, sind nach der Haager Landkriegsordnung hingegen verboten.

Präzisionsgelenkte Munition wird, im Zuge der immer leistungsfähigeren Elektronik, vermehrt eingesetzt. Während im Zweiten Golfkrieg (1990) nicht mal 10 Prozent der Fliegerbomben präzisionsgelenkt waren, waren es im Irakkrieg (2003) schon etwa 70 Prozent.[16]

Es gibt ein klares Bestreben, Soldaten immer mehr aus dem Kampfgeschehen herauszuziehen. Diesen Trend unterstützen neben fortschreitender Automatisierung autonome Systeme. Es halten immer mehr Kampfroboter und Drohnen ihren Einzug in die Arsenale und ermöglichen es, von einem Befehlsstand aus ohne Gefahr für die Soldaten Aufklärung zu betreiben oder gegnerische Streitkräfte anzugreifen. Gleichzeitig sind dagegen ärmere Länder immer noch mit Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg oder der unmittelbaren Nachkriegszeit ausgestattet.

Aktuelle Waffensysteme sind meist so konstruiert, dass sie verschiedene Einsatzmuster erfüllen können und so mit einem System mehrere andere Systeme ersetzt werden. Dieses erleichtert auf der einen Seite die Logistik, erhöht aber auf der anderen Seite die Komplexität und damit auch den Preis der Systeme. Beispielsweise sind die F-15, die F-16, der Eurofighter und die Dassault Rafale sowohl als Jagdflugzeug als auch als Jagdbomber einsetzbar. Dies dient unter anderem auch der Kostenreduzierung.

Im polizeilichen und privaten Bereich können Schusswaffen in Zukunft mit elektronischen Sicherungen ausgestattet werden, die nur den rechtmäßigen Benutzer einen Schuss abfeuern lassen. Ebenso halten technische Innovationen wie elektronische Abzugsysteme ihren Einzug in die Serienproduktion.

Waffenkategorisierung

Eine allgemeingültige und vereinheitlichte Kategorisierung zu Waffen gibt es nicht. Unterscheidungen werden nach Einsatzgebiet, Wirkung, Verwendung, Herkunft, Zweck und vielen anderen Kriterien getroffen.

Unterschieden werden beispielsweise Nahkampfwaffen und Fernwaffen.

Zu den Nahkampfwaffen gehören

Schlagwaffen (z. B. Schlagstock),
Hieb- und Stichwaffe (z. B. Dolch, Degen, Rapier).

Die Fernwaffen werden unterschieden in

Wurfwaffen, (z. B. Speer),
projektilverschießende (ballistische) Waffen,
Raketenwaffen und die bislang seltenen Energiewaffen.

Projektilverschießende Waffen sind

Bogenwaffen,
Schleuderwaffen,
Druckluftwaffen,
Feuerwaffen und
Magnetfeldwaffen.

Im militärischen Bereich wird gegebenenfalls Nah- und Fernwaffen unterschieden als

Gefechtsfeldwaffen, deren Wirkung im Sichtbereich erzielt wird, zählen zu den Nahwaffen (z. B. leichte und mittelschwere Infanteriewaffen).
Waffen, die ihre Wirkung außerhalb des sichtbaren Bereichs erzielen, zählen zu den Fernwaffen (z. B. Artillerie- oder Raketenwaffen).

Es wird auch nach der Wirkung der Waffen unterschieden, z. B. Brandwaffe, Explosionswaffe oder Massenvernichtungswaffe.

Weitere Unterscheidungen werden nach Verwendung, z. B. Reiterbogen, Scharfschützengewehr, Sportpistole, Flugabwehrrakete etc. getroffen.

Ein Kategorisierung nach ausschließlich technischen Gesichtspunkten, wie sie von Ingenieuren und Technikern vorgenommen wird, hat den Vorteil der geringsten Schnittmengen innerhalb eines Unterscheidungsgebiets. Als Beispiel dafür dient die Liste der Waffenkategorien des Wikipedia-Waffenportals.

Waffengebiete

Waffen werden auf vielfältige Art verwendet. Die Grenzen zwischen den verschiedenen Waffengebieten sind fließend und werden von nationalen Waffengesetzen auch unterschiedlich definiert.

Gebrauchswaffen

Selbstladende Pistole Glock 23

Als Gebrauchswaffen werden Waffen des täglichen Gebrauchs von Bediensteten staatlicher, halbstaatlicher und privatrechtlicher Organisationen, Institutionen oder Einzelpersonen bezeichnet, die nicht dem Zweck der Kriegsführung unterliegen und somit nicht den Kriegswaffen zuzuordnen sind. Bei den Gebrauchspistolen kann es durchaus zu Überschneidungen der Zuordnung kommen. Gebrauchswaffen können beispielsweise Handfeuerwaffen, nicht tödliche Waffen oder Hiebwaffen sein. Wichtige Kriterien für diese Waffen sind eine sichere Bedienung und schnelle Einsatzbereitschaft, ein geringes Gewicht sowie eine sichere Funktion auch unter widrigen Bedingungen (z. B. Frost, Schlamm).

Jagdwaffen

Jagdflinte

Hauptartikel: Jagdwaffe

Als Jagdwaffen werden alle Waffen bezeichnet, die speziell für die Bedürfnisse der Jagd entwickelt, gefertigt oder modifiziert wurden. Grundsätzlich gibt es Blankwaffen und Feuerwaffen. Hauptsächlich werden heute Schusswaffen zur Jagd verwendet. Jagdwaffen dienen in erster Linie zur Jagd auf Wildtiere unter waidmännischen Gesichtspunkten, das heißt, das bejagte Wild soll schnell, schonend und – für das Tier – leidensfrei erlegt werden. Aus diesem Grund ist der Gebrauch von Waffen, die diese Kriterien aus verschiedenen Gründen nicht erfüllen, in einigen Ländern verboten oder wird teilweise von der Jägerschaft als bedenklich eingestuft (z. B. Bogen, Armbrust, Saufeder etc.). Da viele Jagden auch ein gesellschaftliches Ereignis waren und sind, handelt es sich bei Jagdwaffen oft um entsprechend aufwendige Konstruktionen, denen man den Wohlstand ihres Besitzers ansehen soll. So werden bei vielen Jagdgewehren für den Schaft edle Hölzer (z. B. Wurzelholz) verwendet, Metallteile werden mit jagdlichen Motiven graviert, welche durch Edelmetalle hervorgehoben werden. So reicht das Preisspektrum bei Jagdflinten von rund 300 Euro bis über 30.000 Euro.

Jagdwaffen sollen u. a. die Jagd auf verschiedene Arten von Tieren ermöglichen. Deswegen werden unter anderem mehrläufige kombinierte Waffen eingesetzt. Dabei handelt es sich um Gewehre mit unterschiedlicher Art und Kaliber, die es ermöglichen, ein jeweils angemessenes Kaliber zu verwenden. Also z. B. ein Flintenlauf für Schrot, ein Kugellauf größeren Kalibers für Hochwild und gegebenenfalls ein Kugellauf (auch als Einstecklauf) kleineren Kalibers für kleines Raubwild, z. B. Marder.

Kriegswaffen

Leopard 2A5 Panzer der Bundeswehr

Per Definition sind Kriegswaffen alle Waffen, die in einem Krieg zum Einsatz kommen können. Sie sind zum Angriff oder zur Verteidigung bestimmt.

Bei den technischen Mitteln wird auch zwischen Offensiv- und Defensivwaffen unterschieden. Diese Unterscheidung fällt schwer, da die meisten Waffen sowohl zum Angriff als auch zur Verteidigung genutzt werden können. Beispielsweise sind Boden-Boden-Raketen typische Offensivwaffen, da diese sich nicht oder nur sehr bedingt zu Verteidigungsgefechten einsetzen lassen. Eine Boden-Luft-Rakete ist hingegen der typische Vertreter einer Defensivwaffe. Letztlich werden die Begriffe Offensiv-/Defensivwaffe über die angewandte Taktik und über den Einsatzort definiert.

Nur in geringem Umfang und nach Ausschöpfung aller Mittel zur Schonung menschlicher Ressourcen, werden in modernen Kriegen militärische Waffen im Kampf „Mann gegen Mann“ zum Einsatz gebracht. Im Allgemeinen richten sich militärische Waffen gegen unterschiedlich große Einheiten von gegnerischen Soldaten, Gerät und/oder gegen die Zivilbevölkerung und Infrastrukturen des Gegners sowie dessen Ressourcen. Auch wenn sich eine Waffe gegen ein militärisches Fahrzeug richtet, hat ihr Einsatz oft tödliche Folgen für die Besatzung.

Atompilz über Nagasaki

Eine Besonderheit stellt im militärischen Bereich die Unterteilung in taktische und strategische Waffen dar. Taktische Waffen dienen in erster Linie der Vorteilsgewinnung im engeren oder weiteren Gefechtsfeld, also bei der direkten oder indirekten Bekämpfung militärischer Einheiten; so werden beispielsweise Seeminen eingesetzt, um Passagen in Seegebieten zu behindern oder auf bestimmte, kontrollierbare Routen einzuschränken, was dem Anwender dieser Waffen einen taktischen Vorteil verschaffen soll. Taktische Nuklearwaffen überschreiten zum Teil schon die Schwelle zu den strategischen Waffen. Strategische Waffen sind Hauptbestandteil militärischer Strategien, die in groben Zügen schon lange vor militärischen Auseinandersetzungen dem potentiellen Gegner bekannt sind und somit zum Einschüchterungs- oder Abschreckungspotentials gehören. Sie können, eingesetzt oder nicht, schon lange vor dem Einsatz taktischer Waffen ihre Wirkung zeigen. Im Kalten Krieg hielt das Gleichgewicht des Schreckens die Atommächte davon ab, mit Kernwaffen einen Krieg zu beginnen. Der Einsatz strategischer Kernwaffen ist bis heute nur in Form der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erfolgt.

Wenngleich ein nuklear geführter Dritter Weltkrieg bislang ausblieb, verlagerte sich die Auseinandersetzung auf Stellvertreterkriege und regionale bewaffnete Konflikte mit asymmetrischer Kriegführung mit Millionen von Toten, zum Teil bewirkt mit einfachsten Handwaffen (Äxte, Macheten) wie etwa 1994 im Völkermord in Ruanda. Seit dem Zweiten Weltkrieg sind mehr Menschen durch scheinbar veraltete Waffen ums Leben gekommen als durch Systeme der modernsten Entwicklung. So ist das Kalaschnikow-Sturmgewehr in weiten Teilen der Dritten Welt eine zeitgemäße Waffe, da es sich auch unter erschwerten Bedingungen herstellen bzw. nachbauen und reparieren lässt.

Bis vor etwa 200 Jahren wurden fast alle tragbaren Waffen und auch viele Werkzeuge, vor allem bei Aufständen, als Kriegswaffe eingesetzt. Erst mit dem verbreiteten Einsatz von Handfeuerwaffen änderte sich dies. Hieb- und Stichwaffen verloren immer mehr ihren Wert, und Pistolen und Gewehre, als persönliche Ausrüstungsgegenstände der Soldaten (Ordonnanzwaffen), wurden speziell für den Kriegseinsatz konzipiert. So gab es z. B. besonders kurze Gewehre (Karabiner) für die Kavallerie.

Großgeräte waren schon sehr viel früher speziell für den Einsatz als Kriegswaffe entwickelt worden. Antike Katapulte, Speerschleudern oder Belagerungstürme hatten nur einen Einsatzzweck, nämlich den Krieg. Auch moderne Geschütze und die meisten mittleren und schweren Maschinengewehre zählen zu den Großgeräten. Der Transport und die Bedienung solcher Kriegswaffen erfordert mehrere Personen, deshalb bezeichnet man sie als „crew-served weapons“ (engl. für „mannschaftsbediente Waffen“).

Mit der industriellen Revolution änderten sich auch die Waffen weiter. Weitreichende Kanonen, automatische Feuerwaffen sowie Torpedos und Raketen fanden ihren Weg in die Arsenale. Die Industrienationen setzen in den letzten Jahrzehnten vermehrt auf hochtechnisierte Waffensysteme. Ärmere Länder setzen hingegen oft Waffen ein, die noch der Technik des ersten oder Zweiten Weltkriegs entsprechen.

Das deutsche Kriegswaffenkontrollgesetz grenzt Kriegswaffen im Wesentlichen auf ABC-Waffen, militärische Großgeräte, vollautomatische Waffen sowie Minen ein.

Viele Waffen zielen dabei nicht direkt auf das Töten eines Gegners ab. Dies nicht nur aufgrund verschiedener internationaler Übereinkommen, sondern auch, weil Verletzte die Logistik des Kriegsgegners stark belasten. Zudem kann z. B. eine in großer Höhe gezündete Kernwaffe durch einen elektromagnetischen Impuls über tausende von Quadratkilometern sämtliche elektronischen Bauteile zerstören. So werden auch Fahrzeuge, elektronisch gesteuerte Waffensysteme und so weiter unbrauchbar.

Viele Staaten haben sich im Kriegsvölkerrecht dazu entschlossen, nicht alle technisch möglichen Waffen in Kriegen zu verwenden. So verbietet z. B. das Genfer Protokoll chemische Waffen. Auch andere Waffen die unnötige Leiden verursachen oder unterschiedslos wirken (keine Unterscheidung zwischen Kombattanten und Zivilbevölkerung) gehören zu den geächteten Kriegsmitteln.

Kult-, Prunk-, Zeremonial- und Statuswaffen

Dekorativer Zeremoniensäbel zur Uniform

Diese Art von Waffen zeichnet sich durch äußere dekorative Gestaltung aus. Sie werden besonders sorgfältig oder vergrößert hergestellt, sie erhalten Verzierungen oder es werden wertvolle Materialien z. B. Elfenbein verwendet. Dadurch kann durchaus der Kampfwert eingeschränkt werden, so dass eine Verwendung als Kampfwaffe nicht mehr angestrebt wird. Eine Statuswaffe soll den sozialen Status oder Macht des Trägers signalisieren und ihn in der Masse erkennbar machen. Da diese Waffen vielfach in Zeremonien oder Paraden verwendet werden, ist eine Trennung nach Kult-, Prunk- und Statuswaffen in der Regel nicht möglich.[17] Der technische Fortschritt und Änderungen in der Taktik können dazu führen, dass einst aktiv genutzte Waffen eine neue symbolische Funktion als Standes- und Zeremonialwaffen bekommen. Diesen Bedeutungswandel gab es bei Schwertern oder Streitkolben,[18] aber auch bei manchen Schusswaffen. So nutzt das deutsche Wachbataillon den Karabiner 98k aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges.[19]

Große Zeremonialwaffen sind auf prähistorischen Felszeichnungen dargestellt, was davon zeugt, dass imponierendes Präsentieren von Waffen eine sehr alte menschliche Verhaltensweise ist.[20]

Siehe auch: Hochzeitsdegen

Nicht-tödliche Waffen

Einsatz von Pfefferspray

Hauptartikel: Nicht-tödliche Waffe

Waffen für die Selbstverteidigung von Zivilpersonen, zur Aufruhrkontrolle und zur Hilfe bei Festnahmen sind sehr oft nicht-tödliche Waffen. Ihre Wirkung erreichen sie dabei durch den Einsatz von Mitteln, die als sehr unangenehm empfunden werden oder welche die Handlungsfähigkeit extrem einschränken.

Für den persönlichen Gebrauch werden hierbei insbesondere Elektroimpulswaffen und Reizgassprühgeräte (oft auch als Reizgaspistole) angeboten.

In diesen Bereich gehören aber auch zum Beispiel Wasserwerfer, Tränengas- oder CS-Granaten und Verneblungsgeräte. Außerdem findet in großkalibrigen Schusswaffen teilweise Spezialmunition Verwendung. Diese soll einen Gegner markieren oder aber umwerfen.

Neue Ansätze fand man in der Verwendung von expandierenden, klebrigen Substanzen (ähnlich Isolierschaum) sowie besonders rutschigen Mitteln (ähnlich Spülmittel). Aber auch alte Ideen, wie beispielsweise das Werfen von Netzen, kommen wieder in Gebrauch.

Neuentwicklungen im elektronischen/akustischen Bereich sind unter anderem Mittel wie das Active Denial System oder das Long Range Acoustic Device (LRAD). Neue nicht-tödliche Waffen verwenden zum Beispiel niederfrequente Töne, Schallwellen, Mikrowellen und so weiter, um Angreifer außer Gefecht zu setzen. Blendwaffen verwenden Licht.[21]

Auch als „nicht tödlich“ eingestufte Waffen können bei unsachgemäßer Anwendung (z. B. zu geringer Abstand, Überdosierung etc.) letale Wirkung zeigen. Personen mit körperlichen oder gesundheitlichen Einschränkungen tragen als Ziel der Anwendung dieser Waffen ein erhöhtes Risiko.

Sammlerwaffen

Sammlerwaffe – Bayerisches Trachtenmesser

Sammlerwaffen sind ein Ausdruck des technologischen und künstlerischen Schaffens der Epoche, in welcher sie hergestellt wurden.

Als erste industriell hergestellte Werkzeuge üben sie oft eine Faszination aus. Da sie in weiten Bereichen gesetzlichen Beschränkungen unterliegen, sind sie auch etwas, „das nicht jeder hat“. Insbesondere Polizei- und Militärwaffen sind dabei Kulturgüter, mit denen unmittelbar Geschichte geschrieben worden ist, auch wenn dies immer kritisch unter dem Gesichtspunkt von Gewalt zu sehen ist.[22]

Viele Waffen wurden und werden auch unter rein ästhetischen Merkmalen hergestellt und sind in erster Linie als Kunstobjekt zu sehen.

In Deutschland können dabei einschüssige Schusswaffen, die nicht für Metallpatronen eingerichtet sind, vor dem Entwicklungsjahr 1871 frei erworben werden, sofern der Erwerber das 18. Lebensjahr vollendet hat.

Waffensammlungen sind meist nach geographischen oder geschichtlichen Merkmalen, Verwendungszweck, Hersteller oder technischen Merkmalen geordnet.

Schutzwaffen

Sonderschutzfahrzeug des Typs Mercedes-Benz W 126 nach Beschuss

Hauptartikel: Schutzwaffe

Gegenstände, die zu einem Angriff oder zu einer Verletzung nicht geeignet sind, aber vor Verletzungen schützen, werden in der Bundesrepublik Deutschland seit dem Jahr 1989 als Schutzwaffe oder passive Waffe bezeichnet. Dazu gehören beispielsweise schnittfeste Handschuhe und Kleidung, Schutzwesten und Panzerungen.

Sportwaffen

Schießen mit der Sportarmbrust

Hauptartikel: Sportschießen

Sportwaffen sind meist für sportliche Belange optimierte und nicht selten nur eingeschränkt für die Anwendung von Gewalt nutzbare Waffen. Die Jagd oder ein Kampf werden mit diesen Waffen abstrahiert oder simuliert. Teilweise ist auch gar kein Zusammenhang mehr mit diesen historisch begründeten Anwendungsgebieten mehr gegeben und rein sportliche Aufgabenstellungen dominieren die entsprechende Disziplin.

Bei Sportwaffen ist es das Ziel, einen oder mehrere der folgenden Punkte im sportlichen Wettkampf zu optimieren:

Präzision (Schießsport)
Schnelligkeit (Fechten)
Weite (Speerwurf)

Bei einigen olympischen Disziplinen werden Waffen eingesetzt, die den meisten Menschen als solche gar nicht mehr bewusst sind, hierzu gehören der Speer und der Diskus. Im Sport wird bei diesen Waffen auch nicht mehr der eigentliche Zweck in der Handhabung verfolgt, wie die Jagd auf Wild oder die Bekämpfung eines Gegners. Vielmehr ist ausschließlich die Erreichung größtmöglicher Weite, bei fehlerfreier Anwendung, das Ziel des Wettkampfes.

Hieb- und Stichwaffen werden z. B. beim Fechtsport verwendet. Als Sportwaffe sind sie in der Regel weder scharf noch spitz und verfügen stattdessen meist über elektrische Kontakte zu Ermittlung von Treffern. Anders ist dies bei Korb- und Glockenschläger, die bei der Mensur verwendet werden. Bei diesen Hiebwaffen handelt es sich ebenfalls um Sportwaffen, sie werden jedoch scharf geschliffen. Im Gegensatz dazu wird in anderen Sportarten teilweise, vor allem im Bereich der asiatischen Kampfsportarten, sogar mit gepolsterten Waffen gekämpft.

Bei den Bogenwaffen haben neue Techniken Einzug gehalten. Sogenannte Compound-Bögen erreichen eine hohe Leistung bei relativ geringem Kraftaufwand.

Sportpistole Walther GSP, mit Wechselsystem

Viele Schusswaffen, wie z. B. die Walther GSP, haben ein deutlich sportliches Aussehen (Schichtholz, bunt, etc.) und damit nur eine geringe Drohwirkung. Oft sind Sportwaffen durch spezielle Griffe, Visierungen und Anbauteile (Gewichte, und so weiter) außerdem so unhandlich, dass sie nur schwerlich in einer Hose oder im Holster getragen werden könnten. Andere Schusswaffen, wie z. B. die SIG P210 haben das Aussehen von Militärwaffen (im Fall der Ordonnanzwaffen-Disziplinen) oder von Gebrauchswaffen (im Fall vieler Großkaliberpistolen- und Revolver-Disziplinen), zum Teil können diese Waffen ebenfalls für das sportliche Schießen optimiert sein, nur sind diese Änderungen meist weniger auffällig.

Als Munition für Sportwaffen werden oft Kleinkaliberpatronen oder speziell für das sportliche Schießen optimierte Munitionssorten verwendet. Aber auch bei leistungsstarken Kalibern wird das Geschoss im Hinblick auf optimale Flugeigenschaften und Trefferanzeigegenauigkeit, aber nicht auf seine Zielwirkung hin ausgewählt; Ausnahmen bilden da gegebenenfalls sogenannte Steel-Challenges, bei denen metallische Ziele umgeworfen werden müssen oder auch das so genannte Bowling-Pin-Schießen, bei dem Bowling-Kegel (Pins) zu Fall gebracht werden. In jedem Fall wird bei sportlich verwendeter Munition, im Gegensatz zu militärisch verwendeter Munition, weitestmöglich auf die Umweltverträglichkeit, z. B. der Geschossmaterialien geachtet.

Spielzeugwaffen

Softairwaffe

Bei den Spielzeugwaffen handelt es sich um meist aus Kunststoff produzierte Nachbildungen echter Waffen oder von fiktiven Waffen (beispielsweise aus Science-Fiction-Filmen). Oft werden sie in auffälligen Farben gestaltet und verfügen über Geräusch-Effekte. Die am meisten erhältlichen Waffen sind Bögen, Messer und Schwerter, Knall-Pistolen sowie Erbsen- und Wasserpistolen.

Die von diesen Waffen ausgehende reale Gefahr ist gering, da die Waffen entweder aus weichen Materialien hergestellt sind oder nur eine geringe Energie abgeben.

Eine Gefahr besteht, je nach Entfernung oder Sichtverhältnissen, in der Verwechslung mit realen Waffen, was zu Fehlentscheidungen und damit verbundenem, irrtümlichem Waffeneinsatz von Polizei und Sicherheitskräften führen kann.

Dekorationswaffen

Als Dekoration und Gebrauchsgegenstand gibt es eine Vielzahl von Produkten, die in Form einer Waffe angeboten werden. Dieses fängt beim Schlüsselanhänger an und geht bis zum Feuerzeug in Granatenform.

Des Weiteren gibt es Hieb- und Stichwaffen bzw. unbrauchbar gemachte Schusswaffen, oder nicht schussfähige Nachbauten von Waffen, welche gerne als Wanddekoration benutzt werden.

Seit dem 8. April 2016 gilt EU-einheitlich die EU Durchführungsverordnung 2015/2403 zur Deaktivierung von Waffen, die eine erneute Reaktivierung – ähnlich den früheren deutschen Bestimmungen – unmöglich machen soll.[23]

Film- und Theaterwaffen

Hauptartikel: Film- und Theaterwaffe

Film- und Theaterwaffen sind modifizierte echte Waffen, die äußerlich unverändert bleiben, deren innere Technik entweder entfernt oder anschließend so manipuliert wurde, dass die Herstellung einer erneuten Funktionstüchtigkeit erschwert oder unmöglich gemacht wird. Zur Gruppe der Theaterwaffen zählen auch Waffenreplikate sowie fiktive als Requisiten verwendete Waffen, die ungefährlich sind. Den Begriff “Theaterwaffe” gab es nach den alten gesetzlichen Bestimmungen nicht, die beim Theater oder Film verwendeten Waffen fielen unter die Bestimmung des WaffG zu Salutwaffen.

Kulturelle Rezeption

Waffen spielen in vielen Geschichten und Sagen eine wichtige Rolle, z. B. beim Apfelschuss-Motiv, unter anderem bei Wilhelm Tell, oder die Schleuder beim Kampf Davids gegen Goliat. Manche Waffen werden dabei mit mythischen Fähigkeiten ausgestattet z. B. das Schwert Excalibur.

Auf Wappen abgebildete Waffensymbole zeugen oft von kriegerischer Vergangenheit. Auch moderne nationale Flaggen enthalten diese Symbole und deuten auf einen kriegerischen Hintergrund der Staatsgründung hin.

Im Mittelalter veranstalteten viele Städte Waffenübungen für die Bevölkerung, damit diese im Verteidigungsfall reguläre Truppen unterstützen konnte. Aus diesen Waffenübungen leiten sich die Schützenfeste ab.

In den modernen Massenmedien (Kino und Fernsehen) werden Waffen und ihr Einsatz hauptsächlich durch Actionfilme thematisiert. Dabei ist der Einsatz oft realitätsfern dargestellt, sei es übersteigert (z. B. von Geschossen getroffene Personen werden durch die Luft geschleudert) oder verharmlosend (z. B. exzessive Feuergefechte ohne Verletzte). Seit den 1980ern wird diese unrealistische Darstellung in ähnlicher Weise von Computeractionspielen übernommen.

Siehe auch

 Portal: Waffen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Waffen
Liste der Listen der Hieb-, Stich-, Schlag- und Stoßwaffen
Kalte Waffe, Ehrenwaffe

Literatur

David Harding, Waffenenzyklopädie: 7000 Jahre Waffengeschichte, Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02894-4.
Terry Gander, Peter Chamberlain Enzyklopädie deutscher Waffen 1939–1945 Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02481-6.
Alexander Lüdeke, Waffentechnik im Zweiten Weltkrieg, Parragon, 2007, ISBN 978-1-4054-8584-5.
A. E. Hartink, Michael Störmer, Messer-Enzyklopädie, Edition Dörfler im Nebel-Verlag, Eggolsheim 2002, ISBN 978-3-89555-078-2.
Frank C. Barnes: Cartridges of the World. A Complete and Illustrated Reference for Over 1500 Cartridges., Krause Publications, Iola (Wisconsin) 2009, ISBN 978-0-89689-936-0.
Beat Kneubuehl: Geschosse. Band 2: Ballistik, Wirksamkeit, Messtechnik. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-7276-7145-9.
Karl T. von Sauer: Grundriß der Waffenlehre, Band 2, Cotta, 1876 (Band 2 Hauptsächlich mit vielen Abbildungen online)

Weblinks

 Commons: Kategorie:Waffen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Waffe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikisource: Waffen – Quellen und Volltexte
 Wikiquote: Waffe – Zitate

Waffengeschichte

Waffen der preußischen Armee, 17., 18. und 19. Jahrhundert

Sonstiges

Kriegswaffenliste des Gesetzes über die Kontrolle von Kriegswaffen
Linkkatalog zum Thema Waffen bei curlie.org (ehemals DMOZ)

Einzelnachweise

↑ Kim Zetter: An Unprecedented Look at Stuxnet, in: Wired 11.03.14 [1]

↑ Franz Kiener: Das Wort als Waffe. Zur Psychologie der verbalen Aggression. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1983, ISBN 3-525-01406-6. (online)

↑ Friedrich-Wolf-Gesellschaft

↑ Waffengesetz

↑ Sprengstoffgesetz

↑ Gesetz über die Kontrolle von Kriegswaffen

↑ Strafgesetzbuch

Tödlicher Irrtum: Polizei erschoss 14-Jährigen wegen Spielzeugwaffe. Auf: Spiegel online. 6. September 2002.

↑ OFF Company: Bedeutung des Krumdolches (Memento vom 14. Januar 2009 im Internet Archive)

↑ Matthias Pfander: Ein Schweizer hat sie konstruiert: Die kleinste Waffe der Welt. Blick.ch.

↑ Niels Johannsen, Davor Löffler, John McGraw: Waffengeschichte. In: Gerd Jüttemann (Hrsg.): Entwicklungen der Menschheit. Humanwissenschaften in der Perspektive der Integration. Pabst, Lengerich 2014, ISBN 978-3-95853-004-1, S. 191–199. 

↑ Klaus Raddatz: Die Bewaffnung der Germanen. In: Wolfgang Haase, Hildegard Temporini (Hrsg.): Aufstieg und Niedergang der römischen Welt (ANRW)/Rise and Decline of the Roman World. Geschichte und Kultur Roms im Spiegel der neueren Forschung. de Gruyter, Berlin/New York 1985, ISBN 3-11-009519-X, 3. Tlbd., S. 281 ff.

↑ Heiko Steuer: Historische Phasen der Bewaffnung nach Aussagen der archäologischen Quellen Mittel- und Nordeuropas im ersten Jahrtausend n. Chr. In: Frühmittelalterliche Studien. 4 (1970), S. 348–383.

↑ a b Herwig Wolfram: Die Goten. 4. Aufl. C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-33733-3, S. 302 ff.

↑ Walter Pohl: Die Völkerwanderung. 2. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2005, ISBN 3-17-018940-9, S. 101 f.

↑ Gundolf S.Freyermuth: Krieg Version 3.0. In: NZZ Folio. 01/2005.

↑ Manfred A. Zirngibl: Seltene afrikanische Kurzwaffen, Morsak, 1983, ISBN 3875531981, S. 8–9

↑ Matthias Rogg: Militärgeschichte bis zur Französischen Revolution 1789 in: Grundkurs deutsche Militärgeschichte, Band 1: Die Zeit bis 1914: Vom Kriegshaufen zum Massenheer, Walter de Gruyter, 2009, ISBN 9783486850383, S. 48 [2]

↑ Staatsbesuche: Hakenkreuze präsentiert in: DER SPIEGEL 38/1995

↑ Sven Frederik Sager: Verbales Verhalten, Verlag Stauffenburg, 1995, ISBN 9783860570937, S. 59 [3]

↑ P. Dobrinski, G. Krakau, A. Vogel: Physik für Ingenieure. Ausgabe 11, 2006, S. 439.

Die Motivation ist die Waffe. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. Mai 2002 (Interview mit Arne Niederbacher).

↑ Archivlink (Memento vom 20. April 2016 im Internet Archive)

Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4064228-8 (AKS)

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Dieser Artikel behandelt allgemein Gardinen und deren Ableger. Für die Dekoration der Auslage in Schaufenstern siehe Schaufenster.

Dekorvorhänge an einer Gardinenstange.
Beispiel für eine Scheibengardine.
Gehäkelte Stores.

Fensterdekorationen (auch als Gardinen oder Vorhang bezeichnet) sind Stoffe, die von innen an Fenstern angebracht werden.

Inhaltsverzeichnis

1 Wortherkunft
2 Funktion
3 Arten von Fensterdekorationen
4 Material
5 Befestigungsarten
6 Faltenbildung
7 Unterkanten
8 Redensarten
9 Siehe auch
10 Literatur
11 Weblinks
12 Einzelnachweise

Wortherkunft

Das Wort gordijne stammt aus dem Niederdeutschen und Niederländischen, verbreitete sich im 15. und 16. Jahrhundert und bezeichnete ursprünglich den Bettvorhang.

Funktion

Die Fensterdekoration ist ein innenarchitektonisches Gestaltungsmittel und beeinflusst das Raumgefühl sehr stark.
Sie können die Fenster teilweise oder ganz bedecken, wodurch sie unerwünschte Einblicke von außen erschweren. Auf der Innenseite sollen vorgezogene Gardinen außerdem das Eindringen von Licht, Staub und Lärm verhindern. Sehr dicht gewobene Gardinen können auch Schutz vor Zugluft bieten. Viele Funktionen teilen sich Fensterdekorationen mit Sonnenschutzanlagen.

Arten von Fensterdekorationen

Es gibt vielfältige Formen von Fensterdekorationen. Länge, Farbe und Materialwahl sind dem Wechsel der Mode unterworfen. Gardinen und Gardinenstoffe können als Fertigware in Standardmaßen gefertigt und im Selbstbedienungshandel verkauft oder von einem Raumausstatter individuell für den Kunden entworfen und angefertigt werden.
Klassischerweise bestehen Fensterdekorationen aus halbdurchsichtigen Stores und Dekoschals. Häufig werden diese mit Schabracken ausgeführt, die einen oberen Abschluss bilden und einen Sturz oder Rollladenkasten verdecken.
Moderne Formen von Gardinen sind zum Beispiel Lamellen- und Flächenvorhänge. Darüber hinaus gibt es noch Fadengardinen, die aus glatt nach unten fallenden Fäden bestehen.
Eine traditionelle und momentan eher in den Hintergrund gerückte Form ist die handwerklich anspruchsvolle Raffgardine. Wesentlich lockerer wirken Freihanddekorationen, die meist nur locker über eine Stange drapiert werden.[1][2]
Dekorationen, die am Fensterflügel befestigt werden, bezeichnet man als Scheibengardinen oder Scheibenhänger. Sie werden an Vitragenstangen (auch Scheibenstange oder Pinnstange) oder Klemmstangen dekoriert. Eine Form der Scheibengardine ist die angeraffte Landhausgardine. Immer mehr Bedeutung erhalten hierbei Rollos und Plisseeanlagen.
Als Jalousie wird eine Anordnung von festen oder beweglichen Lamellen zum Sicht- und Sonnenschutz, aber auch zum Witterungsschutz bezeichnet, die dennoch die Belichtung oder Belüftung des dahinter liegenden Raumes ermöglicht.

Material

Das Angebot an Dekostoffen ist nahezu unüberschaubar. Zum Einsatz kommen sowohl Kunstfasern als auch klassische Naturfasern wie Baumwolle, Leinen und Seide.
Gardinen werden zu mehr als 80 % aus gewirkten Stoffen hergestellt. Üblich sind 140 cm Warenbreite bei Dekostoffen und 280 bis 300 cm bei transparenten.
Die Warenbreite kann zur Höhe verarbeitet werden. D.h. die Kette läuft senkrecht. Man spricht dann von einer verstürzten Verarbeitung.
Wenn die Warenbreite nicht ausreicht, kann die Ware aufrecht verarbeitet werden. Der schussfaden verläuft dann waagrecht. Bei dieser Verarbeitung können beliebig viele Bahnen zusammengenäht werden. Darum spricht man auch von Bahnenware. Da insbesondere bei transparenten oder halbtransparenten Stoffen die Verbindungsnähte störend auffallen, geht der Trend zu Ware, die verstürzt verarbeitet werden kann.
Bekannt sind außerdem gewebte, geklöppelte, geknotete, bestickte oder beflockte Gardinenstoffe. Beispiele dafür sind etwa Bobinet, Tüll, Voile und Musselin.

Immer wichtiger werden schwer entflammbare Stoffe, da normal brennbare Gardinen ein sehr hohes Brandpotenzial darstellen. Eine wichtige Baunorm ist hier die Baustoffklasse DIN 4102 („Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen“). Hier unterscheidet man zwischen ausgerüsteten Stoffen, denen man die Eigenschaft der Schwerentflammbarkeit erst nachträglich gegeben hat, und den Stoffen aus schwer entflammbaren Fasern (wie z. B. Trevira CS)

Befestigungsarten

Schlaufengardine an einer schlichten Holzstange.
Einläufige Vorhangschiene mit U-Profil und Innenlaufrollen.

Die simpelste Methode ist die Befestigung an einer Gardinenstange. Dazu wird oben an der zugeschnittenen Gardine ein Gardinenband aufgenäht. In dieses werden Haken eingeschlauft, die an Ringen befestigt werden, die nun über die Stange laufen. Gardinenstangen können aus Metall, Holz oder Kunststoff gefertigt und vielfältig verziert sein. Gelegentlich wird die Gardinenstange auch durch ein gespanntes, dünnes Stahlseil ersetzt.
Alternativ werden auch Schlaufen aus dem Material der Gardine verwendet. Bei diesen Schlaufengardinen liegen die in der Regel einige Zentimeter breiten, an der Oberkante der Gardine angenähten Schlaufen unmittelbar auf der Gardinenstange auf. Damit die Schlaufen leichter auf der Gardinenstange laufen, können sie über Gleithülsen gelegt werden. Eine weitere Variante ist das Einstanzen von Metallösen in den Stoff.

Eine andere Art der Aufhängung ist die Befestigung des Gardinenstoffs an Gardinenschienen oder -leisten (in Österreich Karnise, Karniese oder Karnische, gesprochen Garnische).
Gardinenleisten sind Innenlaufschienen mit einem T-förmigen oder C-förmigen Profil und bestehen aus Metall, Holz oder Kunststoff. Sie besitzen einen oder mehrere Läufe, in denen Rollen oder Gleiter laufen, an denen die Fensterdekoration befestigt ist. Anders als Gardinenstangen können Gardinenschienen unmittelbar unter der Decke angebracht und C-förmige Schienen sogar in die Zimmerdecke eingeputzt werden.
Rundungen für Eck- und Erkerfenster sind je nach Variante machbar. Eine Kurve bezeichnet man als Durchschleuderecke. Einen 90°-Bogen, der auf die Wand zuläuft, bezeichnet man als Retoure.

Neuere Aufhängesysteme ermöglichen auch ein Aufhängen von Schlaufengardinen direkt unter der Zimmerdecke. Dies erfolgt mit sogenannten Schlaufengleitern. Diese meist aus Kunststoff gefertigten Artikel bestehen aus einem dünnen, geraden Stab, an dessen Enden jeweils ein Gleitstein oder ein Rollenpaar sitzt. Über den Stab kann die an der Oberkante der Gardine angenähte Schlaufe gelegt werden. Der Gleitstein oder das Rollenpaar steckt in der Gardinenschiene, die Schlaufe hängt unmittelbar unter der Gardinenschiene.

Nach diesem Prinzip arbeitet auch ein weiteres Aufhängesystem, bei dem die Gardine mit Hilfe von Klettverschluss an einem Panelschlitten befestigt werden kann. Dafür eignen sich in der Regel Dekorationen, die keine senkrechten Falten haben (Flächenvorhänge, Faltrollos, Schabracken) am besten. Der Panelschlitten ist etwas größer als ein Schlaufengleiter und wird ebenfalls mit Rollen oder Gleitsteinen in eine Gardinenschiene eingehängt. Das Panelschlittensystem und das Schlaufengleitersystem ermöglichen eine einfache Handhabung beim Auf- und Abnehmen sowie eine schnelle Umgestaltung.

Zum Auf- und Zuziehen der Gardine werden Schleuderstäbe verwendet. Diese werden in den ersten Gardinenring oder an einem stärker oder doppelt ausgeführten ersten Gleiter festgemacht. Besonders bei hochwertigen, empfindlichen Stoffen ist diese Bedienform sinnvoll, da der Stoff nicht angefasst werden muss.
Eine Abwandlung davon sind die Schnurzugschienen. An deren Seite befindet sich eine Endlosschnur, die einen Zugwagen bewegt. Ähnlich funktionieren Elektrozugschienen. In Dachschrägen ist dies oft die einzige Schienenlösung, da hier die Vorhänge durch den Zugwagen gehalten werden und nicht herunterrutschen können.

Faltenbildung

Zur Faltenbildung werden die Gardinenbänder gekräuselt, indem das eingewebte Zugband herausgezogen wird. Das Falten- oder Kräuselband hat vorgegebene Faltenkronen in regelmäßigen Abständen. Smokband und Bleistiftfaltenbänder bilden kleine, schlanke Falten. Im Gegensatz dazu werden die Falten bei der Flämische Falte festgenäht und können somit später nicht mehr verrutschen. Die Position jeder Falte sowie die Stoffzugabe ist frei wählbar.
Damit die Fensterdekoration einen sauberen Abschluss zur Schiene oder der Gardinenstange hat, wird über dem Gardinenband in der Regel ein kleiner Saum, das so genannte Köpfchen, angenäht.

Bei der Aufhängung an Schlaufen oder Ösen ergeben sich die Falten von selbst.

Unterkanten

Die Unterkante von Fensterdekorationen wird häufig gesäumt. Dieser Saum wird oft als Bodensaum bezeichnet, um ihn vom Seitensaum zu unterscheiden. In den Saum kann zur Beschwerung ein Bleiband eingelegt werden. Dieses kann jedoch auch einfach nur angekettelt sein.
Damit Flächenvorhänge und Raffrollos gerade und flächig hängen, werden sie mit einem geraden Beschwerungsstab im Bodensaum ausgestattet.
Klassische Dekorationen haben teilweise einen Volantabschluss oder eine Einfassung aus Bändern. Sehr häufig werden Satinbänder eingesetzt, um einen Farbakzent zu setzen.

Redensarten

„Gardinenpredigt halten“: Strafpredigt halten, ursprünglich die Strafpredigt, die der Ehemann von der Ehefrau hinter der Bettgardine bekommt.
„Hinter schwedischen Gardinen sitzen“: Im Gefängnis sitzen. Schweden galt als Zentrum der Stahlindustrie.

Siehe auch

Gardinensteuer
Flächenvorhang
Kölner Brett

Literatur

Gina Moore: Fenster gestalten. 500 Ideen für Vorhänge, Gardinen, Jalousien, Stoffe und mehr. Moewig, Hamburg 2008, ISBN 978-3-86803-254-3.

Weblinks

 Commons: Gardinen und Vorhänge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Gardine – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Arten von Gardinen mit umfangreichen Bildmaterial
Gardinenstoffe In: Wohn-Lexikon (Gardinenstoffe)
Weitere Gardinenarten mit Erklärungen und Bildern
Geschichte von Gardinen und Vorhängen vom Alten Ägypten bis in die Moderne
Gardinen und Raumausstattung

Einzelnachweise

↑ Gardinenarten

↑ Weitere Gardinenarten (Memento des Originals vom 24. Oktober 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kinderzimmer-gardinen.com

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4195849-4 (AKS)

Abgerufen von „https://de..org/w/index.php?title=Fensterdekoration&oldid=187442629“

Kategorien: Raumtextilie (Wandgestaltung)FensterdekorationVersteckte Kategorie: Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2019-04

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Dieser Artikel erläutert den militärischen Begriff, zum heraldischen Begriff siehe Bewehrung (Heraldik).

Stich-, Hieb- und Schusswaffen
Die Zwille wurde als Spielgerät erdacht und später als Waffe benutzt; in den 1970er Jahren wurde sie in Deutschland als solche eingestuft.

Als Waffe werden in der Regel Gegenstände bezeichnet, die dazu bestimmt und geeignet sind, Lebewesen physisch (meist durch mechanische Einwirkung) infolge Verwundung oder Tod bzw. psychisch in ihrer Handlungsfähigkeit zu beeinträchtigen oder handlungsunfähig zu machen. Dazu zählen auch Mittel, die Gegenstände oder immaterielle Güter beschädigen, zerstören oder gebrauchsunfähig machen können.

Der Waffenbesitz und der Waffengebrauch sowie die Waffenwirtschaft (die Waffenherstellung und der Waffenhandel) werden unter anderem durch das Waffenrecht geregelt. Sportwaffen sind wegen ihres Gefährdungspotentials ebenfalls davon betroffen.

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

1.1 Allgemeine Definition
1.2 Abgrenzung

1.2.1 Potenziell gefährliche Gegenstände
1.2.2 Folter- und Hinrichtungsinstrument
1.2.3 Munition
1.2.4 Waffensystem

1.3 Übertragene Bedeutung
1.4 Juristische Definition in Deutschland

2 Waffenwirkung

2.1 Physische Wirkung
2.2 Psychische Wirkung

3 Zeichen von Macht und Reichtum
4 Geschichte

4.1 Urgeschichte
4.2 Altertum
4.3 Mittelalter
4.4 Frühe Neuzeit
4.5 19. Jahrhundert
4.6 20. Jahrhundert
4.7 21. Jahrhundert

5 Waffenkategorisierung
6 Waffengebiete

6.1 Gebrauchswaffen
6.2 Jagdwaffen
6.3 Kriegswaffen
6.4 Kult-, Prunk-, Zeremonial- und Statuswaffen
6.5 Nicht-tödliche Waffen
6.6 Sammlerwaffen
6.7 Schutzwaffen
6.8 Sportwaffen
6.9 Spielzeugwaffen
6.10 Dekorationswaffen
6.11 Film- und Theaterwaffen

7 Kulturelle Rezeption
8 Siehe auch
9 Literatur
10 Weblinks
11 Einzelnachweise

Definition

Allgemeine Definition

Die Definition des Waffenbegriffs hängt von kulturellen und technischen Ansichten ab und ist daher in verschiedenen Epochen und Ländern unterschiedlich.

Im Allgemeinen sind Waffen Mittel, die ein Lebewesen in einer Konfliktsituation seiner Handlungsfähigkeit und Unversehrtheit sowohl psychisch als auch physisch berauben können und deren Anwendung im Extremfall zum Tod des betroffenen Lebewesens führt. Die als Waffen eingesetzten Mittel können ebenso Güter beschädigen, zerstören oder in ihrer Gebrauchsfähigkeit einschränken. Waffen können weiterhin ein Mittel sein, um eine Person durch Zwang (z. B. Drohung mit einer Waffe) ihrer Entscheidungs- und Handlungsfreiheit zu berauben.

Aus soziologischer Sicht sind Waffen Gegenstände der materiellen Kultur, welche die Körperkraft bei Gewaltanwendungen umsetzen und/oder steigern bzw. ersetzen und so bei bestimmten Formen der Auseinandersetzung mit Jagdwild oder Gegnern der eigenen Spezies zu einem Vorteil führen sollen. Diese Definition entspricht weitestgehend dem allgemeinen Sprachgebrauch.

Im weiteren Sinne werden auch Gegenstände, die dem Schutz dienen als Waffen bezeichnet. Man spricht dann von passiven oder Schutzwaffen.

Der Begriff „Waffe“ ist auch im nicht-materiellen Sinn zu definieren. In der psychologischen Kriegführung können beispielsweise alle Mittel, die der Schädigung der Moral der gegnerischen Soldaten, aber auch der Zivilbevölkerung des Gegners dienen, als Waffe bezeichnet werden. Weiterhin können alle den Kriegs- und Kampfeinsatz unterstützenden Mittel der Information, Desinformation, Unterwanderung, Sabotage und Ausübung psychologischen Drucks auf Kombattanten als Einsatz von Waffen betrachtet werden.

Auch Computerprogramme können als Waffe dienen. Der Einsatz von Malware (Viren, Würmer, Trojaner und so weiter) als elektronischer Angriff auf Datenverarbeitungsanlagen dient der Zerstörung von Daten. Die direkte Wirkung betrifft nur immaterielle Güter, die Auswirkungen können je nach Angriffsziel (z. B. eine Kraftwerkssteuerung, ein Großlager, eine Produktionssteuerung einer Firma) jedoch immens sein. Dabei gilt der 2010 gegen das iranische Atomprogramm eingesetzte Computerwurm Stuxnet als die erste Cyberwaffe.[1]

Der Jäger bezeichnet die Hauer des Wildschweins insgesamt als „Waffen“ oder Gewaff, wobei die Zähne im Unterkiefer „Gewehre“ heißen; auch das Geweih und Gehörn eines Tieres kann als „Waffe“ oder „Spieß“ bezeichnet werden.

Abgrenzung

Potenziell gefährliche Gegenstände

Bei der Definition einer Waffe ist es ein wichtiges Kriterium, dass die ursprüngliche Bestimmung einer Waffe die Verletzung/Tötung von Lebewesen oder die Beschädigung/Zerstörung von Gütern ist. Viele Gegenstände können als Waffe verwendet werden, wurden aber zu einem anderen Zweck hergestellt. Beispielsweise ist ein Skalpell in der Regel für die medizinische Anwendung, ein Fahrzeug primär für Transport und Fortbewegung und ein Baseballschläger als Spielgerät konzipiert. Diese Mittel können jedoch zweckentfremdet zur Verletzung von Lebewesen oder Beschädigung von Gütern eingesetzt werden. Was eine Waffe ist, richtet sich demnach auch nach der Art des Gebrauchs oder der offensichtlich unmittelbar beabsichtigten Wirkung durch den Einsatz eines Gegenstandes.

Der kulturelle Hintergrund bei der Definition wird im Bereich von Messern offensichtlich. In den meisten Kulturen wird das Messer (z. B. Küchenmesser) nicht als Waffe angesehen, sondern als Werkzeug (hier: Küchengerät). Ein Schnitzmesser ist in erster Linie als Werkzeug zu sehen, welches der Holzbearbeitung dient. In einigen landwirtschaftlichen Regionen ist das Mitführen einer Machete üblich, in anderen Regionen wird das gleiche Verhalten als Bedrohung angesehen. Den Gebrauchsmessern stehen Messer mit einem Waffencharakter entgegen, wobei eine technische Abgrenzung in den meisten Fällen nicht möglich ist. Viele Staaten reglementieren den Besitz dieser Messer, wobei sich die Verbote an Messertypen, die bei Straftaten verwendet wurden, orientieren.

Ebenso sind Dreschflegel, Mistgabel oder Sense sicher als Werkzeuge der Landwirtschaft zu sehen, wurden in entsprechenden Konfliktsituationen (z. B. Deutscher Bauernkrieg) aber auch als Waffen zweckentfremdet.

Der juristische Begriff für in konkreten Situationen zweckentfremdete Gegenstände ist „Gefährliches Werkzeug“.

Folter- und Hinrichtungsinstrument

Waffen werden als Mittel im Kampf verstanden. Mittel, die allein Schmerzen oder den Tod eines wehrlosen Opfers herbeiführen sollen, werden als Folter- bzw. Hinrichtungsinstrument verstanden. Analog dazu sind Schlachtinstrumente, z. B. Schlachtschussapparate, gegenüber einer Jagdwaffe zu sehen.

Munition

Munition wird oft als der eigentliche Wirkungsträger im Zusammenhang mit einer Fernwaffe definiert. Diese Definition ist bei einfachen Waffen beziehungsweise Geschossen eindeutig: z. B. Bogen/Pfeil oder Feuerwaffe/Patrone. Bei zunehmendem Verhältnis der Technisierung zwischen dem Geschoss und dem Startgerät wird der Wirkungsträger als Waffe bezeichnet, z. B. bei einem Lenkflugkörper oder einer Kernwaffe.

Waffensystem

Militärisches Großgerät, vor allem bewaffnete Fahr- und Flugzeuge, wird als Waffensystem bezeichnet. Mindestens ein Teil des Waffensystems ist die eigentliche Waffe, z. B. Kanone eines Kampfpanzers.

Übertragene Bedeutung

Im militärischen Bereich werden auch verschiedene Einheiten als Waffe bezeichnet. So bezeichnet man die Infanterie als Hauptwaffe im Bodenkampf. In Deutschland werden die Luftstreitkräfte als Luftwaffe bezeichnet.

Im übertragenen Sinn werden als Waffen auch Ideen und andere nichtmaterielle Güter (Informationen) angesehen. Mit rhetorischen Strategien versuchen z. B. Politiker, ihre politischen Gegner in einem schlechten Licht dastehen zu lassen, hier ist auch schnell die Rede von „verbalen Angriffen“ und „Wortgefechten“, in denen das gesprochene Wort der verbalen Aggression dient. Der Begriff „Aggression“ setzt eine soziale Interaktion voraus, die einen Angreifer und ein Opfer kennt. Vom Angreifer wird angenommen, dass er in feindseliger Absicht vorgeht, eine negativ intendierte Handlung vollführt. Während beim Fluchen das Opfer in der Regel verschont bleibt, ist die Drohung eine Vorstufe der tätlichen Auseinandersetzung.[2] Gleichzeitig können Worte auch verletzend wirken. Sie wirken sich auf die psychische Lage des Opfers aus, z. B. auf das Selbstwertgefühl, Angstzustände und so weiter.

Die Kunst wird ebenfalls als Waffe bezeichnet und verwendet. Ob in Literatur oder Bildern, als Auftragsarbeit für Propagandazwecke oder als freie Kunst. So ist die Aussage von Friedrich Wolf „Kunst ist Waffe“ bekannt.[3]

„Nein, Malerei ist nicht dazu da, um Appartements zu schmücken. Sie ist eine Waffe zu Angriff und Verteidigung gegen den Feind.“

– Pablo Picasso

Juristische Definition in Deutschland

Das Waffengesetz (WaffG)[4] der Bundesrepublik Deutschland definiert den juristischen Waffenbegriff und regelt den Umgang mit Waffen. Hinzu kommt das Sprengstoffgesetz (SprengG)[5], das explosionsgefährliche Stoffe umfasst. Für militärische Zwecke konstruierte Waffen werden durch das Kriegswaffenkontrollgesetz (KrWaffKontrG)[6] reglementiert.

Weitere unter die allgemeine Definition einer Waffe fallende Mittel (z. B. Gift) besitzen eigene Gattungsbegriffe und Definitionen und finden z. B. im Strafgesetzbuch (StGB)[7] Erwähnung.

„Waffen sind
1. Schusswaffen oder ihnen gleichgestellte Gegenstände und
2. tragbare Gegenstände,

a) die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, insbesondere Hieb- und Stoßwaffen;
b) die, ohne dazu bestimmt zu sein, insbesondere wegen ihrer Beschaffenheit, Handhabung oder Wirkungsweise geeignet sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, und die in diesem Gesetz genannt sind.“

– § 1 Abs. 2 WaffG

„Die Begriffe der Waffen und Munition sowie die Einstufung von Gegenständen nach Absatz 2 Nr. 2 Buchstabe b als Waffen, die Begriffe der Arten des Umgangs und sonstige waffenrechtliche Begriffe sind in der Anlage 1 (Begriffsbestimmungen) zu diesem Gesetz näher geregelt.“

– § 1 Abs. 4 WaffG

„Gesundheitsschädliche Stoffe“, „Gift“ und „Gefährliches Werkzeug“ sind nicht näher definierte Begriffe der §§ 224, 314, 330a und 177 StGB.

In anderen europäischen Ländern (Österreich, Schweiz) ist die juristische Definition von Waffen ähnlich.

Waffenwirkung

Die physische Wirkung von Waffen bzw. ihrer Munition beruht auf verschiedenen physikalischen, biologischen und chemischen Wirkweisen.

Physische Wirkung

Bei durch kinetische Energie wirkenden Waffen gibt es zwei Prinzipien:

Energie großflächig übertragen: Die in einem Bewegungsablauf, z. B. beim Schwingen einer Keule, aufgenommene Bewegungsenergie wird bei Auftreffen auf einen Körper in kürzester Zeit großflächig abgegeben. Die Folgen sind schwere Prellungen und Knochenbrüche.
Energie konzentrieren: Die Spitze eines Messers, Speers oder Geschosses konzentriert die aufgewendete Kraft auf eine sehr kleine Fläche. Es tritt ein hoher Druck auf, denn Druck ist Kraft pro Fläche. Dadurch kann ein Ziel penetriert werden bzw. die Eindringtiefe erhöht sich (siehe Erstechen, Schussverletzung).

Bei konventionellen Bomben und Minen wird ein Sprengstoff zur Detonation gebracht. Diese extrem schnelle Verbrennung führt zur Bildung großer Mengen von Gasen, so dass eine Detonationswelle entsteht. Diese wirkt entweder direkt durch Lungenriss, Knalltrauma, Verbrennung oder indirekt durch kinetische Energie, wenn Bestandteile der Hülle mit hoher Geschwindigkeit in die Umgebung geschleudert werden.

Brandvorrichtungen aller Art wirken vor allem durch Verbrennungen oder durch den Entzug von Sauerstoff, was zur Erstickung führt.

Atom- oder Kernwaffen wirken gleichzeitig auf unterschiedliche Weise. Bei einer Kernwaffenexplosion wirken u. a. Detonationswelle, Wärmestrahlung, ionisierende Strahlung und elektromagnetischer Puls.

Biologische Waffen wirken durch Krankheitserreger und natürliche Toxine auf Lebewesen ein und bewirken Epidemien und Vergiftungen.

Chemische Waffen wirken in der Regel als Gifte gegen die Atemwege, das Blut, die Haut oder auf die Nerven (Nervengift). Einige Mittel werden auch als sogenanntes Tränengas eingesetzt. Herbizide wirken als chemische Waffen gegen Pflanzen (z. B. Agent Orange).

Elektroimpulswaffen arbeiten mit dem Prinzip eines kontrollierten elektrischen Schlags.

Energiewaffen nutzen das ganze elektromagnetische Spektrum, um gebündelt hohe Temperaturen, grelles Licht oder hohe Lautstärken zu erzeugen.

Psychische Wirkung

Waffen können eine Drohwirkung entfalten, auch ohne dass sie wirklich eingesetzt werden.

Auch Nachbildungen von Waffen, insbesondere in Originalgröße, können bei anderen Menschen Ängste auslösen oder sogar zu Polizeieinsätzen führen, bei denen die Polizei damit rechnen muss, scharfen Waffen gegenüberzustehen.[8] Unter Umständen reicht schon ein ausgestreckter Finger in der Tasche eines Kleidungsstücks, um in einem sensiblen Umfeld zu Gegenmaßnahmen im Rahmen der Putativnotwehr zu führen.

Zeichen von Macht und Reichtum

Karl der Große, gemalt 1513 von Albrecht Dürer

In verschiedenen Kulturen war und ist das Tragen von Waffen Ausdruck für die soziale, wirtschaftliche oder politische Stellung des Trägers. In der Bronzezeit und der Eisenzeit waren aus diesen Materialien gefertigte Waffen noch sehr teuer und die Waffen wurden an Schneide und Griff entsprechend verziert. Später wurden aufwendige Gravuren, Edelsteinschmuck, Silber und Gold oder Elfenbein eingebracht.

In Jemen ist das Tragen des reichlich verzierten Krumdolchs Jambia ein Symbol von Männlichkeit. Jungen bekommen diese Waffen als sichtbares Zeichen der beendeten Kindheit.[9]

Der Papst überreichte das Reichsschwert des Heiligen Römischen Reiches dem römisch-deutschen Kaiser bei dessen Krönung als Zeichen der weltlichen Macht, die er aus der Hand Gottes erhält. Beim anschließenden Auszug aus der Kirche wurde es dem neuen Kaiser vom Schwertführer mit der Spitze nach oben als Zeichen der weltlichen Macht und Gewalt vorangetragen.

Das ebenfalls zu den Herrschaftszeichen zählende Zepter ist eine aus Edelmetallen und Edelsteinen hergestellte Abwandlung des Streitkolbens.

Bis zur heutigen Zeit werden reich verzierte Waffen, z. B. bei Staatsbesuchen, als Geschenk überreicht.[10] Viele Jäger leisten sich ebenfalls häufig Jagdwaffen aus edlen Materialien (Wurzelholz), reich mit Gravuren verziert, die selbst als Großserienanfertigung noch mehrere zehntausend Euro kosten können. Zu besonderen Jubiläen liefern Waffenhersteller oft besondere Versionen oder besonders verzierte Waffen, welche hauptsächlich ästhetischen Ansprüchen genügen sollen und nicht unbedingt zum Gebrauch gedacht sind.

Geschichte

Die Geschichte der Waffen ist so alt wie die Menschheit selbst. Wie bei allen anderen Lebewesen, so bestand auch das Bedürfnis der Menschen darin, die eigene Existenz zu sichern. Dazu gehört die Versorgung mit Nahrung und der Schutz der Spezies. Als Omnivoren (Allesfresser) benutzen die Menschen sowohl Werkzeuge zur Jagd als auch zur Zubereitung von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln.

Neue Bearbeitungsmöglichkeiten, Materialien und Erfindungen führten in den letzten 2,5 Mio. Jahren zu einer stetigen Weiterentwicklung der Waffentechnik. Beeinflusst wurde diese Entwicklung nicht nur von technischen Änderungen, sondern auch auf kultureller Ebene. Jagdmethoden und Waffen änderten sich z. B. dadurch, dass zuerst in Gruppen, später auch alleine und seit der Bildung von Staaten dann in Europa nur noch durch Privilegierte gejagt wurde.

Kaum eine Industrie hat im Verlauf der Geschichte mehr Innovationen hervorgebracht als die Rüstungsindustrie, die hierfür schon sehr früh intensive Forschung auf den Gebieten der Chemie, Physik, Metallurgie, Materialkunde, Bearbeitungstechniken, Innen- und Außenballistik etc. betrieben hat. So gab es seit Beginn industrieller Waffenentwicklung schon die Wechselwirkung zwischen militärischen Erfordernissen an die Waffentechnik und der damit zusammenhängenden Forderungen an die Rüstungsindustrie und deren Entwicklungen, die „im Feld“ getestet und angewendet werden sollten.

Zu den modernen Waffen zählen unter anderem halbautomatische und automatische Waffen, Waffen-Großgerät und Waffensysteme sowie alle Formen von Kampfstoffen und Nuklearwaffen sowie nicht zuletzt funk- und lasergesteuerte Waffen.

Dem menschlichen Waffengebrauch kommt eine besondere Bedeutung in der Kulturevolution zu: Die geschichtliche Aufrüstungsspirale drängt Kollektive zu immer höheren Technik- und Kognitionsleistungen, da die Waffentechnik in Konfliktsituationen einen Selektionsdruck auf ganze Kulturen ausübt.[11]

Urgeschichte

Dolch aus Feuerstein

Schon in der Urgeschichte diente die Waffe dem körperlich oder zahlenmäßig unterlegenen Individuum bei der Nahrungsbeschaffung (Jagd auf Wild). Sie diente aber auch beim Angriff und der Verteidigung als Ausgleich körperlicher Unterlegenheit und damit zur Sicherung der individuellen Existenz.

In der Altsteinzeit (Altpaläolithikum) wurde vor ca. 2,5 Mio. Jahren zuerst Geröll benutzt, dem man durch Gegeneinanderschlagen eine Schneide verlieh (Oldowan). Vor 1,5 Mio. Jahren, im Acheuléen, kamen dann schon feiner bearbeitete Faustkeile zum Einsatz. Vor 400.000 Jahren bestand dann beiderseits des Ärmelkanals bereits eine Clactonien genannte Fertigung in größerem Umfang für Waffen aus Silex. Auch Pfeil und Bogen gab es bereits in der Altsteinzeit, wenngleich auch in etwas anderer Form als heute.

Mit den Aurignacien begann vor ca. 35.000 Jahren in Europa die jüngere Altsteinzeit (Jungpaläolithikum). Typische Waffen dieser Zeit sind lange, schmale Klingen (bis ca. 26 cm), die mit Meißel-Hammer-Technik gefertigt sind. Wenn sie einen stumpfen Rücken aufweisen, werden sie als Messer bezeichnet. In diesem Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte finden sich bereits häufig Geräte aus Knochen, Hornsubstanz (Geweihspitzen) und Elfenbein.

Altertum

Waffen aus der Bronzezeit

In der Bronzezeit kamen die ersten Metalle zum Einsatz. In dieser Zeit wurde das Schwert entwickelt, welches die erste Waffe für kriegerische Konflikte, also nicht für die Jagd, darstellt.

In der Antike wurde sehr viel Wert auf waffentechnische Entwicklungen gelegt. Das römische Kurzschwert Gladius, stilistisch von den Kelten übernommen, war beispielsweise schon eine fortschrittliche waffentechnische Entwicklung, gut ausbalanciert, mit Griffschutz und hölzerner, lederbezogener Scheide, und das als Massenprodukt im 1. Jahrhundert.

Bei allen Kulturvölkern dieser Zeit gab es auch schon Schutzwaffen in Form von Schilden, Helmen und Körperpanzerungen aus Holz, Metall und Leder sowie allen Kombinationen aus diesen Materialien. Im Altertum entstanden auch die ersten schweren Kriegsgeräte in Form von Sturmleitern und Belagerungstürmen, welche dem Angriff auf Befestigungen dienten, sowie Wurfmaschinen und Feldgeschütze, die in der Lage waren, Steine, brennende Strohballen und schwere Pfeile zu verschießen.

Waffen am Ende der Spätantike: zwei Spathae, Sax und Speerspitze (von links nach rechts)

Am Beginn der römischen Kaiserzeit war die Bewaffnung der Germanen im Gegensatz zum römischen Militär leicht und beinhaltete kaum Panzerungen oder Helme. Die wichtigsten Waffen waren Speer beziehungsweise Lanze und Schild. Römische Legionäre waren typischerweise einheitlich gepanzerte Fußkämpfer, die von teilweise berittenen Hilfstruppen unterstützt wurden. Die Ausrüstung der römischen Armee wandelte sich am Ende der Kaiserzeit. Der römische Gliederpanzer war in der Spätantike wieder gänzlich durch Kettenhemden beziehungsweise Schuppenpanzer ersetzt worden. Im 3. und 4. Jahrhundert übernahmen Germanen vermehrt typisch römische Ausrüstungsgegenstände. Außerdem erfuhr das römische Heer durch die Aufnahme zahlreicher germanischer Krieger eine starke Germanisierung, was letztendlich dazu führte, dass in der Spätantike die Waffen von ranghohen Germanenkriegern kaum mehr von denen römischer Soldaten unterschieden werden können.[12] Seit Ende der römischen Kaiserzeit wurde auch das lange Schwert, genannt Spatha in größerem Stil eingesetzt, während der Gladius zunehmend verdrängt wurde. Die Spatha wurde auch schwerer und zunehmend als Hiebwaffe gebraucht. Auch Pfeil und Bogen kamen in der Spätantike wieder verstärkt zum Einsatz. Ein besonderes Wurfbeil, die Franziska wurde im 5. und 6. Jahrhundert vor allem von fränkischen Kämpfern verwendet, verschwand aber ab 600 n. Chr. wieder aus der Bewaffnung. Seit dem fortgeschrittenen 5. Jahrhundert trat bei germanischen Völkern neben die Spatha vor allem der Sax als kurzes, einschneidiges Hiebschwert.[13]

Typische Schutzwaffen der Spätantike waren neben Rundschilden mit Eisenbuckel auch Kettenhemden und Helme. Bei den Helmen waren am Beginn der Epoche vor allem Kammhelme im römischen Militär verbreitet, die später zunehmend durch Spangenhelme, Bandhelme und ab dem 6. Jahrhundert durch Lamellenhelme ersetzt wurden. Diese Helme wurden zunehmend auch von Germanen verwendet. Typisch für die Epoche sind insbesondere gepanzerte Reiter wie Kataphrakten. Als typische Waffe führten sie die sehr lange Contuslanze, die beidhändig geführt wurde. Aber auch gepanzerte, berittene Bogenschützen, die zusätzlich über Lanzen und Schwerter verfügten, kamen insbesondere im oströmischen Heer zum Einsatz. Diese Einheiten wurden von Prokop als besonders schlagfertig gelobt, vor allem während des Gotenkriegs.[14]

Das Truppenaufgebot der Steppenvölker wie Sarmaten, Hunnen und Awaren bestand in erster Linie aus Reitereinheiten. Dabei waren gepanzerte Lanzenreiter für Sarmaten typisch, während die hunnischen Krieger in der Regel leicht bewaffnet waren und den Gegner mit Pfeilsalven zermürbten, die sie vom Pferd aus abfeuerten. Dabei galt insbesondere der hunnische Reflexbogen als „Wunderwaffe“. Gepanzerte Lanzenreiter wurden auch in den Heeren der Sassaniden und in Anlehnung an östliche Vorbilder zunehmend in der römischen Armee eingesetzt. Steigbügel wurden vermutlich von den Awaren erstmals in größerem Stil verwendet.[15] Auch bei den germanischen Völkern, insbesondere den Goten, hatten die Reiterkrieger, die etwa in der Schlacht bei Adrianopel entscheidend zum Sieg beitrugen, einen hohen Stellenwert. Diese Art der Kriegsführung hatten die Ostgoten von den Reitervölkern nördlich des Schwarzen Meeres übernommen.[14]

Insgesamt glichen sich die Heere der „Barbaren“ und das römische Heer in der Spätantike einander an. Die Schlagkraft des spätrömischen Heeres war allerdings immer noch hoch.

Mittelalter

Hauptartikel: Bewaffnung und Ausrüstung mittelalterlicher Fußsoldaten

Waren im frühen Mittelalter noch typische Waffenformen der Spätantike im Gebrauch, wandelten sich diese zu den hochmittelalterlichen Waffen. So entwickelte sich aus der römisch-germanischen Spatha das klassische Ritterschwert. Gleichsam wandelte sich der hölzerne Rundschild mit Eisenbuckel über ovale Formen zum dreieckigen Schild aus Holz oder Metall. Die Reiterlanze wurde im hohen Mittelalter unter den Arm geklemmt und – anders als der Wurfspeer – nicht mehr in der erhobenen Hand geführt. Im späten Mittelalter kamen Schwerttypen auf, die man beidhändig führte, z. B. Anderthalbhänder, sogenannte Lange Schwerter und schließlich Zweihänder. Aber auch spezialisierte Stangenwaffen wie die Hellebarde fanden immer weitere Verbreitung.

Katapult (Replikat)

Im Mittelalter wurden Waffen schon unter industriellen Bedingungen gefertigt. Geachtet wegen ihres kunstvollen Handwerks, zogen Waffenschmiede ähnlich wie Landsknechte von Dienstherr zu Dienstherr und verkauften ihre Leistungen. Teilweise führten Waffenschmiede dabei ihre Halbzeuge mit sich, die dann zu besonderen Waffen nach den Erfordernissen ihrer Abnehmer fertiggestellt wurden. In Vorbereitung von Feldzügen wurden Waffen in großen Mengen benötigt und von Waffenschmieden in Fertigungsketten hergestellt. So arbeiteten Verhüttung und Eisenerzeugung, Schmiede und Schleiferei Hand in Hand, hinzu kamen noch Holz und andere Materialien verarbeitende Gewerke hinzu. Die Entwicklung von Kriegsmaschinen und Belagerungsgeräten wie Katapulten und Schleudern wurde bis zur Verwendung des Schießpulvers weiter betrieben.

Auch die Entwicklung von Schutzwaffen wie Körperpanzerungen wurde bis zu einem gewissen Grad der Unsinnigkeit weiter betrieben; so gab es Rüstungen, die ihre Träger trotz guter Physis im Einsatz schlicht überforderten. Bei dem großen Bedarf an Soldaten und Waffen in dieser kriegerischen Epoche der Menschheit wurde auch gerne auf Bauern und Landarbeiter zur Auffüllung der Armeen zurückgegriffen und mangels ausreichender Bestände an Waffen – und zum Teil auch wegen der Unfähigkeit der einfachen Leute, mit diesen Waffen umzugehen – bewaffnete sich das Landvolk mit dem, was zur Verfügung stand; hölzerne Mistgabeln, Dreschflegel, Sensen, Knüppel, Beilen und Äxten.

Eine weitere Entwicklung fand in der Hauptsache bei den Bogenwaffen statt. Die Doppel- und Hornbogen, die sich noch im Altertum großer Beliebtheit erfreuten, wurden von gut durchdachten Konstruktionen mit höherer Federwirkung und damit besserer Energieausnutzung verdrängt. Armbrüste (der Begriff kommt von ‘Arcuballista’ und hat weder mit Arm noch mit Brust etwas zu tun) verschiedener Entwicklungsstufen eroberten sich wegen der hohen Durchschlagskraft einen vorderen Platz in der Beliebtheitsskala, weil sie in der Lage waren, Körperpanzerungen zu durchschlagen, aber vor allem, weil die Anlernzeit für einen Armbrustschützen wesentlich kürzer war als die für einen Langbogenschützen. Später wurden die Armbruste durch Feuerwaffen verdrängt.

Die Erfindung des Schwarzpulvers (Anfang des 13. Jahrhunderts) hielt sehr bald Einzug in die Waffenentwicklung. Recht früh wurden primitive Handrohre eingesetzt. Jedoch war die neue Technik noch schwer zu handhaben, so dass es noch einmal ein gutes Jahrhundert brauchte, um effiziente Feuerwaffen zu entwickeln und schließlich die Verdrängung bisher genutzter Waffen einzuleiten.

Frühe Neuzeit

Kanone auf Lafette

Mit dem Ende des Mittelalters änderte sich, bedingt durch die Weiterentwicklung der Feuerwaffen, auch die Art der Kriegsführung. Das Rittertum verschwand zugunsten neuer militärischer Strategien, die auf den neuen Waffen beruhten. Der Kampf Mann gegen Mann wurde nach und nach durch die Verwendung von Distanzwaffen überholt. Die Artillerie gewann auf dem offenen Schlachtfeld an Bedeutung. Die Vielzahl der verfügbaren mobilen und stationären Kanonen und Mörser in verschiedenen Kalibern und für die verschiedenen Einsatzzwecke war kaum überschaubar.

Die Waffenhersteller dieser Zeit und im Besonderen die Kanonengießer mussten wegen der schon zur Verfügung stehenden beträchtlichen Energien besondere Sorgfalt auf ihre Arbeit verwenden. So war es üblich, dass Kanonengießer beim ersten Schuss einer von ihnen gefertigten Kanone daneben standen, um so ihr Vertrauen in die Qualität ihrer Arbeit zu demonstrieren. In diese Zeit fällt auch die Entwicklung gezogener Läufe von Schusswaffen sowie die Entwicklung von Zündsystemen bei Handfeuerwaffen vom Luntenschloss zum Steinschloss.

Um die bis zur vermehrten Nutzung von Feuerwaffen üblichen Spieße gegen Kavallerie aber auch Infanterie im Nahkampf zu ersetzen, wurden die Schusswaffen mit einem Bajonett ausgestattet. Der Infanterist konnte damit im Karree dem Angriff der Kavallerie begegnen und diesen abwehren.

Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert änderte sich aber nicht nur der Einsatz von Waffen bei militärischen Konflikten, sondern auch bei persönlichen Auseinandersetzungen. Adlige und besser gestellte Bürgerliche verwendeten Blankwaffen bei Auseinandersetzungen, wohingegen Bauern und die ländliche Bevölkerung bei Auseinandersetzungen auf Gegenstände des täglichen Gebrauchs, z. B. Messer und Beile, zurückgriffen. Nach und nach änderte sich dieses Bild, und bei Duellen und anderen Auseinandersetzungen wurden vermehrt Schusswaffen eingesetzt, zunächst bei Adligen und Militärangehörigen, dann auch in studentischen Kreisen.

19. Jahrhundert

Repetiersystem M96

Mit dem 19. Jahrhundert begann das Zeitalter der modernen Waffen. Die waffentechnische Entwicklung schritt rasant voran und reichte von der Entwicklung der ersten Feuerwaffen mit Perkussionsschloss bis zur Einführung der ersten Hinterladergewehre, teilweise auch schon mit Magazin. Die leistungsfähigeren Gewehre änderten die Kriegsführung. So wurden beim Deutsch-Dänischen Krieg 1864 und dem Amerikanischen Bürgerkrieg 1861–1865 schon in Schützengräben gekämpft. Feuergeschwindigkeit, Reichweite und Präzision konnten enorm gesteigert werden. Beim Hinterladergewehr war das Laden im Liegen möglich, was zusammen mit dem neuartigen rauchschwachen Pulver die Tarnung erheblich verbesserte. Die Einführung des Maschinengewehrs Ende des 19. Jahrhunderts sollte die Kriegsführung noch massiver ändern.

Auch in der Seekriegsführung änderte sich vieles. Kämpften bei der Schlacht von Trafalgar 1805 noch Segelschiffe gegeneinander, so standen sich 1862 bei der Schlacht von Hampton Roads dampfgetriebene Panzerschiffe gegenüber. Die Kanonen dieser Panzerschiffe stammten jedoch noch aus der Zeit der hölzernen Segelschiffe, so dass keine Partei die Panzerung durchdringen konnte. Die nachfolgende Generation der Schiffsgeschütze wurde daraufhin entwickelt.

Auch in der Luft wurden die ersten Waffen eingeführt. Die Luftschiffertruppen des deutschen Kaiserreichs wurden bereits 1884 als Versuchsabteilung aufgestellt.

20. Jahrhundert

Thompson M1928

Das 20. Jahrhundert brachte vor allem durch die Einführung von Massenvernichtungswaffen (ABC-Waffen) einen großen Sprung in der technologischen Entwicklung von Waffen. Auch wenn bei den herkömmlichen Waffen viele Grundlagen bereits im 19. Jahrhundert gelegt wurden, so trieben weitere Kriege wie die beiden Weltkriege, der Korea- und Vietnamkrieg, der Kalte Krieg und der Zweite Golfkrieg viele entscheidende Entwicklungen weiter voran und perfektionierten sie. Dafür wurde die allgemeine technische Entwicklung in den Bereichen der Metallurgie, Materialbearbeitung, Elektrotechnik und Elektronik genutzt.

Die vielen Kriege des Jahrhunderts boten den Waffenentwicklern aller Industriestaaten eine geeignete Plattform, um ihre Erzeugnisse von den Militärs testen zu lassen. Nur so ist zu verstehen, dass die waffentechnische Entwicklung dieses Jahrhunderts vom Doppeldeckerflugzeug zu Weltraumwaffe, von der 4-kg-Bombe mit Aufschlagzünder bis zur Neutronenbombe und von der V2-Rakete bis zum GPS- und computergesteuerten Marschflugkörper ging.

21. Jahrhundert

Unbemannte, bewaffnete Drohne MQ-9
Armed Robotic Vehicle-Assault-Light, unbemanntes mit Panzerabwehrlenkwaffen und einem MG ausgerüstetes Roboterfahrzeug

Im militärischen Bereich steigt die Zahl der „asymmetrischen Kriege“ und stellt die Streitkräfte vor neue Herausforderungen. Stand bis Ende des 20. Jahrhunderts noch das „Gefecht der verbundenen Waffen“, also das Zusammenwirken verschiedener Waffen auf einem Gefechtsfeld, im Vordergrund, so gibt es nunmehr vermehrt Guerilla- und Bürgerkriege sowie terroristische Bedrohungen, welche den Schwerpunkt auf räumlich eng begrenzte Gebiete, den Häuserkampf und die Sicherung von Objekten legen.

Mit Programmen wie Future Force Warrior (USA), FIST (UK), FÉLIN (FRA) oder Infanterist der Zukunft (IdZ, Bundeswehr) versucht man, Soldaten in diesem neuen Umfeld nicht nur besser zu schützen, sondern auch mit neuen Waffen auszurüsten. Im Vordergrund stehen dabei kombinierte Waffen aus Gewehr und Granatwerfer sowie neue, noch wirksamere Munition. Waffen wie Blendwaffen, die zwar nicht tödlich sind, aber zur Erblindung oder zu übermässig großem Leid führen können, sind nach der Haager Landkriegsordnung hingegen verboten.

Präzisionsgelenkte Munition wird, im Zuge der immer leistungsfähigeren Elektronik, vermehrt eingesetzt. Während im Zweiten Golfkrieg (1990) nicht mal 10 Prozent der Fliegerbomben präzisionsgelenkt waren, waren es im Irakkrieg (2003) schon etwa 70 Prozent.[16]

Es gibt ein klares Bestreben, Soldaten immer mehr aus dem Kampfgeschehen herauszuziehen. Diesen Trend unterstützen neben fortschreitender Automatisierung autonome Systeme. Es halten immer mehr Kampfroboter und Drohnen ihren Einzug in die Arsenale und ermöglichen es, von einem Befehlsstand aus ohne Gefahr für die Soldaten Aufklärung zu betreiben oder gegnerische Streitkräfte anzugreifen. Gleichzeitig sind dagegen ärmere Länder immer noch mit Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg oder der unmittelbaren Nachkriegszeit ausgestattet.

Aktuelle Waffensysteme sind meist so konstruiert, dass sie verschiedene Einsatzmuster erfüllen können und so mit einem System mehrere andere Systeme ersetzt werden. Dieses erleichtert auf der einen Seite die Logistik, erhöht aber auf der anderen Seite die Komplexität und damit auch den Preis der Systeme. Beispielsweise sind die F-15, die F-16, der Eurofighter und die Dassault Rafale sowohl als Jagdflugzeug als auch als Jagdbomber einsetzbar. Dies dient unter anderem auch der Kostenreduzierung.

Im polizeilichen und privaten Bereich können Schusswaffen in Zukunft mit elektronischen Sicherungen ausgestattet werden, die nur den rechtmäßigen Benutzer einen Schuss abfeuern lassen. Ebenso halten technische Innovationen wie elektronische Abzugsysteme ihren Einzug in die Serienproduktion.

Waffenkategorisierung

Eine allgemeingültige und vereinheitlichte Kategorisierung zu Waffen gibt es nicht. Unterscheidungen werden nach Einsatzgebiet, Wirkung, Verwendung, Herkunft, Zweck und vielen anderen Kriterien getroffen.

Unterschieden werden beispielsweise Nahkampfwaffen und Fernwaffen.

Zu den Nahkampfwaffen gehören

Schlagwaffen (z. B. Schlagstock),
Hieb- und Stichwaffe (z. B. Dolch, Degen, Rapier).

Die Fernwaffen werden unterschieden in

Wurfwaffen, (z. B. Speer),
projektilverschießende (ballistische) Waffen,
Raketenwaffen und die bislang seltenen Energiewaffen.

Projektilverschießende Waffen sind

Bogenwaffen,
Schleuderwaffen,
Druckluftwaffen,
Feuerwaffen und
Magnetfeldwaffen.

Im militärischen Bereich wird gegebenenfalls Nah- und Fernwaffen unterschieden als

Gefechtsfeldwaffen, deren Wirkung im Sichtbereich erzielt wird, zählen zu den Nahwaffen (z. B. leichte und mittelschwere Infanteriewaffen).
Waffen, die ihre Wirkung außerhalb des sichtbaren Bereichs erzielen, zählen zu den Fernwaffen (z. B. Artillerie- oder Raketenwaffen).

Es wird auch nach der Wirkung der Waffen unterschieden, z. B. Brandwaffe, Explosionswaffe oder Massenvernichtungswaffe.

Weitere Unterscheidungen werden nach Verwendung, z. B. Reiterbogen, Scharfschützengewehr, Sportpistole, Flugabwehrrakete etc. getroffen.

Ein Kategorisierung nach ausschließlich technischen Gesichtspunkten, wie sie von Ingenieuren und Technikern vorgenommen wird, hat den Vorteil der geringsten Schnittmengen innerhalb eines Unterscheidungsgebiets. Als Beispiel dafür dient die Liste der Waffenkategorien des Wikipedia-Waffenportals.

Waffengebiete

Waffen werden auf vielfältige Art verwendet. Die Grenzen zwischen den verschiedenen Waffengebieten sind fließend und werden von nationalen Waffengesetzen auch unterschiedlich definiert.

Gebrauchswaffen

Selbstladende Pistole Glock 23

Als Gebrauchswaffen werden Waffen des täglichen Gebrauchs von Bediensteten staatlicher, halbstaatlicher und privatrechtlicher Organisationen, Institutionen oder Einzelpersonen bezeichnet, die nicht dem Zweck der Kriegsführung unterliegen und somit nicht den Kriegswaffen zuzuordnen sind. Bei den Gebrauchspistolen kann es durchaus zu Überschneidungen der Zuordnung kommen. Gebrauchswaffen können beispielsweise Handfeuerwaffen, nicht tödliche Waffen oder Hiebwaffen sein. Wichtige Kriterien für diese Waffen sind eine sichere Bedienung und schnelle Einsatzbereitschaft, ein geringes Gewicht sowie eine sichere Funktion auch unter widrigen Bedingungen (z. B. Frost, Schlamm).

Jagdwaffen

Jagdflinte

Hauptartikel: Jagdwaffe

Als Jagdwaffen werden alle Waffen bezeichnet, die speziell für die Bedürfnisse der Jagd entwickelt, gefertigt oder modifiziert wurden. Grundsätzlich gibt es Blankwaffen und Feuerwaffen. Hauptsächlich werden heute Schusswaffen zur Jagd verwendet. Jagdwaffen dienen in erster Linie zur Jagd auf Wildtiere unter waidmännischen Gesichtspunkten, das heißt, das bejagte Wild soll schnell, schonend und – für das Tier – leidensfrei erlegt werden. Aus diesem Grund ist der Gebrauch von Waffen, die diese Kriterien aus verschiedenen Gründen nicht erfüllen, in einigen Ländern verboten oder wird teilweise von der Jägerschaft als bedenklich eingestuft (z. B. Bogen, Armbrust, Saufeder etc.). Da viele Jagden auch ein gesellschaftliches Ereignis waren und sind, handelt es sich bei Jagdwaffen oft um entsprechend aufwendige Konstruktionen, denen man den Wohlstand ihres Besitzers ansehen soll. So werden bei vielen Jagdgewehren für den Schaft edle Hölzer (z. B. Wurzelholz) verwendet, Metallteile werden mit jagdlichen Motiven graviert, welche durch Edelmetalle hervorgehoben werden. So reicht das Preisspektrum bei Jagdflinten von rund 300 Euro bis über 30.000 Euro.

Jagdwaffen sollen u. a. die Jagd auf verschiedene Arten von Tieren ermöglichen. Deswegen werden unter anderem mehrläufige kombinierte Waffen eingesetzt. Dabei handelt es sich um Gewehre mit unterschiedlicher Art und Kaliber, die es ermöglichen, ein jeweils angemessenes Kaliber zu verwenden. Also z. B. ein Flintenlauf für Schrot, ein Kugellauf größeren Kalibers für Hochwild und gegebenenfalls ein Kugellauf (auch als Einstecklauf) kleineren Kalibers für kleines Raubwild, z. B. Marder.

Kriegswaffen

Leopard 2A5 Panzer der Bundeswehr

Per Definition sind Kriegswaffen alle Waffen, die in einem Krieg zum Einsatz kommen können. Sie sind zum Angriff oder zur Verteidigung bestimmt.

Bei den technischen Mitteln wird auch zwischen Offensiv- und Defensivwaffen unterschieden. Diese Unterscheidung fällt schwer, da die meisten Waffen sowohl zum Angriff als auch zur Verteidigung genutzt werden können. Beispielsweise sind Boden-Boden-Raketen typische Offensivwaffen, da diese sich nicht oder nur sehr bedingt zu Verteidigungsgefechten einsetzen lassen. Eine Boden-Luft-Rakete ist hingegen der typische Vertreter einer Defensivwaffe. Letztlich werden die Begriffe Offensiv-/Defensivwaffe über die angewandte Taktik und über den Einsatzort definiert.

Nur in geringem Umfang und nach Ausschöpfung aller Mittel zur Schonung menschlicher Ressourcen, werden in modernen Kriegen militärische Waffen im Kampf „Mann gegen Mann“ zum Einsatz gebracht. Im Allgemeinen richten sich militärische Waffen gegen unterschiedlich große Einheiten von gegnerischen Soldaten, Gerät und/oder gegen die Zivilbevölkerung und Infrastrukturen des Gegners sowie dessen Ressourcen. Auch wenn sich eine Waffe gegen ein militärisches Fahrzeug richtet, hat ihr Einsatz oft tödliche Folgen für die Besatzung.

Atompilz über Nagasaki

Eine Besonderheit stellt im militärischen Bereich die Unterteilung in taktische und strategische Waffen dar. Taktische Waffen dienen in erster Linie der Vorteilsgewinnung im engeren oder weiteren Gefechtsfeld, also bei der direkten oder indirekten Bekämpfung militärischer Einheiten; so werden beispielsweise Seeminen eingesetzt, um Passagen in Seegebieten zu behindern oder auf bestimmte, kontrollierbare Routen einzuschränken, was dem Anwender dieser Waffen einen taktischen Vorteil verschaffen soll. Taktische Nuklearwaffen überschreiten zum Teil schon die Schwelle zu den strategischen Waffen. Strategische Waffen sind Hauptbestandteil militärischer Strategien, die in groben Zügen schon lange vor militärischen Auseinandersetzungen dem potentiellen Gegner bekannt sind und somit zum Einschüchterungs- oder Abschreckungspotentials gehören. Sie können, eingesetzt oder nicht, schon lange vor dem Einsatz taktischer Waffen ihre Wirkung zeigen. Im Kalten Krieg hielt das Gleichgewicht des Schreckens die Atommächte davon ab, mit Kernwaffen einen Krieg zu beginnen. Der Einsatz strategischer Kernwaffen ist bis heute nur in Form der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erfolgt.

Wenngleich ein nuklear geführter Dritter Weltkrieg bislang ausblieb, verlagerte sich die Auseinandersetzung auf Stellvertreterkriege und regionale bewaffnete Konflikte mit asymmetrischer Kriegführung mit Millionen von Toten, zum Teil bewirkt mit einfachsten Handwaffen (Äxte, Macheten) wie etwa 1994 im Völkermord in Ruanda. Seit dem Zweiten Weltkrieg sind mehr Menschen durch scheinbar veraltete Waffen ums Leben gekommen als durch Systeme der modernsten Entwicklung. So ist das Kalaschnikow-Sturmgewehr in weiten Teilen der Dritten Welt eine zeitgemäße Waffe, da es sich auch unter erschwerten Bedingungen herstellen bzw. nachbauen und reparieren lässt.

Bis vor etwa 200 Jahren wurden fast alle tragbaren Waffen und auch viele Werkzeuge, vor allem bei Aufständen, als Kriegswaffe eingesetzt. Erst mit dem verbreiteten Einsatz von Handfeuerwaffen änderte sich dies. Hieb- und Stichwaffen verloren immer mehr ihren Wert, und Pistolen und Gewehre, als persönliche Ausrüstungsgegenstände der Soldaten (Ordonnanzwaffen), wurden speziell für den Kriegseinsatz konzipiert. So gab es z. B. besonders kurze Gewehre (Karabiner) für die Kavallerie.

Großgeräte waren schon sehr viel früher speziell für den Einsatz als Kriegswaffe entwickelt worden. Antike Katapulte, Speerschleudern oder Belagerungstürme hatten nur einen Einsatzzweck, nämlich den Krieg. Auch moderne Geschütze und die meisten mittleren und schweren Maschinengewehre zählen zu den Großgeräten. Der Transport und die Bedienung solcher Kriegswaffen erfordert mehrere Personen, deshalb bezeichnet man sie als „crew-served weapons“ (engl. für „mannschaftsbediente Waffen“).

Mit der industriellen Revolution änderten sich auch die Waffen weiter. Weitreichende Kanonen, automatische Feuerwaffen sowie Torpedos und Raketen fanden ihren Weg in die Arsenale. Die Industrienationen setzen in den letzten Jahrzehnten vermehrt auf hochtechnisierte Waffensysteme. Ärmere Länder setzen hingegen oft Waffen ein, die noch der Technik des ersten oder Zweiten Weltkriegs entsprechen.

Das deutsche Kriegswaffenkontrollgesetz grenzt Kriegswaffen im Wesentlichen auf ABC-Waffen, militärische Großgeräte, vollautomatische Waffen sowie Minen ein.

Viele Waffen zielen dabei nicht direkt auf das Töten eines Gegners ab. Dies nicht nur aufgrund verschiedener internationaler Übereinkommen, sondern auch, weil Verletzte die Logistik des Kriegsgegners stark belasten. Zudem kann z. B. eine in großer Höhe gezündete Kernwaffe durch einen elektromagnetischen Impuls über tausende von Quadratkilometern sämtliche elektronischen Bauteile zerstören. So werden auch Fahrzeuge, elektronisch gesteuerte Waffensysteme und so weiter unbrauchbar.

Viele Staaten haben sich im Kriegsvölkerrecht dazu entschlossen, nicht alle technisch möglichen Waffen in Kriegen zu verwenden. So verbietet z. B. das Genfer Protokoll chemische Waffen. Auch andere Waffen die unnötige Leiden verursachen oder unterschiedslos wirken (keine Unterscheidung zwischen Kombattanten und Zivilbevölkerung) gehören zu den geächteten Kriegsmitteln.

Kult-, Prunk-, Zeremonial- und Statuswaffen

Dekorativer Zeremoniensäbel zur Uniform

Diese Art von Waffen zeichnet sich durch äußere dekorative Gestaltung aus. Sie werden besonders sorgfältig oder vergrößert hergestellt, sie erhalten Verzierungen oder es werden wertvolle Materialien z. B. Elfenbein verwendet. Dadurch kann durchaus der Kampfwert eingeschränkt werden, so dass eine Verwendung als Kampfwaffe nicht mehr angestrebt wird. Eine Statuswaffe soll den sozialen Status oder Macht des Trägers signalisieren und ihn in der Masse erkennbar machen. Da diese Waffen vielfach in Zeremonien oder Paraden verwendet werden, ist eine Trennung nach Kult-, Prunk- und Statuswaffen in der Regel nicht möglich.[17] Der technische Fortschritt und Änderungen in der Taktik können dazu führen, dass einst aktiv genutzte Waffen eine neue symbolische Funktion als Standes- und Zeremonialwaffen bekommen. Diesen Bedeutungswandel gab es bei Schwertern oder Streitkolben,[18] aber auch bei manchen Schusswaffen. So nutzt das deutsche Wachbataillon den Karabiner 98k aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges.[19]

Große Zeremonialwaffen sind auf prähistorischen Felszeichnungen dargestellt, was davon zeugt, dass imponierendes Präsentieren von Waffen eine sehr alte menschliche Verhaltensweise ist.[20]

Siehe auch: Hochzeitsdegen

Nicht-tödliche Waffen

Einsatz von Pfefferspray

Hauptartikel: Nicht-tödliche Waffe

Waffen für die Selbstverteidigung von Zivilpersonen, zur Aufruhrkontrolle und zur Hilfe bei Festnahmen sind sehr oft nicht-tödliche Waffen. Ihre Wirkung erreichen sie dabei durch den Einsatz von Mitteln, die als sehr unangenehm empfunden werden oder welche die Handlungsfähigkeit extrem einschränken.

Für den persönlichen Gebrauch werden hierbei insbesondere Elektroimpulswaffen und Reizgassprühgeräte (oft auch als Reizgaspistole) angeboten.

In diesen Bereich gehören aber auch zum Beispiel Wasserwerfer, Tränengas- oder CS-Granaten und Verneblungsgeräte. Außerdem findet in großkalibrigen Schusswaffen teilweise Spezialmunition Verwendung. Diese soll einen Gegner markieren oder aber umwerfen.

Neue Ansätze fand man in der Verwendung von expandierenden, klebrigen Substanzen (ähnlich Isolierschaum) sowie besonders rutschigen Mitteln (ähnlich Spülmittel). Aber auch alte Ideen, wie beispielsweise das Werfen von Netzen, kommen wieder in Gebrauch.

Neuentwicklungen im elektronischen/akustischen Bereich sind unter anderem Mittel wie das Active Denial System oder das Long Range Acoustic Device (LRAD). Neue nicht-tödliche Waffen verwenden zum Beispiel niederfrequente Töne, Schallwellen, Mikrowellen und so weiter, um Angreifer außer Gefecht zu setzen. Blendwaffen verwenden Licht.[21]

Auch als „nicht tödlich“ eingestufte Waffen können bei unsachgemäßer Anwendung (z. B. zu geringer Abstand, Überdosierung etc.) letale Wirkung zeigen. Personen mit körperlichen oder gesundheitlichen Einschränkungen tragen als Ziel der Anwendung dieser Waffen ein erhöhtes Risiko.

Sammlerwaffen

Sammlerwaffe – Bayerisches Trachtenmesser

Sammlerwaffen sind ein Ausdruck des technologischen und künstlerischen Schaffens der Epoche, in welcher sie hergestellt wurden.

Als erste industriell hergestellte Werkzeuge üben sie oft eine Faszination aus. Da sie in weiten Bereichen gesetzlichen Beschränkungen unterliegen, sind sie auch etwas, „das nicht jeder hat“. Insbesondere Polizei- und Militärwaffen sind dabei Kulturgüter, mit denen unmittelbar Geschichte geschrieben worden ist, auch wenn dies immer kritisch unter dem Gesichtspunkt von Gewalt zu sehen ist.[22]

Viele Waffen wurden und werden auch unter rein ästhetischen Merkmalen hergestellt und sind in erster Linie als Kunstobjekt zu sehen.

In Deutschland können dabei einschüssige Schusswaffen, die nicht für Metallpatronen eingerichtet sind, vor dem Entwicklungsjahr 1871 frei erworben werden, sofern der Erwerber das 18. Lebensjahr vollendet hat.

Waffensammlungen sind meist nach geographischen oder geschichtlichen Merkmalen, Verwendungszweck, Hersteller oder technischen Merkmalen geordnet.

Schutzwaffen

Sonderschutzfahrzeug des Typs Mercedes-Benz W 126 nach Beschuss

Hauptartikel: Schutzwaffe

Gegenstände, die zu einem Angriff oder zu einer Verletzung nicht geeignet sind, aber vor Verletzungen schützen, werden in der Bundesrepublik Deutschland seit dem Jahr 1989 als Schutzwaffe oder passive Waffe bezeichnet. Dazu gehören beispielsweise schnittfeste Handschuhe und Kleidung, Schutzwesten und Panzerungen.

Sportwaffen

Schießen mit der Sportarmbrust

Hauptartikel: Sportschießen

Sportwaffen sind meist für sportliche Belange optimierte und nicht selten nur eingeschränkt für die Anwendung von Gewalt nutzbare Waffen. Die Jagd oder ein Kampf werden mit diesen Waffen abstrahiert oder simuliert. Teilweise ist auch gar kein Zusammenhang mehr mit diesen historisch begründeten Anwendungsgebieten mehr gegeben und rein sportliche Aufgabenstellungen dominieren die entsprechende Disziplin.

Bei Sportwaffen ist es das Ziel, einen oder mehrere der folgenden Punkte im sportlichen Wettkampf zu optimieren:

Präzision (Schießsport)
Schnelligkeit (Fechten)
Weite (Speerwurf)

Bei einigen olympischen Disziplinen werden Waffen eingesetzt, die den meisten Menschen als solche gar nicht mehr bewusst sind, hierzu gehören der Speer und der Diskus. Im Sport wird bei diesen Waffen auch nicht mehr der eigentliche Zweck in der Handhabung verfolgt, wie die Jagd auf Wild oder die Bekämpfung eines Gegners. Vielmehr ist ausschließlich die Erreichung größtmöglicher Weite, bei fehlerfreier Anwendung, das Ziel des Wettkampfes.

Hieb- und Stichwaffen werden z. B. beim Fechtsport verwendet. Als Sportwaffe sind sie in der Regel weder scharf noch spitz und verfügen stattdessen meist über elektrische Kontakte zu Ermittlung von Treffern. Anders ist dies bei Korb- und Glockenschläger, die bei der Mensur verwendet werden. Bei diesen Hiebwaffen handelt es sich ebenfalls um Sportwaffen, sie werden jedoch scharf geschliffen. Im Gegensatz dazu wird in anderen Sportarten teilweise, vor allem im Bereich der asiatischen Kampfsportarten, sogar mit gepolsterten Waffen gekämpft.

Bei den Bogenwaffen haben neue Techniken Einzug gehalten. Sogenannte Compound-Bögen erreichen eine hohe Leistung bei relativ geringem Kraftaufwand.

Sportpistole Walther GSP, mit Wechselsystem

Viele Schusswaffen, wie z. B. die Walther GSP, haben ein deutlich sportliches Aussehen (Schichtholz, bunt, etc.) und damit nur eine geringe Drohwirkung. Oft sind Sportwaffen durch spezielle Griffe, Visierungen und Anbauteile (Gewichte, und so weiter) außerdem so unhandlich, dass sie nur schwerlich in einer Hose oder im Holster getragen werden könnten. Andere Schusswaffen, wie z. B. die SIG P210 haben das Aussehen von Militärwaffen (im Fall der Ordonnanzwaffen-Disziplinen) oder von Gebrauchswaffen (im Fall vieler Großkaliberpistolen- und Revolver-Disziplinen), zum Teil können diese Waffen ebenfalls für das sportliche Schießen optimiert sein, nur sind diese Änderungen meist weniger auffällig.

Als Munition für Sportwaffen werden oft Kleinkaliberpatronen oder speziell für das sportliche Schießen optimierte Munitionssorten verwendet. Aber auch bei leistungsstarken Kalibern wird das Geschoss im Hinblick auf optimale Flugeigenschaften und Trefferanzeigegenauigkeit, aber nicht auf seine Zielwirkung hin ausgewählt; Ausnahmen bilden da gegebenenfalls sogenannte Steel-Challenges, bei denen metallische Ziele umgeworfen werden müssen oder auch das so genannte Bowling-Pin-Schießen, bei dem Bowling-Kegel (Pins) zu Fall gebracht werden. In jedem Fall wird bei sportlich verwendeter Munition, im Gegensatz zu militärisch verwendeter Munition, weitestmöglich auf die Umweltverträglichkeit, z. B. der Geschossmaterialien geachtet.

Spielzeugwaffen

Softairwaffe

Bei den Spielzeugwaffen handelt es sich um meist aus Kunststoff produzierte Nachbildungen echter Waffen oder von fiktiven Waffen (beispielsweise aus Science-Fiction-Filmen). Oft werden sie in auffälligen Farben gestaltet und verfügen über Geräusch-Effekte. Die am meisten erhältlichen Waffen sind Bögen, Messer und Schwerter, Knall-Pistolen sowie Erbsen- und Wasserpistolen.

Die von diesen Waffen ausgehende reale Gefahr ist gering, da die Waffen entweder aus weichen Materialien hergestellt sind oder nur eine geringe Energie abgeben.

Eine Gefahr besteht, je nach Entfernung oder Sichtverhältnissen, in der Verwechslung mit realen Waffen, was zu Fehlentscheidungen und damit verbundenem, irrtümlichem Waffeneinsatz von Polizei und Sicherheitskräften führen kann.

Dekorationswaffen

Als Dekoration und Gebrauchsgegenstand gibt es eine Vielzahl von Produkten, die in Form einer Waffe angeboten werden. Dieses fängt beim Schlüsselanhänger an und geht bis zum Feuerzeug in Granatenform.

Des Weiteren gibt es Hieb- und Stichwaffen bzw. unbrauchbar gemachte Schusswaffen, oder nicht schussfähige Nachbauten von Waffen, welche gerne als Wanddekoration benutzt werden.

Seit dem 8. April 2016 gilt EU-einheitlich die EU Durchführungsverordnung 2015/2403 zur Deaktivierung von Waffen, die eine erneute Reaktivierung – ähnlich den früheren deutschen Bestimmungen – unmöglich machen soll.[23]

Film- und Theaterwaffen

Hauptartikel: Film- und Theaterwaffe

Film- und Theaterwaffen sind modifizierte echte Waffen, die äußerlich unverändert bleiben, deren innere Technik entweder entfernt oder anschließend so manipuliert wurde, dass die Herstellung einer erneuten Funktionstüchtigkeit erschwert oder unmöglich gemacht wird. Zur Gruppe der Theaterwaffen zählen auch Waffenreplikate sowie fiktive als Requisiten verwendete Waffen, die ungefährlich sind. Den Begriff “Theaterwaffe” gab es nach den alten gesetzlichen Bestimmungen nicht, die beim Theater oder Film verwendeten Waffen fielen unter die Bestimmung des WaffG zu Salutwaffen.

Kulturelle Rezeption

Waffen spielen in vielen Geschichten und Sagen eine wichtige Rolle, z. B. beim Apfelschuss-Motiv, unter anderem bei Wilhelm Tell, oder die Schleuder beim Kampf Davids gegen Goliat. Manche Waffen werden dabei mit mythischen Fähigkeiten ausgestattet z. B. das Schwert Excalibur.

Auf Wappen abgebildete Waffensymbole zeugen oft von kriegerischer Vergangenheit. Auch moderne nationale Flaggen enthalten diese Symbole und deuten auf einen kriegerischen Hintergrund der Staatsgründung hin.

Im Mittelalter veranstalteten viele Städte Waffenübungen für die Bevölkerung, damit diese im Verteidigungsfall reguläre Truppen unterstützen konnte. Aus diesen Waffenübungen leiten sich die Schützenfeste ab.

In den modernen Massenmedien (Kino und Fernsehen) werden Waffen und ihr Einsatz hauptsächlich durch Actionfilme thematisiert. Dabei ist der Einsatz oft realitätsfern dargestellt, sei es übersteigert (z. B. von Geschossen getroffene Personen werden durch die Luft geschleudert) oder verharmlosend (z. B. exzessive Feuergefechte ohne Verletzte). Seit den 1980ern wird diese unrealistische Darstellung in ähnlicher Weise von Computeractionspielen übernommen.

Siehe auch

 Portal: Waffen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Waffen
Liste der Listen der Hieb-, Stich-, Schlag- und Stoßwaffen
Kalte Waffe, Ehrenwaffe

Literatur

David Harding, Waffenenzyklopädie: 7000 Jahre Waffengeschichte, Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02894-4.
Terry Gander, Peter Chamberlain Enzyklopädie deutscher Waffen 1939–1945 Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02481-6.
Alexander Lüdeke, Waffentechnik im Zweiten Weltkrieg, Parragon, 2007, ISBN 978-1-4054-8584-5.
A. E. Hartink, Michael Störmer, Messer-Enzyklopädie, Edition Dörfler im Nebel-Verlag, Eggolsheim 2002, ISBN 978-3-89555-078-2.
Frank C. Barnes: Cartridges of the World. A Complete and Illustrated Reference for Over 1500 Cartridges., Krause Publications, Iola (Wisconsin) 2009, ISBN 978-0-89689-936-0.
Beat Kneubuehl: Geschosse. Band 2: Ballistik, Wirksamkeit, Messtechnik. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-7276-7145-9.
Karl T. von Sauer: Grundriß der Waffenlehre, Band 2, Cotta, 1876 (Band 2 Hauptsächlich mit vielen Abbildungen online)

Weblinks

 Commons: Kategorie:Waffen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Waffe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikisource: Waffen – Quellen und Volltexte
 Wikiquote: Waffe – Zitate

Waffengeschichte

Waffen der preußischen Armee, 17., 18. und 19. Jahrhundert

Sonstiges

Kriegswaffenliste des Gesetzes über die Kontrolle von Kriegswaffen
Linkkatalog zum Thema Waffen bei curlie.org (ehemals DMOZ)

Einzelnachweise

↑ Kim Zetter: An Unprecedented Look at Stuxnet, in: Wired 11.03.14 [1]

↑ Franz Kiener: Das Wort als Waffe. Zur Psychologie der verbalen Aggression. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1983, ISBN 3-525-01406-6. (online)

↑ Friedrich-Wolf-Gesellschaft

↑ Waffengesetz

↑ Sprengstoffgesetz

↑ Gesetz über die Kontrolle von Kriegswaffen

↑ Strafgesetzbuch

Tödlicher Irrtum: Polizei erschoss 14-Jährigen wegen Spielzeugwaffe. Auf: Spiegel online. 6. September 2002.

↑ OFF Company: Bedeutung des Krumdolches (Memento vom 14. Januar 2009 im Internet Archive)

↑ Matthias Pfander: Ein Schweizer hat sie konstruiert: Die kleinste Waffe der Welt. Blick.ch.

↑ Niels Johannsen, Davor Löffler, John McGraw: Waffengeschichte. In: Gerd Jüttemann (Hrsg.): Entwicklungen der Menschheit. Humanwissenschaften in der Perspektive der Integration. Pabst, Lengerich 2014, ISBN 978-3-95853-004-1, S. 191–199. 

↑ Klaus Raddatz: Die Bewaffnung der Germanen. In: Wolfgang Haase, Hildegard Temporini (Hrsg.): Aufstieg und Niedergang der römischen Welt (ANRW)/Rise and Decline of the Roman World. Geschichte und Kultur Roms im Spiegel der neueren Forschung. de Gruyter, Berlin/New York 1985, ISBN 3-11-009519-X, 3. Tlbd., S. 281 ff.

↑ Heiko Steuer: Historische Phasen der Bewaffnung nach Aussagen der archäologischen Quellen Mittel- und Nordeuropas im ersten Jahrtausend n. Chr. In: Frühmittelalterliche Studien. 4 (1970), S. 348–383.

↑ a b Herwig Wolfram: Die Goten. 4. Aufl. C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-33733-3, S. 302 ff.

↑ Walter Pohl: Die Völkerwanderung. 2. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2005, ISBN 3-17-018940-9, S. 101 f.

↑ Gundolf S.Freyermuth: Krieg Version 3.0. In: NZZ Folio. 01/2005.

↑ Manfred A. Zirngibl: Seltene afrikanische Kurzwaffen, Morsak, 1983, ISBN 3875531981, S. 8–9

↑ Matthias Rogg: Militärgeschichte bis zur Französischen Revolution 1789 in: Grundkurs deutsche Militärgeschichte, Band 1: Die Zeit bis 1914: Vom Kriegshaufen zum Massenheer, Walter de Gruyter, 2009, ISBN 9783486850383, S. 48 [2]

↑ Staatsbesuche: Hakenkreuze präsentiert in: DER SPIEGEL 38/1995

↑ Sven Frederik Sager: Verbales Verhalten, Verlag Stauffenburg, 1995, ISBN 9783860570937, S. 59 [3]

↑ P. Dobrinski, G. Krakau, A. Vogel: Physik für Ingenieure. Ausgabe 11, 2006, S. 439.

Die Motivation ist die Waffe. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. Mai 2002 (Interview mit Arne Niederbacher).

↑ Archivlink (Memento vom 20. April 2016 im Internet Archive)

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Haushaltsauflösung Anlässe für die Auflösung des Haushalts Durchführung Kosten Haushaltsauflösung als Dienstleistung Navigationsmenü aus Mannheim

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Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Eine Haushaltsauflösung, auch als Wohnungsauflösung bezeichnet, ist die Räumung einer Wohnung, einschließlich der dazugehörigen Nebenräume (Keller, Dachboden) vom Hausrat des Wohnungsinhabers, die damit verbunden ist, dass der Wohnungsinhaber danach keinen eigenen Haushalt mehr führt.

Im Bezug auf die Volkswirtschaftslehre und die amtliche Statistik stellt die Haushaltsauflösung einen Abgang der Zahl der Privathaushalte dar.

Die Entfernung und Entsorgung unbrauchbarer und Wertloser Gegenstände, im Zuge einer Haushaltsauflösung, nennt man Entrümpelung. Bei den zu entsorgenden Gegenständen handelt es sich meist um Sperrmüll und anderen wertlosen Hausrat.

Haushaltsauflösung und Entrümpelung sind auch die Bezeichnungen der Dienstleistung, die Haushaltsauflösung durchzuführen.

Inhaltsverzeichnis

1 Anlässe für die Auflösung des Haushalts
2 Durchführung
3 Kosten
4 Haushaltsauflösung als Dienstleistung
5 Literatur
6 Einzelnachweise

Anlässe für die Auflösung des Haushalts

Die Haushaltsauflösung kann aus unterschiedlichen Gründen erforderlich werden: Nach einem Todesfall, im Zuge der Zwangsräumung der Wohnung, beim Umzug des Bewohners in ein Pflegeheim oder bei dauerhafter Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik. Auch vor Antritt einer längeren Freiheitsstrafe oder einer Auswanderung kann der Haushalt aufgelöst werden.

Durchführung

Die Arbeiten werden vom Eigentümer des Hausrats – dem Besitzer der betreffenden Wohnung – oder durch Dritte durchgeführt. Hierzu kann eine Verfügung in einer Vorsorgevollmacht getroffen werden. Mit der Durchführung kann man einen Entsorgungsfachbetrieb beauftragen. Auch karitative Stellen Einrichtungen bieten hierzu Hilfe an.

Gut erhaltene Möbel und brauchbarer Hausrat werden im Vorfeld in vielen Fällen gespendet, oder über Internet-Marktplätze Verkauft. Hierfür gibt es Portale und Marktplätze, bei welchen sich in vielen Fällen Interessenten finden, die die Gegenstände vor der Wohnungsauflösung selbst abholen können.

Besteht für den Betroffenen eine rechtliche Betreuung, muss sich der Betreuer um die Auflösung kümmern, soweit sich dazu ein Anlass bietet und Wohnungsangelegenheiten zu seinem Aufgabenkreis zählen. Betreibt der Betreuer den Umzug in eine andere Unterbringung, muss ihm auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht übertragen worden sein. Geschäfte über den Haushalt, etwa zum Verkauf einzelner Gegenstände oder zur notwendigen Neuanschaffung neuer Teile, setzen die Zuständigkeit für „Vermögensangelegenheiten“ voraus.

Sachwerte können verkauft werden. Falls verfügbar, kann Hausrat auch bis zu einer gewissen Menge kostenlos (unterschiedlich je nach Gemeinde) durch die Sperrmüllabfuhr beseitigt werden. Im Falle von Grundeigentum zählt zur Verwertung auch die Eigentumswohnung oder das Haus selbst, in dem sich der aufzulösende Haushalt befunden hat.

Im Falle einer Mietwohnung ist abschließend das Mietverhältnis zu kündigen. Der Betreuer bedarf hierzu einer Genehmigung des Betreuungsgerichts (§ 1907 I BGB). Die Wohnung ist zu räumen und an den Vermieter zurückzugeben. Gegebenenfalls sind bei Beendigung des Mietverhältnisses Schönheitsreparaturen durchzuführen.

Die neue Unterbringung ist vorzubereiten. Hierzu ist gegebenenfalls ein Heimvertrag oder ein neuer Mietvertrag abzuschließen. Auch hierzu bedarf der Betreuer der Genehmigung durch das Betreuungsgericht (§ 1907 III BGB). Wenn es die wirtschaftlichen Verhältnisse des Betroffenen erlauben, kann auch der Neukauf einer geeigneten Immobilie in Betracht kommen. Die neue Wohnung ist gegebenenfalls nach den Bedürfnissen des Betroffenen einzurichten, beispielsweise barrierefrei umzubauen. Soweit erforderlich, sind auch neue Möbel und Gebrauchsgegenstände zu beschaffen.

Kosten

Die Kosten der Haushaltsauflösung hat der Eigentümer des Hausrats zu tragen. Bei einem Todesfall sind das die Erben. Sie hängen zum einen von der zu entsorgenden Menge des Hausrats, sowie von den Anfahrtwegen, Lage des Objekts (Hanglage, Stockwerk), und Zugang im inneren des Objekts zusammen. Ebenfalls ist die Beschaffenheit des Hausrats einflussnehmend, da die Entsorgungskosten bei verschiedenen Abfallarten variieren können. Bei professionellen Anbietern die Wohnungsauflösungen durchführen ist es üblich, den Wert der noch verkäuflichen Gegenstände anzurechnen und von den Kosten für die Entsorgung der nicht mehr verwendbaren abzuziehen.

Die Kalkulation von für die Kosten von Haushaltsauflösungen erfolgt meist auf Grundlage von Objekt-Besichtigungen durch das jeweilige Entsorgungsunternehmen. Mittlerweile bieten Internetplattformen auch digitale Kostenrechner für Entrümpelungen und Haushaltsauflösungen an, durch welche keine Besichtigung mehr für die Kalkulation notwendig ist.

Ist der frühere Wohnungsinhaber nicht in der Lage, für die Kosten aufzukommen, so kommt es auf die Umstände des Einzelfalls an, ob diese von Unterhaltspflichtigen oder Träger der Grundsicherung als notwendige Umzugskosten zu übernehmen sind. Hierzu sind zuvor die erforderlichen Anträge bei dem jeweils zuständigen Sozialleistungsträger zu stellen.

Haushaltsauflösung als Dienstleistung

Haushaltsauflösung und Entrümpelung sind auch die Bezeichnungen der Dienstleistung, die Haushaltsauflösung durchzuführen. Das Geschäftsmodell basiert einerseits auf einem Entgelt für die Entsorgung des nicht verwertbaren Teils des Hausrates und andererseits dem Verkauf nutzbarer Gegenstände. Daher wird diese Dienstleistung auch in der europäischen Systematik der Wirtschaftszweige unter Einzelhandel (mit sonstigen Gütern (in Verkaufsräumen)), NACE-Schlüssel 477993 geführt.[1]

Literatur

Bundesministerium der Justiz (Hrsg.): Betreuungsrecht. Mit ausführlichen Hinweisen zur Vorsorgevollmacht. November 2009. Insbes. S. 18.
Bayerisches Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (Hrsg.): Das Betreuungsrecht: Betreuung, Betreuer, Vorsorgevollmacht, Personensorge, Wohnungsauflösung, gerichtliches Verfahren (PDF; 476 kB). März 2011.
Gerhard Geckle: Patientenverfügung und Testament. Abschnitt: Haushaltsauflösung. Augsburg. Weltbild-Verlag. 2010. ISBN 978-3-8289-3490-0 (bei Google Books: online, abgerufen am 5. August 2011). S. 164 ff.
Gerhard Geckle (Hrsg.): Trauerfall. Verband Unabhängiger Bestatter. Freiburg, Br.: Haufe-Mediengruppe. 2009. ISBN 978-3-448-09692-7 (bei Google Books: online, abgerufen am 5. August 2011). S. 87 ff.
Entrümpeln: Wie Sie Krempel loswerden. Gedruckt unter dem Titel: Platz da. In: Stiftung Warentest: test. Nr. 3/2014. S. 76–77. 27. Februar 2014. Abgerufen am 28. Februar 2014.

Einzelnachweise

↑ IHK Bonn/Rhein-Sieg: Nace-Schlüssel 47

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Unter den Begriffen Umwelttechnik oder Umweltschutztechnik versteht man die technischen und technologischen Verfahren zum Schutz der Umwelt sowie zur Wiederherstellung bereits geschädigter Ökosysteme. Diese Verfahren werden im Bereich der Umweltingenieurwissenschaften entwickelt. Teilweise wird die Ingenieurwissenschaft, die sich mit der Umweltschutztechnik beschäftigt, auch Umwelttechnik genannt.

Gegenstand der Umwelttechnik sind:

insbesondere die Entsorgung (z. B. Abfallbeseitigung, Müllverbrennung, Recycling, das Anlegen von Deponien, Abwasserreinigung),
technische Maßnahmen zum Gewässer-, Boden-, Lärm- und Strahlenschutz,
Verfahren zur Verminderung der Luftverschmutzung (z. B. Rauchgasentschwefelung, Abgasreinigung, Entstaubungsverfahren), siehe Verfahrenstechnik,
Techniken für die effektive Nutzung erneuerbarer Energien (z. B. Sonnenenergie, Erdwärme, Biokraftstoffe),
sowie die messtechnische Erfassung und Überwachung von Schadstoffen und Umweltschäden.

Daneben gibt es auch umwelttechnische Konzepte und Maßnahmen zur umweltschonenden Produktion, zum Energiesparen und zur Vermeidung bzw. Verringerung von Emissionen und Abfällen.

Man unterscheidet folgende Anwendungen:

End-of-pipe-Technologien
Integrierter Umweltschutz

Umwelttechniker untersuchen Umweltschadstoffe und planen, konzipieren und bauen aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse umwelttechnische Anlagen, um Umweltbelastungen zu minimieren.[1]

Literatur

Ulrich Förstner, Umweltschutztechnik. 8. Auflage, Berlin Heidelberg 2012, ISBN 978-3-642-22972-5.
Karl Schwister, Taschenbuch der Umwelttechnik, München 2010, ISBN 978-3-446-41999-5.

Weblinks

 Wiktionary: Umwelttechnik – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

Zweig Umwelttechnik. In: www.mci.edu. Abgerufen am 29. April 2016. 

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4061650-2 (AKS)

Abgerufen von „https://de..org/w/index.php?title=Umwelttechnik&oldid=183664743“

Kategorien: UmwelttechnikStudienfachUmweltingenieurwissenschaftenTechnisches Fachgebiet

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Vertrieb Evolutionspfad des Vertriebs Prozess der Vertriebsplanung Auswahl des Vertriebssystems Auswahl der Absatzmittler bzw. der Vertriebsorgane Anreizsysteme und Steuerung der Vertriebsorgane Akquisition und Stimulierung der Vertriebssysteme Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen Außeruniversitäre Weiterbildung Verbände Navigationsmenü aus Bremen

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Der Vertrieb ist eine betriebliche Funktion in Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen für Kunden oder Endverbraucher verfügbar machen soll. Es handelt sich um das Element des Marketing-Mix, das in älteren Lehrbüchern als Distributionspolitik bezeichnet wurde. Nach aktuellem Marketingverständnis handelt es sich um Vertriebspolitik,[1] bei der die Umsetzung der Vertriebsstrategie und die effiziente Gestaltung des Vertriebsprozesses im Vordergrund stehen. Die verantwortlichen Personen im Vertrieb benötigen entsprechende Vertriebskompetenzen, die vor allem beim Investitionsgütermarketing bzw. bei der Vermarktung wissens- und technologieintensiver Produkte und Dienstleistungen von besonderer Bedeutung sind.

Inhaltsverzeichnis

1 Evolutionspfad des Vertriebs
2 Prozess der Vertriebsplanung

2.1 Analyse der Vertriebssituation
2.2 Festlegung der Vertriebsziele
2.3 Entwicklung der Vertriebsstrategie
2.4 Bestimmung des Vertriebsbudgets
2.5 Durchführung von Vertriebsmaßnahmen
2.6 Vertriebskontrolle

3 Auswahl des Vertriebssystems
4 Auswahl der Absatzmittler bzw. der Vertriebsorgane

4.1 Angestellte Verkäufer
4.2 Selbständige Vermittler

5 Anreizsysteme und Steuerung der Vertriebsorgane
6 Akquisition und Stimulierung der Vertriebssysteme
7 Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen

7.1 Verkaufszyklus
7.2 Presales
7.3 Postsales

8 Außeruniversitäre Weiterbildung
9 Verbände
10 Literatur
11 Weblinks
12 Einzelnachweise

Evolutionspfad des Vertriebs

Evolutionspfad des Vertriebs

Durch eine Steigerung des Ausbildungs- und Wissensniveaus sowohl auf Konsumenten- als auch Verkäuferseite lässt sich ein Evolutionspfad des Vertriebs erkennen. Während beim „Power-Selling“ der schnelle Umsatzerfolg im Mittelpunkt steht, ist beim Verkaufen mit Methode ein Wandel des Verkäufers zum Marktmanager erforderlich. Beim Customer Relationship Management (CRM) richtet sich der Blick über die Vertriebsabteilung hinaus: Prozesse werden deutlich kundenorientierter strukturiert und durch Software und Datenbanken unterstützt.[2]

Prozess der Vertriebsplanung

Ausgangspunkt der Vertriebsplanung ist der Marketingplan, der die Rahmenbedingungen für alle weiteren Aktivitäten vorgibt. Nach Manfred Bruhn empfiehlt es sich, aufgrund des strategischen und langfristigen Charakters vertriebspolitischer Entscheidungen und der damit verbundenen hohen Kosten und Risiken, den Vertriebsprozess systematisch zu planen. Folgende Planungsphasen sollen dabei berücksichtigt werden:[3]

Analyse der Vertriebssituation

Die Vertriebsplanung beginnt in der Regel mit einer systematischen Analyse der wichtigsten (internen) Stärken und Schwächen sowie der zu erwartenden (externen) Chancen und Risiken (SWOT-Analyse). Dabei geht es um die möglichst objektive Darstellung der eigenen Position im Vergleich zum Wettbewerb als Grundlage für die Festlegung realistischer Vertriebsziele.

Festlegung der Vertriebsziele

Die Vertriebsziele leiten sich nicht nur von den Bedürfnissen der Endkunden und des Unternehmens ab, sondern sollten Absatzmittler (wie Groß- und Einzelhändler) und Absatzhelfer (wie Spediteure und Lagerhausbetriebe) sowie Mitbewerber einbeziehen.
Unterschieden werden folgende Kategorien von Zielen:

Ökonomisch orientierte Vertriebsziele, wie die Erhöhung der Absatzmengen, die Sicherstellung des Preisniveaus und die Senkung der Vertriebs- und Logistikkosten
Ökologisch orientierte Vertriebsziele, wie die Steigerung der Energieeffizienz
Logistisch orientierte Vertriebsziele, wie die Steigerung des Distributionsgrades, Senkung von Lieferzeiten und die Erhöhung der Lieferbereitschaft und -zuverlässigkeit
Psychologisch orientierte Vertriebsziele, wie die Sicherstellung eines guten Vertriebsimages und die Erhaltung bzw. Verbesserung der Kooperationsbereitschaft des Handels
Konkurrenzorientierte Vertriebsziele, wie die Verdrängung von Mitbewerbern

Entwicklung der Vertriebsstrategie

Die Vertriebsstrategie dient als Orientierungsrahmen für alle Vertriebsmaßnahmen. Hierzu zählen die Segmentierung der Endkunden und der Vertriebsorgane, wie der Absatzkanäle, Art und Zahl der Absatzmittler sowie die Gestaltung der Beziehungen zu diesen.

Hauptartikel: Vertriebsstrategie

Bestimmung des Vertriebsbudgets

Hier wird der finanzielle Spielraum festgelegt, der beispielsweise für Provisionen für den Außendienst und für verkaufsfördernde Maßnahmen im Handel zur Verfügung steht.

Durchführung von Vertriebsmaßnahmen

Das Vertriebsdesign soll unter Einbeziehung von Strategie und Budget realisiert werden. Zu berücksichtigen sind die Fragen, wie die Absatzmittler an das Unternehmen gebunden werden sollen, welche Anreiz- und Vergütungssysteme eingesetzt werden und an welchen Standorten Lager zu errichten sind.

Vertriebskontrolle

Zum Abschluss der Planung ist zu überprüfen, ob und in welchem Maße die Vertriebsziele (nicht) erreicht wurden und welche Anpassungen notwendig sind. Diese Erfolgskontrolle erfordert die Festlegung geeigneter Kennzahlen.

Auswahl des Vertriebssystems

Bei der Auswahl des Vertriebssystems kann nach Bruhn oder Weis grundsätzlich der direkten und der indirekten Weg (vertikale Absatzkanalstruktur) unterschieden werden.[4][5]

Die wichtigsten Vertriebswege innerhalb der Distributionspolitik eines Unternehmens sind hierbei:

Direktvertrieb
Unternehmenseigene Verkaufsniederlassung
Direktverkauf beim Kunden (durch Handelsvertreter oder Reisende)
Telefonverkauf des Herstellers (nicht eines Händlers)
E-Commerce des Herstellers (nicht eines Händlers)
Kommissionsverkauf (die Ware bleibt Eigentum des Herstellers)
Direktvermietung (direktes Leasing, Charter)
Direkttausch
Indirekter Vertrieb
Handelsverkauf (Freie und Vertragshändler)
Franchising (Franchise-Nehmer handeln im eigenen Namen und auf eigene Rechnung)
Indirekte Vermietung (indirektes Leasing)
Indirekter Tausch (Bartering)
Wiedervermarktung (Remarketing)
Couponing

Beim direkten Vertrieb verkauft das Unternehmen unmittelbar an die Endabnehmer, also ohne den Einsatz unternehmensfremder Absatzorgane. Charakteristisch ist der direkte Kontakt zwischen dem Endkunden und dem Hersteller, der hierbei sämtliche Handelsfunktionen übernimmt. Die Umsetzung kann durch den Einsatz von eigenen Vertriebsmitarbeitern (Reisenden) oder durch unternehmenseigene Verkaufsstellen erfolgen. Auch im Rahmen des Direktmarketing kann der Vertrieb gestaltet werden, durch Direct Mails, Kataloge, Versandhandel, Packages oder das Telefonmarketing.

Die Vorteile des direkten Vertriebs liegen vor allem in der Sicherstellung der Beratungsqualität, der direkten und umfassenden Steuerung der Vertriebsaktivitäten und somit der direkten Einflussnahme auf den Endabnehmer. Nicht zuletzt bleibt die Handelsspanne beim Hersteller. Nachteilig sind der hohe Kapitalbedarf für das Vertriebssystem und ein möglicherweise geringerer Distributionsgrad. Eine wichtige Rolle spielt der Direktvertrieb in der Investitionsgüterindustrie und im Dienstleistungssektor (Banken, Versicherungen) sowie bei Unternehmen, die sich in Form des Haus-zu-Haus-Verkaufs von der Konkurrenz unterscheiden wollen (Amway, Avon, Tupperware, Vorwerk).

Indirekter Vertrieb liegt vor, wenn unternehmensfremde, rechtlich und wirtschaftlich selbständige Absatzmittler (Groß- und Einzelhändler) eingeschaltet werden. Die Vorteile liegen hier in der Erzielbarkeit hoher Distributionsgrade und der schnellen Expansionsmöglichkeiten, höherer Flexibilität sowie einer geringeren Kapitalbindung im Vertrieb. Nachteilig sind die starke Abhängigkeit von den Absatzmittlern und die geringe Distributionskontrolle. Hier sind häufig aufwändige Kooperationsstrategien und Anreizsysteme für die Absatzmittler notwendig, um den Vertriebserfolg zu sichern und die anfallende Handelsspanne zu decken. Nach Homburg/Krohmer[6] kann die Entscheidung zwischen direktem und indirektem Vertrieb mit Hilfe der Transaktionskostentheorie getroffen werden. Diese macht Aussagen über die günstigste Form der Abwicklung der Transaktionen in Abhängigkeit von deren Eigenschaften.

Auswahl der Absatzmittler bzw. der Vertriebsorgane

Innerhalb des Marketings wird Verkaufspolitik, also die Art des Verkaufs, auch als Distribution oder Vertrieb bezeichnet. Kundenorientierung und Kundenbindung sind hierbei Schlüsselbegriffe. Die mit der Akquisition (Kundengewinnung) beauftragten Verkäufer haben je nach ihrer Spezialisierung und handelsrechtlichen Stellung verschiedene Berufsbezeichnungen. Im Rahmen der Vertriebspolitik müssen sich Unternehmen entscheiden, welche Arten von Vertriebsorganen die Verkaufsaufgaben erfüllen sollen. Grundsätzlich sind unternehmenseigene und unternehmensfremde Vertriebsorgane einsetzbar.[7]

Weiterhin muss unterschieden werden nach Rechtsform der Zusammenarbeit und der organisatorischen Struktur im Vertrieb. So bestimmen sich, auch wenn sich Anbieter und Verkäufer formell nicht auf eine bestimmte Rechtsform in ihrer Zusammenarbeit beziehen oder keine schriftliche Vereinbarung treffen, die Rechte und Pflichten beider Seiten regelmäßig nach den tatsächlich vorherrschenden Konditionen und den hierzu üblichen Vergütungen. Ein so genannter freier Mitarbeiter, welcher ohne die Bestimmungen des Handelsvertreterrechtes scheinselbständig arbeitet oder nicht weiß, dass sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse entstehen, sobald bestimmte Kriterien unselbständiger Tätigkeit vorliegen (Weisungsgebundenheit, Inanspruchnahme der Betriebsmittel des Anbieters oder organisatorische Einordnung in dessen Betriebsablauf), gilt im Nachhinein gegenüber den Sozialversicherungsträgern als leistungspflichtig. Franchise-Verträge und Maklervereinbarungen können, wie alle Rechtsverhältnisse, strittig ausgelegt werden, wenn keine klare Vereinbarung getroffen wird. Ein Rechtsgeschäft steht jedoch keinesfalls im rechtsfreien Raum, nur weil kein schriftlicher Vertrag geschlossen wurde.

Für die Festeinstellung kann der Unternehmer je nach Stellenbeschreibung mit Hilfe entsprechender Methoden der Eignungsdiagnostik entscheiden, ob der einzelne Verkäufer für die zu besetzende Position beziehungsweise im so genannten Bestellzentrum richtig positioniert ist. Die zu erwartende Verhandlungsgruppe im Einkaufszentrum des Kunden bestimmt dabei die Zusammensetzung des Teams im Industrieverkauf. Bei der Wahl des Vertriebsweges muss ein Unternehmen eine Reihe von Faktoren berücksichtigen. Erfahrungsgemäß überwiegen dabei die wirtschaftlichen Interessen des Anbieters gegenüber den Interessen der Mitarbeiter und Kunden. Eine solche Position wird dann gegebenenfalls umgekehrt, wenn der Verkäufer mit wichtigen Informationen über den Markt in die Verhandlung mit dem Anbieter eintritt und die Machbarkeit der Vorgaben aufgrund seiner Berufserfahrung und/oder seiner Kundenkontakte relativieren kann (zum Beispiel Daten zum Abnehmerverhalten in diesem speziellen Marktumfeld aufzeigt). Der „Verkauf“ der verkäuferischen Dienstleistung ist somit die plausibelste Arbeitsprobe für die Bewertung von Verkäufern in der Praxis.

Grundsätzliche Merkmale unternehmenseigener Verkaufsorgane sind deren feste Anstellung und damit einhergehend die Weisungsgebundenheit, die beide zu einer einfacheren Steuerung beitragen. Die bekannteste Form ist der Vertriebsmitarbeiter, dessen Aufgabe es ist, als Angestellter für das Unternehmen Geschäfte zu vermitteln und abzuschließen. Er wird in der Literatur häufig als Reisender bezeichnet.

Zu den unternehmensfremden Verkaufsorganen zählen beispielsweise die Handelsvertreter, die im Namen der von ihnen vertretenen Unternehmen Geschäfte abschließen, die Kommissionäre, die in eigenem Namen aber auf Rechnung des Herstellers handeln und die Makler, die fallweise mit Kauf- bzw. Verkaufsaufgaben beauftragt werden.
In den meisten Fällen reduziert sich die Auswahl auf die Alternativen Reisender oder Handelsvertreter, da Kommissionäre und Makler zunehmend an Bedeutung verlieren. Trotz der Unterschiede in der rechtlichen Stellung haben Reisende und Handelsvertreter sehr ähnliche Aufgabenbereiche. Die Entscheidung bezieht sich primär auf die Frage, wer die Vertriebsaufgaben effektiver und effizienter lösen kann. Dabei sind u. a. folgende Kriterien zu berücksichtigen: entstehende Kosten und Umsätze, die Steuerbarkeit und Flexibilität des Einsatzes, die Möglichkeit der Gewinnung von Marktinformationen sowie die Risiken durch eine rechtliche Bindung.

Im Übrigen wird nach Bruhn die horizontale und vertikale Absatzkanalstruktur unterschieden.[8] Es gilt sowohl die Art der Absatzmittler, als auch deren Anzahl, unter sorgfältiger Berücksichtigung ihrer Vertriebskompetenzen zu bestimmen. In Abhängigkeit von der Art der Produkte sowie der jeweiligen Vertriebs- und Marketingstrategie sind die Strategien Universal-, Selektiv- und Exklusivvertrieb zu unterscheiden.[9]

Beim Universalvertrieb akzeptiert der Hersteller jeden Absatzmittler, der bereit ist, sein Leistungsprogramm anzubieten. Ziel ist die Überallerhältlichkeit der Produkte (Ubiquität), um einen hohen Distributionsgrad sicherzustellen. Die Strategie des Selektivvertriebs besteht darin, dass nur diejenigen Absatzmittler akzeptiert werden, die den Selektionskriterien des Vertriebs entsprechen. Kriterien für diese Auswahl könnenUmsatzbedeutung, Qualität von Beratung und Service, die Preispolitik sowie die Geschäftsgröße und -lage sein. Werden nicht nur qualitative, sondern auch quantitative Kriterien bei der Auswahl der Absatzmittler berücksichtigt ist es Exklusivvertrieb. Der Extremfall dieser Strategie ist der Alleinvertrieb, bei dem nur ein einziger Absatzmittler für ein bestimmtes Absatzgebiet die Vertriebsberechtigung erhält. Nach Homburg und Krohmer[10] liegt ein Vorteil des Exklusivvertriebs in der Möglichkeit, einen konsistenten Marktauftritt (Beratung der Kunden, äußere Anmutung der Vertriebspartner) zu gewährleisten. Für den Universalvertrieb spricht demgegenüber die umfassende Präsenz der Produkte; ein einheitlicher Marktauftritt kann wegen der Verschiedenartigkeit der Vertriebspartner nicht gewährleistet werden.

Angestellte Verkäufer

Der feste Verkäufer (es kann auch ein Reisender sein) ist mit einem Dienstvertrag nach §§ 611 ff. BGB an seinen Arbeitgeber gebunden. Dementsprechend schuldet der Arbeitgeber ihm unabhängig vom Verkaufserfolg Lohn und Fürsorge, insbesondere Sozialversicherungsleistungen.

Selbständige Vermittler

Der Handelsvertreter ist selbständiger Kaufmann und Unternehmer, der auf Provisionsbasis Geschäfte vermittelt. Nach der gesetzlichen Definition in § 84 Abs. 1 HGB ist Handelsvertreter, wer als selbständiger Gewerbetreibender ständig damit betraut ist, für einen anderen Unternehmer Geschäfte zu vermitteln oder in dessen Namen abzuschließen. Selbständig ist, wer seine Tätigkeit im Wesentlichen frei gestalten und seine Arbeitszeit bestimmen kann. Handelsvertreter kann eine Personengesellschaft (OHG, KG) oder eine Kapitalgesellschaft (AG, GmbH) sein. Im Gegensatz zum angestellten Verkäufer kann er auch für mehrere Anbieter tätig werden (Mehrfirmenvertreter). Üblicherweise werden von Handelsvertretungen mehrere Unternehmen vertreten. Nach den Ergebnissen der CDH-Statistik 2010 beläuft sich die Anzahl der von Handelsvertretungen vertretenen Firmen im Durchschnitt auf 5,4.

Die Grundpflichten des Handelsvertreters sind in § 86 HGB gesetzlich festgeschrieben. Danach hat der Handelsvertreter die Pflicht, sich um die Vermittlung oder den Abschluss von Geschäften zu bemühen, die Interessen des vertretenen Unternehmers wahrzunehmen und diesem die erforderlichen Nachrichten zu geben. Aus der Pflicht, die Interessen des vertretenen Unternehmers wahrzunehmen, leiten sich weitere Pflichten ab. Hierzu zählen beispielsweise die Pflicht zur Verschwiegenheit, das Konkurrenzverbot und die Pflicht zur Bonitätsprüfung. Im Handelsvertretervertrag werden die Rechte und Pflichten genauer geregelt. Allerdings ist die Gestaltung eines Handelsvertretervertrages oft schwierig.[11] Wenn das Vertragsverhältnis beendet wird, steht dem Handelsvertreter unter den Voraussetzungen des § 89b HGB ein Ausgleichsanspruch zu. Dieser ist ein Vergütungsanspruch für den von ihm geschaffenen und dem vertretenen Unternehmer nach Vertragsbeendigung überlassenen Kundenstamm. Eine moderne Sonderform ist die zeitlich begrenzte Beauftragung von Handelsvertreter-Organisationen in Form des Mietvertriebs (häufig durch Call-Center oder angegliederten Außendienst).

Anreizsysteme und Steuerung der Vertriebsorgane

Die Vertriebsorgane sind so einzusetzen, dass die Vertriebsziele erreicht werden.[12] Gegenstände der notwendigen Steuerungsmaßnahmen sind die Aufteilung der Verkaufsbezirke, die Planung der Verkaufsquoten und -routen, die Besuchshäufigkeiten sowie Maßnahmen für Schulung und Training des Außendienstes.

Nach Philip Kotler[13] müssen viele Verkäufer stetig ermutigt und mit besonderen Anreizen angehalten werden, ihr Bestes zu geben. Generell unterscheidet Bruhn zwischen materiellen und immateriellen Anreizen.[14] Materielle Anreize sind im Entlohnungssystem der Verkäufer enthalten. Häufig werden diese zusätzlich zu einem Fixum nach einem Provisionssystem entlohnt. Provisionen werden im einfachsten Fall als Prozentwert vom Umsatz oder Deckungsbeitrag berechnet. Komplexere Provisionssysteme mit Minimierung, Maximierung und/oder Staffelung sind durchaus üblich. Darüber hinaus kommen häufig Zielvereinbarungen oder Prämiensysteme zum Einsatz, innerhalb derer Geld- oder Sachprämien für besondere Verkaufsleistungen vergeben werden.

Zu den immateriellen Anreizen zählen Beförderungen, Belobigungen, Auszeichnungen sowie erweiterte Verantwortungs- und Arbeitsbereiche. Regelmäßige Verkäufertreffen gehören in diese Kategorie. Sie bieten Abwechslung und die Gelegenheit, Vorgesetzte und Kollegen in angenehmer Umgebung kennenzulernen und sich auszutauschen.[15] Zumeist empfiehlt sich eine Kombination verschiedener materieller und immaterieller Anreize, um den unterschiedlichen Wertesystemen der Mitarbeiter Rechnung zu tragen. Voraussetzung für die erfolgreiche Steuerung der Vertriebsorgane und die Wirksamkeit der Anreizsysteme ist die systematische Entwicklung der Vertriebskompetenzen aller Mitarbeiter im Vertrieb.

Nach Waldemar Pelz sind die nachfolgenden Fragen zu stellen, um wesentliche Erfolgsfaktoren von Anreizsystemen im Vertrieb zu identifizieren:[16]

Wie zufrieden sind die Kunden mit den Leistungen der Vertriebsmitarbeiter (Kundenbefragung)?
Haben die Mitarbeiter unmittelbaren Einfluss auf das Ergebnis, indem sie über die notwendigen Ressourcen und Fähigkeiten verfügen?
Werden durch das Anreizsystem die „richtigen“ Personen zum Vorbild gemacht und gefördert?
Ist das Kennzahlensystem über alle Hierarchieebenen und Funktionen so widerspruchsfrei gestaltet, dass jeder erkennt, welchen Beitrag er zum Unternehmenserfolg leisten kann?
Ist das System attraktiv für Mitarbeiter, die in der Zukunft benötigt werden?
Verhalten sich die Mitarbeiter sowohl kunden- als auch abschlussorientiert?
Wie stark sind die Führungs- und Umsetzungskompetenzen des Managements ausgeprägt (Mitarbeiterbefragung)?

Akquisition und Stimulierung der Vertriebssysteme

Die Kernfrage ist hier nach Auffassung Bruhns, inwieweit eine endabnehmer- oder absatzmittler­gerichtete Strategie zu verfolgen ist:[17] Bei der endabnehmergerichteten (Pull-)Strategie werden primär die Konsumenten über den Einsatz von Vertriebs- und Kommunikationsinstrumenten angesprochen. Ziel ist die Erzeugung einer aktiven Nachfrage bzw. eines Nachfragesogs für die beworbenen Produkte. Somit dürften sich die Absatzmittler gezwungen sehen, die Produkte zur Befriedigung der Kundennachfrage zu listen. Die absatzmittlergerichtete (Push-)Strategie hat das Ziel, die Bereitschaft der Absatzmittler zu fördern, die eigenen Produkte aufzunehmen und zu unterstützen. Dies geschieht durch den Einsatz von Anreizen, wie der Verbesserung von Handelsspannen, der Gewährung von Rabatten, Boni und Finanzhilfen sowie der Übernahme von Serviceleistungen beim Absatzmittler. In der Praxis stellen sich die Push- und Pull-Strategien nicht als alternative Handlungsoptionen dar, so Meffert und Co-Autoren.[18] Vielmehr sind meistens Kombinationen von absatzmittler- und endverbrauchergerichteten Maßnahmen anzutreffen. Hier gilt es, das verfügbare Budget optimal auf Push- und Pull-Maßnahmen zu verteilen.

Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen

Verkaufszyklus

Die acht Grundaktivitäten des Verkaufszykluses

Verkaufszyklus (engl. Sales Cycle) kann als das Organigramm eines Verkaufsprozesses verstanden werden. Dabei unterteilt er den Gesamtprozess des Verkaufens in kaufrelevante Phasen und bestimmt deren Tätigkeiten und organisatorische Zugehörigkeiten.

Die einfache Form eines Verkaufszykluses besteht aus vier Stufen:

Engage: Identifikation neuer Kunden inklusive deren Bewertung und die Verkaufsanbahnung.
Transact: Erstellung – gegebenenfalls individualisierter – Angebote, Vertragsabschluss.
Fulfill: Erbringung der Leistung und Rechnungsstellung.
Service: Erbringung der Dienstleistungen (nach Kauf) über alle Kommunikationskanäle.

Darüber hinaus ist häufig die Rede von einem achtstufigen Verkaufszyklus, der aus folgenden Phasen besteht:

potenzielle Kunden (Leads) suchen
Interessenten (Leads) ansprechen (Kontaktmanagement)
Kunden verstehen und Chancen bewerten
anbieten, überzeugen und gewinnen
Kunden beliefern (Processing)
Kunden nachbetreuen, qualifizieren und binden
Kunden weiterentwickeln (Up- und Cross-Selling)
Kunden eventuell zurückgewinnen

Presales

Presales (von lateinisch prae = „vor“ und englisch sales = „Vertrieb“, „Verkauf“) ist ein Begriff, für den sich in der einschlägigen Literatur bisher noch keine stichhaltige Definition etabliert hat.

In der Praxis ist es ein notwendigerweise unscharfer Begriff, der alle Aktivitäten zusammenfasst oder etikettiert, die im weiteren Sinne dem Vertrieb zugerechnet werden müssen, jedoch nicht von der Vertriebsabteilung erbracht werden, sondern in denen Fach- und Entwicklungsabteilungen dem Vertrieb zuarbeiten. Geprägt ist diese Zuarbeit dadurch, dass noch kein Auftrag eines Kunden vorliegt, Arbeitsaufwände deshalb nicht auftragsbezogen an den Kunden verrechnet werden können; Auftraggeber für Presales-Aufwände ist der eigene Vertrieb, der sich davon erhofft, dass es in der Folge zu einem Vertragsabschluss mit dem Kunden kommt.

Zuweilen werden zum Presales die Vorprojekte gezählt, die zwar von einem Kunden beauftragt und bezahlt werden, die oft nicht kostendeckend kalkuliert sind. Deren eigentlicher Zweck für den Auftragnehmer besteht darin, dadurch anschließend einen lukrativen Großauftrag zu gewinnen. Das Etikett Presales dient dann dazu, gegenüber dem Kosten-Controlling deutlich zu machen, dass eine Kosten-Nutzen-Betrachtung nur im Kontext mit dem Nachfolgeprojekt sinnvoll ist.

Eine solche Zuarbeit von Fachabteilungen an den Vertrieb tritt in der Regel auf

bei stark beratungsintensiven Produkten oder Dienstleistungen
wenn ein Produkt lediglich die Basis bildet, aus der für den Kunden maßgeschneiderte Lösungen entwickelt werden
wenn Arbeitsprozesse des Kunden umfangreich angepasst werden müssen, um das Produkt effizient nutzen zu können
wenn an einem komplexen Projekt verschiedene Fachabteilungen eines Unternehmens beteiligt sind. Der Vertriebsmitarbeiter ist dann der Ansprechpartner für den Kunden, der in seinem Unternehmen schon während der Vertriebsphase den Kontakt zu den Fachleuten vermittelt, die spezifische Fragen des Kunden beantworten können.

Typische Presales-Tätigkeiten umfassen unter anderem:

Produktpräsentationen und Kundenberatung vor Ort sowie telefonisch
Workshops und Seminare
Online Produktdemos
Telefonkonferenzen mit Einbindung internationaler Projektmitarbeiter
Messeauftritte
Klärung technischer Fragen, zum Beispiel zur Machbarkeit
Erstellung von Mitbewerberanalysen
Erstellung von Systemdesigns und Konzepten
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Postsales

Postsales (von lateinisch post = „nach“ und englisch sales = „Vertrieb“, „Verkauf“). Ähnlich, wie Presales ist Postsales ein unscharfer Sammelbegriff, der Aktivitäten zusammenfasst oder etikettiert, die nach dem Vertragsabschluss nicht der Vertragserfüllung dienen, sondern der Kundenpflege sowie der Vorbereitung und Erleichterung zukünftiger Vertragsabschlüsse. In der Regel bezeichnen sie, wie beim Presales, Aktivitäten, die nicht vom Vertrieb selbst erbracht werden, sondern von Fach- und Entwicklungsabteilungen in dessen Auftrag.
Da Postsales-Aktivitäten der Vorbereitung zukünftiger Vertragsabschlüsse dienen, kann Postsales nicht klar von Presales abgegrenzt werden. Entscheidendes Merkmal ist lediglich, dass auf ein bestehendes Vertragsverhältnis aufgebaut wird.

Typische Ziele von Postsales-Aktivitäten sind:

Verkauf von Wartungsverträgen oder Wartungsverträgen mit einem höheren Servicelevel
Verkauf von ergänzenden Komponenten zu einem bereits verkauften Produkt oder Service
Gegen Ende des Lebenszyklus eines Produktes sicherstellen, dass die Ersatzinvestition mit einem Produkt des eigenen Unternehmens erfolgt
Bei veränderten Marktbedingungen angepasste Produkte oder Services verkaufen.

Die Hauptmotivation für den Vertrieb, geeignete Fachabteilungen in die Kundenpflege einzubeziehen besteht darin, dass es, insbesondere bei komplexen Inbetriebnahmen zwischen den Abteilungen von Kunde und Lieferant zu einer wesentlich engeren, längeren und vertrauensvolleren Zusammenarbeit kommt, als es zwischen der Vertriebsabteilung des Lieferanten und der Einkaufsabteilung des Kunden möglich ist.

Außeruniversitäre Weiterbildung

Geprüfte(r) Fachberater/in im Vertrieb – deutschlandweit anerkannter IHK-Abschluss (IHK-Weiterbildungsstufe I)
Fachkaufmann/-frau für Vertrieb – europaweit anerkannter IHK-Abschluss (IHK-Weiterbildungsstufe II)

Verbände

Bundesverband Deutscher Vertriebsfirmen e. V. (BDV)
Bundesverband der Vertriebsmanager
Bundesverband Direktvertrieb Deutschland e. V.[19]
Centralvereinigung Deutscher Wirtschaftsverbände für Handelsvermittlung und Vertrieb e. V. (CDH)

Literatur

James K. Anderson u. a.: Business Market Management. Pearson 2009, ISBN 978-0-13-208996-8.
Christian Belz: Verkaufskompetenz. Wien 2001, ISBN 3-7064-0574-1.
Christian Brauner, Ralf Seidel, Jörg Wacha: Change Management im Vertrieb. Haufe Verlag, München 2012, ISBN 978-3-648-03037-0.
Manfred Bruhn: Marketing, Grundlagen für Studium und Praxis. 8. Aufl. Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-8349-0352-5.
Richard Geml, Hermann Lauer: Marketing- und Verkaufslexikon. 4. Aufl. Stuttgart 2008, ISBN 978-3-7910-2798-2.
Günter Hofbauer, Claudia Hellwig: Professionelles Vertriebsmanagement. 2. Aufl. Erlangen 2009, ISBN 978-3-89578-328-9.
Christian Homburg, Harley Krohmer: Marketingmanagement. 3. Aufl. Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-8349-1656-3.
Christian Homburg u. a.: Sales Excellence. 4. Aufl. Wiesbaden 2006, ISBN 3-8349-0015-X.
Christian Homburg, Jan Wieseke: Handbuch Vertriebsmanagement. Gabler Verlag, Wiesbaden 2011.
Michael D. Hutt, Thomas Speh: Business Marketing Management B2B. Cengage Learning, 2010, ISBN 978-0-324-58163-8.
P. Kotler, K. Keller, F. Bliemel: Marketing Management. 12. Aufl. München 2007, ISBN 978-3-8273-7229-1.
Pius Küng u. a.: Key Account Management. St. Gallen 2002, ISBN 3-907100-11-5.
Heribert Meffert u. a.: Marketing. 10. Aufl. Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-409-69018-8.
Waldemar Pelz: Strategisches und Operatives Marketing, Norderstedt 2004, ISBN 3-8334-0634-8.
Heiko van Eckert: Praxishandbuch Vertrieb. Berlin 2005, ISBN 3-589-23681-7.
Hans Christian Weis: Marketing. 14. Aufl. Leipzig 2007, ISBN 978-3-470-51374-4.
Peter Winkelmann: Vertriebskonzeption und Vertriebssteuerung. 4. Aufl. München 2008, ISBN 978-3-8006-3538-2.
Jürgen Witt: Prozessorientiertes Verkaufsmanagement. Wiesbaden 1996, ISBN 3-409-13567-7.

Weblinks

 Wiktionary: Verkauf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

↑ C. Homburg, H. Krohmer: Marketingmanagement. 3. Aufl. Wiesbaden 2009, S. 828 f.

↑ Peter Winkelmann: Vertriebskonzeption und Vertriebssteuerung – Die Instrumente des integrierten Kundenmanagements (CRM). 3. Aufl. München 2005, S. 173.

↑ Manfred Bruhn: Marketing. Grundlagen für Studium und Praxis. 8. Aufl. Wiesbaden 2007, S. 247–249.

↑ Hans Christian Weis: Marketing. 14. Auflage. Leipzig 2007, S. 372 ff. 

↑ Waldemar Pelz: Strategisches und Operatives Marketing. Norderstedt 2004, S. 123 ff. 

↑ C. Homburg, H. Krohmer: Marketingmanagement. 2. Auflage. Wiesbaden 2006, S. 873. 

↑ Manfred Bruhn: Marketing. Grundlagen für Studium und Praxis. 8. Aufl. Wiesbaden 2007, S. 265 f.

↑ Manfred Bruhn: Marketing. Grundlagen für Studium und Praxis. 8. Aufl. Wiesbaden 2007, S. 259 f.

↑ siehe unter anderem: Heribert Meffert u. a.: Marketing. 10. Aufl. Wiesbaden 2008, S. 260 ff.

↑ C. Homburg, H. Krohmer: Marketingmanagement. 2. Aufl. Wiesbaden 2006, S. 879.

↑ cdh24.de: Handelsvertreterrecht: Die Grundzüge im Überblick

↑ Bruhn, Manfred: Marketing: Grundlagen für Studium und Praxis. 8. Auflage, Wiesbaden 2007, S. 268 f.

↑ Philip Kotler: Marketing Management. 12. Auflage, München 2007, S. 821

↑ Manfred Bruhn: Marketing, Grundlagen für Studium und Praxis. 8. Auflage, Wiesbaden 2007, S. 270 f.

↑ Philip Kotler: Marketing Management. 12. Auflage, München 2007, S. 823

↑ Waldemar Pelz: Anreizsysteme im Vertrieb: Keine Krücke für schlechte Führung. In: Sales Business 12/2009, S. 51

↑ Manfred Bruhn: Marketing, Grundlagen für Studium und Praxis. 8. Auflage, Wiesbaden 2007, S. 262 ff.

↑ Meffert, Burmann, Kirchgeorg: Marketing. 10. Auflage, Wiesbaden 2008, S. 594

↑ http://www.direktvertrieb.de/

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4127117-8 (AKS)

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Kategorien: MarketingDistributionspolitikBetriebsstätte

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Gasthof ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Gasthof (Begriffsklärung) aufgeführt.

Theodor Kleehaas: In der Wirtsstube (19./20. Jh.)

Eine Gaststätte, auch „Gasthaus“, „Gasthof“, „Wirtshaus“, „Gastwirtschaft“ oder kurz „Wirtschaft“ oder „Schänke“, ist ein Betrieb im Gastgewerbe, in dem Getränke oder Speisen zum sofortigen Verzehr verkauft werden und der dafür eine Aufenthaltsmöglichkeit bietet. Für den Aufenthalt der Gäste verfügt er über eine oder mehrere „Gaststuben“ (auch „Wirtsstube“) sowie teils auch über einen „Gastgarten“ (auch „Biergarten“) oder eine Hausbar. Neben Gastronomie wird manchmal auch Beherbergung („Gastzimmer“) angeboten; die Erscheinungsform ist regional unterschiedlich – teils werden einzelne Formen je nach dem Vorhandensein von Beherbergung namentlich unterschieden. Oft und vor allem im ländlichen Raum sind auch andere Gastbetriebsarten angeschlossen, etwa Räume für Festlichkeiten („Festsaal“), Tanzlokale, oder eine sportliche Infrastruktur wie Kegelbahnen und Kinderspielplätze. Der Übergang zum gehobenen Hotel oder Restaurant ist fließend und regional unterschiedlich. Aus Traditionsgründen kann es vorkommen, dass sich auch Betriebe mit der Einrichtung und Ausstattung erstklassiger Hotels und Restaurants als „Gasthof“ oder „Gasthaus“ bezeichnen.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte
2 Regionalformen

2.1 Deutschland
2.2 Österreich

3 Ältestes Gasthaus
4 Literatur
5 Weblinks
6 Einzelnachweise

Geschichte

In der Vergangenheit konnten auf der Gaststätte weitere Privilegien (Gerechtsame) liegen wie das Recht zur Ausspanne, Schlacht- und Backrecht, Braurecht („Braugasthaus“).

Neben den immer mit dem Beherbergungsrecht ausgestatteten Fernreise-Gasthöfen (etwa Postkutschenstationen mit Ausspanne, Bewirtungs- und Beherbergungsrecht) gab es auch Betriebe, z. B. Brauschenkgüter, die nur zu Markttagen aus Kapazitätsgründen zusätzlich ein Beherbergungsrecht zugesprochen bekamen.

In Deutschland bezeichnet man Gaststätten mit Beherbergung oft als „Gasthaus“,[1] auf dem Lande als „Gasthof“.[2]

In ländlichen Regionen Norddeutschlands wird das Gasthaus Dorfkrug, Krog genannt, in Sachsen Erbgericht, in der Oberlausitz und in Schlesien Kretscham, früher vor allem in Studentenkreisen Schänke bzw. Schenke – abgeleitet von Ausschank bzw. ausschenken.

In ländlichen Regionen Süddeutschlands wurde das (meist als Einöde stehende) Gasthaus auch „Klause“ oder „Klausen“ genannt.

Europaweit gilt seit Juli 2005, dass eine Gaststätte nicht mehr erlaubnispflichtig ist, wenn kein Alkohol ausgeschenkt wird. Das heißt, alle Auflagen, wie das Vorhandensein von Toiletten, die persönliche Zuverlässigkeit des Wirtes usw. werden nicht mehr geprüft.

Regionalformen

Deutschland

Werbeplakat für die Ausstellung DIDEGA (Die Deutsche Gaststätte) 1928 in Leipzig

Der Begriff „Gaststätte“ umfasst nach dem deutschen Gaststättengesetz[3] die „Schankwirtschaft“ (das heißt, Getränke werden zum Verzehr an Ort und Stelle ausgeschenkt) und die „Speisewirtschaft“ (das heißt, zubereitete Speisen werden zum Verzehr an Ort und Stelle angeboten). Der Begriff ist also auf reine Gastronomie eingeschränkt.

Im baurechtlichen Sinne ist eine Gaststätte immer als solche zu behandeln, wenn sie

außerhalb der geltenden Ladenschlusszeiten geöffnet hat,
auf mindestens der Hälfte der Verkaufsfläche eine Verzehrsmöglichkeit bietet.

Dementsprechend muss eine solche Gaststätte die Gaststättenverordnung einhalten.

Verwaltungsverfahren

Jede Gaststätte muss dem lokalen Ordnungs- oder Gewerbeamt gemeldet werden. Das Gesetz unterscheidet zwischen Anzeige- und Erlaubnispflicht. Jeder Gewerbebetrieb (ein Begriff, der auch die Gaststätte umfasst) ist nach § 14 GewO mindestens anzeigepflichtig.

Die lokalen Behörden können nach § 5 GastG Anordnungen treffen und nach § 31 GastG in Verbindung mit § 35 GewO den Betrieb nach einer Prüfung untersagen.[4]

Für den Betrieb einer erlaubnispflichtigen Gaststätte muss eine Erlaubnis nach dem Gaststättengesetz (eine Gaststättenkonzession) vorliegen. Sie wird erteilt, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen an die Räume erfüllt sind und dem Betreiber die Eigenschaft der Zuverlässigkeit nicht abgesprochen wurde. Die Anforderungen, zum Beispiel das Vorhandensein einer Toilette mit bestimmter Beckenanzahl, ergeben sich aus den jeweiligen landesrechtlichen Gaststättenverordnungen. Weiterhin muss die Gaststätte so gelegen sein, dass von ihr keine unzumutbaren Belästigungen für die Nachbarschaft ausgehen. Das ist den jeweiligen Vorschriften des im Gebiet gültigen Bebauungsplans zu entnehmen. Beispielsweise ist eine Gaststätte in einem reinen Wohngebiet (WR) nicht zulässig, in einem allgemeinen Wohngebiet (WA) dagegen schon.

Die Erlaubnis kann mit Nebenbestimmungen, insbesondere Auflagen, verbunden sein, zum Beispiel, dass für lärmschützende Maßnahmen zu sorgen ist. Die Konzession gilt für eine bestimmte Betriebsart (zum Beispiel Diskothek, Schankwirtschaft, Speisewirtschaft), für bestimmte Räumlichkeiten und für eine bestimmte Person (Gastwirt).

Vor und während des Besitzes einer Erlaubnis muss der Betreiber alle gesetzlichen Verpflichtungen einhalten. Dies betrifft besonders die Vorschriften zur Verwendung und Verarbeitung von Lebensmitteln, die Vorschriften des Arbeitsrechts, des Jugendschutzes, das Glücksspielgesetz (bei Vorhandensein von Automaten mit Geldeinsätzen) und das Datenschutzrecht sowie das Telemediengesetz, sofern eine Internetseite angeboten wird.[4]

Vor, während und nach dem Betrieb können das Ordnungsamt und die Polizei Kontrollen vor Ort durchführen. Die Nichteinhaltung von gesetzlichen Bestimmungen kann eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat darstellen und bei mehrfacher Feststellung zum Entzug der Zuverlässigkeit des Betreibers führen.[4]

Siehe auch: Konsumgaststätte

Österreich

In Österreich werden als Betriebsart[5] gemäß § 111 Abs 5 Gewerbeordnung[6] die Gastgewerbebetriebe „Gasthof“ und „Gasthaus“ unterschieden.

„Gasthöfe“ sind Gastgewerbebetriebe, bei denen sowohl die Beherbergung von Gästen gegenüber Speisenverabreichung und Getränkeausschank überwiegen kann als auch umgekehrt. Vom Hotel unterscheidet sich der Gasthof in der Regel durch geringeren räumlichen Umfang, einfachere Ausstattung und Art der Verabreichung.
„Gasthäuser“ sind Gastgewerbebetriebe, die in erster Linie der Einnahme von Mahlzeiten dienen. Hinsichtlich Ausstattung der Betriebsräume, Umfang und Art des Angebotes an Speisen und Getränken, sowie Art der gesamten Betriebsführung erreichen sie in der Regel nicht den Standard eines Restaurants.

Für Gasthöfe wie Gasthäuser gilt eine Sperrstunde von 02.00 Uhr.[5]

Diese Unterscheidung in gemischt Beherbergung/Gastronomie und vorrangig Gastronomie[7] erstreckt sich auch auf einige Spezialformen:

Im alpinen Raum ist die Bezeichnung „Alpengasthaus“ bzw. „Alpenwirtshaus“ für vorrangige Bewirtung üblich, während gehobene Schutzhütten mit Übernachtung als „Alpengasthof/Alpenhotel“ geführt werden (das entspricht der Hüttenkategorie III der Alpenvereine).[7]

In der Praxis wird aber kaum unterschieden, ob eine Gastwirtschaft auch Zimmer anbietet, oder welches Niveau sie hat – dies ist etwa aus dem Namen des Hauses nicht ableitbar. Auch fallen Häuser mit weniger als 10 Betten, solange die Bewirtung im Haus und familiäreren Kreis bleibt, als Neben-Kleingewerbe nicht unter die Fachmaterie „Beherbergung“ im speziellen Sinne.

Ältestes Gasthaus

Den Titel für Mitteleuropa nimmt der Stiftskeller des Klosters St. Peter in Salzburg (erstmals 803 urkundlich erwähnt) für sich in Anspruch.[8] Das Guinness-Buch der Rekorde führt die seit 1658 bestehende Gaststätte Röhrl in Eilsbrunn bei Regensburg als „ältestes durchgehend geöffnetes Gasthaus der Welt“.[9] Als „ältestes Gasthaus Deutschlands“ sehen sich auch die Traditionsgaststätten Zum Riesen in Miltenberg, Zum roten Bären in Freiburg im Breisgau und die Herberge zum Löwen am Schönberg.

Literatur

Friedrich Rauers: Kulturgeschichte der Gaststätte. Teil 1–2 (= Schriftenreihe der Hermann-Esser-Forschungsgemeinschaft für Fremdenverkehr, Band 2). 2. Auflage. Metzner, Berlin 1942.
Moritz Hoffmann: Zweitausend Jahre Gaststätte. Metzner, Frankfurt am Main 1954.
Herbert May, Andrea Schilz (Hrsg.): Gasthäuser. Geschichte und Kultur (= Arbeit und Leben auf dem Lande, Band 9). Imhof, Petersberg 2004, ISBN 3-937251-68-5.
Renate Dürr, Gerd Schwerhoff (Hrsg.): Kirchen, Märkte und Tavernen. Erfahrungs- und Handlungsräume in der Frühen Neuzeit (= Zeitsprünge, Band 9). Klostermann Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-465-03413-9.

Weblinks

 Commons: Gaststätten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Gaststätte – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Wirtshaus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

Gasthaus, das. In: Duden, abgerufen am 29. August 2013.

Gasthof, der. In: Duden, abgerufen am 29. August 2013.

↑ „Gaststättengesetz“

↑ a b c Bernhard Sprenger-Richter: Gewerberecht. Ein Studienbuch. 2., neubearb. Auflage. Beck, München 2002, ISBN 3-406-48294-5. 

↑ a b Infoblatt Gastgewerbe & Betriebsarten (Memento des Originals vom 22. März 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wko.at

↑ Bei der Gewerbeanmeldung (§ 339) ist die Betriebsart zu bezeichnen, in der das Gastgewerbe ausgeübt werden soll.

↑ a b Gasthöfe/-häuser – als Einzellage – stellen zusammen auch eine Kategorie der topographischen Siedlungskennzeichnung der Statistik Austria dar (aber ohne Unterscheidung Gasthaus, Wirtshaus, codiert Gh), und sind als solche in der Österreichischen Karte geführt (meist als Gh., in der Datenbank Geonam Österreich aber unter „Gasthaus“). Sonst sind die unterscheidenden Abkürzungen «Ghf.» und «Ghs.» üblich. Berglagen werden eigenständig als „Alpengasthaus, -wirtshaus, -hotel“ (Code Agh) statistisch erfasst.

↑ Internetpräsenz des Stiftskellers St. Peter: Geschichte. (Memento des Originals vom 21. August 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stpeter-stiftskeller.at

↑ Wochenblatt Regensburg, Stand 17. November 2010.

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4071600-4 (AKS)

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Symbol der Vakuumtechnik: die Magdeburger Halbkugeln
„Pionier der Vakuumtechnik: 1657 zeigte Otto von Guericke die Wirkung von Vakuum mit den Magdeburger Halbkugeln
Tatsächlich presst der äußere Luftdruck die Magdeburger Halbkugeln zusammen
Glasglocke mit Kolben-Vakuumpumpe für Schulversuche

Die Vakuumtechnik befasst sich mit Geräten und Verfahren zur Erzeugung, Aufrechterhaltung und Messung eines Vakuums sowie dessen technischen Anwendungen.[1]

Die Erforschung und die technische Erzeugung des Vakuums begann im 17. Jahrhundert. Heute wird die Vakuumtechnik in zahlreichen Bereichen der Industrie und Forschung eingesetzt, wie z. B. in der Produktions- und Fertigungstechnik zur Behandlung von Werkstoffen oder zur Handhabung, in der Lebensmittelindustrie, in der Medizintechnik, in Physik und Chemie. Je nach Anwendung wird ein bestimmter Vakuumbereich zwischen dem Luftdruck der Atmosphäre von etwa 1000 hPa und einem extremen Ultrahochvakuum von 10−14 hPa eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

1 Vakuumerzeugung
2 Vakuummessung und -steuerung
3 Literatur
4 Weblinks
5 Einzelnachweise

Vakuumerzeugung

Um ein Vakuum in einem zuvor gasgefüllten Volumen zu erzeugen, müssen Gasteilchen aus dem Volumen entfernt werden. Dies geschieht mithilfe von Vakuumpumpen, die nach ihrem Funktionsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt werden können. Kompressionspumpen entfernen Gasteilchen aus dem Volumen durch Verdrängen oder Impulsübertragung. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Gasteilchen an der Wand des auszupumpenden Volumens zu kondensieren oder chemisch zu binden.

In der Vakuumtechnik werden die folgenden Druckbereiche unterschieden:

Grobvakuum: 1013 hPa bis 1 hPa,
Feinvakuum: 1 hPa bis 10−3 hPa,
Hochvakuum: 10−3 hPa bis 10−7 hPa,
Ultrahochvakuum: unter 10−7 hPa.

Die Wahl der Vakuumpumpe hängt vom zu erreichenden Druck und dem Einsatzbereich ab. Bei einem hohen Vakuum werden mehrstufige Verfahren mit Vorvakuum- und Hochvakuumpumpe angewendet.

Vakuummessung und -steuerung

Zur Messung des Drucks dienen Vakuummeter, die jeweils einen charakteristischen Messbereich besitzen, der wegen des großen Druckbereichs in der Vakuumtechnik nur einen Teil des Gesamtbereichs überdeckt. Die Druckmessung kann gasabhängig sein.

Direkte oder absolute Vakuummeter messen den Druck als Kraft, die auf eine Fläche wirkt. Die direkte Druckmessung ist nur im Grobvakuumbereich relativ genau. Bei der indirekten Druckmessung wird der Druck als Funktion einer dichte- und damit druckabhängigen Eigenschaft ermittelt. Soll der Druck mit einer geringen Messunsicherheit ermittelt werden, ist bereits im Feinvakuumbreich ein hoher Aufwand erforderlich.

Bei Vakuumprozessen muss der Druck laufend kontrolliert und bei Bedarf geregelt werden. Die Messwerte werden an Kontroll- und Schaltwarten übermittelt und registriert. Durch diese Steuerung und Regelung wird der Druck in der Vakuumanlage in einem bestimmten Bereich gehalten.

Literatur

Walter Umrath u. a.: Grundlagen der Vakuumtechnik. 1997 (PDF, 6 MB)

Weblinks

Grundlagen der Vakuumtechnik

Einzelnachweise

↑ Duden: Vakuumtechnik

Abgerufen von „https://de..org/w/index.php?title=Vakuumtechnik&oldid=187147206“

Kategorie: Vakuumtechnik

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Beratungsstelle Spezielle Beratungsstellen Trägerschaft, Struktur, Organisation und Fachlichkeit von Beratungsstellen Navigationsmenü aus Chemnitz

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Beratungsstelle ist eine Sammelbezeichnung für Einrichtungen, welche unterschiedliche Arten von Unterstützung und Hilfestellung anbieten, die sich nach Anliegen der Ratsuchenden, Gesprächsformen und Zielsetzung differenzieren lassen.
Von den Extremen aus betrachtet, ließe sich ein Bogen von der reinen Sachberatung bis zur psychosozialen Krisenintervention spannen. Dazwischen gibt es vielfältige Übergangs- und Mischformen. Es gehört zu den Grunderfordernissen einer komplexen, sich zudem im Dauerumbruch befindlichen Gesellschaft, Beratungsangebote für den Fall von

Wissensdefiziten,
schwierigen Entscheidungen,
persönlichen Lebenskrisen,
Konflikten in Partnerschaft und Familie,
oder Problemen in Ausbildung und Beruf

zu entwickeln und anzubieten. Beratung soll Orientierung und Neuorientierung ermöglichen, Kompetenzen und Ressourcen entfalten helfen, Zukunftsperspektiven eröffnen. Die staatliche Förderung einer Vielzahl von Beratungsstellen trägt dieser Notwendigkeit Rechnung. Neben der Fachlichkeit stellt also der Gesellschaftsbezug ein Charakteristikum für die Arbeit einer Beratungsstelle dar. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben verfügt sie über qualifiziertes Personal und eine der Arbeit dienliche räumliche und sachlich-materielle Ausstattung. Eine Beratungsstelle soll möglichst ohne bürokratische und finanzielle Hürden (niedrigschwellig) zugänglich sein.

Beratung hat sich einer Paradoxie zu stellen: zu unterstützen, ohne zu bevormunden. Eine entsprechende Haltung dauerhaft sicherzustellen erfordert mehr als die fachliche Qualifikation und ethische Selbstverpflichtung der beratenden Person. Die Organisation der Beratungsstelle, auf die unten eingegangen wird, muss entsprechend gestaltet sein.

Inhaltsverzeichnis

1 Spezielle Beratungsstellen
2 Trägerschaft, Struktur, Organisation und Fachlichkeit von Beratungsstellen
3 Siehe auch
4 Literatur
5 Weblinks
6 Einzelnachweise

Spezielle Beratungsstellen

Beratungsstellen mit speziellem Auftrag, meist basierend auf einer Rechtsgrundlage:

Erziehungs- und Familienberatungsstelle
Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle
Beratung für Väter
Drogenberatungsstelle oder Suchtberatungsstelle
Jugendberatungsstelle
Polizeiliche Beratungsstelle
Migrationsberatungsstelle
Schulberatungsstelle
Schwangerschaftskonfliktberatung (fällt unter unterschiedliche Trägerschaften, so können diese Beratungsstellen auch unterschiedliche Namen haben)
Seniorenberatungsstelle, auch für Angehörige Älterer, in Baden-Württemberg oft nach einem Programm des Sozialministeriums IAV-Stellen genannt, weil sie Informationen gibt, Anlaufstelle ist und Hilfen vermittelt. Meistens beim Landkreis angesiedelt. Beratungsstellen für Ältere, aber auch für Behinderte – und kranke Menschen.
Gesundheitsberatung (z. B. in Bezirksämtern)
Sexualberatungsstellen
Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, bundesweites Beratungsangebot für von Gewalt betroffene Frauen[1]
Blended Councelling Angebote, die Online- und Präsenzberatung verknüpfen, z. B. “Projekt Rauchmelder[2]” in der Drogenberatung

Trägerschaft, Struktur, Organisation und Fachlichkeit von Beratungsstellen

Beratungsstellen befinden sich in Trägerschaft von Kommunen, Kirchen, Verbänden oder Vereinen (siehe auch freier Träger). Sie können eng an eine Institution angebunden und in deren Aufgabenspektrum verwoben sein (z. B. die Studienberatung an Universitäten). Einige sind eher spezialisiert (z. B. Beratung und Therapie für Opfer von Gewalt, für Flüchtlinge, auf Suchtkrankenberatung, Schwangerenberatung, Sexualberatung und vieles mehr), andere sind eher offen für ein breites Spektrum von Fragen, Themen und Anlässen (allgemeine Lebensberatung, Gesundheitsberatung). Viele Beratungsstellen arbeiten auf der Basis expliziter Richtlinien. Ihr Angebot und ihre fachlichen Arbeitsweisen sind von daher transparent und unterliegen einer Kontrolle durch Träger, Fachverbände und politische Öffentlichkeit.

Als ein Modell dafür kann die institutionelle Erziehungsberatung dienen. Für sie regelt u. a. die „Bundeskonferenz für Erziehungsberatung“ (BKE) Aufgaben, Organisation und Struktur; man kann hier von formalisierten „Regeln fachlichen Könnens“ und in diesem Sinne von Standards sprechen. Darin findet sich unter anderem die personelle Ausstattung der Einrichtung beschrieben, zu der ein Team verschiedener Berufsgruppen (Psychologie, Pädagogik, Sozialarbeit/Sozialpädagogik) mit einer für die Tätigkeit qualifizierenden therapeutischen Zusatzausbildung (Kindertherapie, Paarberatung, Gesprächspsychotherapie, systemische Familientherapie, psychoanalytische Fokalberatung usw.) gehört. Zu den Standards zählen weiterhin die Verschwiegenheit der Gespräche, ihre Kostenlosigkeit für Ratsuchende sowie der freie Zugang. Alle Mitarbeiter-/innen einer Erziehungsberatungsstelle sind zu Supervision und kontinuierlicher Fortbildung verpflichtet. In den letzten Jahren hat es sich eingebürgert, in solchen Fällen von institutioneller Beratung zu sprechen. Mit der Bezeichnung „institutionell“ soll der gesellschaftliche Auftrag und die Verpflichtung auf zentrale gemeinschaftliche Grundwerte – mit dem Kindeswohl im Zentrum – unterstrichen werden. Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) formuliert Grundlagen für den Anspruch, den Kinder, Jugendliche und Eltern auf Beratung haben, sehr differenziert; es beschreibt gleichzeitig Aufgaben von Beratung im System der Familien- und Jugendhilfe.

Zu den Verpflichtungen einer Erziehungsberatungsstelle zählen neben den Gesprächen mit Einzelnen, Paaren und Familien die Diagnostik, etwa bei kindlichen Wahrnehmungs- oder Sprachproblemen, sowie die Prävention. Zu letzterer gehört die Kooperation mit Einrichtungen der Jugendhilfe, des Erziehungs- und Gesundheitswesens, weiterhin die Öffentlichkeitsarbeit. Die Leistungen einer Beratungsstelle werden evaluiert. Eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien beschäftigt sich mit der Wirksamkeit und den Wirkfaktoren beraterischer Prozesse; sie tragen auf diesem Wege zur Transparenz der Praxis sowie zur Qualitäts(weiter)entwicklung bei. Letzteres gilt auch für den Bereich der Ehe- und Lebensberatung.

Zur traditionellen Form des Beratungsgesprächs, bei der Ratsuchende und Berater-/in sich unmittelbar begegnen, sind in den letzten Jahren neue Modi hinzugekommen. Beratung via Internet zählt dazu – sie schließt an eine Tradition an, wie sie etwa für die Telefonseelsorge charakteristisch ist. Eine weitere Beratungsform ist das Blended Councelling, bei dem die jeweiligen Vorteile der Online- und Präsenzberatung genutzt werden können. Mit der gesellschaftlichen Entwicklung kommen neue Themen auf, Mobbing-, Outplacementberatung oder Coaching sind hier zu nennen. Auch die Trennungs- und Scheidungsberatung spielt eine zunehmend große Rolle und bringt neue Beratungsformen hervor, etwa die Mediation als eigenständiges Unterstützungsverfahren.

Siehe auch

Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle
Onlineberatung
Virtuelle Beratungsstelle
Lesbentelefon
Rosa Telefon

Literatur

Frank Nestmann, Frank Engel, Ursel Sickendiek (Hrsg.): Das Handbuch der Beratung. Band 1 und 2. Tübingen 2004.

Weblinks

 Wiktionary: Beratungsstelle – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Verzeichnis von Beratungsstellen in Deutschland

Einzelnachweise

↑ Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

Rauchmelder B.A.C – Drogenberatung mit einer App in Frankfurt. Abgerufen am 18. Januar 2019. 

Abgerufen von „https://de..org/w/index.php?title=Beratungsstelle&oldid=187697570“

Kategorien: BehördeSoziale Einrichtung

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Visualisierung Einsatzgebiete Datenvisualisierung Visualisierung in der Kunst Visualisierung in der Architektur Beispiele Einordnung Technische Produktvisualisierung Software Navigationsmenü aus Wiesbaden

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Dieser Artikel behandelt die Datenvisualisierung, für spezielle Formen der Visualisierung siehe Visualisierung (Begriffsklärung).

Mit Visualisierung oder Veranschaulichung (Sichtbarmachen) meint man im Allgemeinen, abstrakte Daten (z. B. Texte) und Zusammenhänge in eine graphische bzw. visuell erfassbare Form zu bringen. Dazu gehört etwa die Umsetzung eines Marketingkonzepts durch einen Werbespot, die Entwicklung eines Drehbuchs aus einem Drama, oder die gestenreiche Darstellung eines Sachverhalts bei einem Vortrag oder die Prozessvisualisierung im technischen Bereich. Im Speziellen bezeichnet Visualisierung den Prozess, sprachlich oder logisch nur schwer formulierbare Zusammenhänge in visuelle Medien zu übersetzen, um sie damit verständlich zu machen. Weiterhin wird Visualisierung eingesetzt, um einen bestimmten Zusammenhang deutlich zu machen, der sich aus einem gegebenen Datenbestand ergibt, der aber nicht unmittelbar deutlich wird.

Dabei werden Details der Ausgangsdaten weggelassen, die im Kontext der gewünschten Aussage vernachlässigbar sind. Zudem sind stets gestalterische Entscheidungen zu treffen, welche visuelle Umsetzung geeignet ist und welcher Zusammenhang gegebenenfalls betont werden soll. Visualisierungen implizieren daher stets eine Interpretation der Ausgangsdaten, werden aber auch durch textliche oder sprachliche Angaben ergänzt, um eine bestimmte Interpretation zu kommunizieren. Schließlich wird Visualisierung auch rein illustrativ benutzt, um etwa ein Gegengewicht zum Textkörper zu bilden, ohne eine eigene Aussage zu transportieren.

Als Medien für Visualisierung kommen zum Beispiel manuelle, gedruckte und Computergrafik, Datentabellen, Film- und Computeranimation zur Anwendung.[1]

Gelungenes Beispiel einer komplexen Visualisierung: Die Alterspyramide getrennt nach Geschlechtern.
Gezeigt ist die prognostizierte Altersverteilung (für Deutschland im Jahr 2050). Mit einem Blick sieht man zum Beispiel, dass es so viele 90-Jährige wie Neugeborene geben wird, oder dass Frauen tendenziell älter werden als Männer. Was diese Visualisierung nicht darstellt, ist die zeitliche Entwicklung von heute bis dorthin.

Inhaltsverzeichnis

1 Einsatzgebiete
2 Datenvisualisierung

2.1 Visualisierungs-Pipeline
2.2 Wissenschaftliche Visualisierung
2.3 Informationsvisualisierung

3 Visualisierung in der Kunst
4 Visualisierung in der Architektur
5 Beispiele

5.1 Logo
5.2 Label
5.3 Cartoon
5.4 Porträt
5.5 Diagramm
5.6 Schema
5.7 Piktogramm
5.8 Foto
5.9 Pinnwand

6 Einordnung
7 Technische Produktvisualisierung
8 Software
9 Siehe auch
10 Literatur
11 Weblinks
12 Einzelnachweise

Einsatzgebiete

Ein Chef zeigt die Umsatzzahlen des letzten Quartals in einem Balkendiagramm.
Raumbezogene Daten, z. B. die Verteilung der Bevölkerungsdichte in Deutschland, werden in einer Karte dargestellt und veranschaulicht (Geovisualisierung, Kartografie).
Der Turbinen-Ingenieur lässt sich den Luftstrom anhand der Dichten bildlich darstellen und betrachtet den zeitlichen Verlauf in einem Film.
Eine Protein-Struktur sieht der Chemiker gerne als 3D-Molekül-Darstellung auf dem Bildschirm, dreidimensional mit einer Polarisations-Shutter-Brille, und möchte das Molekül womöglich auch drehen.
Der Verkehrsplaner plant eine neue Ampel an einer Verkehrskreuzung und die Simulations-Software visualisiert ihm den veränderten Verkehrsfluss als Aufsicht auf die Kreuzung.
Ein Architekt plant ein neues Gebäude und zeigt mit Hilfe einer Visualisierung, wie sich dieses in die bestehende Umgebung einfügt. Verbreitet ist hierfür die Visualisierung mittels 3D-Computergrafik.
Bei der Renovierung oder Gebäudegestaltung setzen Kundenberater häufig auch Visualisierungsprogramme zur Entscheidungsfindung ein. Auf Basis eines realen Fotos können verschiedene Änderungswünsche wie z. B. neue Türen, farbige Fenster oder ein komplett neues Dach realitätsnah „anprobiert“ werden.
In der Prozessautomatisierung werden ganze Industrieanlagen via Bildschirm gesteuert und überwacht. Dabei werden die einzelnen Aggregate als Blöcke dargestellt, Statusabfragen und Handeingriffe geschehen via Mausklick.
Ein bekanntes Beispiel für die wissenschaftliche Visualisierung ist der Wetterbericht im Fernsehen.

Im industriellen und technischen Bereich gibt es für die Visualisierung von Prozessabläufen spezielle Software, sogenannte Visualisierungssysteme.

Für Medienplayer bezeichnen Visualisierungen Techniken zur Darstellung von abgespielter Musik in Form von bewegten Bildern.

Datenvisualisierung

Die Wissenschaft von der Visualisierung von Daten nutzt Kenntnisse über

die Farbenlehre,
den Aufbau des menschlichen Auges
die Psychophysik und
die Kognitionspsychologie

aus, um anwendungsbezogen visuelle Metaphern zum korrekten, effizienten und umfassenden Erkennen von Datenmustern systematisch herzuleiten. Die Aktivität des Visualisierens ist ein davon zunächst abgetrennter Teil, der durch die Visualisierungs-Pipeline schematisiert wird.

Visualisierungs-Pipeline

Die Visualisierungs-Pipeline spezifiziert die Prozesskette mittels derer Daten in Bilder überführt werden. Sie besteht aus in Reihe geschalteten Funktionen zum Generieren, Filtern und Bereinigen von Daten, zum Abbilden der Daten auf Geometrien und Materialien, zum Rendern dieser Objekte und zum Darstellen des gerenderten Bildes. Das Paradigma der erweiterten Visualisierungs-Pipeline schließt die interaktive Ausführung oder Steuerung durch mindestens einen Zuschauer ein.

Nicht zwingend notwendig, jedoch vermehrt impliziert, ist die Implementierung der Visualisierungspipeline als Visualisierungsprogramm auf einem Computer. Dessen Verwendung komplementiert dann das automatisierte Finden und Bewerten von Datenmustern als Bestandteil des Data-Minings.

Verbreitet ist das folgende Prinzip:

Daten(-gewinnung) → Filter(-bereinigung) → Konvertierung (auf Geometrie und Attribute) → Darstellung (je nach Perspektive, Anzeigetechnik)

Wissenschaftliche Visualisierung

Die wissenschaftliche Visualisierung bezeichnet die Wissenschaft und die Methodik der Visualisierung von gemessenen Daten oder Simulationsergebnissen denen unmittelbar physikalische Prozesse zugeordnet werden. Anwendungsfelder stammen dabei aus den Ingenieurs- und Naturwissenschaften.
Eine wissenschaftliche Visualisierung muss dabei drei Kriterien entsprechen:

Expressivität (Ausdrucksfähigkeit): Die Darstellung soll nur zeigen, was in den Daten auch enthalten ist, und keine falschen Aussagen suggerieren.
Effektivität: Die Darstellung soll den visuellen Fähigkeiten des Menschen gerecht werden.
Angemessenheit (Adäquatheit): Die Erzeugung der Darstellungen darf nicht übermäßig teuer sein (z. B. Rechenzeit).

Als Spezialgebiet der wissenschaftlichen Visualisierung umfasst die medizinische Visualisierung die Erforschung und Anwendung von Methoden zur Visualisierung von Lebewesen zum Zweck der medizinischen Diagnose.

Informationsvisualisierung

Die Informationsvisualisierung ist die Visualisierung von abstrakten Daten, die nicht unmittelbar mit physikalischen Zuständen und Prozessen assoziiert werden. Dieses sind zum Beispiel Dokumente, Börsenergebnisse und Demografiedaten. Ähnlich verhält es sich auch bei der Visualisierung von Kennzahlen, Analysewerten und Berichten. Diese basieren in der Regel auf Zahlen und Zeichen die häufig in tabellarischer Form vorliegen.

Visualisierung in der Kunst

Ein individualistisches Beispiel von Visualisierung in der bildenden Kunst liefert uns der bekannte deutsche Landschaftsmaler Caspar David Friedrich mit seiner Aussage:

„Schließe dein leibliches Auge, damit du mit dem geistigen Auge zuerst siehest dein Bild.
Dann fördere zutage, was du im Dunkeln gesehen, dass es zurückwirke auf andere von außen nach innen.“

– Caspar David Friedrich

Visualisierung in der Architektur

In der Architektur und Innenarchitektur bezeichnet der Begriff Visualisierung die bildliche Darstellung eines geplanten Bauwerks oder einer städtebaulichen Situation. Die Visualisierung tritt anstelle von Technische Zeichnungen, die für Laien oft schwer lesbar sind.

Siehe auch: Architekturdarstellung

Beispiele

Logo

In Logos werden Informationen oder Ideen grafisch verdichtet. Sie können rechtlich geschützt sein.
Beispiel: WWF (World Wide Fund For Nature)

Label

In Labels werden Konzepte oder Marken z. B. mittels Symbolen dargestellt. Sie können rechtlich geschützt sein.
Beispiel: Grüner Punkt

Cartoon

In Cartoons und Comics werden politische, soziale, persönliche Erfahrungen und Ideen optisch verdichtet.
Beispiel: Mordillo, Walt Disney

Porträt

In Porträts sind Persönlichkeiten und ihre Lebensgeschichten enthalten.
Beispiel: Einstein (hier sogar in einer Formel)

Diagramm

Diagramme machen Zusammenhänge visuell erfahrbar.
Beispiel: Energiekonzept

Schema

Allgemein eine auf das Wesentliche beschränkte Darstellung eines Sachverhaltes, siehe z. B. R&I-Fließschema.

Piktogramm

Ein Piktogramm ersetzt schriftliche Kurz-Hinweise.
Beispiel: Fluchtweg

Foto

Ein Foto macht Inhalte unmittelbar visuell erfahrbar.
Beispiel: Foto von Mare Frisium

Pinnwand

Pinnwandmoderation visualisiert Ideen, Entwicklungen, Gruppenprozesse.

Einordnung

Die Visualisierung ist eine Querschnitts-Wissenschaft, die – neben Anwendungsgebiet der Computergrafik – je nach Betrachtungsweise auch aufgefasst werden kann als:

Teilgebiet der Lehre vom Präsentieren,
Teilgebiet der Pinnwandmoderation,
Teilgebiet des (wissenschaftlichen) Journalismus,
Teilgebiet des Kommunikationsdesigns,
verwandt zur bildenden Kunst.

Jemand, der eine Visualisierung eines Sachverhalts erzeugen möchte, muss

Verständnis von den zugrundeliegenden Zusammenhängen haben,
den Empfänger seiner Visualisierung kennen,
wissen, wie diese Zusammenhänge am besten dem Empfänger erklärt werden,
das Vorhaben der Visualisierung umsetzen können, also entsprechende Werkzeuge beherrschen und ihre Grenzen kennen,
Grundkenntnisse über optische Sinneskanäle haben,
den inhaltlichen Verlauf des Gesprächs erfassen und ohne eigene Ergänzung, Verfälschung und Kommentierung zusammenfassen,
den roten Faden und zentrale Aspekte des Gesprächsverlaufs erkennen und für Anwesende präsent halten,
eine steigende Interaktions­dichte übersichtlich dokumentieren.

Technische Produktvisualisierung

Die technische Produktvisualisierung ist die 3D-Darstellung einer Produktgeometrie. Da der Empfänger meist nicht alle Informationen, die in einem CAD-Datenmodell vorhanden sind, benötigt, kann dieses vereinfacht werden.

Software

Visualisierungen können heute ganz einfach am Computer mittels Visualisierungsprogrammen erstellt werden. Für die unterschiedlichsten Aufgabenstellungen gibt es ein breitgefächertes Spektrum an Programmen. 3D-Visualisierungen gewinnen in Unternehmen zunehmend an Bedeutung und werden nicht mehr ausschließlich für Werbezwecke eingesetzt. Im Verkauf, im Vertrieb für interne Präsentationen, für die Produktentwicklung und in der PR- und Öffentlichkeitsarbeit werden Visualisierungen immer wichtiger. Um die Visualisierungen dem gesamten Unternehmen und auch den externen Partnern und Zulieferern zur Verfügung zu stellen, werden die einmal erstellten Medien für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten (Print, Web, Video, CD-ROM usw.) aufbereitet und in einer zentralen Datenbank verwaltet. Und das alles ist bereits möglich, während die Produkte noch in der Planung oder Produktion sind. Bildelemente oder ganze Bildwelten werden dazu künstlich erzeugt oder in reale Bilder integriert. Klassisch gefilmtes oder auf Videobändern aufgezeichnetes Bildmaterial wird digitalisiert, bearbeitet und mit visuellen Effekten versehen. Bewegte oder stehende Bilder werden retuschiert, korrigiert oder miteinander zu neuen, absolut real wirkenden Bildern kombiniert.

Siehe auch

Audiovisualisierung – Darstellung von Klang und Akustik
Bildgebendes Verfahren
Computervisualistik
Errechnetes Bild
Informationsvisualisierung
Sonifikation – Die „Verklanglichung“ von Daten
Datenkompetenz

Literatur

Chun-houh Chen, Wolfgang Härdle, Antony Unwin (Hrsg.): Handbook of Data Visualization. Springer, Berlin 2008, ISBN 978-3-540-33036-3.
H. Schumann, W. Müller: Visualisierung. Grundlagen und allgemeine Methoden. Springer, Berlin-Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-64944-1.
T. Rahlf: Datendesign mit R: 100 Visualisierungsbeispiele. Open Source Press, München 2014, ISBN 978-3-95539-094-5.

Weblinks

Visualisieren mit Open Source Software Tutorials und freie Software zur Visualisierung von Daten auf interaktive Karten, Diagramme und Zeitleisten
TU Wien | Visualisierungs-Pipeline
visualcomplexity.com | A visual exploration on mapping complex networks

Einzelnachweise

↑ Josef W. Seifert: Visualisieren, Präsentieren, Moderieren, 26. Aufl., Offenbach 2009, S. 11–46.

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4188417-6 (AKS)

Abgerufen von „https://de..org/w/index.php?title=Visualisierung&oldid=182536243“

Kategorien: DiagrammComputergrafikSehenGrafikdesign

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Auktionator des Auktionshauses Christie’s

Eine Auktion ( Anhören?/i) (auch Versteigerung oder Lizitation) ist eine Art des Zustandekommens eines Kaufvertrags.
Bei einer Auktion geben zumeist die Kaufinteressierten („Bieter“) verbindliche Gebote auf ein Auktionsgut ab. Die Auktionsgüter sind oft während der Auktion physisch vorhanden und/oder können vor der Auktion besichtigt werden. Die Bieter machen dem Verkäufer bzw. dem in dessen Auftrag handelnden Auktionator ein Angebot (Willenserklärung, die auf den Abschluss eines Vertrags gerichtet ist). Bei einer traditionellen Auktion obliegt die Abwicklung der Auktion einem Auktionator. Er versteigert die Auktionsgüter an anwesende und/oder telefonisch mitsteigernde Bieter.

Bei den meisten Auktionen steigen die Gebote an – das höchste Gebot wird zuletzt genannt und erhält den Zuschlag. Es gibt jedoch auch sogenannte Rückwärtsauktionen mit absteigenden Geboten.

Hintergrund dieser Preisfindung sind Informationsasymmetrien im Markt. Während der Anbieter seine Ware zu einem höchstmöglichen Preis verkaufen will, möchte der Bieter die Ware zu einem möglichst niedrigen Preis ersteigern. Der Anbieter kennt dabei häufig nicht die Zahlungsbereitschaft der Interessenten. Setzt er einen zu hohen Preis fest, kann er seine Ware nicht verkaufen. Setzt er einen zu niedrigen Preis fest, entgeht ihm ein Teil des möglichen Gewinns. Die Bieter kennen zwar ihre eigene Zahlungsbereitschaft, aber nicht die Zahlungsbereitschaft der anderen Interessenten. Es kommt daher vor, dass ein Bieter sich von anderen Bietern beeinflussen lässt und mehr bietet als ursprünglich geplant. Unter Umständen kann die Konkurrenz der Bieter zu einem sogenannten Bietergefecht führen. Bietergefechte sind nicht möglich, wenn bei einer Rückwärtsauktion der erste Bieter, der ein Gebot abgibt, sofort das Auktionsgut erhält.

Die Auktionstheorie beschäftigt sich mit der Analyse von Auktionsmechanismen und Bieterstrategien aus Sicht der Mikroökonomie und der Spieltheorie.

Inhaltsverzeichnis

1 Überblick über häufige Auktionsformen
2 Traditionelle Auktion

2.1 Vorbereitung

2.1.1 Einlieferung
2.1.2 Material sichten und prüfen
2.1.3 Material beschreiben
2.1.4 Katalogproduktion
2.1.5 Zirkulare bzw. Katalogbestellungen
2.1.6 Besichtigung des Materials

2.2 Bieter

2.2.1 Saalbieter
2.2.2 Telefonbieter
2.2.3 Internet-Bieter
2.2.4 Schriftliche Gebote

2.3 Auktionsführung

2.3.1 Die Versteigerungsbedingungen
2.3.2 Anwesenheit eines Beamten bei Auktionen in der Schweiz

2.4 Zuschlag

2.4.1 Unter Vorbehalt der Nachprüfung
2.4.2 „Wie es ist“
2.4.3 Unter Vorbehalt der Zustimmung
2.4.4 Zuschlag von schriftlichen Geboten nach der Auktion

2.5 Nach der Auktion

2.5.1 Rechnungsstellung und Versand der Ware
2.5.2 Reklamationen
2.5.3 Nachverkauf
2.5.4 Einliefererabrechnung
2.5.5 Unverkaufte Lose

3 Online-Auktion
4 Internet-Live-Auktion
5 Auftragsauktion
6 Unterschiedliche Gebotssysteme

6.1 Einseitige und zweiseitige Auktionen
6.2 Offene und verdeckte Auktionen
6.3 Aufsteigende Gebote: englische Auktion und japanische Auktion
6.4 Absteigende Gebote: Rückwärtsauktionen
6.5 Kombinatorische Auktion
6.6 Sonderformen

6.6.1 Amerikanische Versteigerung
6.6.2 Zwei Bieter zahlen
6.6.3 Calcutta-Auktion

7 Rechtliche Grundlagen
8 Tätigkeit als Auktionator
9 Siehe auch
10 Literatur
11 Weblinks
12 Einzelnachweise

Überblick über häufige Auktionsformen

Es gibt große Unterschiede zwischen Auktionshäusern und zwischen Auktionsmodellen. Traditionelle Auktionshäuser wie Sotheby’s, Christie’s, Lempertz oder Dorotheum arbeiten recht ähnlich. Man kann unterscheiden zwischen dem traditionellen Auktionswesen (Versteigerung nach § 156 BGB) und Online-Auktionen, wie sie z. B. auf eBay stattfinden. Wenn traditionelle Auktionshäuser im Internet Versteigerungen durchführen, so etwa über die deutsche Plattform LOT-TISSIMO, handelt es sich um Internet-Live-Auktionen. Die folgende Tabelle nennt Unterscheidungsmerkmale zwischen traditionellen Auktionen, Online-Auktionen sowie Internet-Live-Auktionen:

Traditionelle Auktion

Online-Auktion

Internet-Live-Auktion

Teilnahme an der Versteigerung im Sinne von § 156 BGB

Am Ort des Auktionshauses im dortigen Versteigerungssaal, oder per Telefon

Nicht möglich

Mittels Personal Computer, Notebook, Tablet PC und Smartphone oder am Ort des Auktionshauses im dortigen Versteigerungssaal, oder per Telefon

Begutachtung der Ware

Durch Fachleute auf Basis des Originals, eines Zertifikates oder durch Bilder

Durch den Käufer meist auf Basis seiner Beschreibung und elektronischer Bilder

Im ersten Schritt über ein Netzwerk von Experten, auf Basis von Fotos und/oder Gutachten. Im zweiten Schritt durch Fachleute auf Basis des Originals, am Ort des Auktionshauses

Beschreibung der Ware

Durch eine vom Auktionator beauftragte unabhängige und qualifizierte Instanz oder durch Experten innerhalb des Auktionshauses

Durch den Verkäufer

Durch eine vom Auktionator beauftragte unabhängige und qualifizierte Instanz oder durch Experten innerhalb des Auktionshauses

Bewertung der Ware

Begründet, objektiv im Vergleich zu Marktstandards

Zum Teil durch den Verkäufer, oft wird keine Bewertung vorgenommen

Begründet, objektiv im Vergleich zu Marktstandards, Veröffentlichung von Auktionsergebnissen online über Datenbanken wie Artnet, manchmal Indexierung von Auktionsergebnisse auf der eigenen Webseite des Auktionshauses

Präsentation der Ware

Oft in aufwändig gestalteten Katalogen

Durch den Verkäufer im Internet

Durch das Auktionshaus mittels High Definition Television Livestream im Internet, vor der Auktion per Onlinekatalog

Besichtigung der Ware

Am Ort der Auktion (zentral) vor und während der Auktion

In der Regel nicht möglich (dezentral beim Verkäufer)

Während der Auktion mittels Livestream im Internet, zusätzlich am Ort der Auktion (zentral) vor und während der Auktion

Dauer der Auktion

Wenige Sekunden bis Minuten für einen Artikel. Wobei viele Auktionshäuser nach der Veröffentlichung der Ware im Auktionskatalog Gebote auch schon im Vorfeld der Auktion schriftlich annehmen. Die Berücksichtigung dieser schriftlichen Gebote erfolgt aber erst beim Aufruf im Auktionssaal.

Wenige Tage bis Wochen für einen Artikel

Wenige Minuten für einen Artikel. Ausnahmslos erst nachdem der Auktionator mittels Aufruf festgestellt hat, dass keiner der Anwesenden, ob an Ort und Stelle oder online, das letzte vorliegende Gebot überbieten möchte.

Gebotabgabe für einen Artikel

Während der Auktion oder schriftlich im Voraus

Innerhalb der Auktionsdauer direkt oder auch mittels eines Biet-Agenten

Während der Auktion online oder am Ort des Auktionshauses, alternativ auch per Telefon, oder im Vorfeld der Auktion online über die Webseite des Auktionshauses, oder über mit dem Auktionshaus syndizierte Partnerwebseiten, sowie per Mail, Fax, Briefpost oder persönlicher Übergabe am Ort des Auktionshauses als sogenanntes Vorgebot. Die Berücksichtigung von Vorgeboten erfolgt ausnahmslos erst beim Aufruf des Versteigerungsgutes im Auktionssaal.

Ende einer Auktion

Nach Abgabe des höchsten Gebotes

Zu einer festgelegten Zeit

Nach Abgabe des höchsten Gebotes, und dem Ausruf „Zum ersten, zum Zweiten und zum Dritten“ durch den Auktionator, und dem darauf folgenden Hammerschlag

Versand/Export

Durch Auktionshaus organisiert, oder Kunde holt die Ware persönlich ab.

Vom Verkäufer organisiert, oder Kunde holt die Ware persönlich ab.

Durch Auktionshaus organisiert, oder Kunde holt die Ware persönlich ab.

Identität der Käufer und Verkäufer

Sind dem Auktionshaus persönlich bekannt.

Keine sichere Überprüfung der Identität.

Sind dem Auktionshaus persönlich bekannt. Überprüfung der Identität von Käufern und Verkäufern erfolgt elektronisch mittels Risikomanagement-Verfahren, meist durch Prüfungsunternehmen wie TÜV SÜD zertifiziert.

Vorschuss für die Einlieferung

Je nach Art und Wert der Ware wird dem Verkäufer im Regelfall ein verzinslicher Vorschuss gewährt.

Nicht anwendbar

Je nach Art und Wert der Ware wird dem Verkäufer im Regelfall ein verzinslicher Vorschuss gewährt. Der Zinssatz ist auf der Webseite des Auktionshauses einsehbar.

Provisionen/Kommissionen

Wird in der Regel sowohl dem Einlieferer, als auch dem Bieter (Käufer) berechnet. Kann aber auch unterschiedlich abweichen und wird je nach Auktionshaus unterschiedlich gehandhabt.

Wird in der Regel nur dem Verkäufer berechnet.

Käufer und Verkäufer bezahlen unterschiedliche Gebühren, der Tarif ist auf den Webseiten der Auktionshäuser einsehbar.

Zahlungsabwicklungen

Durch Auktionshaus als Treuhänder (anonym)

Meist direkte Abwicklung zwischen Käufer und Verkäufer, sonst im elektronischen Zahlungsverkehr, z. B. per Paypal oder Visa Inc., Mastercard, American Express oder Diners Club

Durch Auktionshaus als Treuhänder, überwiegend im elektronischen Zahlungsverkehr, z. B. per Paypal oder Visa Inc., Mastercard, American Express oder Diners Club

Reklamationen

Durch Auktionshaus vermittelt, überprüft und geschlichtet (anonym). Wenn Auktionshäuser im Auftrag arbeiten, ist eine direkte Bekanntgabe des Einlieferers auf Verlangen jederzeit möglich, aber in der Regel nicht üblich.

Meist direkte Abwicklung zwischen Käufer und Verkäufer

Durch Auktionshaus vermittelt, überprüft und geschlichtet (anonym). Zertifizierung des Schlichtungsprozesses durch Prüfungsunternehmen wie TÜV SÜD oder Trusted Shops.

Als wichtigste Aufgaben eines traditionellen Auktionshauses gelten die fachlich fundierte und angemessene Beschreibung und Dokumentation der Ware sowie die treuhänderische Abwicklung des Handelsgeschäftes.

Traditionelle Auktion

Vorbereitung

Einlieferung

Den gesamten Posten aller einzelnen Teile, die zu einer Auktion versteigert werden soll, nennt man Einlieferung und denjenigen, der die Ware dem Auktionshaus zur Versteigerung überlässt, nennt man entsprechend Einlieferer.

In der Regel wird zwischen dem Verkäufer (Einlieferer) und dem Auktionshaus eine Vereinbarung getroffen, eine Sammlung oder einen Teil einer Sammlung zu verkaufen. Das Zustandekommen einer solchen Vereinbarung kann sehr verschieden erfolgen:

Es handelt sich um einen Nachlass, und die Erben versuchen die Sammlung zu verkaufen.
Ein Sammler will sich von einem Teil seiner Sammlung lösen.
Ein Händler versucht, einen besonderen Posten optimal zu verkaufen.
Das Auktionshaus selbst wirbt einen Verkäufer.

Je nach Auktionssparte, Auktionshaus und Wert der eingelieferten Ware kann bei manchen Einlieferungen dem Einlieferer ein Vorschuss auf den zu erwartenden Verkauf gewährt werden. Solche Vorschüsse, alle anfallenden Zinsen, Prüfspesen und andere Kosten, werden genauestens dokumentiert und bei der späteren Abrechnung nach der Auktion mit dem beim Verkauf erzielten Ertrag aufgerechnet.

Traditionelle Auktionshäuser veranstalten meist eine gewisse Anzahl von Auktionen im Jahr, bei denen Objekte aus verschiedenen Sparten (z. B. Porzellan, Möbel, Schmuck, Münzen, Gemälde usw.) angeboten werden, andere halten gesonderte Auktionen für einzelne Sparten ab oder sind generell auf eine bestimmte Ware spezialisiert. Mitunter werden aber auch besondere Auktionen veranstaltet, wenn etwa eine bestimmte Sammlung aufgelöst oder das Inventar eines ganzen Schlosses versteigert wird. Damit ist oft auch ein besonderer Werbeeffekt verbunden, wenn es sich um eine bekannte Sammlung handelt, zudem kann die nachweisbare Herkunft aus einer solchen den Wert des einzelnen Objekts erhöhen. Andererseits kann es aus Sicht des Auktionshauses auch sinnvoll sein, eine große Sammlung ähnlicher Objekte bewusst nicht auf einmal zu veräußern, damit kein Überangebot entsteht, das zu niedrigeren Preisen führen kann.

Üblicherweise finden traditionelle Auktionen in den Räumen des Auktionshauses statt, wo auch die zu versteigernden Objekte gelagert werden und vorher besichtigt werden konnten. Eine Auktion (und Vorbesichtigung) kann aber auch an einem anderen Ort stattfinden, z. B. wenn das Inventar einer Firma versteigert wird – etwa große Maschinen oder umfangreiche Warenbestände, die nicht demontiert bzw. transportiert werden können.

Material sichten und prüfen

Das eingelieferte Material wird von Fachexperten im Auktionshaus grob sortiert, detailliert gesichtet und geprüft. Dieser Vorgang kann in einem oder mehreren Schritten erfolgen. Anhand der Einschätzung der Experten wird die Entscheidung getroffen, wie das Material für die Auktion in Lose (auch Lot, Konvolut) aufgeteilt wird.

Ebenfalls in den Zusammenhang der Materialprüfung gehört die Recherche der Herkunft. So sollte bei verdächtigen Objekten eine Überprüfung durchgeführt werden, um eventuelles Diebesgut auszuschließen. Hierzu werden etwa einschlägige Datenbanken wie das Art-Loss-Register durchsucht. Im Bereich von Kunst und Antiquitäten kann eine Untersuchung notwendig sein, ob die Provenienz einen Hinweis darauf geben könnte, dass es sich vielleicht um Raubkunst handelt.

Material beschreiben

Teilweise wird bei besonders wertvollen Losen von einem externen Sachverständigen ein Prüfzertifikat oder eine Expertise angefertigt, die der Ware beigelegt wird. Je nach Renommee des Experten kann besonders bei Kunstwerken der Wert durch ein positives Gutachten z. B. des maßgeblichen Experten für einen bestimmten Künstler, ganz erheblich gesteigert werden.

Bei der Philatelie z. B. existieren sehr umfangreiche Kataloge, in denen Objekte beschrieben und teilweise bewertet werden. Beispiele solcher Kataloge sind der deutsche Michel-, der Schweizer Zumstein- oder der amerikanische Scott-Katalog. Bei Briefmarken oder Münzen ist die Erstellung solcher Kataloge möglich, weil die einzelnen Objekte meist keine absoluten Einzelstücke sind, bei Kunstwerken oder Antiquitäten handelt es sich dagegen in der Regel um Unikate deren Vergleich nur bedingt möglich ist. Für bestimmte Antiquitätengattungen (z. B. Möbel, Uhren oder Spielzeug) gibt es jedoch ebenfalls gedruckte Kataloge bei denen aber immer berücksichtigt werden muss, ob das zu bewertende Objekt tatsächlich mit dem im Katalog aufgeführten vergleichbar ist. Zudem existieren verschiedene Online-Preisdatenbanken die ebenfalls Auktionsergebnisse enthalten.

Die endgültige Bewertung der Ware übernimmt aber auch bei Gebieten, auf denen Kataloge vorliegen, stets ein Prüfer individuell. Er kann zudem beurteilen, ob bei früheren Auktionen für vergleichbare Objekte erzielte Preise als realistisch gelten können oder lediglich durch besondere Umstände (z. B. zwei Interessenten die sich gegenseitig immer wieder überboten haben) zu Stande gekommen sind. Auch zwischenzeitliche Marktveränderungen müssen berücksichtigt werden, da auch Kunst- und Antiquitätenmarkt in gewisser Weise von Moden geprägt sind die dazu führen, dass ein vor längerer Zeit gezahlter Preis heute unter Umständen nicht mehr realisierbar ist (oder umgekehrt).

Die Experten und Prüfer untersuchen das Material nach allen Auffälligkeiten und beschreiben nicht nur den Ursprung, sondern auch den Erhaltungszustand nach vorgegebenen Richtlinien. Oft werden auch die Prüfzertifikate als Grundlage für die Beschreibung der Ware im Auktionskatalog verwendet. Manche Auktionshäuser erstellen auf Anfrage auch gesonderte Zustandsberichte für einzelne Lose, die über die Angaben im Katalog hinausgehen. Wegen des Aufwandes ist dies aber meist nur für hochpreisige Objekte möglich.

Aufgrund der Beschreibung und dem Vergleich mit ähnlicher Ware geben die Experten einen mindestens zu erzielenden Schätzpreis ab. Hierbei werden in der Regel auch die Vorstellungen des Einlieferers berücksichtigt, allerdings gehört es auch zu den Aufgaben des Auktionshauses ihn über einen realistischen Preis zu informieren und überzogene Vorstellungen zu korrigieren. Dieser realistische Preis gilt als Grundlage für den Preis im Auktionskatalog, den man oft auch als Ausruf, Rufpreis oder auch Katalogpreis bezeichnet.

Bei Kunstauktionen wird oft nur eine Auktion für Teilgebiete abgehalten, so dass sich eine Einlieferung oft auf mehrere unterschiedliche Auktionen verteilt.

Katalogproduktion

Auktionshinweis an einer zu versteigernden baufälligen Immobilie in Rochlitz

Der Auktionskatalog gilt als die Visitenkarte eines Auktionshauses. Um diesen zu erstellen, ist sehr viel Aufwand notwendig. Es wird nicht nur die gesamte Ware so genau wie möglich beschrieben, sondern oft müssen die einzelnen Objekte auch im Katalog abgebildet werden. Auch hierzu bedienen sich renommierte Auktionshäuser Experten. In der Philatelie z. B. ist die Farbtreue zwischen dem Original und der Abbildung oft eine große Herausforderung. Je nach Lichtverhältnissen und Materialbeschaffenheit können völlig falsche Farben im Auktionskatalog erscheinen. Eine weitere Herausforderung der Katalogproduktion ist manchmal auch die große Anzahl der Auktionslose und Abbildungen in einem Katalog. Je nach Größe und Art der Auktion müssen bis zu 12.000 Lose in einem einzigen Katalog dargestellt werden. Bei Kunstauktionen ist die Anzahl der Lose jedoch oft sehr viel kleiner, wobei es aber auch hier Ausnahmen gibt, wie die legendäre Tek-Sing-Auktion im Stuttgarter Auktionshaus Nagel im November 2000 zeigte.

Mittlerweile ist es üblich geworden, dass auch traditionelle Auktionshäuser ihr Angebot zusätzlich zum gedruckten Katalog im Internet präsentieren. Oft entspricht dieser Online-Katalog dem gedruckten, manchmal geht er jedoch auch darüber hinaus, etwa durch zusätzliche Bilder. Vor allem bei kleineren Auktionshäusern, die weniger Aufwand für ihren gedruckten Katalog betreiben können, ist dies der Fall. Zudem gibt es Internet-Portale, über die alle aktuellen Online-Kataloge gezielt durchsucht werden können, so dass Sammler auch Kenntnis von Angeboten räumlich weit entfernter, kleinerer Auktionshäuser erlangen können.

Zirkulare bzw. Katalogbestellungen

Manche Auktionshäuser betreiben einen sehr großen Aufwand für die Erstellung von Auktionskatalogen. Diese dienen nicht selten auch als Grundlage für die Dokumentation von historischen Gegenständen, da die versteigerten Objekte nach dem Verkauf oft (z. B. in einer Privatsammlung) nicht mehr zugänglich sind, der Katalog erhält somit auch einen wissenschaftlichen Wert. Da viele Sammler und Kunstinteressierte Interesse an solchen oft einmaligen historischen Dokumentationen haben, diese jedoch nicht unbedingt an der Auktion teilnehmen wollen oder können, haben sich einige der führenden Auktionshäuser dazu entschlossen, für ihre Auktionskataloge eine Gebühr zu verlangen.

Ein Nebeneffekt ist, dass die Exklusivität der Auktionskataloge deutlich gestiegen ist und diese inzwischen bereits selbst zum begehrten Gegenstand vieler Sammlungen geworden sind. Oft erhält nur ein ausgewählter Teil der Kunden eines Auktionshauses einen Katalog gratis. Alle anderen bekommen ein Zirkular zugesandt, das mit einem Bestellschein für den Auktionskatalog zu vergleichen ist. Wenn Zirkulare versendet werden, dann geschieht dies lange vor der Katalogproduktion, um die Auflage besser abschätzen zu können.

Besichtigung des Materials

Vor jeder Auktion steht die Ware im Auktionssaal zur Besichtigung zur Verfügung. In den meisten Auktionshäusern werden feste Besichtigungszeiten für das Auktionsgut angeboten die in der Regel einige Tage vor der Versteigerung liegen, je nach räumlichen Gegebenheiten kann die Ware mitunter auch bis kurz vor dem Aufruf noch besichtigt werden. Bei Ware die nicht im Auktionshaus selbst gelagert werden kann (z. B. Fahrzeuge oder große Maschinen) muss für die Besichtigung meist ein gesonderter Termin vereinbart werden.

Besonders kostbare, empfindliche und/oder diebstahlgefährdete Ware ist aus Sicherheitsgründen oft in Vitrinen ausgestellt wird oft nur nach Vorlage von Ausweisdokumenten oder der Registrierung als Bieter zur genaueren Prüfung herausgegeben. Manchmal erhält der Interessent dann schon vor der Auktion eine Bieternummer, nur mit einer gültigen Nummer wird ihm die Ware zur Besichtigung ausgehändigt. Gleichzeitig wird für jedes besichtigte Los die Bieternummer dokumentiert, um im Fall einer Beschädigung oder sogar eines Diebstahls den Verursacher leichter ausfindig zu machen.

Oft übernehmen auch Kommissionäre die Aufgabe der Besichtigung. Sie werden von einem Interessenten beauftragt, die Ware zu prüfen und diese gegebenenfalls dann auch zu ersteigern. Dies ist zweckmäßig, da Kommissionäre oft Fachleute sind. Sie prüfen den Wert der Ware für den Bieter und können dann aufgrund ihrer Einschätzung eine Gebotsempfehlung abgeben. Ersteigert ein Kommissionär die Ware für seinen Auftraggeber, kann dieser anonym bleiben.

Bei Spitzenobjekten die von international tätigen Auktionshäusern angeboten werden ist es manchmal üblich das betreffende Stück vorher in verschiedenen Ländern in der Filiale des betreffenden Auktionshauses zu zeigen, wegen des großen Aufwandes geschieht dies jedoch nur bei Objekten im allerobersten Preissegment[1]. Solche Präsentationen sind allerdings auch eine Werbemaßnahme des Auktionshauses.

Bieter

Um bei einer Auktion mitbieten zu können, müssen sich Bieter registrieren lassen, in einigen Fällen (siehe oben) auch schon bei der Besichtigung bestimmter Objekte. In vielen Auktionshäusern ist es mittlerweile üblich, dass zur Registrierung ein Ausweisdokument (Personalausweis, Reisepass) vorgelegt bzw. (bei schriftlichen oder Telefongeboten) in Fotokopie zugesandt werden muss. Manchmal wird auch die Angabe eines anderen Auktionshauses verlangt bei dem der potentielle Bieter bereits Kunde ist um ggf. Erkundigungen einziehen zu können. Auf diese Weise sollen Auktionshaus und Einlieferer vor Bietern geschützt werden, die Objekte ersteigern, aber nicht zahlen, sodass die Gegenstände erneut angeboten werden müssen.

Saalbieter

So werden die Bieter genannt, die persönlich an einer Auktion teilnehmen. Oft werden diese aber dennoch während der Auktion von einem Kommissionär oder Beauftragten vertreten, um ihre Anonymität zu wahren und damit den künftigen Aufenthaltsort der ersteigerten Ware vor der Öffentlichkeit zu verschleiern. Tritt der Beauftragte dabei in eigenem Namen auf, ist dem Auktionator in der Regel der eigentliche Erwerber zwar theoretisch unbekannt, jedoch werden gerade in Sammlerkreisen solche Beauftragten recht schnell bekannt, was dann auch wieder einen Rückschluss auf den eigentlichen Erwerber zulässt.

Telefonbieter

Viele Auktionshäuser, vor allem in der Kunstbranche, bieten dem Kaufinteressenten die Möglichkeit, die Auktion (oder den für ihn relevanten Teil davon) am Telefon mitzuverfolgen und telefonisch mitzubieten. In der Regel ruft das Auktionshaus den Bieter an, sobald das ihn interessierende Los in der Auktion erreicht ist. Der Interessent wird dann wie ein im Saal Anwesender in den Bietvorgang einbezogen, jeweils über die Höhe der Gebote informiert und gefragt, ob er weiter mitbieten will.

Dies ist vor allem für Bieter interessant, die sonst weit anreisen müssten. Zudem bleibt die Anonymität des Käufers gewahrt, was vor allem bei besonders wertvollen Losen sinnvoll ist. Wegen des Aufwands bieten diesen Service aber nicht alle Auktionshäuser an, da Fachpersonal eingesetzt werden muss, oft auch mit Fremdsprachenkenntnissen. Außerdem beeinträchtigt diese Form der Auktionsbeteiligung in der Regel auch den sonst flüssigen und schnellen Auktionsablauf. Durch die Präsentation der Auktionskataloge im Internet hat die Nachfrage nach telefonischem Mitbieten in den letzten Jahren stetig zugenommen. Heute ist die überwiegende Mehrzahl der Kunstauktionshäuser darauf vorbereitet. Um den Auktionsablauf dennoch nicht zu behindern, wird dieser Service meistens nur für wertvolle Objekte, z. B. ab einem bestimmten Mindestpreis, angeboten; oft steht auch nur eine begrenzte Zahl von Telefonplätzen zur Verfügung so dass die Zahl der gleichzeitigen Telefonbieter begrenzt ist. Manchmal wird auch verlangt, dass Telefonbieter zusätzlich ein schriftliches “Reservegebot” abgeben, das nur berücksichtigt wird wenn die Telefonverbindung nicht zu Stande kommt oder abbricht.

Internet-Bieter

Neuerdings bieten viele Auktionshäuser die sogenannte „Live Auction“ an. Bei diesem Verfahren können Bieter aus der ganzen Welt bequem von zuhause aus ihre Gebote bei einer Auktion über das Internet abgeben. Diese werden dann von einem oder mehreren Mitarbeitern des entsprechenden Auktionshauses an den Auktionator weitergegeben, der das Gebot dann in die Auktion einbringt. Anders als feste schriftliche Gebote, die lediglich über das Internet vor der Auktion übermittelt werden, hat der Bieter bei der Live-Auktion die Möglichkeit, nachzubieten, sollte er überboten werden.

Auch bei diesem Verfahren bleibt die Anonymität des Bieters gewahrt. Auch sind Onlinegebote deutlich einfacher zu organisieren als Telefongebote. Dennoch können auch diese Online-Gebote den Ablauf einer Auktion verzögern.

Schriftliche Gebote

Viele traditionelle Auktionshäuser bieten die Möglichkeit, schriftlich an einer Auktion teilzunehmen, ohne persönlich bei der Auktion zu erscheinen. Dazu übergibt man dem Auktionshaus eine Aufstellung aller Lose, für die man bieten möchte, und dem höchsten möglichen Preis, den man bereit ist dafür zu bezahlen. Das Auktionshaus übernimmt dann die Funktion eines Treuhänders oder Bietagenten. Das bedeutet, dass immer im Sinn für den Bieter versucht wird, den günstigsten Preis zu erzielen. Jedoch kann ein schriftliches Gebot von anderen Bietern im Auktionssaal oder aber auch von anderen schriftlichen Bietern überboten werden. Ob das der Fall ist, erfährt man im Gegensatz zu den Online-Auktionen jedoch erst, wenn das Los im Auktionssaal aufgerufen wird. Bis dahin darf einzig und allein das Auktionshaus Kenntnis von den schriftlichen Geboten haben und muss darüber absolute Geheimhaltung bewahren. Liegen für ein Los zwei oder mehr gleich hohe schriftliche Gebote vor (und es erfolgen keine weiteren z. B. im Saal) so erhält das zuerst abgegebene den Zuschlag.

Bereits vor der Auktion, aber auch während der Auktion, die sich teilweise über mehrere Tage hinziehen kann, können schriftlich Gebote abgegeben werden. Bei vielen Auktionshäusern können schriftliche Gebote nicht nur per Post oder Fax, sondern auch über das Internet abgegeben werden, diese Möglichkeit ist aber zu unterscheiden von Online-Live-Geboten (siehe unten), bei denen der Bieter unmittelbar in der Auktion bietet.

Schriftliche Gebote können zwei besondere Merkmale enthalten:

Gebote mit einem Maximal-Limit:
Wenn ein Bieter für mehrere Lose schriftlich bietet, kann er davon ausgehen, dass er nicht für jedes Los der Höchstbietende ist und für sein Maximalgebot auch den Zuschlag erhält. Daher hat er bei vielen Auktionshäusern die Möglichkeit mitzuteilen, wie viel er maximal in einer Auktion ausgeben möchte. Gleichzeitig kann er jedoch für ein Vielfaches dieses Limits über mehrere Lose hinweg bieten. Es ist dann die Aufgabe des Auktionshauses, darüber zu wachen, dass das maximale Limit des Bieters nicht, oder zu einem vorher vereinbarten Maximum überschritten wird. Es werden ihm nur so viele Lose zugeschlagen, bis das Budget des Bieters aufgebraucht ist, oder alle seine Gebote abgearbeitet sind.
Oder-Gebote:
Manchmal werden mehrere Lose angeboten, die eigentlich gleich sind. Ein Sammler möchte oft aber nur eines dieser Lose haben. Er kann dann bei vielen Auktionshäusern auch schriftlich für alle diese Lose bieten und dem Auktionshaus mitteilen, dass er aber nur eines der Lose haben möchte. Sobald dem Bieter eines der Lose zugeschlagen wird, ist das Auktionshaus verpflichtet, alle weiteren Gebote dieser „Oder-Serie“ zu verwerfen.

Auktionsführung

Hier gibt es heute verschiedene Systeme. In vielen Auktionshäusern heute noch üblich ist das ausgedruckte Auktionsbuch, in dem neben den Losdaten, wie Ausruf bzw. Schätzpreis, dem Einlieferer, Anmerkungen auch schriftliche Gebote enthalten sind. Ebenso werden in dieses Auktionsbuch auch die Zuschläge mit der jeweiligen Bieternummer eingetragen. Ein Problem dieser Auktionsführungen stellen die „Oder-Gebote“ und die Maximal-Limits eines Bieters für die Auktion dar. Um dies zu gewährleisten, ist nicht selten ein erheblicher Überwachungsaufwand notwendig. Eine Lösung ist der vernetzte Auktionstisch, bei dem diese Überwachung automatisch stattfindet. Zudem können beim vernetzten Auktionstisch auch noch Gebote bis kurz vor dem Aufruf schriftlich abgegeben werden. Ebenso werden die Zuschläge sofort erfasst und können, noch während die Auktion läuft, schon im Hintergrund zur Auslieferung vorbereitet werden, um eine zügige Bezahlung und Aushändigung der Ware zu erreichen. Große Auktionshäuser bieten auch während der Auktion die Möglichkeit einer Anzeige mit der Umrechnung auf Fremdwährungen.

Die Versteigerungsbedingungen

Die Versteigerungsbedingungen müssen während der Auktion für jedermann zugänglich sein und auch im Auktionssaal ausliegen. In der Regel sind die Versteigerungsbedingungen bereits im Auktionskatalog abgedruckt. Ebenso ist der Auktionator verpflichtet, vor der Auktion auf die Versteigerungsbedingungen und deren Zugänglichkeit hinzuweisen, er muss diese Versteigerungsbedingungen auch bei sich haben.

Anwesenheit eines Beamten bei Auktionen in der Schweiz

In der Schweiz ist es üblich bzw. Pflicht, dass bei einer Auktion ein Stadtbeamter anwesend ist. Dieser dokumentiert unabhängig vom Auktionshaus die Auktion im Saal und kann bei Streitfragen schlichtend einschreiten. In Deutschland ist diese amtliche Auktionsbegleitung unüblich.

Zuschlag

Ein Los wird solange ausgerufen, bis sich kein höheres Gebot findet. Dabei hält sich der Auktionator an vorher festgelegte Steigerungsstufen, die ab der Höhe des Ausrufes erfolgen. Es können auch höhere Gebote im Saal ausgesprochen werden, ab denen dann die weitere Steigerung fortgesetzt werden. Liegen schriftliche Gebote vor, wird ein Auktionator den Ausruf im Saal an die höchste Steigerungsstufe der schriftlichen Gebote anpassen. Das bedeutet bei Geboten über dem veröffentlichten Ausruf, eine Steigerungsstufe über dem zweithöchsten Gebot, sofern dieses nicht das schriftliche Höchstgebot übersteigt, ansonsten erfolgt der Ausruf zum schriftlichen Höchstgebot. Das höchste schriftliche Gebot wird solange gegen den Saal geboten, bis entweder im Saal ein höheres Gebot abgegeben wird oder das schriftliche Höchstgebot den letzten ausgerufenen Preis im Saal übersteigt. Der Auktionator übernimmt im Fall der schriftlichen Gebote die Funktion eines Bietagenten. Liegen zwei gleich hohe schriftliche Höchstgebote vor, so erhält bei manchen Auktionatoren dasjenige den Zuschlag, das zuerst abgegeben wurde, andere Auktionatoren bedienen sich eines Zufallsentscheides zum Beispiel durch den ersten Zuruf aus dem Publikum. Die Art und Weise des Zuschlags kann unterschiedlich erfolgen. Bei Auktionen mit geringen Stückzahlen wird das letzte Gebot bis zu dreimal ausgerufen und mit dem Klopfen des Auktionshammers abgeschlossen. Bei sehr umfangreichen Auktionen wird auch schon mal auf diese Form verzichtet und einfach nur nachgefragt, ob niemand mehr höher bieten möchte. Der Zuschlag wird bei traditionellen Auktionen immer mit einem Klopfen des Auktionshammers abgeschlossen.

Unter Vorbehalt der Nachprüfung

Dies bedeutet, dass eventuell einem Bieter oder Bietagenten während der Besichtigung eines Loses mögliche Ungereimtheiten aufgefallen sind und er dieses Los noch einmal von einem Fachmann genauer unter die Lupe nehmen lassen möchte. Dadurch soll geprüft werden, ob mit der Ware alles in Ordnung ist, bzw. der geschätzte Preis, zu dem ein Los aufgerufen wird, auch wirklich dem entspricht, was es tatsächlich wert ist. Manchmal können Manipulationen an einem Los nicht gleich auf Anhieb erkannt werden, die u. U. den tatsächlichen Wert deutlich mindern würden, bzw. sogar die Echtheit in Frage stellen. In diesem Fall informiert er das Auktionshaus darüber. Sofern sein Einwand auch aus Sicht des Auktionshauses berechtigt ist, wird dann das Los im Auktionssaal, „unter Vorbehalt der Nachprüfung“ ausgerufen und zugeschlagen. Der Auktionator muss dies in solchen Fällen vor Ausruf eines solchen Loses im Auktionssaal ankündigen und alle anwesenden Bieter über den Einwand informieren. Stellt sich im Nachhinein tatsächlich heraus, dass mit dem Los etwas nicht stimmt, und die Höhe des Ausrufes ungerechtfertigt bzw. zu hoch angesetzt war, wird der Zuschlag nachträglich wieder zurück-, und das Los im Nachhinein aus der Auktion wieder herausgenommen.

„Wie es ist“

Wird während der Besichtigung berechtigt der Zustand oder der Wert eines Loses bemängelt, haben die Auktionshäuser auch die Möglichkeit, ein Los zu verkaufen, „wie es ist“. In solchen Fällen wird, sofern der Einlieferer darüber informiert wurde und dem zustimmt, oft der angesetzte Ausruf verworfen und die anwesenden Bieter können ihre Gebote auch unter dem vorher festgesetzten Ausruf abgeben. In jedem Fall muss der Auktionator dies vor Ausruf eines solchen Loses im Auktionssaal ankündigen und alle anwesenden Bieter über den Einwand und die festgestellten Hintergründe informieren. In diesem Fall werden alle schriftlichen Gebote auf dieses Los verworfen, da die Beschreibung im veröffentlichten Auktionskatalog falsch ist und schriftliche Bieter ihre Gebote unter falschen Voraussetzungen abgegeben haben.

Unter Vorbehalt der Zustimmung

Manchmal findet sich kein Bieter, der bereit ist, ein Los zum ausgerufenen Wert (Ausruf bzw. Schätzpreis) zu erwerben. Sofern ein Auktionshaus die Möglichkeit bietet, auch Gebote unter dem Ausruf abzugeben, dann aber das Höchstgebot immer noch eine bestimmte Differenz überschreitet, kann ein Auktionator auch ein Gebot „unter Vorbehalt“ (UV) annehmen. Ob dies möglich ist, wird in den individuellen Versteigerungsbedingungen des Auktionshauses festgelegt. In solchen Fällen werden zwar das Höchstgebot und der Bieter im Auktionssaal erfasst, das Los gilt aber dennoch nicht als zugeschlagen. Erst wenn der Einlieferer einem solchen Zuschlag zustimmt, gilt das Los als verkauft. Man nennt solche Lose auch UV-Lose.

Zuschlag von schriftlichen Geboten nach der Auktion

Je nach Auktionsführung kann es sein, dass Gebote auf Lose, die nicht im Auktionssaal aufgerufen wurden, weil im Saal kein Interesse für diese Lose bestand, erst noch zugeschlagen werden müssen. Dieses Verfahren entspricht zwar nicht ganz dem Prinzip eines traditionellen Auktionshauses, ist aber bei Auktionen mit großen Stückzahlen manchmal notwendig, um den Auktionsverlauf im Saal nicht allzu sehr in die Länge zu ziehen. Als Beispiel können hier Briefmarken- oder Ansichtskartenauktionen aufgeführt werden, bei denen in der Regel mehrere tausend Lose, manchmal auch über 10.000, angeboten werden. Der Zuschlag kann entweder manuell vom Auktionator, oder automatisiert vom Auktionssystem erfolgen.

Nach der Auktion

Rechnungsstellung und Versand der Ware

Nach der Auktion, sobald die letzten Gebote zugeschlagen wurden, werden den schriftlichen Bietern ihre zugeschlagenen Lose in Rechnung gestellt. Der Versand der Ware erfolgt üblicherweise nach Zahlungseingang. In manchen Fällen, wenn ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen dem Auktionshaus und dem Bieter besteht, wird die Ware auch gleich mit der Rechnung zugesendet. Neben dem Zuschlag wird dem Bieter noch eine Provision, auch Kommission genannt, und je nach Versteigerungsbedingungen des Auktionshauses auch eine Losgebühr berechnet. Abhängig von der Art des Auktionshauses, also ob das Auktionshaus im eigenen Namen, oder im Auftrag arbeitet und abhängig von wem das Los stammt, kommt noch zusätzlich die anfallenden Mehrwertsteuer auf das Los dazu. Die Summe der oben genannten Aufschläge wird in Deutschland üblicherweise als Aufgeld bezeichnet. Daher müssen Bieter bei der Abgabe eines Gebotes berücksichtigen, dass sich der zu zahlende Endpreis noch um das Aufgeld erhöht. Bei wenigen Auktionshäusern ist das Aufgeld jedoch schon im Mindestpreis bzw. jeweiligen Gebot enthalten, so dass der Bieter nur den gebotenen Betrag zahlen muss (abgesehen von Kosten für Transport o. Ä.).

Die steuerliche Berechnung kann in der Praxis in Deutschland von Auktionshaus zu Auktionshaus unterschiedlich gehandhabt werden:

Versteigerung im eigenen Namen:
Da es sich bei vielen versteigerten Artikeln um Ware handelt, die man als Kulturgut bezeichnet, fällt auf die Lose selbst in der Regel der ermäßigte Steuersatz an. Die Leistungen des Auktionshauses wiederum werden mit dem Normalsatz der Umsatzsteuer berechnet. In einigen Fällen wird der ermäßigte Steuersatz aber auch auf die gesamte Rechnung des Auktionshauses angewendet. Andere wiederum splitten die Rechnung auf und berechnen unterschiedliche Sätze.
Versteigerung im Auftrag:
Diese Form der Versteigerung ist für ein Auktionshaus mit der aufwendigsten Abrechnungsform verbunden, sofern das Auktionshaus international agiert. Hierbei kommt es aus steuerlicher Sicht zu einem direkten Geschäftsverhältnis zwischen dem Einlieferer und dem Bieter/Käufer. Abhängig davon, ob der Einlieferer gewerblich handelt oder die Ware von privat verkauft, wird dem Bieter die Umsatzsteuer berechnet. Ebenso werden die Importumsatzsteuer bei gewerblichen Einlieferern aus Drittländern (Nicht EU), bzw. die Einfuhrspesen und die Umsatzsteuer auf diese weiterberechnet. Die Umsatzsteuer auf die Provision und sonstige Gebühren des Auktionshauses fallen immer an, da die Geschäftsabwicklung und damit diese Leistung in Deutschland erbracht werden. Händler aus EU-Ländern werden in der Regel ihre Ware nicht direkt anbieten. Da das Geschäft in Deutschland abgewickelt wird, würden sie dann auch in Deutschland steuerpflichtig, d. h., sie müssten hier eine eigene Steuernummer beantragen und eine Steuererklärung abgeben. Daher liefern EU-Händler dann meistens über einen deutschen Händler ein, womit dann die Regelung eines Deutschen Händlers zum Tragen kommt.
Umgekehrt gilt die Regelung auch für die Bieter im Ausland. Je nach dem, woher der Bieter kommt, bzw. wohin die Lose geliefert werden, kann die Mehrwertsteuer auf die Lose entfallen. So z. B. für gewerbliche Ware aus dem Inland und der EU, die an einen gewerblichen Käufer in der EU mit einer EU-Umsatzsteuer-ID geht oder die in ein Drittland (Nicht-EU) exportiert wird. Käufer aus Drittländern, die ihre Ware selbst abholen, sind grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig, können aber bei Rücksendung eines Ausfuhrbeleges die Mehrwertsteuer für die Lose im Nachhinein wieder gutgeschrieben und ausgezahlt bekommen. Stammt die Ware, die ein Drittland-Kunde erwirbt, selbst aus einem Drittland, so fallen für ihn sowohl die Einfuhrsteuern und Zölle, als auch die Ausfuhrkosten an. Dem wiederum begegnen einige Auktionshäuser mit einem Zolllager, bei dem die Ware offiziell erst dann nach Deutschland eingeführt wird, wenn die Ware nach Deutschland oder in die EU verkauft wird. Ebenso wird die Berechnung der Einfuhrspesen von den Zollämtern unterschiedliche gehandhabt. Einige setzen für die Berechnung der Einfuhrumsatzsteuer den Schätzwert an, der später auch im Katalog als Ausruf erscheint, da diese sofort abgeführt werden muss. Andere bestehen als Berechnungsgrundlage auf den Betrag des erst später erfolgten Zuschlags. Liefert ein Drittlandkunde die Ware persönlich im Auktionshaus ein, gilt diese als Inlandsware.
Aus diesen Gründen erfolgt die steuerliche Berechnung auf einer einzigen Bieter-Rechnung in der Regel für jedes Los gesondert.

Kurzum: in der steuerlichen Regelung besteht in Deutschland kein einheitlicher Konsens, was vermutlich auch daran liegen mag, dass die steuerliche Überprüfbarkeit je nach Art und Umfang einer Versteigerung kaum noch nachvollziehbar ist und in der Praxis nahezu undurchführbar wird, bzw. zu kompliziert und zu aufwendig ist. Zurzeit wird darüber diskutiert, ob man für international agierende Auktionshäuser die Differenzbesteuerung einführen soll. Wie dann allerdings eine Umsatzsteuerprüfung vonstattengehen soll und was dann letztlich mit welchem Aufwand geprüft wird, ist mehr als nur fraglich. Man darf daher auch in Deutschland von einem gewissen steuerlichen Chaos sprechen, auch wenn dies viele Finanzbeamte nicht wahr haben wollen. Fragt man sie dann aber konkret und gezielt nach bestimmten Fallbeispielen, geben die meisten über kurz oder lang auf und suchen nach einer tragbaren Lösung für eine individuelle steuerliche Abrechnungsform oder verweisen auf das Bundesfinanzministerium. Daher kommen auch die vielen verschiedenen Abrechnungssysteme bei deutschen Auktionshäusern.

Reklamationen

Ist ein schriftlicher Bieter nach Erhalt der Ware nicht mit deren Zustand einverstanden oder will die Ware doch nicht haben, kann er bei der Versteigerung nach § 156 BGB in Deutschland nicht wie bei einem Fernabsatzvertrag die Ware gemäß den Regelungen des BGB §§ 312 ff., 355 ff. zu Fernabsatzverträgen wieder zurücksenden. Kommt es zu einem Streitfall, versucht daher immer zuerst das Auktionshaus, die Angelegenheit zu schlichten. Sollte dies nicht möglich sein, müssen sich die beiden Parteien (Einlieferer und Bieter/Käufer) direkt einigen und notfalls ihren Konflikt selbst vor den entsprechenden rechtlichen Instanzen austragen. Manchmal kann es auch aufgrund solcher Streitereien, je nach Sachlage und Situation, zur Sperrung einer der Parteien für künftige Auktionen kommen. Dies dann nicht selten auch bei anderen Auktionshäusern, sofern diese in einem Verband zusammengeschlossen sind und sich untereinander informieren.

Nachverkauf

Bei vielen Auktionshäusern ist heute ein Nachverkauf der unverkauften Lose, eine Zeit lang nach der Auktion, üblich. Viele Häuser veröffentlichen dazu extra sogenannte Rückloslisten oder bieten die Waren gleich in einem Online-Shop an. Der Preis richtet sich dabei entweder am Mindestgebot oder dem Ausruf. Oftmals wird ein fester prozentualer Anteil vom Ausruf abgezogen und dieser Preis dann als Verkaufspreis ausgegeben. Auch im Nachverkauf bleibt der Auktionator dem Einliefer verpflichtet und ist gehalten, den höchstmöglichen Preis zu erzielen.
Der Nachverkauf erfüllt nicht die Anforderungen der deutschen Rechtsprechung an die öffentliche Versteigerung. Darum gelten hier nicht die Privilegien der Versteigerung (Ausnahmen von den Regelungen des Fernabsatzes, Ausschluss der Gewährleistung, gutgläubiger Erwerb), außer die Geschäftsbedingungen des Auktionshauses legen eine andere Regelung ausdrücklich fest.

Einliefererabrechnung

Abhängig von den Versteigerungsbedingungen wird in einer definierten Zeit nach der Auktion die Abrechnung der verkauften Ware mit den Einlieferern durchgeführt. Von dem Zuschlag wird dem Einlieferer eine Kommission abgezogen. Ebenso ist es bei einigen Auktionshäusern üblich, dem Einlieferer eine zusätzliche Losgebühr oder Gebühren für die Abbildung im Auktionskatalog in Rechnung zustellen. Manche Auktionshäuser berechnen den Einlieferern auch ein Aufwandsgebühr für die nicht verkauften Lose. Dazu kommen noch die Versicherungsgebühren, die sich in der Regel an der Höhe des Ausrufes mit einem festen Prozentsatz orientieren. Von dieser Gutschrift werden dem Einlieferer auch noch angefallene Aufwendungen für Testate, Transportkosten oder gewährte Vorschüsse samt Zinsen abgezogen. Das sich daraus ergebende Restguthaben wird dann dem Einlieferer ausbezahlt oder mit anderen Rechnungen verrechnet. Für die Einliefererabrechnung gelten die gleichen Umsatzsteuerregelungen, wie sie weiter oben für die Bieterrechnungen beschrieben wurden. Je nach Art der Versteigerungsform kann diese ebenfalls sehr umfangreich und komplex aufgebaut sein (z. B. bei einer Versteigerung im Auftrag).

Unverkaufte Lose

Je nach Vereinbarung des Einlieferers mit dem Auktionshaus werden die unverkauften Lose entweder unmittelbar nach der Auktion oder nach Ablauf der Nachverkaufsphase an den Einlieferer zurückgegeben. In vielen Fällen verbleibt aber die Ware im Auktionshaus und wird in der nächsten Auktion wieder zu einem (möglicherweise) ermäßigten Wert erneut ausgerufen.

Als verbrannt gelten jene Objekte, welche häufig binnen weniger Monate mehrmals in Auktionen (womöglich auch verschiedener Auktionshäuser) eingereicht wurden und liegengeblieben sind. Ursache ist häufig eine anfänglich zu hohe Erwartung des Verkäufers, welche dann von potentiellen Käufern als (womöglich verdeckter) Mangel gedeutet wird. Ein marktüblicher Preis ist oftmals erst nach vielen Jahren wieder zu erzielen.

Allerdings gehört es auch zu den Aufgaben eines Auktionshauses, den Einlieferer über den erzielbaren Marktwert zu informieren und einen realistischen Ausrufpreis festzusetzen.

Lose, die trotz eines erfolgten Zuschlags bereits nach kurzer Zeit wieder in einer Auktion angeboten werden lösen ebenfalls Misstrauen aus. Hier entsteht der Verdacht, dass es einen verdeckten Mangel gibt den der Käufer entdeckt hat und das Objekt daher schnell wieder loswerden möchte. Auch erscheint es denkbar, dass unerlaubterweise ein vom Verkäufer (oder Einlieferer) beauftragter Lockvogel den Preis durch Gebote nach oben zu treiben versucht hatte, dabei aber ungewollt den Zuschlag erhalten hat so dass das Stück nun erneut angeboten wird.

Online-Auktion

Die Online-Auktion wird per Internet veranstaltet. Bekanntester Veranstalter von Online-Auktionen ist eBay; auch bekannt sind z. B. in Deutschland Hood.de und in der Schweiz ricardo.ch. Nach erfolgter Auktion gelangt die Ware in der Regel mittels Versand zum Kunden; bezahlt wird meist per Überweisung, per Nachnahme oder bar bei Abholung. Als Online-Auktion im weiteren Sinne gibt es auch sogenannte Dienstleistungsauktionen (z. B. MyHammer.de), unternehmensinterne Auktionen, Penny-Auktionen, Niedrigstpreis-Auktionen und Forderungsauktionen (versteigert werden titulierte Forderungen oder Forderungspakete).

Wegen der großen Anzahl von Online-Auktionshäusern und der daraus folgenden Unübersichtlichkeit hat sich auch ein breites Angebot an Dienstleistungen rund um diese Auktionsform gebildet. Dazu zählen Metasuchmaschinen für Angebotssuche, aber auch viele Serviceprogramme zum Offline-Erstellen von Angeboten und Auktionsverwaltung. Personen, die keinen eigenen Computer oder keine Zeit haben, selbst eine Internet-Auktion zu starten, können ihre Waren in speziellen Shops abgeben. Diese versteigern dann die Ware gegen Provision.

In Deutschland handelt es sich bei einer Online-Auktion nicht um eine Versteigerung im Sinne des § 156 BGB, sodass Verkäufer nicht unter den Schutz dieser Gesetzgebung fallen. Hierbei kann es zu Betrug zu Lasten gutgläubiger Käufer kommen.[2]

Siehe auch: Abbruchjäger

Internet-Live-Auktion

Die Internet-Live-Auktion ist eine von einem Auktionshaus über das Internet veranstaltete, behördlich autorisierte Versteigerung im Sinne des § 156 BGB und § 34b Gewerbeordnung (GewO), bei der alle Gebote in Echtzeit digital verarbeitet werden. Sie erfolgt nach dem Vorbild traditioneller Auktionen, eine Teilnahme im Sinne von § 156 BGB ist jedoch zusätzlich mittels Personal Computer, Notebook, Tablet PC und Smartphone möglich. Daher können sowohl im Saal anwesende als auch über das Internet angebundene Personen mitbieten.

Bekanntester Veranstalter von Internet-Live-Auktionen war die Auctionata AG in Berlin die Anfang 2017 Insolvenz anmelden musste[3]. Der Unterschied zu Online-Auktionen besteht u. a. in der gesetzlichen Absicherung der Versteigerung, sodass Käufer im Gegensatz zur typischen eBay-Auktion kein Widerrufsrecht gemäß Fernabsatzvertrag haben. Internet-Live-Auktionen werden von einem Auktionator geleitet und mittels Live-Stream über das Internet übertragen. Auch viele kleinere Auktionshäuser bieten (meist über ein Verbundportal) diesen Service an, so dass nicht nur Kunden im Saal, sondern auch Internetbieter an einer Versteigerung teilnehmen können.

Auftragsauktion

Die Auftragsauktion, auch Jobauktion oder Dienstleistungsauktion genannt, ist eine Form der Ausschreibung, bei der der Nachfrager eine Leistung beispielsweise von einem Handwerker erbracht haben möchte und einen Höchstpreis vorgibt. Anbieter der nachgefragten Leistung versuchen sich gegenseitig zu unterbieten, um an den Auftrag zu gelangen. Dadurch fallen die Gebote im Verlauf der Auktion – Auftragsauktionen sind Rückwärtsauktionen. Bei unternehmensinternen Auktionen bieten verschiedene Teileinheiten, um beispielsweise den Zuschlag für die Umsetzung eines Produktionsauftrags zu bekommen. Wird eine Auftragsauktion im Internet durchgeführt, spricht man von einer E-Reverse Auction.

Unterschiedliche Gebotssysteme

Auktionen können nach unterschiedlichen Kriterien klassifiziert werden.

Einseitige und zweiseitige Auktionen

Bei einseitigen Auktionen werden Gebote entweder nur von Kaufinteressenten oder nur von Verkaufsinteressenten abgegeben. Bei zweiseitigen Auktionen bieten sowohl Käufer als auch Verkäufer, und passende Gebote werden zusammengeführt. Ein Beispiel für eine zweiseitige Auktion ist eine Börse.

Offene und verdeckte Auktionen

Teilnehmer einer offenen Auktion wissen, welche Gebote bisher abgegeben wurden (möglicherweise allerdings nicht von wem). Die klassische Versteigerung ist eine offene Auktion. Offene Auktionen können aufsteigend oder absteigend sein.

Teilnehmer einer verdeckten Auktion (auch stille Auktion genannt) geben ihre Gebote ohne dieses Wissen ab. Die Gebote werden nicht ausgerufen, sondern verdeckt abgegeben – beispielsweise per Post oder in einer Urne. Zu einer vereinbarten Zeit wird die Auktion geschlossen und derjenige gewinnt die Auktion, der das höchste Gebot abgegeben hat. Bei gleichen Geboten bekommt der Bieter des früheren den Zuschlag.[4] Bei verdeckten Auktionen werden zwei Varianten unterschieden:

Erstpreisauktion: Bei der Erstpreisauktion (engl. first price sealed bid auction), auch Höchstpreisauktion genannt, gibt jeder Nachfrager ein verdecktes Gebot ab. Das beste Gebot erhält den Zuschlag, und der Gewinner leistet eine Zahlung in Höhe seines Gebots.
Zweitpreisauktion: Bei der Zweitpreisauktion (engl. second price sealed bid auction), auch Vickrey-Auktion genannt, erhält ebenfalls der Höchstbieter den Zuschlag, zahlt aber nur in Höhe des zweithöchsten Gebots. Der Vorteil dieser Auktion gegenüber der Erstpreisauktion besteht darin, dass es für Bieter vorteilhaft ist, ein Gebot in Höhe ihrer wahren Wertschätzung für das zu versteigernde Gut abzugeben, während sie bei der Erstpreisauktion niedriger bieten werden, um im Falle des Zuschlags noch einen Gewinn zu haben.

Aufsteigende Gebote: englische Auktion und japanische Auktion

Die englische Auktion ist die bekannteste Form der Auktion. Dabei werden, von einem festgesetzten Mindestpreis ausgehend, aufsteigend Gebote abgegeben, bis kein neues Gebot mehr eintrifft. Der letzte Bieter erhält den Zuschlag.

Bei der japanischen Auktion erhöht der Auktionator stetig den Preis, während nach und nach Bieter aussteigen, so lange, bis nur noch ein Bieter übrig ist.[5] Die Auktion ist, wie die englische Auktion, das strategische Äquivalent zur Zweitpreisauktion.

Absteigende Gebote: Rückwärtsauktionen

Holländische Auktion: Der sinkende Kaufpreis ist am Zeiger erkennbar, der sich im Uhrzeigersinn dreht

Bei einer Rückwärtsauktion (engl. reverse auction) werden absteigende Beträge genannt – die Gebote fallen. Je nach Modus wird entweder ein höchster Preis oder ein möglichst niedriger Preis gesucht:

Bei einer holländischen Auktion werden absteigende Beträge genannt, bis ein Erster auf das aktuelle Angebot eingeht. In diesem Fall wird ermittelt, welcher Käufer den höchsten Preis zu zahlen bereit ist. Wegen des sofortigen Zuschlags werden holländische Auktionen sehr schnell abgewickelt. Dieses Verfahren eignet sich bei mehreren gleichartigen Artikeln, wie etwa Tabakerntehaufen.
Bei Auftragsauktionen wird mit fallenden Geboten über einen längeren Zeitraum ermittelt, welcher Anbieter bereit ist, die vom Interessenten nachgefragte Leistung für den niedrigsten Preis zu erbringen. In der Praxis (z. B. bei MyHammer) ist der Auftraggebende teilweise nicht verpflichtet, den Anbieter mit dem niedrigsten Preis zu wählen. Er kann frei entscheiden, welchem Anbieter er den Zuschlag gibt (gute Bewertung, Ortsnähe etc. haben hier auch eine große Bedeutung). Eine E-Reverse Auction ist eine Rückwärtsauktion, die im Internet veranstaltet wird. Auftragsauktionen und insbesondere Beschaffungsauktionen im Business-to-Business-Bereich werden meist als E-Reverse Auction durchgeführt.

Kombinatorische Auktion

Stehen mehrere unterschiedliche Güter zum Verkauf, kann eine Auktion Gebote zulassen, die einen Preis für mehrere Güter in ihrer Gesamtheit bieten. Eine solche kombinatorische Auktion hat den Vorteil, dass Bieter nicht dem Risiko, nur einen für sie wertlosen Teil der von ihnen benötigten Güter zu ersteigern, ausgesetzt sind. Ihr Nachteil besteht darin, dass die Gewinnerermittlung komplizierter ist als bei der klassischen Einzelauktion.

Sonderformen

Amerikanische Versteigerung

Bei einer amerikanischen Versteigerung zahlt jeder Bieter jeweils sofort den Differenzbetrag zwischen seinem Gebot und dem Vorgängergebot. Dadurch werden oft Einnahmen erzielt, die weit über dem Wert des zu versteigernden Gegenstandes liegen. Amerikanische Versteigerungen werden in der Regel zugunsten gemeinnütziger Zwecke durchgeführt.

Die amerikanische Versteigerung ist die bekannteste Form der All-pay-Auktion. Bei einer All-pay-Auktion erhält der Bieter mit dem Höchstgebot den Zuschlag, aber alle Bieter zahlen.

Zwei Bieter zahlen

In manchen Wirtschaftsspielen zur Erforschung von wirtschaftspsychologischen Fragestellungen erhält der Höchstbieter den Zuschlag und muss bezahlen, aber auch der Bieter mit dem zweithöchsten Gebot muss sein Gebot bezahlen. Dadurch eskaliert die Situation, weil der jeweils Unterlegene nicht leer ausgehen will. Die Gebote steigen dabei oft in ungewollt hohe Gebiete.

Calcutta-Auktion

Eine Calcutta-Auktion ist eine Kombination aus einer Lotterie und einer Auktion. Die Calcutta-Auktion ist eine vor allem in den USA und den Ländern des früheren British Empire beliebte Wettart, die bei Pferderennen in Calcutta erfunden wurde.

Rechtliche Grundlagen

In Deutschland wird eine Versteigerung von § 156 BGB geregelt. Bei gewerblichen Versteigerungen findet außerdem § 34b GewO und die Verordnung über gewerbsmäßige Versteigerungen Anwendung.

Auch bei sogenannten Internetversteigerungen kommt grundsätzlich ein gültiger Vertrag zustande.[6]

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat außerdem entschieden,[7] dass die Bezeichnungen „Auktion“ oder „Versteigerung“ für Verkäufe gegen Höchstgebot im Internet, die keine Versteigerungen i. S. v. § 34b GewO sind, ohne Hinzutreten weiterer Umstände nicht irreführend sind.

Allerdings handelt es sich bei diesen Auktionen nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht um Versteigerungen im Sinne von § 156 BGB, da kein Zuschlag im Sinne dieser Vorschrift erfolgt. An der dafür notwendigen Willenserklärung eines Auktionators fehle es bei Internetauktionen.[8] Auf Internetauktionen finden § 156 BGB, § 34b GewO und die Verordnung über gewerbsmäßige Versteigerungen keine Anwendung.[9] Internetauktionen werden somit nicht von der Ausnahmeregelung des § 312d Abs. 4 Nr. 5 BGB erfasst – daher steht Verbrauchern gem. § 13 BGB, die auf diese Weise mit einem Unternehmer einen Fernabsatzvertrag abgeschlossen haben, grundsätzlich ein Widerrufsrecht zu.[10]

Ebenso handelt es sich nicht um eine Versteigerung im Sinne des § 34b GewO, weswegen man keine behördliche Erlaubnis zum Veranstalten von Internetauktionen benötigt.

Verboten ist bei allen Auktionen die Gebotstreibung oder englisch shill bidding (von engl. shill: Lockvogel, Anreißer; to bid: bieten), bei der eine vom Versteigerer (oder Einlieferer) engagierte Person als Lockvogel versucht, den Preis durch Gebote in die Höhe zu treiben. In der Anfangszeit der Online-Auktionen war dies ein besonderes Problem, da durch die Anonymität sogar der Verkäufer selbst über einen zweiten Account auf seine angebotenen Artikel bieten konnte. Mittlerweile versuchen die Online-Auktionshäuser durch Anzeige von Verkaufs- und Bietaktivität mögliche unerlaubte Verbindungen zwischen einzelnen Mitgliedern sichtbar zu machen und damit diese Form des Betrugs auszuschließen.

Tätigkeit als Auktionator

Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es in Deutschland den Beruf des Auktionators im klassischen Sinne nicht, ebenso wenig wie eine Ausbildung. Auktionatoren üben in Deutschland vielmehr eine gewerbsmäßige Tätigkeit aus, die der Gewerbeordnung unterliegt. Benötigt wird eine Versteigerererlaubnis nach § 34b GewO, die über das Ordnungsamt der Heimatbehörde beantragt werden kann. Eine bestimmte berufliche Qualifikation ist nicht erforderlich. Auf Antrag kann ein Auktionator auch öffentlich bestellt werden.

Fachliche Bestellungsvoraussetzungen für die öffentliche Bestellung und Vereidigung von Versteigerern:

Vorbildung des Versteigerers

Die öffentliche Bestellung setzt besondere Sachkunde des Versteigerers voraus. An diese Sachkunde einschließlich Kenntnis der einschlägigen Rechtsvorschriften sind strenge Anforderungen zu stellen; eine mehrjährige Betätigung als Versteigerer oder Händler lässt für sich allein noch nicht auf besondere Sachkunde schließen.

Für Versteigerer gibt es weder eine Ausbildungsordnung für eine berufliche oder gewerbliche Tätigkeit noch ein einschlägiges Berufsbild mit entsprechender Aus- und Vorbildung. Dies bedeutet, dass im Wesentlichen die praktische Tätigkeit als Versteigerer nach Erteilung der Erlaubnis gemäß § 34b Abs. 1 GewO dem Versteigerer die geeigneten Kenntnisse über die Breite der vorkommenden Geschäfte zu vermitteln hat.

Der erforderliche Nachweis der praktischen Tätigkeit wird dadurch erbracht, dass die Versteigerererlaubnis gemäß § 34b Abs. 1 GewO vorgelegt wird. Ebenso vorzulegen ist der Nachweis über die in den letzten fünf Jahren durchgeführten Versteigerungen. Eine Mindestzahl von Versteigerungsanzeigen gemäß § 5 VerstV wird nicht vorgeschrieben, es kommt auf den Schwierigkeitsgrad im Einzelfall und die nachhaltige Tätigkeit an.

Fachliche Kenntnisse

Die nach § 4 VerstV herausgegebenen Verzeichnisse enthalten üblicherweise einen Schätzpreis. Es handelt sich hierbei um Wertangaben, die im Wege der Schätzung durch den Versteigerer ermittelt worden sind, soweit nicht ein Sachverständiger im Falle des § 3 VerstV eine Schätzung vorgenommen hat.

Der Schätzpreis und der mit dem Auftraggeber vereinbarte Mindestpreis müssen in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. Der Versteigerer muss daher in der Lage sein, die von Dritten genannten Preise aufgrund eigener Branchen- und Warenkunde zu beurteilen. Die Gewerbeordnung sieht auch die öffentliche Bestellung und Vereidigung für bestimmte Arten von Versteigerungen vor (§ 34b Abs. 5, 2. Alt. GewO). Beispielhaft seien hier Versteigerer für Industriemaschinen und Werkzeuge oder Briefmarken genannt. Das Maß der erforderlichen Sachkunde für eine öffentliche Bestellung richtet sich nach den einschlägigen fachlichen Bestellungsvoraussetzungen für Sachverständige auf dem betreffenden Sachgebiet.

Juristische Kenntnisse

Zahlreiche gesetzliche Vorschriften erwähnen die öffentliche Versteigerung bzw. den freihändigen Verkauf durch öffentlich bestellte und vereidigte Versteigerer. Eingehende Kenntnisse der gewerberechtlichen Vorschriften, insbesondere § 34b GewO und der Versteigererverordnung sind unverzichtbar.

Nachzuweisen sind Grundkenntnisse derjenigen gesetzlichen Regelungen, die die öffentliche Versteigerung von beweglichen Sachen und Wertpapieren oder deren freihändigen Verkauf vorsehen. Insbesondere handelt es sich dabei um den Pfandverkauf (§§ 1228 ff. BGB, § 368, §§ 397 ff., § 410, § 421, § 440 HGB) und den Verkauf beweglicher Sachen nach den Vorschriften über den Pfandverkauf (§§ 731, 753, 1003, 2022, 2042 BGB, § 371 HGB) sowie um den Verkauf beweglicher Sachen aufgrund besonderer gesetzlicher Ermächtigungen (§§ 383, 489, 966, 979, 1219 BGB, §§ 373, 376, 379, 388, 391, 407, 417, 437 HGB) und den Verkauf aus freier Hand, wo dieser anstelle der gesetzlichen Versteigerung vorgesehen ist (z. B. § 1221 BGB).

Auktionatoren in den USA

Auktionator in den USA beim typischen Singsang (auction chant)

In den USA gibt es private Auktionatorenschulen, die die praktischen und rechtlichen Grundlagen der Durchführung einer Auktion in Kursform lehren.[11] Eine weitere Besonderheit ist, dass Auktionatoren bei Auktionen permanent das aktuelle Gebot bzw. das zu erwartende nächsthöhere Gebot in schneller Folge und für unerfahrene Bieter aufgrund der bedeutungslosen Füllwörter (filler words), die die Melodie ausmachen, schwer verständlich wiederholen.[12] Der Sinn dieser Maßnahme ist es, die Bieter zur rascheren Abgabe höherer Gebote zu animieren.[13] Auch diese sprachliche Tradition wird an Auktionatorenschulen gelehrt und erlernt, wobei jeder Auktionator später seinen eigenen Stil entwickelt. Diese im Englischen als auction chant (chant: ‚Gesang‘ oder ‚Singsang‘) bekannte Form der Aufrufe der Gebote ist außerhalb der USA, Kanadas und Südafrikas nicht verbreitet.[14][15]

Siehe auch

Gant (Recht)
Geißbockversteigerung
Selbsthilfeverkauf
Zwangsversteigerung (Deutschland)

Literatur

Friederike Sophie Drinkuth: Der moderne Auktionshandel. Die Kunstwissenschaft und das Geschäft mit der Kunst. Böhlau Verlag, Köln 2003, ISBN 3-412-13702-2.
Hildegard Mannheims, Peter Oberem: Versteigerung. Zur Kulturgeschichte der Dinge aus zweiter Hand. Ein Forschungsbericht. (Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland, Band 103). Waxmann, Münster u. a. 2003, ISBN 3-8309-1280-3.

Weblinks

 Commons: Auktion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Auktion – Zitate
 Wiktionary: Auktion – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Linkkatalog zum Thema Auktionen bei curlie.org (ehemals DMOZ)
Onlineauktionen und Recht zehnteiliger Beitrag zu Rechtsfragen von Rechtsanwalt Terhaag
Christiane Rossner: Eine kleine Kulturgeschichte der Auktionen. Monumente Online, Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Einzelnachweise

↑ So z. B. bei einem Gemälde des englischen Malers William Turner, das auf einen Wert von 20 Millionen Euro geschätzt war und in verschiedenen Filialen des Auktionshauses Sotheby’s gezeigt wurde: http://www.rundschau-online.de/kultur/letztes-mal–sotheby-s-koeln-stellt-william-turners–ehrenbreitstein–aus-26667248

Die üblen Tricks der eBay-Betrüger. Computerbild, 2. April 2008, abgerufen am 30. August 2013. 

↑ https://www.gruenderszene.de/allgemein/auctionata-paddle8-insolvenz-thomas-hesse

↑ Vgl. Stille Auktion. (Memento vom 27. Januar 2012 im Internet Archive) annaberg-goes-wilde.de.

↑ Paul Milgrom: Putting Auction Theory to Work. Cambridge University Press, Cambridge 2005, ISBN 0-521-55184-6, S. 187. 

↑ BGHZ 149, 129

↑ OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 1. März 2001, Az. 6 U 64/00; Volltext.

↑ BGH, Urteil vom 3. November 2004, Az. VIII ZR 375/03. Rn. 10.

↑ BGH, Urteil vom 7. November 2001, Az. VIII ZR 13/01; Volltext

↑ BGH, Urteil vom 3. November 2004, Az. VIII ZR 375/03; Volltext.

↑ Übersicht der Auktionatorenschulen im Verbund der National Auctioneers Association der USA, abgerufen am 23. März 2016.

↑ Daniel W. Patterson: Arts in Earnest. North Carolina Folklife. Duke University Press, Durham (North Carolina) 1989, ISBN 978-0822310211, S. 106.

↑ Vorstellungsvideo von LearnToChant.com, abgerufen am 23. März 2016.

↑ Charles W. Smith: Auctions. The Social Construction of Value. University of California Press, Berkeley 1990, ISBN 978-0520072015, S. 116–118.

↑ Charles W. Smith: Staging auctions: emabling exchange values to be contested and established. In: Brian Moeran, Jesper Strandgaard Pedersen (Hrsg.): Negotiating Values in the Creative Industries. Fairs, Festivals and Competitive Events. Cambridge University Press, Cambridge 2011, ISBN 978-1-107-00450-4, S. 94 ff., hier S. 100-103.

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Normdaten (Sachbegriff): GND: 4125859-9 (AKS)

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Kategorien: AuktionVertragsrecht

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In Hundeschulen lernen Hund und Hundehalter unter fachkundiger Anleitung, miteinander umzugehen und zu kommunizieren und in ihrem sozialen Umfeld möglichst konfliktfrei zu agieren.

Hundeerziehung

Inhaltsverzeichnis

1 Ziele und Methoden
2 Welpenschule
3 Zertifizierung
4 Siehe auch
5 Literatur

Ziele und Methoden

Der Hund soll im Rahmen der Hundeerziehung das Ausführen verschiedener Kommandos erlernen. Der Hundehalter soll gleichzeitig lernen, diese Kommandos auf eine für den Hund verständliche Art und Weise zu geben. Es ist dadurch möglich, auch „schwierige“ Hunde zu erziehen und das richtige Einwirken auf solche Hunde zu erlernen, sodass auch in „schwierigen“ Hund-Halter-Konstellationen das weitere Zusammenleben von Hund und Halter ermöglicht werden kann.

Während eines Lehrgangs in der Hundeschule wird der Hund auch Kontakt mit anderen Hunden aufnehmen, was sich positiv auf sein Sozialverhalten auswirken kann.

Es gibt Schulen, die auf so genannten Hundeplätzen ausbilden; oft – aber nicht in jedem Fall – wird daneben die Möglichkeit geboten, in der freien Natur oder auch in geeigneten Räumlichkeiten miteinander zu trainieren.

Welpenschule

In der Welpenzeit des Hundes läuft neben der grundlegenden körperlichen vor allem die charakterliche Entwicklung, also die Prägung bzw. Sozialisation, ab. Die wichtigste, weil Erziehungsgrundlagen setzende Phase der Hundeerziehung findet somit bereits in den sogenannten Welpenschulen statt.

Im Welpenkurs sollen dem Welpenbesitzer auch ein artgerechter Umgang mit dem Hund und die Umsetzung von positiver Welpenerziehung und Welpenprägung vermittelt werden. Dem Hundehalter wird ein Basiswissen über Hundeverhalten, Körpersprache des Hundes, biologisches Lernverhalten des Hundes und artgerechten Aufbau der Hundeerziehung vermittelt. Der Welpenbesitzer lernt sowohl die Theorie als auch die praktische Umsetzung mit dem Welpen (Welpengruppe). Der Welpe soll lernen, sich anderen Hunden und Menschen gegenüber richtig zu verhalten („Sozialverhalten“), und er wird mit verschiedenen Umweltreizen bekannt gemacht, welchen er in seinem späteren Leben begegnen wird (dazu gehören unter anderem verschiedene Arten von Lärm, Menschen aller Altersgruppen, Radfahrer, Jogger, das Element Wasser, Überwinden kleinerer Hindernisse, verschiedene visuelle Reize). Das spielerische Erlernen der Grundbegriffe der Hundeerziehung zu einem alltagstauglichen Familienhund wird von Beginn an geübt (beispielsweise das Herankommen auf Rufen, Leinenführigkeit, „Sitz“, „Platz“).

Zertifizierung

Prinzipiell unterliegt die Selbstbezeichnung als Hundeschule oder Hundetrainer keinen behördlichen oder rechtlichen Vorgaben. Jeder darf sich also ohne weiteres als Hundetrainer oder Hundeschule bezeichnen.

In der Bundesrepublik Deutschland müssen seit dem 1. August 2014 alle Personen, die gewerbsmäßig für Dritte Hunde ausbilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten wollen, eine Genehmigung durch das örtliche Veterinäramt einholen (§ 11 Abs. 1 Nr. 8f Tierschutzgesetz). Die Erteilung dieser Genehmigung ist unter anderem an den Nachweis der Sachkunde gebunden.

In Schleswig-Holstein bietet die Landestierärztekammer seit 2007 eine behördlich anerkannte Zertifizierung für Hundetrainer an, Niedersachsen folgte 2011. Geprüft werden theoretisches Fachwissen und die praktische Arbeit mit dem Hund.

Siehe auch

 Commons: Hundeschulen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Hundeschule – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Hundesport
Dressur
Augsburger Modell

Literatur

Celina DelAmo: Hundeschule Step-by-Step. Ulmer, 2003, ISBN 3800142899.
Anton Fichtlmeier: Grunderziehung für Welpen. Kosmos, ISBN 3440099881.
Anton Fichtlmeier: Der Hund an der Leine. Kosmos, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-440-10993-9.
Petra Führmann: Nicole Hoefs – Das Kosmos-Erziehungsprogramm für Hunde. Kosmos, ISBN 3440106381.
Petra Führmann, Iris Franzke: Erziehungsprobleme beim Hund. Kosmos, ISBN 3440094782.
Petra Führmann, Nicole Hoefs, Iris Franzke: Die Kosmos Welpenschule. ISBN 3440111326.
Felicia Rehage, Eiko Weigand: Lassie, Rex und Co – Der Schlüssel zur erfolgreichen Hundeerziehung. 8. Auflage. Kynos, 2007, ISBN 3933228115.
Viviane Theby: Hundeschule. Kosmos, 2002, ISBN 3440090922.
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4026187-6 (AKS)

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Kategorien: HundehaltungOrganisation (Tierhaltung)

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Konstruktion oder konstruieren (von lateinisch con „zusammen mit“, und struere „bauen“) steht für:

Konstruieren (Technik)
Baukonstruktion, im Bauwesen das Gefüge von Bauteilen bei einem Bauwerk oder Gebäude
Konstruktion (Grammatik), in der Grammatik eine symbolische Einheit
Konstruktion (Zeitschrift), eine Fachzeitschrift

Siehe auch:

Konstruktion mit Zirkel und Lineal (klassisches Problem der Geometrie)
Konstruierte Sprache (neu entwickelt, künstlich)
Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel Konstruktion enthält
Konstruktionismus (Lerntheorie, betont die Bedeutung des aktiven Handelns für den Lernprozess)
Konstrukteur (nicht geschützte Berufsbezeichnung)
Konstruktivismus (Begriffsklärung)
Konstrukt (nicht empirisch erkennbarer Sachverhalt innerhalb einer wissenschaftlichen Theorie)
Construction
 Wiktionary: Konstruktion – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: konstruieren – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Dies ist eine Begriffsklärungsseite zur Unterscheidung mehrerer mit demselben Wort bezeichneter Begriffe.

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Kategorie: Begriffsklärung

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Der Begriff Bautenschutz ist Bestandteil der Bauphysik und beschreibt Maßnahmen an Bauwerken, um sie vor schädlichen und gefährlichen Einwirkungen zu schützen. Diese Einwirkungen bedrohen den Bestand des Bauwerks und können auf lange Sicht zu Bauschäden führen.

Inhalte

Der Bautenschutz konzentriert sich im Kern auf vier Schutzbereiche:

Der Schallschutz umfasst alle Maßnahmen zur Verminderung der Luft- und Körperschallübertragung
Ziel des Wärmeschutzes ist die Verringerung der Wärmeübertragung der Bauteile
Der Feuchteschutz verhindert Schäden durch die Einwirkung von Wasser und Feuchtigkeit
Der Brandschutz umfasst Maßnahmen zum Schutz vor Feuer

Literatur

Batran, Bläsi, Eichner: Fachwissen Bau. Handwerk und Technik Verlag, 2002, ISBN 3-582-03503-4, Seite 203 ff.
Heinrich Schmitt, Andreas Heene: Hochbaukonstruktion, Vieweg+Teubner Verlag, 2001, ISBN 3-5280-8854-0, Seite 29 ff.

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Kategorien: BauphysikBautechnik

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Marketing Marketing als Unternehmensfunktion Vielfalt der Marketing-Definitionen Historische Entwicklung Akademische Einordnung und Teilbereiche des Marketings Marketing-Mix Marketingkonzept Duales Führungskonzept Corporate Identity Marketingthemen im Überblick Navigationsmenü aus Erlangen

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Der Begriff Marketing oder (deutsch) Absatzwirtschaft bezeichnet zum einen den Unternehmensbereich, dessen Aufgabe (Funktion) es ist, Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten (zum Verkauf anbieten in einer Weise, dass Käufer dieses Angebot als wünschenswert wahrnehmen); zum anderen beschreibt dieser Begriff ein Konzept der ganzheitlichen, marktorientierten Unternehmensführung zur Befriedigung der Bedürfnisse und Erwartungen von Kunden und anderen Interessengruppen (Stakeholder). Damit entwickelt sich das Marketingverständnis von einer operativen Technik zur Beeinflussung der Kaufentscheidung (Marketing-Mix-Instrumente) hin zu einer Führungskonzeption, die andere Funktionen wie zum Beispiel Beschaffung, Produktion, Verwaltung und Personal mit einschließt.[1]

Inhaltsverzeichnis

1 Marketing als Unternehmensfunktion
2 Vielfalt der Marketing-Definitionen

2.1 Aktivitätsorientierte Definition
2.2 Beziehungsorientierte Definition
2.3 Führungsorientierte Definition
2.4 Integrative Marketingdefinition
2.5 Alternative Marketingdefinitionen und deren Entstehungsprozess

3 Historische Entwicklung
4 Akademische Einordnung und Teilbereiche des Marketings
5 Marketing-Mix
6 Marketingkonzept
7 Duales Führungskonzept
8 Corporate Identity

8.1 Innenwirkung
8.2 Außenwirkung

9 Marketingthemen im Überblick

9.1 Geläufige Erweiterung um wichtige benachbarte Funktionen
9.2 Marketingausrichtungen
9.3 Neuere Forschungsrichtungen

10 Siehe auch
11 Literatur
12 Weblinks
13 Einzelnachweise

Marketing als Unternehmensfunktion

Abbildung: Marketing im Zusammenhang mit den anderen Unternehmensfunktionen

In der Betriebswirtschaftslehre ist das Marketing ein Teil des unternehmerischen Gesamtprozesses. Dies beginnt mit der Planung eines Konzeptes, worauf der Einkauf von Rohstoffen und Vorprodukten (Vorleistungen) folgt, führt weiter zur Produktion (Erstellung von Gütern oder Dienstleistungen) und endet mit der Vermarktung (Marketing bzw. Vertrieb) der erstellten betrieblichen Leistungen. Hinzu kommen unterstützende Prozesse wie zum Beispiel Innovation, Finanzierung, Verwaltung oder Personalwirtschaft. Die Teilprozesse werden auch als betriebliche oder unternehmerische Funktionen bezeichnet. Damit alle Prozesse möglichst reibungslos funktionieren, bedarf es der Managementfunktionen. Dazu gehören Planung (einschließlich Zielsetzung), Organisation, Führung und Kontrolle (Erfolgs- und Fortschrittskontrolle) im Hinblick auf die Zielsetzung.[2] Den Marketingprozess selbst kann man als Marketingplan darstellen: (1) Erkennen von Chancen durch die Markt-, Kunden- und Wettbewerbsanalyse einschließlich Marktforschung, (2) Festlegung von Zielen, die sicherstellen, dass die investierten Mittel zurückfließen, (3) Auswahl geeigneter Strategien zur Zielerreichung, (4) Umsetzung der Strategie mit dem Marketing-Mix und schließlich (5) Erfolgskontrolle des gesamten Prozesses und aller getroffenen Entscheidungen. Das Thema Marketing bekam in der Wissenschaft und in der Praxis eine große Bedeutung mit dem Wandel von der kriegsbedingten Mangelwirtschaft (Nachfrage ist größer als das Angebot) hin zur sogenannten Überflussgesellschaft (Angebot ist größer als die Nachfrage) seit Mitte der 1950er Jahre. Dieser Trend war von einem verstärkten Wettbewerb um Kunden begleitet und wurde durch die beiden Ölkrisen der 1970er Jahre verstärkt. Beispielsweise erfolgte im Jahr 1969 die Gründung des ersten Marketinglehrstuhls (Heribert Meffert) in Deutschland. Seither gilt das Marketing als zentraler Erfolgsfaktor für die langfristige „Überlebensfähigkeit“ von Unternehmen im Wettbewerb (Dominanz der Marketingfunktion).[3] Die nebenstehende Grafik soll den Zusammenhang zwischen Marketing und den anderen Unternehmensfunktionen veranschaulichen.

Vielfalt der Marketing-Definitionen

Zielgruppengenaues Marketing vor einem Fleischereifachgeschäft in Marburg

Marketing wird je nach Betrachtungsperspektive unterschiedlich definiert. Christian Homburg und Harley Krohmer führen bei der Bestimmung des Marketingbegriffs die drei zentralen historischen Marketingdefinitionen zu einer integrativen Marketingdefinition zusammen:

Aktivitätsorientierte Definition

Eine aktivitätsorientierte Marketingdefinition versteht Marketing im Kern als ein Bündel marktgerichteter Unternehmensaktivitäten. Allgemeiner gefasst kann man in diesem Zusammenhang Marketing als einen Prozess der Planung und Durchführung des Konzeptes, des Preismanagements, der Werbeaktivitäten und des Vertriebs von Ideen, Gütern und Dienstleistungen, mit dem Zweck einen Austausch zu erreichen, der die Wünsche von Individuen und Organisationen befriedigt, bezeichnen. Die aktivitätsorientierte Definition entstand in den 1970er Jahren und wurde sehr stark durch die Entwicklung und Betonung des Marketing-Mix geprägt.

Beziehungsorientierte Definition

Die beziehungsorientierte Marketingdefinition legt den Schwerpunkt auf die Zielsetzung des Marketings, Kundenbeziehungen aufzubauen, zu erhalten und zu stärken, und zwar mithilfe von gegenseitigem Austausch und der Erfüllung von Versprechen (und somit dem Aufbau von Vertrauen). Die beziehungsorientierte Definition ersetzt jedoch keineswegs die aktivitätsorientierte Definition, sondern wirkt in Ergänzung zu ihr. Entstanden ist sie Ende der 1980er Jahre im Zusammenhang mit Relationship Marketing, die damals die Fokussierung auf die einzelnen Transaktionen mit dem Kunden zugunsten der Fokussierung auf die nachhaltigen Beziehungen mit dem Kunden ablöste.

Führungsorientierte Definition

Die führungsorientierte Marketingdefinition sieht Marketing als „bewusst marktorientierte Führung des gesamten Unternehmens [oder auch als] marktorientiertes Entscheidungsverhalten in der Unternehmung“ (.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}Meffert, 2000). Wichtig sind bei dieser Definition insbesondere die unternehmensinternen Rahmenbedingungen, die die Ausrichtung der Unternehmensaktivitäten am Markt maßgeblich prägen; somit beinhaltet diese Definition sowohl das Konzept des Marketing-Mix, Aspekte der Marktimplementierung, den Gedanken der marktorientierten Unternehmensführung und des Relationship Marketing, was erklärt, wieso diese Definition als Ergänzung zu den beiden erstgenannten gesehen wird. Entwickelt wurde die führungsorientierte Definition in den 1980er Jahren, wonach sie jedoch erst in den 1990er Jahren eine wissenschaftliche Durchdringung erfahren hat.

Integrative Marketingdefinition

Die integrative Marketingdefinition von Homburg/Krohmer sieht Marketing als ein Konzept, das im Wesentlichen zwei Facetten hat, eine unternehmensinterne und eine unternehmensexterne:

Die unternehmensexterne Facette sieht dabei Marketing als die Konzeption und Durchführung marktbezogener Aktivitäten eines Anbieters bezüglich (potenzieller) Nachfrager seiner Produkte. Solche marktbezogenen Aktivitäten beinhalten in diesem Kontext sowohl die systematische Informationsgewinnung über Marktgegebenheiten als auch die Gestaltung des Marketing-Mix.
Für die unternehmensinterne Facette wiederum besteht Marketing aus der Schaffung der Voraussetzungen im Unternehmen für die Durchführung der marktbezogenen Aktivitäten. Dies beinhaltet insbesondere die Führung des Unternehmens nach der Leitidee der Marktorientierung.

Beide Ansatzpunkte des Marketings zielen hierbei auf die optimale Gestaltung von Kundenbeziehungen im Sinne der Ziele des Unternehmens ab.

Alternative Marketingdefinitionen und deren Entstehungsprozess

Philip Kotler, amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Professor für Marketing an der Kellogg School of Management der Northwestern University, definiert Marketing wie folgt:

„Marketing ist ein Prozess im Wirtschafts- und Sozialgefüge, durch den Einzelpersonen und Gruppen ihre Bedürfnisse und Wünsche befriedigen, indem sie Produkte und andere Dinge von Wert erstellen, anbieten und miteinander austauschen.“

Eine über die funktionale Perspektive hinausgehende Definition versteht darunter die kunden- und marktorientierte Unternehmensführung zur Erreichung der Unternehmensziele.

„Marketing ist die konzeptionelle, bewusst marktorientierte Unternehmensführung, die sämtliche Unternehmensaktivitäten an den Bedürfnissen gegenwärtiger und potentieller Kunden ausrichtet, um die Unternehmensziele zu erreichen.“[4]

In neueren Publikationen wird Marketing beispielsweise als Management komparativer Konkurrenzvorteile unter Nutzung der Marketinginstrumente verstanden.

2004 ist die American Marketing Association (AMA) dazu übergegangen, ihre 20 Jahre alte Definition zu modernisieren und vom Postulat einer unidirektionalen Promotion zum dialogorientierten Begriff des Kundenbeziehungsmanagements zu wechseln. Im Hinblick auf die neu hervorgehobene Konsumentenzentrierung wurden nicht nur die Interessen des Unternehmens, sondern die Interessen sämtlicher Stakeholder als Ziel des Marketingprozesses fokussiert. Damit zieht in die allgemeine Lehrmeinung der von den Investitionsgüteranbietern propagierte übergreifende Ansatz ein. So wird Marketing als „organisierende Funktion und Prozessbündel gesehen, um Werte auf eine Art und Weise für Kunden und Kundenbeziehungen zu schaffen, kommunizieren und bereitzustellen, sodass die Organisation und ihre Stakeholder davon profitieren“. Eine neuere Definition der AMA vom Oktober 2007 lautet: “Marketing is the activity, set of institutions, and processes for creating, communicating, delivering, and exchanging offerings that have value for customers, clients, partners, and society at large.”

Viele Marketingwissenschaftler sehen Marketing als eine im Kern unternehmerische Denkhaltung. Demnach kann „Marketing als Ausdruck eines marktorientierten unternehmerischen Denkstils gesehen werden, der sich durch schöpferische, systematische und zuweilen auch aggressive Note auszeichnet.“[5]

In der Vision des Deutschen Marketing-Verbandes wird Marketing „als eine marktorientierte Unternehmensführung verstanden, die alle relevanten Unternehmensaktivitäten auf die Wünsche und Bedürfnisse von Anspruchsgruppen ausrichtet.[6]“

Einem aktiven Marketing kommt besonders bei Käufermärkten, d. h. Märkte mit einem deutlichen Angebotsüberhang, mit der Bedingung Angebot zu Nachfrage im Gegensatz zur Orientierung an früher verfolgten rein unternehmensinternen Zielen und Gegebenheiten wie Produktionskapazitäten eine erhöhte Bedeutung zu.

Den Besonderheiten des Handels entsprechend hat Schenk für das Handelsmarketing einen über die bloße Kundenorientierung hinausgehenden Vier-Märkte-Ansatz entwickelt: „Für das Handelsmarketing sind die Handelsbetriebe Subjekte eigener Marketingstrategien und -taktiken, und zwar nicht nur in der Ausrichtung auf Absatzmärkte, sondern auf alle vier Märkte des Handelsbetriebs (Absatzmarkt, Beschaffungsmarkt, Konkurrenzmarkt, interner Markt).[7]“

Auch außerhalb der Unternehmenswelt nutzen mittlerweile Non-Profit-Organisationen („Non-Profit-Marketing“) Marketingtechniken. Letztlich erscheint eine exakte Definition oder Abgrenzung des Marketing-Begriffs für die BWL nicht notwendig, solange es einen grundlegenden Konsens über die wichtigsten Aufgaben des Marketing in Literatur und Praxis gibt.[8]

Historische Entwicklung

Der Begriff „Marketing“ wurde erstmals zwischen 1905 und 1920 an US-amerikanischen Universitäten verwendet. In Deutschland organisierte Ludwig Erhard 1935 im Namen der Nürnberger Handelshochschule, als wissenschaftlicher Assistent von Wilhelm Vershofen, das erste Marketing-Seminar Deutschlands. Damals als „Absatzwirtschaftlicher Kurs“ bezeichnet, war dies ein Grundstein für den NAA e. V. (Nürnberger Akademie für Absatzwirtschaft) und den GfK e. V. Aus diesen entstanden später die NAA GmbH und die Gesellschaft für Konsumforschung.

Eine Ausnahme bildet die Untersuchung von Stackelbergs aus dem Jahre 1939: Im Gegensatz zur damals vorherrschenden Preistheorie, die von Preis und Menge als alleinige Aktionsparameter von Unternehmungen ausgeht, berücksichtigte er erstmals Qualitätsvariationen und Vertriebspolitik. Die Geburtsstunde des Marketings kam in Deutschland mit der Erfindung des Backpulvers 1893 durch Oetker. Durch Massenwerbung wurde dem Privatkunden erstmals ein Produkt angeboten, das ihm eine Arbeitserleichterung verschaffte – von dem er aber bis dahin nicht gewusst hatte, dass er es überhaupt brauchte. Da die Weiterentwicklung durch Erfindungen neuer Produktvarianten weiter voranschritt, reicht der Erfolg des Angebots bis in die Gegenwart hinein. Auf universitärer Ebene entwickelte sich Marketing Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre durch den Aufbau des ersten Instituts für Marketing durch Heribert Meffert an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster (Westfalen).

Die Einführung des heutigen Marketingbegriffes wurde vom Wandel der Absatzmärkte begleitet, weg vom Verkäufermarkt, in dem der Verkäufer aufgrund des Mangels an Gütern und Dienstleistungen Preise und Konditionen weitgehend bestimmen kann, hin zu einem Käufermarkt, in dem die Vielzahl an Wettbewerbern immer mehr Kunden die Wahl ermöglicht, ob sie das Angebot überhaupt annehmen.

Manfred Bruhn beschreibt, insbesondere für Deutschland, folgende Entwicklungsstufen des Marketings:[9]

Produktionsorientierung in den 1950ern (reine Produktion; aufgrund enormer Nachfrage in der Nachkriegszeit)
Verkaufsorientierung in den 1960ern (von der Produktion zum Vertrieb)
Marktorientierung in den 1970ern (Marktsegmentierung; Spezialisierung auf einzelne Bedürfnisse)
Wettbewerbsorientierung in den 1980ern (Betonung von Alleinstellungsmerkmalen)
Umfeldorientierung in den 1990ern (Reaktion auf ökologische, politische, technologische oder gesellschaftliche Veränderungen)
Dialogorientierung ab 2000 (interaktive Ausrichtung der Kommunikation durch Internet, E-Mails)
Netzwerkorientierung ab 2010 (Web 2.0, soziale Netzwerke, Word-of-Mouth)

Eine ähnliche Einteilung nehmen Jean-Paul Thommen und Ann-Kristin Achleitner für die (weltweite) historische Entwicklung vor:[10]

Customer Relationship Managements
Marktorientierung
Produktionsorientierung
Umweltorientierung
Verkaufsorientierung

Akademische Einordnung und Teilbereiche des Marketings

Akademisch ist das Marketing im Bereich der speziellen BWL anzusiedeln, wobei der Marketingteilbereich Marketing-Management z. B. an der Universität Hamburg auch als Absatz bezeichnet wird und zur allgemeinen BWL gehört.

Marketing-Management (Marketingmanagement) bzw. Absatz als Teilbereich der ABWL
Sales Management
Social Networks and Marketing Communication
Psychologische Theorien im Marketing
Empirische Forschungsmethoden / Angewandte empirische Forschungsmethoden
E-Business
Medienmanagement

Interdisziplinarität findet besonders in Kombination mit (Teildisziplinen aus) Psychologie, Medienwissenschaft und Mathematik statt.

Marketing-Mix

Hauptartikel: Marketing-Mix

Der Marketing-Mix gilt als die einfachste und zugleich wirksamste Kombination von „Werkzeugen“ oder „Instrumenten“ zur praktischen Umsetzung von Marketingplänen in Unternehmen oder Non-Profit-Organisationen. Diese Tatsachen erklären die große Beliebtheit des Marketing-Mix in Theorie und Praxis.[11] Im Jahr 1964 schlug Neil Borden zwölf Instrumente vor. Diese hat dann Jerome McCarthy zu vier Gruppen, den berühmten vier Ps, zusammengefasst. Es sind:

Product (Produktpolitik)
Price (Preispolitik)
Promotion (Kommunikationspolitik)
Place (Distributions- bzw. Vertriebspolitik)

Die wichtigste Aufgabe der Produktpolitik ist es, die konkreten Produktmerkmale wie zum Beispiel Qualität, Service, Technik-Niveau (im Bereich des Marketing meist „Technologie“ genannt), Design und Zuverlässigkeit so zu gestalten, dass diese in der subjektiven Wahrnehmung der Zielgruppe attraktiv erscheinen. Dazu muss die Preispolitik herausfinden, welchen Preis die Kunden bereit sind, für diese Produktmerkmale zu zahlen. Es geht also bei diesen beiden Instrumenten des Marketing-Mix um das in den Augen der Kunden im Vergleich zum Wettbewerb attraktivste Preis-Leistungs-Verhältnis. Zur Preispolitik gehört auch die Gestaltung der Liefer- und Zahlungsbedingungen (Rabatte, Boni, Skonti, Preisnachlässe etc.). Die wichtigste Aufgabe der Kommunikationspolitik ist es, die Kunden über das eigene Angebot zu informieren und deren Kaufentscheidung zu beeinflussen. Dies erfolgt im Rahmen des sogenannten Kommunikationsmix. Dieses ist so zu gestalten, dass es die angestrebte Wirkung (Information und Überzeugung) mit möglichst geringen Kosten erzielt. Bei der Distributionspolitik geht es um die effiziente Gestaltung aller Aktivitäten auf dem Weg eines Produktes oder einer Dienstleistung vom Anbieter zum Kunden oder Anwender.[12] Dabei unterscheidet man zwischen einer logistischen (Transport und Lagerhaltung) sowie einer akquisitorischen (Gewinnung und Bindung von Kunden) Distribution. Nach zeitgemäßem Marketingverständnis spricht man nicht mehr von Distributions-, sondern von Vertriebspolitik.[13] Die primäre Aufgabe der Vertriebspolitik ist die effiziente Gestaltung der Vertriebsstrategie und des Vertriebsprozesses einschließlich Auswahl und Qualifizierung des Personals zur Förderung der Vertriebskompetenz.[14]

Marketingkonzept

Angesichts des rasanten sozialen und kulturellen Wandels soll ein Marketingkonzept nach Philip Kotler eine Antwort auf die Frage geben, welcher Philosophie das Marketing eines Unternehmens folgen soll.[15] Das Marketingkonzept der Unternehmensführung entstand nach Kotler in den 1950er Jahren. Demnach ist der Unternehmenserfolg in erster Linie von der Markt- und Kundenorientierung abhängig. Bei den historisch vorausgegangenen Perioden der Preis- und Produktorientierung ging es in erster Linie um die kostengünstige Massenfertigung preisgünstiger Produkte, die sich in einer Mangelwirtschaft, bei der die Nachfrage größer ist als das Angebot, quasi von selbst verkauften. Dagegen gilt in einer sogenannten Überflussgesellschaft (Angebot ist größer als die Nachfrage):

“The marketing concept holds that the key to achieving organizational goals is being more effective than competitors in creating, delivering, and communicating superior customer value to your chosen target markets.”

„Das Marketingkonzept erhebt den Anspruch, dass es der Schlüssel zum Erreichen von Unternehmenszielen ist, effektiver als Mitbewerber in der Produktion, Lieferung und Kommunikation des eigenen Angebotes gegenüber den ausgewählten Zielmärkten zu sein.“

– Philip Kotler[15]

Und das sei nur möglich durch einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem sämtliche Unternehmensfunktionen auf das Ziel der Markt- und Kundenorientierung ausgerichtet werden (ganzheitliches Marketingkonzept). Die weitere Entwicklung eines Marketingkonzeptes führt zum Relationship Marketing, dessen primäres Ziel darin besteht, über langfristige und feste Kundenbeziehungen eine Markenprägung aufzubauen.[15]

Duales Führungskonzept

Unterschiedliche Auffassungen gibt es darüber, an welcher Stelle einer betrieblichen Struktur der Unternehmensbereich Marketing zu sehen ist. Das so genannte duale Führungskonzept zeigt, dass Marketing zwei grundlegende Funktionen hat:

neben anderen Funktionen wie zum Beispiel Einkauf und Produktion auf einer hierarchischen Stufe,
in der Unternehmensleitung

Das Marketing ist also nicht nur einer von vielen Unternehmenszweigen. Marketing als marktorientierte Unternehmensführung kommt im Zeitalter der Globalisierung höhere Bedeutung zu.

Es existieren mehrere Interpretationen des Marketing-Begriffs. So kann Marketing als gleichberechtigte Linieninstanz verstanden werden, die die Planung, Koordination und Kontrolle aller auf die Absatzmärkte gerichteten Unternehmensaktivitäten beinhaltet.

Marketing kann auch als Unternehmensphilosophie interpretiert werden. Dabei beinhaltet Marketing die bewusst marktorientierte Führung des gesamten Unternehmens. Diese Interpretation weitet die Marktorientierung auf alle Personen und Funktionen aus, die den Erfolg eines Unternehmens auf dem Absatzmarkt beeinflussen.

Die gleichzeitige Betrachtung beider Interpretationen, d. h. Marketing als gleichberechtigte Linieninstanz und als Unternehmensphilosophie, wird auch als „duales Führungskonzept“ bezeichnet.

Corporate Identity

Eine bedeutende Fragestellung im strategischen Marketing ist: Wie präsentiert sich ein Unternehmen als Ganzes gegenüber der Außenwelt und nach innen gegenüber den Mitarbeitern? Dazu wurde in den 80er Jahren das Konzept der Unternehmensidentität entwickelt. Die Corporate Identity (CI, Unternehmensidentität) mit ihren drei Teilaspekten Corporate Communication (CC), Corporate Design (CD) und Corporate Behaviour (CB) entwickelt systematisch ein einheitliches, prägnantes Erscheinungsbild des Unternehmens mit Außen- und Innenwirkung.

Innenwirkung

Mitarbeiter identifizieren sich mit ihrem Unternehmen. Es entsteht ein Wir-Gefühl: der Mitarbeiter eines Fahrzeugherstellers fährt idealerweise ein Auto seines Unternehmens und kein Konkurrenzprodukt.

Außenwirkung

Das Unternehmen wird nach außen einheitlich präsentiert. Dazu gehören operativ die Geschäftsausstattung mit Logo, Farbgebung, Typografie und Layoutvorgaben (Corporate Design) sowie eine strategisch als geschlossen wahrnehmbare Kommunikationspolitik, mit der die anderen Elemente des Marketing-Mix den Marktteilnehmern zugänglich gemacht werden.

Die kommunizierte Zusammengehörigkeit (Corporate Behaviour), die im Zusammenhang mit den anderen Bestandteilen der CI eine schlüssige und widerspruchsfreie Ausrichtung der Verhaltensweisen einer Organisation nach innen und außen darstellt, führt zu einer eindeutigen und unverwechselbaren Marktpräsenz. Wenn die CI stimmig ist, erscheint das Unternehmen glaubwürdiger.

Siehe auch: Werbung und Kommunikationspolitik

Marketingthemen im Überblick

Geläufige Erweiterung um wichtige benachbarte Funktionen

Marktforschung und Meinungsforschung
Engpasskonzentrierte Strategie[16]
Balanced Scorecard
Qualitätsmanagement
Controlling in der Spezialisierungsform Marketingcontrolling / Markttest (Controlling)
Brand Management (Markenführung)
Mitarbeitermanagement, Ausstattung- und Prozesspolitik im Dienstleistungsbereich

Marketingausrichtungen

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen dem auf den Vertrieb der erstellten Leistungen bezogenen Absatzmarketing und dem Beschaffungsmarketing, das sich gezielt mit den auf Lieferanten bzw. Zulieferer gerichteten Aktivitäten befasst.

Den Besonderheiten der Handelsunternehmen, die (nach Schenk) typischerweise vier Märkte gestalten – Absatz-, Beschaffungs-, Konkurrenz- und interne Märkte[17] –, widmet sich das Handelsmarketing als eigenständiger Forschungszweig. Entsprechend tritt für Handelsunternehmen an die Stelle des ursprünglich industriellen Konzepts der marktorientierten Unternehmensführung das Konzept der an vier Märkten orientierten Unternehmensführung.

Zu den vielfältigen Marketingausrichtungen zählen u. a.:

Handelsmarketing (eigenständiges Marketing von Handelsunternehmen)
Dienstleistungsmarketing
Direktmarketing
Sensorisches Marketing
Geomarketing
Ethno-Marketing
Gender-Marketing
Interactive Branding
Investitionsgütermarketing (B2B Business-to-Business)
Konsumgütermarketing (B2C Business-to-Consumer)
Local Branding
Stadtmarketing
Gesundheitsmarketing
Guerilla-Marketing
Eventmarketing
Visual Marketing
Social Marketing
Technologiemarketing
Online-Marketing
Produktplatzierung
Push-Pull-Strategie

Daneben existieren spezielle Ausrichtungen, die nicht direkt den klassischen Marketingausrichtungen zugeordnet werden, da sie nicht direkt einer Leistungserstellung und -vermarktung zuzuordnen sind:

Marketing nach innen (im Rahmen der Corporate Identity)
Non-Profit-Marketing (Politikmarketing)

Neuere Forschungsrichtungen

Consumer Neuroscience verbindet Theorien der Neurowissenschaften mit Marktforschung.
Verzahnung der Neuen Institutionenökonomie mit verhaltenswissenschaftlichen Ansätzen.

Siehe auch

Diversity Marketing
Fachkaufmann für Marketing
Kommunikationswirt
Marketinggesellschaft
Marketingkooperation
Medienmarketing, Immobilienmarketing, Kirchenmarketing
Strategische Marketing-Planung
Vertriebsprozess
Marketingprozess

Literatur

Mirko Düssel: Handbuch Marketingpraxis – Von der Analyse zur Strategie, Ausarbeitung der Taktik, Steuerung und Umsetzung in der Praxis. Cornelsen, Berlin 2006, ISBN 978-3-589-23664-0
Franz-Rudolf Esch, Andreas Herrmann, Henrik Sattler: Marketing – Eine managementorientierte Einführung. 2. Auflage. Vahlen Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8006-3488-0.
Otto Walter Haseloff: Marketing für Innovationen. Ausbreitung, Akzeptierung und strategische Durchsetzung des Neuen in Wirtschaft und Gesellschaft. Verlag Auditorium, Saveso 1989, ISBN 3-905120-13-5
Christian Homburg, Harley Krohmer: Marketingmanagement. 2. Auflage. Gabler Verlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-8349-0289-4.
Philip Kotler, Kevin Lane Keller, Friedhelm Bliemel: Marketing-Management – Strategien für wertschaffendes Handeln. 12. Auflage. Pearson Studium, München 2007, ISBN 978-3-8273-7229-1.
Heribert Meffert, Christoph Burmann, Manfred Kirchgeorg: Marketing. 10. Auflage. Gabler Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-409-69018-8.
Florian Kraus: Der Transfer der Marktorientierung über Hierarchieebenen – Eine empirische Mehrebenenuntersuchung. Gabler Verlag, Wiesbaden 2008.
Philip Kotler, Gary Armstrong, Veronica Wong, John Saunders: Grundlagen des Marketing. 5. Auflage. Pearson Studium, München 2010, ISBN 978-3-86894-014-5.

Weblinks

 Wiktionary: Marketing – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Marketing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Marketing – Zitate

Einzelnachweise

↑ Meffert entwickelt diese Definition aus 15 verschiedenen Vorschlägen als Synthese. H. Meffert u. a.: Marketing. 10. Auflage, Wiesbaden 2008, S. 10 ff.

↑ H. Schierenbeck: Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre. 17. Auflage. München 2008, S. 231 ff.

↑ W. Pelz: Strategisches und Operatives Marketing. Norderstedt 2004, S. 3 ff.

↑ Peter Runia, Frank Wahl, Olaf Geyer, Christian Thewißen: Marketing. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2005, S. 4.

↑ Vgl. Nieschlag, Dichtl, Hörschgen (1985); zitiert von Peter Winkelmann.

Wir über uns. Deutscher Marketingverband; abgerufen am 12. Dezember 2008; zitiert nach Franz-Rudolf Esch.

↑ Hans-Otto Schenk: Marktwirtschaftslehre des Handels. Wiesbaden 1991, S. 201.

↑ Rainer Olbrich: Marketing: Eine Einführung in die marktorientierte Unternehmensführung. 2. Auflage. Springer, 2009, ISBN 3-540-23577-9, S. 12.

↑ Manfred Bruhn: Integrierte Unternehmens- und Markenkommunikation: Strategische Planung und operative Umsetzung. 5. Auflage. Schäffer Pöschel, ISBN 978-3-7910-2878-1, S. 5–7.

↑ Jean-Paul Thommen, Ann-Kristin Achleitner: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. 6. Auflage. Gabler, Wiesbaden 2009, S. 131–132.

↑ B.P. Shapiro: Rejuvenatin the Marketing Mix. In: Harvard Business Review, September-October 1985, S. 4

↑ W. Pelz: Strategisches und Operatives Marketing, Ein Leitfaden zur Erstellung eines professionellen Marketing-Plans. Norderstedt 2004, S. 80 ff.

↑ C. Homburg, H. Krohmer: Marketingmanagement. 3. Auflage. Wiesbaden 2009, S. 829.

↑ P. Kotler, K. Keller: Marketing Management. 13. Auflage. Prentice-Hall, Upper Saddle River 2009, S. 415 f. und 556 f.

↑ a b c P. Kotler, K.L. Keller: Marketing Management. 13th edition. Upper Saddle NJ 2009, S. 18 f.

↑ Herbert Gross: Die Chancen ändern sich. Düsseldorf / Wien 1976.

↑ Hans-Otto Schenk: Marktwirtschaftslehre des Handels. Wiesbaden 1991, S. 199–210.

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4037589-4 (AKS)

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PC steht als Abkürzung für:

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Parti Communiste, Kommunistische Partei Belgiens
Participium coniunctum, syntaktische Konstruktion im Lateinischen
Partido Cardenista, spätere Bezeichnung der mexikanischen Partei Partido del Frente Cardenista de Reconstrucción Nacional
Partidul Conservator (Konservative Partei), eine Partei in Rumänien
Pegasus Airlines, türkische Fluggesellschaft (IATA-Code)
Penn Central, ehemalige amerikanische Eisenbahngesellschaft
Perfectae caritatis, Dekret des Zweiten Vatikanischen Konzils
Persönliche Contrahage, verabredete Mensur zwischen zwei Verbindungsstudenten, siehe Mensur (Studentenverbindung) #Verabredungsmensur
Perspective Control, häufig namensgebendes Merkmal von Tilt-und-Shift-Objektiven
Player Character, Figur im Rollenspiel, siehe Spielercharakter
Political Correctness, siehe Politische Korrektheit
Polycarbonat, thermoplastischer Kunststoff
Porozumienie Centrum (Zentrumsallianz), polnische Partei, von 1991 bis 1993 im Sejm vertreten
Post Conceptionem, Schwangerschaftsdauer ab dem Tag der Empfängnis
Practice Chanter, Musikinstrument zum Erlernen des Sackpfeifenspiels
Privy Council, Beratungsorgan des britischen Monarchen
Program Counter, Befehlszähler der CPU eines Computers
Progressive Conservative Party of Canada, ehemalige Regierungspartei in Kanada
Prontor-Compur, standardisierter Blitzsynchronanschluss an Fotoapparaten
Queen’s Privy Council for Canada, Kanadischer Kronrat, Beratungsorgan des britischen Monarchen beziehungsweise des Generalgouverneurs

Biologie / Chemie / Medizin:

Phycocyanin, Protein
Physikalische Chemie, Teilgebiet der Chemie
Polycarbonate, synthetische Polymere aus der Familie der Polyester
PubococCygeus, Muskel der Beckenbodenmuskulatur, siehe Musculus pubococcygeus
Pyruvatcarboxylase, Enzym bei der Gluconeogenese und dem Citratzyklus

Kraftfahrzeugkennzeichen:

Großbritannien: Preston
Italien: Provinz Piacenza
Italien: Dipartimento Protezione Civile, Zivilschutz (Italien)
Norwegen: Arendal in der Provinz Aust-Agder
Tschechien: Okres Praha-západ, deutsch: Prag-West (auslaufend)

pc steht als Abkürzung für:

Parsec, astronomische Längeneinheit

P.C. steht als Abkürzung für:

Paunsdorf Center, Einkaufszentrum in Leipzig

P&C steht als Abkürzung für:

Peek & Cloppenburg (Düsseldorf), Peek & Cloppenburg KG, Düsseldorf
Peek & Cloppenburg (Niederlande), unter der Regie von Peek & Cloppenburg KG, Düsseldorf
Peek & Cloppenburg (Hamburg), Hamburger Bekleidungshauskette
 Wiktionary: PC – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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Personalentwicklung (PE) umfasst die auf die Bedarfe und Bedürfnisse der Organisation abgestimmte berufseinführende, berufsbegleitende und arbeitsplatznahe Aus- und Weiterbildung des Personals sowie die Ableitung geeigneter Maßnahmen und Strategien aus den Unternehmenszielen, die eine Qualifizierung des Personals zum Ziel haben. Dabei sind Aspekte der Organisationsentwicklung und die Bedürfnisse der verschiedenen Anspruchsgruppen des Unternehmens (bspw. Berufseinsteiger, Fachkräfte, High-Potentials) zu berücksichtigen.[1]

PE ist ein Teilgebiet der Personalwirtschaft innerhalb der Betriebswirtschaft, der Organisationssoziologie, der Erwachsenenbildung (Andragogik) innerhalb der Pädagogik sowie der Personalpsychologie[2] bzw. Wirtschaftspsychologie mit dem Ziel, Menschen, Teams und Organisationen dazu zu befähigen, ihre Aufgaben in betrieblichen Arbeitssystemen erfolgreich und effizient zu bewältigen und sich neuen Herausforderungen selbstbewusst und motiviert zu stellen.

Inhaltsverzeichnis

1 Definition
2 Ziele der Personalentwicklung
3 Erfolgskontrolle
4 Kompetenzentwicklung als Kernaufgabe
5 Bedarfserfassung
6 Bereiche der Personalentwicklung
7 Personalentwicklung in KMU
8 Wissenschaftliche und praktische Zugänge

8.1 Kontextorientiert
8.2 Akteursorientiert
8.3 Ziele
8.4 Inhaltsbereiche
8.5 Methoden
8.6 Räumliche Verortung

9 Inhalte nach Becker

9.1 Bildung
9.2 Förderung
9.3 Organisationsentwicklung

10 Funktionszyklus systematischer Personalentwicklung
11 Phasenmodell nach Becker

11.1 Phase 1: Bedarfsanalyse
11.2 Phase 2: Ziele setzen
11.3 Phase 3: Kreatives Gestalten
11.4 Phase 4: Durchführung
11.5 Phase 5: Erfolgskontrolle
11.6 Phase 6: Transfersicherung

12 Professionalisierung

12.1 Professionalisierung der Personalentwickler
12.2 Begriff der Professionalisierung

13 Tendenzen und Ausprägungen

13.1 Individueller Bereich
13.2 Kollektiver Bereich
13.3 Systemische Personalentwicklung
13.4 Generationen der Implikation

14 Kompetenzbasierte Personalentwicklung

14.1 Kompetenzmodell
14.2 Multi-Rater-Feedback
14.3 Herausforderungen bei der Umsetzung
14.4 Perspektiven und Trends

15 Grenzen der Personalentwicklung

15.1 Organisationsentwicklung
15.2 Psychotherapie

16 Siehe auch
17 Literatur
18 Einzelnachweise

Definition

Personalentwicklung zwischen individueller und systemischer Arbeit

Der Begriff ist in Theorie und Praxis nicht einheitlich definiert. Weite und enge Begriffsfassungen stehen nebeneinander. Enge Begriffsfassungen begrenzen Personalentwicklung inhaltlich auf die Aus- und Weiterbildung. Weiter gefasste Definitionen stellen auch die Förderung der Unternehmensentwicklung durch zielgerichtete Gestaltung von Lern-, Entwicklungs- und Veränderungsprozessen in den Bereich betrieblicher Personalentwicklung und überschneiden sich mit einzelnen Elementen der Organisationsentwicklung. Wie auch in der folgenden Definition von Stock-Homburg: „Personalentwicklung sind Maßnahmen zur Vermittlung von Qualifikationen, welche die aktuellen und zukünftigen Leistungen von Führungskräften und Mitarbeitern steigern (Bildung), sowie Maßnahmen, welche die berufliche Entwicklung von Führungskräften und Mitarbeitern unterstützen (Förderung).“[3]

Zusätzlich wird Personalentwicklung entweder auf bestimmte Klientelgruppen bezogen oder die Eingrenzung erfolgt in Bezug auf die Art der Aktivitäten der Personalentwicklung.[4]

Eine andere Definition liefert Peterke: „Personalentwicklung ist […] die Aufgabe und Disziplin zur Förderung der Unternehmensentwicklung durch zielgerichtete Gestaltung von Lern-, Entwicklungs- und Veränderungsprozessen.“[5] Er geht davon aus, dass Lernen im Unternehmen immer wichtiger wird. Dennoch schwindet die Bedeutung der breiten Personalentwicklung als Funktion oder Abteilung in Unternehmen, da ein relatives Überangebot von Fachkompetenzen am Arbeitsmarkt in Verbindung mit kurzfristigen Rationalisierungsmöglichkeiten durch Freisetzung oftmals einen wesentlich größeren Beitrag zu betrieblich geplanter Kostenoptimierung erwarten lassen, als der relativ teure und langwierige Aufbau von Fach- und Schlüsselkompetenzen. Dem gegenüber gewinnt die hoch spezialisierte Personalentwicklung von Führungskräften und Mitarbeitern mit Kundenkontakt neben der rein fachlich notwendigen Basisarbeit zur Bedienung von Werkzeug und Software gegenwärtig weiter an Bedeutung.

Als strategische Personalentwicklung bezeichnet man die planerischen Aktivitäten, die darauf zielen, die Kompetenzen der Mitarbeiter auf die künftigen Anforderungen des Unternehmens vorzubereiten, die aus der Unternehmensstrategie und der Unternehmensvision abgeleitet werden.

Ziele der Personalentwicklung

PE-Ziele aus Unternehmenssicht sind u. a.:[6]

Sicherung des notwendigen Fach- und Führungskräftebestandes und Deckung des zusätzlichen Bedarfs,
Entwicklung geeigneter Rekrutierungsinstrumente und Karriereangebote,
Erkennen und Vorbereiten von Nachwuchsführungskräften und Spezialisten,
Anpassung an technologische und marktliche Erfordernisse,
größere Unabhängigkeit von externen Arbeitsmärkten,
Verbesserung und Aufrechterhaltung der fachlichen und persönlichen Qualifikationen,
Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit,
Verbesserung der Leistungsmotivation,
Aufdecken von Fehlbesetzungen und Defiziten,
Vermittlung von Schlüsselqualifikationen,
Erhöhung der Bereitschaft, Änderungen zu akzeptieren,
Senkung der Fluktuation,
Verbesserung der innerbetrieblichen Kooperation und Kommunikation.

PE-Ziele aus Mitarbeitersicht sind u. a.:

Verbesserung und Aufrechterhaltung der fachlichen und persönlichen Qualifikation,
Aktivierung bisher ungenutzter Potenziale und Fähigkeiten,
Übertragung neuer/erweiterter Aufgaben,
verbesserte Karriere- und Laufbahnmöglichkeiten,
Minderung des Risikos des Arbeitsplatzverlustes,
Steigerung der individuellen Mobilität auf dem internen und externen Arbeitsmarkt,
Verbesserung der Selbstverwirklichungschancen und Entfaltung der Persönlichkeit,
Erhöhung des persönlichen Prestiges,
Ermöglichung einer eignungs- und neigungsgerechten Aufgabenzuweisung,
Einkommensverbesserung.

Erfolgskontrolle

Da die Wirksamkeit von aufwändigen PE-Maßnahmen relativ schwer und meist nur in längerfristiger Perspektive zu beurteilen ist, hat sich die Diskussion in den letzten Jahren auf die Frage konzentriert, wie die Nachhaltigkeit, also der langfristige Erfolg der Personalentwicklung in ökonomischer und sozialer Hinsicht sicherzustellen und zu messen ist. Das schließt den Werterhalt der hier getätigten Investitionen für das Unternehmen wie für die Mitarbeiter ein. In diesem Zusammenhang wurden immer mehr Indikatoren zum Personalentwicklungscontrolling entwickelt. U. a. werden zur Messung der Wirksamkeit von PE-Maßnahmen herangezogen:[7]

die Fluktuationsquote
das Commitment der Mitarbeiter zum Unternehmen (gemessen über jährliche Mitarbeiterbefragungen)
die Loyalität der Mitarbeiter zum Unternehmen (gemessen durch Fragen wie: „Empfehlen Sie das Unternehmen als Arbeitgeber weiter?“)
die „Back-Up Quote“ im Hinblick auf die Nachfolgeplanung im Unternehmen (für welche Schlüsselpositionen wurden bereits Nachfolger identifiziert?)
die „Verbleibs-Quote“ von Potenzialträgern im Unternehmen
die „On-Board-Quote“, die den Verbleib von Neuzugängen misst
die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit einzelnen Personalentwicklungsmaßnahmen (im Anschluss an Seminare / Workshops usw. gemessen mit Hilfe von Bewertungsbögen)
die ausgewogene Alters- und Geschlechterstruktur wichtiger Zielgruppen
die Gehaltskosten (etwa wenn durch gezielte Entwicklung interner Mitarbeiter zu Führungskräften die Gehaltskosten im Vergleich zu extern eingekauften Führungskräften minimiert werden)
der Krankenstand im Unternehmen bzw. die Krankenkosten
der Human Capital Index HCI (nach Watson Wyatt), der verwendet wird, um die Korrelation des Humankapitals und des Unternehmenswertes zu errechnen
die Abweichung zwischen Ist- und Soll-Kompetenzstand der Mitarbeiter (gemessen über eine regelmäßige Einschätzung der Mitarbeiter durch ihre Führungskräfte)
die Kundenzufriedenheit (gemessen über Kundenbefragungen oder Testeinkäufe)
Service-Level-Kennzahlen (zum Beispiel der Zeitraum von einer Stellenausschreibung bis zu einer erfolgreichen Einstellung oder in der Personalentwicklung oder der Zeitraum von einer Weiterbildungsanfrage aus einem operativen Bereich bis hin zur erfolgreichen Durchführung der Maßnahme)

Die für die PE zuständigen Abteilungen werden hier als interner Dienstleister beurteilt, also analogen Benchmarks unterworfen wie andere Serviceabteilungen auch. Entsprechend können auch Service-Level Agreements mit der für PE zuständigen Abteilung abgeschlossen werden.

Kompetenzentwicklung als Kernaufgabe

Kernaufgabe der PE ist die Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter. Die geforderten Qualifikationen und Kompetenzen werden mit dem Ist-Zustand verglichen und so der quantitative und qualitative Schulungs- und Entwicklungsbedarf ermittelt. Die Bedarfsanalyse berücksichtigt nicht nur die fachliche Qualifikation, sondern auch Führungs- und Sozialkompetenz. Die Beurteilung der Mitarbeiter nach ihren potenziellen zukünftigen Entwicklungschancen heißt Potenzialanalyse.

Beispiele für die Entwicklung von Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen
(Fach-, Methoden-, Sozial- und Persönlichkeitskompetenz)

Fachliche Fähigkeiten und kognitive Kompetenzen
Berufsspezifisches Wissen und Können
Arbeitstempo
Kostenbewusstsein
Unternehmerisches Denken
Allgemeine Planungs- und Ordnungskenntnisse
Kenntnisse zur Qualitätserreichung
Organisation eines Projektmanagements
Handhabung von Werkzeugen und anderen Arbeitsmitteln
Logisches Denken
Analytisches Denken
Entscheidungskompetenz
Risikokompetenz
Gender- und Diversity-Kompetenz
Soziale Fähigkeiten
Selbstbewusstsein, (Teilbereich des EQ)
Selbstmotivation, (Teilbereich des EQ)
Selbstmanagement, (Teilbereich des EQ)
Engagement in der Gruppe, (Teilbereich des EQ)
Empathie, (Teilbereich des EQ)
Führungskompetenz
Qualitätsbewusstsein
Leistungsbereitschaft
Ausdrucksfähigkeit
Fremdsprachen
Innovationsfreude
Kooperationsfähigkeit
Motivationsfähigkeit (aktiv und passiv)
Konflikt- und Kritikfähigkeit (aktiv und passiv)
Präsentationsfähigkeit/verkäuferisches Verhalten
Fairness

Bedarfserfassung

Treten soziale oder fachliche Mängel auf, müssen die Ursachen hierfür gesucht werden, um passende PE-Maßnahmen anbieten zu können. Ursachen können in folgenden Bereichen liegen:

Wissen (Sind die Mitarbeiter informiert? Haben sie es verstanden?)
Wollen (Sind sie motiviert? Was demotiviert sie?)
Können (Sind sie ausgebildet? Haben sie genug trainiert?)
Dürfen (Sind sie aus ihrer Sicht berechtigt? Trauen sie sich, kreativ/kollektiv zu handeln?)

Zur Frage der Motivation von Mitarbeitern kann die Personalentwicklung sowohl in Richtung einer Defizitorientierung ansetzen („Was hindert unsere Mitarbeiter daran, erfolgreich zu sein?“), als auch Ressourcenorientierung zeigen („Welche Fähigkeiten, Träume und Kenntnisse haben unsere Mitarbeiter noch zur Verfügung?“). Je nach Motivationsstrategie des Einzelnen kann die PE diese durch entsprechend psychologisch ausgerichtete Einzelmaßnahmen aus dem Katalog o. g. Elemente umsetzen oder entsprechend den Bedürfnissen einer Mehrheit von Mitarbeitern in einer Arbeitsgruppe geeignete Strategien zur Zielerreichung anbieten.

Bereiche der Personalentwicklung

Die Personalentwicklung (PE) umfasst neben der Förderung beruflich relevanter Kenntnisse, Fertigkeiten und Einstellungen durch Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung (Seminare und Trainings) auch die Beratung zur Arbeitsgestaltung. Damit sind sämtliche Maßnahmen, die zur systematischen Förderung der beruflichen Handlungskompetenz der in einer und für eine Organisation arbeitstätigen Individuen gemeint. Diese Bereiche sollen gemäß Solga, Ryschka und Mattenklott[8] an den strategischen Zielen einer Organisation orientiert sein (strategische Personalentwicklung).

Strategieorientierte PE ist darauf ausgerichtet, systematisch Schlüsselqualifikationen zu entwickeln, die zur Bewältigung unternehmensstrategisch begründeter Leistungsanforderungen benötigt werden.”[9]

Wissenschaftlich wird die Personalentwicklung durch die Psychologie und die Betriebspädagogik begleitet. Sie findet ihre Anwendung u. a. bei:

Berufsausbildung
Einarbeitung
Berufsbegleitende Qualifizierung
Outsourcing
Mentoring
Unternehmensnachfolge

Die Personalentwicklung ist eng mit den Teilbereichen Personentwicklung, Teamentwicklung und Organisationsentwicklung verzahnt. So können die genannten Bereiche als Teilbereich der Personalentwicklung aufgefasst werden, da mit ihnen stets Personalentwicklungsmaßnahmen verbunden sind.

Immer mehr wird die Relevanz der Personalentwicklung für die nachhaltige Modernisierung von öffentlichen Verwaltungen erkannt.

Personalentwicklung in KMU

Formalisierte Personalentwicklung in kleineren und mittelgroßen Unternehmen (KMU) ist derzeit in Deutschland nicht weit verbreitet. Insgesamt regeln nur etwa 15 Prozent aller kleinen und mittleren Betriebe die entsprechenden Zuständigkeiten in ihren Unternehmen. Dies zeigt eine Studie des Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft aus dem Jahr 2002.

Kleine und mittelständische Unternehmen verfügen nicht über genügend Personalressourcen für die Planung und Entwicklung. Daher ist die Personalentwicklung oft „Chefsache“. Beratungsfirmen und Beratungsverbünde sowie Bildungsinstitutionen unterstützen durch Qualifikationsbedarfsanalyse, Potenzialanalyse, Kompetenzanalyse und Einführung typischer Konzepte wie Mitarbeitergespräche oder Stellenbeschreibungen.

Besonders der Sprung von einem kleinen zu einem mittelständischen Unternehmen (von 30 auf 50 Mitarbeiter) erfordert umsichtige Planung und interne Potenzialentwicklung. Denn zum einen verdoppelt sich die Zahl der Mitarbeiter und die neuen müssen sich mit den über längere Zeit Beschäftigten auseinandersetzen. Außerdem wird es notwendig zusätzliche Hierarchien in die Organisation einzubetten. Mittelständische Unternehmen im Wachstum haben ähnliche Probleme bei der Organisationsstruktur.

Es gibt Förderprojekte in den einzelnen Bundesländern Niedersachsen und NRW, welche konkrete Beratungen fördern. Stichwörter hierzu sind Potentialberatung in NRW[10] und Personalentwicklungsberatung in Niedersachsen.

Wissenschaftliche und praktische Zugänge

Wissenschaftliche und praktische Zugänge zur Personalentwicklung; Forschungs- und Gestaltungszugänge; Bild: Becker, M./Schwarz, V./Schwertner, A. (2002): Theorie und Praxis der Personalentwicklung: aktuelle Beiträge aus Wissenschaft und Praxis, 2. Auflage. München 2002, S. 7.

Zur Systematisierung der Personalentwicklung ist nach konkreten Forschungszugängen und praktischen Gestaltungsanliegen zu unterteilen. Wesentliche Forschungs- und Gestaltungszugänge sind in (siehe Abbildung: Wissenschaftliche und praktische Zugänge zur Personalentwicklung) dargestellt.

Kontextorientiert

(Im Bild 1) Hier wird auf die unternehmensinternen und -externen Einflüsse, also auf Ziele, Inhalte, Methoden und Akteure der Personalentwicklung bezogen. Die kontextorientierte Gestaltung lotet den normativen Handlungsrahmen aus, der die Personalentwicklung vorbestimmt. Die Unternehmenspolitik bestimmt als Zweck-Mittel-Beziehung Richtung, Ziele und Inhalte der Personalentwicklung. Die Personalentwicklung ist so auszugestalten, dass sie die Erreichung der Unternehmensziele optimal unterstützt.[11] Zusätzlich sind die externen Kontextfaktoren zu beachten.

Akteursorientiert

(Im Bild 2) Dieser Zugang beachtet, wie biographie- und kontextbestimmte Lernimpulse und Lernbarrieren die Teilnahme und den Erfolg von Personalentwicklungsmaßnahmen beeinflussen. Akteure der Personalentwicklung sind die Fach- und Führungskräfte der Personalentwicklung und das Top-Management der Unternehmen. Zusätzlich nehmen die Personal- und die Betriebsräte, die Gleichstellungsbeauftragten und die Schwerbehindertenvertreter im Rahmen ihrer gesetzlichen Mitbestimmungsrechte Einfluss auf die Personalentwicklung. Die Akteure handeln stets interessengeleitet. Interessen sind herauszuarbeiten und klientenbezogen ist festzulegen, ob und wie diese durch Personalentwicklung befriedigt werden können. Grundsätzlich werden Personalentwicklungsentscheidungen bestimmt durch:

die individuelle Persönlichkeit des Lernenden,
die Vorerfahrungen, Ziele und Befürchtungen der Adressaten der Personalentwicklung,
das soziale, politische und konjunkturelle Umfeld, z. B. die spezifische Arbeitsmarktsituation, die Ausgestaltung der staatlichen und betrieblichen Fördermaßnahmen, den Wettbewerbsdruck auf Berufe und Berufsgruppen,
die Persönlichkeit und Professionalität der verantwortlichen Personalentwickler.

Voraussetzungen der Teilnahme an den Personalentwicklungsmaßnahmen sind rechtzeitige und ausreichende Informationen. Aufgabe der Personalentwicklung ist die Schaffung eines sozialen Umfeldes, das Motivation und Verantwortung stärkt. Unternehmen müssen Entwicklungsmöglichkeiten offerieren und ein lernförderndes Arbeitsklima schaffen. Die Bereitschaft zur Weiterentwicklung ist zu erwarten, wenn die Ziele der Personalentwicklung den Akteuren attraktiv und erreichbar erscheinen und die positiven Auswirkungen der Teilnahme, z. B. Karrierechancen, hoch eingeschätzt werden. Die Rolle und das Selbstverständnis der Personalentwickler bestimmen die Art und die Ausgestaltung der Personalentwicklung wesentlich mit.

Ziele

(Im Bild 3) Insgesamt legt die Zielvereinbarung das Anspruchsniveau der Personalentwicklung fest. Als Ergebnis der Personalentwicklung erwarten die Mitarbeiter die Erhaltung und Verbesserung ihrer Beschäftigungsfähigkeit, die Führungskräfte erwarten leistungsstarke und motivierte Mitarbeiter, die Unternehmensleitung will signifikante Beiträge zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. In dynamischen Unternehmen steht die kompetente Verwertung erworbener Qualifikationen im Arbeitsprozess im Vordergrund. Kompetenz ist dabei zu verstehen als Kombination von Kenntnissen, Fertigkeiten, Erfahrungen und Verhaltensweisen, die in einer konkreten Arbeitssituation von einer Person zur Lösung ganz konkreter Arbeitsprobleme eingesetzt werden.[12][13] Der Erfolg der Personalentwicklung zeigt sich erst im Arbeitsergebnis, dem gelungenen Werk, nicht schon im Erwerb von Qualifikationen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht wird der Verwendungsaspekt der Personalentwicklung i. S. von Kompetenzverbesserung und Performanz besonders hervorgehoben. Folgt man dieser Sichtweise, dann hat Personalentwicklung die Handlungskompetenz zu fördern.[14] Wesentliche Aspekte der Handlungskompetenz sind die situativ-individuelle Handlungsfähigkeit (Können), die Handlungsbereitschaft (Wollen) und die konkrete Zuständigkeit für eine Aufgabe (Dürfen).[15]

Inhaltsbereiche

(Im Bild 4) Entsprechend der weiten Definition umfasst Personalentwicklung die Inhalte wie Bildung, Förderung und Organisationsentwicklung (siehe nachfolgende Grafik nach Becker).

Methoden

(Im Bild 5) Aus Sicht der Methodik und Didaktik gliedert sich die Personalentwicklung in eine eher einheitlich verstandene Anzahl unterschiedlich wirkender Elemente. Die Methoden der Eignungsdiagnostik sind hierbei fakultativ zu verstehen:

Eignungsdiagnostik
Erstellen der Anforderungsprofile
Auswahl- und Einstellungsverfahren
Situatives Interview
Multimodales Interview
Persönlichkeitstests
IQ-Tests
EQ-Fallstudien
Arbeitsbewertung
Leistungserfassung
Assessment-Center
Multi-Rater-Feedback

Die methodische Absicherung der Personalentwicklung ist Voraussetzung zur Erreichung und Überprüfung von Effektivität und Effizienz. Hierdurch wird auch die Akzeptanz gesichert und erforderliche Ressourcen werden gesichert.

Maßnahmen
Mitarbeitergespräch
Einarbeitungsprogramme
Führungsnachwuchsprogramme
Austauschprogramme
Employee Empowerment
Job-Rotation
Jobenrichment
Jobenlargement
EFQM-Modell einführen
Schulung
Training und Moderation von Lehrgängen
Lernen durch Lehren (LdL)/ Multiplikator und E-based-learning
Mediation in Konfliktfällen
Massivere Interventionen wie
Supervision
Coaching
Psychotherapeutisches Handeln

finden in der Fachliteratur geteilte Berücksichtigung und werden in der Regel von externen Experten erbracht (siehe Grenzen der Personalentwicklung).

Räumliche Verortung

Räumlich gesehen werden Maßnahmen der Personalentwicklung, je nach Ort bzw. Setting nicht nur am Arbeitsplatz und innerhalb der dort anfallenden Arbeiten geleistet, sondern auch außerhalb der normalen Arbeitsumgebung und gelegentlich nach Dienstschluss (z. B. im Außendienst).

Inhalte nach Becker

Bildung

Sie ist traditioneller Bestandteil der Personalentwicklung. Kernbereiche sind die Berufsausbildung, die fachliche und die allgemeine Weiterbildung, die Führungsbildung, das systematische Anlernen und die Umschulung. Die Inhalte der Aus- und Weiterbildung wechseln mit der Dynamik der Anforderungen. Insbesondere Weiterbildung und Führungsbildung verändern sich mit der Virtualisierung der Unternehmen und der Globalisierung der Wirtschaft. Die Führungsbildung bereitet auf effizientes Führungshandeln multifunktionaler Teams in virtuellen Unternehmen vor. Interkulturelle Kompetenz, Umgang mit Diversity (vor allem mit heterogenen Belegschaften) und der Zuwachs an Autonomie verändern das Führungshandeln und damit die Führungskräfteentwicklung.

Förderung

Hierzu gehören Tätigkeits- und Anforderungsprofile, Auswahl- und Einarbeitungsverfahren, strukturierte Mitarbeitergespräche, Potentialanalysen, Karriere- und Nachfolgeplanung, Coaching, Mentoring und Zielvereinbarungen. Die Förderung folgt den Prinzipien der Individualisierung, Generalisierung und Elementarisierung und zielt auf die anforderungsadäquate Entwicklung von Individuen und Gruppen. Insbesondere die Elementarisierung verlangt die Ablösung von flächendeckenden Stellenbeschreibungen durch die Zusammenfassung der Tätigkeiten und Anforderungen auf Stellenbündelniveau.[16] Die Förderung nimmt im Vergleich zur Bildung deshalb an Bedeutung zu, weil der Erfolg dynamischer Unternehmen in starkem Maße von der Leistung und dem Verhalten der Organisationsmitglieder abhängt.

Organisationsentwicklung

Inhalt sind die integrierte und zielorientierte Gestaltung und Entwicklung von Organisationen. Personale, strukturale und prozessuale Aspekte sollen den jeweiligen Anforderungen der Unternehmenstransformation entsprechen. Teamkonzepte, Projektarbeit und soziale, technische und organisatorische Gestaltung sind prominente Ansatzpunkte der Organisationsentwicklung. Organisationsentwicklung ist stets managementgeleitet und ergebnisorientiert zu gestalten.[17][18]

Funktionszyklus systematischer Personalentwicklung

Die systematische Personalentwicklung kann als Aktionsfolge zur Beschaffung, Analyse, Aufbereitung, Nutzung, Verwendung und Aussonderung von Informationen verstanden werden, die in dem hier konkret behandelten Falle die Gestaltung der Personalentwicklung zum Gegenstand hat.

Der Funktionszyklus ist ein abgestimmtes Verfahren zur Planung, Steuerung und Kontrolle konkreter Personalentwicklungsmaßnahmen und stellt, bezogen auf gegebene oder zu setzende Unternehmensziele die Arbeitsschritte Planung, Entscheidung, Gestaltung und Bewertung der Personalentwicklung sicher. Auch die systematische Personalentwicklung verwendet den Systembegriff. Hierbei lässt sich die Personalentwicklung ihrerseits in Subsysteme zerlegen.

Bedarfsanalyse
Zielsetzung
Kreatives Gestalten
Durchführung
Erfolgskontrolle
Transfersicherung

Diese Phasen systematischer Personalentwicklung im Funktionszyklus stellen ein in den einzelnen Phasen aufeinander abgestimmtes Verfahren zur Planung, Realisierung, Steuerung und Kontrolle konkreter Personalentwicklungsmaßnahmen dar (vgl. dazu die Abbildung: Funktionszyklus systematischer Personalentwicklung). Bedarfsanalyse, Ziele setzen, kreatives Gestalten, Realisieren, Erfolgskontrolle und Transfersicherung sind die Teilschritte systematischer Personalentwicklung.[19]

Subsysteme sind z. B. die Bildung, die Förderung und die Organisationsentwicklung. Die Subsysteme oder Handlungsfelder der Personalentwicklung erhalten ihre Aufträge, Ressourcen und Legitimation aus dem übergeordneten System Unternehmung und aus dem Auftrag der Personalentwicklung. So kann auch der Funktionszyklus als ganzheitliches System aufgefasst werden. Die Elemente des Funktionszyklus wirken in einer ganzheitlichen Systematik zusammen und bedingen einander im Interesse der Zielerreichung systematischer Personalentwicklung.

Phasenmodell nach Becker

Funktionszyklus systematischer Personalentwicklung; Bild: Becker, M. (2005): Systematische Personalentwicklung: Planung, Steuerung und Kontrolle im Funktionszyklus, Stuttgart 2005, S. 17.

Phase 1: Bedarfsanalyse

Zunächst wird in einer Tätigkeitsanalyse festgestellt, welche Aufgaben derzeit in einer Stelle oder einem Stellenbündel zu erledigen sind. Die Anforderungsanalyse klärt anschließend, welche fachlichen, führungsbezogenen, methodischen und sozialen Anforderungen erforderlich sind, um die Tätigkeiten einer Stelle bzw. eines Stellenbündels professionell zu erledigen. In Stellenbündeln werden gleiche und gleichartige Tätigkeiten und Anforderungen zusammengefasst. Aufgenommen werden nur „kritische“ wertschöpfungsrelevante, relativ dauerhafte Tätigkeits- und Anforderungselemente gleicher oder vergleichbarer Funktionen. Die Adressatenanalyse untersucht danach die Ist-Befähigungen (Qualifikation und Motivation) und das Potenzial der Mitarbeiter. Die Gegenüberstellung der Ergebnisse von Anforderungs- und Adressatenanalyse zeigt, ob der Mitarbeiter anforderungsgerecht, über- oder unterqualifiziert und motiviert ist. Die Potenzialanalyse prognostiziert, inwieweit ein Mitarbeiter aus gegenwärtiger Sicht wahrscheinlich in der Lage wäre, eine andersartige oder höherwertige Tätigkeit wahrzunehmen. Die Ursachenanalyse soll zeigen, ob die Mängel im Wollen (Motivation), im Können (Qualifikation) oder im Dürfen (Ordination) begründet sind.

Zu unterscheiden sind individuelle, operative und strategische Bedarfsanalyse. Die Ursachenanalyse untersucht hierbei die Gründe der Abweichungen zwischen Soll-Anforderungen und vorhandener Befähigung. Die Abweichungsursache kann in einem Mangel an Dürfen (Ordination), einem Mangel an Wollen (Motivation) oder einem Mangel an Können (Qualifikation) begründet sein und entsprechende Personalentwicklungsbedarfe nach sich ziehen.

Phase 2: Ziele setzen

Die Zielplanung legt als Reichweitenplanung den Horizont der Personalentwicklung fest. Sie bezeichnet das konkrete Entwicklungsergebnis, das mit den zu wählenden Inhalten und den anzuwendenden Methoden der Personalentwicklung erreicht werden soll und hat damit einen transitorischen Charakter. Diese Ziele sollten im Dialog erarbeitet werden, verbindlich und akzeptiert sein. Akzeptanz ist nur dann zu erwarten, wenn die Nutzenkalküle der Akteure jeweils zufriedenstellend ausfallen. Insofern schätzen die Beteiligten ab, ob die Ziele für sie bedeutsam, wertvoll, erreichbar, steuerbar und beeinflussbar sind. Bei der Zielformulierung sind der Zielbereich und die Zielebene zu bestimmen. Sie werden in kognitive, affektive und psychomotorische Lernziele differenziert. Kognitive Lernziele streben eine Veränderung intelligibler Befähigung an. Diese zeigt sich als Fähigkeit, die materielle und kulturelle Welt rational zu begreifen, Dinge und Ideen gedanklich zu fassen und für sich und andere nutzbar zu machen. Motivation und Begabung sind bei jedem Menschen anders ausgeprägt (Individualaspekt des Lernens). Weil dies so ist, unterscheiden sich die subjektiven Lern- und Entwicklungsbemühungen der Menschen.

Phase 3: Kreatives Gestalten

Das Kreative Gestalten der Personalentwicklungsmaßnahmen legt zeitlich, sachlich und personell die Infrastruktur der Personalentwicklungsmaßnahmen fest. Es ist konkret zu klären, wann und wo Personalentwicklung durchgeführt werden soll. Die personelle Planung bestimmt die Anzahl der Teilnehmer und der Referenten, legt fest, wer die Administration der Personalentwicklung leistet und klärt z. B. auch mit Vergleichsstudien, welche Maßnahmen bei gegebenem Ziel kostengünstig zum Erfolg führen. Kreatives Gestalten bestimmt die Lernorganisation, die Lernzeiten und die Abfolge der Maßnahmen. Ebenfalls zum Kreativen Gestalten gehören die Kostenplanung, die Kalkulation der Maßnahmen und die Verrechnung der Kosten.

Phase 4: Durchführung

Die Durchführung von Personalentwicklungsmaßnahmen erfolgt intern, extern, on-the-job, off-the-job und in Mischformen. Die Verantwortlichen stellen fest, ob die Durchführung planmäßig verläuft oder Korrekturen notwendig sind (Ziel-, Inhalts- und pädagogische Korrekturen).

Teamorientiertes Arbeiten und gegenseitige Unterstützung im Lern- und Arbeitsprozess verändern die Personalentwicklung vor Ort. Insbesondere die Führungskräfte unterstützen in Team- und Gruppenkonzepten als Trainer, Berater, Coaches und Mentoren die Durchführung der Personalentwicklung. Die hauptamtlichen Personalentwickler unterstützen als „Facilitators“ die Lern- und Arbeitsprozesse mit Medien, Moderation und Train-the-Trainer-Aktivitäten.

Phase 5: Erfolgskontrolle

Die Erfolgskontrolle misst und bewertet die Effektivität und Effizienz erfolgter Personalentwicklungsmaßnahmen. Die Phasen der Erfolgskontrolle sind Kontextkontrolle, Zielkontrolle, Input-Kontrolle, Lernfortschrittskontrolle, Lernerfolgskontrolle, Transferkontrolle.

Als Kontextkontrolle werden im Allgemeinen die Kontrollaktivitäten bezeichnet, die während der Planungsphase einer Personalentwicklungsveranstaltung vorgenommen werden. Lernfortschrittskontrollen überprüfen als Verlaufskontrollen den Lernzuwachs, die Lernmotivation, die Methoden und die Medien. Sie beinhalten sowohl die pädagogische als auch die betriebswirtschaftliche Kontrolle und dienen als Entscheidungshilfe für die Planung künftiger Personalentwicklungsmaßnahmen. Die Feststellung des Erfolges im Lernfeld motiviert die Teilnehmer zu mehr Lernbereitschaft und verbessert ihre Lernintensität und -ausdauer. Andererseits kann bei den Teilnehmern aufgrund der geplanten Erfolgskontrollen die Angst des Versagens verstärkt werden, was dazu führen kann, dass einzelne Teilnehmer bestimmten Personalentwicklungsmaßnahmen fernbleiben.

Die Transferkontrolle versucht zu ermitteln, in welchem Ausmaß sich die Personalentwicklungsmaßnahme in der Realsituation im Unternehmen tatsächlich positiv ausgewirkt hat und überprüft sowohl den Umfang (inhaltliche Transferkontrolle) als auch die Methoden der Transfersicherung (methodische Transferkontrolle). Die inhaltliche Transferkontrolle fragt, wie viel an Wissen und Können nach Abschluss der Maßnahme am Arbeitsplatz angewendet wird. Die methodische Transferkontrolle fragt, ob die Transferberatung, die Rückkehrgespräche und die Transferunterstützung am Arbeitsplatz systematisch und zeitnah vorgenommen werden.

Eine unsystematische Bedarfsanalyse, unklar formulierte Lernziele, unprofessionelles Kreatives Gestalten, ungeeignete Evaluationsmethoden und die mangelnde Akzeptanz der an der Personalentwicklung Beteiligten behindern die Erfolgskontrolle.

Phase 6: Transfersicherung

Personalentwicklungsmaßnahmen sind erst dann erfolgreich abgeschlossen, wenn die Mitarbeiter das Gelernte am Arbeitsplatz dauerhaft zur Bewältigung ihrer Aufgaben anwenden. Die Transferkontrolle erfolgt im Arbeitsfeld und stellt fest, ob Probleme, die vor der Durchführung einer Personalentwicklungsmaßnahme bestanden, dauerhaft behoben sind. Die Transfersicherung muss in enger Kooperation der Führungskräfte und der Mitarbeiter erfolgen. Die Führungskräfte leisten insbesondere dadurch Unterstützung, dass sie die Mitarbeiter ermuntern, die erworbenen Kenntnisse in ihre Arbeit einzubringen. Erfolgt Personalentwicklung am Arbeitsplatz und am konkreten Lernobjekt, dann ist die Transferproblematik überwunden, weil Lern- und Arbeitsfeld zusammenfallen.

Professionalisierung

Professionalisierung der Personalentwickler

Die Grundberufe der Personalentwicklung sind recht vielfältig.[20] Sozialwissenschaftler, Arbeitswissenschaftler, Juristen, Pädagogen und insbesondere Wirtschaftswissenschaftler finden den Weg in die Personalentwicklung. Obwohl zunehmend Fachhochschul- und Hochschulabsolventen in der Personalentwicklung arbeiten, sind nach wie vor viele Praktiker als Trainer, Berater und Führungskraft in der Personalentwicklung tätig. Weil es keine einheitliche Qualifizierung für Personalentwickler gibt, muss die Professionalisierung berufsbegleitend geleistet werden.

Begriff der Professionalisierung

Der Begriff Profession hat eine lange Tradition, doch kann der Begriffsinhalt aufgrund der Vielschichtigkeit der zugeschriebenen Bedeutungen nur schwierig eingegrenzt werden.[21][22][23] Allgemein umfasst Professionalisierung einen fortgesetzten Prozess der Spezialisierung von gesellschaftlich anerkannten und benötigten, mehr oder weniger homogenen Tätigkeitsbündeln.[24][25] Idealerweise werden diese Tätigkeitsbündel (oder besser: die allgemein an ein Tätigkeitsbündel gerichteten Verhaltens- und Handlungserwartungen) summarisch als Beruf bezeichnet. Professionalisierung kann in diesem Verständnis als Prozess der gesellschaftlichen Verberuflichung verstanden werden.

Professionalisierung in Abhängigkeit von Wissen und Anerkennung

Die Ziele der Professionalisierung sind die Standardisierung von Anforderungen und Fähigkeiten, die Bündelung des Einflusses zur Durchsetzung von Interessen der jeweiligen Profession und die Erzeugung von Identifikation durch Anerkennung und Achtung typischer Leistungs- und Verhaltensmuster. Ein Individuum ist einer Profession zugehörig, wenn es die formalen, fachlichen und personalen Standards der entsprechenden Profession erfüllt. Durch die Zugehörigkeit erfährt der einzelne kollektiven Schutz, Status und Anerkennung.[26]
Daheim charakterisiert Professionalisierung als einen Prozess der Zunahme an systematisiertem Spezialwissen.[27] Dem steht die weite, summarische Auffassung der „old established professions“ gegenüber,[28] z. B. Arzt, Rechtsanwalt, Apotheker oder Lehrer. Professionalisierung zielt in dieser Sichtweise auf die Autorität, die ein Beruf in der Vorstellung der Bezugspersonen und der damit verbundenen gesellschaftlichen Bedeutungszuschreibung hat. Autorität ist das relative Maß an Einfluss, das einem Angehörigen eines Berufes zugestanden wird. Standespolitik, Abgrenzungsbemühungen, Standessymbole und die Erfahrung der Bezugspersonen prägen die Autorität eines Berufsstandes.

Hartmann – siehe Abb. – fasst Professionalisierung als Funktion der beiden Variablen Wissen und Anerkennung.[29] Demnach erfolgt Professionalisierung, wenn das Wissen wächst und die Anerkennung zunimmt. Die beiden Variablen sind in der Generierung von Professionalität voneinander abhängig. Die einseitige Zunahme von Wissen ist somit noch keine hinreichende, wohl aber eine notwendige Bedingung für die Professionalisierung.

Fuhr trennt weiter in klassische Professionen und in Expertenberufe. Klassische Professionen sind durch die Merkmale Zusammenschluss in einem Berufsverband, berufsethische Verpflichtung, Dienstgesinnung und Autonomie gekennzeichnet.[30] Die Autonomie der klassischen Berufe, z. B. des Arztes oder des Notars, resultiert aus der geringen Fähigkeit der Nachfrager, die Qualität der professionellen Leistung beurteilen zu können. Damit die Autonomie nicht zur Willkür wird, werden Professionen durch bürokratische Strukturen, gesellschaftliche Kontrollen und berufsethische Sanktionsinstanzen reguliert. Die Funktion des Personalentwicklers, für den diese Merkmale nicht zutreffen, ist also eine Expertentätigkeit; es gibt noch keine standardisierten Karrieren, die in ihn einmünden, allenfalls konzerninterne Karrierepfade. Auch ist in vielen Branchen der Personaleentwickler in seinen Entscheidungen und Funktionen eingeschränkt durch die Linienmanager, die sich die Letztentscheidung bei Personalauswahl, Weiterbildung usw. vorbehalten. In kleinen und mittleren Unternehmen muss man von einer semiprofessionellen Tätigkeit sprechen, die – obgleich sich das Methodenspektrum der Personalentwicklung immer weiter professionalisiert und unzählige Fortbildungen dafür existieren – von nicht speziell qualifiziertem Personal, sondern von Fachfremden wahrgenommen wird.

Tendenzen und Ausprägungen

Individueller Bereich

Die Personalentwicklung soll nicht nur zur individuellen Entwicklung des Mitarbeiters und zu seiner Lebensplanung beitragen, sondern diese durch eine geeignete betriebliche Karriere unterstützen („Work-Life-Balance“). Die Personalentwicklung sollte hierzu das spezifische Mitarbeiterpotenzial unter Berücksichtigung der individuellen Interessen und Stärken fördern.

Einen bedeutenden Bereich der individuellen Personalentwicklung stellt die Aus- und Weiterbildung von Führungskräften (Führungskräfteentwicklung) dar. Damit gerade bei dieser Zielgruppe Personalentwicklungsmaßnahmen einen Niederschlag in konkretem Verhalten finden, sind jedoch in aller Regel reine Weiterbildungsveranstaltungen nicht ausreichend. Oft wird in diesem Zusammenhang eine „Weiterbildungsresistenz“ von Führungskräften beklagt. Im internationalen Vergleich bestehen deutliche Unterschiede im Verständnis von Führung und der entsprechenden Ausbildung der Führungskräfte.

Im Gegensatz zu älteren, defizitorientierten Ansätzen in der PE (Schulung von Wissenslücken) wird gegenwärtig auch in Europa ein immer stärker werdender Trend zur Stärkung von Ressourcen des Mitarbeiters deutlich (vgl. auch Coaching). Ein sehr grundlegender Ansatz stammt aus der Ich-Entwicklung, da hier die grundlegenden Persönlichkeitsstrukturen einer Person berücksichtigt werden, die die Art der Wissens- und Erfahrungsverarbeitung maßgeblich beeinflussen, um den Gesamtkontext einer Person besser zu verstehen. Derartige Bemühungen sind mit der Einsicht verbunden, die Leistungsfähigkeit, das Engagement und die Passung von Tätigkeitsfeld und Person zu erhöhen. So können die Kapazitäten und Ressourcen einzelner Mitarbeiter und insbesondere leistungsstarken Führungskräften zielgerecht angepasst und eingesetzt werden. Diese zumindest bei Leistungsträgern relevante Sicht in der PE hat ihren Ansatz auch der Erkenntnis zu verdanken, dass trotz einer hohen Arbeitslosigkeit im Allgemeinen, nicht sehr viele freie Leistungsträger mit interkulturellen Fähigkeiten und hohem akademischen oder fachlichen Niveau am Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

So sind neben den klassischen rezeptiv orientierten Schulungs- und Einarbeitungsthemen auch individuelle Personalentwicklungsmaßnahmen für Führungskräfte üblich. Beispiele sind Mediation im Bereich der Freisetzung von Geheimnisträgern oder im Einzelfall auch psychotherapeutische Interventionen im Bereich der Angst-Therapie bei Managern, Coaching zu Mobbing-Problematiken in Teams oder Burn-out-Situationen (Graf, Wien, Psychotherapie in der Arbeitswelt).

Kollektiver Bereich

Im kollektiven Bereich bedient sie sich zur Erreichung der betrieblichen Ziele vor allem in Prozessen des Veränderungsmanagements (change management) und bei betrieblicher Organisationsentwicklung neben den o. g. Elementen auch der Entlohnung, sowie Anreiz- und Vergütungsmodellen. Innovative Arbeitszeitregelungen unter Berücksichtigung der Arbeits- und Organisationspsychologie unterstützen die Ziele der PE. Wichtig sind auch Konzepte zur Führungskräfte- und Teamentwicklung.

Personalentwicklung vollzieht sich in der Praxis systematischer Prozesse der Weiterbildung und Entwicklung auch und besonders unter systemischen Gesichtspunkten. Der Gestaltung von Gruppen in ihrer Abhängigkeit von kontextbezogenen Richtlinien kommt hierbei eine immer größer werdende Bedeutung zu, vor allem vor dem Hintergrund der sich schnell wandelnden Unternehmenskulturen durch Fusionen und häufige Arbeitsplatzwechsel des Einzelnen bzw. projektbezogener Aufgaben.

Da bei der Zusammenstellung vor allem von temporären Arbeitsgruppen besonders auf die Passung der einzelnen Ressourcen im Sinne einer ganzheitlichen Gruppenleistung geachtet werden sollte, bedient sich die PE im Vorfeld der Eignungsdiagnostik. Bewerbermanagement und Auswahl des richtigen Bewerbers stehen hier im Vordergrund.

Systemische Personalentwicklung

Die Systemtheorie zentriert im Bereich der Personalentwicklung die Einbindung von Kenntnissen und Fähigkeiten der Mitarbeiter in die Handlungen der Organisation. Ein großer Einfluss auf die Strukturen der Organisation wird durch die Veränderung der Kommunikationsstrukturen erreicht. Kommunikation bildet den Kontext, der darüber bestimmt, wie Entscheidungen über Maßnahmen der Personalentwicklung durch die Organisation aufgenommen werden. Systembildung wird durch Sinngebung erreicht. Die Personalentwicklung dient der Sinnvermittlung, indem sie den handelnden Akteuren die Notwendigkeit von Lernen und Verändern, Strukturieren und Vereinfachen, von Ordnung und Abgrenzung kommunikativ einsichtig vermittelt. In diesem Verständnis ist die Personalentwicklung als Element zur Stabilisierung des übergeordneten Systems Unternehmung wirksam.

Die Personalentwicklung ist aber auch ein System mit funktionaler Eigenständigkeit, das institutionalisiert und regelhaft die Handlungen der Akteure bestimmt und begrenzt. Um als eigenständiges System Berechtigung und Bestand zu haben, muss die Personalentwicklung sich inhaltlich und formal von anderen Teilsystemen der Unternehmung abgrenzen. Sie muss eine eigenständige Aufgabe erfüllen, eigene Methoden und professionelle Verhaltensweisen entwickeln. Somit ist die Personalentwicklung selbst System und gleichzeitig Systemelement für das Übersystem Unternehmen.

Systemische Personalentwicklung berücksichtigt, dass es nur begrenzt möglich ist, auf das System von außen steuernd einzuwirken. Auf Veränderung des Systems zielende Interventionen, z. B. durch externe Berater, wirken indirekt auf das System, indem dieses angeregt wird, den Nutzen von Informationen aus der Umwelt für die Organisation wahrzunehmen, zu beurteilen und zu verarbeiten. Auch die Auswirkungen der aus dem System Personalentwicklung selbst kommenden Veränderungsimpulse, z. B. die Beratung des Managements durch eine Personalentwicklungseinheit, hängt „in erster Linie nicht von der Absicht der Intervention, sondern von der Organisationsweise und den Regeln der Selbststeuerung des Systems ab.“ Unter Selbststeuerung wird verstanden, dass ein System sich selbst nach gesetzten Zielen unter Kontrolle halten kann.

Voraussetzung für eine erfolgreiche systemische Personalentwicklung ist daher, dass diese die Funktionsweise des Hypersystems Unternehmen versteht und die Mitarbeiter als Mitverantwortliche für die Ausgestaltung der Personalentwicklung aktiviert.

Generationen der Implikation

Dem Generationenschema der Personalentwicklung folgend, das diese nach dem Reifegrad in idealtypische Phasen einteilt, entspricht die systematische Personalentwicklung im Funktionszyklus der zweiten Generation (Differenzierungsphase). Diese unterscheidet sich von der ersten Generation (Institutionalisierungsphase) als ein System systematischer, zielgerichteter Planung, Steuerung, Realisierung und Evaluierung von Maßnahmen und geht über die reaktive Beseitigung von Qualifikationslücken hinaus. Die methodische Absicherung der Personalentwicklung erfolgt anhand des Funktionszyklus, dessen Phasen in ihrer Abfolge und der Anpassbarkeit auf die individuelle Unternehmenssituation in den folgenden Kapiteln ausführlich dargestellt werden.

Schließt die Personalentwicklung auch Maßnahmen der Organisationsentwicklung ein, wird der Übergang zur dritten Generation der Personalentwicklung vollzogen. Diese Phase hat die Steigerung der Problemlösefähigkeit der Mitarbeiter durch ihre verstärkte Beteiligung an Maßnahmen der Organisationsentwicklung zum Ziel. Im Verständnis der Integrationsphase der Personalentwicklung erreicht ihre Gestaltung die höchste Stufe. Das „personale System Mensch“, die „organisationale Einheit Team“ und das „makroökonomische System Unternehmung“ werden im Integrationsverbund optimal aufeinander abgestimmt.

Kompetenzbasierte Personalentwicklung

Kompetenzbasierte Personalentwicklung (manchmal auch „kompetenzorientiert“) bezeichnet eine Personalentwicklung, die Kompetenzen als Abstraktionen von menschlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen als primäres Steuerungsinstrument benutzt.[31]

Kompetenzmodell

Kompetenzmodell

Zur Standardisierung aller Personalentwicklungsmaßnahmen in einem Unternehmen wird in der kompetenzbasierten Personalentwicklung ein unternehmensweit einheitliches Kompetenzmodell (auch als Kompetenzkatalog bezeichnet) eingesetzt. Hier werden alle notwendigen Kompetenzen in einer hierarchischen Struktur organisiert und mit einem entsprechenden Sollwert versehen den einzelnen Jobrollen im Unternehmen zugeordnet (siehe auch Kompetenzmanagement, sowie den Forschungsarbeiten von John Erpenbeck).

Eine Gliederung in

Kompetenzfeld
Einzelkompetenz
Verhaltensanker

bietet sich an. Der Verhaltensanker ist eine möglichst sachlich formulierte Beschreibung eines beobachtbaren Verhaltens und Grundlage für die Erhebung von individuellen Ausprägungen einer Kompetenz. Mit jeweils 3–5 Verhaltensankern lassen sich die meisten Einzelkompetenzen gut abbilden. Die Zusammenfassung der Einzelkompetenzen zu Kompetenzfeldern ermöglicht die Aggregation von Werten und erleichtert die Auswertung.

Zur Entwicklung eines Kompetenzmodells bietet sich die Methode der Expertenbefragung an. Dabei werden sowohl aktuelle erfolgreiche Stelleninhaber, als auch Experten, die die zukünftige Entwicklung der Anforderungen an die Jobrolle abschätzen sollen, befragt und die Ergebnisse in Verhaltensanker ausgearbeitet.
Bei der Entwicklung des Kompetenzmodells, der Verhaltensanker und später bei der Erhebung von Ausprägungen ergeben sich aus akademischer Sicht eine ganze Reihe von Fragen, die für einen pragmatischen Einsatz in einem Unternehmen nicht im Vordergrund stehen.

Multi-Rater-Feedback

Individuelle Auswertung mit Selbst- und Fremdbildvergleich

Im Rahmen von zyklischen Erhebungsrunden werden die Ausprägungen der Kompetenzen jedes Mitarbeiters durch Selbst- und eine oder mehrere Fremdeinschätzungen erhoben (Multi-Rater-Feedback, 360°-Feedback).
Dabei sollen die Ausprägungen der Verhaltensanker auf einer 5-Stufigen Skala bewertet werden. Die Mittelwerte der Verhaltensanker ergeben dann den Wert für die Einzelkompetenz.

Die erhobenen Daten können als klassische Vier-Felder-Matrix mit den Feldern

Stärke, Selbst- und Fremdbewerter sind sich einig, dass es KEINE Defizite gibt
Schwäche, Selbst- und Fremdbewerter sind sich einig, dass es Defizite gibt
verborgene Stärke, der Fremdbewerter bewertet besser als der Selbstbewerter
blinder Fleck, der Selbstbewerter bewertet besser als der Fremdbewerter

ausgewertet werden.

Individuelles Profil -blau-
Sollwert für die Jobrolle -rot-

Eine andere Auswertungsform ist das Kompetenzprofil. Hier können Vergleiche zu den Sollwerten, Gruppenmittelwerten und historischen Daten vorgenommen und ebenfalls Defizite zur Grundlage eines individuellen Entwicklungsplans genommen werden. Durch wiederholte Erhebungen kann sowohl der Entwicklungsfortschritt, als auch die Wirksamkeit der ausgewählten Entwicklungsmaßnahmen beobachtet werden.

Herausforderungen bei der Umsetzung

Ansätze, die Personalentwicklung in dieser Weise zu organisieren, gibt es schon seit vielen Jahren. Die besondere Problematik liegt in den großen zu verarbeitenden Datenmengen und den zunehmend dezentral organisierten Unternehmen, sowie der Vertraulichkeit, mit denen Erhebungen und Auswertungen vorgenommen werden müssen.

Perspektiven und Trends

Hier hat erst die Verbreitung des Internets, insbesondere die Möglichkeit, die Technologien vollständig über das Internet zu beziehen, und der Einsatz von Datenbanken eine Perspektive geschaffen, so dass nun Softwareplattformen zur Verfügung stehen, mit deren Hilfe der Ansatz praktikabel wird.
Ein neuerer Trend ist speziell Personalentwicklung 2.0, was für eine neue Generation von Personalentwicklung bedingt durch Web 2.0 und Social Media steht. Neue Plattformen ermöglichen es Mitarbeitern ihr Wissen und ihre Kompetenz wie nie zuvor aktiv einzubringen. Jeder kann heute ein Lehrer sein, indem er Teile seines Wissens über YouTube, Blogs, Foren, Podcasts oder Twitter mit anderen teilt. Voneinander zu lernen und auf eigenes Wissen aufmerksam zu machen wird wichtiger als traditionelles Lernen im Sinne von Selbststudium und Testen. Wissensmanagement wurde regelrecht revolutioniert. Isolierte Dokumentenfriedhöfe weichen Netzwerken von Experten und Wissensuchenden. Mobile Geräte und Lerninhalte, die etwa über kurze Podcasts zur Verfügung stehen, ermöglichen Lernen an jedem Ort und zu jeder Zeit. Social Media und Web 2.0 fördern durch soziale Netzwerke und transparente Arbeitsmärkte eine durch Mitarbeiter gesteuerte Entfaltung individueller Lebens- und Karriereentwürfe. Da immer mehr medienkompetente Mitarbeiter in die Unternehmen drängen (die sog. Generation Y), für die der Umgang mit Social Media immanenter Teil ihrer Kommunikation ist, stellt dies die Unternehmen vor die Herausforderung dies auch in der Personalentwicklung einzuführen, ohne dabei ältere Mitarbeiter zu demotivieren oder zu verlieren.

Grenzen der Personalentwicklung

Organisationsentwicklung

Die Beseitigung von betrieblichen Engpässen oder die Schaffung besserer Arbeitsbedingungen wird von Seiten des Unternehmens i. d. R. nicht als Aufgabe der Personalentwicklung gesehen. In modern geführten Unternehmen arbeitet die Personalentwicklung allerdings mit den Verantwortlichen der betrieblichen Organisationsentwicklung und des Managements eng zusammen.

Psychotherapie

In größeren Unternehmen sind mitunter auch Betriebsärzte und -Psychologen in der Lage, mit therapeutischen Mitteln oder Interventionen auf der individuellen Ebene das komplizierte Geflecht von Rollenverhalten, persönlicher Anforderung an den Mitarbeiter und der konkreten Arbeits- und Teamumgebung unter Einbeziehung der weiteren sozialen Bedingungen des Mitarbeiters zu berücksichtigen. Damit ist nicht die Vornahme einer Psychotherapie im klassischen Sinn gemeint. Einzelne Schritte aus dem Bereich der Verhaltenstherapie, der systemischen Therapie (systemische Organisationsentwicklung) oder kurztherapeutische Hilfen für Mitarbeiter in Stress- und Belastungssituationen werden schon seit den späten 1980er Jahren auch im betrieblichen Coaching und der Supervision angewendet. Vorreiter waren hier soziale und karitative Einrichtungen sowie Kliniken, in denen die Mitarbeiter leichteren Zugang zu entsprechendem Wissen haben. Kleine Unternehmen, die nicht über derartige Ressourcen verfügen, nutzen hierzu die Angebote freier Mediziner, Coaches oder Personalentwickler.

Überwiegend wird der Bereich psychotherapeutischer Interventionen allerdings nicht im Umfeld betrieblicher Personalentwicklung gesehen. Sollten psychische Belastungssituationen den Charakter einer ausgeprägten Störung oder eindeutigen Krankheitswert annehmen und im Coaching nicht zu entwickeln sein (z. B. längere depressive Episoden, verminderte affektive Wahrnehmung, ausgeprägtes Suchtverhalten etc.) und ist aufgrund des Episodenverlaufes keine Selbststärkung zu erwarten, ist es i. d. R. nicht Aufgabe der Personalentwicklung eine ausgedehnte Psychotherapie durchzuführen. Die Abgrenzung zum Coaching findet hier statt, wo die affektive Selbststeuerungsfunktion des Klienten nicht mehr gegeben ist bzw. eine andauernde Belastungsstörung mit Krankheitswert diagnostiziert wird. An dieser Stelle verweist die klassische Personalentwicklung an den ärztlichen Bereich (vgl. Sigrid Weber, Zürcher Hochschule für angewandte Psychologie).

Daneben werden von dieser Sicht auch Argumente unterstützt, die generell ärztliche Arbeit im Umfeld weisungsgebundener betrieblicher Behandler schon aus datenschutzrechtlichen Gründen kritisch sehen. Das Problem ist, dass eine solche Behandlung der Kostenstelle Personalentwicklung zugerechnet werden muss und das Controlling mit einer mitarbeitergenauen Abrechnung solcher Leistungen nicht ohne weiteres mit den Datenschutzbestimmungen und der ärztlichen Schweigepflicht über Dauer und Frequenz einer Therapie zu vereinbaren ist.

Einzelne Vertreter einer integrativen Personalentwicklung und Betriebspsychologen[32][33] wie der Österreicher Helmut Graf sehen jedoch auch hier die Notwendigkeit einer supportiven oder auch therapeutischen Arbeit mit Methoden aus der Verhaltenstherapie oder Systemischen Therapie sowie im Verbund mit systemischer Organisationsentwicklung für Führungskräfte bei Burnout, Mobbing, Alkohol- und Suchtprävention, Integration nach längerer Krankheit sowie Traumatisierung nach Arbeitsunfällen gefordert. (Helmut Graf, Psychotherapie in der Arbeitswelt. Springer Verlag Wien/New York 2003).

Siehe auch

Personalentwicklung in Schulen
Personalbeschaffung
Personalmarketing
Bildungsauftrag
Führen von unten
Teamdynamik

Literatur

M. Becker: Personalentwicklung. Bildung, Förderung und Organisationsentwicklung in Theorie und Praxis. 6., akt. u. überarb. Auflage. Schäffer-Poeschel, Stuttgart 2013.
M. Becker: Systematische Personalentwicklung. Planung, Steuerung und Kontrolle im Funktionszyklus. 2. Auflage. Schäffer-Poeschel, Stuttgart 2011.
M. Becker, V. Schwarz, A. Schwertner: Theorie und Praxis der Personalentwicklung. Aktuelle Beiträge aus Wissenschaft und Praxis. Rainer Hampp, München 2002.
H. Einsiedler, K. Breuer, S. Hollstegge, M. Janusch: Organisation der Personalentwicklung. Strategisch ausrichten – zielgenau planen – effektiv steuern. 2. Auflage. Luchterhand, Frankfurt am Main 2003.
F. Gairing: Organisationsentwicklung als Lernprozess von Menschen und Systemen. 4. Auflage. Beltz, Weinheim 2008.
E. Gaugler, W. A. Oechsler, W. Weber: Handwörterbuch des Personalwesens. 3., überarb. u. erg. Auflage. Schäffer- Poeschel, Stuttgart, ISBN 3-7910-8049-0., 2004.
Ulrich Hinsen: Führungskommunikation. Dialoge. Kommunikation im Wandel – Wandel in der Kommunikation. Berlin 2009, ISBN 978-3-940543-05-9.
U. P. Kanning: Förderung sozialer Kompetenzen in der Personalentwicklung. Hogrefe, Göttingen 2007, ISBN 978-3-8017-2072-8.
S. Kraft: Unternehmen im Umbruch. Wissen und Können im sozialen Kontext. Peter Lang, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-631-55795-7.
M. T. Meifert: Strategische Personalentwicklung – Ein Programm in acht Etappen. Springer Verlag, Berlin/ Heidelberg/ New York 2007, ISBN 978-3-540-29573-0.
Jürgen Peterke: Handbuch Personalentwicklung. Cornelsen Verlag Scriptor, Berlin 2006.
J. Ryschka, M. Solga, A. Mattenklott (Hrsg.): Praxishandbuch Personalentwicklung. Instrumente, Konzepte, Beispiele. Gabler, Wiesbaden 2005.
W. Sarges: Competencies statt Anforderungen – nur alter Wein in neuen Schläuchen? In: H.-C. Riekhof (Hrsg.): Strategien der Personalentwicklung 6. Auflage. Gabler, Wiesbaden 2006, S. 133–148. (PDF)
D. Scheffer, W. Sarges: Das Kompetenzentwicklungsmodell: Lebendige Kompetenzmodelle auf der Basis des Entwicklungsquadrates. In: J. Erpenbeck, L. v. Rosentstiel (Hrsg.): Handbuch Kompetenzmessung. 2. Auflage. Schäffer-Poeschel, Stuttgart 2007.
M. Scherm, W. Sarges: 360°-Feedback. Hogrefe, Göttingen 2002.
A. Schmidt, C. Kunzmann, E. Biesalski: Systematische Personalentwicklung mit ontologiebasierten Kompetenzkatalogen: Konzepte, Erfahrungen und Visionen. In: Gronau u. a. (Hrsg.): Fachtagung Kompetenzmanagement in der Praxis – Schulung, Staffing und Anreizsysteme, Potsdam, 5.10.2006. GITO-Verlag, Berlin 2006. (PDF)
H. Schuler (Hrsg.): Lehrbuch der Personalpsychologie. 2., erw. und vollst. überarb. Auflage. Hogrefe, Göttingen 2005.
K. Sonntag: Personalentwicklung. In: H. Schuler (Hrsg.): Enzyklopädie der Psychologie D/III/3: Organisationspsychologie – Grundlagen und Personalpsychologie. Hogrefe, Göttingen 2004, S. 827–890.
Rolf Stiefel: Personalentwicklung in Klein- und Mittelbetrieben. Luchterhand u. a., Neuwied u. a. 1991.
R. Stock-Homburg: Personalmanagement: Theorien – Instrumente – Konzepte. 2. Auflage. Gabler, Wiesbaden 2010.
A. Trost, Jenewein, T. .(Hrsg.): Personalentwicklung 2.0. Lernen, Wissensaustausch und Talentförderung der nächsten Generation. Luchterhand Verlag, Köln 2011, ISBN 978-3-472-07878-4.

Einzelnachweise

↑ vgl. M. Becker, 2005, S. 4.

↑ Schuler, 2005.

↑ R. Stock-Homburg, 2010, S. 205.

↑ vgl. Mentzel, 1997, S. 16.

↑ J. Peterke, 2006, S. 11.

↑ In Anlehnung an Gabler Wirtschaftslexikon, „Personalentwicklung“, online: wirtschaftslexikon.gabler.de

↑ S. Bimmler, A. Kleinert, M. Bonhage: Nachhaltigkeit von Personalentwicklungsmaßnahmen. MES GmbH Working Paper, Köln 2009, S. 13 f. Online: mittelstandsbund.de (pdf)

↑ Solga, Ryschka, Mattenklott, 2005, S. 17; vgl. auch Holling & Liepmann, 2004; Sonntag, 2004.

↑ Solga, Ryschka, Mattenklott, 2005, S. 18.

↑ Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW: Wettbewerbsfähig bleiben mit der Potentialberatung. In: Offizieller Internetauftritt des MAGS NRW. Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, abgerufen am 11. August 2018. 

↑ vgl. Drumm, 2000, S. 381.

↑ vgl. Lichtenberger, 1999, S. 294.

↑ vgl. Becker, S. 483ff., 2002.

↑ vgl. Staudt/Kriegesmann, 2000, S. 40.

↑ vgl. Becker/Schwarz, 2001, S. 20.

↑ vgl. Becker, S. 312ff., 2002.

↑ vgl. Becker, 2002, S. 418ff.

↑ vgl. Trebesch, 2000.

↑ vgl. Becker, S. 112ff., 1999.

↑ vgl. J. Münch, 1995, S. 112.

↑ vgl. J. Beyer, T. Metz, 1995, S. 188.

↑ vgl. O. Neuberger, 1997, S. 140.

↑ M. Becker, S. 186 ff, 2001.

↑ vgl. H. Wächter, 1987, S. 142.

↑ vgl. P. Putz, B. Nöbauer, 1995, S. 56.

↑ vgl. M. Becker, 2001, S. 186.

↑ vgl. H. Daheim, 1977, S. 12.

↑ vgl. K. Büchter, W. Hendrich, S. 17 ff, 1996.

↑ vgl. H. Hartmann, S. 36 ff, 1972.

↑ vgl. T. Fuhr, 1991, S. 29.

↑ vgl. Kunzmann & Schmidt 2007.

↑ wuw-magazin.de

↑ psychologie.uni-heidelberg.de

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4121465-1 (AKS)

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Kategorien: PersonalwesenArbeits- und OrganisationspsychologieSoziologie der Arbeit

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Unternehmensberatung Begriffsabgrenzungen Geschichte Markt der Unternehmensberatungen in Deutschland Berufsbild Dienstleistung Beratung Vergütung Kritik Fachorganisationen und Berufsverbände Filmografie Navigationsmenü aus Darmstadt

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Unternehmensberater bieten anderen Unternehmen eine Beratung als Dienstleistung an. Oft ist das Management der Kunden (bzw. Klienten) Gegenstand der Beratung, dann wird von Managementberatung gesprochen. Manchmal stehen auch fachliche Entscheidungen und Veränderungen im Mittelpunkt, wie z. B. bei speziellen IT- oder Ingenieurleistungen, Personalfragen oder der Wirtschaftsprüfung.

Inhaltsverzeichnis

1 Begriffsabgrenzungen
2 Geschichte

2.1 USA
2.2 Deutschland

3 Markt der Unternehmensberatungen in Deutschland

3.1 Studentische Unternehmensberatungen

4 Berufsbild

4.1 Qualifikation

4.1.1 Deutschland
4.1.2 Österreich

4.2 Beratungsgrundsätze
4.3 Ausbildung

5 Dienstleistung Beratung

5.1 Definition
5.2 Beratungsprozess
5.3 Beratungsrichtungen
5.4 Beratungsinhalte
5.5 Beratungsansätze

6 Vergütung
7 Kritik
8 Fachorganisationen und Berufsverbände

8.1 Deutschland
8.2 Österreich
8.3 Schweiz

9 Literatur
10 Filmografie
11 Einzelnachweise

Begriffsabgrenzungen

Für die Unternehmensberatung gibt es unterschiedliche Bezeichnungen:

Wirtschaftsberatung ist keine offizielle Berufsbezeichnung mit gesetzlicher Grundlage.
Oft wird auch der Anglizismus Consulting für die Beratung an sich und Consultancy oder Consultant für die Organisation oder Person des Beraters verwendet.
Unternehmensberater ist in Österreich eine geschützte Berufsbezeichnung nach der Gewerbeordnung.

Geschichte

USA

Beratungsfirmen sind zuerst in den USA im Zusammenhang mit der Etablierung von Management als Gegenstand akademischer Studien entstanden. Die erste Beratungsfirma, Arthur D. Little, wurde 1886 von dem gleichnamigen MIT-Professor gegründet. Obwohl Arthur D. Little später eine allgemeine Beratungsfirma wurde, war sie zunächst auf Beratung in technologischer Forschung spezialisiert. Die Managementberatung entwickelte sich in Amerika im Zuge des Scientific Management, welches von Frederick Winslow Taylor entwickelt wurde.[1]
Booz & Company wurde 1914 von Edwin G. Booz, einem Absolventen der Kellogg School of Management an der Northwestern University gegründet und beriet Privatunternehmen und Regierungsstellen. Die Entwicklung von Unternehmensberatungen wurde in Amerika vor allem durch die Weltwirtschaftskrise beschleunigt. Banken und Investmenthäuser hatten die Kontrolle über ihre Schuldner übernommen. Unternehmensberater unterstützten sie bei deren Sanierung.[2]
1926 gründete James Oscar McKinsey McKinsey & Company in Chicago.
In den 1930er Jahren kam es zu einem vermehrten Wachstum, da durch ein Gesetz den Banken verboten wurde, Beratungs- und Reorganisationsaktivitäten durchzuführen.[2]
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in den USA eine Reihe weiterer bedeutender Beratungsfirmen gegründet, insbesondere Proudfoot Consulting (1946) und die Boston Consulting Group (1963).

Deutschland

Die ersten Beratungsunternehmen entstanden spätestens zu Beginn der 1920er Jahre. Diese wurden von akademischen Schülern der wissenschaftlichen Betriebsführung in Berlin gegründet. Im Vordergrund standen produktionstechnische Fragen, Betriebsorganisation, Kostenrechnung und -planung. Den ersten Wachstumsschub erlebte die Branche zu Beginn der 1930er Jahre.[2]
Die Berufsbezeichnung „Unternehmensberater“ wurde 1954 im deutschsprachigen Raum mit Gründung des Branchenverbandes, des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU), eingeführt. Seit 1964 sind McKinsey und A.T. Kearney in Deutschland tätig, 1967 gründete Roland Berger seine Unternehmensberatung.
In den frühen 1960er Jahren kam es zu einer Ausweitung der Unternehmensberatung von den USA auf Europa, ab den 1960er Jahren dominierten amerikanische Firmen weltweit den Markt für Beratungsleistungen.[2]
Während in den Anfangsjahren produktionstechnische Fragestellungen im Mittelpunkt standen, wurden in den 1960er Jahren zunehmend Probleme des Absatzes und des Marketings aktuell.
Die 1970er Jahre waren geprägt von Fragen der Organisations- und Personalentwicklung, und seit den 1980er Jahren nahm die Beratung im Bereich EDV beständig zu.
In der Wirtschaftskrise 2008/2009 musste die Branche leichte Umsatzrückgänge hinnehmen, die Mitarbeiterzahlen steigen jedoch immer noch an.

Markt der Unternehmensberatungen in Deutschland

Die zehn umsatzstärksten Anbieter von Managementberatung waren in den Jahren 2013 bis 2016:[3][4][5]

Alle Angaben in Millionen Euro (Stand: 24. Mai 2017)

Lünendonk-Liste „Top 10 der deutschen Managementberatungen“

Rang
Unternehmen
Unternehmenssitz

Gesamtumsatz 2016
Gesamtumsatz 2015
Gesamtumsatz 2014
Gesamtumsatz 2013

Mitarbeiterzahl 2016
Mitarbeiterzahl 2015
Mitarbeiterzahl 2014
Mitarbeiterzahl 2013

1
Roland Berger Holding GmbH *)
München

> 500,0
560,0
560,0
750,0

2400
2.300
2.400
2.700

2
Simon Kucher & Partners GmbH
Bonn

240,0
208,0
172,0
152,0

935
820
720
680

3
zeb.rolfes.schierenbeck.associates GmbH
Münster

190,0
180,0
179,0
169,0

860
841
897
844

4
Horváth AG (Horváth & Partners-Gruppe)
Stuttgart

152,0
132,0
122,0
105,5

634
570
536
483

5
KPS AG
München

144,9
122,9
111,1
97,0

417
354
317
171

6
Q_Perior AG
München

131,0

104,0
92,0
90,0

459
438
427
425

7
d-fine GmbH
Frankfurt

125,7
115,2
95,5
82,0

669
610
530
471

8
Porsche Consulting Gruppe *)
Bietigheim-Bissingen

116,5
103,6
90,0
85,0

407
385
372
360

9
Kienbaum (Unternehmensgruppe)
Gummersbach

108,0
110,0
115
112

630
650
670
710

10
goetzpartners Group
München

100,7
90,0
82,0
77,0

309
280
250
220

*) Umsatz- und/oder Mitarbeiterzahlen teilweise geschätzt

Diese Liste enthält Unternehmen, die ihren Hauptsitz sowie die Mehrheit des Grund- und Stammkapitals in Deutschland haben.

Die Beratungstätigkeit sowohl internationaler als auch deutscher Beratungsanbieter im Auftrag großer beziehungsweise global agierender Kunden gestaltet sich seit einigen Jahren zunehmend grenzüberschreitend und aus unterschiedlichen Niederlassungen weltweit. Ein Ranking ausschließlich nach Beratungsumsätzen in Deutschland lässt sich bei der internationalen Anbieterkategorie daher nicht mehr sinnvoll und ausreichend detailliert abbilden. Aus diesem Grund werden im klassischen Lünendonk-Ranking der Managementberatungen in Deutschland künftig nur noch Unternehmen berücksichtigt, die ihre Gründungshistorie und Kapitalmehrheit in Deutschland haben.

Die Liste „Internationale Managementberatungen in Deutschland“ umfasst internationale Beratungsanbieter mit ihren globalen Gesamt- oder Consulting-Umsätzen und berücksichtigt alle Unternehmen, die in Deutschland aktiv sind, nicht ihren Hauptsitz sowie die Mehrheit des Grund- und Stammkapitals in Deutschland haben und signifikante Umsätze mit Managemenberatungsleistungen erzielen. Hierbei handelt es sich nicht um ein Ranking, sondern um eine alphabetisch geordnete Marktstichprobe.

Lünendonk-Liste 2014 “Internationale Managementberatungen in Deutschland”

Unternehmen
Weltweite Beratungsumsätze 2013 in Mrd. Euro
Weltweite Mitarbeiterzahl 2013

A.T. Kearney *)
0,8
3.500

Accenture *)
11,6
64.000

AlixPartners 1)
k. A.
1.200

Aon Hewitt
3,1
27.000

Bain & Company *)
1,6
5.700

BearingPoint
0,6
3.055

Capgemini *)
2,3
9.150

Deloitte *)2)
9,9
62.000

Ernst & Young 3)
4,4
29.747

KPMG 3)
6,2
40.000

McKinsey & Company *)
5,3
19.000

Mercer
3,1
20.535

Oliver Wyman
1,1
3.500

PricewaterhouseCoopers 3)
6,9
42.200

Strategy& (ehemals Booz & Company) *)4)
0,9
3.300

The Boston Consulting Group *)
3,0
9.700

Capco – The Capital Markets Company 1)
k. A.
2.200

Towers Watson 3)
2,7
14.000

k. A. = keine Angabe

*) Umsatz- und/oder Mitarbeiterzahlen teilweise geschätzt
1) Für die Unternehmen AlixPartners und The Capital Markets Company sind keine internationalen Zahlen verfügbar. Beide Unternehmen erzielen jedoch in Deutschland signifikante Umsätze.
2) Deloitte erzielte nach eigenen Angaben im Jahr 2013 mit integrierten Consulting, Advisory & Implementation Services 21,6 Mrd. US-$.
3) Hierbei handelt es sich um die internationalen Advisory-Umsätze der Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaften.
4) Seit dem 3. April 2014 ist Strategy& offiziell Teil des PwC-Netzwerks.

Für das Unternehmen IBM liegen keine validen Informationen vor, weshalb auf eine Darstellung verzichtet wurde.
Umrechnungskurs: Euro-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank 1 € = 1,3281 US-$ (im Jahresdurchschnitt)

Die Aufnahme in beiden oben aufgeführten Listen unterliegt genau definierten Kriterien. Mehr als 60 Prozent des Umsatzes bzw. signifikant hohe Segmentumsätze werden mit klassischer Unternehmensberatung wie Strategie- sowie Organisations- und Prozessberatung sowie HR-Beratung erzielt.

Die Lünendonk GmbH, Kaufbeuren, betrachtet seit Mitte der 1990er Jahre kontinuierlich den Managementberatungsmarkt in Deutschland. Dabei erhebt das Marktforschungsunternehmen nicht den Anspruch, den Gesamtmarkt abzubilden. Es konzentriert sich vielmehr darauf, die führenden Anbieter in einem bestimmten Marktsegment zu betrachten. Daneben werden einige mittelgroße und kleine Managementberatungsunternehmen in die Analysen zu Vergleichszwecken einbezogen. Diese Unternehmen zusammengenommen repräsentieren die Grundstruktur des deutschen Managementberatungsmarktes und besitzen so hohe Umsatzanteile am Markt, dass Folgerungen für die Gesamtsituation und -entwicklung möglich sind. Die Analyse des Jahres 2013 umfasst 63 Unternehmen inklusive der Top 25.

Das vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e. V. (BDU) geschätzte Marktvolumen für Management- und Unternehmensberatung mit dem gesamten Themenspektrum von Strategie, Organisation, Informationstechnik, Führung, Betriebswirtschaft, Logistik und Marketing betrug 2018 rund 33,8 Milliarden Euro (2017: 31,8 Mrd. Euro). Damit erzielten die Unternehmensberater zum neunten Mal in Folge ein deutliches Umsatzplus. Für das Jahr 2019 ergibt sich aus den Einschätzungen der Marktteilnehmer eine Wachstumsprognose für den Gesamtmarkt von 7,1 %.[6]

Nach BDU-Schätzungen bewerben sich um diesen Milliardenmarkt in Deutschland fast 15.400 Gesellschaften für Unternehmensberatung mit 110.000 Beratern. Insgesamt waren rund 134.000 Mitarbeiter in der Consultingbranche in Deutschland beschäftigt. Knapp ein Prozent der Beratungsunternehmen deckt dabei allein 42 % des Marktvolumens ab; andererseits erwirtschaften knapp 70 % der rund 15.400 Unternehmen jeweils weniger als 0,5 Millionen Euro Jahresumsatz und zusammen nur gut 13 % des Marktvolumens. Es handelt sich folglich häufig um Einzelberater.

Insgesamt ist im Consultingmarkt zu erkennen, dass die ehemals klaren Abgrenzungen der einzelnen Beratungsfelder sich im Laufe der letzten Jahre erkennbar aufgelöst haben. Die Grenzen sind fließender geworden. So sind zum Beispiel viele „klassische“ Strategieprojekte ohne IT-Beratungs-Anteile – und umgekehrt – nicht mehr denkbar. Besonders der schnelle technologische Wandel erfordert in den Projekten oft eine ganzheitliche Betrachtung.

Für das Jahr 2015 befürchtet keiner der Studienteilnehmer negative Veränderungen des deutschen Managementberatungs-Marktes. Drei Viertel der Marktteilnehmer rechnen mit einer guten Nachfrage ihrer Klienten nach Beratungsleistungen und erwarten ein Umsatzwachstum. Nur jedes zehnte Beratungsunternehmen geht hingegen von einem Umsatzminus aus. Unternehmensberatungen der Größenklasse 2,5 bis 5,0 Millionen Euro erwarten ein durchschnittliches Wachstum von knapp zehn Prozent. Die Prognose der großen Marktteilnehmer mit mehr als 45 Millionen Euro Umsatz liegt bei 6,5 %. Am wenigsten optimistisch zeigen sich die Consultingfirmen mit weniger als 250.000 Umsatz: Der Anteil der Marktteilnehmer mit positiver Umsatzprognose liegt hier nur bei 55 % und einem durchschnittlichen Wachstum von 5,7 %.

Wichtige Impulsgeber für die Geschäftsentwicklung im Jahr 2015 werden aus Sicht der Consultingfirmen vor allem drei Branchen sein: der Maschinenbau (Prognose 2015: +8,2 %), die Finanzdienstleister (Prognose 2015: +8,1 %) sowie die Energie- und Wasserversorgung (Prognose 2015: + 8,0 %). Besonders die Finanzdienstleister und die Energieversorger stehen vor großen Herausforderungen. Banken und Versicherungen sind von der Digitalisierung mit Wucht erfasst worden. Mit Unterstützung von Unternehmensberatern müssen Kernbereiche schnell angepasst werden und kompensierende Erträge in neuen Segmenten geschaffen werden. Und auch die Energieversorger arbeiten intensiv an neuen Strategien und Geschäftsmodellen, die geeignet sind, das alte und zunehmend erodierende Stammgeschäft zu ersetzen.

Im Durchschnitt lag beim Leistungsspektrum die „Organisations-/Prozessberatung“ (45,4 %) vorn. Das andere „klassische“ Feld der Managementberatung, die „Strategieberatung“, liegt mit 25,5 % auf dem zweiten Rang. Alle übrigen Tätigkeitsgebiete haben jeweils weniger als 10 % Anteil. Der Vergleich mit der Erhebung im Vorjahr fördert keine gravierenden Veränderungen zu Tage. Bei den einfachen Mittelwerten haben die beiden dominierenden Leistungsarten leicht abgenommen, während Projektmanagement und HR-Beratung anteilig gestiegen sind.

Lünendonk untersucht die Unternehmen, die überwiegend IT-Beratung anbieten, in dem Dienstleistungsbereich „IT-Beratung und Systemintegration“. Deshalb fällt in dem vorliegenden Ranking der führenden Managementberater in Deutschland der Umsatzanteil der IT-Beratung mit 8,1 Prozent relativ niedrig aus. Für die IT-Berater und Systemintegratoren in Deutschland existiert ein separates Ranking.[7]

Laut einer Studie des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. aus dem Jahr 2003, wurde rund die Hälfte des Gesamtumsatzes der Branche von den Top-Unternehmen erzielt. In der gleichen Studie wurde außerdem festgestellt, dass sich der Umsatz, der zwischen 1993 und 2003 durch Beratung erzielt wurde, mehr als verdoppelt hat und von etwa 0,3 % auf zirka 0,6 % des deutschen BIP angestiegen ist.[8]

Das Jahr 2011 war für die deutschen Unternehmensberatungen erfolgreich. Der Umsatz der Consultingfirmen erreichte 2011 mit 20,6 Mrd. Euro einen neuen Rekord. Damit wuchs der Gesamtumsatz um 9,5 Prozent.[9]

Studentische Unternehmensberatungen

Neben den großen Beratungsunternehmen haben sich im Umfeld von Universitäten und Fachhochschulen zahlreiche studentische Unternehmensberatungen etabliert. Diese verfolgen neben der eigentlichen Beratungsleistung den primären Zweck, Studenten die praxisnahe Anwendung des erworbenen Wissens zu ermöglichen. Ein Großteil der oben aufgezählten Beratungsbereiche wird inzwischen auch von den studentischen Unternehmensberatungen abgedeckt, allerdings tendenziell eher weniger umfangreiche Beratungsprojekte. Die meisten studentischen Unternehmensberatungen sind in einem der beiden bundesweiten Dachverbände (BDSU e. V. und JCNetwork e. V.) organisiert. Durch die Dachverbände oder auch durch professionelle Beratungen holen sich viele studentische Unternehmensberatungen Unterstützung für ihre Arbeit.

Berufsbild

Qualifikation

Deutschland

In Deutschland unterliegt die Tätigkeit des Unternehmensberaters keinem Berufsschutz. Jeder in der Unternehmensberatung Tätige darf sich Unternehmensberater nennen. Dies führt in der Praxis insbesondere im Bereich der Wirtschaftsberatung zu ungewünschten Erscheinungen: Als Unternehmensberatung getarnt werden Dienstleistungen (beispielsweise Versicherungen oder Software) ausgewählter Vertragspartner angeboten, was mit einem unabhängigen und objektiven Beratungsprozess wenig zu tun hat. In Deutschland unterliegen selbständige und qualifizierte Unternehmensberater in der Regel nicht der Gewerbeordnung, sondern üben eine freiberufliche Tätigkeit aus. Dazu gehört gemäß der in § 18 Abs. 1 EStG aufgeführten Katalogberufe (neben der Tätigkeit von Ärzten, Rechtsanwälten, Ingenieuren, Architekten oder Steuerberatern) auch die selbständige Berufstätigkeit der beratenden Volks- und Betriebswirte. Das Bild des beratenden Wirtschaftsingenieurs oder Betriebswirtes entspricht dabei im Regelfall dem des Unternehmensberaters. Voraussetzung für eine freiberufliche Tätigkeit ist dessen Qualifikation, hier in der Regel ein (Fach-) Hochschulstudium und damit, dass der betreffende Selbständige „auf Grund eigener Fachkenntnisse leitend und eigenverantwortlich tätig wird“ (§ 18 EStG). Eine Ausnahme bildet hierbei der Abschluss Staatlich geprüfter Betriebswirt, der laut ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes das Mindestmaß an Qualifikation für einen beratenden Betriebswirt widerspiegelt. Damit ist durchaus eine Abgrenzung des Berufsbildes möglich. Die Qualifikation zur Unternehmensberatung erlangt aus akademischer Perspektive in der Regel derjenige, der nach einem wirtschaftswissenschaftlichen Hochschulstudium oder einem Hochschulstudium mit betriebswirtschaftlichem Zusatzstudium eine Berufserfahrung von mindestens drei Jahren vorweisen kann oder in diesem Zeitraum als Junior Consultant in einer Unternehmensberatung tätig war. Auch Quereinsteiger sind in der Unternehmensberatung tätig, wenn sie genügend Berufserfahrung vorweisen können; bzw. um entsprechende Unternehmen sinnvoll zu beraten, sind sie oft sogar nötig – wie Mediziner und Chemiker für die Pharmabranche. Als hauptberuflich beratend gilt nach Auffassung der Fachverbände, wer 150 Beratungstage jährlich nachweisen kann. Hinzu kommen Fortbildungen, die mindestens 30 Stunden im Jahr umfassen sollten.

Österreich

In Österreich ist der Beruf der Unternehmensberatung gesetzlich definiert. So unterliegen die Unternehmensberater (ca. 12.000) der Gewerbeordnung und sind Mitglieder des Fachverbands UBIT (Unternehmensberatung und Informationstechnologie) in der Wirtschaftskammer Österreich. Die Wirtschaftskammer definiert das Gewerbe so: „Laut GewO § 29 sind für den Umfang der Gewerbeberechtigung insbesondere die für die Ausübung erforderlichen eigentümlichen Arbeitsvorgänge, die historische Entwicklung sowie die in den beteiligten gewerblichen Kreisen bestehenden Anschauungen und Vereinbarungen maßgebend.“ Steuerlich werden Unternehmensberater aber als Freie Berufe behandelt. UBIT bietet den Unternehmensberatern eine (freiwillige) Berufshaftpflichtversicherung und spezielle Standesregeln (proEthik) an.

Beratungsgrundsätze

Vereinigungen von Unternehmensberatern umschreiben häufig Grundsätze für Beratungen in einem Verhaltenskodex (engl.: Code of Ethics), z. B. die Association of Management Consulting Firms (AMCF),[10] der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater e.V. (BDU) oder die Fachgruppe beratende Volks- und Betriebswirte im bdvb e.V. sowie der Verband „Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e.V.“.[11]
Diese enthalten in der Regel folgende Elemente:

Unabhängigkeit des Unternehmensberaters von Dritten, insbesondere, wenn Entscheidungen über Lieferanten oder andere Marktpartner des Klienten anstehen.
Objektivität der Beratung unter Berücksichtigung aller Chancen und Risiken.
Kompetenz: Beraten wird nur in Feldern, in welchen der Unternehmensberater nachweislich Kompetenz erlangt hat.
Vertraulichkeit: Keine der im Beratungsprozess erworbenen Kenntnisse und Informationen gelangen an Dritte.

In Österreich sind die Berufsgrundsätze der Arbeitsgemeinschaft proEthik ein freiwilliger Bestandteil qualifizierter Unternehmensberatung.

Ausbildung

Unternehmensberatungen beschäftigen in der Regel Hochschulabsolventen aus nahezu allen Fachrichtungen. Insbesondere bei den großen Gesellschaften sind „nur“ zu etwa 50 % Absolventen der Betriebswirtschaftslehre zu finden. Daneben sind besonders die Studiengänge Physik, Mathematik, Pädagogik, Psychologie und Medizin stark vertreten. Zu einem kleinen Anteil werden auch Personen mit Berufserfahrung angestellt.

Dienstleistung Beratung

Definition

Die Beratungsdienstleistungen sind eine Bedarfsdeckung Dritter dienende auftragsindividuelle

interaktive Prozesse
mit materiellen und immateriellen Wirkungen,
deren Vollzug und Inanspruchnahme einen synchronen Kontakt zwischen Leistungsgeber und Leistungsnehmer erfordert.[12]

Beratungsdienstleistungen sind auch hochgradig integrativ, da die Nachfrager an der Erstellung der Leistung mitwirken, und daher ist ein hoher Grad an Interaktivität zwischen Berater und Kunden notwendig.[13]

Weitere Merkmale der Dienstleistung Unternehmensberatung sind:

Qualifikationsdifferenz: Experten verfügen über Wissen, das der Empfänger der Dienstleistung nicht oder nur in geringem Umfang beherrscht
Singularität: Dienstleistungen sind wegen Interaktivität, Unterschiedlichkeit der Ausgangslagen nicht identisch reproduzierbar, auch nicht ex-ante bestimmbar.
Indeterminierbarkeit: Dienstleistung entfaltet sich über die Zeit, auch über das Beratungsverhältnis hinaus. Es ist auch persönlich indeterminierbar, weil aus Interaktionen der zu beratenden Personen mit anderen unvorhersehbare Folgewirkungen entstehen können.[13]

Eine Art Produkthaftung besteht für Beratungsleistungen nur insofern, als nachweislich falsche Auskünfte zu Schäden führen. Da der Unternehmensberater in der Regel nicht oder nur partiell an der Umsetzung der erarbeiteten Lösungswege beteiligt ist, kann er für Ausführungsfehler in der Umsetzung ebenso wenig haftbar gemacht werden wie für Ratschläge oder Konzeptionen, die auf Fehl- oder Falschinformationen des Kunden (bzw. Klienten) basieren.

Beratungsprozess

Der Beratungsprozess ist durch stets wiederkehrende Elemente gekennzeichnet.
Einer Situationsanalyse (IST-Aufnahme) schließt sich die Zielformulierung (SOLL-Zustand) für das Beratungsprojekt an. Ab diesem Zeitpunkt ist eine Kalkulation des voraussichtlichen Beratungsaufwands möglich. Es folgen die Konzeptentwicklung, die Konzeptpräsentationen, ggf. die Mithilfe (Coaching) bei der Umsetzung (Implementierung) sowie ein Maßnahmencontrolling (d. h. eine ständige Überprüfung, ob und inwieweit das gewünschte Ziel schon erreicht wurde).

Der Beratungsprozess erfordert eine Mithilfe des Kunden (bzw. Klienten). Somit stellt Unternehmensberatung eine Dienstleistung unter Einbezug des externen Faktors dar.

Beratungsrichtungen

Unternehmensberater fokussieren sich üblicherweise auf eines von mehreren Beratungsthemen, wie z. B.:

Managementberatung (Strategie, Organisation, Führung, Marketing, Produktion, Logistik);
IT-Beratung (IT-Consulting, System-Integration, IT-Service-Provider);
Personalberatung (Personal-Recruitment, High Potential Development, Personal Konzepte, Training und Weiterbildung);
Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung;
Ingenieur-Dienstleistungen.

Beratungsinhalte

Es lassen sich im Wesentlichen sehr unterschiedliche Beratungsthemen unterscheiden:

Fusionen/Übernahmen (Unternehmen, Bereiche, Abteilungen)
Auslagerungen/Outsourcing
Global Sourcing
Umstrukturierung / Change Management
Kostensenkung („Cost Cutting“)
Einführung neuer Technologien, Arbeitsmethoden und Systeme
Sicherheitsberatung
Strategieentwicklung, -planung und Umsetzung
Interim Management
Organisationsdiagnose
Finanzierungsberatung
PR-Beratung
Beschaffungsoptimierung/Einkaufsoptimierung

Beratungsansätze

In der Beratungsliteratur werden Beratungsarten unterschieden, die sich am tatsächlichen Beratungsgeschäft von Beratungsfirmen orientieren:

Prozessorientierte Beratung
Systemische Unternehmensberatung
Organisationsentwicklungs- und Personalentwicklungsberatung
Inhaltsorientierte Beratung
Gutachtenberatung
Expertenberatung
Komplementärberatung

Einer Studie von Walger und Scheller[2] zufolge führten Ende der 1990er Jahre 1,7 % der von ihnen untersuchten Unternehmen Gutachtenberatung, 84,7 % Expertenberatung, 11,4 % Organisationsentwicklungs- und Personalentwicklungsberatung und 2,2 % systemische Beratung durch. Nur ein Teil dieser Aktivitäten kann jedoch auch als Beratung im engeren Sinne verstanden werden, wenn man eine wissenschaftliche Definition zugrunde legt. Sobald der ‘Berater’ an der Umsetzung von Lösungsvorschlägen beteiligt ist und er dabei als Co-Manager (bezogen auf seine Funktion – nicht: auf die Dauer seiner Anwesenheit im Betrieb) in Erscheinung tritt, würden Sozialwissenschaftler nicht mehr von Beratung sprechen. Dies war jedoch nach Walger und Scheller bei 41 % der Expertenberatung der Fall. Daher können Teile der Expertenberatung (34,7 %) und die gesamte Gutachtenberatung, insgesamt 36,4 % aller untersuchten Beratungsarten, nicht als Beratung im engeren Sinne deklariert werden. Die Systemische Beratung sowie die Organisationsentwicklungs- und Personalentwicklungsberatung entsprechen hingegen qua Definition einem engeren Beratungsverständnis.[14]

Vergütung

Das Honorar wird zwischen dem Kunden und dem Unternehmensberater vereinbart. Oft wird es als Tagessatz vereinbart und gelegentlich als Pauschalhonorar. Zudem ist in der Unternehmensberatung auch ein Erfolgshonorar möglich.[15]

Kritik

Die Hauptkritikpunkte an der Tätigkeit von Unternehmensberatern sind:[16]

Fragwürdigkeit der Konzepte oder Standardrezepte
Überteuerung der Honorarmodelle
Haltlosigkeit der Versprechen
Fixierung auf Folgeaufträge
Erzeugung von Abhängigkeiten
Ausbeutung von Wissen
schwere Überprüfbarkeit der Qualität der Beraterprodukte
Alibiverschaffung für unliebsame Management-Entscheidungen.

Fachorganisationen und Berufsverbände

Deutschland

Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V., Hauptsitz Bonn, Niederlassungen in Berlin und Brüssel, Mitglied im Personalberaterdachverband European Confederation of Search and Selection Associations (ECSSA) mit Sitz in Brüssel und im International Council of Management Consulting Institutes (ICMCI)
IBWF Institut für Betriebsberatung, Wirtschaftsförderung und -forschung e.V., Beraternetzwerk für die mittelständische Wirtschaft
Bundesverband der Wirtschaftsberater BVW e. V., Bundesverband der Wirtschaftsberatenden Berufe, Berufs- und Standesorganisation der Beratenden Volks- und Betriebswirte
Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e.V.[17]
Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen e.V.
JCNetwork e. V. – Dachverband Studentischer Unternehmensberatungen
Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte – Fachgruppe Beratende Volks- und Betriebswirte – (Standesorganisation der Unternehmensberater mit abgeschlossener wirtschaftsakademischer Ausbildung)

Österreich

Fachverband Unternehmensberatung und Informationstechnologie der Wirtschaftskammer Österreich

Schweiz

Association of Management Consultants Switzerland ASCO

Literatur

„Tools für Projekt Management, Workshops und Consulting“ (4., überarbeitete und erweiterte Auflage, 2012) von Nicolai Andler, Publicis Verlag Erlangen, ISBN 978-3-89578-334-0
Critical Consulting: New Perspectives on the Management Advice Industry,ed. by Timothy Clark and Robin Finchan, Blackwell Publishers, 2001, ISBN 0-631-21820-3
Bredl, K. (2008). Kompetenz von Beratern. Analyse des Kompetenzerwerbs bei Unter-nehmensberatern im Kontext der Expertiseforschung. Saarbrücken, vdm. ISBN 3-8364-5760-1
Hubert Eichmann und Ines Hofbauer: „Man braucht sehr hohes Energieniveau“. Zum Arbeitsalltag von UnternehmensberaterInnen, Edition Sigma, Berlin 2008, ISBN 978-3-8360-6703-4
Winfried Abele und Stefan Scheurer: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Managementberatung – Kunst, Handwerk oder Geschäft mit der Angst, Orell Füssli Verlag, Zürich 2006, ISBN 3-280-05200-9
Barry Curnow und Johnatan Reuvid: The International Guide to Management Consultancy, Kogan Page, London 2003, ISBN 0-7494-4079-1
Markus Pohlmann und Thorsten Zillmann (Hrsg.): Beratung und Weiterbildung. Fallstudien, Aufgaben und Lösungen. München und Wien 2006, ISBN 3-486-57996-7
Werner Sarges: Leistungsverbesserungen bei der Arbeit in Teams – Warum Unternehmen dazu eher Berater als Wissenschaftler konsultieren. In E.H. Witte (Hrsg.), Leistungsverbesserungen in aufgabenorientierten Kleingruppen (S. 180–196). Lengerich: Pabst, 2000.
Konrad Schwan und Kurt Seipel: Erfolgreich beraten – Grundlagen der Unternehmensberatung, München 2002, ISBN 3-8006-2757-4
David Unger-Klein: Yearbook Consulting, Wien 2007, ISBN 3-9501744-2-7
Peter Block: Erfolgreiches Consulting. Das Berater-Handbuch, 2. Aufl., Heyne, München 2000, ISBN 3-453-15556-4
Thomas Leif: Beraten & verkauft. McKinsey & Co. – der große Bluff der Unternehmensberater, Goldmann, München 2008, ISBN 978-3-442-15485-2
Hans Jürg Domenig: Die 7 Stufen zum souveränen Unternehmer, Weißensee, Berlin 2004 ISBN 3-89998-013-1
Schwetje, Gerald: Ihr Weg zur effizienten Unternehmensberatung – Beratungserfolg durch eine qualifizierte Beratungsmethode, NWN Verlag, Herne 2013, ISBN 978-3-482-64711-6

Filmografie

„grow or go“. Die Architekten des „global village“. Dokumentarfilm, Deutschland 2003, 94 Min., Buch: Marc Bauder, Dörte Franke, Regie: Marc Bauder, Produktion: ZDF, Das kleine Fernsehspiel (Vier Absolventen der EBS Universität für Wirtschaft und Recht bei den ersten Schritten auf ihrem Weg, Unternehmensberater zu werden.)
„Gelesen, gelacht, gelocht – Vom Irrsinn der Beraterrepublik.“ Reportage, 44 Min., Produktion: SWR, Erstsendung: 30. Mai 2005
Zeit der Kannibalen, Spielfilm von Johannes Naber, 2014

Einzelnachweise

↑ Schwan/Seipel 2002: Erfolgreich beraten – Grundlagen der Unternehmensberatung

↑ a b c d e G. Walger und C. Scheller: Das Angebot der Unternehmensberatungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine empirische Analyse. Arbeitsgemeinschaft Qualifikations-Entwicklungs-Management. QUEM-report, Heft 54. Berlin, 1998.

↑ Lünendonk-Liste 2017: Führende Managementberatungs-Unternehmen in Deutschland (luenendonk-shop.de, abgerufen am 24. Januar 2017)

↑ Lünendonk-Liste 2016 „Top 10 der deutschen Managementberatungen“ (PDF; 527 kB)

↑ Lünendonk Managementberatungsstudie 2015 (luenendonk-shop.de, abgerufen am 16. Juni 2016)

↑ https://www.bdu.de/mediathek/publikationen/marktstudien/

↑ Lünendonk-Liste 2014 „Führende IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland“ (PDF; 333 kB)

↑ Vgl. Markus Pohlmann: Beratung als Interaktionsform – Perspektiven, Trends und Herausforderungen, in: Markus Pohlmann und Thorsten Zillmann (Hrsg.): Beratung und Weiterbildung. Fallstudien, Aufgaben und Lösungen. München und Wien 2006, S. 31

↑ Pressemitteilung BDU

↑ vgl. Code of Ethics AMCF

Qualitaet Mittelstandsberatung – Verband KMU-Berater – KMU. Abgerufen am 16. Oktober 2017. 

↑ vgl. Elfgen/Klaile 1987: Unternehmensberatung: Angebot, Nachfrage, Zusammenarbeit.

↑ a b vgl. Kieser: Unternehmensberater – Händler in Problemen, Praktiken und Sinn, in Glaser/Schröder/Werder (Hrsg.): Organisation im Wandel der Märkte, 1998

↑ Vgl. Markus Pohlmann: Beratung als Interaktionsform – Perspektiven, Trends und Herausforderungen, in: Markus Pohlmann und Thorsten Zillmann (Hrsg.): Beratung und Weiterbildung. Fallstudien, Aufgaben und Lösungen. München und Wien 2006, S. 37

↑ Erfolgshonorar in der Unternehmensberatung, abgerufen am 17. März 2019

↑ Dilk/Littger: ‘Unternehmensberater in der Krise – Retter oder Rattenfänger’, in managerSeminare, Heft 105, Dez. 2006

Bundesverband Die KMU-Berater – Unternehmensberatung Mittelstand – KMU. Abgerufen am 16. Oktober 2017. 

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4187039-6 (AKS)

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Kategorien: Freier Beruf (Deutschland)Unternehmensberater

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Maschine Definitionen Maschinen in Mythologie und Navigationsmenü aus Reutlingen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Maschine (Begriffsklärung) aufgeführt.

Eine Maschine (entlehnt aus französisch machine, von lateinisch machina, dieses von altgriechisch μηχανή mēchanḗ „Werkzeug, künstliche Vorrichtung, Mittel“[1][2]) ist ein technisches Gebilde mit durch ein Antriebssystem bewegten Teilen. Maschinen werden als technische Arbeitsmittel vor allem für mechanische Einwirkung verwendet. In der Vergangenheit stand der Energie- und/oder Stofffluss im Vordergrund. Der Informationsfluss spielte zuerst in feinmechanischen Geräten eine Rolle, ist heute aber in fast allen Maschinen von Bedeutung (Automatisierung). Reizvolle Ziele für die Erfindung von Maschinen waren aus der Sicht eines Arbeiters eine Verstärkung der eigenen Kraft, Zeitgewinn, Genauigkeit, feinere Bearbeitungsmöglichkeit und Fertigung identischer Produkte. Es folgte auch eine Entlastung des Produktionsarbeiters von körperlicher und geistiger Arbeit durch Maschinen und Geräte. Diese modernen Arbeitsmittel übernehmen vor allem Routine- und auch gefährliche Arbeiten.

Jede Maschine enthält individuell angefertigte Einzelteile, wie wenigstens Gestell und Gehäuse. Einen erheblichen Anteil nehmen Teile mit einer Standardfunktion ein; diese Maschinenelemente werden gesondert als Massenartikel produziert. Fixe Maschinenelemente sind zum Beispiel Schrauben und Dichtungen, bewegliche Elemente sind zum Beispiel Zahnräder und Hebel.

Maschine zum „Drehen“ von Zigaretten

Inhaltsverzeichnis

1 Definitionen

1.1 Begriffsgeschichte
1.2 Mechanische Grundlagen: einfache Maschine und Automat
1.3 Entwicklung der Definition in der Industrialisierung
1.4 Die Europäische Maschinen-Richtlinie als Definitionshilfe
1.5 Speziellere Definitionen
1.6 Zeittafel / historische Beispiele

2 Maschinen in Mythologie und Literatur
3 Siehe auch
4 Literatur
5 Weblinks
6 Einzelnachweise

Definitionen

Begriffsgeschichte

Antike römische Pumpe, 1./2. Jahrhundert, Museo Arqueológico Nacional de España, Madrid

Maschinen sind immer Produkte des Menschen. Aufgrund der antiken Bedeutung (vgl. „Deus ex machina“) wurde die Maschine bis in die Neuzeit hauptsächlich als Mittel zu einer Täuschung – dem Erzeugen unnatürlicher, also unmöglicher Effekte – und erst in zweiter Linie als Arbeitshilfe verstanden.

In der Renaissance entwickelte sich ein genaueres Konzept über Mechanismen: Mechanismen sind Komplexe von Bauteilen, bei denen die Bewegung eines Elements zwangsläufig die Bewegung anderer Elemente bewirkt. Sie haben in der Regel bewegliche Komponenten und sind im Vergleich zum apparatus (dem ‚Werkzeug‘) erheblich komplexer.

In dieser Zeit war ein Mechanismus primär ein Werk, eine Form von Getrieben, die Kräfte übertragen. Zu den kompliziertesten Mechanismen gehörte die Grande Complication (Große Komplikation) in mechanisch-automatischen Uhrwerken. In diesem Sinne ist auch der Mechanismus von Antikythera zu verstehen, ein antikes Artefakt, das die Himmelsmechanik nachbildete.

In dieser Zeit bezeichnete auch Kunst (artes mechanicae) noch das Ingenieurwesen, und noch im 19. Jahrhundert wurden im Bergbau von Wasserkraft oder Pferden angetriebene Maschinen Bergmännische Kunst genannt.

Mechanische Grundlagen: einfache Maschine und Automat

automatos humanoides, Centre International de la Mécanique d’Art, Sainte-Croix (CH)

Die Entwicklung der klassischen Mechanik als wissenschaftliche Disziplin seit der Aufklärung führt dazu, nach den Grundelementen mechanischer Systeme zu suchen, im Sinne der ‚Atome‘, der Bauteile, die sich nicht weiter zerlegen lassen – angedacht wurde das schon von den antiken griechischen Ingenieuren (Aristoteles): So werden die einfachen Maschinen definiert, nämlich Seil und Stab, Rolle, Hebel, sowie schiefe Ebene (in der Antike noch die Schraube, die sich aber als Stab und schiefe Ebene modellieren lässt).

Mehr oder weniger komplexe Mechanismen kommen in praktisch allen Ingenieurwissenschaften und technischen Disziplinen vor. Das Spektrum möglicher Maschinen reicht von einer einfachen Gerätschaft mit verbundenen, beweglichen Teilen (Mechanismen) bis zu sich über Kilometer erstreckenden komplexen Bauwerken (Anlagen).

In der technischen Anwendung haben Maschinen meist einen Antrieb (zum Beispiel einen Motor), der mehr oder minder kontinuierlich Energie liefert. Mit dieser Energie arbeiten die Maschinen, weshalb sie Arbeitsmaschinen genannt werden. Der Motor und andere Maschinen, die verschiedene Energieformen in meist rotierende Bewegungsenergie umwandeln, werden als Kraftmaschinen bezeichnet.

Weil die Maschine, wenn sie einen kontinuierlichen Antrieb hat, Arbeitsvorgänge in eine Folge wiederholbarer Schritte teilt („formalisiert“), überschneidet sich ihre Bedeutung mit der des Automaten. Sie kann (unberechenbare) Handlungen von Menschen oder Tieren durch planbare Tätigkeiten (einen Algorithmus) ersetzen.[3] Der αὐτόματος automatos, „der sich aus eigenem Willen bewegt“, ist ursprünglich ein auf Räderwerken aufgebautes, ebenfalls illusionistisches Spielzeug – er entspricht aber den mechanistischen Leitbildern der Aufklärung, die auch die Natur als zwangsläufige, determinierbare Abfolge zu erklären sucht.

Entwicklung der Definition in der Industrialisierung

Werkzeugmaschine (Säulenbohrmaschine)

19. Jahrhundert:
Verbindungen widerstandsfähiger Körper, welche so eingerichtet sind, dass mittels ihrer mechanische Naturkräfte genötigt werden können, unter bestimmten Bewegungen zu wirken (Reuleaux).
Die Verbindung der Körper zu einer Maschine schließt nicht alle und jede Bewegung aus, sondern verhindert nur die für den Zweck der Maschine unnötigen und störenden Bewegungen, sodass die zweckmäßigen Bewegungen als die allein möglichen übrigbleiben.[4]

20. Jahrhundert:
Normungsbestrebungen gehen dahin, zwischen Maschine, Gerät, Apparat, Automat, Werkzeug, Instrument und Anlage zu unterscheiden:

Maschine als vorrangig energie- oder kraftumsetzendes System oder Gebilde,
eine einfache Maschine besteht nur aus einem oder sehr wenigen Elementen und kann häufig auch als Werkzeug bezeichnet werden
eine Kraftmaschine stellt mechanische Energie (Bewegungsenergie) zur Verfügung
eine Arbeitsmaschine nimmt mechanische Energie (Bewegungsenergie) auf
Gerät als vorrangig signalumsetzendes oder informationsverarbeitendes technisches Gebilde,
Apparat gleich vorrangig stoff- bzw. materieumsetzendes technisches Gebilde,
Automat als Maschine, die automatisch ablaufen kann
Werkzeuge sind Vorrichtungen, die nicht eigenständig funktionieren, sondern entweder von Hand geführt werden oder Bestandteil von Maschinen sind,
Instrumente sind Vorrichtungen, die nicht der Umsetzung von Arbeit dienen, sondern der Anzeige,
Anlagen sind komplexe Systeme aus Maschinen, Apparaten, Geräten, Werkzeugen bzw. Instrumenten.

Ende 20. Jahrhundert:
In Europa ist die Maschine in der Maschinen-Richtlinie definiert.
Infolge der Elektronisierung und Automatisierung im 20. Jahrhundert hat sich der Begriff der Maschine auf Computerprogramme ausgedehnt, mit denen Maschinen simuliert werden.[3]
In der Ingenieurtechnik wird aber meist zwischen mechanischer Maschine und elektronischen Automaten unterschieden.

Die Europäische Maschinen-Richtlinie als Definitionshilfe

Meyers: Magnetelektrische Maschinen I (E-Motore), um 1890
Meyers: Magnetelektrische Maschinen II (E-Motore) um 1890

Mit Hilfe der Richtlinie 2006/42/EG (Maschinenrichtlinie) wird ein einheitliches Schutzniveau zur Unfallverhütung für Maschinen beim Inverkehrbringen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) sowie der Schweiz und der Türkei geregelt. Darin ist auch festgelegt, was als Maschine aufgefasst werden muss:

Nach 2006/42/EG Artikel 2 Abs. a (bzw. Umsetzung in nationales Recht, durch 9. ProdSV § 2, Absatz 2) bezeichnet „Maschine“

eine mit einem anderen Antriebssystem als der unmittelbar eingesetzten menschlichen oder tierischen Kraft ausgestattete oder dafür vorgesehene Gesamtheit miteinander verbundener Teile oder Vorrichtungen, von denen mindestens eines bzw. eine beweglich ist und die für eine bestimmte Anwendung zusammengefügt sind;
eine Gesamtheit im Sinne des ersten Gedankenstrichs, der lediglich die Teile fehlen, die sie mit ihrem Einsatzort oder mit ihren Energie- und Antriebsquellen verbinden;
eine einbaufertige Gesamtheit im Sinne des ersten und zweiten Gedankenstrichs, die erst nach Anbringung auf einem Beförderungsmittel oder Installation in einem Gebäude oder Bauwerk funktionsfähig ist;
eine Gesamtheit von Maschinen im Sinne des ersten, zweiten und dritten Gedankenstrichs oder von unvollständigen Maschinen im Sinne des Buchstabens g, die, damit sie zusammenwirken, so angeordnet sind und betätigt werden, dass sie als Gesamtheit funktionieren;
eine Gesamtheit miteinander verbundener Teile oder Vorrichtungen, von denen mindestens eines bzw. eine beweglich ist und die für Hebevorgänge zusammengefügt sind und deren einzige Antriebsquelle die unmittelbar eingesetzte menschliche Kraft ist.

Eine Maschine ist als eigenständige Einheit im Wesentlichen unabhängig von der Umgebung funktionsfähig, während ihre Einzelkomponenten meist nicht unabhängig von der Maschine sinnvoll verwendbar sind.

Nicht unter den Regelungsbereich der Maschinenrichtlinie fallen jedoch „Maschinen, deren einzige Kraftquelle die unmittelbar angewandte menschliche Arbeitskraft ist, mit Ausnahme von Maschinen, die zum Heben von Lasten verwendet werden, …“ (2006/42/EG Artikel I Absatz 2a). Diese Eingrenzung des Begriffes grenzt somit viele Geräte aus, die im alltagssprachlichen Sinne Maschinen sind. Im Verordnungstext werden noch weitere Ausnahmen und Ergänzungen definiert.

Die Neufassung der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG führt daneben auch unvollständige Maschinen auf, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie dazu bestimmt sind, in eine andere Maschine oder andere unvollständige Maschinen eingebaut oder mit ihnen zusammengefügt zu werden, um zusammen mit ihnen eine Maschine im Sinne der Richtlinie zu bilden.

Beispiele, mit den daraus folgenden zugehörigen Anforderungen der EU-Richtlinien:

Eine Spannvorrichtung für Werkstücke, welche die Energie und die Signale von einer übergeordneten Maschine bezieht, ist keine Maschine.
Grund: keine Funktion ohne übergeordnete Maschine. (RL: Einbauerklärung)
Die Heugabel ist keine Maschine.
Grund: kein Anbau an Maschine (vorgesehener Gebrauch), keine beweglichen Teile, nur mit Muskelkraft betrieben, keine gespeicherte Energie. (RL: keine Kennzeichnung)

Speziellere Definitionen

Eine Maschine soll eine Aufgabe mechanisch erledigen und die Antriebsenergie in Bewegung umwandeln (= Kraftmaschine) mit entsprechender Kraftentfaltung auf die Abtriebs- bzw. Arbeitsseite der Maschine (= Arbeitsmaschine).
Bearbeitung eines Materials (bohren, drehen, fräsen) mit exakter Festlegung der Bewegungen von Werkzeug und Werkstück: Maschine = Werkzeugmaschine.
Maschine, die für einen speziellen Zweck konstruiert und gebaut wurde: Maschine = Sondermaschine
Maschinen, deren Zweck die Umsetzung einer zugeführten Energie in Bewegung ist: Maschine = Motor
Maschinen, die der Wiederherstellung von körperlichen Fähigkeiten dienen: Maschine = Prothese
Maschinen, die in Gebäude eingebaut sind. Maschine = Anlage der Technischen Gebäudeausrüstung, z. B. Lüftungsanlagen, Aufzüge, Kältemaschinen, Klimaanlagen, Rückkühlwerke

Zeittafel / historische Beispiele

der planmäßige Einsatz von Hebel und Rad war ausschlaggebend für die Entwicklung von Maschinen
ca. 700 v. Chr.: Babylonische Schöpfwerke in Assyrien, Maschinenbauwerke
ca. 550 v. Chr.: Drehbank, erste Werkzeugmaschinen
ca. 340 v. Chr.: Definition Aristoteles: Hebel, Schraube werden als ‚Maschine‘ bezeichnet
ca. 50 n. Chr.: Heron von Alexandria erste Wärmekraftmaschine
15. Jahrhundert: Maschine = ‚Kunstwerk‘ (Künstleringenieure Beispiel Leonardo da Vinci)
16. Jahrhundert: Maschine = ‚Technische Vorrichtung‘ (Ingenieurwesen Beispiel Galileo Galilei)
17. Jahrhundert: Simulationen der Natur mit mechanischen Modellen, Natur = ‚Maschine‘ (beispielsweise bei Descartes)
1712: Thomas Newcomen erste verwendbare Dampfmaschine (Maschine für Wärmekraftmaschine), 1769 von James Watt erheblich verbessert
1789: Die Französische Revolution ändert die Einstellung zur Mechanik und zur Maschine Befreiung des Menschen von Sklaverei auch durch Ablehnung der Verehrung des Altertums[5]
um 1900: Unterscheidung Sondermaschine, Werkzeugmaschine.[6]
1957: Integration der Maschine: Mensch-Maschine-System
Maschinenraum eines Schiffes

Maschinen in Mythologie und Literatur

In der Literatur des Barock und der Romantik wurden auch Fabelwesen als Maschinen bezeichnet, in der Dichtung der Antike waren es oft die Fabelwesen, die den Mechanismus darstellten, welche die Geschichte vorantrieb.
Sozialwissenschaften und Psychologie nehmen mechanische Aspekte auf, um psychische oder soziale Sachverhalte als Maschinen vorzustellen, wie etwa der Philosoph Gilles Deleuze.
Hephaistos, der Schmiedegott, soll mechanische Frauen aus Gold geschaffen haben, seine bekanntesten Schöpfungen sind die Pandora und der bronzene Riese Talos
Rabbi Judah Löw soll einen künstlichen Menschen, den Golem, aus Lehm geschaffen haben, um die Prager Juden vor ihren Feinden zu schützen
Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts wurde parallel zur technischen Revolution auch in der romantischen Literatur der künstliche Mensch zum Thema.[7]
Anfang des 20. Jahrhunderts hielt der Androide bzw. der Roboter Einzug in die Literatur, Isaac Asimov formulierte die „Roboter-Gesetze“, die einen Verhaltenscode für Automaten festlegen.
Häufig taucht der Teufel im Märchen im Zusammenhang mit Mühlen und anderen technischen Gebilden auf, der Begriff „Teufelswerk“ wird oft bei der Einführung einer neuen Technologie genutzt.
„Brauchbar ist eine Maschine erst dann, wenn sie von der Erkenntnis unabhängig geworden ist, die zu ihrer Erfindung führte.“ (.mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker – Gespräch zwischen Inspektor Voß und Newton (1. Akt))

Siehe auch

Zu Maschinenmodellen der Informatik siehe Automat (Informatik).
Themenliste Maschinenbau
Vergegenständlichte Arbeit

Literatur

Maschinenphantasien – zur Kulturgeschichte des Mensch-Maschinen-Verhältnisses. Ausstellungskatalog. Technische Sammlungen der Stadt Dresden vom 11. Juli bis 24. September 1994.
Sybille Krämer: Symbolische Maschinen. Die Idee der Formalisierung in geschichtlichem Abriss. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1988, ISBN 3-534-03207-1.
Hans-Dieter Bahr: Über den Umgang mit Maschinen. Konkursbuchverlag, Tübingen 1983, ISBN 3-88769-011-7.
Heiko Schmid: Metaphysische Maschinen. Technoimaginative Entwicklungen und ihre Geschichte in Kunst und Kultur. transcript Verlag, Bielefeld 2016, ISBN 978-3-8376-3622-2.
Martin Burckhardt: Vom Geist der Maschine. Eine Geschichte kultureller Umbrüche. Campus Verlag, Frankfurt am Main/ New York 1999, ISBN 3-593-36275-9.
Jürgen Dahl (Hrsg.): Jugend der Maschinen. Bilder aus der Enzyklopädie von Diderot und d’Alembert (1751–1772). Ebenhausen b. München 1965, DNB 452258197 (Aufnahmen der Abbildungen: Bayerische Staatsbibliothek München)
Marshall McLuhan: Die mechanische Braut – Volkskultur des industriellen Menschen. Verlag der Kunst, Amsterdam 1996, ISBN 90-5705-021-8.
Werner Stein: Kulturfahrplan. F.A. Herbig, München/ Berlin/ Wien 1974.
Karl v. Meyenn (Hrsg.): Triumph und Krise der Mechanik. Piper Verlag, München/ Zürich 1990.
Sigvard Strandh: Die Maschine, Geschichte – Elemente – Funktion. Herder, Freiburg im Breisgau 1980, ISBN 3-451-18873-2.
Thomas Klindt, Thomas Kraus, Dirk von Locquenghien, Hans-J. Ostermann: Die neue Maschinenrichtlinie 2006. Beuth Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-410-16518-7.

Weblinks

 Commons: Maschinen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Maschine – Zitate
 Wiktionary: Maschine – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Text der Maschinenrichtlinie 98/37/EG (PDF-Datei) (PDF)
Text der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG (PDF-Datei; 1,38 MB)
Online-Kommentierung der Maschinenrichtlinie von Dipl.-Ing. Hans-J. Ostermann
Zur Universalen Maschine (PDF-Datei; 59 kB)
Technikkritischer dialektischer Begriff der Maschine (Memento vom 27. März 2009 im Internet Archive)

Einzelnachweise

↑ Kluge 1999, S. 542.

↑ “μηχανή” (von “μῆχος” „Mittel, Hilfsmittel, Ausweg“), Henry George Liddell, Robert Scott, A Greek-English Lexicon (Perseus Digital Library)

↑ a b Sybille Krämer: Symbolische Maschinen. Die Idee der Formalisierung in geschichtlichem Abriss. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1988, ISBN 3-534-03207-1.

Meyers Konversations-Lexikon. 1885–1890.

↑ Ernst Cassirer: Die Antike und die Entstehung der exakten Wissenschaft. In: Die Antike. 8, 1932, S. 276–300.

↑ H. Dubbel: Taschenbuch für den Fabrikbetrieb. Springer, Berlin 1922.

↑ E.T.A. Hoffmann, im Roman Der Sandmann die künstliche Olimpia

Abgerufen von „https://de..org/w/index.php?title=Maschine&oldid=187566553“

Kategorie: Maschine

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Baumaschinen Klassifikation Navigationsmenü aus Cottbus

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Baumaschinen, auch als Baugeräte bezeichnet, sind stationäre, semimobile oder mobile Maschinen, die mit Verbrennungsmotoren oder Elektromotoren angetrieben werden und mit denen Baustoffe be- und verarbeitet, Bauhilfsstoffe transportiert und Bauaufgaben ausgeführt werden. Sie werden sowohl im Bauhaupt- als auch im Baunebengewerbe eingesetzt. Die in der Bauwirtschaft für die Kalkulation von Bauleistungen gebräuchliche Baugeräteliste enthält ein umfassendes Verzeichnis der Baumaschinen und -geräte. Viele Baumaschinen lassen sich nicht nur dem Bauwesen zuordnen, weil sie neben ihrem Einsatz in der Bauwirtschaft auch in der Gewinnungsindustrie (Bergbau oder Tagebau), in der Landwirtschaft, im Deponiebetrieb sowie in weiteren Industriezweigen verwendet werden.

Diese Liste von Baumaschinen und Baugeräten eröffnet einen Überblick über die Vielfalt von Baumaschinen und Baugeräten der Gegenwart und nennt deren typische Einsatzgebiete. Die Entwicklungsgeschichte einzelner Baumaschinen wird im jeweiligen Artikel erläutert. Kleingeräte, Bauhilfsstoffe (Schalung und Gerüste) oder Werkzeuge sowie Gleisbaugeräte und Wasserbaufahrzeuge sind nicht Teil dieser Liste. Auch Bergbaumaschinen, wie Schaufelradbagger, werden nicht in der Liste erwähnt.

Inhaltsverzeichnis

1 Klassifikation

1.1 Erdbaugeräte

1.1.1 Standbagger
1.1.2 Fahrbagger
1.1.3 Flachbagger

1.2 Bohr- und Schlitzwandgeräte
1.3 Transportgeräte
1.4 Maschinen für Transport und Verarbeitung von Beton und Mörtel
1.5 Hebezeuge
1.6 Ramm- und Ziehgeräte
1.7 Geräte im Verkehrswegebau
1.8 Kanal- und Rohrleitungsbaugeräte
1.9 Verdichtungsgeräte
1.10 Tunnelbaugeräte
1.11 Kompressorgeräte
1.12 Reinigungsgeräte

2 Siehe auch
3 Literatur
4 Weblinks

Klassifikation

Erdbaugeräte

Erdbaugeräte dienen zum Lösen, Laden, Transportieren, Einbauen und Verdichten von Erdmassen oder Schüttgütern auf kurzen Strecken. Für die Arbeit im Erdbau sind die Geräte mit unterschiedlichen Fahrwerken und Anbaugeräten ausgestattet. Die Bauart ist abhängig von dem anstehenden Bodenmaterial und dessen Lösbarkeit. Des Weiteren beeinflussen Förderstrecke und Tragfähigkeit des Fahrweges die Maschinenwahl. Einige Geräte sind universell verwendbar, sodass ihr Einsatz über den Erdbau hinaus in andere Aufgabengebiete reicht. Grundsätzlich wird zwischen Stand-, Fahr- und Flachbaggern unterschieden.

Standbagger

Standbagger verrichten ihre hauptsächliche Arbeitsaufgabe, das Lösen und Laden von Boden, weitgehend an einer Stelle. Die Bewegung der Maschine erfolgt unabhängig davon. Fördervorgänge sind nur über sehr kurze Strecken wirtschaftlich, da die Fahrgeschwindigkeit und die Fördermenge gering sind. In der Regel findet auch kein Transport im Sinne eines Verfahrens von Gütern statt, vielmehr werden diese unter Nutzung der Anbauwerkzeuge umgesetzt oder gezogen.

Geräteart

Beschreibung

Bild

Hydraulikbagger

Hydraulikbagger gibt es in vielen verschiedenen Baugrößen und Leistungsklassen. Mit unterschiedlichen Fahrwerken (Raupen-, Rad- oder Zweiwegefahrwerk) und vielfältigen Arbeitseinrichtungen eignet sich dieses Gerät für nahezu jede Geländeform und Bauaufgabe. Das Gerät besteht aus einem Unterwagen mit dem Fahrwerk und einem schwenkbaren Oberwagen mit dem Fahrerhaus und der Arbeitseinrichtung (Ausleger mit einem Anbaugerät, zum Beispiel mit einem Grabgefäß).

Seilbagger

Seilbagger werden sowohl mit Raupen- als auch mit Radfahrwerk hergestellt und eignen sich für den Einsatz im Bagger- und Kranbetrieb sowie bei der Materialförderung und als so genanntes Trägergerät für Spezialtiefbauaufgaben. Das Gerät ist ähnlich aufgebaut wie der Hydraulikbagger, arbeitet jedoch mit Hilfe einer Seilwinde. Als Arbeitseinrichtung dient beim Seilbagger ein Gittermast mit Grabwerkzeug (Schleppschaufel oder Greifer) oder ein Trägermast mit Anbaugeräten (Ramm-, Zieh- und Bohrgeräte).

Schreitbagger

Der Schreitbagger besitzt eine ähnliche Funktionsweise wie der Hydraulikbagger, er ist jedoch mit Schreitbeinen ausgestattet. Mit diesen Schreitbeinen kann das Gerät in unwegsamem oder steilem Gelände arbeiten. Dabei kann der Geräteführer jedes Schreitbein einzeln steuern. Für einen raschen Ortswechsel des Gerätes in flachem Terrain sind an den Schreitbeinen absenkbare Räder angebracht.

Minibagger

Der Minibagger mit Raupen- oder Radfahrwerk besitzt äußerst geringe Abmessungen sowie ein geringes Betriebsgewicht und ist daher für Bauaufgaben mit stark eingeengten Platzverhältnissen geeignet. Neben seiner Verwendung im Garten- oder Grabenbau kann sich der Minibagger auch innerhalb von Gebäuden ohne Probleme fortbewegen und arbeiten. Die Leistungsfähigkeit ist aufgrund der geringen Größe jedoch eingeschränkt.

Kompaktbagger

Der Kompaktbagger befindet sich hinsichtlich der Baugröße und Leistungsfähigkeit zwischen dem Minibagger und dem konventionellen Hydraulikbagger. Der Oberwagen ist oft so konzipiert, dass er geschwenkt werden kann, ohne über den Unterwagen hinauszuragen. In diesem Fall wird er auch als Hüllkreisbagger bezeichnet, was jedoch nur bei wenigen Fällen vorkommt. Weitaus häufiger ist der sogenannte Zero-Tail-Bagger. Bei diesen Geräten ist das Heck so ausgebildet, dass es beim Schwenken nicht über den Unterwagen hinausragt und der Ausleger durch den Seitenversatz nur wenig über den Unterwagen hinausragt. Zero-Tail-Bagger gibt es mittlerweile bei fast allen Herstellern mit einem Gewicht von 1,5 bis 30 Tonnen. Ähnlich dem Hydraulikbagger steht eine Vielzahl von Anbaugeräten zur Auswahl.

Teleskopbagger

Der Teleskopbagger ist eine Abwandlung des Hydraulikbaggers. Er gleicht ihm in Aufbau und Leistung, besitzt jedoch statt einem starren Ausleger einen Teleskopausleger. Durch dieses Bauteil erweitert sich der Aktionsradius des Gerätes gegenüber einem Gerät mit Standardausleger wesentlich.

Fahrbagger

Im Gegensatz zum Standbagger ist der Fahrbagger nur durch die Bewegung der gesamten Maschine zur Verrichtung seiner Arbeitsaufgaben in der Lage. Er ist für Transporte über kurze Distanzen geeignet. Ausschlaggebend für die Wirtschaftlichkeit beim Transport sind u. a. das Beschleunigungsvermögen, die Endgeschwindigkeit sowie das Ladevolumen.

Geräteart

Beschreibung

Bild

Radlader

Dieses Universalgerät kann mit Hilfe verschiedener Anbaugeräte Erdreich und Schüttgüter lösen, laden und einbauen sowie über mittlere Distanzen fördern. Die Anbaugeräte können mit einer Schnellwechseleinrichtung rasch gewechselt werden. Je nach Bauaufgabe steht eine Vielzahl von Radladerbaugrößen und Leistungsklassen zur Auswahl. Die Maschine kann entweder einen starren Rahmen mit Radlenkung oder einen geteilten Rahmen mit Knicklenkung besitzen. Bei der Schaufelkinematik unterscheidet man die Parallel- und die Z-Kinematik. Eine Sonderbauform stellt der Schwenkschaufellader dar, dessen Arbeitseinrichtung nach beiden Seiten geschwenkt werden kann.

Baggerlader

Dieses Mehrzweckgerät ist eine Kombination zwischen konventionellem Hydraulikbagger und Radlader. Dieses überwiegend im Graben- und Rohrleitungsbau eingesetzte Gerät wird dabei vollständig vom Fahrerhaus bedient, der Fahrersitz kann je nach Arbeitsrichtung gedreht werden. Um die Stabilität zu verbessern sind am Heck zwei hydraulische Abstützungen angebracht. Zusätzlich ist die Heckbaggereinrichtung seitlich mit Hilfe eines Schlittens verschiebbar.

Laderaupe

Die Laderaupe ähnelt der Planierraupe, besitzt jedoch an der Front eine Ladeschaufel. Am Heck kann ein Einzel- oder Mehrzahnaufreißer angeordnet sein. Der Motor liegt im hinteren Teil der Maschine und dient so als Gegengewicht zur aufgenommenen Ladung. Der Raupenlader ist im Gegensatz zum Radlader in wenig tragfähigen Böden durch den geringen Flächendruck der Kettenlaufwerke einsatzfähig. Zudem kann er dicht gelagerte Böden besser lösen und laden.

Kompaktlader

Der Kompaktlader (engl.: Skid-Steer) wird zu ähnlichen Aufgaben wie ein Radlader eingesetzt, kann aber vergleichbar den Minibaggern aufgrund der geringen äußeren Abmessungen und des niedrigen Betriebsgewichts auch unter stark eingeengten Platzverhältnissen oder in Gebäuden eingesetzt werden. Für Kompaktlader ist ebenfalls eine große Vielfalt an Anbaugeräten verfügbar, die auch Geräte für Warenumschlag, Landwirtschaft (Hoflader), Gartenbau oder Reinigungszwecke mit einschließt.

Flachbagger

Flachbagger arbeiten im Flachab- bzw. -auftrag und einige Geräte sind zum Teil für den Materialtransport über weitere Distanzen ausgelegt. Wie beim Fahrbagger ist zum Lösen und Fördern die Bewegung des gesamten Gerätes erforderlich. Flachbagger besitzen eine hohe Motorleistung und erreichen zum Teil mittlere bis hohe Endgeschwindigkeiten.

Geräteart

Beschreibung

Bild

Planierraupe

Dieses Baugerät eignet sich für Planierarbeiten und Förderung von Erdreich über kurze Strecken. Zu diesem Zweck wurden Planierraupen in verschiedenen Größen- und Leistungsklassen entwickelt. Je nach Anforderung stehen dabei verschiedene (Planier)Schild-Typen zur Verfügung, des Weiteren kann am hinteren Ende ein Einzel- oder Mehrzahnheckaufreißer angebracht sein. Das Kettenlaufwerk wird in Standard-Bauart oder als Delta-Laufwerk ausgeführt.

Grader

Die auch Erd- oder Straßenhobel genannte Maschine ist für genaue Planierarbeiten optimiert. Das Hauptschild (die Schar) ist vielseitig hydraulisch beweglich (Lage, Höhe, seitliches Ausschwenken) und vor allem mittig unter dem Fahrzeug mit langem Radstand angeordnet, so dass sich das Überfahren von Bodenunebenheiten erheblich weniger auswirkt als bei einem Frontschild. Durch eine Kombination von Vorderachs- und Knicklenkung können die meisten Grader im Hundegang arbeiten und so das Planum spurfrei halten. Zum Vorplanieren kann ein Frontschild, für das Lösen fester Böden ein Heckaufreißer angebracht werden.

Schürfzug

Der Schürfzug (auch Schürfkübelwagen oder Scraper genannt) nimmt Erdreich im Flachabtrag auf und kann dieses über weite Distanzen wirtschaftlich fördern. Je nach Lösbarkeit des Bodens können verschiedene Wagentypen eingesetzt werden. Man unterscheidet den Doppelmotor-, Elevator- oder den Schneckenschürfwagen. Bei besonders schwer lösbaren Böden kann eine Schubraupe den Schürfwagen anschieben. Auch eine Kombination von zwei Schürfwägen (so genannter Push-Pull-Betrieb) oder ein Anhängeschürfwagen ist möglich.

Schürfkübelraupe

Die Schürfkübelraupe vereint die Funktion von Schürfwagen und Planierraupe, das bedeutet sie kann Erdreich lösen, laden, fördern und einbauen sowie Böden planieren. Die Transportstrecken können sich dabei über mittlere Distanzen erstrecken. Vorteilhaft ist auch die Einsatzfähigkeit auf Böden mit geringer Tragfähigkeit oder in Gewässern mit geringer Wassertiefe. So kann das Gerät mit einer speziellen Wateeinrichtung bis unter 1,8 Meter Wassertiefe arbeiten.

Bohr- und Schlitzwandgeräte

Für Spezialtiefbauaufgaben, darunter das Herstellen von Schlitzwänden und Bohrpfählen, sind besondere Baugeräte notwendig. Die Geräte übernehmen dabei das Lösen des Erdreichs und fördern es anschließend an die Oberfläche. Um ein Einstürzen in wenig tragfähigen Böden zu vermeiden, müssen die Geräte die Bohrlöcher und Schlitzwände während der Herstellung ausreichend abstützen. Dazu kommt entweder im Fall des Bohrpfahls ein Rohr in Fragen, im Fall der Schlitzwand eine Stützflüssigkeit.

Geräteart

Beschreibung

Bild

Drehbohrgerät

Mit Hilfe des Drehbohrgerätes lassen sich verrohrte oder unverrohrte Bohrungen im Boden ausführen und das anfallende Bodenmaterial zu Tage fördern. Im Anschluss daran kann je nach Erfordernis ein Bewehrungskorb eingebracht werden und der Bohrpfahl betoniert werden. Wurde zur Stabilisierung des Bohrlochs ein Rohr eingebracht, kann das während des Betoniervorgangs mit dem Gerät schrittweise gezogen werden (Kontraktorverfahren). Das Drehbohrgerät besteht im Wesentlichen aus dem so genannten Trägergerät und dem Mast mit Drehantrieb und Kellystange. Der Boden lässt sich mit einer Vielzahl von Werkzeugen lösen. Man unterscheidet dabei zwischen Bohrgreifern- und schnecken sowie Rollen- und Fallgewichtsmeißel und Imlochhämmer. Je nach anstehendem Boden ist ein geeignetes Bohrwerkzeug auszuwählen.

Schlitzwandgreifer

Für die Herstellung von Schlitzwänden werden Schlitzwandgreifer und Schlitzwandfräsen verwendet. Diese aus Trägergerät und Seilgreifer oder Seilfräse bestehenden Geräte lösen das Erdreich und fördern es zu Tage. Dabei kann ein Bentonit-Suspensionskreislauf an das Gerät angeschlossen werden, um den Schlitz temporär abzustützen. Die Schlitzwandfräse arbeitet in kontinuierlichem Betrieb, der Schlitzwandgreifer dagegen arbeitet im Taktbetrieb.

Transportgeräte

Der horizontale Transport von Erdmassen oder Schüttgütern sowie Maschinen oder Bauteilen wird mit Hilfe von verschiedenartigen Transportgeräten ausgeführt. Sie eignen sich für weite Förderstrecken, und die meisten von ihnen können ihre Ladung selbstständig abgeben. Für den Transport auf kurzen und mittleren Strecken eignen sich auch diverse Erdbaugeräte. Je nach zu bewegender Materialmenge und des Transportweges (öffentliches Straßennetz oder Privatgelände) kommen unterschiedliche Geräte in Frage. Eine weitere Möglichkeit, hier jedoch nicht weiter ausgeführt, ist der Transport mit Schienenfahrzeugen im Gleisbetrieb sowie per Schiff.

Geräteart

Beschreibung

Bild

Baustellenkipper

Diese spezielle Form des Lkws besitzt eine Straßenzulassung und kann als Mehrachskipper oder Sattelzugmaschine aufgebaut sein. Es ist eine Vielzahl von Bauarten und Leistungsklassen verfügbar, die Ladefläche lässt sich je nach Ausführung nach hinten oder zur Seite entleeren. Das Beladen des Fahrzeugs erfolgt mit Hilfe von Stand- oder Fahrbaggern, die mit ihrem Ausleger über die Bordwand reichen.

Schwerkraftwagen

Im Gegensatz zum konventionellen Lkw hat der Schwerkraftwagen (auch SKW, Dumper oder Muldenkipper genannt) aufgrund seiner Abmessungen und seines erhöhten Gewichts keine Straßenzulassung. Die Geräte besitzen starke Motoren und erreichen trotz ihres Gewichtes eine hohe Fahrgeschwindigkeit. Die Ladefläche lässt sich bei diesem Gerät nur nach hinten entleeren. Für das Beladen der Fahrzeuge sind ausreichend große Bagger erforderlich.

Vorderkipper

Für Baustofftransporte auf Kleinbaustellen und im Garten- und Landschaftsbau kann der Vorderkipper (auch Dumper, Motor-Japaner, Muldenkipper oder Muli genannt) verwendet werden. Er besitzt vorne eine schalenförmige Ladefläche, die bei Bedarf gekippt werden kann. Hinter dieser Ladefläche befinden sich der Fahrersitz und die Bedienelemente. Größere Geräte können mit einer Knicklenkung ausgestattet sein und werden aufgrund ihrer Wendigkeit und kompakten Abmessung auch im Tunnelbau eingesetzt.

Förderband

Das Förderband transportiert kontinuierlich Material sowohl über weite als auch kurze Strecken. Je nach Ausführung erreicht das Förderband unterschiedliche Fördergeschwindigkeiten. Die Schüttgüter müssen ausreichend zerkleinert sein, sodass sie auf dem Förderband Platz finden. Da der Aufwand für den Aufbau recht hoch ist, eignen sich Förderbänder in der Regel nur für Transportaufgaben, welche über einen längeren Zeitraum oder in besonders unwegsamen Gelände zu erledigen sind.

Tieflader

Der Tieflader dient dem Transport von Baugeräten, welche aufgrund ihrer Größe oder ihres Gewichtes nicht auf öffentlichen Straßen fahren dürfen. Des Weiteren können mit ihm Bauteile oder Bauhilfsstoffe transportiert werden. Zur besseren Gewichtsverteilung werden mehrere Achsen angeordnet, die auch eigens lenkbar sein können. Gezogen wird der Tieflader von einem Lkw oder einer Zugmaschine.

Maschinen für Transport und Verarbeitung von Beton und Mörtel

Beton und Mörtel kann entweder in mobilen Mischanlagen oder in stationären Mischwerken hergestellt werden. Für den Transport zur Baustelle und zum Fördern auf der Baustelle sowie für die Betonverarbeitung steht eine Reihe von Maschinen zur Verfügung.

Geräteart

Beschreibung

Bild

Betonmischer

Betonmischer dienen zum Herstellen von Frischbeton. Die Bestandteile des Betons (Wasser, Gesteinskörnung, Zement und gegebenenfalls Zusatzstoffe oder Betonzusatzmittel) werden in den Mischbehälter gefüllt und gemischt. Im Mischbehälter befinden sich Mischwerkzeuge, die je nach Bauart um eine senkrechte (Tellermischer) oder um eine oder zwei waagerechte Achsen (Trogmischer) rotieren. Der fertig gemischte Beton wird durch eine Bodenöffnung entleert. Es wird zwischen spielweise und stetig arbeitenden Mischern unterschieden.

Fahrmischer

Für den Transport des Frischbetons vom Herstellerwerk zur Einbaustelle werden Fahrmischer verwendet. Auf ein Lkw-Fahrgestell ist eine Mischtrommel mit Antriebseinheit und Be- und Entladevorrichtung aufgebaut. Während der Fahrt kann die Trommel gedreht werden, um ein Entmischen des Betons zu verhindern. Die Fahrmischer besitzen eine Straßenzulassung. Wegen der einzuhaltenden Achslasten nimmt mit dem Fassungsvermögen der Trommel die Zahl der Fahrzeugachsen zu. Große Fahrmischer werden meist als Vierachser oder Fünfachser und seltener als Sattelauflieger ausgeführt. Auf der Baustelle wird der Beton mit einem Krankübel oder einer Betonpumpe, selten über eine Rutsche oder mit einem Förderband in die Schalung gefördert.

Fahrmischer mit Transportband

Für den Transport des Frischbetons vom Herstellerwerk zur Einbaustelle werden in Skandinavien auch Fahrmischer mit Transportband verwendet. Auf ein Lkw-Fahrgestell ist eine Mischtrommel mit Antriebseinheit und Be- und Entladevorrichtung, sowie ein Förderband oder eine hydraulische Teleskoprutsche aufgebaut. Auf der Baustelle wird der Beton über eine Rutsche oder mit einem Förderband mit Fernbedienung in die Schalung gefördert. Diese Fahrzeuge erwiesen sich in der Vergangenheit als sehr flexible Alternative.

Betonpumpe

Mit der Betonpumpe wird Frischbeton durch eine stationär verlegte oder durch eine an einem flexibel verstellbaren Verteilermast befestigte Rohrleitung von der Mischanlage oder vom Fahrmischer zur Einbaustelle gefördert. Je nach Ausführung und Leistungsklasse ergeben sich unterschiedliche Förderleistungen und Förderweiten. Betonpumpen können als Fahrzeugaufbau (Autobetonpumpe mit Verteilermast) oder als stationäres Gerät (Baustellenbetonpumpe) hergestellt werden. Fahrmischer können mit einer Betonpumpe und einem Verteilermast zu einer Fahrmischerbetonpumpe kombiniert sein.

Mörtelpumpe

Die Mörtelpumpe besteht aus einem Vorratsbehälter und der Pumpeinheit. Mit ihr wird Trockenmörtel mit Wasser gemischt und anschließend an die Einsatzstelle gepumpt. Der Trockenmörtel kann als Sackware oder aus einem Mörtelsilo zugegeben werden.

Spritzbetongerät

Das Spritzbetongerät wird entweder hand- oder maschinell geführt und dient zum Verarbeiten von Spritzbeton. Je nachdem, ob das Nassspritzverfahren oder das Trockenspritzverfahren angewendet wird, ergibt sich eine unterschiedliche Bedienung des Gerätes. Beide Spritzverfahren benötigen Druckluft, die mit einem Kompressor erzeugt werden muss.

Betonsäge

Für das Trennen und das Herstellen von (Schein)Fugen in Beton werden spezielle Betonsägen verwendet. Das Trennblatt wird dabei mit Wasser gekühlt. Haupteinsatzgebiet der Betonsäge liegt im Betonfahrbahnbau, da hier in festen Abständen die Betondecke mit Längs- und Querfugen versehen werden muss, um ein unkontrolliertes Entstehen von Rissen zu vermeiden.

Flügelglätter

Die Flügelglättmaschine glättet die Oberfläche frisch hergestellter Betonböden und Betonfahrbahnen. Es gibt sowohl handgeführte Glättmaschinen als auch Geräte mit Fahrersitz. Die Geräte lassen sich während des Betriebs leicht in jede beliebige Richtung steuern. Es sind Ausführungen mit einem Rotorblatt oder zwei Rotorblättern möglich.

Innenrüttler/Außenrüttler

Rüttler dienen zum Verdichten von Frischbeton. Die Maschine ist im Inneren mit einer Unwucht ausgestattet und setzt somit Vibrationen frei. Durch die Vibration wird der frische Beton zur Bewegung angeregt, wodurch Luft aus dem Beton entweichen und er sich dichter lagern kann. Rüttler können sowohl während des Betoniervorgangs in das zu betonierende Bauteil gehalten werden (Innenrüttler), als auch an die Schalung angebaut sein (Außenrüttler).

Hebezeuge

Hebezeuge dienen dem vertikalen und horizontalen Transport von Baustoffen und Bauhilfsstoffen sowie Personen auf Baustellen. Hierbei wird zwischen mobilen und stationären Geräten unterschieden. Eine besondere Rolle bei der Gerätewahl spielt die Aufbaugeschwindigkeit und die Anpassung des Gerätes an den Baufortschritt. Entscheiden für die Gerätewahl ist auch die maximal mögliche Hubhöhe und das Lastmoment.

Geräteart

Beschreibung

Bild

Turmdrehkran

Der Turmdrehkran hat sich als Standard-Hebezeug im Hochbau durchgesetzt und ist in vielen verschiedenen Aufbauarten denkbar. Zunächst wird zwischen einem oben- oder einem unten drehenden Kran unterschieden, der mit einem Katz-, Nadel-, Teleskop- oder Knickausleger ausgestattet sein kann. Des Weiteren kann das Gerät als Kletterkran ausgeführt sein und zusammen mit dem Baufortschritt erweitert werden. Um den Aufbauaufwand zu verkleinern, wurden so genannte Schnellmontagekräne für kleine Bauaufgaben entwickelt.

Portalkran

Der Portalkran besitzt zwei Auflager und kann auf Schienen verfahren werden. Der Hubvergang wird mit einer Laufkatze bewältigt. Dieses Gerät findet häufig Anwendung auf Bauhöfen oder in Fertigteilwerken, kann aber auch auf Montagebauwerken oder in Hallen eingesetzt werden.

Kabelkran

Der Kabelkran ist mit dem Portalkran verwandt, überspannt jedoch wesentlich weitere Distanzen. Bestandteile der Konstruktion sind ein Pendelturm und ein Maschinenturm, welche über ein Tragseil verbunden sind. Auf dem Tragseil befindet sich eine Laufkatze, welche vom Maschinenturm aus gesteuert wird. Der Kabelkran eignet sich besonders gut für schwer zugängliche Baufelder oder lange linienartige Baustellen wie etwa Staumauer- oder Seilbahnbaustellen.

Fahrzeugkran

Im Gegensatz zu den oben genannten Geräten kann der Fahrzeugkran (auch Auto- oder Mobilkran genannt) größere Strecken selbstständig zurücklegen und besitzt je nach Ausführung eine Straßenzulassung (Ausnahme Groß- oder Raupenkräne). Das Fahrwerk kann sowohl als Rad- als auch mit Raupenfahrwerk ausgestattet sein. Um die Stabilität während des Hubvorgangs zu verbessern, sind seitliche Abstützungen am Gerät auszufahren.

Teleskoplader

Dieses Universalgerät erinnert an einen Radlader, ist jedoch mehr für das Heben von Lasten gedacht. Der Teleskopausleger kann ausgefahren werden und je nach Anforderung mit verschiedenartigen Anbaugeräten versehen werden. Besonders für häufig wechselnde Einsatzorte und geringe Lasten eignet sich der Teleskoplader.

Bauaufzug

Für den vertikalen Transport von Personen und Gütern während der Bauzeit können Bauaufzüge eingesetzt werden, die am Ende der Bauzeit wieder abgebaut werden. Es sind dabei unterschiedliche Größen- und Leistungsklassen möglich. Da der Aufzug sich dem Baufortschritt anpassen muss, ist die Konstruktion nach oben hin erweiterbar.

Minikran

Für leichte Hubvorgänge über kurze Distanzen eignen sich Minikräne. Sie wurden für ein rationelles und gesundheitsschonendes Mauern entwickelt. Die Minikräne besitzen ein Radlaufwerk und werden mit einer Fernbedienung gesteuert.

Arbeitsbühne

Dieses Gerät eignet sich für den vertikalen Transport von Personen an schwer zugänglichen Arbeitsstellen in der Höhe. Es kann des Weiteren von der Bühne aus gesteuert werden und lässt sich zur Lagestabilisierung mit seitlichen Abstützungen versehen.

Hubarbeitsbühne

Dieses Gerät eignet sich für den horizontal versetzten vertikalen Transport von Personen an schwer zugänglichen Arbeitsstellen in der Höhe und ist auf Anhängern oder Fahrgestellen (Rahmen) von LKW oder Radbaggern montiert. Es wird vom Arbeitskorb aus gesteuert und hat seitlich ausfahrbare Abstützungen. Unten befindet sich zur Bergung liegengebliebener Geräte eine Notsteuereinheit.

Flaschenzug

Dieses seit dem Altertum bekannte Hebezeug vereinfacht das Heben von Lasten unter geringem Maschinenaufwand. Der Einsatz erfolgt heute bei kleineren Hebevorgängen, wo die oben genannten Maschinen entweder aus Platzgründen oder aus wirtschaftlichen Gründen nicht eingesetzt werden können. Die Ausstattung mit einem Elektromotor ist möglich.

Ramm- und Ziehgeräte

Für das Erstellen eines Spundwandverbaus oder einer Trägerbohlwand werden Geräte zum Rammen und Vibrieren von Spundwanddielen und Stahlprofilen benötigt. Diese Geräte werden an ein Trägergerät (meist Raupenbagger) angeschlossen. Die Wahl des passenden Gerätes hängt von den anstehenden Bodenverhältnissen sowie von den Vorgaben bezüglich des Lärmschutzes und den maximal zulässigen Erschütterungen ab.

Geräteart

Beschreibung

Bild

Ramme

Mit Hilfe der Ramme lassen sich Spundwände und Stahlträger in den Boden einbringen oder aus diesem herausziehen. Der Antrieb der Ramme kann verschiedenartig ausgebildet sein. Man unterscheidet zwischen Dampframme, Dieselramme, Pressluftramme, Explosionsramme und Vibrationsramme. Die Ramme besteht aus dem Träger- oder Grundgerät und der eigentlichen Ramme.

Geräte im Verkehrswegebau

Die besonderen Anforderungen an den qualitativ hochwertigen Asphalt- und Betonfahrbahnbau erfüllen dafür speziell entwickelte Geräte zur Verarbeitung und Verdichtung von Asphaltmischgut und Frischbeton. Zur Beseitigung der Hohlräume im Asphalt werden unterschiedliche Walzentypen verwendet.

Geräteart

Beschreibung

Bild

Schwarzdeckenfertiger

Für die Herstellung von Asphaltdecken wurden Einbaugeräte entwickelt, die das frische Mischgut aufnehmen und auf der eingestellten Breite verteilen und vorverdichten. Dazu gibt der vom Einbaugerät geschobene Lkw das Mischgut in den Aufnahmekübel. Sowohl Raupen- als auch Radlaufwerke werden genutzt.

Kompaktasphaltfertiger

Sonderform des Schwarzdeckenfertigers mit Raupenfahrwerk. Entwickelt von den Unternehmen Kirchner und Vögele vereint er zwei Einbaugeräte in einer Maschine und ermöglicht die Binder- und Deckschicht in einem Arbeitsgang „heiß auf heiß“ herzustellen. In Serie wird dieser Typ von Dynapac vertrieben und als Kompaktasphaltfertiger bezeichnet. Das später vom Unternehmen Vögele als Alternative entwickelte Verfahren wird abweichend als InLine Pave bezeichnet und setzt dabei auf jeweils zwei separate Fahrzeuge. Der Deckenfertiger fährt hierbei auf der vorverdichteten Binderschicht. Die Mischgutzufuhr erfolgt bei beiden Varianten, aufgrund des Materialbehältereinsatzes mit größerem Fassungsvermögen immer mit Beschicker.

Das Bild zeigt die Variante von Dynapac mit davor fahrenden Beschicker.

Sprühfertiger

Eine weitere Sonderform des Schwarzdeckenfertigers. Ausgestattet mit einem Vorratstank mit Sprühanlage für Bitumenemulsionen wird diese Art für Dünnschichten im Heißeinbau und zum konventionellen Einbau mit Vorsprühen eingesetzt. Um den geringen Emulsionvorrat zu erhöhen gibt es Tankeinsätze für den Materialbehälter. Die Mischgutzufuhr erfolgt dann mit Beschicker.

Betonfertiger
Betondeckenfertiger
Gleitschalungsfertiger
Betondeckengleitschalungsfertiger

Ähnlich dem Schwarzdeckenfertiger erstellt der Betonfertiger Fahrbahnen, jedoch aus dem Baustoff Beton. Moderne Gleitschalungsfertiger sind größer dimensioniert und untergliedern sich in mehrere Arbeitsstationen. Zunächst wird der Frischbeton von der Maschine grob auf der einzubauenden Länge verteilt. Im nächsten Schritt wird die Oberfläche profilgerecht abgezogen und die Anker und Dübel eingelegt. Im letzten Schritt wird schließlich die Oberfläche geglättet.

Für den Einbau monolithischer Profile (Bordsteinprofile, Betongleitschutzwände oder Wasserrinnen) im Offset-Verfahren werden ebenfalls auf das Verfahren abgestimmte Gleitschalungsfertiger eingesetzt.

Brückenfertiger

Brückenfertiger werden von der Bauwirtschaft genutzt um gerade als auch geneigte oder gewölbte Flächen aus Schotter, Beton oder Asphalt herstellen. Eingesetzt werden diese Typen vorrangig beim Bau von Steilwandkurven und bei Kanal- und Talsperrenabdichtungen im Wasserbau. Das einzubauende Material wird durch eine mit weggesteuerten Hydraulikzylindern verformbare Bohle abgezogen. Für eine Nachverdichtung werden besonders umgebaute Walzen eingesetzt.

Straßenfräse

Für das Entfernen von Asphalt- oder Betonschichten in Fahrbahnen werden Fräsmaschinen verwendet. Die Fräse besteht aus einer rotierenden Fräswalze im mittleren oder hinteren Bereich. Durch die Fräswalze wird die Fahrbahnschicht abgefräst und das Fräsgut bei größeren Geräten mittels eines Förderbandes auf einen mitfahrenden Lkw verladen. Es wird zwischen Warmfräse und Kaltfräse unterschieden.

Dreiradwalze

Zur Verdichtung einer frisch eingebauten Asphaltschicht kann eine Dreiradwalze eingesetzt werden. Die Verdichtung erfolgt in diesem Fall über das Gewicht des Gerätes. Die „Räder“ der Walze werden als Bandagen bezeichnet und besitzen eine glatte Oberfläche. Zur Erhöhung des Gewichtes können eingebaute Tanks mit Wasser gefüllt werden. Während des Einbaus bitumengebundenen Mischgutes wird das Wasser zur Befeuchtung der Bandagen genutzt.

Gummiradwalze

Ähnlich der Wirkungsweise einer statischen Walze erfolgt die Verdichtung von frischem Asphaltmischgut mit einer Gummiradwalze durch das Gewicht des Gerätes. Jedoch besitzt diese Maschine luftbereifte Räder, deren Luftdruck während des Walzvorgangs eingestellt werden kann. Die Gummiradwalze „knetet“ durch ihre Ausführung die Oberfläche und sorgt so für einen Porenschluss der Asphaltfläche.

Kombiwalze

Kombiwalzen vereinen die Verdichtungswirkung einer Gummiradwalze und Tandemvibrationswalze in einem Gerät. Eingesetzt werden sie vorrangig beim Einbau von Asphaltbetondecken.

Tandemvibrationswalze

Im Gegensatz zu den oben genannten Walzen erfolgt die Verdichtung mit einer Tandemvibrationswalze (auch Tandemwalze) durch dynamische Bewegungsvorgänge in den Bandagen. Die Bandagen werden mit Hilfe einer Unwucht in Vibration versetzt und geben diese an die unverdichtete Asphaltschicht weiter. Sie können sowohl vorwärts als auch rückwärts arbeiten und besitzen eine Berieselungsanlage zur Benetzung der Bandagen mit Wasser. Am Heck kann ein Splittstreuer angebracht sein, um die Oberfläche des Asphalts abzustumpfen.

Rampenspritzgerät

Das Rampenspritzgerät dient zum Aufbringen von Bindemittel auf Fahrbahnen. Die Maschine besteht aus dem Lkw-Grundgerät und einem Vorratstank mit Heizmöglichkeiten sowie einer in der Höhe und Breite verstellbaren Spritzbalken am Heck. Dessen geregelte Ansteuerung des Spritzbalkens und der Einzeldüsen erfolgt aus dem Fahrerhaus. Eine manuelle Bedieneinrichtung ist auf einer Arbeitsbühne oberhalb des Spritzbalkens angeordnet.

Bankettfertiger

Der Bankettfertiger stellt das Bankett von Straßen her. Er besitzt ein Radlaufwerk und wird an seiner Vorderseite von einem Lkw mit Bankettmaterial versorgt. Im Inneren der Maschine bringen ein Förderband und eine Schnecke das Material zur Einbauvorrichtung. Diese Vorrichtung baut das Bankettmaterial in der festgelegten Breite ein und sorgt für eine Vorverdichtung.

Beschicker

Ein Beschicker dient als berührungsloses Verbindungselement zwischen Fertigern und den Mischguttransportfahrzeugen. Ursprünglich für den Kompaktasphaltfertiger entwickelt können auch normale Straßenfertiger mit dem Förderband beschickt werden. Durch einen großen Materialbehälter stellt er den ständigen Mischgutnachschub für den einbauenden Fertiger sicher.

Pflasterverlegemaschine

Die Pflasterverlegemaschine vereinfacht die Verlegung großer Pflasterflächen durch eine Steinaufnahmevorrichtung am vorderen Fahrzeugteil, die eine größere Anzahl Pflastersteine gleichzeitig setzt.

Bodenstabilisierer

Der Bodenstabilisierer (auch Bodenfräse) verbessert nicht oder schlecht tragfähige Böden durch das Einmischen von stabilisierenden Zusätzen (beispielsweise Kalk). In der Mitte des Geräts befindet sich die Fräse, die Kalk in den Boden einmischt, der dann mittels Vibrationswalze verdichtet wird.

Bindemittelstreuer

Der Bindemittelstreuer wird im Zuge einer Bodenverbesserung bzw. Bodenverfestigung benötigt, um die erforderliche Menge an hydraulischem Bindemittel dosiert auf dem Planum auszustreuen.

Kaltmischanlage

Die Kaltmischanlage wird hauptsächlich zur Herstellung von hydraulisch gebundenen Tragschichten und beim Kaltrecycling eingesetzt. Dieses Verfahren wird auch als Zentralmischverfahren bezeichnet.

Gussasphaltkocher

Der Gussasphaltkocher dient dazu, Gussasphalt aufzuwärmen und zur Einbaustelle zu transportieren.

Gussasphaltbohle

Die Gussasphaltbohle dient dazu, Gussasphalt maschinell einzubauen und so auch bei großen Bauvorhaben wirtschaftlich zu sein. Die Arbeitsweise gleicht dem eines Betondeckenfertigers, jedoch ohne Verdichtung.

Wasserwagen

Wasserwagen werden im Erd- und Verkehrswegebau dazu eingesetzt, große Flächen zu wässern. Dies geschieht, um die Staubbildung zu vermindern oder um dem Boden eine bestimmte Wassermenge zuzugeben (optimaler Wassergehalt zur Bodenverbesserung).

Heizmaschine

Mit Hilfe der Heizmaschine werden Asphaltbefestigungen auf schonende Weise großflächig erwärmt. Dies ist insbesondere dann erforderlich, wenn alte bzw. beschädigte Verkehrsflächen im Heißrecycling-Verfahren instandgesetzt werden sollen. Sie eignet sich jedoch auch zum Trocknen und Vorwärmen von Unterlagen.

Heißrecycler

Heißrecycler werden dazu eingesetzt, Asphaltdeckschichten zu sanieren (sogenanntes Heißrecycling-Verfahren). Bei diesem Verfahren werden die Deckschichten zu 100 % wiederverwendet und fehlende Stoffe wie Splitt oder Bitumen zugegeben.

Kanal- und Rohrleitungsbaugeräte

Für Bauaufgaben im Kanal- und Rohrleitungsbau wurden spezielle Gerät entwickelt, die einerseits Arbeitssicherheit gewährleisten und auch eine wirtschaftliche Arbeitsweise ermöglichen. Neben den unten genannten Gräten kommen häufig auch noch Verdichtungsgeräte oder Bagger zum Einsatz.

Geräteart

Beschreibung

Bild

Grabenfräse

Die Grabenfräse ist mit einem Raupenfahrwerk ausgestattet und dient als kontinuierlich arbeitendes Erdbaugerät. Aufgrund seiner geringen Aushubbreite liegt ihr Hauptanwendungsgebiet im Graben- oder Kabelbau. Wirtschaftlich gestaltet sich der Einsatz, wenn keine störenden Querleitungen die Arbeit behindern. Das Fräsgut wird seitlich ausgeworfen. Die Grabenfräse ist für leicht bis mittelschwer lösbare Böden geeignet.

Verbaugerät

Mit Hilfe des Verbaugerätes lassen sich Gräben sicher abstützen. Das Gerät wird mit einem Hebezeug oder einem Bagger in den Graben gehoben und dient dort zur Aussteifung der Grabenwände. Je nach Grabentiefe und Grabenbreite sind verschiedene Verbaugeräte einzusetzen.

Schweißraupe

Die Schweißraupe übernimmt Schweißarbeiten in unwegsamen Gelände. Ihr Anwendungsgebiet liegt im Rohrleitungsbau. Je nach Anforderung sind verschiedene Leistungsklassen vorhanden.

Rohrleger

Der Rohrleger ist ein speziell für das Auslegen von Rohrleitungen konzipierter Raupenkran. Der Kranausleger ist bei diesem Gerät seitlich angebracht, sodass die Maschine neben dem Graben stehen kann und dort die Rohrleitung hinablassen kann.

Horizontalbohrmaschine

Diese Maschine ermöglicht die Verlegung von Leerrohren und Leitungen ohne die Ausführung eines Grabens. Zu diesem Zweck bohrt die Maschine mit Hilfe des Bodenverdrängungsverfahrens zunächst einen Pilotstollen bis zum Zielschacht und führt anschließend eine Aufweitbohrung durch. Vorteil dieses Gerätes ist der rasche und zuverlässige Rohrleitungsbau, auch wenn hinsichtlich der Bohrdurchmesser und Bodenklassen Grenzen gesetzt sind.

Verdichtungsgeräte

Grundlage für dauerhafte und standsichere Bauwerke und Verkehrswege bilden ausreichend verdichtete Böden. Mit Hilfe der Verdichtungsgeräte werden Porenräume im Boden, welche mit Luft und Wasser gefüllt sind, verringert und so die Tragfähigkeit erhöht und die nachträglichen Setzungen vermindert. Das Verdichtungsverfahren ist abhängig von der anstehenden Bodenart. Es wird dabei zwischen bindigen und nichtbindigen Böden unterschieden. Bindige Böden sind durch knetende und walkende Bewegungsvorgänge zu verdichten, nichtbindige Böden dagegen sind über dynamische Bewegungsvorgänge zu verdichten.

Geräteart

Beschreibung

Bild

Walzenzug

Für großflächige Verdichtungsarbeiten im Erdbau werden Walzenzüge verwendet. Sie besitzen vorne eine Walze mit Glatt- oder Schaffußbandage und am Heck eine konventionelle Luftbereifung. Unterhalb des Fahrerhauses befindet sich ein Knickgelenk. Die Verdichtung wird über die Vibrationsarbeit der Bandage erzielt, welche in zwei Frequenzen eingestellt werden kann. Diese Geräte werden aktuell mit einer Vielzahl von elektronischen Verdichtungskontrollsystemen ausgestattet (so genannte flächendeckende dynamische Verdichtungskontrolle). Mit diesen System wird die geleistete Verdichtung dokumentiert und flächenbezogen angezeigt.

Vibrationsstampfer

Für kleine Verdichtungsaufgaben eignet sich der handgeführte Vibrationsstampfer. Ein Benzin- oder Dieselmotor treibt ein Mehrfeder-Schwingsystem an und dieses überträgt die Kraft auf die Stampfplatte. Aufgrund seiner guten Verdichtungsleistung und seiner geringen Arbeitsbreite wird der Vibrationsstampfer häufig in engen Gräben verwendet.

Vibrationsplatte

Dieses Gerät besteht aus einer Vibrationsplatte, die mit einem Unwuchtsschwinger verbunden ist der wiederum von einem Diesel- oder Benzinmotor angetrieben wird. Das Gerät wird handgeführt und besitzt entweder nur einen Vorlauf (eine Bewegungsrichtung) oder einen Vor- und Rücklauf (zwei Bewegungsrichtungen). Je nach Verdichtungsaufgabe kann aus verschiedenen Gerätegrößen ausgewählt werden.

Duplexwalze

Zwischen Vibrationsplatte und Walzenzug ordnet sich leistungs- und größenmäßig die Duplexwalze ein. Sie ist ebenfalls handgeführt und besitzt eine oder zwei vibrierende Glattmantelbandagen.

Grabenwalze

Für den Einsatz in engen Gräben ist die Grabenwalze gedacht. Dieses Gerät ist eine Weiterentwicklung der Vibrationswalze. Die vier voneinander unabhängig angetriebenen Schaffußbandagen eignen sich besonders gut für bindige Böden. Die Bedienung erfolgt mit einer Infrarot-Fernbedienung, da sich so der Geräteführer nicht im Graben befinden muss, wo er einer erhöhten Unfallgefahr sowie Abgas- und Lärmemission ausgesetzt ist.

Plattenverdichter

Plattenverdichter dienen zur Verdichtung von ungebundenen Schichten aus Kies oder Schotter. Besonders für die Verdichtung von Feinplanien ist der Plattenverdichter geeignet.

Tunnelbaugeräte

In Abhängigkeit vom anstehenden Boden und den Grundwasserverhältnissen werden Maschinen und Bauverfahren für das Auffahren eines Tunnels ausgewählt. Als weiteres Kriterium ist noch die Form des Tunnelquerschnittes zu benennen. Im Wesentlichen wird im Tunnelbau zwischen dem Schildvortrieb, dem Teilschnittvortrieb oder dem Abbau im Sprengvortrieb (auch Neue Österreichische Tunnelbauweise genannt) unterschieden.

Geräteart

Beschreibung

Bild

Schildvortriebsgerät

Schildvortriebsgeräte nehmen die radialen Drücke des Erdreichs auf und ermöglichen so ein sicheres Arbeiten im Schutz des Schildes. Es werden verschiedene Schilde unterschieden, die in Abhängigkeit von den Boden- und Wasserverhältnissen ausgewählt werden. Bei leicht lösbaren Böden und fehlendem Wasserandrang wird ein Schildvortrieb mit Reiß- und Ladeschaufel gewählt. Bei komplizierteren Boden- und Wasserverhältnissen wird ein Schild mit Schneidrad verwendet. In diesem Fall unterscheidet man Hydroschild, Mix-Schild und Erddruckschild. Um den Wassereinbruch zu verhindern sind die Tunnelröhren mit Druckluft versorgt.

Teilschnittmaschine

Für das Bauverfahren im Teilschnittverfahren eignet sich die Teilschnittmaschine. Das Gerät besitzt ein Raupenfahrwerk und einen teleskopier- und schwenkbaren Ausleger. Am Ausleger ist ein rotierender Fräskopf (Rundschaftmeißel) angebracht. Unterhalb des Fräskopfes ist eine Aufnahmeeinrichtung angebracht, welche das abgebaute Material aufnimmt und über ein Förderband zum hinteren Teil der Maschine bringt. Dort fällt das Material anschließend in ein Transportfahrzeug.

Bohrwagen

Mit Hilfe des Bohrwagens werden beim Sprengvortrieb Löcher in die Ortsbrust gebohrt, in die anschließend die Sprengladungen eingebracht werden können. Das Gerät fährt mit Luftbereifung an den Einsatzort und wird aus dem Fahrerhaus bedient. Die Löcher werden mittels mehrerer Bohrlafetten gebohrt.

Tunnelbagger

Der Tunnelbagger ist speziell für die beengten Arbeitsverhältnisse im Tunnel konstruiert worden und funktioniert ähnlich einem konventionellen Hydraulikbagger mit Raupenfahrwerk. Die Auslegerkinematik ist äußerst platzsparend bemessen, sodass alle Arbeitsvorgänge im Tunnel ausgeführt werden können.

Kompressorgeräte

Auf Baustellen wird Druckluft für handgeführte Abbruchhämmer, Bohrgeräte und Spritzgeräte sowie für die Druckluftstützung im Tunnelbau verwendet. Je nach benötigtem Volumenstrom werden auf der Baustelle verschiedenen Kompressorgrößen zur Drucklufterzeugung verwendet.

Geräteart

Beschreibung

Bild

Baukompressor

Zur Erzeugung von Druckluft eignet sich der Baukompressor. Das Gerät besteht aus einem Motor, mit dessen Hilfe über Kompressorschrauben Luft verdichtet wird. Der Motor ist bei mobilen Geräten auf einem Einachsfahrgestell montiert. Bei größeren stationären Geräten handelt es sich dagegen um Containeraufbauten. Die Druckluft wird mittels einer Doppelschraube erzeugt, welche die einströmende Luft während der Schraubendrehung verdichtet.

Reinigungsgeräte

Zur Reinigung von Baustellen werden spezielle Geräte eingesetzt.

Geräteart

Beschreibung

Bild

Kehrmaschine

Kehrmaschinen dienen der Aufnahme von losem Schmutz wie beispielsweise Sand, Erde, Fräsgut und Staub. Sie werden eingesetzt, um Baustellen nach dem Ende der Baumaßnahmen zu reinigen. Des Weiteren verwendet man sie zur Reinigung der Straßenoberfläche im Straßenbau, wenn anschließend eine neue Asphaltschicht auf die Straßenoberfläche aufgebracht werden soll.

Siehe auch

Liste forstwirtschaftlicher Geräte und Maschinen
Liste landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen
Liste von Baumaschinenherstellern
Bauma (Messe)
Baugeräteführer
Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik

Literatur

Horst König, Bernd Kochendörfer, Fritz Berner (Hrsg.): Maschinen im Baubetrieb: Grundlagen und Anwendung. 3. Auflage. Teubner, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-8348-0953-7.
Gerhard Drees: Baumaschinen und Bauverfahren . Expert-Verlag, 2002, ISBN 3-8169-2060-8.
Günter Kunze: Baumaschinen. Vieweg Verlag, 2002, ISBN 3-528-06628-8.
Francis Pierre: Faszination Baumaschinen. Giesel Verlag, 1998, ISBN 3-9802942-8-5.

Weblinks

 Commons: Baumaschinen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Umfassendes Wissensportal über Bau- und Baustoffmaschinen bei www.baumaschine.de
Spezialtiefbaugeräte – bauma-Technikbericht, Wissensportal TU Dresden
Life Cycle Management von Baumaschinen, Wissensportal TU Dresden
Traktion kettengeführter Baumaschinen, Wissensportal TU Dresden
BGR 500 – Änderungen bei Arbeiten im Gefahrenbereich, Wissensportal TU Dresden (PDF; 0 kB)

Diese Seite wurde am 24. Januar 2008 in dieser Version in die Auswahl der informativen Listen und Portale aufgenommen.

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Steuerberater Deutschland Österreich Schweiz Navigationsmenü aus Münster

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Dieser Artikel behandelt den freiberuflichen Berater im Steuerrecht. Zur juristischen Fachzeitschrift siehe Der Steuerberater.

Als Steuerberater (StB) wird der Angehörige eines freien Berufs bezeichnet, der in steuerrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen berät. Der Beruf des Steuerberaters zählt in Deutschland und Österreich zu den klassischen Kammerberufen mit besonders strengen berufsrechtlichen Zugangsregelungen. Die Berufsbezeichnung Steuerberater ist in diesen Ländern gesetzlich geschützt.

Inhaltsverzeichnis

1 Deutschland

1.1 Geschichte
1.2 Tätigkeitsbereich

1.2.1 Beratung in Fragen der Steuerdeklaration (Steuererklärung)
1.2.2 Beratung in Fragen der Steuerrechtsdurchsetzung
1.2.3 Beratung in Fragen der Steuergestaltung
1.2.4 Beratung in betriebswirtschaftlichen Fragen
1.2.5 Freiwillige Prüfungen
1.2.6 Sonstige Aufgaben

1.3 Berufszugang
1.4 Vorbereitung auf die Steuerberater-Prüfung
1.5 Steuerberaterprüfung
1.6 Haftung
1.7 Honorar
1.8 Einkommen
1.9 Berufliche Zusammenarbeit
1.10 Syndikus-Steuerberater
1.11 Abgrenzung zu ähnlichen Berufen
1.12 EU-Probleme
1.13 Weitere Tätigkeitsfelder der Steuerberater
1.14 Steuerberaterverzeichnis

2 Österreich

2.1 Tätigkeiten der Steuerberater
2.2 Verantwortlichkeit des Steuerberaters
2.3 Erlangung der Berufsbefugnis

2.3.1 Volle Handlungsfähigkeit
2.3.2 Besondere Vertrauenswürdigkeit
2.3.3 Geordnete wirtschaftliche Verhältnisse
2.3.4 Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung
2.3.5 Berufssitz
2.3.6 Vorbildung und praktische facheinschlägige Tätigkeit
2.3.7 Fachprüfung

2.4 Steuerberatungsgesellschaft

3 Schweiz
4 Literatur
5 Weblinks
6 Einzelnachweise

Deutschland

Der Beruf des Steuerberaters wird freiberuflich ausgeübt und unterliegt daher nicht den Bestimmungen der Gewerbeordnung. Der Steuerberater ist ein unabhängiges Organ der Steuerrechtspflege.[1][2] Das Berufsbild ist ausgerichtet auf den Vorrang der persönlichen berufsspezifischen Leistung vor den wirtschaftlichen Aspekten der Tätigkeit. Es ist geprägt durch die unabhängige und unparteiliche Erfüllung der den steuerberatenden Berufen übertragenen Aufgabe, eine umfassende Hilfeleistung in Steuersachen zu gewährleisten.[3] Die Steuerberatung ist ein Teil der Rechtsberatung; die damit verbundenen Berufsaufgaben dienen der Steuerrechtspflege, einem wichtigen Gemeinschaftsgut.[4]

In Deutschland sind der Tätigkeitsbereich und die Zulassung umfassend im Steuerberatungsgesetz und der dazugehörigen Durchführungsverordnung geregelt. Viele Beratungstätigkeiten gehören zu den Vorbehaltsaufgaben und dürfen nur von zugelassenen Steuerberatern und einigen wenigen weiteren Berufsangehörigen ausgeführt werden.

Die berufsständische Vertretung der Steuerberater in Deutschland sind die Steuerberaterkammern, die sich unter dem Dach der Bundessteuerberaterkammer zusammenschließen.

Geschichte

Gesetz über die Zulassung von Steuerberatern vom 6. Mai 1933

Im Kaiserreich und der Weimarer Republik legte alleine die Gewerbeordnung fest, inwiefern man sich steuerberatend betätigen konnte. Ein Berufsrecht für Steuerberater gab es nicht, so dass sich ein Jeder als „Steuerberater“ bezeichnen konnte. Gängige Bezeichnungen waren „Steuerberater“, „Steueranwalt“, „Steuerrevisor“ oder „wissenschaftlicher Steuerverständiger“.[5]:74 Vor dem Ersten Weltkrieg boten häufig Juristen eine steuerliche Beratung an.[5]:75 f.

Die Reichsabgabenordnung trat im Dezember 1919 in Kraft und fasste die unterschiedlichen Steuerregelungen im Deutschen Reich in einem Gesetz zusammen. § 88 ermöglichte es Steuerpflichtigen erstmals, einen Bevollmächtigten für ihre Steuersachen zu benennen. Der Begriff „Steuerberater“ wurde noch nicht verwendet. Der Bevollmächtigte bzw. Verfügungsberechtigte hatte „die Pflichten eines gesetzlichen Vertreters“. Die Landesfinanzämter konnten Bevollmächtigte zulassen und zurückweisen. Rechtsanwälte und Notare konnten als Bevollmächtigte nicht zurückgewiesen werden.[6] Im Rahmen eines Referentenentwurfes des Bundesministerium der Finanzen im Jahr 2015 wurde dies zur Diskussion gestellt.[7] Dies wurde aufgrund von erheblichem Widerstand aus dem Berufsstand nicht realisiert.

Die Steuerberatung wurde nach dem Ersten Weltkrieg durch neue Gesetze und Vorschriften immer komplexer, so dass sich erste rein steuerrechtlich ausgerichtete Sozietäten bildeten. Kaufmännisch gebildete Angestellte, Bücherrevisoren, Diplom-Volkswirte, Diplom-Kaufleute oder Diplom-Bücherrevisoren und im Vergleich zu vor 1919 prozentual weniger Juristen beschäftigten sich mit der Steuerberatung.[5]:75

Die Bezeichnung „Steuerberater“ fand erstmals rechtliche Erwähnung im „Gesetz über die Zulassung von Steuerberatern“ vom 6. Mai 1933. Juden oder „Personen, die sich im kommunistischen Sinn betätigt haben“ bekamen keine Zulassung als Steuerberater, Bevollmächtigte oder Beistände in Steuersachen oder verloren ihre bisherige Zulassung.[8]

Ab 1936 konnte ein Finanzamt einer Person für „uneingeschränkte geschäftsmäßige Hilfeleistung in Steuersachen“ die Erlaubnis erteilen. Der „Helfer in Steuersachen“ war entstanden; für ihn gab es keine besondere Ausbildung oder Prüfungspflicht.[9]

Zwischen 1935 und 1941 folgten Regelungen zur Zulassung und Prüfungsordnung und somit das Berufsrecht der Steuerberater.[10][11][12] Steuerberater mussten nun einen Hochschulabschluss in Volks- oder Betriebswirtschaft oder eine ähnliche Vorbildung vorweisen.[13][14]:409

1943 erfolgte der Zusammenschluss der Steuerberater und Steuerberatungsgesellschaften in der „Reichskammer der Steuerberater“ mit Sitz in Berlin.[15]

1961 wurde durch das „Gesetz über die Rechtsverhältnisse der Steuerberater und Steuerbevollmächtigten (Steuerberatungsgesetz)“ das Berufsrecht der Steuerberater und „Helfer in Steuersachen“ vereinheitlicht. Der Beruf „Helfer in Steuersachen“ wurde in „Steuerbevollmächtigter“ umbenannt und für diese wurde eine Prüfungspflicht eingeführt.[16]

Das „Zweite Gesetz zur Änderung des Steuerberatungsgesetzes“ von 1972 vereinigte die beiden Berufe Steuerberater und Steuerbevollmächtigter zu einem einzigen Beruf des Steuerberaters.[17]

Tätigkeitsbereich

Steuerberater haben die Aufgabe der Hilfestellung in Steuerangelegenheiten, zur Vertretung in finanzgerichtlichen Prozessen und zur Beratung in betriebswirtschaftlichen Fragen. Die Tätigkeit kann selbständig oder im Angestelltenverhältnis ausgeübt werden.

Die Aufgaben des Steuerberaters bestehen hauptsächlich in der vorausschauenden Beratung für eine optimale Steuergestaltung, der Erstellung von Buchführungen, Jahresabschlüssen und Steuererklärungen sowie der anschließenden Überprüfung von Steuerbescheiden und der Vertretung des Mandanten in Streitfällen mit dem Finanzamt und vor dem Finanzgericht.

Nicht zulässig ist die Rechtsberatung auf anderen Rechtsgebieten (Vorbehaltsaufgabe der Rechtsanwälte) und die Prüfung von Jahres- und Konzernabschlüssen (Vorbehaltsaufgabe der Wirtschaftsprüfer).

Der Steuerberater muss die Tätigkeiten nicht vollständig selbst ausüben, sondern kann sich der Hilfe von fachkundigem Personal (Steuerfachangestellte, Steuerfachwirte, etc.) bedienen. Bedingung ist, dass die Mitarbeiter ausschließlich weisungsgebunden unter der fachlichen Aufsicht und beruflichen Verantwortung des Steuerberaters tätig werden.

Die Tätigkeit des Steuerberaters umfasst im Einzelnen die folgenden Aufgaben:

Beratung in Fragen der Steuerdeklaration (Steuererklärung)

Führung der Buchhaltung, insbesondere für gewerbliche Mandanten
Führung der Aufzeichnungen für freiberufliche Mandanten
Erstellung der Lohn- und Gehaltsabrechnung für Arbeitgeber
Erstellung von Jahresabschlüssen für bilanzierende Mandanten
Erstellung der Einnahmenüberschussrechnung für nichtbilanzierende Mandanten
Erstellung von Steuererklärungen im unternehmerischen und privaten Bereich
Erstellung schriftlicher Erläuterungsberichte zum Jahresabschluss
Erstellung von Formulierungsvorschlägen für die Abfassung des Anhangs oder des Lageberichts bei Kapitalgesellschaften

Beratung in Fragen der Steuerrechtsdurchsetzung

Prüfung von Steuerbescheiden auf ihre Rechtmäßigkeit
Vertretung von Mandanten gegenüber Finanzämtern und Zollbehörden
Vertretung von Mandanten vor Gerichten der Finanzgerichtsbarkeit (Finanzgerichte, Bundesfinanzhof)
Vertretung von Mandanten in finanzgerichtlichen Vorlageverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH)[18]
Vertretung von Mandanten vor Gerichten der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Steuerstrafsachen (§ 392 AO, § 138 Abs. 2 StPO)
Beratung und Vertretung von Mandanten bei Außenprüfungen und in Bußgeldverfahren
Vertretung von Mandanten in Abgabenangelegenheiten (z. B. Gewerbesteuer, Grundsteuer, Beitrags- und Gebührensachen[19]) vor Gerichten der Verwaltungsgerichtsbarkeit (Verwaltungsgericht, Oberverwaltungsgericht)
Beratung und Vertretung von Mandanten bei Selbstanzeigen (§ 371 AO)

Beratung in Fragen der Steuergestaltung

Beratung von Mandanten in Fragen der Steuergestaltung, um die zukünftige Steuerbelastung zu minimieren
Beratung von Mandanten bei Unternehmensgründungen, Umstrukturierungen (Umwandlungssteuerrecht, Tax Due Diligence-Prüfungen), der Planung der Rechtsform eines zukünftigen Unternehmens, bei Personal- und Investitionsentscheidungen, jeweils aus steuerrechtlicher Sicht
Beratung von Mandanten in Fragen der Unternehmensnachfolge und -sicherung (u. a. Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht) sowie im Bereich der privaten Lebensführung (z. B. Vermögensanlagestrategien oder letztwillige Verfügungen)
Beratung im Zollrecht und Verbrauchsteuerrecht

Beratung in betriebswirtschaftlichen Fragen

Erledigung von Kostenrechnungen, Kalkulationen und Wirtschaftlichkeitsrechnungen erstellen, z. B. Kosten-, Rentabilitäts- und Liquiditätsanalysen durchführen, Rechnungslegung nach nationalen und internationalen Vorgaben prüfen, ggf. Aufgaben im externen Finanzcontrolling
Beratung von Mandanten in Fragen der Finanzierung und der Finanzplanung, der Beschaffung und Lagerhaltung, des Marketings und Vertriebs sowie beim Einsatz moderner Datenverarbeitungsanlagen
Beratung von Mandanten hinsichtlich ihrer Kreditwünsche, z. B. durch die Analyse von Einkommens- und Vermögensverhältnissen, Bilanzen, Gewinn-und-Verlust-Rechnungen, ggf. Durchführung von Ratings
Beratung von Mandanten in Organisationsfragen (z. B. Betriebs- und Verwaltungsablauf, Organisation des Rechnungswesens)

Freiwillige Prüfungen

Durchführung freiwilliger Prüfungen, insbesondere Abschlussprüfungen bei Unternehmen, für die keine gesetzliche Prüfung vorgeschrieben ist
Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Buchführung, der Bilanz, der Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie ggf. des Anhangs und des Lageberichts

Sonstige Aufgaben

Aktienrechtliche Gründungsprüfungen
Durchführung gesetzlicher Prüfungen bei Finanzanlagenvermittlern (§ 24 Finanzanlagenvermittlerverordnung)
Erteilung von Bescheinigungen über die Beachtung steuerrechtlicher Vorschriften in Vermögensübersichten und Erfolgsrechnungen
Wahrnehmung von Aufgaben als unabhängige/r und neutrale/r Gutachter/in in zivil-, straf-, verwaltungsrechtlichen sowie Insolvenzverfahren
Wahrnehmung von treuhänderischen Aufgaben als Vermögensverwalter/in, Testamentsvollstrecker/in, Nachlasspfleger/in, Pfleger/in, Vormund, Konkursverwalter/in, Liquidator/in oder Nachlassverwalter/in
Wahrnehmung von Vorbehaltsaufgaben, d. h. Steuerdeklarations-, Steuerdurchsetzungs- und Steuerabwehrberatung als Syndikus-Steuerberater/in im Angestelltenverhältnis für gewerbliche Unternehmen

Berufszugang

Den Beruf des Steuerberaters darf nur ausüben, wer von der zuständigen Steuerberaterkammer als Steuerberater bestellt ist. Bestellt werden kann in der Regel nur, wer die Steuerberaterprüfung i. S. d. § 37 Steuerberatungsgesetz (StBerG) bestanden hat. Ohne Steuerberaterprüfung können zum Steuerberater bestellt werden:

Professoren, die auf dem Gebiet der von den Bundes- oder Landesfinanzbehörden verwalteten Steuern mindestens zehn Jahre gelehrt haben
ehemalige Finanzrichter, die mindestens zehn Jahre auf dem Gebiet der von den Bundes- oder Landesfinanzbehörden verwalteten Steuern tätig gewesen sind
ehemalige Beamte des höheren bzw. gehobenen Dienstes sowie vergleichbare Angestellte der Finanzverwaltung, der gesetzgebenden Körperschaften, der Gerichte der Finanzgerichtsbarkeit sowie der obersten Behörden und der Rechnungsprüfungsbehörden des Bundes und der Länder. Diese müssen mindestens zehn bzw. fünfzehn Jahre auf dem Gebiet der von den Bundes- oder Landesfinanzbehörden verwalteten Steuern als Sachgebietsleiter bzw. Sachbearbeiter tätig gewesen sein.

Neben der fachlichen Eignung prüft die zuständige Steuerberaterkammer vor der Bestellung die persönliche Eignung der Antragsteller. Dabei ist die Bestellung vor allem zu versagen, wenn der Bewerber

nicht in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen lebt,
infolge strafgerichtlicher Verurteilung die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter nicht besitzt,
aus gesundheitlichen Gründen nicht nur vorübergehend unfähig ist, den Beruf ordnungsgemäß auszuüben,
sich so verhalten hat, dass die Besorgnis begründet ist, er werde den Berufspflichten als Steuerberater nicht genügen, oder
keine Berufshaftpflichtversicherung vorliegt.

Die Bestellung erfolgt durch die zuständige Steuerberaterkammer durch Aushändigung der Berufsurkunde. Zuvor hat der Bewerber die Versicherung abzugeben, dass er die Pflichten eines Steuerberaters gewissenhaft erfüllen wird. Erst nach Bestellung darf die Berufsbezeichnung „Steuerberater“ geführt werden.

Die Bestellung ist nur zulässig, wenn eine selbständige Tätigkeit auf dem Gebiet des Steuerrechtes (sogenannte Vorbehaltsaufgaben) oder auf den Gebieten der vereinbaren Tätigkeiten ausgeübt wird.

Zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuersachen sind gem. § 3 StBerG auch Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer befugt ohne gleichzeitig Steuerberater sein zu müssen.

Vorbereitung auf die Steuerberater-Prüfung

Da in der Steuerberaterprüfung ein fundiertes steuerrechtliches Fachwissen abgefragt wird, erfolgt die Vorbereitung in der Regel durch den Besuch privater Fachkurse. Diese werden unterstützt durch so genannte Klausurenkurse, die zum einen das Schreiben von Klausuren auf Prüfungsniveau erlauben, zum anderen die Klausurentechnik vermitteln.[20] Ein wesentlicher Bestandteil der Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung ist es, sich die Klausurentechnik so gut wie möglich anzueignen. Mit Hilfe dieser Technik ist es möglich, die fachlich sehr anspruchsvollen sowie umfangreichen Klausuren in der vorgegebenen Zeit zu bearbeiten. Je nach Ausgestaltung der Vorbereitung kann diese zwischen vier Monaten und einem Jahr (oder länger) in Anspruch nehmen.

Eine Vollzeitvorbereitung ist in der Regel als Präsenzstudium ausgestaltet, d. h. die Kurse finden werktags ganztägig statt. Präsenzkurse dauern in der Regel knapp drei Monate. Im Anschluss daran kann ein entsprechender Klausurenkurs belegt werden. Bei diesem werden in der Regel vier bis sechs Wochen lang täglich sechsstündige Klausuren geschrieben.

Wer hingegen einen Samstags- bzw. Abendkurs besucht, kann im Anschluss daran einen mehrwöchigen Crash-Kurs absolvieren, um so alle Inhalte nochmal aufzufrischen und kompakt wiederholen zu können. Auch hier kann parallel zum theoretischen Wissen ein Klausurenkurs absolviert werden. Ein Samstagskurs dauert in der Regel bis zu einem Jahr.

Angehende Steuerberater, welche an einem Fernstudium teilnehmen, bekommen alle Lerninhalte in regelmäßigen Abständen per Post oder elektronisch zugeschickt. Dies gilt für den theoretischen Teil und auch für Klausurenkurse. Bei den meisten Anbietern besteht die Möglichkeit, seine Klausuren einzusenden und korrigieren zu lassen.

Die gesamte Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung ist mit Kosten von rund 6.000 bis 8.000 EUR verbunden. Darin inkludiert sind die Aufwendungen für Vorbereitungskurse und Prüfungsgebühren. Hinzu kommt ggf. der Verdienstausfall für rund 1.000 Lernstunden und 3 Monate Freistellung vor dem Examen.

Das Durchschnittsalter für neu bestellte Steuerberater ist 31,5 Jahre. Die jüngsten Steuerberater Deutschlands sind in der Regel 25 bis 26 Jahre alt.[21]

Steuerberaterprüfung

Die Prüfung zum Steuerberater gilt als eine der härtesten Berufsprüfungen in Deutschland. Im langjährigen Mittel fällt rund die Hälfte der Kandidaten bundesweit durch.[22] Bezogen auf die Zahl der zur Prüfung zugelassenen Kandidaten bestehen nur rund 60 % die Prüfung.

Die Steuerberaterkammern, die zusammen mit den Finanzverwaltungen der Länder die schriftliche Prüfung organisieren, verteidigen die Durchfallquote mit ihrem hohen Qualitätsanspruch: Der Steuerberater habe einen verantwortungsvollen Job, alle Aspiranten müssten deshalb auf Herz und Nieren geprüft werden.[23]

Die Steuerberaterprüfung ist in einen schriftlichen Teil aus drei Aufsichtsarbeiten und in einen mündlichen Teil gegliedert. Prüfungsgebiete sind nach § 37 Abs. 3 StBerG:

Steuerliches Verfahrensrecht,
Steuern vom Einkommen und Ertrag,
Bewertungsrecht, Erbschaftsteuer und Grundsteuer,
Verbrauchsteuern und Verkehrsteuern, Grundzüge des Zollrechts
Handelsrecht sowie Grundzüge des Bürgerlichen Rechts, des Gesellschaftsrechts, des Insolvenzrechts und des Rechts der Europäischen Gemeinschaft,
Betriebswirtschaft und Rechnungswesen,
Volkswirtschaft,
Berufsrecht.

Voraussetzung für die Zulassung ist zum einen der erfolgreiche Abschluss eines wirtschaftswissenschaftlichen oder rechtswissenschaftlichen Hochschulstudiums oder zum anderen nach Ablegung einer kaufmännische Ausbildung eine praktische Tätigkeit im Steuerwesen von mindestens zehn Jahren. Hat man eine Zusatzqualifikation als Bilanzbuchhalter oder Steuerfachwirt absolviert, muss man mindestens sieben Jahre lang praktisch tätig gewesen sein. Darüber hinaus ist auch die Zugehörigkeit zur Finanzverwaltung als Beamter des gehobenen Dienstes eine Qualifizierungsmöglichkeit, sofern man über mindestens sieben Jahre praktisch im Bereich des Steuerwesens tätig gewesen ist.[24]

Steuerberater können sich zum Fachberater für Internationales Steuerrecht und zum Fachberater für Zölle und Verbrauchsteuern weiterqualifizieren. Darüber hinaus gibt es weitere Fachberatertitel, die allerdings im Abstand zum Steuerberatertitel geführt werden müssen, da sie keine steuerlichen Kenntnisse, sondern eher solche betriebswirtschaftlicher und juristischer Art vermitteln.

Haftung

Der Steuerberater schuldet seinem Mandanten umfassende richtige Beratung. Ein Steuerberater ist insbesondere dazu verpflichtet, seinen Auftraggeber möglichst vor Schaden zu bewahren. Daher hat er seinen Mandanten in die Lage zu versetzen, eigenverantwortlich seine Rechte und Interessen zu wahren, um so eine Fehlentscheidung vermeiden zu können.

Selbständige Steuerberater und Steuerbevollmächtigte sowie Steuerberatungsgesellschaften müssen gegen die sich aus ihrer Berufstätigkeit ergebenden Haftpflichtgefahren angemessen versichert sein (§§ 67,, 72 Abs. 1 StBerG). Der Versicherungsschutz muss die in § 33 StBerG genannten Aufgaben der Hilfestellung in Steuersachen umfassen.

Die Mindestversicherungssumme muss für den einzelnen Versicherungsfall mindestens 250.000 EUR betragen (§ 52 Abs. 1 DVStB). Wird eine Jahreshöchstleistung für alle in einem Versicherungsjahr verursachten Schäden vereinbart, muss sie mindestens 1.000.000 EUR betragen (§ 52 Abs. 3 DVStB). In Fällen, in denen die Haftung durch Allgemeine Auftragsbedingungen (AAB) begrenzt wird, muss die Haftungssumme dem 4-fachen der gesetzlichen Mindestversicherungssumme entsprechen (§ 67 a Abs. 1 Nr. 2 StBerG).

Vielfach wird die Mindestversicherungssumme nicht ausreichen und nicht den tatsächlichen Risiken entsprechen. Bei der Wahl der Versicherungssumme ist daher die Struktur der Praxis, insbesondere Art, Umfang und Zahl der Aufträge sowie die Zahl und Qualifikation der Mitarbeiter zu beachten.

Die Pflicht zur Unterhaltung einer Berufshaftpflichtversicherung knüpft allein an die Bestellung an. Sie besteht daher auch dann, wenn ein Berufsangehöriger für eine gewisse Zeit keine Berufstätigkeit ausübt. Lediglich angestellte Berufsangehörige sind von der Versicherungspflicht befreit, soweit sie in der Haftpflichtversicherung ihres Arbeitgebers mitversichert sind. Das Nichtunterhalten einer vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung ist ein zwingender Widerrufsgrund für die Bestellung.

Siehe auch: Berufshaftpflichtversicherung

Honorar

Das Honorar für die Steuerberatung wird nach der Steuerberatervergütungsverordnung[25] (StBVV; bis 2012: Steuerberatergebührenverordnung) abgerechnet.

Grundlage ist meist der Gegenstandswert oder der Zeitfaktor.

Einkommen

Nach Angaben des statistischen Berichtssystems der Bundessteuerberaterkammer lag der durchschnittliche Jahresüberschuss von Steuerberaterkanzleien im Jahr 2014 bei 191.000 Euro.[26]

Die Durchschnittswerte des Jahresüberschusses je Kanzleiinhaber (nach Kanzleiform)[27] können aus der folgenden Tabelle abgelesen werden:

Kanzleiform

Durchschnittlicher Jahresüberschuss je Kanzleiinhaber (Stand: 2014)

Einzelkanzlei/Bürogemeinschaft (Bundesgebiet)
117.000 Euro

Einzelkanzlei/Bürogemeinschaft (Westdeutschland)
122.000 Euro

Einzelkanzlei/Bürogemeinschaft (Ostdeutschland)
107.000 Euro

Steuerberatungsgesellschaft (Bundesgebiet)
91.000 Euro

Steuerberatungsgesellschaft (Westdeutschland)
98.000 Euro

Steuerberatungsgesellschaft (Ostdeutschland)
77.000 Euro

Sozietäten (Bundesgebiet)
137.000 Euro

Sozietäten (Westdeutschland)
143.000 Euro

Sozietäten (Ostdeutschland)
107.000 Euro

Berufliche Zusammenarbeit

Statt der Berufsausübung als Einzelperson ist der Zusammenschluss mehrerer Steuerberater und die Gründung einer Kapitalgesellschaft (insbesondere GmbH oder Aktiengesellschaft) zulässig (Steuerberatungsgesellschaft). Hierzu müssen aber Vorstand bzw. Geschäftsführung und Aktionäre bzw. Gesellschafter mehrheitlich Steuerberater sein.

Der Zusammenschluss mehrerer Steuerberater zwecks Beratung in steuerlichen Fragen kann daneben in Form einer

Sozietät als Gesellschaft bürgerlichen Rechts
Partnerschaftsgesellschaft
Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung
Bürogemeinschaft
Kommanditgesellschaft (auch eine GmbH & Co. KG ist möglich; aber nur, wenn überwiegend Treuhandtätigkeiten übernommen werden)
offene Handelsgesellschaft erfolgen.

Steuerberater können in diesem Rahmen auch mit sog. sozietätsfähigen Berufen (insb. Wirtschaftsprüfern und Rechtsanwälten) zusammenarbeiten. Bei Steuerberatungsgesellschaften dürfen die Nicht-Steuerberater die Steuerberater weder auf Ebene der Anteilseigner noch auf Ebene der Unternehmensleitung dominieren.

Strittig ist, ob die Zusammenarbeit in einer juristischen Person eine gewerbliche Tätigkeit darstellt oder ob sie weiterhin als freiberuflich anzusehen ist.

Syndikus-Steuerberater

Eine Anstellung im gewerblichen Bereich, beispielsweise in einem Industrieunternehmen, ist mit dem Beruf des Steuerberaters vereinbar, da das Verbot der Tätigkeit als Syndikus-Steuerberater durch § 58 Satz 2 Nr. 5a des am 11. April 2008 verkündeten Achten Gesetzes zur Änderung des Steuerberatungsgesetzes vom 8. April 2008 (BGBl. I Nr. 14/08 S. 666) aufgehoben wurde. Laut Urteil des Bundesfinanzhofs vom 9. August 2011 (Aktenzeichen VII R 2/11) kann der Syndikus Anzahl und Umfang seiner Mandate frei bestimmen und darf auch als Feierabend-Steuerberater tätig werden.

Abgrenzung zu ähnlichen Berufen

Neben den Steuerberatern sind die folgenden Berufsangehörigen zur steuerrechtlichen Beratung bzw. der Durchführung von Teilaufgaben befugt:

Steuerbevollmächtigte
Rechtsanwalt; speziell der Fachanwalt für Steuerrecht
Wirtschaftsprüfer und vereidigter Buchprüfer
Prozessagenten nach § 157 Abs. 1 StBerG
Lohnsteuerhilfevereine, die Mitgliedern Steuerberatung im Rahmen ihrer Befugnis nach § 4 Nr. 11 Steuerberatungsgesetz bieten
Buchführungshelfer, die allerdings, teilweise mit Einschränkungen, nur die Finanzbuchhaltung erstellen dürfen.

EU-Probleme

Steuerberater aus anderen EU-Staaten dürfen ihre Mandanten grenzüberschreitend auch in Deutschland beraten, sofern dies auf vorübergehender Basis, also ohne feste Niederlassung, geschieht (geregelt in der Berufsqualifikations-Anerkennungsrichtlinie 2005/36/EG). Hierbei müssen sie mit ihrer ausländischen Berufsbezeichnung auftreten, damit sowohl der Mandant als auch die Finanzverwaltung erkennen können, dass es sich nicht um Steuerberater mit Qualifikation nach deutschem Recht handelt. Mandanten von Steuerberatern aus anderen EU-Staaten tragen außerdem das Risiko, dass ihre Berater wegen mangelnder Kenntnisse im deutschen Steuerrecht von der Finanzverwaltung zurückgewiesen werden können.
Berater aus anderen EU-Mitgliedstaaten, die eine dauerhafte Niederlassung als Steuerberater in Deutschland anstreben, müssen eine Eignungsprüfung (§ 37a (2) Steuerberatungsgesetz) absolvieren, die eine vereinfachte Steuerberaterprüfung darstellt.

Zum Teil wird die Ansicht vertreten, dass die berufsständischen Zulassungsvoraussetzungen nicht mit dem EU-Recht vereinbar seien. Andere EU-Mitgliedstaaten könnten die Öffnung des deutschen Steuerberatermarktes für ihre eigenen Bürger verlangen, auch wenn es in den Mitgliedstaaten unterschiedliche bis gar keine Zulassungsvoraussetzungen gibt und natürlich unterschiedliches nationales Steuerrecht gilt. Hiergegen wenden sich die deutschen Steuerberaterkammern, die als Interessenvertretungen ihrer Mitglieder auftreten und somit ebenfalls der Steuerrechtspflege dienen. Sie begründen dies mit der mangelhaften Ausbildung ausländischer Berater im deutschen Steuerrecht.

Insbesondere Buchhalter- und Bilanzbuchhalterverbände fordern, bestimmte Tätigkeiten, die derzeit Steuerberatern vorbehalten sind, auch Buchhalterberufen zu öffnen. Aus Sicht deutscher Bilanzbuchhalter ergibt sich eine Inländerdiskriminierung aus der Tatsache, dass österreichische Bilanzbuchhalter unter Berufung auf die Richtlinie 2005/36/EG auf vorübergehender Basis in Deutschland Tätigkeiten erbringen dürfen, die deutsche Bilanzbuchhalter nicht erbringen dürfen. Inländerdiskriminierung ist europarechtlich zulässig.

Weitere Tätigkeitsfelder der Steuerberater

Neben der selbständigen und nichtselbständigen Tätigkeit in den Vorbehaltsaufgaben kann der Steuerberater die folgenden Tätigkeiten mit seinem Berufsstand vereinbaren:

Aufsichtsratstätigkeit
Insolvenzverwaltung und Liquidation
Nachlassverwaltung, Testamentsvollstreckung
Vormundschaftliche, pflegerische und treuhänderische Aufgaben
Unternehmensberatung und Rating-Beratung.

Steuerberaterverzeichnis

Die Bundessteuerberaterkammer führt ein ab dem 1. Januar 2017 öffentlich zugängliches Verzeichnis aller Steuerberater, das online abrufbar ist.

Österreich

Der Beruf des Steuerberaters ist ein freier Beruf und unterliegt daher nicht den Bestimmungen der Gewerbeordnung. Die berufsständische Vertretung der Steuerberater ist in Österreich die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer – KSW (bis Dezember 2017: Kammer der Wirtschaftstreuhänder – KWT). Um die Tätigkeit des Steuerberaters ausführen zu dürfen, bedarf es einer Fachprüfung.

Der Begriff Wirtschaftstreuhänder umfasst in Österreich folgende Berufsgruppen:

Wirtschaftsprüfer
Steuerberater

Bis 2005 gab es zusätzlich die Bezeichnung „beeideter Buchprüfer“; diese Berechtigung konnte ab 1999 jedoch nicht mehr erworben werden; die bestehenden Buchprüfer wurden 2005 durch eine Übergangsbestimmung zu Wirtschaftsprüfern erklärt.

Des Weiteren waren sogenannte selbständigen Buchhalter Mitglieder der Kammer der Wirtschaftstreuhänder. Sie übten einen Wirtschaftstreuhandberuf aus, durften jedoch nicht die Berufsbezeichnung Wirtschaftstreuhänder führen. Die Möglichkeit zur Aufnahme dieses Berufes endete jedoch am 30. Juni 2008. Bestehende Berufsberechtigungen als Selbständiger Buchhalter durften weiter ausgeübt werden, jedoch endete die Mitgliedschaft dieser Personengruppe in der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, sofern sie nicht zur Steuerberaterprüfung zugelassen wurden oder eine Berufsberechtigung nach dem neuen Bilanzbuchhaltungsgesetz (BibuG) erwarben, nach einer entsprechenden Übergangsfrist.

Die Rechte und Pflichten der Wirtschaftstreuhänder sind im Bundesgesetz über die Wirtschaftstreuhandberufe (Wirtschaftstreuhandberufsgesetz – WTBG) geregelt.

Tätigkeiten der Steuerberater

Das Wirtschaftstreuhandberufsgesetz (WTBG) regelt, welche Tätigkeiten ein Steuerberater im Rahmen seines Berufes ausüben darf bzw. welche Tätigkeiten Steuerberatern vorbehalten sind (§ 3 WTBG). Diese umfasst insbesondere folgende Tätigkeiten:

Führung der Buchhaltung und Lohnbuchhaltung
Erstellung von Jahresabschlüssen
Erstellung von Steuererklärungen
Vertretung in Abgaben- und Abgabenstrafverfahren vor Abgabenbehörden
Sonstige Vertretung insbesondere vor Sozialversicherungen
Beratungsleistungen
betriebswirtschaftliche Beratung
Steuerberatung
Beratungsleistungen im Zusammenhang mit dem betrieblichen Rechnungswesen und der Beratung betreffend der Organisation und Einrichtung des internen Kontrollsystems
Sanierungsberatung, Erstellung von Sanierungsgutachten etc.
Beratung in Rechtsangelegenheiten, soweit diese mit wirtschaftstreuhändischen Tätigkeiten unmittelbar in Zusammenhang stehen
Treuhandaufgaben
Prüfungsaufgaben (die nicht die Erteilung eines förmlichen Bestätigungsvermerkes erfordern)
Sachverständigengutachten

Neben der „klassischen“ Tätigkeit des Steuerberaters – der steuerlichen Beratung und Vertretung und der Erstellung von Jahresabschlüssen und von Abgabenerklärungen – tritt die betriebswirtschaftliche Beratung der Klienten in letzter Zeit immer mehr in den Vordergrund.

Verantwortlichkeit des Steuerberaters

Steuerberater sind verpflichtet, die von ihnen übernommenen Aufgaben

gewissenhaft
sorgfältig
eigenverantwortlich
unabhängig
verschwiegen

auszuüben.

Ebenso wie in Deutschland ist die Anstellung in einem anderen Beruf (z. B. in einem Industrieunternehmen) mit dem Beruf des Steuerberaters vereinbar. Es besteht lediglich die Pflicht die andere Tätigkeit der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zu melden, die diese Tätigkeit untersagen kann.

Erlangung der Berufsbefugnis

Um die Berufsbefugnis als Steuerberater zu erlangen, erfordert das Wirtschaftstreuhandberufsgesetz (WTBG) bestimmte Voraussetzungen. Diese sind:

volle Handlungsfähigkeit
besondere Vertrauenswürdigkeit
geordnete wirtschaftliche Verhältnisse
aufrechte Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung
Berufssitz
Vorbildung und praktische, facheinschlägige Tätigkeit
positive Absolvierung der entsprechenden Fachprüfung

Volle Handlungsfähigkeit

Die Handlungsfähigkeit ist aus dem Bestimmungen des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB) abzuleiten. Nur Personen, die über volle Handlungsfähigkeit verfügen, d. h. sich durch ihr eigenes Handeln berechtigen und verpflichten können, dürfen den Beruf eines Steuerberaters ausüben.

Besondere Vertrauenswürdigkeit

Steuerberater müssen sich durch besondere Vertrauenswürdigkeit auszeichnen. Diese liegt nach dem Bestimmungen des Wirtschaftstreuhandberufsgesetzes (WTBG) nicht vor, wenn

eine rechtskräftige Verurteilung
von einem Gericht wegen einer mit Vorsatz begangenen Straftat zu einer mehr als dreimonatigen Freiheitsstrafe oder
von einem Gericht wegen einer mit Bereicherungsvorsatz begangenen Straftat oder
von einer Finanzstrafbehörde wegen eines vorsätzlichen Finanzvergehens vorliegt,
und die Verurteilung oder Bestrafung noch nicht getilgt ist.

Geordnete wirtschaftliche Verhältnisse

Steuerberater müssen geordnete wirtschaftliche Verhältnisse vorweisen. Solche liegen nicht vor, wenn innerhalb der letzten 10 Jahre über das Vermögen

ein Konkurs oder
zwei Sanierungsverfahren eröffnet bzw. durchgeführt wurden, oder
ein gestellter Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens mangels kostendeckenden Vermögens abgelehnt wurde UND mittlerweile nicht sämtliche Verbindlichkeiten beglichen wurden.

Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

Steuerberater sind verpflichtet, eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung mit einer Versicherungssumme von mindestens EUR 72.673,- pro Versicherungsfall abzuschließen. Steuerberater, die ausschließlich unselbständig tätig sind, sind von der Verpflichtung zum Abschluss einer Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung befreit.

Berufssitz

Der Berufsitz ist eine feste Einrichtung, welche durch ihre personelle, sachliche und funktionelle Ausstattung die Erfüllung der fachlichen Anforderungen des Steuerberaters gewährleistet.

Der Berufssitz muss in einem EU- oder EWR Mitgliedstaat gelegen sein und kann auch der Hauptwohnsitz des Steuerberaters sein. Vom Berufssitz aus, kann der Steuerberater in ganz Österreich tätig werden.

Weiters ist es möglich, dass Steuerberater – neben ihrem Berufsitz – Zweigniederlassungen errichten. Die Leitung einer Zweigniederlassung muss einem Berufsberechtigten übertragen werden, der seinen Berufsitz im Bundesland der Zweigniederlassung hat, in der Zweigniederlassung hauptberuflich (ohne jede Wirtschaftstreuhänder-Tätigkeit auf eigene Rechnung) tätig ist und die entsprechende Berufsberechtigung (siehe unten) für die in der Zweigstelle ausgeübte Tätigkeit besitzt.

Vorbildung und praktische facheinschlägige Tätigkeit

Für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung ist ein erfolgreich abgeschlossenes facheinschlägiges Hochschul- oder Fachhochschulstudium und eine 3-jährige praktische Tätigkeit als Berufsanwärter bei einem Wirtschaftstreuhänder (Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer) oder als Revisionsanwärter bei einem Revisionsverband Voraussetzung. Alternativ kann auch eine Zulassung ohne Studium nach mindestens 5-jähriger hauptberuflicher Tätigkeit als Bilanzbuchhalter erfolgen. Verschiedene facheinschlägige Tätigkeiten sind auf die Berufsanwärterzeit bzw. auf die Tätigkeit als Bilanzbuchhalter bis zu 1 1/2 Jahren bzw. bis zu 2 Jahren anrechenbar.

Fachprüfung

Die Fachprüfung zum Steuerberater umfasst zwei schriftliche Klausurarbeiten aus den Gebieten Abgabenrecht und Betriebswirtschaftslehre von einer Ausarbeitungszeit von je sieben Stunden. Dazu kommt eine mündliche Prüfung aus den Gebieten Qualitätssicherung und Berufsrecht, Abgabenrecht einschließlich des Abgabenverfahrensrechts, Rechnungslegung, Betriebswirtschaftslehre und Rechtslehre.

Für die Fachprüfung für Wirtschaftsprüfer sind dazu noch drei viereinhalbstündige Klausuren aus den Gebieten Rechnungslegung, Abschlussprüfung und Rechtslehre zu absolvieren. Der mündliche Teil wird um die Gebiete Abschlussprüfung, Grundzüge der Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft und Grundzüge des Bank-, Versicherungs-, Wertpapierrechts und Devisenrechts ergänzt.

Steuerberatungsgesellschaft

In Österreich kann der Beruf des Steuerberaters auch im Rahmen einer Personen- oder Kapitalgesellschaft ausgeübt werden, wobei jedoch durch das Wirtschaftsberufsgesetz (WTBG) die Ausübung der Tätigkeit im Rahmen einer Gesellschaft mit einigen Auflagen verbunden ist. Diese sind

Zulässige Gesellschaftsform: Nur folgende Gesellschaften sind zulässig
Offene Gesellschaft (OG) (bis 31. Dezember 2006 „Offene Erwerbsgesellschaft – OEG“)
Kommanditgesellschaft (KG) (bis 31. Dezember 2006 „Kommandit-Erwerbsgesellschaft – KEG“)
Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Aktiengesellschaft (AG) mit vinkulierten Namensaktien
Es muss ein schriftlicher Gesellschaftsvertrag abgeschlossen werden
Gesellschafter bzw. Aktionäre dürfen nur Berufsberechtigte, deren Ehegatten und Kinder oder andere Wirtschaftstreuhandgesellschaften sein. Es bestehen außerdem ‘interdisziplinäre Gesellschaften’ mit Bilanzbuchhaltern (entsprechend § 71 WTBG), wobei der Bilanzbuchhalter Gesellschafter bzw. Geschäftsführer ist.
Allfällige Mitglieder des Aufsichtsrates müssen ihren Wohnsitz in einem EU- oder EWR Mitgliedstaat haben und über besondere Vertrauenswürdigkeit und geordnete wirtschaftliche Verhältnisse verfügen.
Die Gesellschaft muss eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abschließen

Die Geschäftsführung und Vertretung nach außen hat durch Berufsberechtigte zu erfolgen.

Schweiz

In der Schweiz gibt es keine Zulassungsbeschränkungen für den Beruf des Steuerberaters. Die Berufsbezeichnung in der Schweiz ist „Treuhänder“. Die fehlende Zugangsbeschränkung (praktisch kann jeder ein Treuhandbüro eröffnen) führt dazu, dass es umgangssprachlich sogenannte „Feld-, Wald- und Wiesentreuhänder“ gibt.

Trotz der fehlenden Zulassungsbeschränkung gibt es eine Reihe von Ausbildungen, welche mit einer staatlichen Prüfung (der höheren Fachprüfung) abschließen und als „Qualitätssiegel“ betrachtet werden können:

dipl. Treuhandexperte
dipl. Steuerexperte
dipl. Wirtschaftsprüfer

Im Bereich der Wirtschaftsprüfung gibt es allerdings eine Zulassungsbeschränkung durch das Obligationenrecht welches für gewisse Gesellschaften und Vorgänge die Prüfung durch einen besonders befähigten Revisor verlangt. Diese Anforderung erfüllen ausschließlich Berufsleute mit dem eidgenössischen Diplom als Wirtschaftsprüfer sowie dipl. Treuhandexperten und Steuerexperten (sowie andere Berufsleute) mit entsprechender Fachpraxis.

Am 1. Januar 2008 ist das neue Revisionsaufsichtsgesetz[28] in Kraft getreten, welches die Zulassung der Revisorinnen und Revisoren bzw. der Revisionsgellschaften abschließend reglementiert. Der Vollzug erfolgt durch eine staatliche Aufsichtsbehörde.[29]

Wie in anderen Ländern auch, haftet ein Treuhänder, geprüft oder nicht, für Schaden den er verursacht.

Literatur

Detlef J. Brauner: Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften 2008. Wissenschaft & Praxis, 2008, ISBN 3-89673-451-2.
Andrea Lauterbach: Berufsziel Steuerberater, Wirtschaftsprüfer 2011. Berufsexamina, Tätigkeitsbereiche, Perspektive. Wissenschaft & Praxis, Sternenfels 2010, ISBN 978-3-89673-573-7.
Anja Bierwirth / Heinz Dennenwaldt u. a.: Berufsstart Steuern & WP (= Praxis Konkret). 1. Auflage. DSV Studenten Verlag, St. Gallen, Schweiz 1999, ISBN 3-905440-38-5 (Vertrieb: FORUM Verlag, Konstanz). 
Christoph Goez u. a.: Steuerberater Handbuch 2013 Stotax, 2013, ISBN 978-3-08-374013-1
Andreas Heßler, Petra Mosebach: Strategie und Marketing im Web 2.0 – Handbuch für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Springer Gabler, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-8349-4061-2.

Weblinks

 Wiktionary: Steuerberater – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Deutschland
Bundessteuerberaterkammer auf bstbk.de
Deutscher Steuerberaterverband e.V. auf dstv.de
Steuerberatungsgesetz auf gesetze-im-internet.de
Leitbild des steuerberatenden Berufs auf steuerberater-perspektiven.de
Österreich
Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer
Verzeichnis der Wirtschaftstreuhänder
Schweiz
Treuhand Suisse auf treuhandsuisse.ch
Schweizerische Treuhandkammer auf treuhand-kammer.ch

Einzelnachweise

↑ BGH, Urteil vom 16. März 2011 – StBSt (R) 3/10 (OLG Celle), NStZ 2011, 414, 415

↑ BGH, Urteil vom 12. Mai 2011 – III ZR 107/10, dort insb. Rz. 13.

BGH StbSt (R) 4/95 – 4. März 1996 (OLG Düsseldorf) · hrr-strafrecht.de. Abgerufen am 17. Februar 2017. 

BVerfG, 18. Juni 1980 – 1 BvR 697/77 – Buchführungsprivileg; Steuerberatender Beruf; Verfassungswidrigkeit des Buchführungsprivilegs. Abgerufen am 17. Februar 2017. 

↑ a b c Simone Rücker: Rechtsberatung: das Rechtsberatungswesen von 1919–1945 und die Entstehung des Rechtsberatungsmissbrauchsgesetzes von 1935. Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2007, ISBN 978-3-16-149339-3

↑ RGBl. 1919 Nr. 242 S. 2013

↑ Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens

↑ RGBl. 1933 Nr. 49 S. 257

↑ Verordnung zur Durchführung des § 107 a der Reichsabgabenordnung vom 11. Januar 1936 (RGBl. I S. 11)

↑ Gesetz zur Verhütung von Mißbräuchen auf dem Gebiet der Rechtsberatung vom 13. Dezember 1935 (RGBl. 1935 I S. 1478)

↑ Verordnung zur Durchführung des § 107 der Reichsabgabenordnung vom 18. Februar 1937 (RGBl. I S. 245)

↑ Erlass des Reichsministers der Finanzen vom 18. Februar 1937 (RStBl. S. 314)

↑ Erlass des Reichsministers der Finanzen vom 18. Februar 1941 (RStBl. S. 143)

↑ Jochen Taupitz: Die Standesordnungen der freien Berufe: geschichtliche Entwicklung, Funktionen, Stellung im Rechtssystem. de Gruyter, Berlin 1991, ISBN 3-11-012376-2

↑ Verordnung über die Reichskammer der Steuerberater vom 12. Juni 1943 (RGBl. 1943 Nr. 65 S. 374)

↑ Gesetz über die Rechtsverhältnisse der Steuerberater und Steuerbevollmächtigten (Steuerberatungsgesetz) vom 16. August 1961 (BGBl I S. 1301)

↑ Zweites Gesetz zur Änderung des Steuerberatungsgesetzes vom 11. August 1972 (BGBl I S. 1401)

Amtsblatt L 31/2014. Abgerufen am 1. Mai 2018. 

↑ Bundesverwaltungsgericht: Bundesverwaltungsgericht | Entscheidung | BVerwG 10 C 17.14. 20. Januar 2016, abgerufen am 16. Februar 2017. 

↑ Ablauf der Steuerberaterausbildung

↑ Olaf Schlippe: Mitte 20 und schon Steuerberater. NWB Verlag, 2014, abgerufen am 16. August 2017. 

↑ Deutschlands schwierigste Abschlusstests KarriereSPIEGEL

↑ Härteprüfung zum Steuerberater karriere.de

↑ § 36 StBerG

↑ Steuerberatervergütungsverordnung (Gesetzestext)

Durchschnittlicher Überschuss von Steuerberaterkanzleien insgesamt und nach Kanzleiform. In: bundessteuerberaterkammer.de, abgerufen am 25. Mai 2018.

Durchschnittlicher Überschuss pro Kanzleiinhaber in Sozietäten/Steuerberatungsgesellschaften nach Praxisform. In: bundessteuerberaterkammer.de, abgerufen am 25. Mai 2018.

↑ Bundesgesetz über die Zulassung und Beaufsichtigung der Revisorinnen und Revisoren (PDF; 525 kB) auf admin.ch

↑ Homepage auf revisionsaufsichtsbehoerde.ch

Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4057411-8 (AKS)

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hausmeister (Begriffsklärung) aufgeführt.

Alte Hausmeisterloge in einer historischen Ladenpassage in Paris
Hausbesorger-Plakette über einem Türrahmen in Wien

Ein Hausmeister oder Hauswart (in der Schweiz Abwart oder Hauswart, in Österreich Hausbesorger oder Hausbetreuer) beziehungsweise Schulwart an Schulen wird in der Regel vom Hauseigentümer oder einer Hausverwaltung eingesetzt und übernimmt als Gehilfe des Auftraggebers Aufgaben der Hausverwaltung, -betreuung und -überwachung. Oftmals wird er auch mit Reinigungsaufgaben und Instandhaltungsaufgaben betraut, wobei größere oder spezielle Aufträge an Fachfirmen erteilt werden, die er wiederum überwacht. Seine Aufgaben sind hausspezifisch und werden meist in Verträgen bzw. Leistungsverzeichnissen geregelt. Er achtet auf die Einhaltung der Hausordnung bzw. der Mieterpflichten. Besondere Vorkommnisse meldet er – ist aber auch meist Ansprechpartner für Mieter bei Problemen.[1]

Häufig wohnt ein Hausmeister auch in dem Gebäude, das er betreut. Bei einer solchen Hausmeisterwohnung handelt es sich insbesondere bei größeren oder öffentlichen Anlagen rechtlich in der Regel um eine Werkdienstwohnung.
Eine Sonderform stellt die Zwischennutzung etwa nach dem Grundsatz “Bewachung durch Bewohnung”, in welcher auch Hausmeisteraufgaben fixiert werden können, dar.

Inhaltsverzeichnis

1 Hausmeister in Deutschland

1.1 Spezialisierte Dienstleister

2 Hausbesorger/Hausbetreuer in Österreich
3 Hausmeister in der Schweiz
4 Hausmeister in Frankreich
5 Literatur
6 Weblinks
7 Einzelnachweise

Hausmeister in Deutschland

In Deutschland gibt es für den Hausmeister keinen direkten Ausbildungsgang[1] und die Bezeichnung ist rechtlich nicht geschützt. Es gibt inzwischen aber eine Vielzahl von Lehrgängen, Seminaren und Vorträgen von privaten und öffentlichen Trägern, die insbesondere der Aus-, Fort- und Weiterbildung dienen und z. T. sogar mit staatlich anerkannten Abschlüssen enden.[2] Es ist üblich, dass die Bewerber einen oder mehrere Handwerksberufe erlernt haben, da zu ihren Aufgaben auch kleinere Reparaturen gehören. In vielen Fällen übertragen ihnen die Wohnungs- und Hauseigentümer sowie Hausverwaltungen weitere Aufgaben wie das Anfertigen von Übergabeprotokollen bei Mieterwechsel, Zählerablesungen, das Überwachen von Handwerkern oder die Kontrolle von Aufmaßen. Weitere typische Aufgaben eines Hausmeisters sind Objektbetreuungen, Grünanlagenpflege, Entrümpelungen, Winterdienst und Ähnliches.

Oft werden Hausmeister bei Nachbarschaftsstreitigkeiten, Ruhestörungen oder anderen Belästigungen (z. B. Rauchentwicklung beim Grillen) und Verstößen gegen die Hausordnung aufgefordert einzugreifen, obwohl sie nur in wenigen Fällen eine rechtliche Befugnis dazu haben. Oft handelt es sich um ausschließlich die Streitenden betreffende, zivilrechtliche Auseinandersetzungen; dann kann der Hausmeister lediglich den Hauseigentümer oder die Wohnungseigentümerversammlung über den Sachverhalt informieren.

Spezialisierte Dienstleister

Heute gibt es häufig Dienstleister, die nicht an ein Objekt gebunden sind und die als Unternehmen oder auf selbständiger Basis auf die Pflege und technische Betreuung von Immobilien spezialisiert sind. Branchenübliche Bezeichnungen sind Hausmeisterservice (HMS) oder Facility-Services (Gebäudedienstleistungen), da diese Dienstleister nur im Auftrag handeln und die Entscheidungen über ihr Tun und Lassen von anderen getroffen werden (wie zum Beispiel vom Hausverwalter).

Vielmehr erwartet man von solchen Dienstleistern eine große Bandbreite angebotener Leistungen in hoher Qualität, häufig auch eine handwerkliche Ausbildung. Großkunden beziehungsweise Eigentümer großer Objekte werden in aller Regel die Vorlage von Referenzen sowie eine jederzeitige Verfügbarkeit oder eine entsprechende personelle Ausstattung verlangen. Zum Umfang der Tätigkeiten gehört in solchen (aber – bedingt durch Modernisierung und Technisierung – mehr und mehr auch in kleineren) Objekten bzw. für kleinere oder selbständige Dienstleister neben der Haus- und Gartenpflege vor allem die Überwachung und Bedienung aller technischen Anlagen wie Heizungs-, Klima-, Aufzugs-, Garagenanlage etc.

Daraus kann ein Problem für kleine Dienstleister erwachsen, wenn Kunden bei Beauftragung oder im Laufe der Auftragserfüllung die Erbringung von Leistungen erwarten, die seine fachlichen und/oder juristischen Fähigkeiten überschreiten. Berührt werden dabei u. a. Haftungsfragen, das Handwerks- und Gewerberecht. Hilfestellung gibt den Dienstleistern ggf. die zuständige IHK (Industrie- und Handelskammer), deren Mitglied sie zwangsweise sind. Insbesondere gilt dies für die Abgrenzung zulassungsfreier (erlaubter) handwerklicher Tätigkeiten von den zulassungspflichtigen Tätigkeiten, die eine Meisterqualifikation verlangen. Manchmal beobachten Handwerkskammern, ob Hausmeister Tätigkeiten ausführen, für die ein Meisterbrief vorgeschrieben ist.

2003 wurde die Vorschriften für einige Handwerksbereiche gelockert, d. h. Hausmeister dürfen seitdem mehr Tätigkeiten ausführen als zuvor.

Die Diskussion um die Ausbildung bis hin zur Meisterpflicht in Deutschland hält an.

Die wissenschaftliche Disziplin nennt sich Facilitymanagement.

Hausbesorger/Hausbetreuer in Österreich

Das Hausbesorgergesetz, 1969 vom österreichischen Parlament beschlossen, ist ein Teil des Arbeitsrechts. Es geht zurück auf Gesindeordnungen. Um 1900 stellte die Judikatur klar, dass das Hausbesorgerdienstverhältnis keine Variante einer Gesindeordnung sein könne. Der rechtliche Eigencharakter verlangte eine sondergesetzliche Regelung. Ein niederösterreichisches Landesgesetz vom 15. Juni 1910[3] stellte deshalb die ersten Richtlinien für Hausbesorger und Hauseigentümer über den Hausbesorgerdienstvertrag auf. 1913 erfolgte eine Revision.[4] 1921 schuf das Bundesland Wien durch Landesgesetz die „Wiener Hausbesorgerordnung“.[5] Sie war nach der Aufhebung durch den Verfassungsgerichtshof im Mai 1922[6] Vorbild für die am 13. Dezember 1922 als Bundesgesetz beschlossene Hausbesorgerordnung.[7] Die HBO 1922 wurde einige Male abgeändert, vor allem 1957 durch eine Gesetzesnovelle. Als deren wesentliche Verbesserung des Hausbesorgerrechtes gilt die Aufhebung der Anwesenheitspflicht für den Hausbesorger und die Verankerung seines unmittelbaren Entgeltanspruches gegenüber dem Hauseigentümer. Die erste größere Novelle zur HBO 1922 erfolgte somit nach rund 35 Jahren.

Der wohl sehr lange Zeitraum ist sicherlich zu einem erheblichen Teil in der damaligen innenpolitischen und wirtschaftlichen Struktur Österreichs begründet. In der Zweiten Republik war daher die Gewerkschaft Persönlicher Dienst, insbesondere auch nach 1957, ständig bemüht, die soziale und arbeitsrechtlich unbefriedigende Stellung des Hausbesorgers aufzuzeigen und zu verbessern. Im Sommer 1967 überreichte der ÖGB dem Bundesministerium für soziale Verwaltung einen Entwurf zur Neufassung der Hausbesorgergesetz (HBO). Darauf gestützt beauftragte der damalige Sozialminister Grete Rehor mit der Ausarbeitung eines Ministerialentwurfs. Das Gesetz wurde am 11. Dezember 1969 einstimmig vom Nationalrat verabschiedet und ist seit dem 1. Juli 1970 wirksam. Seit Juli 2000 ist das Hausbesorgergesetz nur mehr auf zu diesem Zeitpunkt bereits bestehende Dienstverhältnisse anzuwenden.[8] Seitdem ist der „Hausbetreuer“, wie er zur Unterscheidung vom auslaufenden „Hausbesorger“ nunmehr genannt wird, arbeitsrechtlich ein normaler Beruf ohne spezielle Vorrechte.

In Wien wurde im Februar 2010 eine Volksbefragung durchgeführt, ob sich die Stadt Wien auf bundesgesetzlicher Ebene wieder für die Möglichkeit der Einführung von Hausbesorgern einsetzen soll.[9] Eine Mehrheit der Wähler befürwortete dies.[10]

Hausmeister in der Schweiz

In der Schweiz gibt es die Ausbildung zum eidgenössisch diplomierten Hausmeister / eidgenössisch diplomierte Hausmeisterin. Jedoch heißt es in der Schweiz „Fachmann Betriebsunterhalt“. Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) genehmigte die Prüfungsordnung dieser höheren Fachprüfung (HFP) am 7. März 2005.[11]

Hausmeister sind die Vorgesetzten der im Hausdienst tätigen Personen, wie Hauswart mit eidg. Fachausweis, Fachmann Betriebsunterhalt ehemals Betriebspraktiker und Hilfspersonen. Sie sind verantwortlich für Gebäudekomplexe, Überbauungen oder mehrere, zusammenhängende Liegenschaften.[11]

Hausmeister in Frankreich

Hauptartikel: Concierge

Französische concierges d’immeuble („Gebäude-Concierge“) sind wie deutsche Hausmeister in privaten, gewerblichen oder öffentlichen Objekten für die Ordnung, Sicherheit, Sauberkeit und Instandhaltung zuständig. Dafür sind handwerkliche Fähigkeiten wie auch soziale Eigenschaften nötig. Betreute Objekte können Büro- oder Wohnhäuser, Schulen, Studentenwohnheime, Betriebe usw. sein.

Literatur

Peter Payer: Hausmeister in Wien. Aufstieg und Niedergang einer Respektsperson, Wiener Geschichtsblätter, Beiheft 4/1996 (stadt-forschung.at; PDF; 147 kB)
Andrea Holzmann-Jenkins, Tom Schmid und Ingrid Machold: Beschäftigungsinitiativen im Bereich sozialer Dienste: Das Hausbesorgerwesen in Wien. Wien 1999 (online). 

Weblinks

 Wiktionary: Hausmeister – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Hausbesorger – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Schulwart – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

↑ a b Ausbildung Hausmeister/in. In: BERUFEnet – ein Angebot der Bundesagentur für Arbeit. Abgerufen am 26. April 2016. 

Kurzbeschreibung: Hauswart/in/Haustechniker/in. In: Bundesagentur für Arbeit. Abgerufen am 26. April 2016. 

Gesetz vom 5. Juni 1910, wirksam für das Erzherzogtum Österreich unter der Enns, betreffend Erlassung einer Hausbesorgerordnung für das Gebiet der k.k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien und der Städte Baden, Krems, Mödling, St. Pölten, Wiener Neustadt, LGBl. NÖ 176/1910; 25. Stück vom 12. August 1910, S. 231

Gesetz vom 1. Februar 1913, wirksam für das Erzherzogtum Österreich unter der Enns, betreffend einer Hausbesorgerordnung für das Gebiet der k. k. Reichahupt- und Residenzstadt Wien und der Städte Baden, Krems, Mödling, St. Pölten, Wiener Neustadt, LGBl. NÖ 33/1913; 8. Stück vom 26. Februar 1913, S. 53

Gesetz vom 19. mai 1921 betreffend die Erlassung einer Hausbesorgerordnung für das Gebiet der Stadt Wien, LGBl. Wien 78/1921; 45. Stück vom 29. August 1921, S. 143

Kundmachung des Bürgermeisters als Landeshauptmannes vom 29. März 1922 betreffend die Aufhebung des vom Verfassunggerichtshofe als verfassungswidrig erkannten Gesetzes vom 19. Mai 1921, L. G. Bl. für Wien Nr. 78; LGBl. Wien 55/1922; 23. Stück vom 31. März 1922, S. 72

Bundesgesetz vom 13. Dezember 1922 über den Dienstvertrag der Hausbesorger (Hausbesorgerordnung), BGBl. 878/1922; 181. Stück vom 18. Dezember 1922 S. 1864

↑ https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblPdf/2000_36_1/2000_36_1.pdf

Wien will’s wissen: Volksbefragung 2010. In: Stadt Wien. Abgerufen am 26. April 2016. 

↑ Klaus Stöger und Duygu Özkan: Befragung: Wie es weitergeht. In: Die Presse. 15. Februar 2010, abgerufen am 26. April 2016. 

↑ a b Beruf: Hausmeister/in (HFP). In: Schweizerischen Dienstleistungszentrums Berufsbildung, Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung SDBB. Abgerufen am 26. April 2016. 

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4159266-9 (AKS)

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Kategorien: HauswirtschaftDienstleistungsberufHöhere Berufsbildung (Schweiz)

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Typische Einrichtungsgegenstände in einem Badezimmer: Badewanne, Dusche, Waschbecken, Bidet und Toilette

Ein Badezimmer bzw. norddeutsch Badestube (umgangssprachlich kurz Bad) bezeichnet den Raum einer Wohnung oder eines Gebäudes, in dem sich Personen baden oder duschen, die Hände waschen oder „erfrischen“ können. In den USA ist die Frage nach dem bathroom eine Umschreibung für die Suche nach der Toilette. Oftmals wird das Badezimmer auch für die Rasur und Haarpflege genutzt.

Der für Badezimmer häufig verwendete Begriff Nasszelle bezeichnet allgemein Räume, in denen Wasserentnahmestellen vorhanden sind und in denen der Boden „wasserdicht“ ausgerüstet ist, etwa eine Duschkabine, eine Waschküche oder WC- und Waschräume in einem Betrieb.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte
2 Ausstattung
3 Elektrische Sicherheit
4 Siehe auch
5 Literatur
6 Weblinks
7 Einzelnachweise

Geschichte

Badezimmer mit Kunststoffkomponenten aus den 1970er-Jahren

In einer Großstadt wie Kopenhagen existierte im Jahr 1906 nur in 3,8 % aller Wohnungen ein Badezimmer.[1] Als im gleichen Jahr das Hotel Ritz in London eröffnet wurde, besaß es als Neuheit in jeder Suite ein Badezimmer.

Eine allgemeine Verbreitung von Badezimmern in Deutschland fand erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts statt. Bei Neubauten in den 1950ern sprach man noch von einer „Nasszelle“. Zuvor wurde in Wannen, Bottichen oder Zubern in der Küche, Waschküche oder in Städten in öffentlichen Bädern, den so genannten Volksbädern, gebadet. Ein Badezimmer konnten sich bis zu diesem Zeitpunkt nur sehr wohlhabende Leute leisten. Für den Luxus eines Badezimmers mussten folgende Voraussetzungen erfüllt sein: ein gesondertes Zimmer, das möglichst beheizbar war, fließendes Wasser, ein Anschluss zur Hauskanalisation, ein besonderer Ofen oder Boiler, der groß genug war, um relativ viel Wasser beheizen zu können, und letztendlich eine Badewanne. Eine Übergangsform stellte das sogenannte Frankfurter Bad dar, die Badewanne befand sich bei dieser Art von Wohnung in der Küche oder im Schlafzimmer.

Ausstattung

Normales Inventar in einem Badezimmer sind eine Badewanne und/oder eine Dusche und ein Waschbecken sowie Seifen, Bürsten, Handtücher und Armaturen. Heutzutage ist meistens auch eine Toilette Bestandteil des Badezimmers,[2] in vielen Ländern ebenfalls ein Bidet. Badezimmer-Ideen haben aber in letzter Zeit eine neue Dimension angenommen. Neben rein funktionalen Elementen wie Dusche oder Toilette rücken verstärkt Badideen für Spa-Elemente in moderne Badezimmer-Konzepte ein (beispielsweise Sauna-Kabinen, Infrarotwärmekabinen, Whirlpools, Fitnessgeräte etc.)

Zunehmend wird bei Badezimmern Wert auf Barrierefreiheit gelegt, damit sie beispielsweise auch von körperlich beeinträchtigten älteren Menschen benutzt werden können. Hierzu wird beispielsweise auf Duschwannen verzichtet und stattdessen nur ein Bodeneinlauf vorgesehen, die Toilette wird etwas höher angebracht, damit das Aufstehen leichter fällt usw.

Elektrische Sicherheit

In Räumen mit Badewanne oder Dusche besteht für Menschen – aufgrund der zumindest vorübergehend feuchten Umgebungsbedingungen – ein höheres Risiko als in der sonst üblichen trockenen Umgebung, durch elektrische Anlagen und Einrichtungen gefährdet zu werden. Es gelten daher besondere Anforderungen für die elektrischen Anlagen in diesen Räumen, die Gegenstand der internationalen Norm IEC 60364-7-701:2006-02 sind und für Deutschland in der DIN-VDE-Norm 0100-701:2008-10 abgehandelt werden.[3]

Für elektrische Anlagen in Räumen mit Badewanne und Dusche müssen die festgelegten Bereiche 0, 1 und 2 und deren Grenzen gemäß DIN VDE 0100-701:2008-10 berücksichtigt werden. Die Art der zugelassenen elektrischen Betriebsmittel, die erforderliche Schutzart, die zulässige Betriebsspannung und die Ausführung von Kabel und Leitungsanlagen in den einzelnen Bereichen ist streng reglementiert. Die folgenden Angaben stellen einen vereinfachten und gekürzten Überblick der wesentlichen Eckpunkte in der Norm dar; für Detailfragen wendet man sich an eine Elektrofachkraft.

Im Bereich 0 dürfen elektrische Betriebsmittel nur errichtet werden, wenn sie nach Herstellerangaben ausdrücklich für die Verwendung und Montage für diesen Bereich geeignet sind und ortsfest angebracht und fest angeschlossen sind und durch Kleinspannung SELV mit einer Nennspannung die AC 12 V oder DC 30 V und Schutzart IPX7 aufweisen.
Im Bereich 1 dürfen elektrische Betriebsmittel nur errichtet werden, wenn sie nach Herstellerangaben für die Verwendung und Montage für diesen Bereich geeignet sind und ortsfest angebracht und fest angeschlossen sind und für andere Betriebsmittel als (die für Netzbetrieb zugelassenen) Whirlpooleinrichtungen, Duschpumpen, Verbrauchsmittel für Lüftung, Handtuchtrockner und Wassererwärmer durch Kleinspannung SELV mit einer Nennspannung die AC 25 V oder DC 60 V und Schutzart IPX4 bzw. im Strahlwasserbereich IPX5 aufweisen.
Im Bereich 2 dürfen elektrische Betriebsmittel nur errichtet werden, wenn sie mindestens der Schutzart IPX4 entsprechen und wenn es keine Steckdosen (auch nicht solche mit Klappdeckel) sind.

Alle Stromkreise[4] müssen durch eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom von IΔN=30 mA geschützt sein. Das gilt auch für Kabel und Leitungsanlagen, die nur durch den Raum geführt, aber für einen anderen Raum bestimmt sind.

Installationsverteiler sind in Räumen mit Badewanne oder Dusche nicht zulässig und bei Montage in einem angrenzenden Raum muss eine mineralische Restwanddicke von mindestens 6 cm zum Raum mit Dusche oder Badewanne eingehalten werden.

Für unter Bestandschutz stehende Altanlagen ist eine Nachrüstung auf aktuellen Stand der Technik (Normenlage) nicht gefordert, solange die Anlage nicht erweitert wird. Bestehende Steckdosen dürfen jederzeit gegen gleichartige oder auch gegen solche mit Zusatzschutz (SRCDs bzw. umgangssprachlich FI-Steckdosen) ersetzt werden. Wird jedoch eine Steckdose versetzt oder es kommt eine weitere hinzu, dann muss auf den aktuellen Stand der Technik nachgerüstet werden. Somit muss der ganze versorgende Stromkreis (also einschließlich der Kabel und Leitungsanlage) mit einem RCD geschützt werden (was durchgehende dreiadrige Verdrahtung bis zum nächsten Verteiler voraussetzt).

Siehe auch

Badeanstalt
Badekultur
Sauna

Literatur

Karl Michael Armer, Klaus Kramer: Badewonnen. Gestern – heute – morgen. Hrsg. von hansgrohe. DuMont, Köln 1993, ISBN 3-7701-3244-0
Francoise de Bonneville: Das Buch vom Bad. 2. Auflage. Heyne, München 2002, ISBN 3-89910-160-X
Klaus Kramer: Das private Hausbad 1850–1950 und die Entwicklung des Sanitärhandwerks. Texte und Materialien zur Ausstellung im Hansgrohe-Museum Wasser, Bad, Design, Schiltach/Schwarzwald. Hansgrohe, Schiltach 1997, ISBN 3-9805874-0-1 (PDF-Version)
Dieter Pfister: Geschichte eines Raumtyps, in: Manufakturen für Küche & Bad, Sonderbeilage der Zeitschrift Ideales Heim, Oktober 2014, S. 28.

Weblinks

 Wiktionary: Badezimmer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Badezimmer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

↑ Wilfried Dieckmann: Grafenhausen: Heimatmuseum auf der Höhe der Zeit, Badische Zeitung, 2. Juni 2012, abgerufen am 15. Juli 2012

↑ Adolf Schmieger: Sittengeschichte des Abtritts, in: Sittengeschichte des Intimen: Bett – Korsett – Hemd – Hose – Bad – Abtritt. Die Geschichte und Entwicklung der intimen Gebrauchsgegenstände, hrsg. von Leo Schidrowitz, Wien und Leipzig o. J. (= Sittengeschichte der Kulturwelt und ihrer Entwicklung in Einzeldarstellungen), S. 269–313

↑ Werner Hörmann; Bernd Schröder; Burkhard Schulze: Errichten elektrischer Anlagen in Räumen mit Badewanne oder Dusche: Kommentar der DIN VDE 0100-701. (VDE-Schriftenreihe; Band 67a). 4. Auflage. VDE-Verlag, Berlin und Offenbach 2010, ISBN 978-3-8007-3134-3. 

↑ Nationale Ausnahme für Deutschland: ausgenommen fest angeschlossene Wassererwärmer

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4004183-9 (AKS)

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Kategorien: Bad und WCTyp von InnenräumenKörperpflege

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Taktisches Zeichen des Betreuungsdienstes

Der Betreuungsdienst (BtDi[1][2][3] oder BtD) ist ein Fachdienst, also ein in seinen Aufgaben, der Ausstattung und den Strukturen definierter Bereich des Zivil- und Katastrophenschutzes in Deutschland. Seine Aufgabe ist die Versorgung der von einer Katastrophe oder einer größeren Gefahrenlage betroffenen Menschen. Dies umfasst vor allem die vorübergehende Unterbringung, die Verpflegung sowie die psychische und soziale Betreuung. Die Einheiten des Betreuungsdienstes, die von verschiedenen Hilfsorganisationen gestellt werden, bestehen aus ehrenamtlichen Helfern. Diese absolvieren für ihre Tätigkeit eine entsprechende Fachdienstausbildung. Grundlegende Fahrzeuge des Betreuungsdienstes sind der Betreuungskombi und der Betreuungslastkraftwagen.

Inhaltsverzeichnis

1 Organisation

1.1 Historische Entwicklung
1.2 Einheiten

2 Einsatzpraxis

2.1 Aufgaben
2.2 Einsatzszenarien und -ablauf

3 Literatur
4 Einzelnachweise
5 Weblinks

Organisation

Historische Entwicklung

Betreuungsdienst einer DRK-Einheit bei der Verteilung von Verpflegung an Helfer

Der Betreuungsdienst hat seinen Ursprung im zivilen Bevölkerungsschutz, der aufgrund des „Ersten Gesetzes über Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung“ vom 16. Oktober 1957 entstand. Durch dieses Gesetz wurde neben anderen Maßnahmen der Luftschutzhilfsdienst mit seinen verschiedenen Fachdiensten geschaffen. Seine Aufgabe war schwerpunktmäßig der Schutz der Bevölkerung im Spannungs- und Verteidigungsfall unter Miteinbeziehung der Abwehr von Gefahren und Schäden in Friedenszeiten. Im Jahr 1968 entstand dann auf der Basis des „Gesetzes über die Erweiterung des Katastrophenschutzes“ aus dem Luftschutzhilfsdienst der Katastrophenschutz und damit aus dem Luftschutz-Betreuungsdienst und dem Luftschutz-Lenkungs- und Sozialdienst der Betreuungsdienst als Fachdienst des Katastrophenschutzes. Der Katastrophenschutz als Schutz der Bevölkerung vor Gefahren und Schäden in Friedenszeiten unterliegt seitdem ausschließlich der Gesetzgebung der Bundesländer. Im Rahmen dieser Neuordnung wurde für den gesamten Katastrophenschutz eine Personalstärke von einem Prozent der Bevölkerung angestrebt, mit einem Anteil von zehn Prozent für den Betreuungsdienst. Die damit für den Bereich der alten Bundesländer vorgegebene Zahl von rund 60.000 Helfern im Betreuungsdienst wurde jedoch zu keinem Zeitpunkt erreicht.

Im Bereich des Zivilschutzes, also des Schutzes der Bevölkerung im Spannungs- und Verteidigungsfall, galt der Betreuungsdienst als verteidigungsrelevant. Infolgedessen erfolgte die Ausstattung vorrangig durch den Bund, während die Länder sich nur in geringer Höhe an der Finanzierung beteiligten. Durch diese Veränderungen der Aufgabenzuweisung für den Betreuungsdienst und die Verschiebung der Zuständigkeiten für dessen Ausstattung sowie aufgrund der vergleichsweise geringen Zahl von Betreuungseinsätzen nahm der Stellenwert des Betreuungsdienstes bei den verantwortlichen Behörden in den folgenden Jahren jedoch immer mehr ab. Dies blieb nicht ohne Auswirkungen auf seine Einsatzfähigkeit. Erst umfangreiche Betreuungseinsätze wie zum Beispiel bei der Versorgung der DDR-Flüchtlinge 1989, beim Oderhochwasser 1997 oder beim Hochwasser im Jahr 2002 führten in den meisten Ländern zu einer Verbesserung der Ausstattung des Betreuungsdienstes. Gleichwohl wurde 1993 für die bis dahin bestehenden Betreuungsstellen als ortsfeste Einheiten sowie die Betreuungsleitzüge die Bundesfinanzierung eingestellt, da diese Einheiten als nicht mehr vorrangig benötigt eingestuft wurden.

Obwohl seit der Einführung der Unterscheidung zwischen Katastrophenschutz und Zivilschutz der Betreuungsdienst im Zivilschutzgesetz auch als Aufgabenbereich des Zivilschutzes festgelegt ist, sind diesbezüglich keine Strukturen näher definiert. Der Bund, dem die alleinige Kompetenz im Bereich des Zivilschutzes obliegt, unterstützt deshalb den durch die Länder organisierten Betreuungsdienst des Katastrophenschutzes finanziell und materiell. Dies erfolgt gegenwärtig vor allem durch eine entsprechende Ergänzung der Ausstattung seiner Einheiten und die Vermittlung zivilschutzspezifischer Kenntnisse im Rahmen der Ausbildung der Helfer. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA gibt es auch in Deutschland Überlegungen zu einer Verbesserung des Schutzes der Bevölkerung, insbesondere durch eine stärkere Integration der bisher getrennten Bereiche Katastrophenschutz und Zivilschutz. Entsprechende Überlegungen zur Zusammenfassung beider Aufgabenfelder zu einem einheitlichen Bevölkerungsschutz, wie sie beispielsweise in der Gründung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe teilweise schon realisiert wurden, sind bisher noch nicht abgeschlossen beziehungsweise durch Gesetzesänderungen umgesetzt. Daraus resultierende Auswirkungen für den Betreuungsdienst sind deshalb noch nicht absehbar.

Einheiten

Der Betreuungsdienst ist aus logistischen und einsatztaktischen Gründen in sogenannten Einheiten mit einer jeweils festgelegten Anzahl Helfer mit entsprechender Ausrüstung organisiert. Helfer mit einer entsprechenden Zusatzausbildung übernehmen dabei die Führung dieser Einheiten beziehungsweise ihrer Teileinheiten. Die Einheiten des Betreuungsdienstes sind wie die anderen Katastrophenschutzeinheiten durch ehrenamtliche Helfer besetzt und werden lokal von folgenden Organisationen gestellt:

Arbeiter-Samariter-Bund,
Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft,
Deutsches Rotes Kreuz,
Johanniter-Unfall-Hilfe,
Malteser Hilfsdienst.

Die materielle und finanzielle Ausstattung erfolgt durch den Bund (für den Bereich des Zivilschutzes), die Länder (als obere Katastrophenschutzbehörde), die Kreisverwaltungsbehörden (als untere Katastrophenschutzbehörde) sowie gegebenenfalls durch die Organisationen selbst. Die Einheiten des Betreuungsdienstes unterstehen im Einsatzfall der jeweils verantwortlichen unteren Katastrophenschutzbehörde. Die Alarmierung erfolgt je nach Ausstattung vor Ort durch Funkmeldeempfänger oder normale Fernsprecheinrichtungen. Im Regelfall ist der Betreuungsdienst in allen Bundesländern pro Landkreis oder kreisfreier Stadt mit mindestens einer Einheit in Zugstärke vertreten.

Zur Unterstützung seiner Tätigkeit arbeitet der Betreuungsdienst unter anderem mit den Kleidersammeldiensten und den Mobilen Diensten beziehungsweise Fahrdiensten der jeweiligen Organisationen, dem Sanitätsdienst, dem Fernmeldedienst, dem THW, Großmärkten, Verkehrsunternehmen und staatlichen Behörden zusammen.

Schnelleinsatzgruppe (SEG)

Eine Schnelleinsatzgruppe Betreuung hat eine Stärke von sechs bis fünfzehn Helfern. Sie hat gegenüber den regulären Einheiten des Katastrophenschutzes eine deutlich kürzere Vorlaufzeit von der Alarmierung bis zum Eintreffen am Einsatzort, in der Regel 30 Minuten für eine Schnelleinsatzgruppe gegenüber zwei Stunden für Katastrophenschutzeinheiten.

Teilweise ist der Bereich der Verpflegung auch als Schnelleinsatzgruppe Verpflegung ausgelagert. Die Bereitschaften des Bayerischen Roten Kreuzes stellen in jedem bayerischen Landkreis mindestens eine SEG-Betreuung, dazu kommen noch weitere Einheiten der anderen Hilfsorganisationen in Bayern. Grundlegende Betreuungsaufgaben können allerdings auch von Helfern der weiter verbreiteten Schnelleinsatzgruppen Sanitätsdienst übernommen werden.

Betreuungszug

Der Betreuungszug (BtZ) war ehemals die Standardeinheit des Betreuungsdienstes nach Maßgabe des Bundes[1] und ist noch immer Teil des Katastrophenschutzes einiger Länder. Seine genaue Stärke und Ausstattung ist heute abhängig von landesspezifischen Bestimmungen.
In der Bundesfassung waren 28 Einsatzkräfte (darunter ein Zugführer, acht Unterführer und 19 Helfer) vorgesehen; insgesamt waren dabei sechs Köche eingeplant.[1] Neben einem Zugtrupp als Führungsteileinheit bestand der Betreuungszug aus einer Verpflegungsgruppe (12 Personen), einer Gruppe Soziale Betreuung (sechs Personen) und einer Unterkunftsgruppe (sechs Personen).[1]

Im Allgemeinen ist aktuell meist eine Zahl von 28 bis 35 Einsatzkräften für einen solchen Zug festgelegt. Dieser gliedert sich wieder entsprechend seinen Aufgaben in mehrere Teileinheiten, je nach Land beispielsweise in einen Zugtrupp sowie eine oder mehrere Unterkunftsgruppen und Gruppen Soziale Betreuung. Alternativ finden sich auch gemeinsame Einheiten namens Gruppe Soziale Betreuung und Unterkunft. Teilweise gehören auch ein Verpflegungstrupp oder eine Verpflegungsgruppe zum Betreuungszug. Die Teileinheiten sind mancherorts herausgelöst als Schnelleinsatzgruppen einzeln alarmier- und einsetzbar.

Zur Ausstattung gehören vor allem mehrere als Mannschaftstransportwagen (MTW) genutzte Kleinbusse bzw. Betreuungskombis zum Transport der Helfer und Betroffenen. Darüber hinaus werden Betreuungslastkraftwagen und teils weitere Gerätewagen (zum Beispiel Gerätewagen Betreuung nach Landesrecht oder Gerätewagen Verpflegung) zum Transport der Ausstattung sowie der für einen Einsatz notwendigen Güter genutzt. Des Weiteren ist ein Betreuungszug mit einem oder mehreren Feldkochherden (FKH) und manchmal auch einem Wassertransportanhänger ausgestattet. Zum Einsatzmaterial gehören unter anderem Stromgeneratoren, Zeltmaterial für den Verpflegungsbereich und für die Unterbringung mitsamt einer adäquaten Zeltheizung, Tische, Bänke und Betten für die Einrichtung von Verpflegungsmöglichkeiten und Not- und Behelfsunterkünften, Geräte für die Zubereitung, die Aufbewahrung und den Transport von Verpflegung sowie Bekleidung und Hygieneartikel zur Erstversorgung von 30 bis 50 Betroffenen.

Betreuungskombi einer DRK-Einsatzeinheit mit Anhänger

Betreuungsleitzug

Neben den obigen Betreuungszügen existierte nach ebenfalls zurückgezogener Maßgabe des Bundes auch das Konzept für einen Betreuungsleitzug (BtLtZ).[2] Jeder dieser Züge diente der Lenkung von Bevölkerungsbewegungen.[2] Die Stärke und Ausstattung waren wie folgt:[2]

Gesamtstärke: 1/11/20/32
1. Leitgruppe (1/2/5/8; achtsitzigen Kombi und sechs Krads besetzend)
2. bis 4. Leitgruppe (jeweils -/3/5/8; je Kombi und sechs Krads besetzend).[2]

Die Kombis waren unter anderem mit Sprechfunkgeräten, Megaphonen, Leuchten, Fernrohr sowie Sanitätsmaterial bestückt.[2]

Betreuungsstelle

Des Weiteren definierte der Bund früher das Konstrukt einer Betreuungsstelle (BtSt).[3] Aufgaben waren die Unterstützung hilfsbedürftiger Personen, deren Betreuung einschließlich Verpflegung, Versorgung mit Bedarfsartikeln und Unterbringung sowie die Weiterleitung von Flüchtlingen.[3] Eine Betreuungsstelle hatte die Gesamtstärke 1/4/13/18 und bestand aus:[3]

Führungsgruppe (1/1/-/2; einen Kombi besetzend),
Verpflegungsgruppe mit Feldkochherd (-/1/6/7),
Gruppe soziale Betreuung -/1/4/5,
Unterkunftsgruppe -/1/3/4.[3]
Einsatzeinheit

Die als Ersatz für die Sanitäts- und Betreuungszüge konzipierte Einsatzeinheit vereint unter anderem die beiden Fachdienste Sanitäts- und Betreuungsdienst in einer gemeinsamen Einheit mit entsprechender Ausbildung der Einsatzkräfte. Das Konzept der Einsatzeinheit wird jedoch nicht in allen Bundesländern verwendet und kann zwischen den Ländern variieren. Eine Einsatzeinheit hat Zugstärke. Innerhalb der Einsatzeinheit ist der Betreuungsdienst in Form einer Betreuungsgruppe aufgestellt. Diese wird teilweise in Trupps für die Teilbereiche Soziale Betreuung, Unterkunft und Verpflegung gegliedert. Die Betreuungsgruppen verfügen in der Regel über ein bis zwei Betreuungskombis, einen Betreuungslastkraftwagen und gegebenenfalls über Anhänger (zum Beispiel Feldkochherd).

In Nordrhein-Westfalen werden gegebenenfalls zwei Einsatzeinheiten zusammen unter Führung einer Führungsstaffel zur Errichtung und Betreiben eines Betreuungsplatzes für bis zu 500 Personen in den Einsatz gebracht. Die dazu federführend vom DRK entwickelten Konzepte sind dort Bestandteil von Erlassen und Plänen zum Umgang mit einem Massenanfall von Verletzten.

DRK-Hilfszug

Der DRK-Hilfszug umfasste als ehemaliger Großverband des Zivil- und Katastrophenschutzes in Deutschland auch betreuungsdienstliche Teileinheiten. So verfügte er pro Abteilung über fünf Betreuungsgruppen, eine Verpflegungsgruppe, eine Ambulanz- und Pflegegruppe sowie an einigen Standorten eine Gruppe Küchencontainer.

Einsatzpraxis

Aufgaben

Der Betreuungsdienst hat innerhalb des Katastrophenschutzes die Aufgabe, bei Eintritt eines Großschadensereignisses oder dem Vorliegen einer Gefahrenlage diejenigen Menschen zu versorgen, die durch diese Situation in eine Notlage geraten sind. Im Gegensatz zum Sanitätsdienst versorgt der Betreuungsdienst dabei die unverletzten Personen beziehungsweise verletzte Personen erst nach abgeschlossener Behandlung durch den Rettungs- und Sanitätsdienst. Zu seinen Aufgaben gehören dabei:

Fachbereich Verpflegung
Fachbereich Verpflegung
die Herstellung und Ausgabe von Warm- und Kaltverpflegung und Getränken
Fachbereiche Soziale Betreuung und Unterkunft
Fachbereich Soziale Betreuung
die Verteilung von Gegenständen des dringendsten persönlichen Bedarfs (Ge- und Verbrauchsgüter wie beispielsweise Hygieneartikel, Geschirr, Besteck etc.)
die Ausgabe von Bekleidung
die Registrierung von Personen
die Durchführung und Begleitung von Personentransporten, zum Beispiel bei Evakuierungen
die Betreuung besonders hilfebedürftiger Personen wie beispielsweise älterer Menschen, behinderter Personen oder Eltern mit Kleinkindern
die psychische Betreuung von Betroffenen
Fachbereich Unterkunft
die Einrichtung und der Betrieb von Behelfs- und Notunterkünften

Die Fachbereiche Soziale Betreuung und Unterkunft werden mittlerweile oft in gemeinsamen Teileinheiten zusammengefasst. Eine weitere wichtige Aufgabe des Betreuungsdienstes ist die Versorgung der anderen an einem Katastropheneinsatz beteiligten Hilfskräfte. Die Verpflegung der Besucher bei Volksfesten, Sportereignissen etc. ist hingegen keine Aufgabe des Betreuungsdienstes. Solche Ereignisse werden jedoch für Übungs- und Ausbildungszwecke genutzt, da sich zum Beispiel die Zubereitung und Ausgabe von Verpflegung für eine große Personenzahl und die damit verbundenen Tätigkeiten und Arbeitsabläufe kaum unter anderen Bedingungen üben lassen.

Im Spannungs- und Verteidigungsfall beteiligen sich die Einheiten des Betreuungsdienstes entsprechend Paragraph 11 des Zivilschutzgesetzes mit ihren Helfern und ihrer Ausstattung am Schutz der Bevölkerung vor möglichen Gefahren und Schäden. Alle am Betreuungsdienst im Katastrophenschutz beteiligten Organisationen werden dementsprechend im Zivilschutzgesetz als „insbesondere geeignet“ für eine Mitwirkung im Zivilschutz genannt.

Einsatzszenarien und -ablauf

Verpflegung im Einsatz

Der Betreuungsdienst kommt zum Einsatz, wenn Menschen durch eine Katastrophe, eine Gefahrenlage oder durch ähnliche Ereignisse in Not geraten und damit hilfebedürftig ist, die entsprechende Situation also nicht allein und ohne entsprechende Hilfe bewältigen können. Typische Einsatzszenarien sind beispielsweise

die Evakuierung und vorübergehende Unterbringung von Menschen bei einer Bombenentschärfung oder einer Freisetzung von gefährlichen Stoffen,
die Versorgung und Betreuung von Menschen bei extremen Witterungsbedingungen wie massivem Schneefall oder bei ausgedehnten Verkehrsstaus,
die Unterbringung und Verpflegung von Menschen, die aufgrund eines Brandes oder eines Hochwassers ihr Haus oder ihre Wohnung verloren haben beziehungsweise vorübergehend verlassen mussten,
die Versorgung der Betroffenen bei Bahnunfällen oder Busunglücken.

Ziel aller Maßnahmen ist dabei vor allem die Abwendung von Gefahren für das Leben und die Gesundheit der Betroffenen und, soweit situationsbedingt möglich, der Erhalt oder die Wiederherstellung von deren physischem und psychischem Wohlbefinden. Aus personellen, materiellen und organisatorischen Gründen erfolgt bei einem Betreuungseinsatz ein abgestuftes Vorgehen. Es werden drei Phasen unterschieden:

Soforthilfe (Dauer: etwa 24 bis 48 Stunden)
Übergangshilfe (Dauer: mehrere Tage bis Wochen)
Wiederaufbauhilfe (Dauer: zeitlich unbegrenzt)

Diese Phasen unterscheiden sich in Qualität und Intensität der Betreuungsmaßnahmen. Die Einteilung eines Einsatzes in diese drei Phasen erfolgt jedoch nicht anhand bestimmter Zeitpunkte oder durch strikte formale Kriterien, die Übergänge sind vielmehr fließend. Im Allgemeinen nimmt die Hilfebedürftigkeit der betroffenen Menschen mit steigender Einsatzdauer ab und die Fähigkeit zur selbstständigen Lebensführung zu. Ebenso sinkt im Regelfall die Zahl der hilfebedürftigen Personen im Laufe eines Einsatzes deutlich, da viele Menschen nach der unmittelbaren Erstversorgung in der Auffangphase bei Verwandten oder Freunden aufgenommen und versorgt werden. Die Betreuung in den weiteren Phasen umfasst aus den genannten Gründen meist nur wenige unterstützende Tätigkeiten und konzentriert sich zunehmend auf eine individuelle Hilfe zur Selbsthilfe. Insbesondere die Qualität der Verpflegung und der Unterbringung ist in den späteren Phasen deutlich höher als in der unmittelbar auf die Notsituation folgenden Auffangphase und nähert sich den normalen Lebensverhältnissen immer mehr an, beispielsweise durch Bereitstellung von Möglichkeiten zur Selbstversorgung und von Unterkünften für einzelne Familien anstelle von Massenunterbringung in Notunterkünften.

Nicht jeder Einsatz durchläuft alle drei Phasen. Die meisten Einsätze sind bereits nach wenigen Stunden und damit noch während der Auffangphase beendet, und nur wenige Einsätze erreichen die Endphase. Ebenso ist es möglich, dass ein Einsatz bereits mit der Durchgangsphase beginnt. Dies kann dann der Fall sein, wenn zum Beispiel das Eintreten eines Schadensereignisses oder einer Gefahrenlage vorhersehbar ist und somit genügend Vorlaufzeit zur Vorbereitung einer Betreuung auf dem Niveau der Übergangshilfe besteht, beispielsweise durch Beschaffung der dafür notwendigen Güter und Einrichtung entsprechender Behelfsunterkünfte. An der Endphase sind die Einsatzkräfte des Betreuungsdienstes nicht mehr beteiligt, da die Betreuung der Betroffenen in dieser Phase durch staatliche Behörden erfolgt.

Die Versorgungskapazität der Einheiten des Betreuungsdienstes hängt von der konkreten Einsatzsituation und der Einsatzphase ab. Während mehrere hundert Personen durch einen Betreuungszug verpflegt werden können, ist die Kapazität bei Personentransporten durch die verfügbaren Fahrzeuge limitiert und deutlich geringer. Die Kapazität bei der behelfsmäßigen Unterbringung hängt wiederum von den Gegebenheiten der als Not- beziehungsweise Behelfsunterkunft zur Verfügung stehenden Gebäude und der Hilfsbedürftigkeit der Betroffenen ab.

Literatur

Bayerisches Rotes Kreuz (Hrsg.): Lehrbuch für den Betreuungsdienst. Hofmann-Verlag GmbH, Hildburghausen 1991, ISBN 3-92-286534-8
Deutsches Rotes Kreuz e.V. (Hrsg.): Leistungsbeschreibungen des DRK-Betreuungsdienstes. DRK-Service GmbH, Berlin 2011, Art.-Nr. 826 202
Hanno Peter (Hrsg.): Der Betreuungseinsatz – Grundlagen und Praxis. 2. Auflage. Stumpf & Kossendey, Edewecht 2001, ISBN 3-93-275036-5

Einzelnachweise

↑ a b c d BBK / BZS: Betreuungsdienst (BtDi) im Katastrophenschutz. Stärke- und Ausstattungsnachweisung Betreuungszug (BtZ). STAN-Nr. 061. Stand: Mai 1984.

↑ a b c d e f BBK / BZS: Betreuungsdienst (BtDi) im Katastrophenschutz. Stärke- und Ausstattungsnachweisung Betreuungsleitzug (BtLtZ). STAN-Nr. 062. Stand Mai 1984.

↑ a b c d e BBK / BZS: Betreuungsdienst (BtDi) im Katastrophenschutz. Stärke- und Ausstattungsnachweisung Betreuungsstelle (BtSt). STAN-Nr. 063. Stand Mai 1984.

Weblinks

BBK: deutsches Notfallvorsorge-Informationssystem (deNIS IIplus)
Konzept Betreuungsplatz-Bereitschaft 500 NRW (PDF; 140 KB)

Dieser Artikel wurde am 7. Dezember 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.

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Der Ausdruck Liebhaber bezeichnet

einen Mann, zu dem eine verheiratete Person eine außereheliche Liebesbeziehung unterhält. Die Bedeutung umfasst in älterer Zeit z. T. auch die nichtsexuelle, aber erotisch gefärbte Beziehung zu einem Verehrer, der einer Dame des Adels oder gehobenen Bürgertums regelmäßig seine Aufwartung macht (vgl. Cicisbeo)
einen Menschen, der einer Sache große Liebe und/oder Faszination entgegenbringt:
insbesondere im Bereich der Künste, siehe Dilettant, Amateur, Kenner oder Sammler
in anderen Bereichen vergleichbar dem Begriff Fan, allerdings wird der Fan oft als die gesteigerte Form des “fanatischen” Liebhabers betrachtet
davon abgeleitet der Begriff Liebhaberei, der juristisch im Gegensatz zu einer Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht steht
eine Person in ihrer Eigenschaft als Sexualpartner

Siehe auch

Der Liebhaber
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 Wiktionary: Liebhaber – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Liebhaber – Zitate

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Psychotherapie (von Altgriechisch ψυχή (psyche) Seele, und therapeia, Behandlung, von θεραπεύειν (therapeuein) heilen, dienen) bezeichnet allgemein die „gezielte professionelle Behandlung seelischer (psychischer) Störungen oder psychisch bedingter körperlicher Störungen mit psychologischen Mitteln“. Die dabei angewandten Verfahren, Methoden und Konzepte sind durch verschiedene Psychotherapieschulen geprägt.[1] Nach einer bis heute oft zitierten methodenübergreifenden Definition von Hans Strotzka ist Psychotherapie

„…ein bewusster und geplanter interaktionaler Prozess zur Beeinflussung von Verhaltensstörungen und Leidenszuständen, die in einem Konsensus (möglichst zwischen Patient, Therapeut und Bezugsgruppe) für behandlungsbedürftig gehalten werden, mit psychologischen Mitteln (durch Kommunikation) meist verbal, aber auch averbal, in Richtung auf ein definiertes, nach Möglichkeit gemeinsam erarbeitetes Ziel (Symptomminimalisierung und/oder Strukturänderung der Persönlichkeit) mittels lehrbarer Techniken auf der Basis einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens. In der Regel ist dazu eine tragfähige emotionale Bindung notwendig.“

– Hans Strotzka: zit. nach Wittchen und Hoyer (2011), S. 4[2]

Die Psychotherapieforschung überprüft diese entwickelten Konzepte und Verfahren dann interdisziplinär in Form von Wirksamkeitsprüfung und Prozessforschung. So wird versucht, die Kluft zwischen Wissenschaft und praktischer Anwendung durch ein besseres Verständnis der aktiven Wirkprinzipien und Veränderungsprozesse zu überbrücken.[3]

Inhaltsverzeichnis

1 Allgemeines
2 Begriff und gesetzliche Regelungen

2.1 Deutschland

2.1.1 Zugelassene Verfahren
2.1.2 Zugelassene Berufe

2.2 Österreich

2.2.1 Zugelassene Verfahren
2.2.2 Zugelassene Berufe

2.3 Schweiz

3 Psychotherapieverfahren
4 Psychotherapie: Beschreibung und Abgrenzung

4.1 Wissenschaftliche Definitionen
4.2 Modelle zur Psychotherapie und ihrer Wirkungsweise

4.2.1 Unspezifische Wirkfaktoren nach J. Frank
4.2.2 Therapiefaktoren nach Orlinsky und Howard
4.2.3 Wirkfaktoren nach Grawe
4.2.4 Empirische Befunde

5 Computer-unterstützte psychotherapeutische Interventionen
6 Abgrenzung von anderen professionellen Beziehungen
7 Ausbildung und staatliche Anerkennung

7.1 Schweiz
7.2 Österreich
7.3 Deutschland

8 Siehe auch
9 Literatur
10 Weblinks
11 Einzelnachweise

Allgemeines

Das Wort Psychotherapie leitet sich ab von altgriechisch ψυχή psychḗ ‚Atem, Hauch, Seele‘ in Zusammensetzung mit θεραπεύειν therapeúein ‚pflegen, sorgen‘ sowie von altgriechisch θεραπεία therapeia „Heilung“. Erstmals benutzt wurde es 1872 von Daniel Hack Tuke, Ende des 19. Jahrhunderts wurde es im Zusammenhang mit Hypnotismus gebräuchlich und durch F. van Elden ab 1889 verbreitet, der damit Psychotherapie im modernen Sinne bezeichnete.[4][5]

Die Ausübung von Psychotherapie ist in Deutschland rechtlich geregelt und darf nur von Ärzten mit entsprechender Zusatzqualifikation, von „Psychologischen Psychotherapeuten“ (d. h. Psychologen mit psychotherapeutischer Ausbildung und Approbation) sowie von Heilpraktikern mit psychotherapeutischer Ausbildung ausgeübt werden. Ziel ist dabei, mittels bestimmter Verfahren, Methoden und Techniken den Leidensdruck des Patienten bzw. Klienten zu mindern und möglichst die Gesundheit wiederherzustellen.

Die europäische Kulturgeschichte kennt als eines der ältesten „psychotherapeutischen Verfahren“ die Hypnose. Aus der Psychoanalyse Sigmund Freuds haben sich die verschiedenen tiefenpsychologischen Lang- und Kurzzeit-Therapieformen entwickelt (siehe auch Analytische Psychotherapie, Fokaltherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die sich in viele verschiedene Therapieformen differenziert haben). Daneben ist die Verhaltenstherapie als Methode mit ihren verschiedenen Formen entstanden, bei denen im Gegensatz zu den tiefenpsychologischen Therapieformen keine Ursachen-Behandlung und Selbsterkenntnis, sondern die Symptom-Behandlung im Vordergrund steht (siehe unter anderem Kognitive Verhaltenstherapie, Paartherapie, Familientherapie).[6][7][8]

Heute wird die psychotherapeutische Behandlung im Zusammenhang mit Körper und Seele eines ganzheitlich gesehenen Menschen verstanden und erklärt.[9]

Von Psychotherapie zu unterscheiden ist die Psychologische Beratung, die in verschiedensten Teilgebieten der Psychologie zum Einsatz kommt, aber nicht zur Heilkunde gehört.

Begriff und gesetzliche Regelungen

Die Zulassung zur beruflichen Ausübung von Psychotherapie ist international unterschiedlich geregelt. Eine gesetzliche Regelung gibt es innerhalb der EU nur in elf von 28 Staaten.

Deutschland

Rechtliche Regelungen des Begriffs Psychotherapie finden sich im Psychotherapeutengesetz und in der Psychotherapie-Richtlinie. In beiden Fällen wird jedoch nicht geregelt, was unter Psychotherapie rechtlich zu verstehen ist, sondern nur in welcher eingeschränkten Form Psychotherapie unter das Psychotherapeutengesetz oder unter die Psychotherapie-Richtlinie fällt.

Das Psychotherapeutengesetz regelt, wer heilkundliche Psychotherapie unter der Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ ausüben darf. Unter das Psychotherapeutengesetz fällt somit nicht Psychotherapie, die von Psychologen oder Heilpraktikern im Rahmen des Heilpraktikergesetzes durchgeführt wird. Psychotherapie, die unter der Berufsbezeichnung Psychotherapeut angewendet werden darf, ist „jede mittels wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist.“[10]

Psychotherapie, die gemäß Psychotherapie-Richtlinie über die gesetzlichen Krankenkassen abrechnungsfähig ist, „(…) wendet methodisch definierte Interventionen an, die auf als Krankheit diagnostizierte seelische Störungen einen systematisch verändernden Einfluss nehmen und Bewältigungsfähigkeiten des Individuums aufbauen.“[11] „Psychotherapie, als Behandlung seelischer Krankheiten (…), setzt voraus, dass das Krankheitsgeschehen als ein ursächlich bestimmter Prozess verstanden wird, der mit wissenschaftlich begründeten Methoden untersucht und in einem Theoriesystem mit einer Krankheitslehre definitorisch erfasst ist. Nach dem Psychotherapeutengesetz ist der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie zuständig für die Anerkennung von Therapieverfahren.“[12]

Zugelassene Verfahren

Die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates Psychotherapie, aus Bundesärztekammer und Bundespsychotherapeutenkammer in den Beirat entsandt, sind beauftragt, die wissenschaftliche Anerkennung von Verfahren der Psychotherapie zu begutachten. In Deutschland wurden vier Psychotherapieverfahren als „wissenschaftlich begründete“ Psychotherapie anerkannt. Der Gemeinsame Bundesausschuss entscheidet, welches Verfahren in die Psychotherapie-Richtlinie aufgenommen und somit durch die gesetzlichen Krankenkassen erstattet wird. Erstattungsfähig sind gegenwärtig die Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die Psychoanalyse.

Verhaltenstherapie: Verhaltenstherapeutische Verfahren basieren in der Regel auf dem Modell der klassischen oder der operanten Konditionierung. Sie haben zum Ziel, eine Extinktion (Löschung des problematischen Verhaltens), Gegenkonditionierung (Aufbau alternativer Reaktionen) oder Habituation (Gewöhnung an den zuvor reaktionsauslösenden Reiz) zu erreichen. Häufig werden den Patienten konkreten Methoden an die Hand gegeben, die ihnen dabei helfen sollen, ihre Probleme zu überwinden. Angestrebt wird auch die Ausbildung und Förderung von Fähigkeiten (z. B. Selbstsicherheitstraining) und die Ermöglichung einer besseren Selbstregulation. Beispielsweise versucht die kognitive Verhaltenstherapie, dem Betroffenen seine Gedanken und Bewertungen verständlich zu machen, diese gegebenenfalls zu korrigieren und in neue Verhaltensweisen umzusetzen.
Psychodynamische Verfahren: Im Rahmen von psychodynamischen Verfahren wie der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie sowie der Psychoanalyse findet eine Auseinandersetzung mit unbewussten, in der Lebensgeschichte – meist in der Kindheit – grundgelegten Motivationen und Konflikten statt. Das Ziel ist hierbei, ein tieferes Verständnis des eigenen Selbst zu erreichen sowie Hintergründe und Ursachen von bestehendem Leid zu klären, damit dieses aufgelöst oder abgeschwächt werden kann.
Systemische Therapie: Die Systemische Therapie wurde 2008 wissenschaftlich anerkannt.[13] 2018 wurde ihr Nutzen und medizinische Notwendigkeit als Psychotherapieverfahren anerkannt[14]. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entschied in seiner Sitzung vom 22. November 2018, dass die Systemische Therapie für Erwachsene zukünftig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.[15]
Gesprächspsychotherapie: Die 1999 ausgesprochene wissenschaftliche Anerkennung der Gesprächspsychotherapie wurde 2017 im Rahmen einer erneuten Überprüfung zurückgezogen[16].

Zugelassene Berufe

Berechtigt zur Ausübung von Psychotherapie im Sinne der Heilkunde sind:

für Erwachsene
ärztliche Psychotherapeuten (approbierte Ärzte mit zusätzlicher Psychotherapieweiterbildung)
Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychiatrie und Psychotherapie
Psychologische Psychotherapeuten (Diplom- bzw. Master Psychologen mit psychotherapeutischer Weiterbildung und Approbation)
Heilpraktiker (Die Erlaubniserteilung zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung, umgangssprachlich “Großer Heilpraktikerschein”, beinhaltet bzw. umfasst auch die eingeschränkte Erlaubniserteilung auf dem Gebiet der Psychotherapie sowie Physiotherapie. Quelle: Amt für Gesundheit und Verbraucherschutz, Heilpraktikerbereich, Bezirksamt Lichtenberg von Berlin, Schreiben vom 23. August 2011)
Heilpraktiker für Psychotherapie (Heilpraktiker beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie, umgangssprachlich “kleiner Heilpraktikerschein”)
für Kinder und Jugendliche
Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
Psychologische Psychotherapeuten (allerdings haben nicht alle approbierten psychologischen Psychotherapeuten eine Kassenzulassung für Kinder[17])
teilweise Heilpraktiker (großer und kleiner HP) bei Störungen ohne Krankheitswert[18]

Österreich

In Österreich ist Psychotherapie sowohl im Ärztegesetz als auch im Psychotherapiegesetz von 1990[19] geregelt. Letzteres legt das Berufsbild des Psychotherapeuten, die Zulassung zur Ausbildung, die Ausbildung selbst, Berufsbezeichnung, Berufspflichten, Listeneintrag, Psychotherapiebeirat sowie Strafbestimmungen und das Verhältnis zu anderen Vorschriften fest.

Eine Besonderheit des Psychotherapie-Rechts in Österreich ist, dass es sich nach dem Verständnis des Gesetzgebers „bei der Ausübung der Psychotherapie … um eine eigenständige wissenschaftliche Disziplin handelt“, dass Psychotherapie demnach als eigenständige Wissenschaft verstanden wird und nicht als Teildisziplin der Medizin, Psychologie oder einer anderen Wissenschaft.[20]

Zugelassene Verfahren

In Österreich sind 23 Verfahren als „Psychotherapie“ anerkannt und zugelassen. Siehe Tabelle unten. Auch sind mehr Indikationen zugelassen als in Deutschland.

Zugelassene Berufe

Die Zugangsvoraussetzung zum Psychotherapeutenberuf sind wesentlich weiter gefasst als beispielsweise in Deutschland. So ermöglicht in Österreich u. a. ein Studium der Medizin, der Pädagogik, der Philosophie, der Psychologie, der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft oder der Theologie oder ein Studium für das Lehramt an höheren Schulen den Zugang zu einer Ausbildung zum Psychotherapeuten.[21]

Entscheidend für die Eintragung als Psychotherapeut ist eine zweistufige theoretische und praktische Ausbildung, die mindestens fünf Jahre dauert und aus einem allgemeinen Teil, dem Psychotherapeutischen Propädeutikum, und einem Fachspezifikum besteht. Zugelassen sind derzeit 23 Methoden, die in der untenstehenden Tabelle gelistet sind (im Unterschied zu Deutschland werden in Österreich nicht Verfahren – also „Methodenfamilien“ – , sondern einzelne Methoden zugelassen, was manchmal zu Missverständnissen führt).[22]

Schweiz

In der Schweiz sind 23 Verfahren als „Psychotherapie“ zugelassen. Zwei Wege führen zur Berechtigung, psychotherapeutisch zu arbeiten, einer für Ärzte und einer für Psychologen. Beide setzen einen (Fach-)Hochschulabschluss und eine postgraduale psychotherapeutische Weiterbildung voraus.[23] Psychologische Psychotherapie regelt das Psychologieberufegesetz, die Ausübung von Psychotherapie durch Psychologen namentlich das Kapitel 5 „Ausübung des Psychotherapieberufes“. Ärzte erwerben den Facharzttitel „Psychiatrie und Psychotherapie“.[24]

Psychotherapieverfahren

Siehe auch: Liste von Psychotherapie- und Selbsterfahrungsmethoden

Es gibt eine Vielzahl von Schulen und Methoden der Psychotherapie, die jedoch nicht alle als wissenschaftlich anerkannt gelten. Manche als Psychotherapieverfahren angebotenen Methoden sind wissenschaftlich nicht anerkannt, weil seriöse Wirksamkeitsuntersuchungen fehlen oder sie als widerlegt gelten, und werden eher dem para- und pseudowissenschaftlichen Bereich zugerechnet. Bei vielen Methoden handelt es sich um Weiterentwicklungen, Spezialisierungen oder Abspaltungen aus psychoanalytischen, tiefenpsychologischen oder verhaltenstherapeutischen Verfahren. Nicht alle Psychotherapieverfahren sind überall staatlich anerkannt und werden von allen Krankenkassen finanziert. Die Rolle der einzelnen Methoden im Gesundheitswesen der deutschsprachigen Länder ist sehr unterschiedlich (siehe Tabelle).

Richtung
Methode
Gründer
Deutschland
Österreich
Schweiz

analytisch
Psychoanalyse
Sigmund Freud

Individualpsychologie
Alfred Adler

Analytische Psychologie
C. G. Jung

Gruppenpsychoanalyse
Pratt, Burrow, Schilder

tiefenpsychologisch
Autogene Psychotherapie
Johannes Heinrich Schultz

Daseinsanalyse
Ludwig Binswanger

Dynamische Gruppenpsychotherapie
Raoul Schindler

Hypnosepsychotherapie
Milton Erickson
(1)

Katathym-Imaginative Psychotherapie
Hanscarl Leuner

Konzentrative Bewegungstherapie
Gindler, Stolze, Cserny

Transaktionsanalyse
Eric Berne

humanistisch
Logotherapie und Existenzanalyse
Viktor Frankl

Gestalttherapie
Perls, Perls, Goodman

Gesprächspsychotherapie
Carl R. Rogers
(2)

Psychodrama
Jakob L. Moreno

Psychosynthese
Roberto Assagioli

behavioral
(klassische) Verhaltenstherapie
Thorndike, Watson, Skinner u. a.

kognitiv
kognitive Verhaltenstherapie
Ellis, Beck, Kanfer, Lazarus u. a.

systemisch
Systemische Therapie
Satir, Haley, Jackson u. a.
(2)

kombinatorisch
Integrative Therapie
Hilarion Petzold

Gestalttheoretische Psychotherapie
Hans-Jürgen Walter

humanistisch
Neuro-Linguistische Psychotherapie
Schütz, Karber, Jelem u. a.

körperorientiert
Bioenergetische Analyse
Wilhelm Reich, Alexander Lowen

Biosynthese
David Boadella

Körperpsychotherapie
verschiedene Schulen

kunstorientiert
Kunst- und ausdrucksorientierte Therapien
verschiedene Schulen

Musiktherapie
verschiedene Schulen

(1) Hypnosetherapie: in Deutschland Einzelbehandlung für Erwachsene anerkannt, muss von einem Arzt oder einem Psychologischen Psychotherapeuten, der die Abrechnungsgenehmigung dafür hat, durchgeführt werden.
(2) Gesprächstherapie und Systemische Therapie: in Deutschland für Erwachsene anerkannt (nach Berufsrecht).

In Teilen der akademischen Psychotherapieforschung wird angestrebt Psychologische Therapie / Psychologische Psychotherapie als eine von Therapieschulen losgelöste Psychotherapieform zu etablieren, in der nach Gesichtspunkten der evidenzbasierten Medizin behandelt (und evaluiert) wird. Es wird also das angewendet, was bei einem bestimmten Störungsbild und unter Berücksichtigung der Situation des Patienten wissenschaftlich als am besten wirksam belegt angesehen werden muss (Grawe 1994). Kritiker weisen auf die Komplexität der therapeutischen Situation hin, die von der Forschung bisher nur ansatzweise erfasst wird.[25]

Psychotherapie: Beschreibung und Abgrenzung

Psychotherapie wird von anderen Methoden und Verfahren auf dem wissenschaftlichen Feld der Psychologie unterschieden.

Wissenschaftliche Definitionen

Die Psychotherapieforscher David Orlinsky und Kenneth I. Howard beschrieben in der zweiten Auflage des Handbook of Psychotherapy and Behavior Change aus dem Jahr 1978 Psychotherapie unter folgenden Aspekten:[26]

„Psychotherapy is (1) a relation among persons, engaged in by (2) one or more individuals defined as needing special assistance to (3) improve their functioning as persons, together with (4) one or more individuals defined as able to render such special help.“

„Psychotherapie ist (1) eine Beziehung zwischen Personen; einerseits (2) einem oder mehreren Individuen, die Hilfe dabei benötigen, (3) ihr Funktionieren als Person zu verbessern, und andererseits (4) einem oder mehreren Individuen, die diese spezielle Hilfe zur Verfügung stellen.“

Jerome D. Frank lieferte in seinem vielbeachteten Buch Persuasion and Healing eine kulturübergreifende Definition:[27]

„Attempts to relieve suffering and disability are usually labeled treatment, and every society trains some of its members to apply this form of influence. Treatment typically involves a personal relationship between healer and sufferer. Certain types of therapy rely primarily on the healer’s ability to mobilize healing forces in the sufferer by psychological means. These forms of treatment may be generically termed psychotherapy.“

„Versuche, Leiden und Behinderung zu vermindern werden gewöhnlich Behandlung genannt, und jede Gesellschaft bildet einige ihrer Mitglieder aus, diese spezielle Form der Einflussnahme auszuüben. Behandlung umfasst üblicherweise eine persönliche Beziehung zwischen Heiler und Leidendem. Bestimmte Arten von Therapie beruhen primär auf der Fähigkeit des Heilers, heilende Kräfte im Leidenden mit psychologischen Mitteln zu mobilisieren. Diese Form der Behandlung wird gewöhnlich Psychotherapie genannt.“

Orlinsky et al. ergänzen in der fünften Auflage des Handbook of Psychotherapy and Behavior Change (2004), dass Psychotherapie in der heutigen Zeit auch umfasst bzw. umfassen kann:

eine Form von Förder- oder weiterführendem Unterricht in Bezug auf sozial-emotionales Funktionieren
eine nicht-gewalttätige Form der sozialen Kontrolle von abweichendem Verhalten
eine Vermittlung von sinnhafter persönlicher Orientierung und Lebensphilosophie (oder „spiritueller“ Entwicklung).

Aus einem anderen Blickwinkel könne Psychotherapie als eine Verfeinerung und Professionalisierung persönlicher helferischer Fertigkeiten gesehen werden, die dann gesucht wird, wenn das soziale Netzwerk des Individuums versagt (z. B. in einer Krise) oder kaum noch vorhanden ist (in sich schnell verändernden und hochmobilen Gesellschaften), oder wenn das nötige Ausmaß an „therapeutischer“ Kompetenz das in normalen sozialen Netzwerken übliche Niveau überschreitet. Diese Form der persönlichen Hilfe wird in modernen städtischen Gesellschaften angeboten als

professionelles Angebot
von Personen, deren Fachkunde in helferischen Fähigkeiten formal anerkannt wurde durch Ausbildungsinstitute, Lizenzierung und Reputation,
gegenüber Personen, deren Probleme die psychische Gesundheit im engeren Sinne betreffen.[28]

Die Apologeten der emotionalen Intelligenz, z. B. Daniel Goleman, verstehen Psychotherapie als systematisches Neuerlernen von Gefühlsreaktionen.[29]

Modelle zur Psychotherapie und ihrer Wirkungsweise

Unspezifische Wirkfaktoren nach J. Frank

Jerome D. Frank beschrieb 1961[30] vier Faktoren des psychotherapeutischen Geschehens, die seiner Meinung nach schulenübergreifend wirksam sind:[31][32]

Eine Beziehung zwischen Therapeut und Patient, in welcher der Patient den Therapeuten als kompetent und bereit zur Hilfe erlebt.
Die Besonderheit der therapeutischen Situation als Ort der Heilung (mit Insignien wie der professionellen Akkreditierung des Therapeuten, Couch etc.) und die damit zusammenhängenden Heilungserwartungen.
Die Vermittlung einer Erklärung (Attribution) für die Probleme des Patienten und wie man diesen abhelfen kann.
Die Durchführung eines therapeutischen Rituals (Aktivität, bei der davon ausgegangen wird, dass sie die Heilung bewirkt).

Nach Frank geht es dabei vor allem um eine Remoralisierung des Patienten, der durch die Symptome demoralisiert wurde und daher Hilfe sucht.[33]

Therapiefaktoren nach Orlinsky und Howard

In ihrem (erstmals 1986 veröffentlichten und seitdem überarbeiteten) „Generic Model of Psychotherapy“ beschrieben David Orlinsky und Kenneth I. Howard allgemeine (schulenübergreifende) Prozessvariablen, die sich auf das Therapieergebnis auswirken:[34]

Die formale Beziehung („therapeutic contract“, organisatorischer Aspekt)
Therapeutische Aktivitäten („therapeutic operations“, technischer Aspekt)
Therapeutische Beziehung („therapeutic bond“, interpersoneller Aspekt)
Selbstbezogenheit („self-relatedness“, intrapersoneller Aspekt)
unmittelbare Einflüsse der Sitzung („in-session impacts“, klinischer Aspekt)
zeitliche Muster („temporal patterns“, sequentieller Aspekt, zeitliche Abfolge)

Wirkfaktoren nach Grawe

Nach Klaus Grawe[35] lassen sich – über die Therapieschulen hinweg – folgende grundlegende Wirkfaktoren der Psychotherapie nachweisen:

Therapeutische Beziehung: Die Qualität der Beziehung zwischen dem Psychotherapeuten und dem Patienten/ Klienten trägt signifikant zu einem besseren oder schlechteren Therapieergebnis bei. siehe auch Reparenting
Ressourcenaktivierung: Die Eigenarten, die die Patienten in die Therapie mitbringen, werden als positive Ressource für das therapeutische Vorgehen genutzt. Das betrifft vorhandene motivationale Bereitschaften, Fähigkeiten und Interessen der Patienten.
Problemaktualisierung: Die Probleme, die in der Therapie verändert werden sollen, werden unmittelbar erfahrbar. Das kann z. B. dadurch geschehen, dass Therapeut und Klient reale Situationen aufsuchen, in denen die Probleme auftreten, oder dass sie durch besondere therapeutische Techniken wie intensives Erzählen, Imaginationsübungen, Rollenspiele o. ä. die Probleme erlebnismäßig aktualisieren.
Motivationale Klärung: Die Therapie fördert mit geeigneten Maßnahmen, dass der Patient ein klareres Bewusstsein der Determinanten (Ursprünge, Hintergründe, aufrechterhaltende Faktoren) seines problematischen Erlebens und Verhaltens gewinnt.
Problembewältigung: Die Behandlung unterstützt den Patienten mit bewährten problemspezifischen Maßnahmen (direkt oder indirekt) darin, positive Bewältigungserfahrungen im Umgang mit seinen Problemen zu machen.

Empirische Befunde

Asay M. Lambert (2001) kam bei einer Auswertung empirischer Ergebnisse zu der Schlussfolgerung, dass die Varianz in der therapeutischen Veränderung des Klienten zu

40 % durch Klientenvariablen und extratherapeutische Faktoren,
30 % durch die therapeutische Beziehung,
15 % durch die Therapieform und
15 % durch Erwartung und Placebo-Effekte erklärt wird.[36]

Computer-unterstützte psychotherapeutische Interventionen

Seit etwa 2000 hat die Erforschung der Anwendung moderner Medien für psychotherapeutische Zwecke bedeutsam zugenommen.[37][38] Dabei können folgende Einsatzbereiche unterschieden werden:

Teletherapie: In der Teletherapie wird klassische Psychotherapie über moderne Kommunikationskanäle (Videotelefonie, Chats, etc.) realisiert.[39]
Virtuelle Realität: „Virtual-Reality-Technologien“ (VR) ermöglichen es, computerbasierte Modelle der realen Welt zu erstellen, mit denen auf Basis einer Mensch-Maschinen-Schnittstelle (meist das Smartphone) interagiert werden kann.[40]
Computer-basierte Online Interventionen (syn. Internet Interventionen, Online Therapie): Bereitgestellte Online-Programme können als eine interaktive Form der Selbsthilfe beschrieben werden (Selbsthilfe 2.0) und bestehen meist aus einer Kombination von Text, Audio und Video-Modulen.[41]
Computer-unterstützte Psychotherapie (syn. Gemischte Therapie, Blended Therapy): Klassische Psychotherapie kann durch Online- und App-Elemente unterstützt werden. Ihre Anwendung wurde bereits für die Einzeltherapie[42], als auch für die Gruppentherapie untersucht.[43]

Abgrenzung von anderen professionellen Beziehungen

Das psychotherapeutische Setting wird wegen seiner juristischen und theoretischen Rahmenbedingungen von anderen Formen der professionellen (Arbeits-) Beziehung formal deutlich unterschieden, jedoch gibt es in den einzelnen Staaten oft andere Definitionen. In Deutschland grenzt das Psychotherapeutengesetz Psychotherapie von nichtheilkundlichen psychologischen Interventionen klar ab. So gilt als Psychotherapie jede psychologische „Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert“ mittels „wissenschaftlich anerkannter Verfahren“.[44] Hingegen gehören „psychologische Tätigkeiten, die die Aufarbeitung und Überwindung sozialer Konflikte oder sonstige Zwecke außerhalb der Heilkunde zum Gegenstand haben“ nicht zur Psychotherapie.[45] So sind in Deutschland z. B. Beratungsgespräche mit Lehrern, Sozialarbeitern, und auch Seelsorgegespräche keine Psychotherapie. Deutlich unterscheidet sich auch das Coaching von der Psychotherapie.

Methodisch überschneiden sich Therapie, Beratung, Seelsorge, Selbsterfahrung oft bis in Kernbereiche. Allerdings ist in Deutschland gemäß Psychotherapeutengesetz und Psychotherapierichtlinien das Ziel der Psychotherapie klar als Diagnose und Heilung von psychischen Störungen definiert, während nichtheilkundliche psychologische Verfahren ausschließlich die Klärung bei allgemeinen Lebensproblemen und die Lösung sozialer Konflikte zum Ziel haben.[46] Auf dem Kontinuum zwischen der „Behandlung von Krankhaftem“ bis zur „Entwicklung von Ressourcen“ ist Psychotherapie nur unbefriedigend abzugrenzen. Verschiedene Therapie-Richtungen integrieren zusätzlich zu Psychischem auch Spiritualität, Soziales, Politisches, etc.

Formal handelt es sich nach deutschem Recht[47] nicht um Psychotherapie, sondern um psychologische Beratung oder andere Methoden,

wenn keine Störungen oder Krankheiten beeinflusst werden sollen;
wenn es sich um Selbsthilfegruppen, Selbsterfahrungsgruppen, Supervisionen, Trainings- oder Coachinggruppen sowie allgemeine Lebensberatung handelt;
wenn die Prinzipien von Diagnose und Heilung nicht angewandt werden;
wenn keine wissenschaftliche Theorie oder überprüfbare Anschauungen zugrunde liegen,
sondern die „Behandlung“ sich ausschließlich auf die persönlich gewonnenen oder in einer bestimmten Gruppe tradierten Erfahrungen stützt;
wenn keine (schriftliche oder mündliche) Vereinbarung zu einer Psychotherapie vorliegt;
wenn Ziele eines Therapieprozesses nicht festgelegt werden oder diese Ziele nicht offen besprochen werden;
wenn ausschließlich Behandlungen mit Medikamenten erfolgen;
wenn keine persönliche Interaktion zwischen dem Patienten oder Klienten und dem Berater bzw. Therapeuten vorliegt (wenn z. B. „therapeutische Mitteilungen“ ausschließlich in der Form von Rundbriefen, Audio- oder Videokassetten etc. verbreitet werden);
wenn lediglich die charismatische Persönlichkeit des Behandelnden als Wirkung eingesetzt wird und keine Heilung versprochen wird.

Ausbildung und staatliche Anerkennung

Nicht alle Psychotherapieverfahren sind überall staatlich anerkannt und werden von allen Krankenkassen finanziert. Dahinter stehen unterschiedliche Auffassungen über Indikation und Wirksamkeit, aber auch berufsständische Interessenskämpfe (zwischen Medizinern, Psychologen und anderen Berufen),[48] und die Konkurrenz der Psychotherapie-Schulen untereinander. In der Schweiz und in Österreich ist die methodische Freiheit und Verantwortung des Therapeuten sehr viel weiter gefasst als in Deutschland.

Schweiz

In der Schweiz wird nicht nach Methoden unterschieden. Entscheidend ist die Qualifikation des Therapeuten und der Besitz einer kantonalen Praxisbewilligung. Psychotherapeutisch ausgebildete Ärzte (Facharzttitel Psychiatrie und Psychotherapie FMH) können die psychotherapeutische Leistung direkt mit den Krankenkassen abrechnen. Die psychologischen Psychotherapeuten nur, wenn sie über den delegierenden Arzt abrechnen. Die Zulassung von Therapiemethoden erfolgt durch die Schweizer Charta für Psychotherapie als Konferenz der Weiterbildungsinstitutionen und Fachverbände innerhalb der Assoziation Schweizer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (ASP), den Schweizerischen Berufsverband für angewandte Psychologie (SBAP), sowie die Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) Eine gültige Methoden-Zulassung erfolgt daher bis heute nach den Aufnahme-Kriterien dieser Verbände. Für die Zulassung zur Führung einer Psychotherapie-Praxis (Praxisbewilligung) sind die Kantone zuständig. Seit 1. April 2013 regelt das Psychologieberufegesetz (PsyG).[49] die Gleichwertigkeit von Hochschulabschlüssen in Psychologie und Weiterbildungstitel im Geltungsbereich des PsyG, wie unter anderem die psychologische Psychotherapie. Seit Inkrafttreten des PsyG müssen Personen, welche privatwirtschaftlich und in eigener fachlicher Verantwortung Psychotherapie ausüben wollen, einen Master- oder gleichwertigen Hochschulabschluss in Psychologie besitzen und eine akkreditierte psychotherapeutische Weiterbildung absolviert haben. Die Übergangsbestimmungen in Artikel 49 PsyG gelten für all diejenigen Personen, die bereits eine kantonale Berufsausübungsbewilligung in Psychotherapie haben, oder ihre Psychotherapieweiterbildung in der Schweiz vor Inkrafttreten des PsyG abgeschlossen oder begonnen haben.

Österreich

Für die Zulassung zur psychotherapeutischen Ausbildung ist das Vorliegen eines spezifischen Quellberufs erforderlich. Als solche gelten Studienabschlüsse der Medizin, der Psychologie, der Psychotherapiewissenschaft (PTW), der Pädagogik, der Philosophie, der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, der Theologie oder ein Studium für das Lehramt an höheren Schulen. Außerdem zugangsberechtigt sind Abschlüsse an einer Akademie für Sozialarbeit, einer Lehranstalt für gehobene Sozialberufe, einer Pädagogischen Akademie oder einer mit Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten Lehranstalt für Ehe- und Familienberater. Auch ein Kurzstudium oder Hochschullehrgang für Musiktherapie qualifiziert für eine Zulassung zur Ausbildung.[50] Wer nicht zu diesen Berufsgruppen zählt, kann einen Antrag auf bescheidmäßige Zulassung beim Bundesministerium für Gesundheit stellen. Über diesen wird auf Grundlage eines eingeholten Eignungsgutachtens des Psychotherapiebeirats entschieden. Die Grundausbildung, das Propädeutikum, dauert etwa zwei Jahre. Erst nach Abschluss des Propädeutikums kann das Fachspezifikum absolviert werden. Es dient der Ausbildung in einer der anerkannten Methoden und dauert mindestens drei Jahre. In Österreich sind derzeit 23 psychotherapeutische Methoden anerkannt.[51]

Seit 2005 wird an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien der Studiengang Psychotherapiewissenschaft (Bakkalaureatsstudium: 6 Semester; Magisterstudium: 4 Semester) angeboten. Im Bakkalaureatsstudium kann zwischen den Schwerpunkten „Psychotherapie“ (Vorbereitung für Magisterstudium) und „Psychosoziale Beratung“ (Qualifikation für entsprechende Praxistätigkeit) gewählt werden.
Das Magisterstudium der Psychotherapiewissenschaft „baut auf dem Bakkalaureatsstudium auf und soll Theorie, Methodik und Geschichte der Psychotherapie, allgemeine und methodenspezifische Krankheitslehre sowie Diagnosenlehre von Störungsbildern und deren Behandlungskonzepten vertiefen“. Es handelt sich jedoch nicht um eine Ausbildung im Sinne des österreichischen Psychotherapiegesetzes, d. h. zielt grundsätzlich nicht auf die Erlangung der Berufsberechtigung als Psychotherapeut ab.[52]
Zurzeit sind solche Studiengänge bereits in Wien, Berlin, Linz, Ljubljana, Milano und Paris möglich.

Auch an der Donau-Universität Krems ist ein Masterstudium Psychotherapie möglich.[53]

Ausschließlich Ärzte können die Berechtigung zur selbständigen Ausübung von Psychotherapie mit dem ÖÄK-Diplom für Psychotherapeutische Medizin erlangen. Dieses Fortbildungsdiplom, auch als PSY3-Diplom bezeichnet, wird von der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) verliehen.[54] Der Zeitaufwand zur Erlangung des PSY3-Diploms beträgt üblicherweise 7 Jahre, weil der Abschluss des PSY1- und PSY2-Diploms Voraussetzung für den Beginn des PSY3-Curriculums ist.

Deutschland

Hauptartikel: Psychotherapie in Deutschland

Seit 1967 ist die Psychotherapie Bestandteil der kassenärztlichen Versorgung. Vor Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes zum 1. Januar 1999 konnten nur ärztliche Psychotherapeuten Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung sein, seither jedoch auch psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten. Die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen für die von Psychotherapeuten durchgeführte Heilbehandlungen ist nur in wenigen anderen Ländern der Welt so klar zugunsten der psychisch kranken Patienten und ihrer Therapeuten geregelt wie in Deutschland.

Im deutschen Gesundheitssystem sind aktuell nur drei Verfahren für die von den gesetzlichen Krankenkassen finanzierte Psychotherapie zugelassen:

Verhaltenstherapie,
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und
Analytische Psychotherapie

Die Analytische Psychotherapie besteht wiederum aus drei verschiedenen Strömungen:

Psychoanalyse nach Sigmund Freud,
Analytische Psychologie nach Carl Gustav Jung und
Individualpsychologie nach Alfred Adler.

Außerdem können Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Hypnose und seit 2014 auch EMDR als Einzelbehandlung genehmigt und finanziert werden.

Psychotherapie zu Lasten der Krankenkassen muss in Deutschland von der Kasse genehmigt werden. Zu diesem Zweck muss der Patient einen Kassenantrag stellen. Diesem Antrag muss der Psychotherapeut wenn er eine Langzeittherapie beantragt einen Bericht an den Gutachter beilegen. Von der befürwortenden Stellungnahme des Gutachters hängt es ab, ob die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung übernimmt.

Siehe auch

Psychotherapieforschung
Geschichte der Psychotherapie
Erstinterview der Psychotherapie
Liste von Psychotherapie- und Selbsterfahrungsmethoden
Liste bedeutender Psychotherapeuten
Liste psychotherapeutischer Begriffe
Liste psychotherapeutischer Fachzeitschriften
Feministische Psychotherapie
Supportive Psychotherapie
Psychagogik
Machtmissbrauch in der Psychotherapie

Literatur

Einführung

Hans Strotzka (Hrsg.): Psychotherapie. Grundlagen, Verfahren, Indikationen. Urban und Schwarzenberg, München, Berlin, Wien 1975, ISBN 978-3-541-06931-6. 
Jürgen Kriz: Grundkonzepte der Psychotherapie. Beltz, Weinheim 2001, ISBN 3-621-27451-0.
Bärbel Schwertfeger, Klaus Koch: Der Therapieführer. Die wichtigsten Formen und Methoden. Heyne, München 2002, ISBN 3-453-09133-7.
Friedrich Beese: Was ist Psychotherapie? Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-45706-5.
Rosemarie Piontek: Wegbegleiter Psychotherapie. 2. Auflage. Psychiatrie-Verlag, Bonn 2005, ISBN 3-88414-320-4.
Gerhard Stumm, Beatrix Wirth: Psychotherapie, Schulen und Methoden. Falter, Wien 2006, ISBN 3-85439-378-4.
Hans-Joachim Maaz: Hilfe! Psychotherapie. Wie sie funktioniert und was sie leistet. C.H.Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-66078-8.

Nachschlagewerke

Gerhard Stumm, Alfred Pritz, Paul Gumhalter (Hrsg.): Personenlexikon der Psychotherapie. Springer, Wien 2005, ISBN 3-211-83818-X.
Gerhard Stumm, Alfred Pritz (Hrsg.): Wörterbuch der Psychotherapie. Springer, Wien 2007, ISBN 3-211-70772-7.

Geschichte

James Braid: Die Suggestion und ihre Heilwirkung. Übersetzt von Sigmund Freud, Leipzig und Wien 1882.
Klemens Dieckhöfer: Von Mesmer bis Charcot. Die Entwicklung der Psychotherapie in der vorfreudianischen Epoche. In: Extr. psych. Band 6, 1992, S. 42–53.
Klaus Grawe, R. Donati, F. Bernauer: Psychotherapie im Wandel. Hogrefe, Göttingen 1994.
Regine Lockot: Erinnern und Durcharbeiten. Fischer, Frankfurt 1985. Nachdruck vom Psychosozial-Verlag, Gießen 2003, ISBN 3-89806-171-X.
Henri Ellenberger: Die Entdeckung des Unbewußten. Diogenes, Stuttgart 2005, ISBN 3-257-06503-5.

Risiken und Nebenwirkungen

Anton Leitner, Brigitte Schigl, Michael Märtens (Hrsg.): Wirkung, Risiken und Nebenwirkungen von Psychotherapie. Ein Beipackzettel für TherapeutInnen und PatientInnen. Facultas Verlag, Wien 2014. ISBN 978-3-7089-1125-0

Kritik

Dieter Kleiber, Armin Kuhr (Hrsg.): Handlungsfehler und Misserfolge in der Psychotherapie. dgvt, Tübingen 1988.
Jeffrey M. Masson: Die Abschaffung der Psychotherapie. Bertelsmann, München 1991.
Michael Märtens, Hilarion Petzold (Hrsg.): Therapieschäden. Mainz 2002.
Marie Faber: Seelenrisse auf Rezept. Mammendorf 2005, ISBN 3-86611-092-8.
Albert Krölls: Kritik der Psychologie. VSA, Hamburg 2006 ISBN 3-89965-213-4.

Sammelwerke

Psycho–Logik: Jahrbuch für Psychotherapie, Philosophie und Kultur Alber, Freiburg, Br. / München 2006 ff., ISSN 1861-4183.

Weblinks

 Wikiquote: Psychotherapie – Zitate
 Wiktionary: Psychotherapie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
DGPPN Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde
Psychotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses
Psychotherapie-Vereinbarungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (Stand: 2017, Überblick)
Informationsseiten der Bundespsychotherapeutenkammer zur Psychotherapie (Stand Dez. 2013)

Einzelnachweise

↑ Stichwort Psychotherapie im DORSCH (Enzyklopädie für Psychologie)

↑ Hans Strotzka: Psychotherapie und soziale Sicherheit. Verlag Hans Huber, Bern 1969, zit. nach Hans-Ulrich Wittchen, Jürgen Hoyer: Klinische Psychologie & Psychotherapie. Springer 2011, (S. 4 (GoogleBooks).
Hans Strotzka: Psychotherapie und Tiefenpsychologie – ein Kurzlehrbuch. 2. Aufl. Springer-Verlag 1984, zit. in Horst Dilling, Christian Reimer: Psychiatrie und Psychotherapie. Springer 2013, S. 245 (books.google.ch).

↑ Stichwort Psychotherapieforschung im DORSCH (Lexikon der Psychologie).

↑ Klemens Dieckhöfer: Psychotherapie. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1198–1200; hier: S. 1198.

↑ S. Shamdasani: ‘Psychotherapy’: the invention of a word In: History of the Human Sciences. 18, Nr. 1, 2005, S. 1–22.

↑ Dirk Revenstorf: Psychotherapeutische Verfahren, Bd. II – Verhaltenstherapie. Kohlhammer, 1996.

↑ Stefan Priebe, Donna Wright (2006): The provision of psychotherapy – An international comparison. In: Journal of Public Mental Health 5 (3).

↑ Doris K. Silverman (2005): What Works in Psychotherapy and How Do We Know?: What Evidence-Based Practice Has to Offer. In: Psychoanalytic Psychology 22 (2).

↑ Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Durchführung der Psychotherapie (Psychotherapie-Richtlinie) g-ba.de Abgerufen am 9. Jänner 2016.

↑ Psychotherapeutengesetz der Bundesrepublik Deutschland, Paragraph 1, Abs. 3, Satz 1.

↑ Psychotherapierichtlinie Deutschland, Stand 19. Juni 2013. g-ba.de Abgerufen am 27. März 2014

↑ wbpsychotherapie.de

Systemische Therapie. Abgerufen am 23. Januar 2019 (deutsch). 

Systemische Therapie: Anerkennung des Nutzens und der medizinischen Notwendigkeit als Psychotherapieverfahren – Gemeinsamer Bundesausschuss. Abgerufen am 23. Januar 2019. 

↑ Gemeinsamer Bundesausschuss: Psychotherapie

Gesprächspsychotherapie. Abgerufen am 23. Januar 2019 (deutsch). 

↑ Bundespsychotherapeutenkammer (Hrsg.): Psychotherapie für Kinder und Jugendliche – Informationen für Eltern. KomPart, Berlin 2013 (bptk.de [PDF]). 

↑ Schnura: Störungen mit Krankheitswert – Was darf der Heilpraktiker für Psychotherapie behandeln. Abgerufen am 20. Januar 2018. 

↑ Österreichisches Psychotherapiegesetz von 1990

↑ zitiert aus den Erläuterungen zur Regierungsvorlage zum österreichischen Psychotherapiegesetz, Krammer Ch (1995) Zur Ausubung der Psychotherapie – eine Klarstellung. In: Psychotherapie Forum (Supplement) 3 (1): 3–6, S. 3; vgl. Kierein M (1995) Die osterreichische Rechtslage auf dem Gebiet der Psychotherapie – das Psychotherapiegesetz. In: Psychotherapie Forum (Supplement) 3 (1): 6–11, S. 7; ausführliche Darlegung und Diskussion zum Thema siehe A. Pritz et al. (Hrsg.): Psychotherapie – eine neue Wissenschaft vom Menschen– Wien; New York : Springer, 1996.

↑ Österreichisches Psychotherapiegesetz ris.bka.gv.at Abgerufen am 10. April 2014

↑ Bescheid des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen vom 10. Januar 2007, Geschäftszahl BMGF-93500/0002–1/7/2007.

↑ Psychotherapie… Wer bietet sie an? FSP Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen S. 16

↑ Facharzttitel „Psychiatrie und Psychotherapie“ der FMH

↑ David Orlinsky: Comments on the State of Psychotherapy Research (As I See It). In: NASPR Newsletter, January 2006 (PDF; 2,2 MB), Abgerufen am 5. März 2010.

↑ David E. Orlinsky, Kenneth I. Howard: The relation of process to outcome in psychotherapy. In: S. L. Garfield & A.E. Bergin (Hrsg.): Handbook of psychotherapy and behavior change. 2. Auflage 1978, New York: John Wiley & Sons.

↑ J. D. Frank, J. B. Frank: Persuasion and Healing: A Comparative Study of Psychotherapy. 3. Aufl. 1991, Baltimore, MD: Johns Hopkins University Press.

↑ David E. Orlinsky, Michael Helge Ronnestad, Ulrike Willutzki: Fifty Years of Psychotherapy Process-Outcome Research: Continuity and Change. In: Michael J. Lambert (Hrsg.): Bergin and Garfield’s Handbook of Psychotherapy and Behavior Change. 5. Auflage. Wiley, New York 2004, S. 307–389.

↑ Daniel Goleman: Emotional Intelligence. Why It Can Matter More Than IQ. 1. Auflage. Bantam, New York 1995, ISBN 0-553-09503-X, S. 225. 

↑ Jerome D. Frank: Persuasion and Healing. A Comparative Study of Psychotherapy. Johns Hopkins Univer. Press Oxford, England 1961.

↑ Dirk Revenstorf: Psychotherapeutische Verfahren. Band 1, 2. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 1994, ISBN 3-17-011628-2, S. 50–52.

↑ Alfred Pritz: Einhundert Meisterwerke der Psychotherapie. Ein Literaturführer. Springer-Verlag, 2008, S. 62 f. (springerlink.com , abgerufen am 19. August 2011).

↑ Jerome D. Frank: Psychotherapy – the transformation of meanings: discussion paper. In: Journal of the Royal Society of Medicine. Band 79, Nummer 6, Juni 1986, S. 341–346, PMID 3522908, PMC 1290345 (freier Volltext) (Review).

↑ Michael J. Lambert (Hrsg.): Bergin and Garfield’s Handbook of Psychotherapy and Behavior Change. 5. Auflage. John Wiley & Sons, New York NY 2004, ISBN 0-471-37755-4, S. 316 ff.

↑ Klaus Grawe: Empirisch validierte Wirkfaktoren statt Therapiemethoden. In: Report Psychologie. 7/8 2005. S. 311.

↑ T. Asay, M. Lambert: Empirische Argumente für die allen Therapien gemeinsamen Faktoren: Quantitative Ergebnisse. In: M. Hubble, B. Duncan, S. Miller (Hrsg.): So wirkt Psychotherapie. Empirische Ergebnisse und praktische Folgerungen. Verlag modernes Leben, Dortmund 2001, S. 41–81. 

↑ Hautzinger, M., Fuhr, K.: Kann die Online-Therapie die Psychotherapie sinnvoll ergänzen? Pro. Hrsg.: Nervenarzt. Januar 2018. 

↑ Raphael Schuster, Thomas Berger, Anton-Rupert Laireiter: Computer und Psychotherapie – geht das zusammen? In: Psychotherapeut. 3. August 2017, ISSN 0935-6185, S. 1–12, doi:10.1007/s00278-017-0214-8. 

↑ Donald M. Hilty, Daphne C. Ferrer, Michelle Burke Parish, Barb Johnston, Edward J. Callahan: The Effectiveness of Telemental Health: A 2013 Review. In: Telemedicine Journal and e-Health. Band 19, Nr. 6, Juni 2013, ISSN 1530-5627, S. 444–454, doi:10.1089/tmj.2013.0075, PMID 23697504, PMC 3662387 (freier Volltext). 

↑ Christiane Eichenberg: Einsatz von „virtuellen Realitäten“ in der Psychotherapie. In: Psychotherapeut. Band 52, Nr. 5, 1. September 2007, ISSN 0935-6185, S. 362–367, doi:10.1007/s00278-007-0548-8. 

↑ Derek Richards, Thomas Richardson: Computer-based psychological treatments for depression: a systematic review and meta-analysis. In: Clinical Psychology Review. Band 32, Nr. 4, Juni 2012, ISSN 1873-7811, S. 329–342, doi:10.1016/j.cpr.2012.02.004, PMID 22466510. 

↑ Doris Erbe, Hans-Christoph Eichert, Heleen Riper, David Daniel Ebert: Blending Face-to-Face and Internet-Based Interventions for the Treatment of Mental Disorders in Adults: Systematic Review. In: Journal of Medical Internet Research. Band 19, Nr. 9, 15. September 2017, ISSN 1438-8871, S. e306, doi:10.2196/jmir.6588, PMID 28916506, PMC 5622288 (freier Volltext). 

↑ Raphael Schuster, Isabella Leitner, Per Carlbring, Anton-Rupert Laireiter: Exploring blended group interventions for depression: Randomised controlled feasibility study of a blended computer- and multimedia-supported psychoeducational group intervention for adults with depressive symptoms. In: Internet Interventions. Band 8, 1. Juni 2017, ISSN 2214-7829, S. 63–71, doi:10.1016/j.invent.2017.04.001. 

↑ Psychotherapeutengesetz der Bundesrepublik Deutschland, § 1, Abs. 3, Sätze 1,2 – gesetze-im-internet.de

↑ Psychotherapeutengesetz der Bundesrepublik Deutschland, § 1, Abs. 3, Satz 3 – gesetze-im-internet.de

↑ Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Durchführung der Psychotherapie. In der Fassung vom 19. Februar 2009 veröffentlicht im Bundesanzeiger Nr. 58 (S. 1399) vom 17. April 2009 in Kraft getreten am 18. April 2009 zuletzt geändert am 14. April 2011 veröffentlicht im Bundesanzeiger Nr. 100 (S. 2424) vom 7. Juli 2011, in Kraft getreten am 8. Juli 2011 – http://www.g-ba.de/downloads/62-492-544/PT-RL_2011-04-14.pdf

↑ siehe Psychotherapeutengesetz § 1 Absatz 3

↑ Franz-Josef Hücker: Das Dodo-Verdikt und die psychotherapeutische Versorgung. EAP-Tagung zur Zukunft der deutschen Psychotherapie in Europa. In: Sozial Extra 9/10 2013, 37. Jg. (VS Verlag, Springer Fachmedien DE, Wiesbaden), S. 6–9.

↑ @1@2Vorlage:Toter Link/www.bag.admin.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)

↑ Zu den Quellberufen siehe § 10 Absatz 2 des österreichischen Bundesgesetz vom 7. Juni 1990 über die Ausübung der Psychotherapie.

↑ In Österreich anerkannte Psychotherapiemethoden

↑ Bundesministerium für Gesundheit (Österreich): Informationen zu Anfragen im Zusammenhang mit dem Studium an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien (SFU) (universitaetslehrgang-existenzanalyse.at PDF).

↑ donau-uni.ac.at

↑ Österreichische Gesellschaft für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin, ÖGPPM

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4047746-0 (AKS)

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Recycling Politische Ziele Downcycling und Upcycling Geschichte Nationales Navigationsmenü aus Essen

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Beim Recycling (gelegentlich als RC abgekürzt), Rezyklierung bzw. Müllverwertung werden Abfallprodukte wiederverwertet bzw. deren Ausgangsmaterialien werden zu Sekundärrohstoffen.

Der Begriff „Recycling“ ist ein Lehnwort aus dem Englischen (recycling – ausgesprochen [.mw-parser-output .IPA a{text-decoration:none}ɹɪˈsaɪklɪŋ] – für „Wiederverwertung“ oder „Wiederaufbereitung“); etymologisch leitet es sich vom griechischen kýklos (Kreis) sowie dem lateinischen Präfix re- (zurück, wieder) ab.

„Recycling“ ist definiert als „jedes Verwertungsverfahren, durch das Abfälle zu Erzeugnissen, Materialien oder Stoffen entweder für den ursprünglichen Zweck oder für andere Zwecke aufbereitet werden. Es schließt die Aufbereitung organischer Materialien ein, aber nicht die energetische Verwertung und die Aufbereitung zu Materialien, die für die Verwendung als Brennstoff oder zur Verfüllung bestimmt sind“ (§ 3 Abs. 25 deutsches Kreislaufwirtschaftsgesetz).[1]

Gesetzlich wird erst von „Recycling“ gesprochen, wenn der Rohstoff zuvor als „Abfall“ einzustufen war; andernfalls handelt es sich um „Wiederverwendung“. Der umgangssprachliche Gebrauch des Begriffs Recycling umfasst oft beide Bedeutungen.[2][3]

Inhaltsverzeichnis

1 Politische Ziele
2 Downcycling und Upcycling
3 Geschichte
4 Nationales

4.1 Deutschland
4.2 Österreich
4.3 Schweiz

5 Siehe auch
6 Weblinks
7 Einzelnachweise

Politische Ziele

Möbel aus alten Reifen (aufgenommen in Osttimor)

Gemäß EU-Vorgaben besteht folgende Abfallhierarchie,[4] die allen Rechtsvorschriften und politischen Maßnahmen im Bereich der Abfallvermeidung und -bewirtschaftung als Prioritätenfolge zugrunde liegt:

Abfallvermeidung: hierzu gehört unter anderem auch das Verbot von umweltgefährdenden Stoffen wie PCB, FCKW.
Vorbereitung zur Wiederverwendung: das heißt eine erneute Nutzung des Guts wie Pfandflasche, Second-Hand-Use.
Recycling durch stoffliche Verwertung: definierte Abfallstoffströme oder Teile davon werden aufbereitet, um daraus wieder vermarktungsfähige Sekundärrohstoffe zu gewinnen.
sonstige Verwertung, z. B. durch energetische Verwertung: die Stoffe werden verbrannt oder vergast, jedoch mit dem alleinigen Ziel der Energiegewinnung.
Beseitigung, z. B. durch Deponieren.

Entgegen dem häufig etwas unklaren allgemeinen Sprachgebrauch beinhaltet Recycling demnach nur den Punkt 3) dieser Liste. Recycling wird gemäß EU-Richtlinie definiert als jedes Verwertungsverfahren, durch das Abfallmaterialien zu Erzeugnissen, Materialien oder Stoffen entweder für den ursprünglichen Zweck oder für andere Zwecke aufbereitet werden. Es schließt die Aufbereitung organischer Materialien ein, aber nicht die energetische Verwertung und die Aufbereitung zu Materialien, die für die Verwendung als Brennstoff oder zur Verfüllung bestimmt sind.

Downcycling und Upcycling

Ein möglicher Nachteil beispielsweise bei der Verwertung von Kunststoffabfällen ist, dass – bei vertretbarem Aufwand – das Material nicht mehr die ursprüngliche Qualität oder dessen Verarbeitbarkeit erreicht wie bei der Primärherstellung vor dem Recyclingprozess. Diese Abwertung wird auch als Downcycling bezeichnet, während beim Upcycling aus Abfallstoffen eines Prozesses hochwertigere Produkte hergestellt werden können. Reststoffe, die während des Recyclingvorganges bestimmter organischer Materialien anfallen, werden Spuckstoffe genannt.

Die Neigung eines Polymers, bei der Wiederverarbeitung zu degradieren, hängt vom gewählten Aufbereitungsverfahren ab und vom jeweiligen Grundpolymertyp sowie dem Gehalt an Additiven, die den thermisch-oxidativen Abbau der Molekülketten bei der Verarbeitung stark herabsetzen können. In einigen Fällen erreicht der verwertete Kunststoff durchaus das Eigenschaftsniveau der Originalware. Es kommt hierbei auf die Qualität und Sortenreinheit der gesammelten Altteile und den Aufbereitungsprozess und die Nachadditivierung an. Auch der Gesamtenergieverbrauch bei der Wiederaufbereitung wird vielfach überschätzt. Mit nicht mehr als rund 10 bis 15 MJ/kg Polymer (Thermoplast) ist bei Teilen, die eine Einzelmasse von mehr als 100 g besitzen, die komplette Aufbereitung durchführbar (in diesem Zusammenhang wird auf Originalliteratur aus den Jahren 1990 bis 1997 sowie auf die Quellen[5][6][7][8][9] verwiesen).

Bei der Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen ist kein vollständiges Recycling möglich. Nach der Abtrennung und Entsorgung der Spaltprodukte können die restlichen Bestandteile des Kernbrennstoffs jedoch wieder zur Produktion neuer Brennelemente genutzt werden.

Geschichte

US-Regierungsplakat aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, das zur Trennung von Essens- und Metallabfällen auffordert

Vor der Industrialisierung bestand der Müll hauptsächlich aus den Exkrementen von Menschen und Tieren, aus Lebensmittelabfällen, Ton- oder Glasscherben und wahrscheinlich auch Asche von den Feuerstellen. Die wohl älteste Form des Recyclings ist die traditionelle Düngemittelnutzung von pflanzlichen und tierischen Abfällen, insbesondere Ernte­resten, Mist und Gülle, in der Landwirtschaft, die wohl so alt ist wie diese selbst. Diese vollständige Wiederverwertung ist Basis der Subsistenzwirtschaft. Im antiken Rom wurden die Exkremente eingesammelt und den Bauern im Umland verkauft. Im Mittelalter verfiel diese Organisation größtenteils – Exkremente und Abfälle wurden teilweise einfach nur auf die Straße gekippt und allenfalls von Haustieren „verwertet“. Später waren es Schrott- und Lumpensammler, die sich um das Einsammeln, Sortieren und Weiterleiten von wiederverwertbarem Material kümmerten. Die „Wegwerf-Mentalität“ der Industriezeit existierte aufgrund des Mangels an Gütern wie leeren Flaschen, gebrauchten Holz- oder Metallgegenständen und Ähnlichem nicht. Es war selbstverständlich, diese Gegenstände weiter zu verwerten. Aus Lebensmittelabfall wurde Haustierfutter, aus Knochen und Haaren wurden nützliche Dinge und aus Lumpen wurde Papier hergestellt. Holz- und Papierabfälle verheizte man und Metallteile wurden sowieso eingeschmolzen oder umgeschmiedet.

Mit der Industrialisierung veränderte sich auch Menge und Zusammenstellung des Mülls, so dass in London erste Kehrichtöfen entstanden, später auch die ersten Deponien. Im Ersten Weltkrieg wurde mit großem Propagandaerfolg für die Sammlung auch von wieder verwertbaren Abfällen geworben. Als die Menschen nach den Weltkriegen zu immer mehr Wohlstand gelangten und sich auch Luxusgüter leisten konnten, zu denen auch eine aufwändigere Verpackung gehörte (Flaschen, Alufolie, Frischhaltebeutel, Blechdosen, Kunststoffflaschen), standen die Industrieländer vor einem akuten Müllnotstand. Ein normaler Haushalt, der vor 150 Jahren mit etwa 150 Dingen auskam, verwendete nun mehr als 20.000 Gegenstände, vom Zahnstocher bis zum Haarfestiger, vom Kleiderschrank bis zur Heftzwecke, und produzierte beispielsweise in der Bundesrepublik in den 1970er Jahren im Durchschnitt eine Hausmüllmenge von 4,7 kg pro Einwohner und Woche, das sind 244 kg pro Einwohner und Jahr. Dieser wurde großteils nicht mehr wiederverwendet, sondern weitgehend vollständig deponiert. Wiederverwendung war nur in Notzeiten, besonders während und nach Kriegen, ein Thema.

Erst mit Aufkommen der grünen Bewegung in den 1970/80er-Jahren fand ein Umdenken statt, dass Müllentsorgung einer der Hauptfaktoren der Umweltverschmutzung darstellt. Gleichzeitig entstand einerseits ein Bewusstsein um die Begrenztheit natürlicher Ressourcen insgesamt (etwa nach dem Ölschock der frühen 80er-Jahren), andererseits wurde das Deponieren etwa in urbanen Ballungsräumen (Megacyties) zunehmend undurchführbar. Erste Anfänge zurück zu einer neuen Wiederverwertung war die anfangs freiwillige Mülltrennung, die zum Sinnbild einer ganzen Generation in der westlichen Welt wurde. Ausgehend von Altpapier-Wiederverwendung wurden zunehmend Technologien erarbeitet, die die Wiederaufbereitung aller Arten von Altstoffen wirtschaftlich machen, wodurch Abfall zu einem bedeutenden Wirtschaftsgut wurde: Geprägt wurde dafür der Ausdruck Sekundärrohstoff.

Zunehmend Bedeutung erlangt das Recycling auch bei Elementen, deren Vorkommen begrenzt sind oder deren Gewinnung aufwändig ist. Das trifft besonders auf die in der Elektro- und Elektronikindustrie häufig verwendeten Seltenen Erden zu, die früher mit den weggeworfenen Geräten auf dem Müll landeten.

Nationales

Recyclingquote Europa 2001/2011 in %
(Siedlungsabfälle, Auswahl)
W … werkstoffliches Recycling 2011
O … organisches Recycling 2011

Land
01
11
±
W
O

Europa Europa*
26
39
+13
25
14

Belgien Belgien
50
56
+06
36
20

Tschechien Tschechien
01
17
+16
15
02

Danemark Dänemark*
27
50
+23
31
19

Deutschland Deutschland
49
62
+13
45
17

Irland Irland
12
36
+24
33
03

Griechenland Griechenland
09
20
+11
08
12

Spanien Spanien
21
29
+08
17
12

Frankreich Frankreich
26
37
+11
19
18

Kroatien Kroatien*

08

07
01

Italien Italien
18
32
+14
20
12

Luxemburg Luxemburg
37
47
+10
27
20

Ungarn Ungarn
01
22
+21
17
05

Niederlande Niederlande
45
51
+06
27
24

Osterreich Österreich*
57
63
+06
30
33

Polen Polen
04
23
+19
09
14

Slowenien Slowenien
02
34
+32
29
05

Slowakei Slowakei
03
10
+07
04
06

Finnland Finnland
34
35
+01
22
13

Schweden Schweden
39
48
+09
33
15

Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
10
39
+29
25
14

Island Island
16
15
−01
13
02

Norwegen Norwegen
44
40
−04
25
15

Schweiz Schweiz
49
51
+02
35
16

Quelle: Eurostat, 2012[10]
klein … geschätzte Daten[11]; * … Zeitreihen­korrekturen[12]

Deutschland

Schrott wird schon seit Urzeiten teils wiederverwertet, Eisenteile etwa durch Umschmieden. Besonders in Zeiten der Kriegswirtschaft wird auf Metallgegenstände des zivilen Gebrauches zurückgegriffen zwecks Sekundär-Rohstoffgewinnung zur Waffenproduktion, wie etwa 1940 unter dem Motto Metallspende des deutschen Volkes.

Die Verwertung von Fasern aus verwertbaren Altkleidern beherrschten bereits Papiermühlen der Renaissance. Altpapier-Wiederverwertungsverfahren gab es schon seit 1774, sodann beschrieben von Justus Claproth. Erst später kam es zur Anwendung in größerem Maßstab, verstärkt besonders in Zeiten der Kriegswirtschaft.[13] Mit zunehmendem Umwelt- und Kostenbewusstsein ab den 1980er Jahren wuchs die Nachfrage nach Recyclingpapier erheblich, so dass der Altpapiermarkt bereits umkämpft ist unter Recyclingunternehmen.[14]

In den 1960er Jahren begann die DDR, vermittels Altstoffsammlungs­aktionen und dem SERO-System der VEB Kombinat Sekundär-Rohstofferfassung Rohstoffe, u. a. zwecks Devisen­einsparung, systematisch mehrfach zu nutzen. Dabei gab es festgelegte Rücknahmepreise für verschiedene Altmaterialien.

In den 1970er Jahren wurden Umweltschutz und Abfallvermeidung zum offiziellen Aufgabengebiet der Bundesrepublik erklärt: 1972 wurde das erste Abfallbeseitigungsgesetz der BRD beschlossen, 1975 das Abfallwirtschaftsprogramm ’75 der Bundesregierung und 1986 die TA Luft für die Vermeidung von Emissionen durch Abfälle und ihre Behandlung. Hinzu kamen später die Altölverordnung, die Verpackungsverordnung und 1996 das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG).[15] Dieses Gesetz und die zugehörigen Verordnungen verzeichnen detaillierte Vorschriften zur Vermeidung, Verwertung und Ablagerung von Abfällen. Prinzipiell ging es nicht mehr vorrangig um Kapazitätsfragen von Deponien, sondern in erster Linie darum, Müll zu vermeiden, wenn nicht möglich, ihn zu verwerten, und erst wenn dies nicht möglich ist, ihn zu deponieren (vgl. § 4 Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz). Es folgte der Europäische Abfallkatalog und das Duale System Deutschland (Grüner Punkt).

1994 wurde die Direktive des Umweltschutzes im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen, wo es in Artikel 20a heißt:

„Der Staat schützt auch in Verantwortung für die zukünftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsgemäßen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“

Seit 2005 gilt das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG). Diese Richtlinie nahm die EU-Mitgliedstaaten in die Pflicht, bis zum 13. August 2005 ein funktionierendes E-Schrott Recycling-System in Betrieb einzurichten und ab Dezember 2006 mindestens vier Kilogramm pro Person und Jahr zu recyclen. Neben gängigem Elektronikschrott fallen auch LED- und Energiesparlampen (Kompaktleuchtstofflampen) unter diese Richtlinie, denn sie enthalten neben Quecksilber und weiteren problematischen Stoffen auch elektronische Bauteile. Die Sammlung wird in Deutschland von dem Retourlogistikunternehmen Lightcycle organisiert und erfolgt unter anderem in mehr als 2100 kommunalen Sammelstellen (Wertstoffhöfen, Schadstoffmobile usw.) und 4000 Sammelstellen im Handel und Handwerk (Drogeriemärkte, Baumärkte, Elektrohandwerker usw.). Für gewerbliche Mengen stehen mehr als 400 Großmengensammelstellen zur Verfügung. Mengen ab einer Tonne (etwa 5000 Altlampen) werden von dem Logistikunternehmen abgeholt.

Eine Systematik wurde durch den Recycling-Code eingeführt, den man im Wesentlichen auf Produkten aus Kunststoff, aber auch auf anderen Gegenständen finden kann.

Als Wiederverwertung sollte in erster Linie eine Wieder-/Weiterverwendung (Second Hand) verstanden werden, auch wenn sich dies in der einschlägigen Gesetzgebung nicht in dieser Form wiederfindet. Direkte Wiederverwendung von gebrauchten Gegenständen und Stoffen ist die am wenigsten energie- und damit am wenigsten CO2-aufwändige Weiternutzung von Ressourcen.

1991 wurde von der Bundesregierung die Verpackungsverordnung erlassen, der zufolge zwecks Müllvermeidung ab einem bestimmten Markt-Anteil von Einwegverpackungen für Getränke ein Einwegpfand erhoben werden sollte. Dieses Pfand wird seit 2003 auf die meisten Einweg-PET-Flaschen und Getränkedosen erhoben. Die halbautomatische Pfandflaschen-Rücknahme in Supermärkten wurde inzwischen vielerorts entsprechend angepasst durch Rücknahme-Automaten, die Dosen und PET-Einwegflaschen zusammenpressen und separieren von Pfandflaschen, oder ergänzt um entsprechende separate Einwegverpackungs-Rücknahmeautomaten. Für die Getränkedosen wurde dadurch eine Recyclingquote erreicht, die fast dem Ideal der Kreislaufwirtschaft entspricht, während PET-Flaschen teils auch verbrannt oder zu Polyesterfasern verarbeitet werden.

Wertstoffhöfe werden in der Regel in einer Gemeinde in Ergänzung zu den aufgestellten Mülltonnen und der Sperrmüll-Straßensammlung angeboten. Der Einzugsbereich je Einrichtung liegt in Deutschland in der Regel bei 50.000 Haushalten und einem Anlieferungsradius von 15 km. Diese Sammelstellen für die Entsorgung von Abfällen gibt es deutschlandweit. Allein in Berlin sind über 20 Wertstoffhöfe zu finden, wobei die Berliner Stadtreinigung (BSR) in Deutschland als größter kommunaler Entsorger gilt.

Österreich

In Österreich ist Recycling heute als zentrale Zielsetzung im § 1 des Abfallwirtschaftsgesetzes (AWG 2002) verankert.[16] Sammel- und Verwertungssysteme sind genehmigungspflichtig, haben die Maßgaben und Zielsetzungen der Umweltgesetze zu erfüllen und unterliegen der Aufsicht des Umweltministers.[17] Sie müssen „für zumindest eine Sammel- und Behandlungskategorie errichtet und betrieben werden“,[18] ob der Betreiber selbst recyclet oder einer Spezialfirma zuführt, bleibt der Geschäftsgebarung überlassen. In der Praxis beruht Recycling auf Organisationen wie der Altstoff Recycling Austria (ARA-System im Verpackungsrecycling) oder dem Baustoff-Recycling Verband (BRV), die eine Schnittstelle zwischen den Verursachern, den Abfallsammlern (Gemeinden, gewerbliche Sammler, Altstoffsammelzentrum) und den spezialisierten Recyclingunternehmen darstellt. Dieses System entwickelte sich auf freiwilligen Kooperationen ab den 1960ern.

Recycling ist in Österreich, das über wenig eigene Massenbodenschätze verfügt, und sich schon lange auf Veredelung spezialisiert hat, eine gut entwickelte Branche. Dazu gehört beispielsweise die Spezialstahlindustrie, auch Buntmetall wird vollständig in heimischen Betrieben wiederverwertet, oder die Verarbeitung von Holzabfall zu Werkstoffen (Spanplatten) oder Brennstoffen (Pellets, Pressbriketts) und von Papier und Kartonagen, die zu 100 % recyclet werden, ist gut entwickelt.[19] Insgesamt liegt Österreich beim werkstofflichen Recycling mit einer Quote von 30 % (2011) im guten europäischen Mittelfeld.

In der Gesamtrecyclingquote findet sich Österreich aber seit vielen Jahren an der Spitze aller europäischen Länder. Dies ist insbesondere dem organischen Recycling, also der Wiederaufbereitung biologisch abbaubarer Materialien zu verdanken. Aus den etwa 4 Millionen Tonnen Bioabfällen (biogene Abfälle ohne Holz und Papier, etwa 8 % des Gesamtabfalls von 52 Mio. t), davon 700.000 t Pflanzen- und Speisereste aus Haushalten,[20] etwa dieselbe Menge aus Kleingärten und in der Landwirtschaft, und 750.000 t aus öffentlicher Grünflächenpflege,[21] werden geschätzt 1,5 Mio. t privat zu Kompost verarbeitet,[22] und mindestens 1,3 Mio. t gewerblich (es gibt etwa 465 technische Kompostierungsanlagen in Österreich),[23] weitere 300.000 t werden in Biogasanlagen verarbeitet (169 Anlagen, Kapazität bis 1 Mio. t).[24] Zusammen mit der traditionellen Düngemittel­nutzung in der Landwirtschaft (Mist, Gülle und Ernteabfälle) ist die Recyclingquote bei Bioabfällen sehr hoch, und erreicht mit 33 % im Bereich der Siedlungsabfälle einen europäischen Spitzenwert mit Ausnahmecharakter (Niederlande als Nr. 2: 24 %, EU-27-Durchschnitt 14 %).[25]

Bei den getrennt erfassten Altstoffen aus Haushalten (und ähnlichen Einrichtungen, etwa 1,4 Mio. t) liegt die Recyclingquote mit 85 % weit über der Gesamtquote,[26] während der gemischte Siedlungsabfall (etwa dieselbe Menge) nur zu 2,1 % stofflich, und zu 19,6 % biotechnisch verwertet wird, der Rest wird der thermischen Verwertung zugeführt.[27] Das zeigt, dass die Entwicklungsfelder zum einen eine noch bessere Mülltrennung im Haushalt sind, und zum anderen hauptsächlich die in Gewerbe und Industrie.

Siehe auch: PET to PET Recycling Österreich

Schweiz

Die Schweiz erreicht heute sowohl im Investitions- wie im Konsumgüterbereich beachtliche Recycling-Quoten. So gilt das Land beim Rücklauf von Alu-Dosen mit einer Quote deutlich über 90 % als „Weltmeister“, beim Papier blieb die Sammelmenge trotz rückläufigem Verbrauch von 2007 bis 2011 konstant hoch.[28] Möglich macht dies eine optimierte logistische Organisation und die verursachergerechte Volumengebühr durch eine steuerliche Belastung der Abfallsäcke, die sogenannte Sackgebühr.

Auch in der Schweiz wurde die Verwertung der industriellen Abfallprodukte in der Verfassung verankert:

„Bund und Kantone streben ein auf Dauer ausgewogenes Verhältnis zwischen der Natur und ihrer Erneuerungsfähigkeit einerseits und ihrer Beanspruchung durch den Menschen andererseits an. Der Bund erlässt Vorschriften über den Schutz des Menschen und seiner natürlichen Umwelt vor schädlichen oder lästigen Einwirkungen.“

Der Verein PET-Recycling Schweiz ist für die flächendeckende getrennte Sammlung von PET-Einweggetränkeflaschen verantwortlich. Vetrorecycling ist der Geschäftsbereich der Vetropack, der das gesamte Glas-Recycling übernimmt. Für die Sammlung von Aluminium ist die Igora-Genossenschaft zuständig. Die Getränkekartonsammlung (Schweiz) ist nicht weit verbreitet und wird im Detailhandel erst von Aldi Suisse mit entsprechenden Sammelstellen unterstützt.[29]

Recyclist EFZ ist ein schweizerischer Lehrberuf im Recyclingwesen. Recyclisten verarbeiten Altstoffe zu Wertstoffen und sortieren und lagern diese fachgerecht. Nach der Aufbereitung mit Maschinen und Werkzeugen verladen sie die Wertstoffe sicher und stellen sie für die Wiederverwertung bereit. Nebenprodukte entsorgen sie umweltgerecht. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Schonung der natürlichen Ressourcen.

Siehe auch

Kreislaufwirtschaft
Repair-Café
Sharing Economy
Upcycling
Konzepte
Recyclingkreislauf, Recyclinggerechte Konstruktion
Rohstoffrückgewinnung
Altlampen-Recycling, Aluminiumrecycling, Betonrecycling, Recycling von digitalen Datenträgern, Getränkekartonrecycling, Glasrecycling, Kupferrecycling, Papierrecycling, Urban Mining, Wasseraufbereitung
Downcycling
Fahrzeugrecycling, Elektronikschrott (Elektro-/Elektronikrecycling), Kunststoffrecycling, Recycling-Baustoff (Straßenbau), Kernschrott
Abfallentsorgung
Bioabfall
Weiterverwendung von Gegenständen
Abfallbörsen, Flohmärkte, Secondhandladen, Brockenhaus, Bring- und Holtag, Refurbishing, Remarketing, Umsonstladen, containern, Repair-Cafés
Weitere Konzepte
Freecycle, Recycling-Code, Recycling-Designpreis, Zweitnutzung von Batterien

Weblinks

 Commons: Recycling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Recycling – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Amtsblatt der Europäischen Union vom 22. November 2008 (PDF)
ask-eu.de: „Wissensplattform ASK; ständig aktualisierte News und Fachbeiträge von Universitäten, Veranstalter, Verbänden und Fachverlagen“
deutschlandfunk.de, Lange Nacht 15. September 2012, Christiane Hirsch: Mach Neu aus Alt!
DLF24, Wissen, 15. Oktober 2018: Die Recyclingquote in Deutschland “ist ein einziger Beschiss”
Wikia, de.green.wikia.com: Direktrecycling
NZZ Folio, Juli 2009: Der grosse Recycling-Report
ZDFzoom, Film von Kersten Schüßler, 16. Oktober 2018: Alles für die Tonne (“Video verfügbar bis 21.11.2019”)
restmuellnet.de: Vom Müllproblem zur nachhaltigen Marktwirtschaft
zeit.de, 16. Mai 2013, Interview mit dem Cradle-to-cradle-Miterfinder Michael Braungart: “Die Welt ist unerträglich, wie sie ist”

Einzelnachweise

Gesetzestext im Original. (PDF; 191 kB) Abgerufen am 24. Januar 2013. 

↑ Gießener Zeitung: Recycling – (…) spätere Wiederverwendung, abgerufen am 4. Juli 2013.

↑ Berliner Zeitung: „Die ersten Kunden waren Mitarbeiter“, Zitat: „Fast alles wird wiederverwendet: Unternehmen an der Rothenbachstraße betreibt Möbel-Recycling“, abgerufen am 4. Juli 2013.

↑ Richtlinie 2008/98/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. November 2008 über Abfälle und zur Aufhebung bestimmter Richtlinien.

↑ H. Kindler, A. Nikles, München 1980.

↑ Johannes Brandrup, Michaeli, München 1995.

↑ VDI Gesellschaft Entwicklung Konstruktion und Vertrieb, Düsseldorf 1991.

↑ K. Grefermann, K. Halk, K.-D. Knörndel, München 1998.

ecological manufacturing. TU Berlin SFB CRC. 281.2003.


Managing municipal solid waste — a review of achievements in 32 European countries. EEA Report No 2/2013, ISSN 1725-9177, Figure 2.5 Municipal waste recycling rates in 32 European countries, 2001 and 2010, S. 13 (pdf, Artikel, mit Links auf die Länderberichte, beide eea.europa.eu).
EUROSTAT Data Explorer: Themen → Umwelt → Abfallstatistik → Abfallströme → Kommunale Abfälle (env_wasmun)
Vergl. auch Highest recycling rates in Austria and Germany – but UK and Ireland show fastest increase. European Environment Agency, eea.europa.eu/pressroom, 19. März 2013.

↑ Indizes e geschätzt und s Eurostat Schätzung in EUROSTAT Data Explorer.

↑ EU: EU-27 mit Assoziierten und schon früher erhobenen Daten der Beitrittskandidaten.
Dänemark: per 2010 neue Richtlinien für recyclebares Material aus Unternehmen; Municipal waste management in Denmark, Februar 2013, S. 3 u. 5. (pdf, eea.europa.eu).
Kroatien: Keine Angaben für 2001.
Österreich: Werte für Klärschlamm im Ausmaß von etwa 7 % wurden bei organischem Recycling angegeben, obwohl sie die Kriterien nicht erfüllen und deponiert wurden. Werte bezüglich Eurostat Data Explorer korrigiert laut Municipal waste management in Austria, Februar 2013, S. 3, Fußnote 1 sowie Figure 2.1 Recycling of MSW in Austria, S. 7 (pdf, eea.europa.eu). Vergl. auch allgemeine Quellen.

↑ Fazit aus einem Report über Altpapier-Recycling 1939/40 (Zweiter Weltkrieg) von Harald Ditges.

↑ Der Spiegel, 2008, Kostbarer Müll: Brutaler Kampf ums Altpapier.

↑ Kreislaufwirtschaftsgesetz – KrWG.

↑ “§ 1 Ziele und Grundsätze Abs. 2 Z. 3. und Abs. 2a Z. 4. Bundesgesetz über eine nachhaltige Abfallwirtschaft (Abfallwirtschaftsgesetz 2002 – AWG 2002)
StF BGBl. I Nr. 102/2002 (ris.bka).

↑ § 29 ff AWG 2002; siehe auch Genehmigung von Sammel- und Verwertungssystemen, usp.gv.at.

↑ § 29 (4) Weiters … AWG 2002.

↑ Umweltbundesamt, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft – Abteilung VI/3: Die Bestandsaufnahme der Abfallwirtschaft in Österreich – Statusbericht 2013, diverse Abschnitte aus 1.2 Zusammenfassung der Bestandsaufnahme zur Abfallwirtschaft in Österreich, S. 2 ff und Spezialkapitel (pdf, lebensministerium.at).

Statusbericht 2012, 2.6 Getrennt gesammelte biogene Abfälle aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen, S. 40 f.

Statusbericht 2012, 2.8 Abfälle aus dem Grünflächenbereich, S. 43 f.

Statusbericht 2012, 2.7 Einzel- und Gemeinschaftskompostierung in Hausgärten, S. 42.

Statusbericht 2012, 3.9. Aerobe biotechnische Behandlungsanlagen (Kompostierungsanlagen), S. 135 f.

Statusbericht 2012, 3.10. Anaerobe biotechnische Behandlungsanlagen (Biogasanlagen), S. 137 f.

↑ European Environment Agency: Municipal waste management in Austria, Februar 2013, S. 3, sowie Figure 2.1 Recycling of MSW in Austria, S. 7 (pdf, eea.europa.eu). Vergl. auch Managing municipal solid waste — a review of achievements in 32 European countries. EEA Report No 2/2013, ISSN 1725-9177, Figure 2.5 Municipal waste recycling rates in 32 European countries, 2001 and 2010, S. 13 (pdf, eea.europa.eu).

Statusbericht 2012, 2.5 Getrennt gesammelte Altstoffe aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen, S. 39.

Statusbericht 2012, 2.2 Gemischter Siedlungsabfall aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen, S. 30.

↑ Zahlen Papier-Recycling für die Schweiz 2011

↑ Kommt die Milchkarton-Rückgabe – samt Gebühr? 20 Minuten vom 25. Oktober 2017.

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4076573-8 (AKS)

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Albert Einstein sucht 1902 Nachhilfeschüler

Nachhilfeunterricht oder Nachhilfe ist die Unterstützung von Schülern oder Studenten beim Lernen außerhalb der regulären Veranstaltungen der Schule, beziehungsweise der Hochschule. Diese Unterstützung kann gelegentlich oder regelmäßig erfolgen. Sie kann im Einzelunterricht oder im Kleingruppenunterricht erfolgen. Mehreren Umfragen zur Folge nehmen jährlich 1,2 Millionen Schüler Nachhilfe; gleichzeitig geben Eltern dabei mehr als eine Milliarde für die schulische Unterstützung aus.[1]

Inhaltsverzeichnis

1 Formen der Nachhilfe
2 Deutschland

2.1 Probanden und Fächer
2.2 Auswirkungen von Nachhilfe
2.3 Organisierte Nachhilfeanbieter

2.3.1 Marktführer
2.3.2 Preise
2.3.3 Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte
2.3.4 Zertifikate und Gütesicherung
2.3.5 Verbände und Organisationen

2.4 Siehe auch

3 Weitere deutschsprachige Länder
4 Vereinigte Staaten
5 Italien
6 Literatur
7 Weblinks
8 Einzelnachweise

Formen der Nachhilfe

Formen professioneller, semiprofessioneller oder unprofessioneller Nachhilfe bilden sich meist heraus, wenn der Schüler oder bei jüngeren Schülern häufiger das familiäre Umfeld (Eltern, Geschwister und Verwandte des betreffenden Kindes) eine außerschulisch wirkende und außerfamiliäre Person engagiert, die ihm beim Lernen hilft und in der Regel dafür Geld bekommt. Nachhilfelehrer sind häufig Studenten, pensionierte Lehrer, arbeitslose Akademiker oder Schüler höherer Klassen.

Der Grad der individuellen Förderung und damit die Lernerfolge hängen beim organisierten Gruppenunterricht von der sinnvollen Zusammensetzung der Nachhilfegruppe, der Größe der Gruppe und dem persönlichen Bezug der Lehrkräfte zum Schüler und zu ihrem Arbeitgeber ab.

Nachhilfe charakterisiert sich nach Dohmen et al. (2008) dadurch, dass sie

„außerschulisch“ stattfindet,
innerhalb eines bestimmten Zeitraumes eher „regelmäßig“ – jedoch nur vorübergehend (nicht kontinuierlich, nicht auf Dauer angelegt) in Anspruch genommen wird,
einer „Wissenssicherung“ und „Wissensergänzung“ im Hinblick auf ein Unterrichtsfach oder mehrere Unterrichtsfächer dient,
ergänzende Funktion zum „normalen“ Unterricht aufweist und
privat finanziert wird (vgl. Dohmen 2008, S. 15 ff).

Anders als im schulischen Kontext, wo die Didaktik als Bezugsdisziplin für das Handeln der Lehrperson gilt und Lernarrangements und -methoden thematisiert, sind Theorie und Praxis des Nachhilfelehrens und -lernens bislang nicht wissenschaftlich aufgearbeitet. Wie Wissen im Rahmen der Nachhilfe einzeln oder in Kleingruppen vermittelt wird, bleibt offen bzw. wird der schulischen Allgemein- oder Fachdidaktik entlehnt.

Deutschland

Probanden und Fächer

Die große Mehrheit der Nachhilfefälle liegt in Deutschland bei Schülern allgemeinbildender Schulen in den Klassenstufen sieben bis zehn. Allerdings erhalten auch schon Grundschüler gelegentlich Nachhilfe und auch in der Sekundarstufe II ist Nachhilfeunterricht verbreitet. Umgekehrt geben Schüler häufig Nachhilfe an andere Schüler.

Im Jahr 2010 wurde die Zahl der aktuell Nachhilfe erhaltenden Schüler allgemeinbildender Schulen in Deutschland auf etwa eine bis anderthalb Millionen geschätzt, also ca. 11 bis 16 Prozent von ca. 9,5 Millionen solcher Schüler. Im Verlaufe ihrer gesamten Schulzeit nehmen nach verschiedenen Schätzungen zwischen 30 und 50 Prozent aller Schüler Nachhilfe. Die Tendenz ist seit Jahren steigend, unter anderem wegen der Verkürzung der Gymnasialzeit von neun Jahren („G9“) auf acht Jahre („G8“ – siehe Abitur nach zwölf Jahren).

Jungen erhalten etwas häufiger Nachhilfe als Mädchen, dieser Trend kehrt sich allerdings in höheren Klassenstufen um. Schüler von Gymnasien erhalten häufiger Nachhilfe als Schüler an Realschulen und Gesamtschulen. Hauptschüler treten auf dem Nachhilfemarkt selten in Erscheinung. In Westdeutschland wird Nachhilfe etwa doppelt so oft in Anspruch genommen wie in Ostdeutschland.

Am weitaus häufigsten wird mit über 50 % der Fälle das Fach Mathematik nachgefragt, gefolgt von Englisch mit etwa 25 % und Deutsch mit ca. 15 %. Auf den weiteren Plätzen folgen die meist als zweite Fremdsprache gewählten Fächer Latein und Französisch sowie die Naturwissenschaften Physik, Chemie und eher selten auch Biologie und Informatik. Eine weitere kleinere Rolle als Nachhilfefach spielt noch das Fach Spanisch, das in den meisten Regionen auf Platz drei bei Angebot und Wahl der zweiten Fremdsprachen rangiert.

Andere reguläre Unterrichtsfächer wie Erdkunde, Geschichte, Politik, Ethik, Religion, Arbeit/Wirtschaft, Werken, Textilarbeit, Kunst, Musik oder Sport kommen im Nachhilfebereich sehr selten bis gar nicht vor.

Viele Schüler erhalten in mehreren Fächern Nachhilfe.[2]

Für Legasthenie oder Dyskalkulie gibt es Lerntherapien speziell ausgebildeter Fachkräfte. Bei Entwicklungsdyslexie wegen Wahrnehmungsstörung können auch niedergelassene Logopäden helfen.[3]

Auswirkungen von Nachhilfe

Einer Studie des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) in Berlin zufolge geben 30 % der Nachhilfe-Schüler pro Jahr 1300 Euro für professionelle Nachhilfe aus. Nachhilfe durch Studenten und Schüler verbessere die Bewertung des Schülers im Schnitt um eine Note, Nachhilfe durch Fachkräfte um 1,3 bis 1,4. Zudem scheinen Kinder, die Nachhilfe erhalten, vor allem Eltern aus höheren Bildungs- und Einkommensschichten zu haben. Dazu Dieter Dohmen, der Leiter des FiBS:[4] „Trifft das zu, heißt das: Nachhilfe verschärft die soziale Selektion.“ (siehe Bildungsbenachteiligung in der Bundesrepublik Deutschland)

Einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung aus dem Jahr 2017 zufolge fördert Nachhilfe die sozialen Unterschiede ebenfalls. Zum einen kämen nach der Untersuchung Schüler mit Migrationshintergrund „deutlich zu kurz“, zum anderen nähme die Anzahl der Nachhilfestunden mit dem Einkommen der Eltern zu. Lediglich 13 Prozent der Kinder aus ärmeren Elternhäusern bekäme zusätzlichen Unterricht, während Kinder aus der Mittelschicht schon zu 20 Prozent außerschulisch gefördert würden. In Elternhäusern mit mehr als 200 % des mittleren Einkommens bekämen 30 % aller Kinder Nachhilfe.

Eine ähnliche Ungleichheit zeige sich bei der Aufschlüsselung der betroffenen Schüler nach ihrer Schulform. Lediglich 19 % der Nachhilfe-Empfänger besuche eine Hauptschule. Die Befragung privater Nachhilfeinstitute ergab weiterhin, dass bei 86 Prozent der Häuser die Schüler hauptsächlich Gymnasien besuchen.[5]

Organisierte Nachhilfeanbieter

Die kontinuierliche steigende Nachfrage nach Nachhilfeleistungen in Deutschland hat auch zu einer starken Expansion organisierter Anbieter geführt.[6] Unter diesen Anbietern dominieren bundesweit tätige Unternehmen. Sie bieten in der Hauptsache Nachhilfeunterricht in Gruppen an, den stundenweise beschäftigte Honorarkräfte erteilen. Einzelunterricht wird generell auch angeboten, bleibt aufgrund von Preisen zwischen 40 und 50 Euro für 90 Minuten bei den Marktführern allerdings eher die Ausnahme.

Marktführer

In Deutschland marktführend – bei der Gruppennachhilfe – sind die Unternehmen Studienkreis und Schülerhilfe mit jeweils etwa 1000 zum Teil im Franchisebetrieb geführten Filialen. Die Unternehmen setzen in der Regel Honorarkräfte ein, die häufig Studenten sind.

Preise

Nach Stiftung Warentest bezahlen Eltern insgesamt für private Nachhilfe ihres Kindes durchschnittlich 750 Euro, für Nachhilfe bei einem Nachhilfeunternehmen hingegen 1550 Euro. Gründe für diese Differenz sind demnach unter anderem die unterschiedliche Dauer der Nachhilfe und die regionalen Preisunterschiede. Während es bei Privatlehrern für den Schüler meist keine Vertragsbindung gibt, haben Institute in der Regel eine Mindestvertragslaufzeit von sechs Monaten. Übliche Preise bei den beiden Marktführern sind Mitte der 2010er Jahre 109 Euro monatlich für einen Sechsmonatsvertrag und 99 Euro für einen Zwölfmonatsvertrag plus jeweils 49 Euro Anmeldegebühr bei 90 Minuten Gruppenunterricht wöchentlich in einem Unterrichtsfach.

Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte

Die Lehrkräfte werden meist auf Honorarbasis pro Unterrichtsstunde bezahlt. Sozialversicherungsbeiträge, Urlaub oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall werden in der Regel von den großen Unternehmen nicht geleistet. In der Regel gibt es auch keinen Vertrag über eine regelmäßige Wochenarbeitszeit, keinerlei Kündigungsschutz und keine Fortbildungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten. Der Preisdruck privater steuerfreier Nachhilfe verhindert hierbei eine adäquate Entlohnung der Lehrkräfte.

Zertifikate und Gütesicherung

Neben diesen großen Nachhilfeketten gibt es regional begrenzt auch kleinere Nachhilfeinstitute. Eine kleine Gruppe hat sich zur Gütegemeinschaft INA-Nachhilfeschulen zusammengeschlossen. Gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung überprüfen externe Auditoren jährlich und zertifizieren Nachhilfeschulen nach eigenen Qualitätskriterien mit einem Gütezeichen.[7]

Auch die beiden großen Anbieter der Branche, die Schülerhilfe und der Studienkreis, lassen ihre Qualität von unabhängigen Institutionen überprüfen. Der Studienkreis lässt sich durch den TÜV Rheinland die Einhaltung seiner selbst gesetzten Qualitätsstandards bescheinigen.[8] Der TÜV Nord hat mit der Schülerhilfe das erste Nachhilfeinstitut nach der Qualitätsmanagementnorm zertifiziert.[9]

Die TÜV-Zertifizierung nach den Standards des Studienkreises betrifft formale Kriterien wie Vertragsgestaltung, Lage und Gestaltung der Geschäftsräume und umreißt eine sinnvolle Planung des Nachhilfeunterrichts. Die Qualität und die Erfolgsquote des Unterrichts bleiben ungeprüft. Daher ist die Aussagekraft dieser Zertifizierungen umstritten. Die TÜV-Zertifizierung nach ISO 9001 prüft das Qualitätsmanagementsystem des Anbieters, trifft aber ebenfalls keine Aussagen zur konkreten Unterrichtsqualität und untersucht nur eine kleine Auswahl von Standorten nach langfristiger Voranmeldung. Die Aussagekraft dieser stichprobenartigen Prüfung ist deshalb gleichfalls umstritten.

Verbände und Organisationen

Nachhilfeschulen sind in zwei Verbänden organisiert, dem Bundesverband der inhabergeführten Nachhilfeschulen Deutschlands (BiN), in dem Einzelunternehmen und Ketten mit höchstens 15 Franchisenehmern organisiert sind, und dem Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN), in dem neben Einzelunternehmen auch große Nachhilfeketten willkommen sind. Beide vertreten jedoch nur einen kleinen Teil der Nachhilfeschulen.[10]

Zwischen dem klassischen Nachhilfelehrer, der Nachhilfe in privater Absprache mit den Eltern organisiert, und dem Nachhilfe-Großkonzern existieren diverse Zwischenformen, zum Beispiel gibt es Agenturen, die gezielt private Nachhilfekräfte gegen Gebühr vermitteln, außerdem bieten viele Allgemeine Studierendenausschüsse von Hochschulen Nachhilfevermittlungen an.

Andere Unternehmen beschäftigen Lehrkräfte auf Honorarbasis, die wie der klassische Nachhilfelehrer zu den Schülern ins Haus kommen.

Kritisch werden Nachhilfeinstitute im Rahmen von Scientology betrachtet, die häufig getarnt auftreten.[11] Als problematisch wird auch eine analoge Strategie der vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften NPD angesehen.[12] Beide Organisationen versuchen durch Nachhilfeangebote Kinder und Jugendliche für ihre extremistischen und totalitären Ideologien zu gewinnen. Ähnliche Versuche gibt es auch von verschiedenen islamistischen Organisationen.

Weiterhin gibt es gemeinnützige Anbieter, die Nachhilfe anbieten, oft auch im Übergangsbereich zu hortähnlicher Nachmittagsbetreuung. In vielen Horten gehört Hausaufgabenhilfe und Nachhilfeunterricht mittlerweile zur pädagogischen Hauptaufgabe.

Außerdem gibt es auch einige kostenlose Internetportale, bei denen Schüler bzw. Eltern private Nachhilfe- und Sprachlehrer finden können.

Siehe auch

Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen

Weitere deutschsprachige Länder

Die größten in Deutschland operierenden Nachhilfeunternehmen sind auch in Österreich und in der Schweiz tätig.

In Österreich gibt es mehrere Internet-Dienstleister, die als Bindeglieder zwischen Nachhilfe-Suchenden und -Anbietern fungieren. Neben dem eigentlichen Vermittlungsservice wird Nutzern optional auch ein Zugang zum E-Learning in Form einer E-Portfolio- bzw. Lernplattform für die Gestaltung von Online-Kurse geboten.

Vereinigte Staaten

In den Vereinigten Staaten bieten die öffentlichen Schulen für Schüler mit besonderem Förderbedarf eigene außercurriculäre Programme an, z. B. als Summer School. Auch entfallen in den USA manche Faktoren, die in Deutschland einen Bedarf nach Nachhilfeunterricht erzeugen; so gibt es dort weder ein Nicht-Versetztwerden noch einen Selektionsprozess, in dem Schüler auf Gymnasien, Real- oder Hauptschulen verteilt werden. Dennoch ist privater Nachhilfeunterricht (private tutoring) weit verbreitet. Neben unabhängigen Nachhilfelehrern (in-home-tutors), die oftmals über Online-Agenturen vermittelt werden, gibt es kommerzielle Anbieter wie Sylvan Learning, Kaplan, Inc., LSBF und StudyPoint, die landesweit Niederlassungen betreiben.[13] Persönlicher Unterricht wird ebenso angeboten wie eine Online-Betreuung. Viele öffentliche Bibliotheken bieten auch kostenlose Hausaufgabenhilfe an.[14] Eine besondere Rolle spielen in den USA, wo Berufskarrieren traditionell stark davon abhängen, ob die Aufnahme in ein renommiertes College gelingt, kommerzielle Anbieter, die Bewerber mit college preparation programs auf Prüfungen vorbereiten.[15]

Italien

Eine im Oktober 2007 mittels Befragungen von Haushalten durchgeführte Forschungsarbeit des italienischen Sozialforschungsinstituts EURES[16] zeigt eine Schwarzarbeitsquote von 79,4 % bei der Nachhilfe auf, also mehr als den vierfachen Wert der für die gesamte italienische Wirtschaft geschätzten Schwarzarbeitsquote von 17 bis 18,1 %; damit ist Nachhilfe in Italien die Branche mit dem höchsten Schwarzarbeitsanteil überhaupt.[17]

Literatur

Klaus Birkelbach, Rolf Dobischat, Birte Dobischat: Ein prosperierender Bildungsmarkt im Spannungsfeld zwischen kommerziellen und öffentlichen Interessen. (Pdf, 186 Seiten – Study der Hans-Böckler-Stiftung, Bd. 348. Düsseldorf 2017, ISBN 978-3-86593-256-3).
Mario H. Kraus: c, in: blz, Mitgliederzeitschrift der GEW Berlin, Nr. 10/2006
Thorsten Schneider: Nachhilfe als Strategie zur Verwirklichung von Bildungszielen. Eine empirische Untersuchung mit Daten des Soziooekonomischen Panels, DIW, Berlin, Oktober 2004 (PDF, 29 Seiten)
Birgit Ebbert: Außerschulische Lernunterstützung in der modernen Gesellschaft, in: Ralph Fischer, Volker Ladenthin (Hrsg.): Homeschooling – Tradition und Perspektive. Würzburg: Ergon Verlag 2006, S. 183–198
Dieter Dohmen, Annegret Erbes et al.: “Was wissen wir über Nachhilfe? – Sachstand und Auswertung der Forschungsliteratur zu Angebot, Nachfrage und Wirkungen.” Berlin: Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie 2008. (pdf, 169 S.; 942 kB)

Weblinks

 Wiktionary: Nachhilfe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikibooks: Nachhilfeunterricht – Lern- und Lehrmaterialien
Bundesverband der inhabergeführten Nachhilfeschulen Deutschlands e.V.
Bundesverband der Nachhilfeschulen e.V.
Viel gezahlt, nix gelernt, Artikel aus der Süddeutschen Zeitung, abgerufen am 19. August 2014
Schlechte Noten, gutes Geschäft, Artikel aus der Süddeutschen Zeitung, abgerufen am 19. August 2014

Einzelnachweise

↑ 20 September 2018 17:00 Uhr: Der Milliardenmarkt Nachhilfe. Abgerufen am 12. Februar 2019. 

↑ Test Nachhilfe-Institute der Stiftung Warentest In: test 4/2006

↑ Auszug aus dem Deutschen Bildungsserver

↑ Frauke Haß: Selektion durch Nachhilfe FR-Online, 14. April 2008

↑ Nachhilfe fördert Ungleichheit, Hans-Böckler-Stiftung: Böckler Impuls Ausgabe 04/2017. Abgerufen am 2. März 2017.

↑ http://www.bildungsserver.de/db/mlesen.html?Id=39820

↑ http://www.ina-schulen.de/kriterien.html

↑ http://www.tuvdotcom.com/pi/web/TuvdotcomIdSearchResults.xml?TUVdotCOMID=0000007170

↑ — (Memento des Originals vom 23. Oktober 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/nachhilfe.schuelerhilfe.de

↑ Laut den auf den Homepages einsehbaren Mitgliederlisten mit Stand von Dezember 2013 (BiN: 25, VNN: 38) und der Schätzung von 3000 bundesdeutschen Nachhilfeschulen von presseanzeiger.de.

↑ Carola Padtberg: Schüler-Nachhilfe. Lehrerverbände und Kultusminister warnen vor Scientology, in: Spiegel-Online, 2. August 2006

NPD will Kinder durch Nachhilfe werben – Artikel auf Welt Online vom 27. März 2007 (abgerufen am 6. Februar 2010)

↑ Sylvan Learning (Memento des Originals vom 30. April 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/tutoring.sylvanlearning.com, Kaplan Inc. (Memento des Originals vom 5. September 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kaplan.com, StudyPoint

↑ Boston Public Library

↑ College Prep Tutoring in San Diego County, Raise Your Score (Memento des Originals vom 20. April 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.raiseyourscore.net

↑ Internetauftritt des italienischen Sozialforschungsinstitutes EURES (Memento des Originals vom 10. Februar 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eures.it (abgerufen am 5. Februar 2010)

↑ Zusammenfassung der Ergebnisse der Forschungsarbeit zum Anteil der Schwarzarbeit in verschiedenen Branchen in Italien (Memento des Originals vom 5. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eures.it (abgerufen am 5. Februar 2010; PDF; 96 kB)

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Eine Wirtschaftsauskunftei ist ein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen zum Zweck der Sammlung und Weitergabe wirtschaftsrelevanter Daten über Privatpersonen und Unternehmen an Geschäftspartner.

Inhaltsverzeichnis

1 Arbeitsweise und Grundsätze
2 Datenquellen
3 Inhalte von Wirtschaftsauskünften

3.1 Auskünfte über Unternehmen
3.2 Auskünfte über Privatpersonen

4 Selbstauskunft
5 Abgrenzung
6 Haftung von Wirtschaftsauskunfteien
7 Beispiele
8 Literatur
9 Weblinks
10 Einzelnachweise

Arbeitsweise und Grundsätze

Wirtschaftsauskünfte werden nur an Personen erteilt, welche diese im Rahmen von Bonitätsprüfungen nutzen. Ein berechtigtes Interesse gemäß BDSG muss seitens des Anfragenden glaubhaft dargelegt werden. Die Auskunftei ist gemäß § 29 Abs. 2 Satz 5 BDSG verpflichtet, stichprobenhafte Überprüfungen des berechtigten Interesses vorzunehmen.

Gründe, die zur Auskunftseinholung berechtigen, sind unter anderem:

Geschäftsanbahnungen,
Forderungsinkasso oder
alle Arten von Kauf-, Miet- oder Leasingvertragsabschlüssen.

Die Auskunft erfolgt unter Berücksichtigung und Einhaltung der strikt geregelten Datenschutzbestimmungen, welche u. a. den Missbrauch von personenbezogenen Daten verhindern sollen.

Entsprechende Datenschutzbeauftragte stehen den Wirtschaftsauskunfteien intern oder extern zur Seite, um beispielsweise Anfragegründe auf ihre Berechtigung hin zu prüfen. Sie überwachen die Einhaltung der Reglementierungen durch das Bundesdatenschutzgesetz und agieren auch als neutrale Sachverständige in Datenschutzfragen und -streitfällen.

Datenquellen

Die Auskunfteien bedienen sich im Rahmen ihrer Tätigkeit bei der Einholung von Auskünften sowohl der Selbstbefragung von Firmen und Personen, als auch amtlicher sowie halbamtlicher Stellen. Allgemein zugängliche Quellen stellen dabei Telefon- und Adressbücher, Veröffentlichungen im Bundesanzeiger und andere Publikationen über Insolvenzen, Vergleiche, Betriebsgründungen sowie öffentliche Register wie Handels- oder Vereinsregister dar. Zusätzlich erfolgt mitunter eine Befragung von Betroffenen, Geschäftspartnern und Nachbarn. Zudem greifen die Auskunfteien auf ein Netzwerk von Datenpools zurück, welche auch die Einspielung von Informationen zur Zahlungsmoral von angeschlossenen Unternehmen beinhalten. Weiterhin besteht eine enge Zusammenarbeit mit Inkassobüros.

Inhalte von Wirtschaftsauskünften

Auskünfte über Unternehmen

Kommunikationsdaten
Firma, Geschäftssitz, Postfach, Ruf- und Telefaxnummern, E-Mail-Adresse und Website
Rechtsform
Gesellschaftsform, Aktivitätsstatus, Gründungsdaten, Handelsregisterdaten, Gesellschafter, handelnde und persönlich haftende Gesellschafter des Unternehmens
Gegenstand des Unternehmens
Branchenschlüssel (gemäß statistischem Bundesamt)
langtextliche Wiedergabe des Tätigkeitsbereichs
Niederlassungen, Filialen und Betriebsstätten
Beteiligungen der Firma an weiteren Unternehmen
Beurteilung der Finanzlage des Unternehmens
Zahlungserfahrungen, Beurteilung der Geschäftsbeziehung, Höchstkreditvorschlag
Bewertung der finanziellen Lage anhand von Rankings, bzw. Bonitätsindizes
Wiedergabe archivierter „Negativmerkmale“ (z. B.: Haftanordnungen, Eidesstattliche Versicherungen, Inkasso-Verfahren etc.)
Immobilienbesitz
Art der Immobilie, Marktwert, Besitzverhältnisse
Bankverbindungen
Angabe des Kreditinstitutes, Angabe der Kontonummern
Betriebswirtschaftliche Kennzahlen des Unternehmens, Unternehmensdaten
Umsätze, Gewinne/Verluste, Eigenkapitalquote, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Anzahl der Mitarbeiter etc.

Auskünfte über Privatpersonen

Kommunikationsdaten
Name, Vorname, postalische Anschrift, ggf. Zweitwohnsitz, Geburtsdatum, Ruf- und Telefaxnummern, E-Mail-Adresse und Homepage
Familienstand
Tätigkeit
Beurteilung der Finanzlage
Zahlungserfahrungen, Beurteilung der Geschäftsverbindung
Bewertung der finanziellen Lage anhand von Rankings, bzw. Bonitätsindizes
Wiedergabe archivierter „Negativmerkmale“
Immobilienbesitz
Art der Immobilie, Wert der Immobilie, Besitzverhältnisse (Miete/Eigentum, etc.)
Beteiligungen
Wert der Beteiligungen, Besitzverhältnisse, (evtl. Pfändungen)
Bankverbindungen
Angabe des Kreditinstitutes, Angabe der Kontonummern
Daten zu laufenden (Giro-)Konten, Krediten, Leasingverträgen, Handyverträgen und weiteren Geschäften

Selbstauskunft

Seit dem 1. April 2010 besteht eine gesetzliche Pflicht für alle Auskunfteien, über die bei ihnen gespeicherten Daten zu informieren.[1] Die Abfrage ist dabei jedoch ausschließlich auf Angaben über die eigene Person beschränkt (Eigenauskunft). Verbraucherschützer kritisieren, dass die Branche kein standardisiertes Verfahren zur Selbstauskunft entwickelt habe, sodass bei jeder Auskunftei ein anderes Vorgehen notwendig ist. Außerdem sind nur grundlegende Informationen gebührenfrei anrufbar, das vollständige Profil einer Privatperson oder eines Unternehmens dagegen oft nur gegen Gebühr. Einige dritte Anbieter ermöglichen es, das Kreditprofil mehrerer Auskunfteien über sich selbst und andere zusammenzufassen.[2]

In Österreich ist die Selbstauskunft im Datenschutzgesetz 2000, § 26 (DSG) geregelt.[3] § 27 DSG 2000 regelt das Recht auf Richtigstellung oder Löschung.[4][5] Die ARGE Daten sowie die Datenschutzbehörde (vormals Datenschutzkommission, DSK) bieten Musterbriefe für Auskunftsersuchen, Beschwerden und Anträge.[6][7]

Abgrenzung

Anders als von Ratingagenturen werden von Wirtschaftsauskunfteien keine fertigen Gesamtanalysen zur Bonität von Wirtschaftsteilnehmern mit Blick auch für die Zukunft und unter Einbeziehung von unternehmensinternen Unterlagen erstellt. In der Regel stellen Wirtschaftsauskunfteien die gesammelten Daten zur Weiterverarbeitung durch den Kunden zur Verfügung und geben eine unverbindliche Kreditwürdigkeitseinstufung ab (ebenfalls oft als Rating bezeichnet). Ratingagenturen geben ein (verbindliches) Finanzmarktrating ab (engl.: Rating in diesem Zusammenhang: Bewertung, Einschätzung, Beurteilung).

Die Tiefe der Prüfung und das Vertrauen der Marktteilnehmer in dieses Rating von Wirtschaftsauskunfteien bzw. Ratingagenturen haben auch Auswirkung auf die Haftung der Wirtschaftsauskunfteien für die zur Verfügung gestellten Daten.

Haftung von Wirtschaftsauskunfteien

Wirtschaftsauskunfteien schließen die Haftung für ihre Auskünfte und Ratings weitgehend aus.[8] Die Informationen der Wirtschaftsauskunfteien stammen in der Regel aus bereits veröffentlichten und öffentlich zugänglichen Quellen. Im Gegensatz zu den Ratings von Ratingagenturen wirken sich die Ratings von Wirtschaftsauskunfteien nicht „erheblich auf das Funktionieren der Märkte sowie das Vertrauen von Anlegern und Verbraucher aus.“[9]

Die Haftung von Wirtschaftsauskunfteien richtet sich daher regelmäßig nach der Vereinbarung zwischen Wirtschaftsauskunftei und dem Kunden, eingeschränkt auf ein Vertrauen der Kunden in solche Auskünfte.[10]

Beispiele

Verband der Vereine Creditreform e. V., Deutschland, Firmenauskünfte, Privatpersonenauskünfte, Forderungsmanagement, Risikomanagement, Direktmarketing, Rating, Factoring, Systemlösungen
Hoppenstedt Holding, B2B-Wirtschaftsauskünfte zu mehr als 4,6 Mio. aktiven dt. Unternehmen (Aufgelöst 2013) (siehe Bisnode)
SCHUFA Holding AG, Deutschland, Auskünfte über Privatpersonen, B2B Auskünfte
Bürgel Wirtschaftsinformationen, Deutschland, Auskünfte über Privatpersonen, Firmeninformationen, Direktmarketing, Kreditmanagement, Forderungsmanagement
Arvato Infoscore, Deutschland, Auskünfte über Privatpersonen sowie Direktmarketing und Inkassodienstleistungen
Dun & Bradstreet, eine weltweit tätige Auskunftei

In Österreich aktive Wirtschaftsauskunftsdienste: [11]

Kreditschutzverband von 1870 (KSV 1870)
Alpenländischer Kreditorenverband (AKV)
Bisnode
GBI-Genios
Intrum Justitia

In der Schweiz aktive Wirtschaftsauskunftsdienste:

Bisnode (Dun & Bradstreet)

In den USA:

Equifax

Neben diesen gibt es eine Vielzahl weiterer Auskunfteien, auch solche, die auf regionaler Ebene oder in einem spezifischen Wirtschaftszweig tätig sind.

Literatur

Stephan Gärtner: Harte Negativmerkmale auf dem Prüfstand des Datenschutzrechts. Ein Rechtsvergleich zwischen deutschem, englischem und österreichischem Recht. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2011, ISBN 978-3-8300-5418-4. 

Weblinks

 Wiktionary: Wirtschaftsauskunftei – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

↑ Thomas Wüpper: Auskunft ist künftig Pflicht. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Frankfurter Rundschau. 31. März 2010, archiviert vom Original am 15. Juli 2012; abgerufen am 25. Juli 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fr-online.de 

↑ Robert Chromow: Adhoc-Bonitätsauskunft im Internet. In: akademie.de. 4. Mai 2010, abgerufen am 25. Juli 2012. 

ARGE Daten – Übersicht Auskunftsrecht nach dem Datenschutzgesetz. Abgerufen am 20. Juli 2014.

ARGE Daten – Widerspruch und Löschung gem. DSG 2000 §§ 27, 28 gegenüber Wirtschaftsauskunftsdienste / Finanzdienstleister. Abgerufen am 20. Juli 2014.

ARGE Daten – Löschungsanspruch gegenüber Wirtschaftsauskunftsdiensten & Banken. Abgerufen am 20. Juli 2014.

ARGE Daten – Musterbriefe. Abgerufen am 20. Juli 2014.

Das Recht auf Auskunft – § 26 Datenschutzgesetz 2000 (Memento des Originals vom 18. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dsb.gv.at. Abgerufen am 20. Juli 2014.

↑ Gabler Wirtschaftslexikon zum Stichwort: Wirtschaftsauskunftei, 2014.

↑ Siehe erster Erwägungsgrund der Verordnung (EG) Nr. 1060/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 über Ratingagenturen, ABl L 302/1.

↑ Strenge Auslegung: Georg Graf in Unautorisierte Eigenwerbung mit fehlerhaften Ratings – Haftet die Ratingagentur?, JBl 134, 2012, 210 ff. Liberale Auslegung: Stefan Malainer / Andreas Staribacher in Umfang der Haftung von Wirtschaftsauskunfteien für erteilte Auskünfte, ecolex, 2014, 939 ff.

ARGE Daten – Wirtschaftsauskunftsdienste. Abgerufen am 20. Juli 2014.

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4376215-3 (AKS)

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Dieser Artikel behandelt das Reinigungsutensil. Siehe auch: Modifizierte Badewanne, soziologischer Begriff, Badewanneneffekt, Die Badewanne, Die Badewanne (Film), Joseph Beuys’ Badewanne, Badewanne zum Glück bzw. Star und Badewännlein.

Badewanne mit Klauenfüßen

Eine Badewanne bezeichnet ein Behältnis, das zur Körperhygiene genutzt wird. Sie ist von Form und Größe so gestaltet, dass man sich hineinlegen oder -setzen kann, sodass der Körper mit Wasser bedeckt ist.

Spätbronzezeitl. Badewanne (1650–1050 v. Chr.), Festungsmuseum Kouklia (Zypern)

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte
2 Material
3 Bauformen
4 Potentialausgleich
5 Badewanne als Motiv der bildenden Kunst
6 Siehe auch
7 Weblinks
8 Einzelnachweise

Geschichte

Mädchen in der Badewanne, Everett Shinn (um 1910)
Badewanne aus verzinktem Blech 1953
Klapp-Badewanne (1974)

Tümpel an heißen Quellen werden schon seit Menschengedenken von Mensch und Tier zum Baden genutzt. Die Erfindung der häuslichen Badewanne ist nach dem Griechen Athenaios den Bewohnern des antiken Sybaris zuzuschreiben. Tatsächlich wurden Badewannen aber schon zu mykenischer Zeit, somit vor mehr als 3000 Jahren, zum Beispiel auf Zypern genutzt. Einige dieser Badewannen sind noch in den Archäologischen Museen Zyperns zu besichtigen. Der Legende nach hatte Archimedes beim Einsteigen in seine Badewanne das Archimedische Prinzip entdeckt.

Anfangs wurden in Mitteleuropa sogenannte Bütten bzw. Waschzuber in der Küche oder im Waschraum (oder eigenen Waschhäusern) zum Baden benutzt, später nahm man dafür freistehende Wannen mit Füßen. Erst mit der Verbreitung eigener Badezimmer kamen Einbauwannen auf, die nur als Schale gefertigt werden.

Material

Badewannen gibt es aus verschiedenen Materialien. Im Palast des Nestor bei Pylos ist eine tönerne Badewanne aus dem 13. Jahrhundert v. Chr. zu sehen. Die Römer und auch andere Völker bauten Schwimmbäder mit Becken aus Stein. Holzzuber waren mindestens seit dem Mittelalter üblich, Badewannen aus verzinktem Eisenblech waren seit dem 19. Jahrhundert im Gebrauch. 1906 begann das Brühler Rankewerk weltweit als erstes Unternehmen mit der Produktion von emaillierten Stahlbadewannen, die im Laufe des Jahrhunderts die bekannten gusseisernen Wannen zunehmend vom Markt verdrängten. Seit den 1990er Jahren nahm der Anteil der Badewannen aus Kunststoff (Acryl oder GFK) immer mehr zu. In den letzten Jahren (2004–2006) konnten die Stahl-Email-Wannen jedoch wieder Marktanteile zurückgewinnen. Sie halten bis zu 20 Jahre und lassen sich bei einer eventuell eintretenden Mattierung der Oberfläche auch neu lackieren.[1] Aufgrund höherer Herstellungs- und Materialkosten sind seltener auch Kupferbadewannen und Marmorbäder zu finden.

Bauformen

Neben der körperlangen Badewanne gibt es auch Sitzbadewannen, Eckbadewannen sowie Bauformen für mehrere Personen. Badewannen mit Düsen zur Einspritzung von heißem Wasser nennt man Whirlwanne oder Jacuzzi (Whirlpool). Eine weitere Variante ist die Badewanne mit integrierter Dusche, die aufgrund der komplett abgedichteten Duschtüre als Dusche und als Badewanne genutzt werden kann. Vor allem für medizinische Zwecke in der Physiotherapie gibt es auch Armbadewannen und Fußbadewannen. Form und Zubehör von Badewannen sind bis heute Teil der Badekultur.

Im Durchschnitt fassen Badewannen um die 150 Liter. Raumsparbadewannen haben oft ein Volumen von weniger als 100 Litern. Großraumwannen für 2 und mehr Personen fassen 280 – 350 Liter und mehr. Für ein Vollbad braucht man natürlich je nach Körperfülle weniger Wasser. Ein erwachsener Mensch mit 80 kg hat ein Körpervolumen von etwa 0,078 m³, also etwa 78 Liter.[2]

Potentialausgleich

Einbauwanne

In Deutschland war es bis vor wenigen Jahren vorgeschrieben, Badewannen mit dem Potentialausgleich zu verbinden. Nachdem die neue DIN VDE 0100 Teil 701 erschienen ist, müssen dort Dusch- und Badewannen aus Stahl oder Gusseisen nicht mehr mit der Potentialausgleichschiene verbunden werden. Allerdings spricht auch nichts dagegen, solche Wannen weiterhin in den Potentialausgleich einzubeziehen.[3]

In Österreich ist der Potentialausgleich von Badewannen und ähnlichen Einrichtungen seit 1980 durch die ÖNORM E 8001-4-701 vorgeschrieben.

Badewanne als Motiv der bildenden Kunst

In der bildenden Kunst findet sich das Motiv der Badewanne u. a. bei dem klassizistischen Maler Jacques Louis David, der 1793 den Volkshelden der französischen Revolution Jean-Paul Marat ermordet in seiner Badewanne verewigte. Der Pop-Art Künstler Tom Wesselmann betitelte 1963 eine seiner großformatigen Assemblagen u. a. „Bathtub No. 3“ (Museum Ludwig, Köln). Der Komiker und Cartoonist Loriot wählte die Badewanne als Schauplatz einer absurden Kommunikation in dem Zeichentrickfilm Herren im Bad. Der deutsche Künstler Joseph Beuys thematisierte die Badewanne in diversen Kunstobjekten. Öffentliches Aufsehen erregte ein Fall, bei dem bei einer Feier der SPD Leverkusen im Museum Morsbroich ein Kunstobjekt (→ Joseph Beuys’ Badewanne) zweckentfremdet wurde. Die Badewanne war mit Heftpflastern und Mullbinden versehen und Teil einer Wanderausstellung des Wuppertaler Von der Heydt-Museums. Hilde Müller und Marianne Klein entdeckten diese Wanne bei der Suche nach einem geeigneten Gefäß zum Spülen ihrer Gläser und reinigten sie. Als Folge musste die Stadt Wuppertal 1976 58.000 DM Schadensersatz an den Kunstsammler Lothar Schirmer zahlen.[4]

Siehe auch

Badewannenkurve
Badewannenrennen

Weblinks

 Commons: Badewannen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Badewanne – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Badenwannen und Doucheapperate aus dem Jahre 1905

Einzelnachweise

Badewanne streichen oder lackieren. hausbau-und-renovierung.de, 1. April 2011

↑ Arte: Das Wunder Mensch – Unser Körper in Zahlen

↑ Werner Hörmann: Dusch- und Badewannen ohne Potentialausgleich. (PDF; 20 kB), abgerufen am 28. Dezember 2011

1976 – Beuys im Museum Morsbroich in Leverkusen. (Memento vom 21. März 2008 im Internet Archive) WDR, Aktuelle Stunde, Beitragsreihe So war’s. Sendebeitrag vom 18. Februar 2006

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4356604-2 (AKS)

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Flagge (Begriffsklärung) aufgeführt.

Nationalflagge Osttimors

Eine Flagge ist eine abstrakte zweidimensionale Anordnung von Farben, Flächen und Zeichen in meist rechteckiger Form. Sie besteht in der Regel aus einem Tuch, aber auch andere Materialien, wie Papier, Plastik oder Metall, finden Verwendung. Deren gemaltes Bild erfüllt oft dieselben Zwecke wie die eigentliche Flagge.

Flaggen dienen zur visuellen Übertragung von Informationen, ursprünglich über eine größere Distanz, wie von Schiff zu Schiff. Oft ist dies die Markierung der Zugehörigkeit beziehungsweise der Vertretung von Gemeinschaften und Körperschaften. Die Lehre vom Fahnen- und Flaggenwesen heißt Vexillologie (Flaggenkunde).

Inhaltsverzeichnis

1 Allgemeines

1.1 Unterscheidung der Begriffe

2 Geschichte
3 Hissen und Streichen der Flagge
4 Flaggenführung auf Seeschiffen
5 Gebrauchsformen

5.1 Nationalflaggen
5.2 Flaggen im Signalwesen
5.3 Flaggen im Sport
5.4 Parteiflaggen
5.5 Flaggen internationaler Organisationen

6 Gestaltung von Flaggen

6.1 Format
6.2 Proportionen
6.3 Flaggentypen
6.4 Bestandteile einer Flagge

7 Symbolik

7.1 Entwicklung der Symbole
7.2 Häufige Symbole und Farben

7.2.1 Trikoloren
7.2.2 Kreuze
7.2.3 Himmelskörper

7.2.3.1 Mondsichel
7.2.3.2 Vollmond
7.2.3.3 Sonne
7.2.3.4 Sternbilder

7.2.4 Farben als Symbol der Verbundenheit
7.2.5 Pflanzen und Tiere
7.2.6 Waffen und Schilde
7.2.7 Geographische Darstellungen
7.2.8 Stars and Stripes – Flaggen nach dem Vorbild der USA
7.2.9 Kommunistische Symbole
7.2.10 Traditionelle Muster

8 Siehe auch
9 Literatur
10 Weblinks
11 Einzelnachweise

Allgemeines

Das Wort Flagge hat einen nordischen, vermutlich im 17. Jahrhundert in England aufgekommenen Ursprung, der vom altnordischen Wort flogra stammt, was flattern bedeutet.[1] Um 1600, im Zuge der Entstehung von Nationalflaggen, hielt es in abgewandelter Form schließlich Einzug in den niederländischen und niederdeutschen bzw. neuniederländischen[2] Sprachgebrauch und wurde so zur vlag (niederländisch: „Schiffsfahne“). Später wurde daraus im deutschen Sprachgebrauch dann Flagge. Eine weitere Herkunftvariante ist im alten sächsischen oder germanischen Wort Flaken oder Ffleogan zu suchen, was so viel wie „im Winde wehen“ bedeutet.

Unterscheidung der Begriffe

Die Wörter Flagge und Fahne werden umgangssprachlich oft gleichbedeutend gebraucht.

Flagge:
Im engeren (rechtlichen) Sinne ist eine Flagge ein Stück Tuch, das nach Verschleiß entsorgt und ersetzt werden kann. Flaggen sind ersetzbar, sie werden in verschiedenen Größen und in hoher Stückzahl hergestellt. Eine Flagge wird oft mit einer Flaggenleine an einem Mast oder Flaggenstock gehisst und ist so leicht austauschbar. Das Wort Flagge dient auch als Oberbegriff für Flaggen, Fahnen, Standarten und Stander.[3][4]

Fahne:
Eine Fahne ist immer ein Unikat. Eine Fahne ist ein nicht vertretbares Einzelstück (Truppenfahne, Vereinsfahne, Zunftfahne, Regimentsfahne). Die Fahne ist meist fest, direkt am Stock befestigt. In der Schweiz werden auch Flaggen „Fahnen“ genannt.[3][4]

Banner:
Banner ist der mittelalterliche Begriff für eine Fahne. Heute versteht man darunter Flaggen, die an einem waagerechten Querstock hängen.[3]

Stander:
Stander sind meist dreieckige Flaggen, die als Unterscheidungszeichen dienen. Bei den Seestreitkräften dienen sie als Rangabzeichen oder Kommandozeichen.[3]

Standarte:
Als Standarte werden heutzutage meist Hoheitsabzeichen, insbesondere an Fahrzeugen, bezeichnet oder auch Flaggen, die nicht seitlich an einem Mast oder Ständer befestigt sind, sondern mit einem Querträger mittig vor dem Mast hängen. Standarten sind meist quadratisch.[3]

Geschichte

Historische Flagge der Niederländischen Ostindienkompanie auf einem Ostindienfahrer

Vorgänger von Fahnen und Flaggen sind die so genannten Vexilloloide, eine Standartenform, die heute in manchen Teilen der Erde noch üblich ist. Erste Zeugnisse finden sich auf 5500 Jahre alten altägyptischen Tonwaren, auf denen Vexilloloide abgebildet sind. Vexilloloide waren weit verbreitet und nahmen in verschiedenen Kulturkreisen unterschiedliche Formen an. Beispiele sind das von den Römern geführte Signum, aus dem sich die Stofffahne, das Vexillum, entwickelte, oder symbolträchtige Fächer und Sonnenschirme in Südostasien. Die älteste erhaltene ‚Fahne‘ ist eine aus dem Iran stammende 5000 Jahre alte Standarte mit ‚Tuch‘ aus Metall. Stoffe spielten noch eine untergeordnete Rolle, viel häufiger wurden Leder, Holz, Metall und andere Werkstoffe eingesetzt. Sehr wahrscheinlich wurde erstmals in China Seide als Fahnenstoff eingesetzt, dessen Tradition in der Seidenherstellung vermutlich bis 3000 v. Chr. zurückreicht. Dies brachte zwei Änderungen mit sich, die man noch heute in Fahnen findet: Die seitliche Befestigung des Tuches und die Zunahme der Bedeutung des Tuches gegenüber der Fahnenstange. Sehr wahrscheinlich verbreitete sich die Seidenfahne noch in vorislamischer Zeit (frühes 7. Jahrhundert) bis in den Nahen Osten. Eine Neuerfindung der Fahne aufgrund des Seidenhandels gilt als unwahrscheinlich. Die Beachtung des Bilderverbots im Islam förderte die Entwicklung hin zur abstrakten Symbolik. Mit den Kreuzzügen hielten die Fahnen Einzug in die westliche Welt.
Andere Quellen sehen den Beginn des Gebrauchs von Flaggen als Erkennungszeichen bei den Wikingern. Beowulf erwähnte in Aufzeichnungen das Verwenden von Kriegsbannern.[5]

Die mittelalterliche Heraldik in Europa begründete ihren Ursprung in dem praktischen Nutzen, Krieger auf dem Schlachtfeld zu erkennen. Die dabei angewandten heraldischen Regeln, Farbe auf Farbe und Metall auf Metall zu vermeiden, hatten für Fahnen nur begrenzte Gültigkeit und spielen heute keine Rolle mehr (zum Beispiel die deutsche Bundesflagge). Die in Wappen verpönte Farbe Grün wurde beispielsweise auf Fahnen im Hochmittelalter gerne eingesetzt.[6]

Die Symbolik war anfangs, bis auf wenige Ausnahmen, reichlich dekorativ und erschien willkürlich gewählt. Keine Fahne wies durch ihren Gebrauch auf den Führer einer Schlacht hin. Dies änderte sich grundlegend durch die Kreuzzüge. Als sichtbares, zuordenbares Zeichen wurden Fahnen, Schilde, Helme, Kleidung mit der heraldischen Symbolik ausgestattet und unterstrichen die Rechte und Privilegien des Fahnenführenden.

Die Entwicklung der Symbole zu Land ging mit fundamentalen Änderungen auf See einher. Im späten 12. Jahrhundert erschienen zunächst im Mittelmeer, Mitte 13. Jahrhundert in der Nordsee die ersten Flaggen auf Schiffen. Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits Regeln für Flaggen aufgestellt, die heute noch gelten. Ein 1270 geschlossener Vertrag zwischen England und den Grafen von Flandern forderte beispielsweise das Führen korrekter Kennzeichnungsflaggen – das Fahren unter falscher Flagge war verpönt.

Seit etwa dem späten 15. Jahrhundert wurde es allgemein üblich – etwas später sogar gesetzlich geregelt –, auf See Flaggen zur Anzeige der Nationalität zu benutzen, die sich schließlich zu den heutigen Nationalflaggen entwickelten.

Ab dem 18. Jahrhundert wurden Flaggen als Signalcodes zur See entworfen und verwendet. Zudem kam es zu zahlreichen Normierungen im Flaggenwesen. Die bedeutendste Entwicklung stellte aber die Etablierung der Nationalflagge dar, die die Bürger eines Volkes vertritt. Der erste Vertreter dieses neuen Typus war sicherlich die Flagge der USA. Die Entwicklung zur Nationalflagge wurde durch die Entstehung des modernen bürgerlichen Nationalstaates eingeleitet, dessen Kinderstuben die amerikanische und die französische Revolution waren.

Hissen und Streichen der Flagge

Flaggenzeremonie in Osttimor

Flaggen werden gehisst beziehungsweise gesetzt (in Seemannssprache „heißen“); Banner dagegen aufgestellt. Die feierliche Zeremonie nennt man Flaggenparade. In der Art ihrer Nutzung können Flaggen weitere Informationen übertragen, so zum Beispiel bei der Trauerbeflaggung. Doch nur Flaggen dürfen auf halbmast gesetzt werden, Banner und Hausfahnen werden hingegen mit einem oder zwei Trauerfloren versehen. Es zeugt von Unkenntnis der Beflaggungsregeln, wenn auch Banner und Hausfahnen auf halbmast gesetzt werden.

Besucht ein Staatschef ein anderes Land, so wird ihm zu Ehren die Nationalflagge seines Landes (Gastflagge) gezeigt. Ebenso werden bei internationalen Wettkämpfen die Sieger durch das Setzen ihrer Nationalflaggen geehrt. Auf Schiffen ist der Platz der eigenen Nationalflagge meist am Heck.

Flaggenführung auf Seeschiffen

Schiffe führen die eigene Nationalflagge meist am Heck.[7] Die „eigene“ Flagge ist bei Handelsschiffen diejenige des Staates, in deren Schiffsregister es eingetragen ist – wegen der heute verbreiteten Ausflaggung ist das oft weder der Staat, in dem die Eigner ihr Domizil haben, noch derjenige der Besatzung. Bei alten Segelschiffen oder Kriegsschiffen wird die Nationalflagge auf See in der Gaffel des Schiffsmastes oder am Signalmast gesetzt, im Hafen weht die Nationalflagge am Heck, am Bug die Gösch, die oft ein eigenes Design hat. Bei einigen Staaten weicht die Nationalflagge zu See vom Aussehen der sonst üblichen Flagge ab (z. B. Großbritannien). Bei zivilen Schiffen nennt man die Nationalflagge dann Handelsflagge, bei Kriegsschiffen Seekriegsflagge. Zusätzlich führen Flaggoffiziere eigene Flaggen als Kommandoflagge.

Die Nationalflagge des Staates, in dem sich ein Schiff befindet, wird unter die Steuerbordsaling bzw. an der Steuerbordseite des Signalmastes gesetzt. Genau damit in diesem Fall die eigene Flagge nicht höher hängt als die fremde, wird im Hafen die Nationale ans Heck verlegt. Flaggen wehen generell nur tagsüber, nachts werden sie eingeholt. Diesem Brauch der Flaggenparade – ursprünglich eingeführt, um den Verschleiß an teurem Flaggentuch zu minimieren – wird in einigen Ländern große Bedeutung zugemessen, während andernorts die Flaggen auch nachts gesetzt bleiben können.[7] Das Zeigen falscher Flaggen (zum Beispiel einer Europaflagge auf einer deutschen Yacht oder einer Piratenflagge auf See) kann zu Ärger mit Wasserschutzpolizei oder Zollbehörden führen.[7]

„Die Flagge streichen“ bedeutet im seemännischen Sprachgebrauch, das Niederholen der Nationalflagge auf Kriegsschiffen bzw. anderer in Kampfhandlungen verwickelter Schiffe, um dem Angreifer die Kapitulation anzuzeigen. Entwickelt hat sich dieser Brauch aus dem Streichen der Segel, das natürlich nur mit erheblich größerem Aufwand an Zeit und Mannstärke vollzogen werden konnte, während der entsprechende Gegner das Ziel weiter unter Feuer nahm. Nationalflaggen, die übereinander gesetzt werden, können die Dominanz des oberen Staates symbolisieren, so bei erbeuteten Schiffen.

Alle gezeigten Flaggen sollen in einwandfreiem Zustand sein.[7] Der Gebrauch verblichener oder zerfledderter Flaggen kann als Respektlosigkeit aufgefasst werden.

Gebrauchsformen

Flaggen symbolisieren oft Gruppen und Gemeinschaften, so wie es zum Beispiel Parteiflaggen, Nationalflaggen oder Stadtflaggen tun. Davon abgeleitet können Nationalflaggen auch für andere Eigenschaften des Landes stehen, wie etwa für die Landessprache. Daneben gibt es Flaggen, die Nachrichten übermitteln, wie zum Beispiel Signalflaggen, oder über Situationen informieren, wie etwa am Strand über mögliche Gefahren beim Baden. Weit verbreitet ist heute die Flagge als Werbemittel oder Schmuck von Räumen und Gebäuden.

Dienstflagge der Republik Österreich

Nationalflaggen

Dienstflagge der deutschen Seestreitkräfte
? Die Schweizerflagge zur See ist im Gegensatz zur sonst üblichen Form rechteckig
Hauptartikel: Nationalflagge

Praktisch alle Staaten haben eine Staatsflagge als nationales Symbol. Oft ist das Aussehen solcher Flaggen im jeweiligen Staat verfassungsmäßig festgeschrieben. In der modernen Flaggenkunde wird die Art des Flaggengebrauchs durch standardisierte Gittersymbole (FIAV-Symbole ?) angezeigt. Je nach Gebrauch werden Flaggen wie folgt eingeteilt:

Die Bürgerliche Flagge ? ging aus den Flaggen der Schiffe hervor, mit deren Hilfe einst die Nationalität erkannt werden konnte. Heute ist damit diejenige Form der Staatsflagge gemeint, die von jedem Bürger geführt werden darf. Sie ist meist die bekannteste Version der Nationalflagge.
Die Handelsflagge ? ist die Flagge, die bei einem Handelsschiff am Heck geführt wird. In vielen Nationen ist die Handelsflagge mit der Nationalflagge identisch.
Die Dienstflagge ? ist die Sonderform einer Nationalflagge, die den Behörden eines Landes vorbehalten ist. Meist unterscheidet sie sich durch ein zugefügtes Staatswappen von der Nationalflagge.
Die Kriegsflagge ?, auch Dienstflagge der Streitkräfte genannt, geht historisch auf die Heckflagge von Kriegsschiffen zurück. Manche Nationen unterscheiden zwischen einer Kriegsflagge an Land (Heeresflagge) und einer Seekriegsflagge ?. Eine Kriegsflagge bedeutet keinesfalls, dass Kriegszustand herrschen muss; sie wird beispielsweise auch bei Manövern gezeigt.

Für das Staatsoberhaupt existiert häufig eine eigene Flagge, die bei örtlicher Anwesenheit gehisst wird. Für den deutschen Bundespräsidenten ist dies ein schwarzer Bundesadler auf quadratischem goldenem Grund mit rotem Rand in der speziellen Form einer Standarte.

Siehe auch: Beflaggung öffentlicher Gebäude
Nautische Signalflagge Alpha

Flaggen im Signalwesen

Da Flaggen auch auf große Entfernung sichtbar sind, gibt es Signalflaggen zur Übermittlung von Nachrichten. Hierzu wird das Flaggenalphabet oder das Winkeralphabet verwendet. Diese Anwendung erfolgt bis zum heutigen Tag zumeist auf See. Weiterhin werden Signalflaggen in vielen anderen Bereichen genutzt:

Eisenbahnwesen, wo Signalflaggen beispielsweise beim Rangieren genutzt werden
an bewachten Badestränden, wo eine Flagge am Rettungsschwimmerturm anzeigt, dass dieser besetzt ist. Außerdem gibt es Signale, die beispielsweise den Badebetrieb wegen schlechter Bedingungen verbieten.

Flaggen im Sport

Ende des Rennens oder der Trainingssitzung im Motorsport

Zum einen definieren Regelwerke vieler Sportarten die Benutzung von Signalflaggen:

Im Motorsport werden den Teilnehmern mit Flaggenzeichen bestimmte Informationen, wie beispielsweise Gefahr oder Disqualifikation, angezeigt.
Beim Fußball nutzen die Schiedsrichterassistenten Flaggen.
Im Segelsport wird ein umfangreiches adaptiertes Flaggenalphabet benutzt. Beim Regattasegeln setzten die teilnehmenden Yachten entweder eine eigene, selbst gestaltete Rennflagge (beispielsweise Germania: roter Greif auf weißem Grund, Motto: Cave Grypem [Hüte dich vor dem Greif!]),[8] oder sie ziehen die Nationalflagge ein, zum Zeichen ihrer Regattateilnahme. Beim Ende einer erfolgreichen Saison werden unter der Steuerbord-Saling so viele Rennflaggen gesetzt, wie Regattasiege errungen wurden.
Beim Tauchen sollte stets die Alpha-Flagge gesetzt werden, da diese in internationalen und teils auch in nationalen Gewässern gesetzlich vorgeschrieben ist. Sie zeigt an, dass besondere Vorsicht (z. B. für andere Wasserfahrzeuge) geboten ist, da in der Nähe Taucher im Wasser sind. Zusätzlich kann auch die Michigan-Tauchflagge gesetzt werden, welche in großen Teilen Nordamerikas vorgeschrieben ist, obwohl die US Navy noch immer die Alpha-Flagge für ihre Taucheinsätze verwendet.
In der Leichtathletik zeigen Obleute beispielsweise die Gültigkeit eines Versuches mit roten (ungültig) und weißen (gültig) Flaggen an. Außerdem zeigen die Bahnrichter bzw. Wechselrichter durch Heben einer gelben Fahne einen Regelverstoß an.
Es ist üblich bei internationalen Wettbewerben, beispielsweise Olympischen Spielen, das Siegerteam mit dem Hissen der Staatsflagge des Siegers oder des Siegerteams zu ehren.
Andere Flaggen werden als Begrenzung des Spielfeldes genutzt, allerdings gemein als Fahnen bezeichnet, beispielsweise Eckfahne.

Zum anderen werden sie von den Zuschauern und Fans genutzt, um die Sympathie für die eigene Mannschaft oder den Sportler zu bekunden – so gab es trotz unklarer Gesetzeslage seit der Fußball-Europameisterschaft 2008 den Trend, Autofahnen an privaten Kraftfahrzeugen anzubringen.

Flagge der Kommunistischen Partei Chinas

Darüber hinaus führen Sieger häufig spontan eine Flagge ihres Landes bei ihren Ehrenrunden mit sich.

Parteiflaggen

Viele politische Bewegungen wie beispielsweise politische Parteien haben Parteiflaggen, die bei öffentlichen und internen Gelegenheiten als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer politischen Gruppe oder Idee gezeigt werden. Sie besitzen genauso wie Nationale Flaggen Farben und Symbole mit bestimmten Aussagen. Zum Beispiel steht traditionell das Rot einer Parteiflagge meist für eine Arbeiterpartei. Häufig werden anstelle eines Symbols einfach die Buchstabenkürzel der politischen Bewegung genutzt.

Olympische Flagge

Flaggen internationaler Organisationen

Viele zivile und militärische internationale Organisationen oder Nichtregierungsorganisationen führen eigene Flaggen. Zu den bedeutsamen internationalen Flaggen gehören die Flaggen der Vereinten Nationen, der NATO, der Organisation der Islamischen Konferenz, die Europaflagge und die olympischen Ringe. Die wichtigsten und wahrscheinlich ersten internationalen Flaggen sind die Flaggen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, da sie im modernen Kriegsvölkerrecht seit langer Zeit anerkannt sind und mit diesen Flaggen gekennzeichnete Orte nicht angegriffen werden dürfen.

Gestaltung von Flaggen

Flaggen als Körperschmuck

Flaggen werden in der Regel an Gegenständen, traditionell an Flaggenmasten befestigt. Sie können aber auch als Tuch über Gegenstände ausgebreitet werden oder mit Flaggen diese einwickeln. Kleine Flaggen werden als Aufnäher auf Kleidung und Taschen getragen. Abbildungen von Flaggen finden sich auf Fahrzeugen, auf Dokumenten, auf Webseiten oder auch als Körperschmuck.

Format

Flaggen, vor allem Nationalflaggen, sind üblicherweise rechteckig. Die Seitenverhältnisse können dabei sehr unterschiedlich sein. Quadratische Flaggen, wie die Schweizer Fahne und die Flagge der Vatikanstadt, sind seltener. Weitere Formen sind:

Die zivile wie militärische Dienstflagge Dänemarks ist ein Schwalbenschwanz.

Dienst- und Seeflagge Norwegens

Flagge Ohios, ein Stander

Dreieckiger Wimpel, hier die Flagge des Fürstenhauses Liechtenstein (siehe auch Standarte oder Stander).

Nepal verwendet als einziges Land der Welt anstelle einer rechteckigen Flagge einen Doppelwimpel als Nationalflagge.

Proportionen

Siehe auch: Proportionen der Nationalflaggen

Ein wichtiges Merkmal sind die Proportionen der Flaggen, da unterschiedliche Flaggenarten sich in manchen Ländern nur durch ihre Seitenverhältnisse unterscheiden. Als Wimpel wird die Umsetzung in dreieckiger Form bezeichnet, wie sie sehr häufig in der Schifffahrt anzutreffen ist. Häufig ist auch die Verwendung von Flaggen als gemaltes oder aufgenähtes Emblem. Zudem werden vor allem Trikoloren auch als Dekorationsbänder, Borten oder Verzierungen offizieller Schreiben verwendet.

Flaggentypen

Die gebräuchlichste, „normale“ Flaggenform ist die Hiss- oder Querflagge. In Mittel- und Osteuropa, namentlich in den deutschsprachigen Ländern, sind auch vertikale Flaggen gebräuchlich. Der Grund dafür ist, dass in den Binnenländern der relativ starke Wind, den Hissflaggen zur vollen Entfaltung benötigen, nicht häufig ist.[9]

Die Hissflagge oder Querflagge (Nr. 1 in der nebenstehenden Abbildung) ist die international und auch im deutschsprachigen Raum verbreitetste Flaggenform.[10] Die anderen Flaggenformen leiten sich von ihr ab.

Die Hochformatflagge oder Knatterflagge (Nr. 2) ist eine Hissflagge, die höher als breit ist. Dabei kann die Darstellung der Flagge dieselbe bleiben (Nr. 2a) oder ändern, indem waagerechte Streifen zu senkrechten werden (Nr. 2b). Trägt die Flagge ein Emblem, bleibt dieses entweder zentriert oder wird leicht nach oben verschoben.[9][11]

Die Auslegerflagge oder Galgenflagge (Nr. 3) ist eine Hochformatflagge, die nicht nur seitlich am Flaggenmast befestigt ist, sondern auch an einem am Mast befestigten Ausleger. Die Flagge ist so auch ohne Wind stets entfaltet.[9][12]

Die Hängeflagge, Haus- oder Schrägfahne (Nr. 4) ist eine Hochformatflagge, die von einem waagrechten Flaggenstock gehisst wird, der meist an einem Gebäude befestigt ist. Die Flagge wird so aufgehängt, dass der auf der Hissflagge oberste Streifen vom Gebäude weg zeigt.[9][13]

Bei der Bannerflagge oder einfach dem Banner (Nr. 5) ist das ebenfalls hochformatige Flaggentuch fest mit dem Querstab verbunden, an dem es senkrecht aufgehängt wird, und zwar von einem senkrechten (Nr. 5a) oder waagrechten Flaggenstock (Nr. 5b). Die Flagge wird meist so aufgehängt, dass der auf der Hissflagge oberste Streifen nach links zeigt.[9][13]

In Deutschland sind die Bundes- und Bundesdienstflagge nach der Anordnung über die deutschen Flaggen nur in der Form der (querformatigen) Hissflagge und des Banners im offiziellen Gebrauch zugelassen.[14]

Bestandteile einer Flagge

Um eine Flagge eindeutig zu beschreiben, sind die einzelnen Teile des Tuches eindeutig definiert. Diese Begriffe sind häufig nautischen Ursprungs; es finden sich jedoch auch Entlehnungen aus anderen Fachgebieten, beispielsweise der Münzkunde. Flaggen besitzen eine Vorder- und eine Rückseite. (Averse und Reverse; vgl. die numismatischen Fachbegriffe Avers und Revers) Bei den meisten Flaggen sind Vorder- und Rückseite Spiegelbilder voneinander. (Ausnahmebeispiele: Flagge der Sowjetunion, Flagge Paraguays, Flagge der Demokratischen Arabischen Republik Sahara). Es ist, außer bei einigen arabischen Flaggen, gebräuchlich, dass der Flaggenmast links ist, wenn der Betrachter die Vorderseite sieht.

Symbolik

Entwicklung der Symbole

Ab dem späten 13. Jahrhundert waren Kreuzflaggen das beherrschende Motiv, welches die bis dahin überwiegende Darstellung von Heiligen ablöste. Diese frühen Flaggen waren keine Nationalflaggen im heutigen Sinne, sie wurden nicht an Land gebraucht und vertraten eher den Landesherren oder den Staat als dessen Bürger. Die in Stände gegliederte mittelalterliche Gesellschaft verwendete mehr Zunft- oder Kirchenfahnen, wobei es sich oftmals um kunstvoll, zum Teil mit applizierten Stickereien verzierte Einzelstücke handelte. In dieser Zeit entstand der Dannebrog, der als eine der ältesten kontinuierlich genutzten Flaggen gilt.

Während im 14. Jahrhundert einfache Motive die heraldischen Fahnen beherrschten, verbreiteten sich im 15. und 16. Jahrhundert vor allem bei Militärfahnen parallel Abbildungen mit komplizierten, zum Teil allegorischen Szenen. Beliebt waren auch Wappendarstellungen auf weißem Tuch. Da dieses für die praktische Erkennung ungeeignet ist, ergab sich im 17. Jahrhundert eine klare Trennung in zwei Flaggentypen: eine einfache Flagge und eine mit komplizierter Wappendarstellung. Diese Aufspaltung hat heute noch Gültigkeit und kann in diversen National- und Dienstflaggen beobachtet werden.

Häufige Symbole und Farben

Da Nationalflaggen geographische, historische, kulturelle, religiöse, ethnische oder ideologische Aussagen darstellen, die teilweise landesübergreifend sind, gibt es auch Symbole und Farben, die in vielen Flaggen gleichzeitig auftauchen und damit Gemeinsamkeiten der betroffenen Länder illustrieren.

Trikoloren

Während die Flagge der Niederlande Ursprung der Farbeinteilung der Flagge Russlands war und damit der meisten slawischen Nationalflaggen, ist die Flagge Frankreichs das Vorbild fast aller anderer Trikoloren (‚dreifarbigen‘), wie zum Beispiel jene von Italien, Ghana und Deutschland. Hier diente die Flagge zumeist als Symbol des Bürgertums und der Republik als Staatsform im Gegensatz zur absolutistischen Monarchie.

Frankreich

Armenien

Republik Kongo

Kreuze

Siehe auch: Nationalflaggen mit Kreuzen

Das christliche Kreuz repräsentiert die Religion des Christentums. Viele der heutigen europäischen Nationen entstanden im ausgehenden Mittelalter. In dieser Zeit war das Christentum eine staatsbildende Grundlage. Aus diesem Grund bildet das Kreuz in seinen Varianten die Basis vieler Flaggen und Wappen in Europa. So verwenden die meisten nordeuropäischen Staaten das skandinavische Kreuz, ein seitlich gelegtes lateinisches Kreuz.

Das diagonal verlaufende Andreaskreuz verweist auf den Apostel Andreas und kommt unter anderem in den Flaggen Schottlands, Jamaikas und des Baskenlandes vor. Auch die Russische Seekriegsflagge benutzt ein Andreaskreuz. Die Sonderform des burgundischen Andreaskreuzes war spanische Kriegsflagge bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts und danach noch Symbol der carlistischen Bewegung.

Das byzantinische oder orthodoxe Doppelkreuz ist das Symbol der orthodoxen Kirche. In traditionell orthodoxen Ländern Osteuropas und auf der Balkanhalbinsel wird das Doppelkreuz häufig verwendet. Auch die Slowakei benutzt in ihrer Nationalflagge ein solches Kreuz.

Das Tatzenkreuz war das Wappen des Templerordens. Auch der Deutsche Orden benutzte ein ähnliches Symbol. Das schwarze Tatzenkreuz (Eisernes Kreuz) war seit den Befreiungskriegen ein Symbol der deutschen Armee und ist auch heutzutage das Hoheitszeichen der Bundeswehr. Vier Tatzenkreuze finden sich in den Ecken der Nationalflagge Georgiens. Eine verwandte Form ist das Kruckenkreuz.

Lateinisches Kreuz

Andreaskreuz

Patriarchenkreuz

Tatzenkreuz

Das rote Georgskreuz des heiligen Georg ist Bestandteil verschiedener Flaggen, beispielsweise in der Flagge Englands. Außerdem ist das Georgskreuz unter anderem in der Flagge Georgiens und der Flagge der Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG).

Das Georgskreuz findet sich neben anderen Kreuzen auch im Union Jack, der durch die Vereinigung Schottlands und Englands entstand. Später kam die Flagge Irlands hinzu. Er ist eine Überlagerung aus dem englischen Georgskreuz, dem schottischen Andreaskreuz und dem schräggestellten irischen Patrickskreuz. Viele National- und Dienstflaggen ehemaliger britischer Kolonien basieren auf dem Union Jack bzw. seinen Abwandlungen, der Blue-, Red- und White Ensign.

Siehe auch: Auf britischen Flaggen basierende Flaggen anderer Staaten und deren Glieder

Die Swastika (Hakenkreuz) hat keinen christlichen Ursprung. Sie ist das Sonnenrad und wesentlich älter. Sie war das zentrale Symbol der Parteifahne der NSDAP und zwischen 1933 und 1945 Grundlage der Flagge Deutschlands. Auch das finnische und polnische Militär benutzten sie. Heutzutage ist sie nur noch im Gebiet Kuna Yala sowie im süd- und ostasiatischen Bereich als buddhistisches Symbol anzutreffen und keine Grundlage einer aktuellen Nationalflagge. Jedoch führt der finnische Staatspräsident in der Oberecke seiner persönlichen Standarte das blau-gelbe Freiheitskreuz, das ein Hakenkreuz enthält. Es leitet sich vom altfinnischen Symbol Tursaansydän ab.

Georgskreuz

Union Jack

Präsident von Finnland

Himmelskörper

Mondsichel

Die Mondsichel (als Flaggensymbol trotz der stets sichelförmigen Form auch Halbmond genannt, speziell als Emblem des Roten Halbmondes) repräsentiert in den meisten Fällen als Hilal die Religion des Islams. Über Jahrhunderte war der Halbmond das Symbol des Osmanischen Reiches. Heute wird das Symbol unter anderem in der türkischen Flagge, der Flagge Pakistans und der Flagge Tunesiens benutzt.

In einigen Flaggen werden Mondsicheln ohne einen islamischen Bezug verwendet. In der Flagge Singapurs symbolisiert der Halbmond eine junge, aufstrebende Nation. Im Sojombo-Symbol der Flagge der Mongolei symbolisiert er zusammen mit der Sonne das ewige Leben der Nation. In der Flagge Nepals steht er zusammen mit dem Stern für die Königsfamilie.

Vollmond

Neben dem vor allem in islamischen Ländern häufig verwendeten Halbmond wird auch der Vollmond in Nationalflaggen verwendet. In der Flagge von Laos scheint er als weiße Scheibe dargestellt über dem Mekong. In der Flagge Palaus symbolisiert er das Aufstreben der Nation, zudem spielt er in der Tradition des Landes eine wichtige Rolle.

Sonne

Ein häufig vorkommendes Symbol in Nationalflaggen ist die Sonne. Ihre Bedeutung ist allerdings so vielfältig wie ihr häufiges Vorkommen auf Nationalflaggen. In den meisten Fällen wird sie als Sonnensymbol, wie in der Flagge Argentiniens, gezeigt. In manchen Fällen wird sie auch nur durch eine gelbe Farbfläche, wie in der Flagge Guineas, dargestellt.

In vielen Fällen symbolisiert sie, wie in der Flagge Namibias, die Hitze oder Wärme, die von ihr ausgeht. Manchmal soll sie, wie in der Flagge von Antigua und Barbuda, als aufgehende Sonne auch den Anbruch einer neuen Ära oder Epoche darstellen. Die Sonne in der Flagge Ruandas wiederum steht für die erhoffte Erleuchtung des Volkes. Eine große historische Bedeutung hat das Gestirn in Japan, dem Land der aufgehenden Sonne, dies spiegelt sich auch in der japanischen Nationalflagge wider.

Sternbilder

In einigen Nationalflaggen werden Sternbilder dargestellt, um damit ihre geographische Lage zu zeigen. Zum Beispiel wird in der Flagge des US-Bundesstaates Alaska der Polarstern und das Sternbild des Großen Wagens, eines Teilbilds des Großen Bären, dargestellt.

Das Sternbild des südlichen Kreuzes wird in den National- und Provinzflaggen mehrerer Staaten der Südhalbkugel als Symbol der geografischen Lage genutzt. Zu diesen Staaten und Gebieten gehören unter anderem Papua-Neuguinea und Neuseeland oder der australische Bundesstaat Victoria und die Flagge der argentinischen Provinz Tierra del Fuego (Feuerland). Ebenso trägt die Flagge des Integrationsraums Mercosur das Kreuz des Südens.

Siehe auch: Flaggen mit dem Kreuz des Südens

Symbolträchtig ist das Sternbild in der Flagge Brasiliens. Hier wird der Himmel über Rio de Janeiro zum Zeitpunkt der Proklamation der Republik gezeigt. Die Abbildung ist so, als befände sich der Betrachter im All und schaue durch die Sterne auf Brasilien.

Türkei

Laos

Argentinien

Brasilien

Farben als Symbol der Verbundenheit

Großkolumbien

Die drei südamerikanischen Länder Ecuador, Kolumbien und Venezuela benutzen die großkolumbischen Farben Gelb, Blau und Rot. Diese gehen zurück auf die 1806 von Francisco de Miranda erstmals gehisste Flagge der Unabhängigkeitsbewegung gegen Spanien. Gelb stand für die Neue Welt, Blau für den Atlantischen Ozean, der diese vom spanischen Terror trennt, für den das Rot steht. Sie war von 1813 bis 1830 die Flagge Großkolumbiens. Deshalb werden ihre Farben auch als bolivarische Farben (Simón Bolívar) bezeichnet. Die ursprüngliche Flagge wird auch als Miranda-Flagge bezeichnet.

Zentralamerikanische Konföderation

1823 entstand im Widerstand gegen Spanien die Zentralamerikanische Konföderation, deren Flagge aus drei waagerechten Streifen bestand und die Farbfolge Blau-Weiß-Blau hatte, die auch als Zentralamerikanische Farben bezeichnet werden. Diese wurde in Anlehnung an die argentinische Flagge entworfen.
Nach dem Zusammenbruch der Konföderation 1838 nutzten die fünf jetzt unabhängigen Staaten Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua die Farben und teilweise auch Teile des Wappens in ihren Nationalflaggen weiter.

Die weiteren zentralamerikanischen Staaten haben einen abweichenden historischen Hintergrund und wählten andere Flaggenmuster.

Viele islamische Staaten benutzen die Farbe Grün in ihren Flaggen. Grün war die Farbe der Fatimiden und gilt als Lieblingsfarbe von Mohammed. Die Farbe Grün ist ein Basissymbol des Islams. Beispiele sind die Flaggen Saudi-Arabiens, Mauretaniens und Pakistans. Auch die Flagge der Organisation der Islamischen Konferenz führt Grün als Grundfarbe. Grün als Farbe des Propheten ist auch eine der vier panarabischen Farben. In modernen Flaggen tauchten die Panarabischen Farben Schwarz, Weiß, Grün und Rot erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts im Unabhängigkeitskampf der Araber gegen das Osmanische Reich auf. Schwarz und Weiß sind die Farben des Propheten, Grün ist die Farbe des Islams und auch die Farbe seiner fatimidischen Nachkommen. Die Farbe der haschemitischen Nachkommen ist Rot. Außerdem gelten Schwarz und Weiß als die Farben der Abbasiden und Umayyaden.

Nach der Revolution in Ägypten im Jahre 1952 und der Absetzung des Königs wurde unter Weglassung des Grüns die Farbkombination Rot-Weiß-Schwarz als Grundlage der Flagge Ägyptens gewählt. Einige arabische Länder mit republikanischer Regierungsform wie beispielsweise Jemen, Syrien und Irak haben, als Zeichen des Panarabismus, diese Farben übernommen. Monarchien wie beispielsweise Jordanien und Kuwait behielten meist die alten Farben einschließlich des Grüns bei.

Die panafrikanischen Farben gehen auf den schwarzen Begründer der Back-To-Africa-Bewegung Marcus Garvey zurück. Seine Farben waren Rot, Schwarz und Grün. Später wurde Schwarz durch Gelb ersetzt, da das einzige traditionell unabhängige schwarzafrikanische Land vor der Dekolonialisierung Afrikas Äthiopien war und die Flagge Äthiopiens eine waagerechte grün-gelb-rote Trikolore ist. Die panafrikanischen Farben wurden zuerst 1957 von Ghana benutzt. In der Regel haben die Farben zusätzlich eine weitere Symbolik. In der Flagge des Tschad und in der Flagge der Zentralafrikanischen Republik sind die Farben mit denen der französischen Trikolore gemischt.

Die panslawischen Farben Weiß, Blau und Rot gehen auf die von Peter dem Großen geschaffene Flagge Russlands zurück, die in ihrem Aufbau zwar auf der Flagge der Niederlande beruht, in den Farben aber auf dem Wappen des Fürstentums Moskau basiert. Viele slawische Länder verwenden ebenfalls diese Farben als Zeichen ihrer Verbundenheit zum Panslawismus. Die Farbkombination ist unter Nationalflaggen sehr häufig zu finden, kann aber auf unterschiedliche Vorbilder zurückzuführen sein. Andere Länder nahmen sich den Union Jack, die Flagge der Vereinigten Staaten oder die französische Trikolore als Vorbild.

Saudi-Arabien

Ghana

Jordanien

Russland

Pflanzen und Tiere

Pflanzen und Tiere gehören zu den gemeinen Figuren der Heraldik.

Häufige Wappentiere sind Löwen, Bären, Leoparden, Adler, Kraniche, Delfine, Widder oder Stiere, aber auch Fabelwesen wie der Greif, das Einhorn, der Drache, der Doppeladler und der Lindwurm. In südamerikanischen Flaggen und Wappen taucht der Kondor auf, während frühe Revolutionsflaggen der USA häufig die Klapperschlange zeigen. Die Tiere versinnbildlichen zumeist ihnen zugesprochene Werte wie Tapferkeit, Ausdauer oder Stärke, wobei nicht unbedingt Tiere gezeigt werden, die im jeweiligen Land vorkommen, wie zum Beispiel der englische Löwe. Andere gehen auf real vorkommende Tiere zurück, die für die Familie eines Herrscherhauses oder einen einzelnen Herrscher standen, wie zum Beispiel der Berliner Bär.

Teilweise werden aber auch Tiere dargestellt, die gerade im Land der Flagge vorkommen und deshalb die Natur des Landes oder der Region beschreiben, wie beispielsweise in der Flagge Papua-Neuguineas der Paradiesvogel. Es gibt auch Darstellungen von Haustieren, die gezeigt werden, um ihre Bedeutung für die lokale Wirtschaft zu unterstreichen, wie das Schaf in der Flagge der Falklandinseln.

Auch Pflanzen sind häufige nationale Symbole. Beispiele sind die libanesische Zeder, die Tanne der Norfolkinsel, die Eiche, die Palme, der Maibaum, die Rose, die Lilien der französischen Könige (Fleur-de-Lis), das kanadische Ahornblatt oder die Bauhinien-Blüte in der Flagge von Hongkong.

Sri Lanka

Papua-Neuguinea

Kanada

Eritrea

Waffen und Schilde

Schilde und Waffen sind häufige Symbole in Wappen und Flaggen. Die europäischen Wappen führen bzw. führten überwiegend Schilde als Bezug auf die feudalen Machtverhältnisse des späten Mittelalters und stellen einen Bezug zum Rittertum dar. Ein traditionelles europäisches Wappen zeigt fast immer einen bzw. mehrere Schilde, welche die Heraldik als Wappenschild bezeichnet. Der Schild stand ursprünglich für den Schutz, den der Landesherr mit seinem Schild dem Land gibt.

Die Darstellung von Waffen wie Speer, Bajonett, Pike, Schwert, Gewehr oder Geschütz versinnbildlicht den wehrhaften Charakter eines Staates oder auch den kriegerischen Hintergrund, der zur Staatsgründung führte. Der lediglich verteidigende Schild deutet nicht unbedingt auf eine kriegerische Aussage hin, sondern ist eher ein zumindest in Europa traditionelles Wappensymbol, das mittlerweile keine inhaltliche Aussage mehr hat, außer der, dass es ein traditionelles europäisch christliches Symbol ist.

In den Nationalflaggen der afrikanischen Staaten Kenia und Swasiland sowie ehemals Lesotho sind Schilde mit Waffen dargestellt. Bei den Schilden und Waffen (meist Speere) handelt es sich um traditionelle Gegenstände der jeweiligen Bevölkerung. Sie symbolisieren alle die Wehrhaftigkeit und den Verteidigungswillen des Volkes.

Das Schwert war die erste bewusst erfundene Waffe, die nicht zum Zwecke der Jagd, sondern einzig und allein dem des Krieges, also des Tötens von Menschen erdacht wurde. Die Darstellung des Schwertes deutet oft auf einen kriegerischen Hintergrund der Staatsgründung hin.

In islamischen Ländern deutet das Schwert auf das Schwert Alis (Schwiegersohn des Propheten Mohammed), ein Sinnbild der Rechtschaffenheit, aber auch Wehrhaftigkeit und harter Gerechtigkeit des Islams bzw. der Scharia. Das Wappen Omans, welches auch in der Nationalflagge dargestellt wird, stellt einen Dolch und zwei gekreuzte Schwerter dar. Sie sind allerdings das Symbol der seit 1746 herrschenden Said-Dynastie.

In neueren Flaggen tauchen auch modernere Waffen auf. Zum Beispiel werden in der Flagge Haitis Kanonen und Gewehre aus der Zeit des Unabhängigkeitskampfes des Inselstaates dargestellt. In Flaggen des 20. Jahrhunderts tauchen auch konkretere Darstellungen von Waffen, wie beispielsweise der Kalaschnikow, auf. Die Kalaschnikow wird in Flaggen ehemaliger Kolonien in Afrika wie zum Beispiel Mosambik genutzt und versinnbildlicht den Kampf der meist marxistischen Befreiungsbewegungen.

Portugal

Kenia

Saudi-Arabien

Mosambik

Geographische Darstellungen

In vielen Flaggen werden geographische Besonderheiten oder Formen eines Landes symbolisiert. In der Regel sind es topographisch richtige oder stilisierte Darstellungen der Lage oder Form eines Landes.

Zum Beispiel stellen Gabun und Nauru ihre geographische Lage am Äquator in ihren Nationalflaggen dar. Die Flagge Naurus ist im Prinzip auch eine stilisierte Landkarte, indem die Lage der Insel (Stern) im Pazifischen Ozean (blauer Grund), südlich des Äquators (gelber Streifen) dargestellt wird.

In der Flagge der Republik Zypern ist die Form der Insel topographisch genau dargestellt. Die Umrisse des Kosovo finden sich auf dessen Flagge, und die Flagge Bangladeschs zeigte bis 1972 die Umrisse des Landes in gleicher Weise in der roten Scheibe. Die Karte wurde hier allerdings wieder entfernt, vermutlich, um eine vereinfachtere Darstellung der Nationalflagge zu erhalten.

Andere Staaten verwenden eine vereinfachte bzw. stilisierte Form der Darstellung einer Landkarte auf ihrer Nationalflagge. Die Sterne in der Flagge Tuvalus stellen die geographisch korrekte Lage der Hauptinseln dar, allerdings ist diese Darstellung erst genordet, wenn die Flagge hochkant gehisst wird. In der Flagge Vanuatus soll das gelbe Y die Form der Inselgruppe wiedergeben, auch hier ist die Darstellung erst bei einer hochkant gehissten Flagge genordet.

Nauru

Zypern

Tuvalu

Vanuatu

Stars and Stripes – Flaggen nach dem Vorbild der USA

Die Stars and Stripes (Sterne und Streifen) der US-Flagge gingen aus der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung hervor. Die Sterne symbolisieren die 50 Bundesstaaten, die Streifen die 13 Gründungsstaaten. Die US-Flagge diente als Vorlage für Nationalflaggen anderer Staaten. Ähnlich in der Symbolik ist die Flagge Malaysias (hier stehen die Streifen für die malaysischen Bundesstaaten) und die Uruguays (hier stehen die Streifen für die neun Departamentos zur Zeit der Unabhängigkeit). Aufgrund historischer tiefer Bindungen zu den USA diente die US-Flagge auch den Flaggen Kubas, Liberias und Puerto Ricos als Vorbild, Sterne und Streifen haben hier aber andere Bedeutungen.

USA

Malaysia

Kuba

Uruguay

Kommunistische Symbole

Siehe auch: Kommunistische und Sozialistische Flaggen

Hammer und Sichel und Roter Stern stehen zusammen mit der Farbe Rot für den Kommunismus. Sie symbolisieren die Arbeiter und Bauern sowie eine klassenlose Gesellschaft. Die bekannteste und älteste Flagge mit dieser Symbolik war die Flagge der Sowjetunion, deren erste Version auf das Jahr 1923 zurückgeht.

Nach der Errichtung von sozialistischen Regierungssystemen in anderen Staaten wurde in manchen Fällen die sowjetische Flagge als Vorbild genommen, und es entstanden Abwandlungen in verschiedenen Versionen. In anderen Fällen wurden die bisherigen Nationalflaggen nur mit sozialistischen Symbolen verändert, zum Beispiel Ersetzen des Staatswappens wie in Ungarn oder Ergänzung des mongolischen Sojombo-Symbols mit einem roten Stern. Auch kommunistische Parteiflaggen benutzen häufig diese Symbole.

Sowjetunion

Volksrepublik China

Vietnam

Nordkorea

Traditionelle Muster

In drei Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion werden traditionelle Muster des Landes liekseitig in den Nationalflaggen geführt. In der turkmenischen Flagge werden fünf traditionelle Teppichmuster, so genannte Guls gezeigt. In der Flagge Kasachstans ist ein Webmuster dargestellt, welches auf die Volkskunst verweisen soll, und auch die Flagge Weißrusslands zeigt ein traditionelles Ornament.

Turkmenistan

Kasachstan

Weißrussland

Siehe auch

 Portal: Flaggenkunde – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Flaggenkunde
Liste der Nationalflaggen
Flaggen-Bestimmungsschlüssel
Beflaggung öffentlicher Gebäude
Parlamentärsflagge
Stander
Fahne
Banner
Breitwimpel
Flaggenrecht
Blaue Flagge

Literatur

Jan de Vries: Altnordisches etymologisches Wörterbuch, Band 1, Leiden, 1958.
Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Band 425, S. 297, 2002.
W. Smith, O. Neubecker: Wappen und Flaggen aller Nationen, Battenberg Verlag, München 1980, ISBN 3-87045-183-1.
Brian Leigh Davis: Flags & standards of the Third Reich, Macdonald & Jane’s, London 1975. ISBN 0-356-04879-9.
Ottfried Neubecker: Heraldik. Wolfgang Krüger Verlag, Frankfurt am Main 1977. ISBN 3-8105-1306-7.
Derkwillem Visser: Flaggen – Wappen – Hymnen. Battenberg, München 1990. ISBN 3-87045-230-7.
K.L. Jott: Flaggen dieser Welt, Verlag EDITION XXL, Fränkisch-Crumbach 2006. ISBN 978-3-89736-710-4.
Peter Häberle: Nationalflaggen – Bürgerdemokratische Identitätselemente und internationale Erkennungssymbole. Duncker & Humblot, Berlin 2008, ISBN 978-3-428-12802-0.

Weblinks

 Commons: Flagge – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Flagge – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Flagge – Zitate
Linkkatalog zum Thema Flaggen bei curlie.org (ehemals DMOZ)
Flags Of The World Größte Übersicht im Internet über Flaggen aus der ganzen Welt (englisch)
Datenbank zu Kommunalflaggen in Deutschland
National-, Staatsoberhaupt- und historische Flaggen
Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde
Flag identifier
Seemarkierungsfahnen-Alphabet (Memento vom 21. Juni 2012 im Internet Archive)

Einzelnachweise

↑ vgl. de Vries

↑ nach Kluge

↑ a b c d e Hans-Ulrich Herzog, Georg Hannes: Lexikon Flaggen und Wappen. Bibliographisches Institut Leipzig, Leipzig 1990, ISBN 3-323-00263-6.

↑ a b Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde: Fahne oder Flagge?, abgerufen am 21. Dezember 2016.

↑ Brian Leigh Davis: Flags & standards of the Third Reich, Macdonald & Jane’s, London 1975. ISBN 0-356-04879-9

↑ Ottfried Neubecker: Heraldik. Wolfgang Krüger Verlag, Frankfurt am Main 1977. ISBN 3-8105-1306-7

↑ a b c d Yacht, 6/2018, Seite 54ff

↑ Svante Domizlaff, Alexander Rost: Germania – Die Yachten des Hauses Krupp, Seite 68

↑ a b c d e Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V. (DGF), Flaggentypen, abgerufen am 20. Februar 2012

↑ Deutsches Bundesministerium des Innern, Protokoll Inland der Bundesregierung: Hissflagge, abgerufen am 20. Februar 2012

↑ Deutsches Bundesministerium des Innern, Protokoll Inland der Bundesregierung: Hochformatflagge, abgerufen am 20. Februar 2012

↑ Deutsches Bundesministerium des Innern, Protokoll Inland der Bundesregierung: Auslegerflagge, abgerufen am 20. Februar 2012

↑ a b Deutsches Bundesministerium des Innern, Protokoll Inland der Bundesregierung: Hängeflagge, abgerufen am 20. Februar 2012

↑ Deutsches Bundesministerium des Innern, Protokoll Inland der Bundesregierung: Zugelassene Formen der Bundesflagge, abgerufen am 20. Februar 2012

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4127955-4 (AKS)

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Kategorie: Flagge

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Pferdepension es Haltungsformen Pensionspferdehaltung Navigationsmenü aus Mainz

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Historischer Stuten-Laufstall in Marbach, Fenster über Kopfhöhe, damit sich die Pferde nicht am Glas verletzen
Heuernte mit Rheinischen Kaltblütern, Schloss Wickrathum 1900
Erntewagen mit Stroh, 1972
Tränke

Pferdehaltung umfasst die Haltung von Pferden, Ponys, Maultieren und Eseln in menschlicher Obhut. Die Equiden benötigen entsprechende Fürsorge für eine gute Gesundheit und ein langes Leben.

Hauspferde benötigen Heu als Grundfutter, bei Bedarf Kraftfutter, Wasser, einen hellen, kühlen, luftigen aber Zugluft-freien Stall mit Einstreu, Kontakt zu anderen Pferden und Bewegung. Zusätzlich ist Weidegang, oder auch ein Paddock angebracht. In der Pferdehaltung müssen den Bedürfnissen des Pferdes und den Möglichkeiten des Pferdehalters Rechnung getragen werden.[1]

Als mögliche Orientierungshilfe können in Deutschland die Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten dienen.

Inhaltsverzeichnis

1 Allgemeines

1.1 Stallbetrieb
1.2 Infrastruktur für Pferdesport

2 Haltungsformen

2.1 Ständerhaltung/Anbindehaltung
2.2 Laufstallhaltung
2.3 Boxenhaltung
2.4 Paddockboxenhaltung
2.5 Offenstallhaltung

2.5.1 Gruppenauslaufhaltung
2.5.2 Paddock Trail

2.6 Weidehaltung

2.6.1 Schutz
2.6.2 Wasser
2.6.3 Weidepflege
2.6.4 Robusthaltung

3 Pensionspferdehaltung
4 Einzelnachweise
5 Literatur
6 Weblinks
7 Siehe auch

Allgemeines

In freier Natur ist ein Pferd bis zu 16 Stunden am Tag – meist zur Nahrungsaufnahme – in Bewegung und legt dabei 30–40 km zurück. Das Pferd ist ein Lauf- und Fluchttier. Da dieser Bewegungsbedarf allein über den Reit- und Fahrsport bzw. das Training meist nicht gedeckt werden kann, sollte möglichst viel Gelegenheit zur selbständigen Bewegung gegeben werden.

Pferde sind ausgeprägte Herden- bzw. Gruppentiere. Jedes Pferd braucht die Möglichkeit, Sozialkontakte mit Artgenossen aufzunehmen. Bei jeder Haltungsform ist auf das soziale Gefüge und die Verträglichkeit der Pferde untereinander Rücksicht zu nehmen. Dies gilt auch für rasse-, alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede.[2]

Das Pferd ist auf ein Leben unter freiem Himmel eingestellt und benötigt frische, staubfreie Luft, Licht und artgerechtes Futter. Staub ist das größte Problem für die empfindlichen Atmungsorgane des Pferdes. Zur Erhaltung eines ausgeglichenen Nervenkostüms und wacher Sinne braucht das Pferd ein Mindestmaß an Abwechslung. Ideal ist hier ein freier Ausblick, der das Interesse an der Umgebung erhält, ohne Stress zu verursachen. Pferde benötigen eine Unterstellstellmöglichkeit, die Schatten spendet und vor Wetterunbilden schützt.

Pferde benötigen viel Raufutter (Grundfutter) für eine gesunde Verdauung. Da das Pferd einen verhältnismäßig kleinen Magen hat, muss über den Tag verteilt genügend Futter in kleineren Mengen verfügbar sein. Als Faustregel bei Stallhaltung gilt Raufutter vor Kraftfutter, mindestens dreimal täglich.
Diese Bedürfnisse des Pferdes müssen berücksichtigt werden, um das Pferd gesund zu erhalten. Pferde müssen hinreichend Zugang zu einwandfreiem Wasser haben.

Aus praktischer Sicht ist es wünschenswert, dass Pferde für Tierarzt und Hufschmied zugänglich sind. Licht, Strom- und (frostfreier) Wasseranschluss werden zumeist benötigt. Zudem soll die Unterbringung des Pferdes mit angemessenem Kostenaufwand möglich sein.

§ 2 des Tierschutzgesetzes verlangt, dass Tiere ihrer Art und Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden.

Stallbetrieb

Zur wirtschaftlichen Betriebsführung ist ein günstiges Verhältnis aus Einnahmen und Kosten anzustreben. Beispielsweise kann mit maschineller Hilfe ausgemistet und eingestreut werden, wenn der Stall entsprechend gebaut wurde. Auch beim Füttern und Tränken kann mit entsprechender Infrastruktur der Zeitaufwand gesenkt werden.

Infrastruktur für Pferdesport

Zum Reiten empfiehlt sich ein beleuchteter Allwetter-Reitplatz oder eine Reithalle und ein gutes Ausreitgelände, zum Longieren ein Longierzirkel oder eine Longierhalle. Für das Fahren sind erlaubte Wege abseits des Strassenverkehrs, oder auch ein Fahrviereck von Vorteil. Für die Vielseitigkeit ist eine Geländestrecke, für Rennpferde eine Rennbahn und für Polo ein Polospielfeld geeignet.
Die meisten Reiter verbringen einen erheblichen Teil ihrer Freizeit beim Pferd und suchen daher auch nach Möglichkeiten, dort ihre Sozialkontakte zu pflegen (gemeinschaftliches Ausreiten, Reiterstübchen).

Haltungsformen

Ständerhaltung/Anbindehaltung

Historischer Pferdestall im Gestüt Lipica, Slowenien (die Pferde stehen hier zeitweilig, um für die Kutsche vorbereitet zu werden)

Vor der Motorisierung waren Bauernhöfe, Forste und Betriebe auf die Arbeitskraft des Pferdes angewiesen. Sie konnten ihren Pferden jedoch oft nicht viel Platz bieten. Daher war damals die Ständerhaltung normal. Das Pferd hatte lediglich Platz zum Stehen und Ablegen und war in seinem Ständer angebunden. Es konnte sich nicht drehen oder umherlaufen.

Früher wurden Pferde als Arbeitstiere täglich einige Stunden eingesetzt und hatten dadurch ein wesentlich höheres Maß an Bewegung. Heutzutage aber werden Pferde in der Regel als Freizeitpartner gehalten. Viele Pferde bekommen heute nur eine Stunde Bewegung unter dem Reiter. Für Pferde, die so wenig bewegt werden, ist Ständerhaltung nicht artgerecht. Diese Haltungsform wird daher kritisch betrachtet. Die Ständerhaltung ist in den meisten Bundesländern heute verboten.[3] In der Schweiz ist dauerhafte Ständerhaltung, länger als drei Wochen, verboten[4]
Man kann in einigen, insbesondere historischen, Gestüten zur Demonstration noch Beispiele für Ständerhaltung finden. In aller Regel stehen diese Pferde nicht mehr ständig in Ständern.

Laufstallhaltung

Laufstall zur Fohlenaufzucht
Laufstall in einem Stallzelt

Ein Laufstall ist ein großer Stall, den eine Pferdegruppe gemeinsam nutzt.

Boxenhaltung

Pferde in Boxen

Üblicherweise sind Pferdeställe heute in Boxen aufgeteilt. In diesen Boxen halten sich die Pferde teils tagsüber, vor allem aber auch nachts auf. Wichtig ist, dass die Box groß genug ist. Als Faustregel und empfohlen durch die Deutsche Reiterliche Vereinigung gilt, dass die Größe der Box mindestens der doppelten Widerristhöhe des Pferdes im Quadrat entsprechen sollte. In Zahlen kann man sagen, dass eine Box für Großpferde ca. 3,5 × 3,5 m sein sollte. Generell sollte jedes Pferd 35 m³ Luft zur Verfügung haben. Ist dies nicht der Fall, kann dies zu einer bedenklichen Sauerstoffarmut im Stall führen, die für die Pferde – vor allem für die noch sehr empfindlichen Fohlen – problematisch werden kann. Legt man die empfohlene Boxengröße zu Grunde, entspräche das einer Stallhöhe von ca. 3 m. Grundsätzlich müssen die Wände des Stalls glatt sein und dürfen keine Verletzungsrisiken bergen.

Pferde sind ausgeprägte Herdentiere und vereinsamen, wenn sie separiert gehalten werden. Daher sollten die Boxen im Normalfall nicht geschlossen sein. Die Beplankung der Trennwände, Fronten und Türen endet etwa auf Brusthöhe und geht in Gitterstäbe über, sodass die Pferde sich untereinander sehen, hören und riechen können. Wenn Wände und Fronten aus Gitterstäben bestehen, muss darauf geachtet werden, dass die Abstände zwischen den Gitterstäben müssen so gestaltet sein, dass weder die Hufe des Pferdes noch sein Kopf dazwischen passen.

Zu einem modernen und vollständigen Reitstall gehören Weideflächen, auf denen die Pferde sich in der Weidesaison – etwa Mitte April bis Ende Oktober – frei bewegen und grasen können. In der Regel geschieht das nach den Vorgaben des Stallbesitzers oder Pferdehalters und entsprechend den Witterungsverhältnissen stunden-, halbtagesweise oder auch Tag und Nacht. Für die restliche Zeit des Jahres sollten Paddocks zur Verfügung stehen, um den Pferden auch im Winter zumindest eine eingeschränkte freie Bewegung zu ermöglichen.

Die Boxenhaltung ist eine von mehreren verschiedenen Haltungsformen. Sie ist am häufigsten in turniersportorientierten Reitanlagen zu finden, aber auch in Vereinsanlagen und Pensionsställen, in denen auf verschiedene Bedürfnisse und Anforderungen eingegangen werden muss.

Paddockboxenhaltung

Die Paddockbox ist eine Einzelbox mit einer direkt angeschlossenen, umzäunten Außenfläche, dem Paddock, das meistens so breit ist wie die Box.[5] Das Pferd kann zwischen seinem Paddock und dem Stall hin- und hergehen. An einem Stalltrakt können mehrere Paddockboxen nebeneinander liegen und die Pferde haben die Möglichkeit, soziale Kontakte mit anderen Pferden über den Zaun hinweg zu pflegen und im Innenbereich in Ruhe zu fressen.[6] Je nach Größe und Bodenbelag des Paddocks bietet diese Haltung nicht unbedingt viel Bewegungsmöglichkeiten, aber die Pferde können am Stallgeschehen intensiver teilhaben. Der Umbau von Einzelboxen zu Paddockboxen ist einfach und für das Pferd ein Gewinn.[7]

Boxenstall mit Paddocks

Der Innenbereich einer Paddockbox wird mit Einstreu versehen (Stroh, Späne etc.) und dient dem Pferd als Rückzugsmöglichkeit, als Liegefläche sowie als Schutz vor Sonne und Insekten. Er ist vom Außenbereich meist durch eine Boxentür und/oder durch einen Lamellenvorhang als Insektenschutz abgetrennt. Bei einem kleinen Außenbereich ist es ratsam, den Boden zu befestigen. Größere Ausläufe können aber auch mit Sand, Holzhackschnitzeln oder ähnlichem ausgelegt sein.[8]
Die Vorteile einer Paddockbox sind mehr soziale Interaktion mit anderen Pferden, ein größerer Bewegungsraum und eine erhöhte Reizanflutung der Sinne Sehen, Hören und Riechen durch das Umfeld und dass das Pferd jegliche Wetterbedingungen genießen oder sich vor ihnen schützen kann.

Es gibt Systeme, bei denen mit wenigen Handgriffen die einzelnen Paddocks in einen großen zusammenhängenden Paddock umgestaltet werden können. Dies kann vorteilhaft bei der maschinellen Reinigung der Paddocks sein. Andererseits kann das nun große Paddock als Gruppenpaddock genutzt werden.

Die Zäune zwischen den einzelnen Paddocks sollten keine Elektrozäune sein, da die Pferde dann nicht die Möglichkeit haben, die sozialen Kontakte über den Zaun hinweg auszuüben. Das Pferd würde wahrscheinlich einen Stromschlag bekommen und den Kontakt zum Nachbarpferd meiden. Eine Paddockbox kann den täglichen Weidegang oder Auslauf auf einem größeren Paddock in der Gruppe nicht ersetzen, da der Sozialkontakt auch bei individuellen Paddoks eingeschränkt ist.

Offenstallhaltung

Offenstall bei Glessen

In der Offenstallhaltung steht allen Pferden einer Gruppe ein überdachter Bereich als Witterungsschutz zur Verfügung, häufig mit Fressständern, Futterkrippen oder Heuraufen und einer Selbsttränke, die von den Pferden jederzeit aufgesucht werden können. Dem Offenstall angeschlossen liegen die Weiden oder Ausläufe. Im Unterschied zu Boxen werden Offenställe in der Regel nicht eingestreut, sondern es muss täglich (auch im Auslauf) der Mist abgesammelt werden. Das Pferd kann sich zwischen dem geschützten Stallbereich und dem offenen Außenbereich hin und her bewegen. Diese Haltungsform orientiert sich, wenn genügend Weideflächen vorhanden sind, an den Bedürfnissen des Pferdes. Sie verlangt dem Besitzer jedoch entsprechenden Arbeits- und Zeitaufwand ab.

Gruppenauslaufhaltung

Wird eine ganze Pferdeherde auf der Weide mit Offenstall gehalten, entspricht dies der Gruppenauslaufhaltung. Die Anlage besteht aus Laufstall, befestigtem Auslauf und Weide. Die drei Bereiche bilden eine Einheit, in der sich die Pferde als Gruppe (ab etwa 10 Pferde) bzw. als Herde frei bewegen können und uneingeschränkten Kontakt zueinander haben.

Paddock Trail

Bei dem Paddock-Trail-Konzept wird um die zur Verfügung stehende Fläche ein etwa fünf bis sechs Meter breiter eingezäunter Pfad angelegt, auf dem sich die Pferde frei bewegen können. Damit sie dies auch tun, wird Infrastruktur über den Pfad verteilt: beispielsweise mehrere Heuraufen, ein sandiger Platz zum Wälzen, Salzleckstein, Kratzbürste, Wasserstelle und Unterstand. Es kann auch eine Wasserfurt oder Pferdeschwemme in den Pfad integriert werden. Die Infrastruktur (überdachte Heuraufen, Wasserwagen, Unterstand) kann so aufgestellt werden, dass sie auch von den innenliegenden Koppeln aus zugänglich sind. Auf diese Weise soll das natürliche Bewegungsverhalten von Wildpferden simuliert werden und die Pferde zu mehr eigenständiger Bewegung veranlasst werden.[9]

Weidehaltung

Pferde auf der Weide
Pferde auf der Weide
Hauptartikel: Weide (Grünland)

Pferde können als Herde oder Kleingruppe auf hinreichend großen, meist wechselnden Weideflächen – mindestens ein Hektar je Pferd, wenn möglich das Doppelte[10], um Überweidung zu vermeiden – ganzjährig draußen gehalten werden. Bei feuchtem Wetter wird die Grasnarbe durch die Pferdehufe stark belastet und beschädigt, der Boden wird schnell schlammig. Deshalb werden Pferde bei solchem Wetter meistens im Stall gehalten. Im Gegensatz zum Paddock sind die Weiden meist weiter entfernt vom Stall.

Schutz

Pferde benötigen auf der Weide Schutz vor Wind und Sonne, sowie Zugang zu frischem Wasser, wenn sie zum längeren Aufenthalt geeignet sein soll. Als natürlicher Schutz kann eine größere Baumgruppe oder eine windgeschützte, schattige Senken dienen. Andernfalls muss ein Unterstand oder eine festere Weidehütte mit ausreichend Platz für alle Pferde errichtet werden. Pferde ziehen sich nicht nur bei Gewitter, starkem Regen oder heftigen Winden dahin zurück, sondern auch bei großer Hitze. Oftmals werden fahrbare Weidehütten auf die Weide gestellt. Wenn die Pferde auf eine andere Weide umgekoppelt werden, weil die Weide vollständig abgefressen wurde, zieht die fahrbare Weidehütte mit den Pferden um. Als Einzäunung wird meist ein Elektrozaun verwendet.

Wasser

Pferde können bei einer ganztägigen Weidehaltung ca. 60 % des Flüssigkeitsbedarfs über die Aufnahme von Gras decken. Da Pferde, je nach Größe und Futterverfügbarkeit, zwischen 20 und 60 Liter Wasser pro Tag benötigen, müssen Pferdekoppeln zusätzlich mit Wasserquellen in Form von Selbsttränken oder Wasserbehältern ausgestattet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass mehrere Tränkestellen verfügbar sind, sodass auch rangniedere Herdenmitglieder Zugang zu Wasser haben[11].

Weidepflege

Pferdeweiden müssen gepflegt werden. Die Flächen müssen im Frühjahr geschleppt[12] und gewalzt werden, ggf. nachgesät und nachgemäht werden. Aus weidehygienischen Gründen (Parasiten) empfiehlt sich auch ein wechselweiser Besatz mit Rindern und Pferden. Die Koppeln müssen regelmäßig auf eingeflogene oder eingeschleppte Giftpflanzen, wie z. B. das Jakobskreuzkraut, geprüft werden[13]. Diese müssen beseitigt werden, da einige Giftpflanzen sogar lebensbedrohlich für Pferde sein können und manche Pferde unerfahren bei der Futtersuche sind. Gefährlich sind auch Bergahörner in der Nachbarschaft, deren Samen, Keimlinge und Blätter tödlich sein können[14]. Kot sollte man[15] mindestens wöchentlich absammeln.

Robusthaltung

Bei der Robusthaltung hat das einzelne Pferd keinen Stallplatz. Für kranke Pferde stehen eventuell Stallplätze zu Verfügung. Die Tiere sind rund um die Uhr ganzjährig auf der Weide.

Pensionspferdehaltung

Pensions- und Ausbildungsstall in Schleswig-Holstein
Frei Bewegung im Winter auf einer Pferdepension auf der Schwäbischen Alb

Pensionspferde werden im Pferdebetrieb gegen ein vereinbartes Entgelt gehalten. Pensionspferdehaltung ist mehrheitlich eine Dienstleistung im ländlichen Raum. Der Haltung von Reitpferden kommt hier die größte Bedeutung zu. Daneben können aber auch Gnadenbrotpferde, rekonvaleszente Pferde, Mutterstuten zum Abfohlen und Jungpferde in Pension genommen werden. Bei einem Pensionsstall sind ein geregelter Ablauf und möglichst keine Streitigkeiten unter den Pferdebesitzern angestrebt.

Pensionspferdehaltung wird beeinflusst durch die Ansprüche der Kunden, die Betriebsgröße, Haltungsform, das Angebot für Reiter und Pferd und die Übernahme von Diensten wie Füttern, Misten und Einstreuen. Die Kostenrechnung erfolgt sinnvollerweise als Vollkostenrechnung.

Kostenrelevant sind folgende Angebotssituationen:

Stallplatz, Box, Aktivstall oder Laufstall, notwendigem Nebenraum Futter- und Sattelkammer, Paddock bzw. Weidegang
Zusätzliche Lieferung von Futtermitteln durch den Betrieb
Füttern, Misten, Einstreuen und Tierbeobachtung durch den Betrieb
Bereitstellung und Pflege von Reitplatz, Reithalle, Führanlage, Laufband etc.
Angebot von Reitunterricht und/oder Beritt von Pferden

Der Pensionspferdehalter wird im Sinne des BGB als Tieraufseher tätig (siehe Tierhalterhaftung). Er ist deshalb – ebenso wie der Tierhalter – für Schäden, durch ein Pferd verursacht, ersatzpflichtig, wenn er nicht nachweisen kann, dass er mit seiner Aufsicht die im Verkehr erforderliche Sorgfalt hat walten lassen bzw. dass der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden wäre (§ 834).
Die Haftung des Pensionspferdehalters ist sehr umfassend und wird nicht durch die normale Betriebshaftpflicht abgedeckt. Viele Versicherer bieten deshalb gesonderte Tierhüter-Haftpflichtversicherungen an. Eine Deckungssumme von mindestens 1,5 Mio. € pauschal gilt als angemessen. Schäden am eingestellten Pferd müssen separat versichert werden. Sie werden nur reguliert, wenn der Tierhüter für diese Schäden haftbar gemacht werden kann. Um das Haftungsrisiko zu reduzieren, sollte mit jedem Einsteller ein Einstellungsvertrag abgeschlossen werden. Dieser Vertrag dokumentiert, welche Leistungen der Pensionsbetrieb übernimmt. Ferner bietet er die Möglichkeit, die Haftung für Schäden am eingestellten Pferd auf die Versicherungssumme oder auf einen festen Betrag zu begrenzen.[16]

Der Pensionspferdehalter ist außerdem verpflichtet, den Betrieb und die Zahl der Pferde bei der Tierseuchenkasse zu melden und die anfallenden Beiträge zu zahlen, die von Bundesland zu Bundesland variieren können. Der Einsteller sollte dies abfragen, da die Tierseuchenkasse die Tierkörperbeseitigung übernimmt, wenn ein Pferd stirbt.

Einzelnachweise

↑ Gabriela Baumgartner: Hürden auf dem Weg zum Pferd. In: Beobachter. 10. Juli 2017, abgerufen am 29. September 2018. 

↑ Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten (Memento vom 23. März 2010 im Internet Archive)

↑ Deutscher Tierschutzbund zur Ständerhaltung von Pferden (Memento vom 17. Mai 2007 im Internet Archive)

↑ Dürfen Pferde angebunden gehalten werden?, Gieri Bolliger, 27. Januar 2017, Bündner Woche

↑ Romo Schmidt: Pferde artgerecht halten. 2011, ISBN 978-3-275-01773-7, S. 42.

↑ Gerlinde Hoffman: Orientierungshilfen Reitanlagen- & Stallbau. 2009, ISBN 978-3-88542-740-7, S. 61.

↑ Dietbert Arnold: Das Leben in der Einzelbox. In: Cavallo Basic: Weide und Stall – so leben Pferde artgerecht. 2012, ISBN 978-3-613-30697-4.

↑ Romo Schmidt: Pferde artgerecht halten. 2011, ISBN 978-3-275-01773-7, S. 42.

↑ Paddocktrail, Offenstallkonzepte.com

↑ Pferde in der Landschaftspflege, hrsg. v. Ministerium f. Ernährung u. ländlichen Raum, Baden-Württemberg

↑ Richtlinien für Reiten und Fahren, Band 4, Haltung, Fütterung, Gesundheit und Zucht, Warendorf 2010, S. 214f, ISBN 978-3-88542-284-6

↑ Darüberziehen eines eggeähnlichen Instrumentes, der Weidenhexe mit Raktor oder Pferd, siehe UNI Karlsruhe

↑ Gerlinde Hoffmann, Deutsche Reiterliche Vereinigung: “Orientierungshilfen Reitanlagen- & Stallbau”, Warendorf 2009, S. 160f, ISBN 978-3-88542-740-7

↑ http://www.pferdeklinik-kottenforst.de/index.php/news/63-atypische-weidemyopathie Artikel der Klinik Kottenforst zur Atypischen Weidemyopathie, abgerufen am 2. Januar 2018

↑ http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za433/weide.html#apfel Artikel der UNI Karlsruhe zur Pferdehaltung, abgerufen am 2. Jan. 2018

↑ Landwirtschaftskammer NRW „Vielfalt vom Hof“, Kap. 4.7.5. von Heinrich Brune/Erik Humbert „Pensionspferdehaltung“

Literatur

Bender, Ingolf: Praxishandbuch Pferdehaltung, Stuttgart 2004, ISBN 978-3-440-09830-1.
Dietbert Arnold: Pferdewirtprüfung Bd. 1, Stallklima. Books on Demand GmbH, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-9960-7.

Weblinks

Webseite der Laufstallarbeitsgemeinschaft für artgerechte Pferdehaltung
Linkkatalog zum Thema Pferdehaltung bei curlie.org (ehemals DMOZ)
pferdewissen.ch
Analyse und Bewertung physikalisch-chemischer und stofflicher Parameter auf die Freisetzung von biogenen Gasen und luftgetragenen Partikeln aus Substraten bei der Haltung von Warmblutpferden in eingestreuten Einzelboxen, Dissertation (PDF)
Verfahrenstechnische und bauliche Planung sowie ökonomische Bewertung eines Aufzuchtbetriebes von Warmblutpferden in Deutschland, Dissertation von Sven Rothenberger
9 Punkte für ein optimales Stallklima im Pferdestall

Siehe auch

Deutsche Pferdebranche
Pferd
Hauspferd
Deutsche Reiterliche Vereinigung
Robustpferde
Pferdekrankheit
Stutenbissigkeit
Pferdepflege
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4115546-4 (AKS)

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Kategorie: Pferdehaltung

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Pokal bezeichnet:

ein Trinkgefäß, siehe Pokal (Trinkgefäß)
einen Preis (Gewinn) in einem Wettbewerb
den Wettbewerb selbst, der nach dem K.-o.-System ausgetragen wird
Der Pokal, ein Werk von Ludwig Tieck

Siehe auch:

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GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Tourismus Wortentwicklung, Definitionen Das Wortfeld „Fremde / Fremdenverkehr“ in der Kritik Segmente des Tourismus Geschichte Zukunft Wirtschaftliche Bedeutung Tourismusmarketing Strukturen und Organisation Tourismusberufe und Ausbildung Tourismusforschung Rechtliche Stellung der Touristen Navigationsmenü aus Rostock

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Tourist sowie Fremdenverkehr ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Siehe auch: Tourist (Begriffsklärung) bzw. Fremdenverkehr (Begriffsklärung).

Touristen auf Fotosafari in der Serengeti, Tansania
Touristen beim Glockenspiel am Münchener Marienplatz
Der Verkauf einheimischer Handarbeiten an Touristen stellt in Namibia eine wichtige Einnahmequelle dar

Tourismus, auch Touristik, Fremdenverkehr, ist ein Überbegriff für Reisen einschließlich Reisebranche, das Gastgewerbe und die Freizeit­wirtschaft. Tourismus wird in verschiedene Kategorien untergeordnet, z. B. mit welchem Verkehrsmittel man reist oder um welche Art von Reisen es sich handelt (Safari, Erholungsurlaub etc.). Der Ausdruck Tourismus ist seit den 1980er Jahren gebräuchlich, bis dahin wurde der Wirtschaftszweig und dieses Gesellschaftsphänomen als Fremdenverkehr bezeichnet. Es wird nicht mehr zwischen Tourismusangeboten für Zugereiste und Menschen aus der näheren Umgebung unterschieden, so dass oft der Begriff Tourismus- und Freizeitwirtschaft benutzt wird.

Als wirtschaftliche Grundlage des Tourismus gelten im Wesentlichen die Kulturgüter und die Natur des Reiseortes.[1] Die Branche zählt weltweit zu den größten Wirtschaftszweigen. 2004 wurden nach Angaben der Welttourismusorganisation in diesem Bereich Erlöse von etwa 623 Milliarden US-Dollar erzielt. Mit weltweit rund 100 Millionen Beschäftigten gilt der Tourismus als einer der bedeutendsten Arbeitgeber. Grenzüberschreitende Reisen machen 25 bis 30 Prozent des Welthandels in diesem Dienstleistungs­bereich aus. Auswertungen und Trends zum Thema liefert die Tourismusstatistik. Etwa 8 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen entfallen auf den globalen Tourismus.[2]

Inhaltsverzeichnis

1 Wortentwicklung, Definitionen
2 Das Wortfeld „Fremde / Fremdenverkehr“ in der Kritik
3 Segmente des Tourismus
4 Geschichte

4.1 Entwicklung des Reisens, der Urlaubs- und Freizeitgestaltung und des Tourismus
4.2 Gesellschaftliche Bedeutung
4.3 Kulturelle Auswirkungen
4.4 Auswirkungen auf Umwelt und Natur
4.5 Sanfter und nachhaltiger Tourismus als Gegenmodell
4.6 Fairer Handel im Tourismus

5 Zukunft

5.1 Trends
5.2 Aussichten
5.3 Probleme

6 Wirtschaftliche Bedeutung

6.1 Weltweit
6.2 Tourismusländer
6.3 Deutschland

6.3.1 Deutsche Touristen
6.3.2 Tourismus in Deutschland

6.4 Österreich
6.5 Schweiz
6.6 Südtirol
6.7 Weitere europäische Länder
6.8 Tourismusstatistiken

7 Tourismusmarketing
8 Strukturen und Organisation

8.1 International
8.2 Europa
8.3 National
8.4 Regional und lokal
8.5 Tourismusmessen

9 Tourismusberufe und Ausbildung

9.1 Ausbildungsstätten und Studienorte in Deutschland

9.1.1 Studiengänge (Bachelor)
9.1.2 Studiengänge (Master)
9.1.3 Ausbildungsgänge

9.2 Ausbildung in Österreich

10 Tourismusforschung
11 Rechtliche Stellung der Touristen
12 Siehe auch
13 Literatur
14 Weblinks
15 Einzelnachweise

Wortentwicklung, Definitionen

Das Wort Tourismus (englisch tourism, französisch tourisme) geht zurück auf das französische Substantiv le tour (= Reise, auch Rundgang, Spaziergang). Belegt ist es erstmals um 1800 im Englischen, im Französischen taucht er 1816 auf und im Deutschen um 1830.

Die französischen Wörter tourisme und touriste wurden als offizielle Bezeichnungen erstmals vom Völkerbund verwendet, um Reisende zu beschreiben, die mehr als 24 Stunden im Ausland verbringen. Der Völkerbund hatte Französisch als Verkehrssprache.

Ganzjährig: Madeira-Tourismus

Tourismus kann folgendermaßen definiert werden: Die in einem bestimmten Ort oder Gebiet durch den Zustrom von Zugereisten oder wenigstens nicht dort Ansässigen (Freizeitreisenden, Geschäftsreisenden, Verwandten- und Bekanntenbesuchern, Eigentümern bzw. Mietern von Wochenendhäusern und Zweitwohnungen)[3] entstehende wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderung und die daraus dort und anderswo resultierende Industrie oder Tätigkeit. Aus beruflichen Gründen täglich in einen anderen Ort fahrende Unternehmer oder Arbeitskräfte (Pendler) werden hier nicht erfasst.

„Touristen sind Personen, die zu Orten außerhalb ihres gewöhnlichen Umfeldes reisen und sich dort für nicht mehr als ein Jahr aufhalten aus Freizeit- oder geschäftlichen Motiven, die nicht mit der Ausübung einer bezahlten Aktivität am besuchten Ort verbunden sind.“

– Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO)

Das Bildungswesen bleibt bei diesen Definitionen weitgehend ausgeklammert. Befindet sich ein Student, der aus seinem Wohnort für zehn Monate in ein Studentenheim einer Universitätsstadt zieht, dort aus „geschäftlichen Motiven“? Wird diese Frage bejaht, so lassen seine 300 Nächtigungen in diesem Heim ohne Weiteres in die Tourismusergebnisse der Universitätsstadt aufnehmen. In der praktischen Anwendung der Definitionen bestehen in Europa unterschiedliche Vorgangsweisen, soweit eine amtliche Tourismusstatistik überhaupt geführt wird.

Für einen erweiterten Begriff von Tourismus- und Freizeitwirtschaft wird der nicht-touristische Freizeitkonsum der Ortsansässigen am Wohnort hinzugerechnet.[3] Dieses volkswirtschaftliche Konzept erfordert nicht mehr, gleiches Verhalten (etwa Kinobesuch, Baden, Schifahren) in der Skalierung der jeweiligen Ortsansässigkeit (einer Stadt, einer Region, eines Staates) getrennt zu betrachten und mehrfach zu erheben. Damit zerfällt Tourismus- und Freizeitwirtschaftliche Rechnung in drei Bilanzen, Incoming (in eine Region Einreisende, von außen eingebrachte Dienstleistungen), Outgoing und Binnentourismus (Freizeit und Tourismuswirtschaft der Bewohner der Region). So lassen sich soziologisch-geographisch etwa typische Tourismusregionen (hohe Wertschöpfung, hoher Incoming Tourismus) oder „lebendige“ Regionen (hoher Binnenanteil) feststellen.

Siehe auch: Geschichte der Tourismusforschung

Das Wortfeld „Fremde / Fremdenverkehr“ in der Kritik

Das Englische und das Französische kennen nur die Bezeichnung „tourism“ bzw. «tourisme», das Deutsche hingegen noch die ältere Bezeichnung Fremdenverkehr. Im deutschen Sprachgebrauch tauchte die Bezeichnung „Tourismus“ in den 1960er Jahren auf. Seit den 1980er Jahren wurden die Bezeichnungen vieler offizieller Fremdenverkehrsinstitutionen im deutschen Sprachraum auf Tourismus umgestellt, da Gäste nicht länger als „Fremde“ bezeichnet werden sollten, weil bei der Verwendung des Begriffs „Fremder“ leicht die Konnotation „Fremdenfeindlichkeit“ aufkommt und der Volkswirtschaft nützliche Menschen nicht abgeschreckt werden sollen. Dass Reisende tatsächlich keineswegs immer bei Einheimischen willkommen sind, zeigt die um 2000 aufgetauchte Wortprägung Kriminaltourismus. Ebenso unwillkommen sind vielen Einheimischen solche Re